Die Bedeutung der Konferenz von Samos im Hinblick




Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Die Schlacht bei Mykale und das Verhalten der Ioner
3. Herodots Bericht ├╝ber die Konferenz von Samos
3.1 Verhandlungsgang und Ergebnis
3.2 Haltung und Motive Athens
3.3 Haltung und Motive Spartas bzw. der Peloponnesier
4. Fortgang der Operationen bis zur Belagerung von Sestos
5. Bedeutung der Konferenz von Samos
6. Quellenverzeichnis
7. Literaturverzeichnis


1. Einleitung

Das Jahr 479 v.Chr. brachte den im Hellenenbund von 481 zusammengeschlossenen Griechen au├čergew├Âhnliche und entscheidende milit├Ąrische Erfolge (Plataiai und Mykale) bei ihrem Kampf gegen den persischen Aggressor, es stellte sie jedoch gleichfalls vor einige schwer in allseitigem Einvernehmen zu l├Âsende Probleme. Einer dieser Hauptstreitpunkte war der in der Konferenz von Samos nach der Schlacht beim Mykalegebirge diskutierte Verbleib und die Behandlung der Insel - und Festlandsioner im kleinasiatischen Raum.
Es ist zu untersuchen, welche Ziele und Erwartungen die beiden Pole Athen und Sparta in der Konferenz verfolgten, ob und wie weit sie das Ergebnis der Besprechung und die darauf folgenden Aktionen voneinander entfernten und welchen Einflu├č die Konferenz auf die Gr├╝ndung[1] eines seperaten Bundes unter Athens Hegemonie, des Delisch - Attischen Seebundes, hatte.
Der Forschung steht zu diesem Problem im Grunde genommen nur eine brauchbare Quelle, die Historien von Herodot,[2] zur Verf├╝gung. Der u.a. Herodot und Atthidographen benutzende Diodor[3] ist zu ungenau und in Bezug auf die Konferenz von Samos recht wertlos.[4] Auch Thukydides[5] bietet in seiner kurzen Skizzierung der Pentakontaetie keine zus├Ątzlichen Informationen ├╝ber Grund, Verlauf oder Ergebnis der Konferenz, lediglich die Belagerung von Sestos als eine der ersten Aktionen nach Samos wird knapp geschildert. Somit beschr├Ąnkt sich die Behandlung der Flottenkonferenz von Samos auf eine Analyse des Berichtes von Herodot, was sich einerseits als schwierig erweist, da keine Kontroll├╝berlieferungen zur Verf├╝gung stehen, andererseits aber der Bericht an dieser Stelle einen logischen Bruch aufzuweisen scheint.[6]
Bei der Behandlung dieses Themas ist vor allem zu beachten, dass in der wissenschaftlichen Diskussion u.a. zwei divergierende Gedankeng├Ąnge bez├╝glich des sich ver├Ąndernden Verh├Ąltnisses zwischen Athen und Sparta w├Ąhrend der Perserkriege zu beobachten sind. Der Ansicht einer bewu├čt expandierenden, manchmal sogar als imperialistisch bezeichneten Haltung Athens, das zunehmend die F├Ąden in Richtung eines eigenen Machtb├╝ndnisses unter seiner Hegemonie zieht[7], steht die Meinung einer unkonzeptionellen, auf ├Ąu├čere Umst├Ąnde reagierenden Politik dieser bedeutenden griechischen Polis[8] gegen├╝ber. Die Konferenz von Samos und das damit einhergehende Ionerproblem spielen bei der Beurteilung dieser Entwicklung eine wichtige Rolle.
Diese Arbeit soll versuchen, die historischen Ereignisse genauer zu analysieren und die einzelnen Standpunkte Athens und Spartas auf und nach der Konferenz von Samos unter Ber├╝cksichtigung der verschiedenen Forschungsans├Ątze darzustellen, sowie sie im Hinblick auf die Gr├╝ndung des Delisch - Attischen Seebundes zu ├╝berpr├╝fen. Weitergehend werden die der Konferenz bis zur Belagerung von Sestos folgenden Operationen mit Blick auf die nun beteiligten Ioner und deren Bedeutung bei diesen Aktionen untersucht.



