C.G. Jung

 



Inhaltsverzeichnis




1. Einleitung

2. Seine Jugend

3. Die Studienzeit

4. Okkultismus und Parapsychologie

5. Das Burgh├Âlzli

6. Sigmund Freud

7. Die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten

8. Psychotherapie

9. Die Familie und Haus

10. Seine Reisen

11. Der Turm

12. Ueber das Leben nach dem Tode













1. Einleitung


Ich habe diesen Vortrag aus zwei verschiedenen B├╝chern ├╝ber C.G. Jung zusammengefasst. Es war eher schwierig ├╝ber ihn zu schreiben, da die B├╝cher autobiographische Aufzeichnungen sind und alles aus seiner Sicht geschrieben ist. Ich habe versucht vieles aus seinem Leben zu ber├╝cksichtigen. Seine Reisen, seine Familie, die Jugendzeit, einfach die Dinge, die mich interessiert haben.


2. Seine Jugend


Am Anfang dieses Kapitels "Die Jugend" m├Âchte ich ein Zitat von C.G. Jung bringen.

Mein Leben ist die Geschichte einer Selbstverwirklichung des Unbewussten.
Alles was im Unbewussten liegt, will Ereignis werden.


Carl Gustav Jung wurde am 26. Juli 1875 als Sohn eines Pfarrers geboren. Seine Kindheitserinnerungen reichen weit zur├╝ck und er konnte sich noch im hohen Alter an vieles, das sich in seiner fr├╝hesten Kindheit ereignet hatte, erinnern.

Die Kindheit verlief nicht ohne innere und ├Ąussere Schwierigkeiten. Er war lange ein Einzelkind, seine Schwester Gertrud wurde erst neun Jahre nach ihm geboren. Sein Wesen war verschlossen und am liebsten hing er seinen Tr├Ąumereien nach, er konnte es nicht ausstehen, wenn er in seinem Spiel gest├Ârt oder beobachtet wurde.

Zwischen Jung und seiner Mutter bestand eine starke, wenn auch nicht unproblematische Beziehung. Jung sagte selber ├╝ber seine Mutter, dass sie eine sehr gute Mutter gewesen sei, mit einer grossen animalischen W├Ąrme, dass sie ungeheuer gem├╝tlich und korpulent war.

Ihre grosse, geistige Begabung blieb verborgen hinter einer wirklich lieben, dicken alten Frau, die sehr gastfreundlich war, ausgezeichnet kochte und viel Sinn f├╝r Humor hatte. Sie hatte alle hergebrachten traditionellen Meinungen, aber handkehrum trat bei ihr eine unbewusste Pers├Ânlichkeit in Erscheinung, die ungeahnt m├Ąchtig war - eine dunkle, grosse Gestalt, die unantastbare Autorit├Ąt besass.

Emilie Jung soll, wie schon ihre Mutter, das "zweite Gesicht" besessen haben. Von jeher interessierte sie sich lebhaft f├╝r seltsame oder "okkulte" Vorkommnisse und nahm sp├Ąter regen Anteil an den spiritistischen Untersuchungen ihres Sohnes.

Die Tatsache, dass in Jungs viertem Lebensjahr eine l├Ąngere Trennung von seiner Mutter eintrat, da sie f├╝r mehrere Monate ins Spital nach Basel musste und er die Ehe der Eltern nicht als sehr gl├╝cklich erlebte, hat ihn nachhaltig beeinflusst. Er hatte M├╝he, sich in die Welt und ins Leben hinein zu entwickeln.

Mit sechs Jahren kam Jung in die Dorfschule in Klein - H├╝ningen, und gleichzeitig begann sein Vater ihm Lateinunterricht zu geben. Er ging gern zur Schule, er fand dort Kameraden, mit denen er spielen konnte. Dennoch ├╝berwog schon in jenen Jahren seine "Passion des Alleinseins, die Entz├╝ckung der Einsamkeit". Dies f├╝hrte zu einer Neurose des 12j├Ąhrigen, er litt an Ohnmachtsanf├Ąllen und konnte daher nicht zur Schule gehen. Er ├╝berwand dann aber die Neurose aus eigener Kraft.

Die entscheidenden Ereignisse seiner Kinderjahre lagen nicht im Ablauf des t├Ąglichen Lebens, sondern in der Welt seiner Phantasien, in ungew├Âhnlich reichen und bedeutungsvollen Tr├Ąumen, sowie seinen religi├Âsen Ueberlegungen und Erfahrungen, von denen er jedoch zu niemanden sprach, da er sie als ein Geheimnis betrachtete.

Als 17 - 19j├Ąhriger J├╝ngling f├╝hrte er zahlreiche heftige Diskusionen mit dem Vater ├╝ber relig├Âse Fragen, die jedoch stets unbefriedigend verliefen. Die verschiedenen Glaubensrichtungen entfremdete Vater und Sohn.

