Linux - Where do you want to go tomorrow?


LINUX

Where do you want to go tomorrow?







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Ein Referat von Michael Rettig und Mathias Kretzschmar
Linux - eine kurze Geschichte

UNIX ist wegen der weitgef√§cherten Unterst√ľtzung und seiner enormen Verbreitung weltweit eines der beliebtesten Betriebssysteme. Es wurde urspr√ľnglich Mitte der 70er Jahre als Multitasking - Betriebssystem f√ľr Minicomputer und Gro√ürechner entwickelt. Seitdem ist es zu einem der am h√§ufigsten eingesetzten Betriebssysteme √ľberhaupt geworden - trotz seiner manchmal verwirrenden Bedienung und der fehlenden Standardisierung.

Und was ist der wahre Grund f√ľr die Popularit√§t von UNIX? Viele Hacker betrachten UNIX einfach als "The Real Thing" - Das Einzig Wahre Betriebssystem. Daraus ergab sich die Entwicklung von Linux durch eine wachsende Schar von UNIX - Hackern, die sich die H√§nde an ihrem eigenen Betriebssystem schmutzig machen wollten.

Es gibt Versionen von UNIX f√ľr viele Rechnertypen - das reicht vom PC bis zu Supercomputern wie dem Gray Y - MP. Die meisten Versionen von UNIX f√ľr PCs sind ziemlich teuer und unhandlich. Zum Zeitpunkt des Schreibens kostete eine Einzellizenz von AT&T System V f√ľr den 386er mehr als 2000, - DM.

Linux ist ein frei erh√§ltliche Version von UNIX, die in erster Linie von Linus Torvals an der Universit√§t von Helsinki entwickelt wurde. Linux entstand unter Mithilfe von vielen UNIX - Programmierern und - Freaks √ľberall im Internet, und jeder, der genug Know - how und Grips besa√ü, durfte das System weiterentwickeln und ver√§ndern. Der Linux - Kernel enth√§lt keinen Programmcode von AT&T oder von anderen Firmen, und ein Gro√üteil der Software f√ľr Linux wurde innerhalb des GNU - Projektes bei der Free Software Foundation in Cambrdige, Massachusetts geschrieben. Gleichzeitig haben Programmierer aus der ganzen Welt ihren Beitrag zum gr√∂√üer werdenden Pool an Linux - Software beigetragen.

Linux wurde urspr√ľnglich als ein Hobbyprojekt von Linus entwickelt. Es wurde von Minix inspiriert, einem kleinen UNIX - System von Andy Tanenbaum, und die ersten Beitr√§ge zu Linux tauchten in der Usenet - Newsgruppe comp.os.minix auf. In diesen Beitr√§gen ging es meistens um die Entwicklung eines kleinen akademischen UNIX - Systems f√ľr Benutzer, die mit Minix nicht mehr zufrieden waren.

Die ersten Arbeiten an Linux befaßten sich in der Hauptsache mit den Task - Switching - Möglichkeiten im Protected Mode der 80386er CPU und waren vollständig in Assembler geschrieben.

Linus sagt dazu:

Danach ging es z√ľgig voran: immer noch schwierig zu programmieren, aber ich hatte schon Ger√§tetreiber und das Debuggen war einfacher. Zu dieser Zeit begann ich, mit C zu arbeiten, und damit ging alles schneller. Etwa gleichzeitig wurde es mir auch mit der gr√∂√üenwahnsinnigen Idee ernst, "ein besseres Minix als Minix" zu schaffen. Ich hoffte, dass ich eines Tages in der Lage sein w√ľrde, gcc unter Linux zu kompilieren...

Ich brauchte zwei Monate f√ľr ein Grundsystem, aber danach nur etwas l√§nger f√ľr einen Festplattentreiber (voller Fehler, aber zuf√§lligerweise funktionierte er auf meinem Rechner) und ein kleines Dateisystem. Etwa zu der Zeit stellte ich die Version 0.01 zur Verf√ľgung (Ende August 1991): Sie war nicht sch√∂n, sie hatte keinen Treiber f√ľr Diskettenlaufwerke, und sie konnte kaum etwas Sinnvolles tun. Ich glaube nicht, dass irgend jemand diese Version jemals kompiliert hat. Aber ich hatte Feuer gefangen und wollte nicht aufh√∂ren, bevor ich Minix rausschmei√üen konnte.