2. Die Schlacht bei Mykale und das Verhalten der Ioner

Die milit├Ąrischen Siege der Hellenen in der entscheidenden Phase der Perserkriege 480/79 (Salamis, Plataiai/Mykale) besa├čen f├╝r sp├Ątere innen - und au├čenpolitische Entwicklungen Griechenlands eine Tragweite, wie sie erst die weiteren milit├Ąrischen Erfolge der kimonischen ├ära hervortreten lassen haben.[9] Besonders das "Entscheidungsjahr" (Heinrichs, a.a.O., 2) 479 stellt u.a. einen wichtigen Punkt in der politischen Zugeh├Ârigkeit der trans├Ąg├Ąischen Griechengebiete und in der Beziehung zwischen Athen und Sparta dar.
Nach der verlorenen Seeschlacht in der Meerenge von Salamis am 28. September 480 fl├╝chtete sich Herodots Bericht[10] zufolge der verbleibende Rest der persischen Reichsflotte in die sch├╝tzende Deckung der asiatischen K├╝ste und ├╝berwinterte, nachdem sie den K├Ânig und sein Heer von der Chersonesos nach Abydos ├╝bergesetzt hatte, in Kyme und Samos. Mit Einsetzen des Fr├╝hlings 479 sammelten sich die verschiedenen Schiffskontingente der persischen Flotte unter dem Befehl von Mardontes, Artayntes und Ithamitres in Samos. Diese beschlossen nach der Feststellung, dass die schwer angeschlagene persische Flotte zusammen mit dem ionischen Schiffsanteil gerade noch ca. 300 Schiffe aufbieten konnte und die Bundesflotte der Hellenen ihrer Meinung nach nicht nach Ionien aufbrechen w├╝rde, lediglich einem m├Âglichen ionischen Abfall vom Perserreich entgegenzuwirken und nicht weiter Richtung Westen zu fahren, wo sicherlich ein Zusammentreffen mit der siegreichen Bundesflotte provoziert werden w├╝rde. Somit verweilte die Reichsflotte auf Samos und setzte gro├če Hoffnungen auf Mardonios' Landunternehmungen.
Die Bundesflotte sammelte sich jedoch zu dieser Zeit mit 110 Schiffen unter dem Oberbefehl des spartanischen K├Ânigs Leutychides und des Atheners Xanthippos bei Aigina. Kurze Zeit darauf traf eine Gesandschaft aus Chios, die vorher schon in Sparta um Hilfe f├╝r die Befreiung Ioniens[11] ersucht hatte, bei der Flotte ein und bat um Unterst├╝tzung bei ihrer Verschw├Ârung gegen Strattis, den von den Persern ca. 493/92 eingesetzten Tyrannen von Chios. Die Bundesflotte setzte sich daraufhin Richtung Ionien in Bewegung,[12] kam jedoch nur bis Delos, wo sie mit der Begr├╝ndung, alles weiter Hinausliegende sei den Hellenen nicht geheuer, vom Platz her nicht vertraut (besonders Samos) und wahrscheinlich voller feindlicher Truppen, nahezu ein halbes Jahr vor Anker ging.[13]
Im September des Jahres 479 kamen Gesandte der Insel Samos zur Bundesflotte, die hinter dem R├╝cken der Perser und des von ihnen eingesetzten samischen Tyrannen Theomestor mit der Bitte an die Oberbefehlshaber herantraten, nach Samos aufzubrechen, sie von der Herrschaft der Perser zu befreien und m├Âglicherweise sogar einen Abfall der ionischen Truppenkontingente zu erreichen. Leutychides vergewisserte sich der Integrit├Ąt der Gesandten und, nachdem er sich des Argwohns entledigt hatte, nahm ihnen den Treueeid ab, dass "die Samier gewi├člich unsere kampfeswilligen Bundesgenossen sein w├╝rden" (Hdt. 9, 91).[14]
Als das Opfer f├╝r die Hellenen schlie├člich g├╝nstig ausfiel, liefen sie von Delos mit Kurs auf Samos aus, und nachdem sie auf der H├Âhe von Kalamoi auf Samos angelangt waren, trafen sie Vorbereitungen zur Seeschlacht mit den Persern. Diese aber hatten sich auf die Nachricht vom Auslaufen der Bundesflotte zum Festland zur├╝ckgezogen, wobei sie die Schiffe der verb├╝ndeten Ph├Âniker fortschickten.[15] Die persischen Befehlshaber f├╝hlten sich einer Seeschlacht mit den Griechen nicht gewachsen und bevorzugten die Sicherheit der bei der Mykalehalbinsel auf Xerxes' Befehl hin lagernden, insgesamt wohl
an die sechzigtausend Mann starken Schutzarme zur Bewachung Ioniens[16]. Den Plan verfolgend, die gesamte Flotte an Land zu ziehen und zusammen mit den persischen Stellungen mit einem Wall zu umgeben und somit einer Belagerung wie auch einer Feldschlacht gewachsen zu sein, trafen sie das Landheer in der N├Ąhe von Skolopoeis und des Gaisonbaches auf der Mykalehalbinsel,[17] wo sie das geplante Vorhaben in die Tat umsetzten und die Griechen erwarteten.[18]
Die Nachricht vom Abzug der Perser entt├Ąuschte die Hellenen nach Herodot schwer und machte sie bez├╝glich weiterer Aktionen unschl├╝ssig. Sie entschieden sich jedoch f├╝r eine Verfolgung der Perser[19] und brachen, sich erneut zu einer Seeschlacht r├╝stend, gegen Ende September 479 zum Festland auf. Nahe beim feindlichen Lager auf Mykale bemerkten sie jedoch die persische Strategie, denn anstelle des erwarteten Flottenangriffs sahen sie neben den starken Befestigungen ein kampfbereites, formiertes Heer der Perser. Daraufhin lie├č Leutychides sein Schiff dicht an das Ufer steuern und den ionischen Kontingenten im Perserheer zurufen, dass sie bei einem Zusammentreffen der Heere "zuallererst der Freiheit, sodann der Losung: 'Hebe' gedenken sollten" (Hdt 9, 98). Dieser Aufruf zum Abfall der Ioner verfolgte anscheinend eine ├Ąhnliche Taktik wie der des Themistokles am Kap Artemision 480, denn die Worte des Leutychides sollten entweder, falls die Barbaren sie nicht verstehen w├╝rden, die Ioner f├╝r die Griechen gewinnen oder, wenn man den Persern die Nachricht mitteilte, diese mi├čtrauisch gegen die Hellenen in ihren Reihen machen. Kurze Zeit nach dem Aufruf ihres Oberbefehlhabers an die Ioner hielten die Griechen auf die K├╝ste zu, gingen an Land und formierten sich zum Kampf.[20]
Die Perser begannen zwischenzeitlich mit der Entwaffnung und Internierung der Samier als f├╝r sie des Verrats verd├Ąchtigster Truppenteil im Lager und wiesen die Milesier an, die wichtigen Durchgangswege zur Mykaleh├Âhe zu bewachen und dem persischen Heer die Fluchtwege offenzuhalten. Damit wollten sie nach Herodot die Truppenteile, denen sie am meisten mi├čtrauten, unsch├Ądlich machen oder vom Kampfgeschehen entfernen.[21]
Als die Hellenen mit ihren Vorbereitungen fertig waren, r├╝ckten sie gegen die Barbaren vor, die ihrerseits mit ihren Schilden aus Flechtwerk eine leichte Schutzwehr errichtet hatten. Die Moral und der Kampfeswille der griechischen Hopliten wurden unterdessen durch das pl├Âtzlich die Reihen durchziehende Ger├╝cht verst├Ąrkt, ihre Kampfgenossen auf dem griechischen Festland h├Ątten die Schlacht bei Plataiai (26. September) gegen das gro├če Perserheer unter Mardonios erfolgreich geschlagen und die Persergefahr von der Heimat abgewendet, so dass sich diesbez├╝glich niemand mehr um Hellas sorgen machen m├╝sse.[22] Als weiteres gutes Omen f├╝r die bevorstehende Schlacht wurde die Anwesenheit eines Demeterheiligtums gewertet, denn auch bei Plataiai soll sich ein solches Heiligtum der Demeter neben dem Schlachtfeld befunden haben. Durch diese Ereignisse ermutigt, nahmen die Hellenen bei Mykale den Kampf mit den Persern um die Inseln und den Hellespont noch entschlossener auf und dr├Ąngten in die Schlacht.
Das griechische Heer teilte sich in zwei Gruppen auf, zum einen hatten die Athener mit der H├Ąlfte des Heeres die Perser an der K├╝ste anzugreifen, w├Ąhrend zum anderen die Lakedaimonier mit den ihnen unterstellten Truppen das feindliche Heer ├╝ber die Berge umgehen und einkesseln wollten. Die Truppen der Athener standen aufgrund des von ihnen zu ├╝berwinden Terrains jedoch viel eher im Gefecht mit den Barbaren und drangen auf den Schildwall ein, von dem aus man sie aber vorerst abwehrte. Erst als sie sich gegenseitig anfeuerten, "dass der Erfolg ihnen geh├Âren m├Âge und nicht den Lakedaimoniern" (Hdt. 9, 102), rissen sie den Wall vom linken Fl├╝gel her ein und best├╝rmten die feindlichen Truppen. Diese fl├╝chteten nach anf├Ąnglichen Widerstand in ihr errichtetes Bollwerk, gerieten aber mit der Erkenntnis, dass die Griechen ihnen dicht gefolgt waren und der Schutz der Verschanzung genommen war, vollends in Verwirrung und suchten ihr Heil in der Flucht. Lediglich die Perser selbst f├╝hrten den Kampf teilweise in kleinen, geschlossenen Gruppen fort, wobei Mardontes und Tigranes fielen (Ithamitres und Artayntes flohen ebenfalls). Letztendlich besiegelte das Eintreffen der Lakedaimonier und der anderen Einheiten von diesem Fl├╝gel das Schicksal der persischen Truppen.
Als die entwaffneten Samier, die sich inmitten des medischen Lagers befanden, sahen, dass sich zunehmend ein Sieg der Hellenen abzeichnete, fielen sie von den Persern ab und k├Ąmpften nach besten M├Âglichkeiten an der Seite der Griechen, wobei ihnen die anderen ionischen Truppenkontingente nachfolgten. Die zur Sicherung der Fluchtwege eingeteilten Milesier wiesen den fliehenden Barbaren schlie├člich Wege, die sie direkt in die Hand ihrer Feinde f├╝hrte und fielen dann selbst den Medern in den R├╝cken.
Nach dem sieg - und verlustreichen Kampf pl├╝nderten die Griechen die persischen Schiffe und steckten sie mitsamt dem Bollwerk in Brand. Kurz darauf fuhren sie in Richtung Samos ab, um auf der zweiten samischen Flottenkonferenz ├╝ber das Schicksal der Ioner zu beratschlagen.
Der opportunistisch scheinende Schritt des Abfalls der ionischen Truppen bei Mykale wird von Herodot vermutlich zu kritisch dargestellt. Wie wir aus seinem Bericht erfahren, sind am Kampfgeschehen in der entscheidenden Phase gr├Â├čtenteils die Perser beteiligt, so dass die ionischen Verb├╝ndeten lediglich Einsatzreserven in der N├Ąhe des Lagers bildeten. Nach Meinung des Historikers Heinrichs war aufgrund der undurchdringbaren persischen Schlachtreihe und des ungeordneten R├╝ckzuges ein ├ťberlaufen oder eine Beteiligung am Kampf nicht m├Âglich bis zu dem Zeitpunkt, da sich die Schlacht in viele Kleingruppen aufgeteilt hatte. Als dies gegeben war, handelten die Ioner zu dem f├╝r sie fr├╝hstm├Âglichen Zeitpunkt[23] und dachten nicht an Flucht, vielmehr traten sie, wenn auch nicht aus nationalem Denken, sondern aus reinen Sachzw├Ąngen heraus, zu den Hellenen ├╝ber.[24]