Mit seiner Schwester Gertrud verband ihn Herzlichkeit und Achtung. Er sagte einst ├╝ber sie: "Ihr ├Ąusseres Leben war still, zur├╝ckgezogen und verlief im engen Kreise verwandtschaftlicher und freundschaftlicher Beziehungen. Sie war h├Âflich, freundlich, versagte aber den neugierigen Blicken in ihr Inneres zu sehen. So starb sie auch, klaglos, ihr eigenes Schicksal nicht erw├Ąhnend, in vollkommener Haltung. Sie legte ein Leben ab, das sich innerlich erf├╝llt hatte, unber├╝hrt von Urteil und Mitteilung."


3. Die Studienzeit


Als Zwanzigj├Ąhriger begann Jung sein Medizinstudium an der Universi├Ąt von Basel. Ein Jahr sp├Ąter starb der Vater, und die Mutter zog mit ihm und seiner Schwester in die Baselbieter Vorortsgemeinde Binningen, in ein Haus bei der Bottminger M├╝hle.

Schwerwiegende finanzielle Probleme stellte die Fortsetzung des Studiums in Frage. Ein Onkel stellte ihm dann einen Teil des Geldes zur Verf├╝gung, den Rest verdiente er sich mit arbeiten, und so konnter er sein Studium weiterf├╝hren. Die Studienzeit war eine sehr sch├Âne Zeit f├╝r Jung. Voll von Freundschaften und Erlebnissen. W├Ąhrend dieser Zeit hielt er einige Vortr├Ąge ├╝ber theologische und psychologische Themen.

Gespr├Ąche und Diskussionen gaben ihm wertvolle Anregungen. Meist gelang es Jung vortrefflich, den ungeb├Ąrdigen Chorus von f├╝nfzig bis sechzig Studenten aus allen Fakult├Ąten geistig zu dominieren und in spekulative Zonen hin├╝berzuzaubern, die weitaus den meisten von ihnen ein fremdes Wunderland waren. Der eigenwillige Outsider Jung hielt zeitweilen alles unter seinem geistigen Daumen was ihm sehr gut gefiel.

4 Okkultismus und Parapsychologie


Unser Weltbild entspricht nur dann der Wirklichkeit, wenn auch das Unwahrscheinliche darin seinen Platz hat.

Dies schreibt C.G. Jung am Anfang des Kapitels Okkultismus und Parapsychologie, ein sehr beieindruckendes Kapitel, wenn man daran glaubt. Von 1895 bis 1899 f├╝rte Jung mit seiner Cousine Helene Preiswerk, spiritistische Experimente durch. Dies war damals nichts Aussergew├Âhnliches, denn Tischr├╝cken, Mediumismus, Geistersehen und Aehnliches waren sehr in Mode.

Einige Zeit vor Beginn der Experimente ereignete sich bei Jung zu Hause zwei Spukph├Ąnomene. Die Platte eines runden Esstisches aus Nussbaumholz, ein altes Familienerbst├╝ck, zeriss mit lautem Knall, und etwa zwei Wochen sp├Ąter zersprang mit ├Ąhnlichen explosionsartigem Knall ein Brotmesser in der Schublade des Buffets in vier Teile. Es befindet sich noch heute im Besitz der Familie Jung.

Helene Preiswerk war das elfte Kind von f├╝nfzehn Geschwistern. In den Sitzungen mit ihrem Vetter fiel das junge M├Ądchen in Trance, und Phantasiegestallten sprachen aus ihr.

Ueber die Ereignisse seiner Untersuchungen schrieb Jung sp├Ąter seine Doktordissertation: "Zur Psychologie und Pathologie, sogenannter okkulter Ph├Ąnomene". Helena Peiswerk starb mit dreissig Jahren. Jung bezeichnete sie als eine Fr├╝hvollendete. Anscheinend, so f├╝hrte er aus, waren die in Tranceaussagen zu Wort gekommen ├╝berlegen weibliche Gestalten mit einer reiferen Pers├Ânlichkeit. Diese hatten die innere Entwicklung vorgezeichnet. Als er das Wintersemester 1902 - 03 in Paris bei Pierre Janet studierte, traf er seine Cousine noch einmal an. Er lud sie in die Oper ein, aber von Spiritismus war nicht mehr die Rede. Bis in sein hohes Alter hat sich Jung mit Fragen des "Okkultismus" oder wie es bald hiess, der "Parapsychologie" besch├Ąftigt.


Er sagte einmal:

"Die irrationale F├╝lle des Lebens hat mich gelernt, nie etwas zu verwerfen, auch wenn es gegen alle unsere Theorien verst├Âsst oder sich sonstwie als unerkl├Ąrlich erweisst. Man ist dadurch zwar beunruhigt; man ist nicht ganz sicher, ob der Kompass richtig zeigt, aber in Sicherheit, Gewissheit und Ruhe macht man keine Entdeckungen.