Die Version 0.01 von Linux wurde niemals √∂ffentlich angek√ľndigt. Der Code war noch nicht einmal ausf√ľhrbar, er enthielt nur die allernotwendigsten Bestandteile des Kernels und setzte voraus, dass zum Kompilieren und Testen ein Minix - System vorhanden war.

Am 5. Oktober 1991 k√ľndigte Linux die erste "offizielle" Version von Linux an: die Version 0.02. Zu diesem Zeitpunkt war er in der Lage, mit bash (GNUs Bournce Again Shell) und gcc zu arbeiten, aber viel mehr war noch nicht lauff√§hig. Allerdings handelte es sich immer noch um ein System f√ľr Hacker. H√∂chste Priorit√§t hatte die Entwicklung des Kernels - keines der Themen Benutzersupport, Dokumentation, Distribution usw. war auch nur angedacht worden. Auch heute noch scheint die Gemeinde der Linux - Entwickler solche benutzerfreundlichen Themen als zweitrangig gegen√ľber der "wahren Programmierung" zu betrachten - der Entwicklung des Kernels.




Linus schrieb dazu in comp.os.minix:

Sehnt Ihr Euch nach den sch√∂nen Zeiten von Minix - 1.1 zur√ľck, als M√§nner noch M√§nner waren und ihre eigenen Ger√§tetreiber schrieben? Fehlt Euch ein Projekt und verlangt es Euch danach, Eure Z√§hne an einem Betriebssystem zu wetzen, das Ihr nach Euren Vorstellungen modifizieren k√∂nnt? Seid Ihr frustriert, wenn unter Minix alles funktioniert? Keine durchwachten N√§chte mehr, um ein nettes Programm zum Laufen zu bringen? Dann k√∂nnte diese Mail genau f√ľr Euch bestimmt sein.

Wie ich vor einem Monat bereits erw√§hnte, arbeite ich an einer freien Version eines Minix - √§hnlichen Systems f√ľr AT - 386er. Das System ist so weit gediehen, dass man damit arbeiten kann (oder auch nicht, je nachdem, was Ihr haben wollt), und ich bin bereit, den Quellcode zwecks weiterer Verbreitung zur Verf√ľgung zu stellen. Es handelt sich erst um die Version 0.02... aber ich habe bereits bash, gcc, GNU make, GNU sed, compress usw. zum Laufen gebracht.

Nach der Version 0.03 setzte Linus die Versionsnummer auf 0.10, da mehr Leute am System mitarbeiteten. Nach einigen weiteren √Ąnderungen erh√∂hte Linux die Versionsnummer auf 0.95, um anzudeuten, dass das System bald reif f√ľr einen "offizielle" Freigabe sein w√ľrde. (Im allgemeinen wird Software erst dann mit der Versionsnummer 1.0 bedacht, wenn sie theoretisch komplett oder fehlerfrei ist.) Das war im M√§rz 1992. Noch einmal anderthalb Jahre sp√§ter, Ende Dezember 1993, trug der Linux - Kernel die Versionsnummer 0.99pl14 - und n√§herte sich asymptotisch der 1.0 an.

Heute ist Linux ein komplettes UNIX, das in der Lage ist, mit dem X Window System, TCP/IP, Emacs, UUCP, Mail - und News - Software (und was Ihnen sonst noch einf√§llt) zu laufen. Fast alle wichtigen freien Softwarepakete sind nach Linux portiert worden, und kommerzielle Software erscheint gerade auf dem Markt. Linux unterst√ľtzt heute viel mehr Hardware als fr√ľhe Versionen des Kernels. Viele Leute haben Benchmarks auf 486er Linux - Systemen durchgef√ľhrt und festgestellt, dass Linux vergleichbar ist mit mittleren Workstations von Sun Microsystems und Digital Equipment. Wer h√§tte je gedacht, dass dieses "kleine" UNIX einmal so gro√ü werden w√ľrde, dass es gegen die gesamte Welt des Personal Computing bestehen k√∂nnte?