3. Herodots Bericht ├╝ber die Konferenz von Samos

Die Quellenpassage Hdt. 9, 106 ist f├╝r uns die einzige annehmbare Schilderung der Flottenkonferenz von Samos, von deren Verlauf und Ergebnis.[25] Dennoch ist sie l├╝ckenhaft und weist Widerspr├╝che auf,[26] die im folgenden dargelegt und diskutiert werden.

3.1 Verhandlungsgang und Ergebnis
Nach dem Sieg bei Mykale kehrte die hellenische Bundesflotte nach Samos zur├╝ck, um dar├╝ber zu beratschlagen, was mit den u.a. auf die Aufforderung von Leutychides vom Gro├čk├Ânig abgefallenen Ionern geschehen sollte. Eine dauerhafte Wache vor der ionischen K├╝ste als Schutz vor dem erwarteten Gegenschlag der Perser schien notwendig, aber nicht realisierbar. Die Amtsbevollm├Ąchtigten der Peloponnesier schlugen daraufhin vor, eine Umsiedlung der Ioner vorzunehmen und die kleinasiatische K├╝ste den Persern preiszugeben. Als Siedlungspl├Ątze erw├Ągten sie die Seehandelspl├Ątze mutterl├Ąndischer Kollaborateure,[27] gegen die die B├╝ndner sich 481 eidlich zur Bestrafung verpflichtet hatten. Die Athener erhoben jedoch entschiedenen Widerspruch auf diese ├ťberlegung hin und verwahrten sich dagegen, "dass die Lakedaimonen ├╝ber Kolonisten von ihnen Entscheidungen treffen wollten."[28]
Diese lie├čen infolgedessen ihren Plan fallen und gaben dem athenischen Veto nach. Nun wurden die Samier, Chier, Lesbier und die ├╝brigen Nesioten, welche an der Seite der Eidgenossen gek├Ąmpft hatten, f├Ârmlich in den Hellenenbund aufgenommen und zu eidlicher Treue verpflichtet.
Der Bericht in dieser Form wirft mehrere Fragen auf. Auf den ersten Blick scheint die Haltung der Athener widerspr├╝chlich, und Herodots Gebrauch des Begriffs 'Ioner' ist problematisch, da er sich auf die Insel -, aber auch auf die Festlandsioner beziehen kann. Weiterhin ist merkw├╝rdig, dass die Athener ihr Veto erst in dieser Phase der Verhandlung einlegten, obwohl eine Umsiedlung der Ioner schon am Anfang der Konferenz als Diskussionsgrundlage vorgelegen haben musste. Sonderbar ist auch, dass die Peloponnesier dem Veto so bereitwillig nachgaben, obwohl sie im Flottenrat mindestens eine vergleichbar gro├če Verantwortung den Ionern gegen├╝ber besa├čen wie die Athener.[29]
├ťber die Festlandsioner wurde nach einhelliger Meinung auf der Konferenz von Samos kein Beschlu├č gefa├čt,[30] vielmehr wurden sie dem Schutz der Athener ├╝berlassen, die f├╝r sich allein die Sorge ├╝ber Ionien als ihr Recht beanspruchten und erst im Nachhinein engere Kontakte zu den Ionern auf dem kleinasiatischen Festland kn├╝pften.[31]
Der Widerspruch in Athens Haltung erkl├Ąrt sich aus einem Mi├čverst├Ąndnis bez├╝glich des zu diskutierenden Umsiedlungsplanes. Sparta bezog in den Plan die ionischen Inseln mit ein und, unter Betrachtung der damaligen Transportkapazit├Ąten und der nur beschr├Ąnkten Aufnahmekapazit├Ąt der genannten Zielpl├Ątze, gedachte wohl auch nur einen Teil der Ioner, wahrscheinlich Einzelpersonen umzusiedeln. Als das deutlich wurde, legten die Athener, die ihrerseits nur mit einer von ihrem Standpunkt aus akzeptablen Umsiedlung der Festlandsioner auf die vorgelagerten Inseln gerechnet hatten, ihr Veto ein und bewirkten als Konsequenz darauf die Aufnahme der Inseln in den Hellenenbund.[32] Herodot mi├čverstand also die Evakuierung der Gef├Ąhrdeten als Umsiedlungsprojekt ganz Ioniens.[33]
Das Einsetzen Athens als Schutzmacht der Ioner und der Beitritt der Inselioner zur Hellenensymmachie zog weitere, daraus resultierende Konferenzergebnisse nach sich, die sicherlich in die athenische Argumentation mit einflossen. Sie sind anscheinend w├Ąrend der Verhandlung nicht l├Ąnger besprochen worden, m├╝ssen aber unter heutiger Betrachtung als unmittelbare Folgen der Konferenz beachtet werden. Zun├Ąchst wurden die enormen technischen, milit├Ąrischen und ethnischen Schwierigkeiten einer Umsiedlung abgewendet. Dar├╝berhinaus traten dem Bund milit├Ąrisch und wirtschaftliche starke Inseln bei, die neben hohen Zahlungsbeitr├Ągen an den Bund[34] auch zeitweise eine Sicherung der Ostgrenze ohne mutterl├Ąndische Truppen ├╝bernehmen konnten. Ebenso wichtig war die Machtausdehnung der Symmachie bis an die kleinasiatische K├╝ste f├╝r die Sicherung der f├╝r Griechenland lebenswichtigen Getreideimporte vom Schwarzen Meer durch den Hellespont. Dieser erhielt somit ein bedeutendes strategisches Gewicht in vorgeschobener Position. Nicht zuletzt war damit die M├Âglichkeit gegeben, die philaidischen Besitzungen auf der thrakischen Chersonesos zur├╝ckzuerobern und die festl├Ąndischen H├Ąfen kontrollieren zu k├Ânnen.