5. Das Burgh├Âlzli


Die Jahre am Burgh├Âlzli, der Psychatrischen Universit├Ątsklinik von Z├╝rich, waren meine Lehrjahre. Im Vordergrund meines Interssens und meines Forschens stand die Frage: was geht in den Geistenskranken vor? Unter meinen Kollegen befand sich niemand, der sich um dieses Problem gek├╝mmert hat.

Nachdem Jung sein Medizinstudium an der Universit├Ąt von Basel im Juli 1900 beendet hatte, entschloss er sich f├╝r den Beruf des Psychiaters und ├╝bernahm am 10. Dezember 1900 die Stelle des Assistenten von Prof. Dr. Eugen Bleuler, Professor f├╝r Psychiatrie and der Universt├Ąt Z├╝rich und Direktor der Heilanstalt Burgh├Âlzli. Jung sprach sp├Ąter von diesem Augenblich als von einem "Eintritt ins Weltkloster", er habe sich damals w├Ąhrend eines halben Jahres "wie in Klostermauern eingeschlossen", um sich an das Leben und den Geist einer Irrenanstalt zu gew├Âhnen. Neben seiner t├Ąglichen praktischen Arbeit las er die f├╝nfzig B├Ąnder der "Allgemeinen Zeitschrift f├╝r Psychiatrie"; er wollte verstehen, wie der menschliche Geist auf seine Zerst├Ârung reagiert. Was ihn vor allem besch├Ąftigte, war die Suche nach dem Sinn der psychotischen Aeusserungen; es lag ihm daran, die oft skurrilen Sprachgebilde, die Wahnideen und stereotypen Gesten zu verstehen und aufgrund des Sinngehaltes den lebensgeschichtlichen Hintergrund der Krankheit zu erhellen. Die Ergebnisse seiner Forschungen stellte er in den beiden Schriften "Ueber die Psychologie der Dementia Praecox" und "Der Inhalt der Psychose" dar. Durch die Besch├Ąftigung mit den Patienten wurde ihm klar, dass Verfolgungsideen und Halluzinationen einen Sinnkern enthalten. Eine Pers├Ânlichkeit steht dahinter, eine Lebensgeschichte, ein Hoffen und ein W├╝nschen. Es wurde ihm zum ersten Mal deutlich, dass in der Psychose eine allgemeine Pers├Ânlichkeitspsychologie verborgen liegt, dass sich auch hier die alten Menschheitskonflikte wiederfinden. Auch in Patienten, die stumpf und apatisch oder verbl├Âdet wirken, geht mehr und Sinnvolleres vor, als es den Anschein hat.


Im Grunde genommen, entdecken wir im Geisteskranken nichts Neues und Unbekanntes, sondern wir begegnen dem Untergrund unseres eigenen Wesens. Diese Einsicht war f├╝r C.G. Jung ein m├Ąchtiges Gef├╝hlserlebnis. Die Jahre am Burgh├Âlzli waren entscheidend f├╝r Jungs sp├Ątere Entwicklung. Zu dieser Zeit lernte er auch seine sp├Ątere Frau Emma Rauschenbach kennen und lieben. Die beiden heirateten im Jahre 1903. Ich werden dann sp├Ąter noch n├Ąher auf die Familie von Jung eingehen.








6. Sigmund Freud


Freud war ein grosser Mann und, was noch mehr ist, ┬ž ein Ergriffener.

In den Jahren seiner Bem├╝hung um die Psychologie der Geisteskrankheiten wurde die Bekanntschaft mit den Schriften Freuds f├╝r Jung zu einer wesentlichen Erfahrung. Freud hatte durch seine grundlegenden Untersuchungen ├╝ber die Psychologie der Hysterie und der Tr├Ąume erstmals den psychologischen Gesichtpunkt in die Psychatrie gebracht. Es war vor allem seine Schrift "Die Traumdeutung", welche Jung beeindruckte. 1909 hielt Freud in Paris ├╝ber dieses Werk einen Vortrag. Jung sagte dar├╝ber sp├Ąter, dass es f├╝r die damals jungen Psychiater eine Quelle der Erleuchtung war, w├Ąhrend es f├╝r die Aelteren ein Gegenstand des Spottes war.