Warum die Leute Linux mögen


Warum in alles in der Welt sollten Sie mit Linux arbeiten? Eine gute Frage. Was sie derzeit installiert haben, l√§uft doch - nicht wahr? Vielleicht l√§uft es aber auch nicht. Vielleicht wollen Sie einfach nur etwas Neues ausprobieren, oder Sie haben die Nase voll von der Speichergrenze bei 640K, wenn sie doch 128 MB RAM installiert haben. Hier sind einige Gr√ľnde, warum die Leute zu Linux wechseln:

1.
Es ist kostenlos. Das heißt, dass Linux ein UNIX - Betriebssystem ist, das problemlos weitergegeben werden kann. Sie können Linux kostenlos von jemandem beziehen, der es schon hat, Sie können es aus dem Internet oder von einem Bulletin Board System (BBS) herunterladen, oder Sie können es zu vertretbaren Preisen von einem Händler beziehen, der die Software zu einem Paket zusammengestellt hat (wahrscheinlich mit einigen Extras) und der eventuell auch Support leisten.

2.
Es ist beliebt. Linux l√§uft auf den preiswerten Rechnern mit Intels 286/486/Pentium - CPU und unterst√ľtzt eine gro√üe Zahl von Video - und Audiokarten, CD - ROM - Laufwerken, Festplatten und anderer Peripherie. Linux kann auf EISA -, VLB - und PCI - Systemen eingesetzt werden. Linux wird gerade auf andere Rechnerplattformen portiert, darunter Motorola 680x0, DEC ALPHA, PowerPC und SPARC - Rechner. Weitere Rechnerarchitekturen sind bereits vorgesehen, und die Entwicklung hat erst begonnen.

3.
Es ist m√§chtig. Sie werden erfreut feststellen, wie schnell das System ist - auch wenn viele Prozesse laufen und viele Fenster ge√∂ffnet sind. Linux nutzt die Hardware in optimaler Weise aus. Viele kommerzielle Betriebssysteme (insbesondere MS - DOS) machen dagegen kaum Gebrauch von den Multitasking - F√§higkeiten der 80x86 - Prozessoren. Linux wurde f√ľr diese CPUs entwickelt und nutzt alle ihre F√§higkeiten. Ein Linux - System mit einem ausreichend schnellen Prozessor und genug RAM kann ebenso gut wie, wenn nicht sogar besser als eine teure Workstation unter UNIX arbeiten.



4.
Es ist von hoher Qualit√§t und arbeitet mit hochwertigen Anwendungen zusammen. Linux wird als √∂ffentliches System von Hunderten von Programmierern und Benutzern entwickelt, aber es beh√§lt die urspr√ľngliche Vision und Ausrichtung seines Sch√∂pfers bei: Linux Torvalds. Linux beinhaltet die Arbeit von Universit√§ten, Firmen und Einzelpersonen in Form von hochwertigen Compilern, Editoren, Utilities und Skripten, die in den letzten 25 Jahren entstanden sind. Anders als bei anderen neuen Betriebssystemen steht unter Linux schon jetzt eine gewaltige Anzahl von frei verf√ľgbaren Anwendungen f√ľr Sie bereit, von wichtigen wissenschaftlichen Programmen √ľber Multimedia - Werkzeuge bis hin zu Spielen.

5.
Es ist ein komplettes UNIX. Linux ist ein echtes Multiuser - und Multitasking - Betriebssystem, das auf manchen Systemen sogar mehrere Prozessoren unterst√ľtzt. Es benutzt das X Window System als graphische Benutzerschnittstelle (GUI, Graphical User Interface) und enth√§lt mehrere einfach zu bedienende, konfigurierbare Fenstermanager. Ebenso verf√ľgt Linux √ľber volle Netzwerkunterst√ľtzung (unter anderem TCP/IP, SLIP, PPP, UUCP usw.).

6.
Es ist in hohem Ma√üe kompatibel zu MS - DOS und Windows. Sie k√∂nnen Linux neben anderen Festplattenpartitionen installieren, die DOS oder andere Betriebssysteme enthalten. Linux kann direkt auf DOS - Dateien auf Disketten oder Festplatten zugreifen. Derzeit werden Emulatoren f√ľr MS - DOS und Windows entwickelt, so dass Sie in Zukunft Ihre bevorzugten kommerziellen Anwendungen von Linux aus starten k√∂nnen. Linux l√§uft nicht unter DOS, Windows oder einem anderen Betriebssystem - es arbeitet v√∂llig unabh√§ngig von diesen -, aber es bietet die M√∂glichkeit, mit den verschiedenen Systemen zusammenzuarbeiten.

7.
Es gibt keinen "Blue Screen of Death".

8.
Es ist einfach ein Abenteuer.


Warum soll man eine Linux Distribution erwerben?