3.2 Haltung und Motive Athens
D. Lotze stellt treffend fest, dass die Athener Ambitionen des Jahres 479 und w├Ąhrend der samischen Konferenz nicht anhand der Kenntnis des weiteren Geschichtsverlaufes beurteilt werden sollten.[35]
Auf der Konferenz von Samos vertraten die Athener eine konsequente Haltung gegen├╝ber der Einbindung der Inselioner in die hellenische Symmachie.[36] Ihre Opposition zu den spartanischen Vorschl├Ągen machte ein starkes Interesse gegen├╝ber den Ionern deutlich. Die athenische Metropolis - Argumentation war aber wahrscheinlich nur ein vorgeschobener Grund, obwohl man nicht abstreiten kann, dass die Athener bei den Ionern aufgrund der Ereignisse beim ersten ionischen Aufstand 500 - 494 unter der F├╝hrung von Aristagoras von Milet zumindest moralisch in der Schuld standen.[37] Gleichfalls war die - obschon nur mythologisch bekundete - ethnische Stammesverbundenheit zwischen Athenern und Ionern ein f├╝r die Athener durchaus greifbares und glaubw├╝rdiges Argument.[38] Als entscheidend f├╝r das athenische Interesse an den Ionern kann meiner Meinung nach jedoch der Grund angesehen werden, dass Athen sich durch eine Erweiterung des Bundes neue, seinen Ambitionen g├╝nstige Mehrheitsverh├Ąltnisse im Flottenrat erhoffte, der derzeitig von den Peloponnesiern dominiert war. Die weiteren, gro├čen Vorteile, die sich aus der Vereidigung der Inselioner f├╝r Athen ergaben, lie├čen dieses deshalb auch die Initiative auf der Konferenz und im Anschlu├č daran ergreifen.[39]
Es ist jedoch unglaubw├╝rdig, dass Sparta allein durch das Veto der Athener von seinen Vorschl├Ągen abstand nahm, zumal, wie gerade angedeutet, die Peloponnesier im Flottenrat eine deutlich Mehrheit besa├čen. Das l├Ąsst vermuten, dass Athen Sparta mit sachlichen Argumenten ├╝berzeugen konnte. Genauer betrachtet bot die athenische L├Âsung im Endeffekt ein sinnvolleres Verfahren mit den Ionern an als die spartanische, so dass das Einlenken der Peloponnesier nicht weiter verwundert und mitnichten impliziert, dass die Peloponnesier die Verantwortung ├╝ber die Ioner bereitwillig an Athen abgaben, um sich aus dem Konflikt mit den Persern zur├╝ckzuziehen.[40]
Letztendlich bleibt die Frage nach den oben erw├Ąhnten Ambitionen, die Athen mit seinem Verhalten verfolgte. Zus├Ątzlich zu einer st├Ąrkeren Position im Flottenrat blieb der Wunsch Athens nach der F├╝hrung der Flotte stets pr├Ąsent,[41] was diverse Diskussionen mit Sparta im Verlauf der Ereignisse seit 481 teilweise bezeugen.[42] Die Konferenz von Samos bot Athen nun erstmals die M├Âglichkeit, auf dieses Ziel aktiv und dynamisch hinzuarbeiten und das seinige zum Erreichen des Flottenoberbefehls mit Hilfe der dem Bund neu vereidigten, aufgrund seiner Haltung Athen wohlgeneigten Ioner zu tun. Dass Athen, wie Steinbrecher schreibt, kontinuierlich eine auf Expansion ausgerichtete Au├čenpolitik betrieb,[43] halte ich jedoch f├╝r ├╝berzogen, obwohl ich nicht das Einwirken entsprechender Kr├Ąfte auf die athenische Politik abstreiten m├Âchte (z.B. Themistokles). Steinbrechers Ansicht entspringt zu sehr einem R├╝ckschlu├č des sp├Ąteren, tyrannischen Verhaltens der Athener im 478/77 gegr├╝ndeten Delisch - Attischen Seebund unter Athens Hegemonie auf die Ereignisse des Jahres 479.
Vielmehr ergriff Athen die Initiative aufgrund der ihm gebotenen, g├╝nstigen Gelegenheit und besonders der daraus erwachsenden Vorteile.[44] Nach meiner Interpretation von Busolt resultiert die Haltung Athens auf der samischen Konferenz eventuell auch aus dem Bed├╝rfnis heraus, eine Selbstst├Ąndigkeit gegen├╝ber Sparta zu sichern, welches Athen w├Ąhrend des Krieges zunehmend den eigenen Interessen dienstbar zu machen gesucht hatte.[45] Diese ├ťberlegung unterst├╝tzend ist zu bedenken, dass eine Umsiedlung der Ioner in das Mutterland zwangsl├Ąufig zu st├Ąndigen innergriechischen Konflikten und Auseinandersetzungen f├╝hren musste, von denen dann haupts├Ąchlich Athen betroffen gewesen w├Ąre.[46]

3.3 Haltung und Motive Spartas bzw. der Peloponnesier
Die Preisgabe Ioniens sollte nach Ansicht der Peloponnesier auch die ionischen Inseln einschlie├čen und einen R├╝ckzug auf das um die Kykladen erweiterte Mutterland beinhalten.[47] Nach Einspruch der Athener gegen diesen Vorschlag f├╝gten sich die Spartaner dem athenischen Veto, Athen wurde Schutzmacht der Ioner. Sparta hegte zwar wohlbegr├╝ndete Bedenken gegen daraus resultierende, weitere Beteiligungen in ├ťbersee und einem Machtzuwachs Athens,[48] es war sich jedoch ├╝ber die neu gewachsene Bedeutung des Seekrieges im klaren und hatte kein Interesse, sich m├Âglichst schnell aus dem Konflikt zur├╝ckzuziehen.[49] Die Bereitschaft der Peloponnesier, mit zum Hellespont zu segeln, obwohl die Aktionen bei Samos und Mykale die auf Delos gefa├čten Beschl├╝sse erf├╝llten, kann als Beleg daf├╝r verwendet werden. Im bereitwilligen Nachgeben der Peloponnesier auf die auf Samos vorgebrachten Argumente (s. Kap. 3.1; 3.2) der Athener lag somit keine Abw├Ąlzung des Ionerproblems auf die Athener, sondern die ├ťbernahme von Verantwortung in gro├čem Umfang auch f├╝r Sparta.[50] Es ist deswegen unhaltbar zu glauben, dass Sparta in seiner Haltung auf der Konferenz von Samos einen schnellen R├╝ckzug aus dem persischen Konflikt verfolgte.
R├╝ckschl├╝sse diesbez├╝glich k├Ânnte man sehr wohl anf├╝hren. Die Spartaner waren aufgrund der st├Ąndigen Gefahr eines Helotenaufstandes gezwungen, auf die Verh├Ąltnisse im Mutterland R├╝cksicht zu nehmen und die Hegemonie im Peloponnesischen Bund aufrecht zu halten, so dass man Verwicklungen fern der Peloponnes grunds├Ątzlich eher abgeneigt gegen├╝berstand.[51] Weiterhin war Sparta innenpolitisch gespalten zwischen den Vertretern einer dynamischen, expansiven Au├čenpolitik in ├ťbersee u.a. mit dem Exponenten Pausanias und einer gem├Ą├čigten Partei der Wahrung des peloponnesischen Besitzstandes unter F├╝hrung des Ephorats. Es herrschte also keine klare au├čenpolitische Linie vor. Dieser st├Ąndige Streit wurde erst in den 60er Jahren des 5. Jhd. beigelegt, wobei die Einstellung des Ephorats dominierte.[52]
Die angef├╝hrten Gr├╝nde reichen jedoch meiner Meinung nach nicht aus, Sparta ein gewolltes, rasches Ausscheiden aus dem Perserkonflikt zu unterstellen,[53] sie lassen aber vermuten, dass Sparta bestrebt war, sich nicht auf eine milit├Ąrische Bindung auf unbestimmte Zeit einzulassen und den Krieg in absehbarer Zeit zu beenden.[54] Deshalb auch der Vorschlag einer Umsiedlung der Ioner, der dieses Ziel n├Ąherr├╝cken lassen h├Ątte. Die Durchf├╝hrung einer Umsiedlung nach dem spartanischen Plan w├╝rde schlie├člich auch den Lakedaimoniern beachtenswerte Vorteile bringen k├Ânnen, so K. - E. Petzold,[55] indem sie als Kolonisationsunternehmen unter spartanischer Aufsicht Sparta zur neuen Metropolis der Ioner h├Ątte werden lassen.[56] Der daraus folgende Machtzuwachs Spartas auf dem europ├Ąischen Festland w├Ąre beachtlich gewesen. Dass die Spartaner diesen Plan nicht entschiedener verteidigt haben, beweist die ├ťberzeugungskraft der athenischen Argumentation.



