Charles Darwin

Charles Darwin wurde 1809 in Shrewsbury, England, geboren. Sein Vater war Arzt. Auch Charles Darwin begann ein Medizinstudiam. Auf Wunsch seines Vaters wechselte er zur Theologie √ľber H√§ufig besuchte er naturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen. Durch die Vermittlung eines Botanikprofessors erhielt er die Einladung, an einer Expedition mit dem Segelschiff Beagle teilzunehmen. Die Reise dauerte 5 Jahre.

Besonders faszinierte Darwin die Artenvielfalt der vorgefundenen Tier- und Pflanzenwelt. Auf den Galapagosinseln westlich von S√ľdamerika fiel ihm eine Gruppe von Finkenv√∂geln auf die nur dort vorkamen. Obleich sie einander √§hnelten. geh√∂rten sie offensichtlich verschiedenen Arten an. Dies brachte ihn auf den Gedanken einerEvolution der Lebewesen. Ver√∂ffentlicht hat Darwin seine Theorie in den Werken On the Origin ofSpecies byMeans of NaturalSelection"(1859) und,,The Descent ofMan, and Selection in Relation to Sex (Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl', 1871)". Er wurde in der √Ėffentlichkeit heftig angegriffen, aber viele Wissenschaftler stimm ten ihm zu. 1882 starb Darwin.

Darwins Aufgabe als Naturforscher an Bord der Beagle ermöglichte ihm, die unterschiedlichen geologischen Formationen der verschiedenen Kontinente und Inseln sowie eine Vielzahl lebender Organismen und Fossilien zu untersuchen.

Damals waren die meisten Geologen Anh√§nger der Katastrophentheorie, der zufolge die Entwicklung im Laufe der Erdgeschichte, beispielsweise die Entstehung neuer Tier- und Pflanzenarten, durch Naturkatastrophen und anschlie√üende Neusch√∂pfungen erkl√§rt wurde. Die Vertreter dieser Theorie waren von dem biblischen Bericht √ľber die Sintflut stark beeinflu√üt und hielten sie f√ľr die j√ľngste derartige Katastrophe, die alles Leben vernichtet hatte, mit Ausnahme der Lebensformen, die Noah mit in die Arche genommen hatte. Fr√ľhere Formen seien nur als Fossilien √ľberliefert. Sie gingen davon aus, dass alle Arten einzeln geschaffen und f√ľr alle Zeit unver√§nderlich waren.

Der englische Geologe Sir Charles Lyell widerlegte in seinem zweib√§ndigen Werk Principles of Geology (1830-1833) die bis dahin akzeptierte Katastrophentheorie - jedoch nicht die Auffassung von der Unver√§nderlichkeit der Arten. Lyell war der Begr√ľnder des Aktualismus, nach der Kr√§fte und Erscheinungen der Vorzeit mit heutigen Beobachtungen √ľbereinstimmen. Er vertrat die Ansicht, dass sich die Erdoberfl√§che infolge nat√ľrlicher Kr√§fte, die √ľber lange Zeit in derselben Weise auf sie einwirken, st√§ndig ver√§ndert.

An Bord der Beagle stellte Darwin fest, dass viele seiner eigenen Beobachtungen mit Lyells aktualistischer Auffassung √ľbereinstimmten. Andererseits zweifelte er aufgrund seiner Beobachtungen an fossilen und lebenden Pflanzen und Tieren Lyells Auffassung an, dass jede Art einzeln geschaffen sei. Er stellte beispielsweise fest, dass Fossilien ausgestorbener Arten √Ąhnlichkeiten mit lebenden Arten desselben geographischen Bereichs aufwiesen.

Vor allem der Aufenthalt auf den Gal√°pagos-Inseln vor der K√ľste Ecuadors f√ľhrte ihn zum Studium √ľber die Entstehung von Arten. Dort beobachtete er, dass es auf jeder Insel eine eigene Art von Schildkr√∂ten, Spottdrosseln und Darwinfinken gab; diese waren zwar eng verwandt, unterschieden sich jedoch von Insel zu Insel in ihrem K√∂rperbau und ihren Nahrungsspezialisierungen. Diese beiden Beobachtungen f√ľhrten Darwin zu der Frage, ob verschiedene, einander √§hnliche Arten aus einer gemeinsamen Stammform hervorgegangen sein k√∂nnten.

Selektionstheorie

Selektionstheorie, zur wiss. Fundierung der Deszendenztheorie von C.R. Darwin begr√ľndete und dem Darwinismus zugrundeliegende Theorie, die auf dem Ausleseprinzip (Selektionsprinzip) beruht:

1.Die Lebewesen auf der Erde bringen eine gewaltige Menge an Nachkommen hervor, von denen viele vor Erlangung der Geschlechtsreife zugrunde gehen.