Eine Linux Distribution wird von sogenannten Distrubtoren zusammengestellt, darin enthalten ist das Linux Grundsystem und verschiedene Extras die je nach Distrubtor unterschiedlich ist.
Einige von diesen Distrubtoren sind:

    Suse Red Hat Mandrake Caldera

"Warum soll ich eine Distribution kaufen, wenn Linux kostenlos ist?"
Erstens sind Linux Distributionen sehr g√ľnstig (<50 Euro) im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen wie z.B. Windows 98/NT (>100 Euro). Aber es gibt noch mehr Gr√ľnde: Je nach Distribution kann man sein gekauftes Linux frei kopieren und auf beliebig vielen Rechnern installieren - es handelt sich also nicht um eine Einzelplatz - Lizenz. Dazu kommt ein kostenloser Linux Installations - Support per Fax, Mail oder Telefon. Das sch√∂nste an den Distributionen ist aber, dass ein solches Linux Paket eine geballte Ladung von hunderten Megabytes kostenloser Software beinhaltet - unz√§hlige Linux Programme f√ľr jeden Geschmack. Also, warum sich herum√§rgern mit langen Download - Zeiten, Strapazierung der Festplatte und umst√§ndlichen Installationsverfahren? Linux Distributionen sind teilweise so g√ľnstig, dass man wirklich nur die Arbeit f√ľr das Benutzer - Handbuch und das Brennen der CD's bezahlt.






Einsatzgebiete

Linux ist eines der am flexibelsten einsetzbaren Betriebssysteme √ľberhaupt. Die Einsatzgebiete reichen von kleinen Developmentsystemen bis hin zum ausgewachsenen Supercomputer. Nachfolgend sollen nur ein paar der wichtigsten Gebiete aufgezeigt werden.

    Linux als Schulungsrechner
Aufgrund der offenen Struktur des Betriebssystems und der zahlreich vorhandenen Dokumentation bietet sich Linux als System sowohl f√ľr UNIX Anf√§ngerkurse als auch f√ľr Systemadministrations - oder Programmierkurse an

    Linux als Web Server
Als wohl eines der preiswertesten und zudem noch leistungsf√§higsten Web Server Systeme befindet sich Linux unter den Top 5 der meistverwendeten Betriebs systeme im Web Server Einsatz. Als "LAMP" - System (Linux, Apache, MySQL, PHP) ist es f√ľr die meisten Internet/Intranet Server mehr als geeignet. F√ľr gr√∂√üere L√∂sungen bietet sich beispielsweise Adabas D der Software AG als Datenbank an.

    Linux als Internet Router
Aufgrund seiner Flexibilit√§t und der vielfach vorhandenen Treiber f√ľr Netzwerk - und ISDN - Hardware ist Linux ein ideales System, um das eigene Netzwerk ans Internet zu bringen oder Telearbeitspl√§tze preisg√ľnstig an die eigene Firma anzubinden.

    Linux als Firewall
In vielen F√§llen wird der Linux - Rechner gleichzeitig als Router und Firewall eingesetzt. Die Netzwerkm√∂glichkeiten und Konfigurationsoptionen erg√§nzen sich hier zu einer der preisg√ľnstigsten und flexibelsten Firewalls. Freie Firewall - Software wie das sinus Firewall - Toolkit tun neben den schon vorhandenen leistungsfd√§higen Kernel - Optionen ihr √ľbriges.

    Linux als Development System
Viele Firmen gehen mittlerweile dazu √ľber, ihre kommerziellen Applikationen zuerst auf Linux zu entwickeln und sp√§ter auf andere Betriebssysteme zu portieren.

    Linux als Hochleistungsrechner
Firmen wie Digital Domain und die NASA machen es vor: Linux hat auch in der Oberliga seinen Platz verdient. So wurden die Animationen im Film "Titanic" mit Linux - Rechnern berechnet, Linux cluster mit dem bei der NASA entwickelten Beowulf system befinden sich mittlerweile unter der Top 500 der schnellsten Rechner der Welt

    Und vieles mehr.


Linux ist mittlerweile von einem kleinen, unscheinbaren Betriebssystem, was oftmals als Studentenspielzeug bezeichnet wurde, zu einem professionellen System gewachsen, welches kommerziellen Betriebssystemen sehr leicht das Wasser reichen kann.
Bekannte Firmen wie Sixt, Cisco Systems Inc., Corel, Software AG und viele andere setzen heute erfolgreich Linux ein.