1906 sandte Jung sein Buch "Ueber die Psychologie der Dementia Praecox" (sp├Ąter als Schizophrenie bezeichnet) als einen eigenen Beitrag zur Psychologie der Geisteskrankheiten an Freud. Freud war sehr beeindruckt von der Leistung Jungs und im Februar 1907 fand die erste Begegnung, nach einem ausgiebigen Briefwechsel mit Freud statt. Die zwei verstanden sich auf anhieb sehr gut und sprachen beim ersten Treffen w├Ąhrend 13 Stunden miteinander. Freud war der erste wirklich bedeutende Mann, dem er begegnete. Kein anderer Mensch, mit der Erfahrung die er damals besass, konnte sich mit Freud messen. Er bezeichnete ihn als ausserordentlich intelligent, scharfsinnig und in jeder Beziehung bemerkenswert. Und doch blieben seine ersten Eindr├╝cke von Freud unklar, zum Teil auch unverstanden. Freuds Theorie ├╝ber die fr├╝hkindliche Sexualit├Ąt beeindruckte ihn stark.

Trotzdem konnten Freuds Worte seine Bedenken und Zweifel nicht beheben. Jung versuchte Freud seine Bedenken zu erkl├Ąren, aber jedesmal hielt Freud ihm seinen Mangel an Erfahrungen entgegen.

1909 verliess Jung die Klinik Burgh├Âlzli wegen zu grosser Belastung durch seine ambulante Praxis in K├╝snacht. Im gleichen Jahr wurden Jung und Freud an die Clark University, Worcester, Massachusetts, eingeladen. Jung hielt Vorlesungen ├╝ber das Assoziationsexperiment, Freud ├╝ber eine Darstellung der Psychoanalyse. Neben Meinungsverschiedenheiten auf sachlichem Gebiet; ├╝ber Auffassung der Religion, der Sexualit├Ąt und der Deutung von Tr├Ąumen, traten Spannungen in der Beziehung auf.

Freud hatte wiederholt Anspielungen Jung gegen├╝ber gemacht, dass er ihn als seinen Nachfolger betrachte. Diese Andeutung war Jung peinlich, den er wusste, dass er nie imstande sein w├╝rde, Freuds Ansichten sozusagen korrekt, d.h. in seinem Sinne zu vertreten. Jung wollte seine geistige Unabh├Ąngigkeit nicht opfern.

1912 erschien Jungs Buch "Wandlungen und Symbole der Libido". Es enth├Ąlt die psychologische Deutung der Phantasie einer jungen Amerikanerin vor dem Ausbruch einer Psychose. Die Publikation dieses Buches f├╝hrte zum Bruch zwischen Freud und Jung. Jung erlebte die Trennung aber auch als ein Opfer. Jung rechnete von Anfang an damit, mit der Ver├Âffentlichung dieses Buches die Freundschaft mit Freud zu riskieren. Zwei Monate konnte er keine Feder anr├╝hren und war von dem Konflikt gequ├Ąlt: Soll ich verschweigen, was ich denke, oder soll ich die Freundschaft riskieren. Schliesslich entschloss er sich zu schreiben und verlor mit dieser Entscheidung die Freundschaft mit Freud.


7. Die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten


Die Erkenntnisse, um die es mir ging oder die ich suchte, waren in der Wissenschaft jener Tage noch nicht anzutreffen. Ich musste selber die Urerfahrung machen und musste ├╝berdies versuchen, das Erfahrene auf den Boden der Wirklichkeit zu stellen.

Nach der Trennung von Freud begann f├╝r Jung eine Zeit der Unsicherheit und Desorientiertheit und zugleich befand er sich auf der Suche nach einem eigenen psychologischen Standpunkt, der nicht nur f├╝r ihn selbst, sondern auch f├╝r seine Patienten G├╝ltigkeit bes├Ąsse.

1913 trat er nach achtj├Ąhriger T├Ątigkeit als Privatdozent an der Universit├Ąt Z├╝rich zur├╝ck. Jung f├╝hlte, dass er zuerst eine neue und ganz andere Orientierung finden m├╝sste, und dass es unfair w├Ąre, in einer aus lauter Zweifeln bestehenden Geistesverfassung, zu versuchen jungen Studenten etwas beizubringen. Damals begann Jung ein "Selbstexperiment", in welchem er die aus dem Unbewussten auftauchenden Phantasien und Inhalte zu fassen, zu verstehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Es war eine Art Meditation, die oft von starken Emotionen begleitet war. Wider Erwarten stellte sich heraus, dass keine Phantasie, keines der zahlreichen Bilder, keine Figur, sich auf personalistisch - biographisches Erleben zur├╝ckf├╝hren liesse. Es waren Inhalte mythischer Natur, die einer unpers├Ânlich - psychischen Sph├Ąre entstammten. Erst nach sechs Jahren kam das Experiment zum Abschluss. Die Niederschrift seiner Erfahrungen bildeten den Inhalt des "Roten Buches", welches Jung mit seinen eigenen Zeichnungen illustrierte. Eine besondere Rolle spielte die Phantasiefigur eines alten Mannes, den Jung "Philemon" nannte und mit dem er lange Gespr├Ąche f├╝hrte.