4. Fortgang der Operationen bis zur Belagerung von Sestos

Nach der samischen Flottenkonferenz segelten die Hellenen ├╝ber Lekton nach Abydos am Hellespont, um dort die vermuteten Br├╝cken der Perser abzurei├čen. Entgegen ihren Erwartungen waren diese jedoch schon abgebrochen, woraufhin die Peloponnesier unter Leutychides beschlossen, nach Hellas zur├╝ckzufahren.[57] Die dem Kommando des Xanthippos unterstehenden Athener und die dem Bund gerade beigetretenen Nesioten fa├čten im Gegensatz dazu den Beschlu├č, einen Angriff auf die Chersonesos zu wagen und begannen mit der Belagerung von Sestos.[58]
Die Einnahme der von den Aiolern, Persern und anderen Bundesgenossen gehaltenen Stadt erwies sich trotz mangelnder Vorbereitungen der Belagerten als schwierig, und die athenischen Truppen wurden mit fortschreitender Jahreszeit (nach Herodots Information Sp├Ątherbst) unruhig. Es dr├Ąngte sie zur├╝ck in ihre Heimat, und sie sprachen mit ihrem Anliegen bez├╝glich eines Abzuges bei den Feldherren vor. Die Antwort der Befehlshaber war daraufhin, "nicht fr├╝her als bis entweder sie die Stadt genommen h├Ątten oder die Gemeinde der Athener sie heimriefe" zur├╝ckzukehren.[59]
In der Stadt war der Hunger und die Not zu dieser Zeit anscheinend jedoch schon so gro├č, dass sich die persischen Einheiten w├Ąhrend der Nacht ├╝ber die R├╝ckseite der Stadtmauer von den Hellenen zun├Ąchst unbemerkt davonmachten. Mit Anbruch des Tages ergaben sich die verbleibenden Truppen und ├Âffneten den Athenern die Tore, die anschlie├čend die Stadt besetzten und die Verfolgung der Perser aufnahmen, von denen sie vieler habhaft wurden.[60] Nach der Hinrichtung des persischen Statthalters und Befehlshabers Artayktes[61] pl├╝nderten die Hellenen die Stadt und fuhren zum griechischen Mutterland zur├╝ck.[62]
├ťber m├Âgliche weitere Aktionen des peloponnesischen Flottenkontingents k├Ânnen nur Spekulationen angef├╝hrt werden. Nach Vermutungen von Bayer und Heideking ist mit der bei Plut. Them. 20 erw├Ąhnten Flotte vor Pagasai die heimkehrende Hellenenbundflotte ohne die bei Sestos verbliebene Streitmacht gemeint. Somit ist nicht auszuschlie├čen, dass das spartanische Kontingent auf dem Weg zur Peloponnes den Angriff auf Thessalien bereits 479 f├╝hrte.[63]
Der Aufbruch zum Hellespont und die Sestosfahrt dienten offensichtlich der Realisierung des samischen Beschlusses. Propersische Regime mussten beseitigt, einzelne Inseln und Inselpoleis in den Schutzbund aufgenommen und Beitrittskonditionen ausgehandelt werden. Dar├╝berhinaus konnten die die Hauptlast dieses Vorgehens tragenden Athener ihre Glaubw├╝rdigkeit beweisen, den Schutz der ionischen Griechen ├╝bernehmen zu k├Ânnen. Xanthippos kann dabei noch die ├ťberlegung unterstellt werden, seine durch den Ostrakismos geschw├Ąchte politische Situation wieder zu festigen, indem er dem Sieg bei Mykale noch die Sicherung der f├╝r Attika wichtigen Getreidestra├če vom Schwarzen Meer in die ├äg├Ąis anschlo├č.[64] Das l├Ąsst erkennen, dass der von Herodot angegebene Grund, lediglich die Br├╝cken abzubrechen, den Zusammenh├Ąngen der Konferenz samt darauf folgenden Aktionen nicht gerecht wird und der Kritik w├╝rdig ist. Nach Aufnahme der Inseln sahen sich die Verb├╝ndeten unter Athens F├╝hrung unvermeidlich dem Problem des Schutzes der Festlandsioner gegen├╝ber. Der athenischen ├ťberlegung, eine kleinionische L├Âsung anzustreben und den Persern das ionische Festland im Gegenzug zu den Inseln zu ├╝berlassen, konnten die Nesioten keinesfalls zustimmen. Zu wichtig waren die den Inseln vorgelagerten, ionischen Gebiete auf dem Festland f├╝r deren Versorgung und Sicherheit, als dass man sie preisgeben konnte.
Damit war eine Situation f├╝r die Aufnahme auch kleinasiatischer Kontinentalpoleis geschaffen, die die Lage nach der Mykaleschlacht und die Vereidigung der Inselioner und somit eine Erweiterung des europ├Ąischen Engagements in den kleinasiatischen Raum hinein als M├Âglichkeit zum Abfall von den Persern nutzen konnten.[65] Ob dieser Schritt bei den festl├Ąndischen Ionerpoleis die gleicherma├čen in den Quellen und der Forschung beschriebene prohellenische Euphorie ausl├Âste, mag bezweifelt werden. Als Handelsst├Ądte waren sie stark auf einen freien Zugang zu den ihnen vorgelagerten H├Ąfen der Hellenen angewiesen, und so bleibt erw├Ągenswert, ob ihnen nach der Aufnahme der K├╝steninseln und der daraus resultierenden ├ťbernahme der Kontrolle ├╝ber die ├äg├Ąis und die Meerengen seitens des Hellenenbundes eine andere Wahl als der Beitritt zum Bund blieb.[66] Weiterhin standen wahrscheinlich zahlreiche festlandsionische St├Ądte in enger Verbindung mit dem persischen Hinterland und bevorzugten eine derartige Koexistenz unter persischer Herrschaft vor dem risikoreichen Abfall zum Hellenenbund.
Die Vereidigung der Inselioner in den Hellenenbund und die direkt anschlie├čende Belagerung von Sestos als erste Aktion im Sinne des samischen Beschlusses bedeutete demzufolge nur einen ersten Schritt, der unmittelbar weitere Konsequenzen f├╝r die Hellenen des griechischen Mutterlandes nach sich ziehen musste. Dieser Verantwortung konnten und wollten sich die Europ├Ąer auf Dauer nicht entziehen. Durch das Verhalten der Athener gegen├╝ber den an Bedeutung gewinnenden Ionern war der Wechsel im Oberbefehl nur noch eine Zeitfrage.[67]