Linux in Firmen

Im Vergleich zu kommerziellen Systemen wie beispielsweise Windows NT, ist Linux gr√∂√ütenteils kostenlos. Es stehen hier also ca. 90 DM gegen√ľber ca 2.000 DM bei Windows NT. Gibt es also noch irgendeinen Grund daf√ľr, Windows NT gegen√ľber Linux zu bevorzugen?
Einige der Hauptgr√ľnde, die von IT Beratern immer wieder herangezogen werden, ist das angebliche Fehlen von kommerziellem Support, dem immer noch vorherrschenden Hacker - und Bastlerstatus (Gerne wird hier der altbew√§hrte Spruch "Never change a running system" zu "Never run a changing system" umgedreht), die durch den offenen Quellcode entstehenden Sicherheitsrisiken und last but not least das Fehlen von kommerziellen Applikationen wie Lotus Domino oder Microsoft Backoffice herangezogen.
Bis auf den letzten Punkt können alle genannten Punkte mit ruhigem Gewissen widerlegt werden.

Kommerzieller Support


Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Firmen, die Linux - bezogene Dienstleistungen anbieten. Von der Installation, √ľber Schulungen, bis hin zur kompletten Systemadministration ist eigentlich alles abgedeckt. Firmen wie SuSE, ID Pro, Innominate und viele mehr bieten neben bundesweiten Schulungsreihen Distributionen mit Business Support L√∂sungen.
Die Firma Innominate bietet √ľbrigens auf http://linux - biz.de/ eine Liste von Firmen, die kommerziellen Support bieten, an.
Weiterhin gibt es unzählige Supportmöglichkeiten im Internet. In IRC - Kanälen wie #LinuxGer und #Linux.de, bzw. in unzahligen USENET Newsgroups, Mailinglisten und WWW Servern bieten hochqualifizierte Antworten und in vielen Fällen sofortige Problemlösungen zu den meisten Fragen, und zwar ohne teuren Supportvertrag, der bei den meisten kommerziellen Betriebssystemen notwendig wird.

Hacker - und Bastlerstatus


Es stimmt: Linux entwickelt sich schnell. Bei der Masse an Entwicklern, die am Linux - Projekt beteiligt sind, ist das Interval bei Neuerscheinungen relativ kurz. Aber: man ist keinesfalls gezwungen, jeden kleinen Schritt mitzumachen. Innerhalb der Kernelentwicklung gibt es zwei verschiedene Hauptlinien, den stabilen und den Entwicklerkernel.
Beim stabilen Systemkern bestehen die eventuellen √Ąnderungen haupts√§chlich aus dem Eliminieren von Sicherheitsl√∂chern oder anderen Fehlern. Neue Funktionalit√§ten, Treiber und grundlegende Ver√§nderungen werden ausschlie√ülich im Entwicklerkernel durchgef√ľhrt. Dieser durchl√§uft eine langwierige und intensive Testphase ("kernel freeze"), bis er zum n√§chsten stabilen Kernel wird. Dem Benutzer steht also frei, ob er ein stabiles System verwenden oder die neuesten Funktionen und Treiber ausreizen will.

Linux und Systemsicherheit


Aufgrund der offenen Entwicklungsstruktur kann man Linux als eines der sichersten und auch stabilsten Betriebssysteme bezeichnen. Fehler und Systeml√ľcken k√∂nnen dadurch von jedem, der Einblick in den Quellcode hat (also jedem!) erkannt, analysiert und auch behoben werden. Wer die Security - Mailinglisten verfolgt, stellt schnell fest, dass zu einem festgestellten Fehler zumeist innerhalb von Stunden eine Fehlerl√∂sung und ein Patch zur entsprechenden L√ľcke bekanntgegeben werden.
Kommerzielle Betriebssysteme wie Windows NT, Solaris oder HP - UX stehen in der Anzahl der bekanntgegebenen Sicherheitsl√ľcken in nichts nach. Der Benutzer muss hier jedoch auf die vom Hersteller herausgegebenen Patches warten, und muss zudem noch sehr oft einen teuren Supportvertrag abschlie√üen, damit er diese √ľberhaupt beziehen kann.