"Philemon sprach Dinge aus, die ich nicht bewusst gedacht hatte. Ich nahm genau wahr, dass er es war, der redete und nicht ich." -
"Psychologisch stellte Philemon eine ├╝berlegene Einsicht dar. Manchmal kam er mir fast wie physisch real vor. er war mir das, was die Inder als Guru bezeichnen. Philemon und andere Phantasiegestalten brachten mir die entscheidende Erkenntnis, dass es Dinge in der Seele gibt, die nicht ich mache, sondern die sich selber machen und ihr eigenes Leben haben. Philemon stellte eine Kraft dar, die ich nicht war."

Dies bedeutete die Entdeckung der Autonomie psychischer Faktoren, welche f├╝r Jungs Psychologie des Unbewussten von gr├Âsster Bedeutung wurde. Weiter erz├Ąhlte er ├╝ber seine Entdeckung:

"Die Jahre, in denen ich den inneren Bildern nachging, war die wichtigste Zeit meines Lebens, in der sich alles Wesentliche entschied. Damals begann es, und die sp├Ąteren Einzelheiten sind nur Erg├Ąnzungen und Verdeutlichungen. Meine gesamte sp├Ątere T├Ątigkeit bestand darin, das auszuarbeiten, was in jenen Jahren aus dem Unbewussten aufgwbrochen war und mich zun├Ąchst ├╝berflutete. Es war der Urstoff f├╝r ein Lebenswerk. von da an geh├Ârte mein Leben der Allgemeinheit. Es hat mich sozusagen 45 Jahre gekoste, um die Dinge, die ich damals erlebte und niederschrieb, in dem Gef├Ąss meines wissenschaftlichen Werkes einzufangen. Mein Werk ist ein mehr oder weniger gelungenes Bem├╝hen, diese heisse Materie in die Weltanschauung meiner Zeit einzubauen."


8. Psychotherapie


Der Arzt muss der Natur als F├╝hrerin folgen und was er dann tut, ist weniger Behandlung als vielmehr Entwicklung der im Patienten liegenden sch├Âpferischen Keimen!


Aus den Erfahrungen der eigenen Auseinandersetzungen mit dem Unbewussten entwickelte Jung die Technik der aktiven Imagination in der analytischen Behandlung. Seine Experimente verschafften ihm die Erkenntnis, wie hilfreich es vom therapeutischen Gesichtpunkt aus ist, die hinter den Emotionen liegenden Bilder bewusst zu machen. Diese Bewusstmachung geschieht meist durch Deutung der Tr├Ąume, kann aber durch die aktive Imagination wesentlich vertieft werden. Es handelt sich dabei um eine bewusste Versenkung ins Unbewusste, dessen Inhalte beobachtet, dargestellt und meditiert werden. Sie werden gemalt, modelliert, gelegentlich getanzt oder in Phantasieserien als Handlungen oder Gespr├Ąchen mit den inneren Figuren aufgezeichnet.

"Denken Sie sich z.B. eine Phantasie aus", riet Jung, "und gestalten Sie sie mit allen Ihnen zur Verf├╝gung stehenden Kr├Ąften. Gestalten Sie sie, als w├Ąren Sie selbst die Phantasie oder geh├Ârten zu ihr, so wie Sie eine unentrinnbare Lebenssituation gestalten w├╝rden. Alle Schwierigkeiten, denen Sie in einer solchen Phantasie begegnen, sind symbolischer Ausdruck f├╝r Ihre psychischen Schwierigkeiten."

Oftmals leitet die aktive Imagination die Heilung einer Neurose ein, denn sie baut Br├╝cken zwischen dem Bewusstsein und bisher unannehmbaren Inhalten des Unbewussten. Die Bilder des Unbewussten sind Selbstdarstellungen psychischer Lebensprozesse, die durch die Imagination aus Erstarrung oder Verdr├Ąngung befreit werden k├Ânnen. Im Gegensatz zum passiven Traumgeschehen kann oder soll hier das ICH aktiv und mitgestaltend eingreifen. Die aktive Imagination ist ein Werk der sch├Âpferischen Phantasie. Die sch├Âpferische Best├Ątigung der Einbildungskraft entreisst den Menschen seiner Gebundenheit im "Nichtals" und versetzt ihn in den Zustand eines Spielenden, denn der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Zu einem Erfolg f├╝hrt die aktive Imagination nur dann, wenn sie nicht als Ersatz f├╝r gelebtes Leben oder Flucht vor der Leistung des Bewusstsein dient. Das Unbewusste funktioniert aber nur befriedigend, wenn das Bewusstsein seine Aufgaben bis zum Rande der M├Âglichkeit erf├╝llt.