2. Die Nachkommen der Lebewesen weisen Unterschiede auf; manche dieser Variationen sind erblich.

3.Im st√§ndigen Konkurrenzkampf (Kampf ums Dasein) bleiben diejenigen Individuen am Leben und k√∂nnen sich vermehren, die besser an die jeweils herrschenden Bedingungen angepa√üt sind; es kommt zu einer (nat√ľrl.) Auslese (Selektion) unter den Individuen einer Population.

4. R√§uml. (geograph.) Barrieren (z.)B. Wasserfl√§chen) zw. verschiedenen Populationen einer Art f√ľhren zu isolierten Entwicklungsabl√§ufen. Es bilden sich bes. Rassen aus, die zu neuen, nicht mehr untereinander fortpflanzungsf√§higen Arten werden k√∂nnen.

5. Im Verlauf der Weiterentwicklung der Lebewesen kann auch der Zufall Bedeutung erlangen.

Arten wandeln sich

Lamarck (1744-1829)

Woher kamen die neuen Pflanzen-und Tierarten? Der französische Naturforscher Jean-Baptiste de Lamarck hatte um 1800 unterschiedlich alte Fossilien aus der Umgehung von Paris untersucht und festgestellt, dass sich viele Lebewesen im Laufe der Erdgeschichte verändert hatten. Daraus gewann er die Überzeugung, dass aus vorhandenen Arten neue Arten entstehen können. Immer mehr Wissenschaftler schlossen sich dieser Meinung an. Diese Vorstellung. die damals revolutionär anmuten musste, wurde nun als ,,stammesgeschichtliche Entwicklung.' und ,,Evolution der Lebewesen " bekannt. Lamarck glaubte, auch die Ursachen ftir solche Veränderungen gefunden zu haben:

- Organe, die häufig gebraucht werden, entwickeln sich stärker.

- Wenig gebrauchte Organe bilden sich w√§hrend des Lebens zur√ľck. Falls es m√∂glich w√§re, dass im Laufe des Lebens erworbene Eigenschaftten an die Nachkommen vererbt werden, k√∂nnten √ľber viele Generationen hinweg neue Arten entstehen Bis heute gibt es allerdings keinen Hinweis darauf, dass erworbene Eigenschaften vererbbar sind.

Darwin (1809-1882)

Wie Lamarck war auch der Engl√§nder Charles Darwin der Ansicht, dass sich Arten im Laufe der Zeit ver√§ndem. Davon hatten ihn vor allem Beobachtungen √ľberzeugt, die er w√§hrend einer 5 Jahre dauernden Weltreise sammeln konnte.

Im Gegensatz zu Lamarck gab Darwin eine andere, bis heute anerkannte Erklärung, wie es zur Entstehung neuer Arten kommen kann:

Pflanzen und Tiere bringen in der Regel mehr Nachkommen hervor als n√∂tig w√§re, um die Eltern zu ersetzen. Die Nachkommen wiederum unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen, die weitervererbt werden. Diejenigen Nachkommen, die besser an die Umwelt angepa√üt sind, haben gr√∂√üere Chancen, selbst wieder Nachkommen zu haben. Daher vererben sie ihre positiven Eigenschaften weiter. Darwin bezeichnete dies als ,,nat√ľrliche Zuchtwahl".

On the Origin of Species

by Me ans of Natural Selection

Nat√ľrliche Zuchtwahl oder √úberleben des T√ľchtigsten

Ich bin fest √ľberzeugt, dass die Arten nicht unver√§nderlich, sondern dass die zu einer Gattung geh√∂renden die Nachkommen anderer, meist schon erloschener Arten, und dass die anerkannten Variet√§ten einer bestimmten Art Nachkommen dieser sind. Und ebenso fest bin ich √ľberzeugt, dass die nat√ľrliche Zuchtwahl das wichtigste, wenn auch nicht einzige Mittel der Ab√§nderung war.

Die nat√ľrliche Zuchtwahl kann einzig und allein zum Nutzen eines Wesens wirken, und wir sehen, dass sie auch Eigenschaften und Strukturen ber√ľcksichtigt, denen wir nur geringe Bedeutung zuschreiben. Wenn blattfressende Insekten gr√ľn und rindefressende Insekten graugesprenkelt sind, wenn das Alpenschneehuhn im Winter wei√ü ist und das schottische Schneehuhn die Farbe der Heide tr√§gt, so m√ľssen wir annehinen, dass diese Farben den Insekten und V√∂geln n√ľtzen, insofern sie sie vor Gefahren beh√ľten. W√§ren die Waldh√ľhner nicht in einer gewissen Zeit ihres Lebens vernichtenden Einfl√ľssen ausgesetzt, so m√ľssten sie sich riesig vermehren. Bekanntlich haben sie viel unter Raubv√∂geln zu leiden; der Habicht z. B. entdeckt seine Beute durch sein scharfes Auge, weshalb in manchen Gegenden Europas die Leute h√§ufig davor gewarnt werden, wei√üe Tauben zu halten. DieZuchtwahl d√ľrfte demnachdahin wirken, jeder Art von Waldhuhn eine eigent√ľmliche Farbe zu verleihen und diese, wenn sie einmal hergestellt ist, dauernd und rein zu erhalten...