Kommerzielle Software


Es stimmt: es gibt bis jetzt noch kein Lotus Domino oder Microsoft Backoffice Produkte f√ľr Linux. Diese Firmen sehen in Linux einfach noch keinen Markt bzw. haben kein Interesse daran, f√ľr ein freies Beriebssystem Produkte herauszugeben. Hier ist noch einiges an √úberzeugungsarbeit gegen√ľber den Herstellern zu leisten, obwohl Linux oftmals schon erfolgreich in ebendiesen Unternehmen eingesetzt wird, und sei es nur als Web Server. So bieten viele Firmen schon ihre Produkte f√ľr Linux an, bzw. haben erfolgreiche Testl√§ufe hinter sich, bieten jedoch keinen kommerziellen Support f√ľr ihr Produkt auf Linux an. So entscheiden sich viele Kunden f√ľr den Einsatz von Windows NT anstatt f√ľr Linux, obwohl letzteres geringere Kosten, eine h√∂here Betriebsstabilit√§t und Flexibilit√§t gebracht h√§tte.
Oftmals, vielleicht sogar bei den meisten Anforderungen, kann man dieses Manko jedoch auch durch freie Software vollkommen ausmerzen. So bieten Datenbank - systeme wie MySQL in Verbindung mit PHP und dem weltweit erfolgreichsten Web Server Apache eine Flexibilitat und Leistungsfähigkeit, die seinesgleichen sucht. Im Vergleich zu Windows NT und Active Server Pages haben Entwickler bei letzterem System schon des öfteren graue Haare bekommen und sich die Nächte um die Ohren geschlagen.
Auch im Desktop Einsatz bietet Linux vielf√§ltige M√∂glichkeiten. Es gibt zwar kein Microsoft Office f√ľr Linux (und es wird wohl auch nie verf√ľgbar sein), aber daf√ľr andere Alternativen. Durch Star Office und ApplixWare stehen dem Linux Anwender leistungsf√§hige Office Suiten zur Verf√ľgung, die auch dem System von Bill Gates Sekret√§rin das Wasser reichen k√∂nnen. Freie Desktop - entwicklungen wie KDE (K Desktop Environment) tun ihr √ľbriges, um Linux als Desktopsystem attraktiv zu machen. So arbeiten mittlerweile sogar Anwaltskanzleien mit Linux sowohl als Server - als auch als Desktopsystem.
Es sind also schon einige Firmen auf dem Linux Markt vertreten, und es werden stetig mehr.
Firmen wie Corel, Oracle, Sybase, Informix und Netscape haben offiziell Produkte und Support f√ľr Linux angek√ľndigt, viele weitere folgen. Es gehen sogar Ger√ľchte um, dass Microsoft intern einige seiner Produkte auf Linux testet. Ob eine Linux Version von Microsoft Office doch nicht ausgeschlossen ist? Das wird die Zeit zeigen.

Linux, der Nachfolger von Windows NT?

Linux hat seid seiner "Geburt" 1991 einen fast kometenhaften Aufstieg erleben k√∂nnen. Es scheint, dass Linus Torvalds sein Ziel "World Domination, fast" doch noch erleben k√∂nnte. Wird Linux den Markt von Microsoft Windows NT √ľbernehmen k√∂nnen? Wohl kaum. Bei einer momentanen Benutzerzahl von 5 gegen√ľber weit √ľber 200 Millionen w√§re es doch etwas √ľberheblich so etwas zu behaupten. Als Fernziel ist ein solcher Marktanteil jedoch durchaus im Bereich des m√∂glichen. Firmen wie SUN und IBM gehen mittlerweile dazu √ľber, Linux zumindest als alternatives Betriebssystem anzubieten. Apple, Digital, SUN und unz√§hlige Hardware - Hersteller sind mittlerweile aktiv an der Linux - Entwicklung bzw. Portierung beteiligt und besch√§ftigen sogar dediziert abgestellte Mitarbeiter.
Wenn man vergleicht, welchen Benutzerstamm Microsoft in den ersten sieben Jahren entwickelt hat (1981 wurde MS - DOS vorgestellt) und wie Linux momentan vom Weltmarkt akzeptiert wird, kann man nur gespannt sein. Die notwendigen Vorraussetzungen wie qualitativ hochwertiger Support, ein einheitliches und leistungsf√§higes Desktop System, sowie kommerzielle Produkte, die den Markt abdecken, sind in vollem Gange oder schon verf√ľgbar.
Im internationalen Vergleich liegt Linux mittlerweile mit 14 % auf Platz 4 der Beliebtheitsskala f√ľr UNIX Systeme, hinter HP - UX, AIX und SunOS/Solaris.
Es wird sich zeigen, ob sich die Revolution im Softwarebereich, ausgelöst durch freie Entwicklungen und letztendlich auch das Internet sich in den nächsten Jahren weiter ausweiten und gegen die Marketingmaschinen der großen Riesen ankämpfen kann.