Jung ├╝ber die Frage der Psychotherapie:

"F├╝r mich gibt es dem Individuum gegen├╝ber nur das individuelle Verstehen. F├╝r jeden Patienten braucht man eine andere Sprache. So kann man mich in einer Analyse auch adlerianisch oder freudianisch sprechen h├Âren. Der entscheidene Punkt ist, dass ich als Mensch einem anderen Menschen gegen├╝berstehe. Die Analyse ist ein Dialog, zu dem zwei Partner geh├Âren. Arzt und Patient sitzen einander gegen├╝ber - Aug in Auge."
"In der Neurose steckt in Wirklichkeit ein St├╝ck noch unentwickelte Pers├Ânlichkeit, ein kostbares St├╝ck Seele, ohne welches der Mensch zu Resignation, zur Bitterkeit und sonstigen Lebensfeindlichkeiten verdammt ist. Die Neurosenpsychologie, die nur das Negative sieht, sch├╝ttet das Kind im Bade aus." " Das Hauptinteresse meiner Arbeit liegt nicht in der Behandlung von Neurosen, sondern in der Ann├Ąherung an das Numinose. es ist jedoch so, dass der Zugang zum Numinosen die eigentliche Therapie ist, und insoweit man zu den numinosen Erfahrungen gelangt, wird man vom Fluch der Krankheit erl├Âst.

Bei jeder tiefergehenden analytischen Psychotherapie wird das Uebertragungsproblem konstelliert. Es steht im Zentrum der analytischen Behandlung, denn in der Beziehung zum "Du" dr├╝ckt sich die menschliche Ganzheit aus, und "die Seele lebt nur aus der menschlichen Beziehung."

Als w├Ąhrend des ersten vielst├╝ndigen Gespr├Ąches zwischen Freund und Jung eine Pause eintrat, fragte Freud ganz unvermittelt: "Und was denken Sie von der Uebertragung?" Aus tiefster Ueberzeugung antwortete Jung, er hielte sie f├╝r das A und O der analytischen Methode, worauf Freud sagte: "Dann haben Sie die Hauptsache verstanden."

Das Wesentliche der Uebertragung besteht darin, dass der Artz an die Stelle einer Person der Kindheit gesetzt wird und dass aus dieser Projektion eine lebendige Beziehung entsteht. In der Uebertragungssituation stellen sich Arzt und Patient in den Dienst der Individuation als eines ├╝berpers├Ânlichen Zieles. Kein Individuation vollzieht sich ohne Bezogenheit auf einen anderen Menschen. So hat auch der Individuationsprozess zwei prinzipielle Aspekte: Einerseits ist er ein interner, subjektiver Integrationsvorgang, anderseits aber ein ebenso unerl├Ąsslicher objektiver Beziehungsvorgang. Das eine kann ohne das andere nicht sein, wennschon bald das eine, bald das andere mehr im Vordergrund steht.











9. Familie und Haus


Gerade in der Zeit, als ich an den Phantasien arbeitete, brauchte ich einen Halt in "dieser Welt". Es war mir notwendig, auch ein selbstverst├Ąndliches rationales Leben zu f├╝hren, als Gegengewicht zu der fremden Innenwelt. So waren meine Familie immer eine begl├╝ckende Realit├Ąt.

Emma Jung (1882 - 1955) stammte aus der Industriellenfamilie Rauchenbach in Schaffhausen. Als Jung sie das erstemal fl├╝chtig erblickte, wusste er, dass sie seine Frau werden wird. Das klingt wie eine freundliche Anekdote, aber in Jungs leben sind meist die Anekdoten der Wahrheit am n├Ąchsten. Sechs Jahre sp├Ąter (1903) fand die Hochzeit statt. Ihre Kinder sprechen noch heute in Liebe und Verehrung von der Mutter. Im Laufe der Jahre wurden 5 Kinder geboren. Agathe (1904), Gret (1906), Franz (1908), Marianne (1910) und Helene (1914). Emma Jung war eine stille, kluge und in sich geschlossene Pers├Ânlichkeit. Ernst und spontane Fr├Âhlichkeit verbanden sich in ihrem Wesen und sie beeindruckte durch eine innere Ruhe, welche das oftmals vulkanische Temperament C.G. Jungs auf das sch├Ânste kompensierte. Man kannte sie als ideale Gastgeberin in dem Hause, wo die Freunde der Eltern und der Kinder ein und aus gingen. in ihrem Sinn f├╝r Realit├Ąt zeigte sie sich ihrem Manne ├╝berlegen und war ihm darum in vielen Dingen eine unentbehrliche Hilfe. Obwohl sie durch ihre Aufgaben in der Familie und in dem grossen Hause reichlich in Anspruch genommen wurde, lernte sie Mathematik, Latein und Griechisch und widmete sich w├Ąhrend Jahrzehnten dem Studium altfranz├Âsischer Texte.