5. Bedeutung der Konferenz von Samos

Abschlie├čend ist festzustellen, dass die anf├Ąnglich als Schlag gegen die das Mutterland bedrohende persische Reichsflotte geplante Ionienfahrt durch die samische Flottenkonferenz eine neue Bedeutung erhielt.[68] W├Ąhrend sich f├╝r Athen eine Entwicklung zur Flottenhegemonie abzuzeichnen begann[69] und sich die Machtverh├Ąltnisse aufgrund der Aufnahme der Inselioner in die hellenische Symmachie deutlich zugunsten Athens verschoben, ist bez├╝glich Sparta zu erkennen, dass diesem zumindest die Hegemonie ├╝ber die Flotte langsam zu entgleiten begann. Die Gr├╝nde hierf├╝r sind vielschichtig und im Kapitel 3 erl├Ąutert.
Im Hinblick auf die Gr├╝ndung des Delisch - Attischen Seebundes 478/77 vertrete ich die Ansicht, dass die Keimzelle dieser Symmachie unter Athens F├╝hrung in der Konferenz von Samos und den darauf folgenden Aktionen begr├╝ndet liegt, insbesondere der Belagerung von Sestos und der damit einhergehenden Ann├Ąherung von Athenern und Ionern. Die Perserkriege lancierten Athen zur Gro├čmacht und machten es schlie├člich zur Rivalin Spartas.[70] Der R├╝ckhalt der ionischen Kontingente, die wahrscheinlich auch den Ausschlag zum Hegemoniewechsel 487/77 gegeben haben, ebnete Athen entscheidend den Weg zum Seebund.[71]
Somit hatte die Konferenz eine Entwicklung in den Machtverh├Ąltnissen Griechenlands initiiert, welche die Innen - und Au├čenpolitik der Griechen f├╝r mehr als ein Jahrhundert nachhaltig beeinflussen sollte.[72]