Der Kernel


Der Kernel ist das "Herz" des gesamten Systems. Im Kernel laufen alle F√§den zusammen: die Speicherverwaltung, die F√ľhrung der Proze√ütabellen, Management von Multitasking - und - user - F√§higkeit, die Verwaltung der und die Zugriffe auf die Dateisysteme, die Treiber f√ľr die Zugriffe auf die jeweilige Hardware, etc.

X Window System

Linux unterst√ľtzt auch mehrere Windowing (Fenster - basierte) - Systeme, von denen das popul√§rste das X Window System (kurz X) vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) ist.
Im Jahre 1984 gr√ľndeten Forscher am MIT das Projekt Athena, dessen Hintergrund die Entwicklung einer grafischen Schnittstelle war, die auf Workstations oder in Netzwerken unterschiedlicher Art laufen w√ľrde. In fr√ľhen Phasen der Forschung zu X wurde sofort klar, dass X Hardware - unabh√§ngig sein m√ľsse, um diese Aufgabe zu erf√ľllen. Ebenso musste es transparenten Netzwerkzugang zur Verf√ľgung stellen. Daher wurde X nicht nur als ein Window - System, sondern auch als ein auf das Client - /Server - Modell basierendes Netzwerkprotokoll entwickelt.

X wurde von Robert Scheifler und Ron Newman, beide vom MIT, und Jim Gettys von DEC entwickelt. X unterscheidet sich erheblich von anderen Windowing - Systemen (z.B. Microsoft Windows), auch in Hinsicht auf das Anwender - Interface. Dieser Unterschied basiert hauptsächlich auf einem Konzept, das als "Werkzeugbank" - oder "Werkzeugkasten" - Funktion bezeichnet wird. Das heißt, X lässt Sie jeden Aspekt seines Verhaltens durch ein umfangreiches Sortiment von Programmierhilfen kontrollieren.

Generell stellt X hochaufl√∂sende Grafiken √ľber Netzwerkverbindungen mit hoher Geschwindigkeit und hohem Durchsatz zur Verf√ľgung. Kurz, X baut auf die modernste zur Zeit verf√ľgbare Window - Technologie auf. Einige Anwender werten die Komplexit√§t von X als einen Nachteil und haben wahrscheinlich recht. Es gibt einfach so viele Optionen, von denen der normale Anwender sehr schnell √ľberw√§ltigt werden kann.

Mit Microsoft Windows vertraute Anwender werden die Arbeitsweise von X besser verstehen, wenn Sie sie mit der Beziehung zwischen DOS und Microsoft Windows 3.11 vergleichen. Das grundliegende Linux - System ist als Befehlszeilen - Interface immer vorhanden und bleibt aktiv und zug√§nglich, auch wenn der Anwender die X - Umgebung benutzt. X l√§uft insofern √ľber dem zugrundeliegenden Linux - System. In der X - Umgebung kann ein Anwender √ľber ein Shell - Fenster auf das Linux - Befehlszeilen - Interface zugreifen. (Dies scheint zumindest ebenso zu funktionieren wie in Microsoft Windows, in dem ein MS - DOS - Eingabefenster verf√ľgbar ist.) Von diesem Shell - Fenster aus kann der Anwender Befehle ausf√ľhren und den Arbeitsablauf von Systemprozessen beobachten.

X ermöglicht den Benutzern einer ganzen Reihe von Window - Managern. Jeder dieser Manager schaut anders aus und wirkt anders. Einige (wie twm) wirken recht nackt und technisch, während andere durchaus attraktiv und sehr modern sind. Es gibt sogar einen X - Window - Manager, der dem Windows - 95 - Look nacheifert. Andere Plattformen werden ebenso nachgebildet, z.B. das NeXT Window System und das Amiga Workbench - System.