Im Juni 1909 bezog die Familie Jung ein eigenes Haus in K├╝snacht. Das haus wird heute von den Familien seines Sohnes und eines seiner Enkel bewohnt. Bevor Jung den Turm in Bollingen baute, ich werde sp├Ąter darauf eingehen, verbrachte er w├Ąhrend einigen Jahren die Ferien mit Frau und Kindern auf der Insel vor der M├╝ndung des Linthkanals beim Z├╝rcher Obersee.

Dort f├╝hrte sie ein richtiges R├Ąuber - und Indianerleben. Sie hausten in Zelten, und zwei Segelschiffe, ein Ruderboot und ein Kanu standen zur Verf├╝gung. Das Essen wurde in Schmerikon eingekauft und zum Holzsammeln ging es in den Wald und das Wasser wurde aus dem See gesch├Âpft. Die Ferien auf der Insel waren jedesmal ein grosses Erlebnis, sowohl f├╝r die Kinder wie f├╝r den Vater; denn er spielte mit und war ganz dabei und f├╝rchtete niemals, seine Autorit├Ąt zu verlieren. Die Jungs waren auf jeden Fall eine sehr gl├╝ckliche Familie.









10. Seine Reisen


Die Begegnung mit fremden Kulturen, die grossen Reisen nach Nordafrika, zu den Indianern in Neu - Mexiko, nach Zentralafrika und schliesslich nach Indien ├╝bten einen entscheidenden Einfluss auf Jung aus.


Nordafrika


Im M├Ąrz 1920 begleitete Jung einen Freund ├╝ber Algier nach Tunis und Sousse. Allein fuhr er von dort nach dem s├╝dlich gelegenen Dfax und in die Oasenstadt Tozeur. Er war nun endlich dort, wohin er sich oft genug gesehnt hatte, n├Ąmlich in einem nichteurop├Ąischen Land, wo keine europ├Ąische Sprache gesprochen wurde und keine christlichen Voraussetzung herrschten, wo eine andere Rasse lebte und eine andere historische Tradition und Weltanschauung das Gesicht der Menge pr├Ągte. Er hatte sich oft gew├╝nscht, den Europ├Ąr einmal von aussen zu sehen, gespiegelt in einem in jeder Hinsicht fremden Milieu. Und dies fand er in Nordafrika. Es waren tiefliegende, bisher unreflektierte und von westlichen "Fortschritte" zugedeckte seelische Inhalte, die ihm bewusst wurden.


Die Pueblo - Indianer


1925 besuchte Jung mit amerikanischen Freunden die Indianer New - Mexikos, und zwar die st├Ądtebauenden Pueblos. Aber in wirklichkeit gab es nur D├Ârfer. Die Siedlungen lagen auf der weiten Hochebenen von Taos, etwa 2300 Metern ├╝ber dem Meer, von der sich die Gipfel alter Vulkane bis zu 4000 Metern erheben.

Jungs grosse Erfahrung dieser Reise war die Begegnung mit einem H├Ąuptling der Taos - Pueblos, einem Mann zwischen vierzig und f├╝nfzig Jahren. Wenn sich Jung je gew├╝nscht hatte, Klarheit zu gewinnen ├╝ber den weissen Mann, so erf├╝llte es sich in diesem Gespr├Ąch, wenn auch auf erschreckende Weise. Der H├Ąuptling sagte wie grausam die weissen aussehen. Ihre Lippen sind d├╝nn, ihre Nasen spitz, ihre Augen haben einen starren Blick, sie suchen immer etwas. Was suchen sie? Die Weissen wollen immer etwas, sie sind immer unruhig und ratlos.

Wir wissen nicht, was sie wollen. Wir verstehen sie nicht. Wir glauben, dass sie verr├╝ckt sind. "Sie seien verr├╝ckt, meinter der H├Ąuptling, weil sie sagen, dass sie mit dem Kopf denken, w├Ąhrend die Indianer mit dem Herzen denken.

Jung war betroffen. Die lange Reihe blutiger Ereignisse im Namen der Zivilisation und Religion des weissen Mannes kam ihm in den Sinn. Damit hatter er genug. Was wir als Kolonisation, Heidenmission, Ausbreitung der Zivilisation bezeichnen, hat noch ein anderes Gesicht, ein Raubvogelgesicht, das mit grausamer Konzentration nach ferner Beute sp├Ąht, ein Gesicht, das einen Geschlechtes von See - und Landr├Ąuber w├╝rdig ist. Alle die Adler und sonstigen Raubtiere, die unsere Wappenschilder zieren, schienen ihm passende psychologische Exponenten unserer wahren Natur zu sein.

Es g├Ąbe noch viel ├╝ber seine Reisen zu berichten, doch auf allen seinen Reisen wurde ihm etwa immer das Gleiche best├Ątigt, wie der Europ├Ąr von Aussen in einer anderen Kultur ist.