Mutation. Auf einem Bauernhof in Clackmanshire, Schottland, wurde im Jahre 1961 eine ganz besondere Katze geboren. Anders als ihre Geschwister hatte sie keine stehenden, sondern seitlich abgeknickte Ohren. Diese ungew√∂hnliche Eigenschaft war durch eine pl√∂tzliche, spontane √Ąnderung in ihrem Erbgut entstanden. Man bezeichnet dies auch als Mutation. Mutationen im Erbgut werden an die Nachkommen vererbt. Auch die Jungen dieser Katze hatten Kippohren. So hatte sich eine neue Katzenrasse gebildet, die Schottische Faltohrkatze.

Bei allen Lebewesen kommen Mutationen vor. Im Jahre 1190 trat erstmals die Blutbuche, im Jahre 1836 die Trauerbuche auf. Sie entstanden durch Mutationen der Rotbuche.

Selektion. Manche Lebewesen, die durch eine Mutation neue Eigenschaften aufweisen, sind an ihre Umgebung besser angepa√üt ais ihre Artgenossen. Was das f√ľr Folgen haben kann, zeigt ein Beispiel aus England: Dort lebt der Birkenspanner, ein Nachtfalter. Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts gab es fast nur helle Exemplare mit grauen Fl√ľgeln. Tags√ľber ruhte der Falter an √Ąsten und St√§mmen, die mit grauen Flechten bewachsen waren. Dort war er gut getarnt und wurde von seinen Fre√üfeinden nur schwer erkannt.

Mit Einsetzen der Industrialisierung vor etwa 150 Jahren wurde die Luft in weiten Gebieten Großbritanniens verschmutzt. In der schlechten Luft sind die Flechten abgestorben, und die dunkle Rinde der Bäume kam zum Vorschein. Auf ihr wurde der helle Birkenspanner von den Vögeln leicht entdeckt und gefressen.

Nun gab es aber auch immer wieder Birkenspanner mit dunklen Fl√ľgeln. Diese Eigenschaft war durch eine Mutation entstanden. Auf der dunklen Baumrinde waren diese Falter schwer zu erkennen. Sie hatten bessere √úberlebenschancen und konnten sich ausbreiten. So findet man heute in Industriegebieten Englands die dunkle Form des Birkenspanners, in industriearmen Landschaften aber noch die helle Form.

Von der Umwelt h√§√ľgt es ab, ob sich eine Mutation f√ľr ein Tier als vorteilhaft erweist. Lebewesen mit einem ung√ľnstigen Merkmal (z. B. die helle Fl√ľgelfarbe) haben weniger Nachkommen als ihre Artgenossen. Dieses Merkmal wird also nach einiger Zeit verschwinden. Man spricht hier von Selektion.

Reaktionen auf die Theorie

Nach dem Erscheinen der Entstehung der Arten wurde Darwins Theorie von einigen Wissenschaftlern kritisiert. Sie forderten Beweise f√ľr seine Theorie und eine Erkl√§rung daf√ľr, wie die Information an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird. Dieser wissenschaftliche Einwand konnte erst mit dem Entstehen der modernen Genetik zu Beginn des 20. Jahrhunderts entkr√§ftet werden. Darwins Ideen wurden noch etwa f√ľnfzig bis achtzig Jahre angezweifelt. Die bekanntesten Angriffe gegen Darwins Gedanken kamen jedoch nicht von Wissenschaftlern, sondern von religi√∂s motivierten Gegnern. Der Gedanke, dass Lebewesen sich im Zuge nat√ľrlicher Prozesse entwickeln, widersprach der Vorstellung von der besonderen Sch√∂pfung des Menschen und stellte die Menschen scheinbar auf eine Stufe mit den Tieren; beide Gedanken standen im Widerspruch zu biblischen Berichten.

Spätere Jahre

In seinen sp√§teren B√ľchern - darunter The Variation of Animals and Plants Under Domestication (1868, Das Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication), The Descent of Man (1871, Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl) und The Expression of the Emotions in Animals and Man (1872, Der Ausdruck der Gem√ľthsbewegungen bei den Menschen und den Thieren) - ging er im Detail auf Probleme ein, die er im Ursprung der Arten nur in kurzen Abschnitten dargelegt hatte. Die Bedeutung seiner Arbeit wurde von seinen Zeitgenossen gew√ľrdigt; Darwin wurde im Jahre 1939 in die Royal Society (die britische Akademie der Wissenschaften) und 1878 in die franz√∂sische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Nach seinem Tod (am 19. April 1882) wurde Darwin in der Westminster-Abtei beigesetzt.

1657 Worte in "deutsch"  als "hilfreich"  bewertet