Und hier noch einmal die wichtigsten Eigenschaften im √úberblick:

    Multitasking: Mehrere Programme laufen gleichzeitig ab. Multiuserbetrieb: Mehrere Benutzer k√∂nnen gleichzeitig auf der selben Maschine arbeiten. (Sie brauchen keine Mehrbenutzer - Lizenz!) L√§uft im 386 - Protected - Mode mit Speicherschutz f√ľr die Prozesse: d.h. ein h√§ngender Proze√ü kann nicht den ganzen Computer zum Absturz bringen. "demand loads executables": Linux l√§dt nur die Programmteile in den Speicher, die gerade ben√∂tigt werden. "shared copy - on - write pages": Mehrere Prozesse k√∂nnen sich denselben Speicher teilen. Wenn einer der Prozesse versucht in diesen Speicher zu schreiben, wird der Inhalt dieses 4KB gro√üen Blockes in einen anderen Speicherbereich kopiert. "Copy - on - write" hat zwei Vorteile: h√∂here Geschwindigkeit und geringeren Speicherbedarf. Virtueller Speicher durch Paging: Auslagern einzelner Speicherseiten (nicht Prozesse) auf die Festplatte. Dabei ko√∂nnen die Daten entweder auf eine separate Partition oder in einer Datei ausgelagert werden. Man spricht hier im allgemeinen von "swapping areas" auch wenn es sich eigentlich um "pageing" handelt. Der gro√üe Vorteil von Linux ist dabei, die M√∂glichkeit zur Laufzeit neue Bereiche hinzuzuf√ľgen. Theoretisch w√§re es M√∂glich 16 Bl√∂cke mit je 128 MB Gr√∂√üe (Gesamt 2GB) als "swapping area" zu benutzen. Freie Speicherverf√ľgbarkeit f√ľr Programme und Cache: Freier Speicher wird solange als Cache genutzt, bis ein Anwendungsprogramm mehr Speicher anfordert, in diesem Fall wird der zuvor durch den Cache belegte Speicher sofort wieder freigegeben. Dynamische (DLL's) und statische Libraries. Core - Dump f√ľr eine Programmanalyse und zum Debugging nach einem Programmabsturz. Quellcode - kompatibel zu POSIX, System V und BSD. Durch den iBCS2 - Emulator k√∂nnen die meisten SCO - Bin√§rdateien (SVR3 und SVR4) ausgef√ľhrt werden. POSIX Job - Kontrolle. Vollst√§ndig verf√ľgbarer, freier Quellcode des Kernels, aller Treiber und nahezu aller Programme rund um das Linux Systems. Pseudoterminals (pty's) Virtuelle Consolen: Dadurch paralleles Arbeiten mit unabh√§ngigen Login - Sessions m√∂glich (unabh√§ngig von der Video - Hardware). Coprozessor - Emulation im Kernel. Wenn kein Mathematischer Coprozessor im System verf√ľgbar ist, wird dieser emuliert. Besitzt der Rechner einen Coprozessor, wird dieser vollst√§ndig genutzt. Unterst√ľtzung vieler nationaler und anwenderdefinierter Tastaturen. Eine Anpassung an spezielle Tastaturen ist sehr einfach m√∂glich. Zugriff auf MS/DR - DOS (schreiben und lesen) und OS/2 Partitionen (nur lesen) ist m√∂glich (bisher nur unkomprimierte Partitionen). CD - ROM Dateisystem Unterst√ľtzung: Alle standard CDROM - Formate k√∂nnen gelesen werden. Netzwerk - Unterst√ľtzung einschlie√ülich TCP/IP, ftp, telnet, NFS, etc. sowohl √ľber Netzwerk - Karten als auch √ľber serielle (SLIP,PPP) und parallele (PLIP) Schnittstellen. Unterst√ľtzung der meisten landesspezifischen Tastaturbelegungen und Mehrere virtuelle Konsolen: Mit Hot - Keys k√∂nnen bis zu 64 virtuelle Konsolen ausgew√§hlt werden. Auf jeder dieser Konsolen kann sich der Benutzer einloggen und dort Programme starten. Mit einem speziellen Dateisystem (UMSDOS) ist sogar eine Installation auf einer MS - DOS Partition m√∂glich. Linux verf√ľgt √ľber ein erweitertes Dateisystem mit dem theoretisch bis zu 4 TB adressiert werden k√∂nnen. Dateinamen k√∂nnen bis zu 255 Zeichen lang sein. Ausserdem unterst√ľtzt Linux die Dateisysteme minix - 1, Xenix und System V.


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