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[1]Die Gr├╝ndung eines separaten Bundes wird bezweifelt von A.Giovannini/G. Gottlieb, Thukydides und die Anf├Ąnge der athenischen Arch├ę, SB Heidelberg, Akad. d. W., phil. - hist. Kl. Heidelberg 1980, Nr. 7. Diese Interpretation wird jedoch von K. - E. Petzold, Die Gr├╝ndung des Delisch - Attischen Seebundes: Element einer "imperialistischen" Politik Athens? I: Von der Hellenensymmachie zum Seebund, in: Historia 42, 1993, 418 - 443, 343 (Anm. 116); 437 (Anm. 136) und II: Zielsetzung des Seebundes und die Politik der Zeit, in: Historia 43, 1994, 1 - 31 deutlich widerlegt.
[2]Hdt. 9, 106.
[3]Diod. 11, 37.
[4]Vergl. J. Heinrichs, Ionien nach Salamis. Die kleinasiatischen Griechen in der Politik und politischen Reflexion des Mutterlandes (Antiquitas R.1, Bd. 39). Bonn 1989, 33 - 34; Anm. 142; 70ff. G. Busolt, Griechische Geschichte bis zur Schlacht bei Chaeroneia, Bd. III.1: Die Pentakontaetie, Gotha 1893 - 1904 (ND Hildesheim 1967), 16 (Anm. 1.1); 39 (Anm. 1). Desgl. G. Busolt, Griechische Geschichte bis zur Schlacht bei Chaeroneia, Bd. II: Die ├Ąltere attische Geschichte und die Perserkriege, Gotha 1893 - 1904 (ND Hildesheim 1967), 744 (Anm. 5). Die auf der Quelle von Diodor beruhenden Vermutungen zu diesem Thema von H.D. Meyer, Vorgeschichte und Begr├╝ndung des Delisch - Attischen Seebundes, in: Historia 12, 1963, 405 - 446 werden u.a. ausf├╝hrlich widerlegt von Heinrichs, a.a.O. und Petzold, a.a.O.
[5]Thuk. 1, 89.
[6]Zur Quellenfrage allgemein vergl. E. Bayer/J. Heideking, Die Chronologie des Perikleischen Zeitalters (EdF 36), Darmstadt 1975, Anm. 2.
[7]Vertreten u.a. von M. Steinbrecher, Der Delisch - Attische Seebund und die athenisch - spartanischen Beziehungen in der Kimonischen Ära (ca. 478/7 - 462/1). Stuttgart 1985. (Palingenesia 21)
[8]Vertreten u.a. von Petzold, a.a.O.
[9]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 1.
[10]Vergl. Hdt. 8, 130 - 132 und Hdt. 9, 90 - 105.
[11]Es bleibt hier zu vermuten, dass die chiische Gesandtschaft keinesfalls um eine Befreiung Ioniens bem├╝ht war, sondern ausschlie├člich aus und f├╝r eigenes Interesse handelte. Vergl. Heinrichs, a.a.O., 35 - 38.
[12]Herodot liefert jedoch noch einen abweichenden Ansatz zur Begr├╝ndung der Ionienfahrt in seinen Historien. Nach Hdt. 8, 108 - 109 bestand schon nach der Schlacht bei Salamis die Absicht, im kommenden Fr├╝hjahr zum Hellespont und nach Ionien zu fahren (Themistokles) und den Kampf um das Land des K├Ânigs aufzunehmen (Eurybiades). Heinrichs, a.a.O., 4 - 5, sieht darin einen Einklang mit den Resultaten der Flottenkampagnen 479 bis zur Sestosbelagerung und somit eine lediglich aufgeschobene Konsequenz zur Salamisschlacht. Weiterhin bot die Annahme des chiischen Hilfegesuches die M├Âglichkeit, die persische Teilflotte im nahegelegenen Kyme besser blockieren oder sogar angreifen zu k├Ânnen, was zu diesem Zeitpunkt ein vielversprechendes Unternehmen gewesen w├Ąre.
[13]Die Angaben Herodots (Hdt. 8,132) sind l├╝ckenhaft und nur teilweise nachvollziehbar. Ausschlaggebend f├╝r das Verweilen der Bundesflotte in Delos ist wahrscheinlich die mit dem Aufbruch nach Chios zeitgleiche Vereinigung der beiden Reichsflottenteile zur Beilegung lokaler Unruhen bei Samos. Somit entfiel das bedeutende strategische Gewicht von Chios und die Bundesflotte, nun wieder dem persischen Kontingent unterlegen, musste sich darauf beschr├Ąnken, Operationen der Reichsflotte zu blockieren und den Kykladenraum zu sch├╝tzen. Es entstand eine Art 'Pattsituation'. Vergl. Heinrichs, a.a.O., 50 - 51.
[14]Entgegen weitverbreiteter Auffassung belegt der Eid keineswegs eine Aufnahme der Samier in den Hellenenbund, sondern lediglich einen Schwur auf das samische Vorhaben, wie auch Heinrichs, a.a.O., 55 - 56, treffend feststellt. Die Passage st├Ąnde ansonsten auch im Widerspruch mit Hdt. 9, 106.
[15]Die Abbeorderung der Ph├Âniker in der Form, wie Herodot oder auch Ephoros (via Diodor) sie beschreibt und begr├╝ndet, hat sich h├Âchstwahrscheinlich anders zugetragen. Es ist schwer einzusehen, dass die Perser ihr bestes Flottenkontingent wegschickten und dessen Vernichtung und eine Demoralisierung der eigenen Truppe riskierten. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Abzug der recht starken ph├Ânikischen Flotte Mitursache, nicht Folge des griechischen Vorgehens ├╝ber Delos hinaus war. Vergl. Heinrichs, a.a.O., 53 - 55.
[16]Die Armee war dem Befehl des Tigranes unterstellt.
[17]Vergl. J. Kromayer/G. Veith, Schlachtenatlas der Antike, Bd. 1: Griechische Abteilung, M├╝nchen 1926, Karte: Schlacht bei Mykale, 171 - 4, 7 u. 8.
[18]Zur persischen Strategie vergl. Busolt, Griech.. Gesch., Bd. II, 743 (Anm. 2).
[19]Dieser Beschlu├č der 'Ersten samischen Flottenkonferenz' (nach Heinrichs) war eine nur logische Entwicklung. Die Lage im griechischen Mutterland war weiterhin gespannt und die Bundesflotte musste mit allen Mitteln eine Anfahrt der Reichsflotte nach Hellas verhindern. Erstmals waren die B├╝ndner jedoch auch durch ihren Treueeid (s. Anm. 6) an eine Verpflichtung au├čerhalb des europ├Ąischen Festlandes gebunden, besonders die Athener standen bei den Samier moralisch in der Schuld (s. Anm. 12). Vergl. Heinrichs, a.a.O., 57 - 58.
[20]Auszugehen ist von einer schwer zug├Ąnglichen, besonders f├╝r Landungen ungeeigneten K├╝ste, so dass die Griechen wahrscheinlich bei den breiteren K├╝stenabschnitten weiter ├Âstlich anlandeten und sich daher auch ihr Angriff aus dieser Richtung erkl├Ąrt. Die Lakedaimonier hatten bei der Umgehung in dem felsigen Gel├Ąnde sicherlich mehr Schwierigkeiten zu meistern, als es Herodot berichtet. Vergl. Heinrichs, a.a.O., 62 - 63. Dazu Anm. 12. Desgl. Kromayer/Veith, a.a.O.
[21]Bez├╝glich der Samier, die 480/79 500 athenische Gefangene, wohl schon mit einer Umorientierung von den Persern weg zu den europ├Ąischen Griechen, aus der Hand der Perser ausgel├Âst hatten und nach Attika zur├╝cksandten (Hdt. 9, 99), war das persische Mi├čtrauen mehr als berechtigt. Ein Vertrauensbruch mit anderen ionischen Kontingenten ist meiner Meinung nach jedoch nicht festzustellen. Besonders die von Herodot angef├╝hrten Milesier erhalten einen strategisch entscheidenden Posten, wie die deutliche Parallele zu den Phokern bei der Schlacht an den Thermopylen 480 zeigt. Die Deckung der wichtigen Mykalep├Ąsse mit allen M├Âglichkeiten zum Hinterhalt und Verrat setzt eher, gegenteilig zu Herodots Auffassung, ein sehr gro├čes Vertrauensvotum seitens der Perser voraus und l├Ąsst vermuten, dass die Spartaner nicht nur mit dem unwegsamen Terrain Schwierigkeiten hatten. Demnach wird auch die Leistung der Lakedaimonier anscheinend vernachl├Ąssigt. Nach Heinrichs, a.a.O., 61, geht es Herodot um eine Rehabilitierung der durch diesen Posten bei den Griechen diskreditierten Milesiern.
[22]Es ist anzunehmen, dass das Ger├╝cht von Seiten der griechischen Oberbefehlshaber in die Truppe gestreut wurde, um die Moral zu heben und die Soldaten von belastenden Sorgen zu befreien. Ein Herold h├Ątte zur damaligen Zeit eine Entfernung von Plataiai nach Mykale nicht binnen einer so knapp bemessenen Zeit zur├╝cklegen k├Ânnen (Herodot spricht von den beiden Schlachten als nahezu zeitgleich: Hdt. 9, 100). Vergl. Busolt, Griech. Gesch., Bd. II, 744 (Anm. 2).
[23]Die Loyalit├Ąt der Ioner bei Mykale gegen├╝ber den Persern war, mit Ausnahme der Samier, durchaus gegeben. Ein Abfall festl├Ąndischer Ionerpoleis zum Zeitpunkt der Mykaleschlacht war aus verschiedenen Gr├╝nden unwahrscheinlich (z.B. Angst vor Vergeltung). Vergl. Heinrichs, a.a.O., 64. Dagegen Petzold, a.a.O., 428.