11. Der Turm


Seit er sich entschlossen hatte, ein Haus zu bauen, stand f├╝r Jung fest, dass er am Wasser bauen w├╝rde. Der eigenartige Charme des Ufers am Z├╝richsee hatte ihn schon seit jeher fasziniert, und so kaufte er 1922 das Land in Bollingen. Die einzelnen Geb├Ąudeteile entstanden in mehreren Bauetappen.

Der Bau des ersten Turmes hatte 1923, zwei Monate nach dem Tod der Mutter begonnen. Jung hat ihn mit zwei italienischen Arbeitern selbst aufgebaut. 1956, ein Jahr nach dem Tod seiner Frau, war der gesamte Bau vollendet. W├Ąhrend das Haus in K├╝snacht der Welt und den Menschen offenstand, zog sich Jung hier in die Stille und das Schweigen zur├╝ck. Im Alter verbrachte er fast die H├Ąlfte des Jahres in seinem Turm, arbeitend und ausruhend. Eine weisse oder farbige Fahne an einem improvisierten Mast auf dem Dach meldete, dass Besuch unerw├╝nscht sei. Dann herschte das Gesetz der Einsamkeit. Einsamkeit war f├╝r ihn eine Heilquelle, die ihm das Leben lebenswert machte.


12. Ueber das Leben nach dem Tode


Das sogenannte Leben ist eine kurze Episode zwischen zwei grossen Geheimnissen, das doch nur eines ist.

Jung hatte seine Gedanken ├╝ber den Tod als pers├Ânliche Auffassung formuliert. Es ging ihm nicht um objektiv g├╝ltige Aussagen, vielmehr lagen ihnen eigene Erfahrungen zugrunde, und er folgte dem Strom der in ihm aufsteigenden seelischen Bildern.

Der Mensch muss sich dar├╝ber ausweisen k├Ânnen, dass er sein m├Âglichstes getan hat, sich eine Auffassung ├╝ber das Leben zu machen und sei es mit dem Eingest├Ąndnis seiner Ohnmacht. Wer das nicht tut, hat etwas verloren. Es gab nur einen Gedanken, den Jung als wissenschaftlichen Beitrag zum Problem des Todes, oder eines Lebens nach dem Tode, betrachtete. Er leitete ihn ab aus der Tatsache, dass die Seele, zu einem Teil wenigstens, in eine Sp├Ąre relativer oder absoluter Raum - und Zeitlosigkeit reicht. Aus der Tatsache, dass die Seele schon in diesem bewussten Leben in eine relativ unausgedehnte und zeitlose Sph├Ąre reicht, schloss Jung auf einen Zusammenhang zwischen dem, was im allgemeinen Sprachgebrauch als Diesseits und als Jenseits bezeichnet wird. Es scheint, als sei das Leben ein Zwischenspiel in einer langen Geschichte. Sie bestand schon, bevor ich war, und wird auch witerhin bestehen.

1944 hatte sich Jung den Fuss gebrochen und einen Herzinfarkt erlitten. In Todesn├Ąhe hatte er Visionen, die ihn mit einer nicht beschreibenden Seeligkeit erf├╝llte. Aus allen diesen Gef├╝hlen, die auf ihn einst├╝rzten ├╝berwog jedoch letzten Endes das Gef├╝hl der tiefen inneren Ruhe. Von aussen gesehen und solange wir ausserhalb des Todes stehen, ist er von gr├Âsster Grausamkeit. Aber sobald man darinsteht, erlebt man ein so starkes Gef├╝hl von Ganzheit und Frieden und Erf├╝llung, dass man nicht mehr zur├╝ckkehren m├Âchte. Das Erlebnis der Todesn├Ąhe hatte Jung zu neuen Einsichten ├╝ber das Leben gef├╝hrt, vor allem ├╝ber die Bedeutung des Ja - Sagens zum Sein.

Schon lange vor seinem Tode hatte eine Zeit der Vorbereitung, eine Art R├╝ckzug in das innere Reich eingesetzt. Jung konnte auf sein Leben, das ihm unendlich viel an innerer und ├Ąusseren Erf├╝llung, aber auch an Ent├Ąuschung und Leiden gebracht hatte, mit Befriedigung zur├╝ckschauen.

Jung sagte kurz vor seinem Tod: " Ich bin zufrieden, dass mein Leben so gegangen ist. Wie h├Ątte ich so viel erwarten k├Ânnen? Es waren lauter nicht zu erwartende Dinge, die sich ereigneten. Manches h├Ątte vielleicht anders sein k├Ânnen, wenn ich selber anders gewesen w├Ąre. So war es aber, wie es sein musste; denn es ist dadurch so geworden, weil ich so bin, wie ich bin."

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