[24]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 63 - 65. Weitergehend schreibt H. Strasburger, Herodot und das perikleischen Athen, in: Historia 4, 1955, 1 - 25, 24, dass Herodot besonders den Verdienst der Samier um die Befreiung Ioniens mit auff├Ąlligem Eifer herausstellt, wohl wegen des ihn hart treffenden Schlages der Vernichtung von Samos durch Perikles 439.
[25]S. Einleitung.
[26]Dies ist wahrscheinlich nur im Sinne der modernen Geschichtsforschung zu verstehen. Nach Strasburger, a.a.O., 6 h├Ątte im 5. und fr├╝hen 4. vorchristlichen Jahrhundert niemand Herodot eine Verundeutlichung oder Verschleierung der Abfolgen vorgeworfen. Strasburger verdeutlicht unter Bezugnahme anderer Historienstellen, dass "Reihenfolgen in der Erz├Ąhlung bei Herodot nicht f├╝r das Gewicht einer Aussage beweisend sind".
[27]Gemeint sind demnach B├Âotien und einige ├äg├Ąisinseln.
[28]R. Meiggs, The Athenian Empire, Oxford 1972 h├Ąlt das Metropolisargument der Athener f├╝r fragw├╝rdig. B. Smarczyk, Untersuchungen zur Religionspolitik und politischen Propaganda Athens im Delisch - Attischen Seebund (Quellen und Forschungen zur Antiken Welt 5). M├╝nchen 1990 (=Diss. K├Âln 1984), 318ff. geht auf das Verh├Ąltnis Athens zu seinen Apoiken dagegen erl├Ąuternder ein, unterst├╝tzt von Busolt/Swoboda, a.a.O.
[29]Vergl. P.A. Brunt, The Hellenic League against Persia, in: Historia 2, 1953/54, 135 - 163, 140ff.
[30]So u.a. Heinrichs, a.a.O., Petzold, a.a.O., Busolt, a.a.O. und Strasburger, a.a.O.
[31]Die vorl├Ąufige Vernachl├Ąssigung der Festlandsioner kann m├Âglicherweise auch auf ihrer milit├Ąrisch und wirtschaftlich schw├Ącheren Positionen beruhen.
[32]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 67ff.; Anm. 247; Anm. 250.
[33]Vergl. dazu B. Smarczyk. Andererseits K. Raaflaub, Beute, Vergeltung, Freiheit? Zur Zielsetzung des Delisch - Attischen Seebundes, in: Chiron 9, 1979, 1 - 22.
[34]Besonders f├╝r das attische Flottenkontingent, welches Athen schon seit l├Ąngerer Zeit finanziell ├╝berforderte.
[35]D. Lotze, Selbstbewu├čtsein und Machtpolitik. Bemerkungen zur machtpolitischen Interpretation spartanischen Verhaltens in den Jahren 479 - 477, in: Klio 52, 1970, 255 - 270, 257.
[36]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 76.
[37]Vergl. ebd., 76. Die Athener haben den Ionern auf das Hilfegesuch des Aristagoras entgegen den Spartanern 20 Schiffe zur Unterst├╝tzung bei dem Aufstand gesandt.
[38]Vergl. Smarczyk, a.a.O. und G. Busolt, Griechische Staatskunde, Bd. II: Darstellung einzelner Staaten und der zwischenzeitlichen Beziehungen (bearb. v. H. Swoboda, M├╝nchen 51920 - 26 (HAW IV 1.1.1 (ND 1979)).
[39]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 76.
[40]So behauptet von Petzold, I, a.a.O., 432 - 433. Auch H. N├Âthe bei Busolt, Griech. Gesch., Bd. III.1, a.a.O., 39 (Anm. 1) und Bayer/Heideking, a.a.O., 101; Anm. 5. Bestritten von Heinrichs, a.a.O., 76ff.
[41]Vergl. Petzold, I, a.a.O., 427
[42]Der Streit um den Oberbefehl zur See 481 zwischen Sparta und Athen (Hdt. 8, 3). Die Differenzen bez├╝glich des strategischen Vorgehens am Artemision 480 zwischen Themistokles, Eurybiades und Adeimantos (Hdt. 8, 4f.). Die unterschiedliche milit├Ąrische Lagebeurteilung nach den K├Ąmpfen bei den Thermopylen/Artemision und den daraus zu ziehenden Konsequenzen (Hdt. 8, 40; 49). Die verschiedenen strategisch - taktischen Konzeptionen des Themistokles, Eurybiades und Adeimantos vor der Schlacht bei Salamis am 26. September 480.
[43]Vergl. Steinbrecher, a.a.O., 124.
[44]Vergl. dazu 3.1 und Anm. 34.
[45]Vergl. Busolt, Griech. Gesch., Bd. III.1, 42 beruhend auf Thukl. 1, 91ff.
[46]Vergl. Steinrecher, a.a.O., 129.
[47]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 76.
[48]Vergl. Bayer/Heideking, a.a.O., 101; Anm. 5.
[49]Daf├╝r spricht auch, dass sich die Flottenbewegungen des Jahres 479 wahrscheinlich auf spartanische Initiative zur├╝ckf├╝hren lassen. Vergl. Raaflaub, a.a.O., 13; Petzold, I, a.a.O., 428 (anm. 65).
[50]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 76.
[51]Vergl. Petzold, I, a.a.O., 432; Lotze, a.a.O., 255ff.; G.E.M. de Ste. Croix, The Origins of the Peloponnesian War, London 1972, 89ff.
[52]Vergl. Bayer/Heideking, a.a.O., 103; Steinbrecher, a.a.O., 145.
[53]Der historische Verlauf bis 478 beweist Spartas aktive Rolle im persischen Konflikt.
[54]Vergl. Petzold, I, a.a.O., 432.
[55]Vergl. ebd., 429.
[56]Diese Vermutung halte ich unter Ber├╝cksichtigung von Smarczyk, a.a.O. und Busolt/Swoboda, a.a.O. f├╝r gewagt.
[57]Denkbar f├╝r die Heimkehr der Peloponnesier kann eine Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Oberbefehlshabern sein, bei der die im Vorjahr bei Andros vorgebrachten Argumente eine Rolle spielten: Xanthippos h├Ątte demnach beabsichtigt, die r├╝ckw├Ąrtigen Linien des noch in Griechenland verbliebenen persischen Regiments unter Artabazos zu bedrohen und diesen zum R├╝ckzug zu veranlassen. Leutychides bef├╝rchtete jedoch den gegenteiligen Effekt und lehnte deshalb eine Beteiligung des peloponnesischen Kontingents ab. Vergl. Heinrichs, a.a.O., 79 (Anm. 261).
[58]Vergl. Hdt. 9, 114. M├Âglicherweise waren auch festl├Ąndische Ioner an der Belagerung beteiligt, so H.D. Meyer, a.a.O. Vergl. auch W.W. How/J. Wells, A Commentary on Herodotus. With Introduction and Appendices, 2 Bde., Oxford 21928 (RP 1979 - 1980), 333. Skeptisch geben sich dagegen Heinrichs, a.a.O. und Bayer/Heideking, a.a.O, Anm. 3. Dazu auch Petzold, a.a.O., 437.
[59]Vergl. Hdt. 9, 117.
[60]Vergl. Hdt. 9, 118 - 119.
[61]Artayktes galt zurecht als Sch├Ąnder des sestischen heiligen Bezirkes und verstie├č damit gegen ein grunds├Ątzliches V├Âlkerrecht der Griechen, der Unantastbarkeit von Heiligt├╝mern. Vergl. Busolt/Swoboda, a.a.O., 1263.
[62]Vergl. Hdt. 9, 121.
[63]Vergl. E. Bayer/J. Heideking, a.a.O., 106 - 107.
[64]Vergl. Petzold, a.a.O., 435; 435 (Anm. 122). Die Vermutung eines auch privaten Unternehmens des Xanthippos liegt nahe. Diesen Punkt benutzt Petzold auch ausf├╝hrlich, um die Ansichten von Steinbrecher und H.D. Meyer zu widerlegen. Vergl. Petzold, a.a.O., 345ff.
[65]Nach Bayer/Heideking, a.a.O., 99, veranlassten die Siege von Plataiai und Mykale einen gro├čen Teil der kleinasiatischen Griechen zum Abfall von den Persern. Dem m├Âchte ich in Einvernehmen u.a. mit Brunt, a.a.O., 135 - 136, teilweise widersprechen. Die Situation war nach diesen Schlachten f├╝r die kleinasiatischen Ioner noch zu unklar und unsicher, um sie zum Abfall in gr├Â├čeren Ma├čen zu bewegen und damit der Gefahr persischer Racheakte auszusetzten. Erst die Aktionen, die mit der Belagerung von Sestos einsetzten, schafften die Voraussetzungen f├╝r den zweiten ionischen Aufstand. Vergl. auch Heinrichs, a.a.O., 68. Vergl. dazu Anm. 23. Petzold, a.a.O., 433 dagegen betont, dass eine Aufnahme auch festlandionischer Kontingente m├Âglicherweise bei Abydos durchgef├╝hrt wurde und diese Truppenteile wahrscheinlich auch die Einnahme von Sestos durchgesetzt haben.
[66]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 79ff.
[67]Pausanias' Flottenstrategie im Folgejahr 478 beweist jedoch auch, dass die Interessen der neuen ionischen Inselverb├╝ndeten entgegen weitl├Ąufiger Ansichten von den Spartanern ernstgenommen wurden. Vergl. Heinrichs, a.a.O., 82.
[68]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 78ff.
[69]Vergl. Petzold, I, a.a.O., 428.
[70]Vergl. Strasburger, a.a.O., 13 (Anm. 2).
[71]Vergl. Plut. Arist. 23 - 25; Aristot. Ath. pol. 23
[72]Vergl. Heinrichs, a.a.O., 78ff.

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