Oskar Claude Monet

Oskar Claude Monet




Der Impresssionismus bezeichnet die zwischen 1860 und 1870 in Frankreich entstandene Kunstrichtung, dessen bekanntester Vertreter Claude Monet war. Die Impressionisten verzichteten auf die genaue Darstellung von Details. Wichtig war der erste Eindruck (franz. L'impression ), wie auch die Farbe eine große Rolle spielte. Gemalt wurden die Bilder in Schnellmalweise in vielen einzelnen aufgetragenen Flecken, die zusammen ein Ganzes bildeten. Ein Gegenstand wurde nicht mehr in der einzigen GedĂ€chnisfarbe, sondern in vielen verschiedenen Farbtönen wiedergegeben. Dieses neue VerstĂ€ndnis der Farbe war eine Entdeckung der Freilichtmalerei. Der Gewinn an Dynamik war fĂŒr die Impressionisten von großer Bedeutung, der sie ĂŒber den Verlust an Deutlichkeit hinwegsehen ließ. Die wichtigsten KĂŒnstler dieser Zeit waren: Camille Pissaro (1830 - 1903), Edgar Degas (1834 - 1917), Alfred Sisley (1839 - 1899), Auguste Renoir (1841 - 1919) und Claude Monet (1840 - 1929), von dem dieses Referat handelt.


I. Leben und Begegnungen


Am 14.Nov. 1840 wurde Oskar Claude Monet in Paris geboren. Doch schon bald zwang die Wirtschaftskrise dieser Zeit den Vater und KolonialwarenhĂ€ndler Claude Adolphe Monet mit seiner Familie nach Le Havre umzusiedeln, wo er sich am Großhandelsunternehmen seines Schwagers beteiligen konnte. In dieser Stadt verbrachte Claude seine Kindheit und legte einen Grundstein fĂŒr seine spĂ€tere Karriere als KĂŒnstler. Zeichnungen von der See oder von FlĂŒssen sollten seine HauptbeschĂ€ftigung sein: "Die Seine. Ich habe sie mein Leben lang gemalt, zu jeder Stunde, jeder Jahreszeit..."
Der Zeichenunterricht in der Schule schien keinen großen Einfluß auf ihn gehabt zu haben, aber dennoch lernte er dort witzige Zeichnungen und die Karikatur kennen, mit der er spĂ€ter ĂŒber lange Zeit seinen Lebensunterhalt verdienen sollte. Kurz vor dem Schulabschluß wollte der junge Monet die Gymnasiumszeit abbrechen, was nicht gerade den Vorstellungen des Vaters entsprach. Das sowieso nicht sehr gute VerhĂ€ltnis verschlechterte sich noch mehr. Nach dem frĂŒhen Tod seiner Mutter (1857) nahm sich eine Tante namens Marie - Jeanne Lecadre Miderhall seiner an.
Mit seinen Karikaturen machte er sich bald einen Namen und verdiente fĂŒr die damaligen VerhĂ€ltnisse recht gut. " Mit 15 Jahren war ich in ganz Le Havre als Karikaturist bekannt... Ich ließ mir meine PortrĂ€ts bezahlen... hĂ€tte ich weitergemacht, wĂ€r ich heut MillionĂ€r. "
Seine Karikaturen machten bald Louis EugĂšne Boudin auf ihn aufmerksam, der sich mit der Landschafts - und Marienemalerei beschĂ€ftigte und zur gleichen Zeit in Le Havre aufhielt. Seine Bilder entsprachen zwar nicht dem damaligen Geschmack ( Monet fand jene anfangs abscheulich), doch nach mehreren gemeinsamen MalausflĂŒgen spĂŒrte Monet immer mehr, dass Boudin mit seiner Aussage Recht hatte: Bilder, welche im Freien und nicht im Atelier entstanden sind, wiesen eine stĂ€rkere Lebendigkeit auf.
So entdeckte Monet, dass ein Gegenstand aus viel mehr Farbtönen als aus der bisher angenommenen Gegenstandsfarbe besteht, und im Atelier nie die genauen LichtverhÀltnisse aus der Natur nachgemalt werden können. Diese Methode im Freien zu malen war noch sehr jung und konnte erstmals etwa 40 Jahre vor Monet mit der Erfindung der Tubenfarbe umgesetzt werden.
Einmal begleitete Monet Boudin nach Honfleur, wo er ĂŒber den Umgang so wie die Beobachtung von Tonwerten, Perspektive und Licht unterrichtet wurde. Immer mehr erfaßte der junge Monet die Idee Boudins Malerei und verwirklichte sie spĂ€ter in einem Maße, wie es Boudin nicht vermochte.
Mit diesem VerstĂ€ndnis der Farbigkeit beschloß Monet Maler zu werden und ging zum Studium nach Paris. Da er nicht mit der UnterstĂŒtzung seines Vaters rechnen konnte, kamen ihm seine aus den Karikaturen erzielten EinkĂŒnfte und Ersparnisse recht. Nach seiner Ankunft in Paris 1830 traf er auf den ehemaligen Lehrer Boudins Constant Troyon, von dem er zuvor viele Bilder im" Salon" - eine Ausstellung, die alle zwei Jahre stattfand - gesehen und bewundert hatte. Troyon entdeckte Monets Talent und gab ihm den Rat, zuerst exaktes Zeichnen zu lernen. Dies schien Monet unverstĂ€ndlich, da er die Farbe und nicht das Erkennen von GegenstĂ€nden als wesentlich ansah. Die von Troyon vorgeschlagene Ausbildung stieß jedoch bei Monets Vater auf Zustimmung, so dass seinem Aufenthalt in Paris nichts mehr im Wege gestanden hĂ€tte, doch entschied sich der eigenwillige junge Mann dagegen. Stattdessen besuchte er die freie AcadĂ©mie Suisse, in der die SchĂŒler an lebenden Modellen und ohne stĂ€ndiger Zurechtweisung der Professoren malen konnten.
Neben Gustave Courbet arbeiteten auch EugĂšne Delacroix, Camille Pissarro und spĂ€ter auch CĂ©zanne in dieser Akademie. Hier nahm die Freundschaft zu Pissarro ihren Anfang und seit 1860 interessierte sich Monet zunehmend fĂŒr Bilder von Delacroix und Daubigny. Erste Kontakte zu den realistischen Malern und Schriftstellern, deren Kopf Courbet war, waren geknĂŒpft.


Realismus = allg. Bezeichnung fĂŒr die Abbildlichkeit dargestellter Wirklichkeit (oft Synonym mit Naturalismus gebraucht)... Realistische Kunst bekennt sich zur Darstellung der vorgefundenen alltĂ€glichen anstelle einer "höheren" RealitĂ€t, zur kritischen Zeitgenossenschaft.

( zitiert nach Brockhaus, in fĂŒnf BĂ€nden, 8. Auflage)


Im FrĂŒhjahr 1861 war Monet fĂŒr 7 Jahre nach Algerien zum MilitĂ€r einberufen worden. Er empfand diese Zeit fĂŒr seine Malerei als Gewinnbringend: " Die EindrĂŒcke von Licht und Farbe, die ich dort unten erhielt, begannen erst spĂ€ter zu formieren, doch der Keim meiner zukĂŒnftigen BemĂŒhungen liegen hier."
Doch schon im FrĂŒhjahr 1862 erkrankte er an Typhus und wurde fĂŒr 6 Monate zurĂŒck nach Le Havre zur Erholung geschickt, wo er auf den hollĂ€ndischen Maler Johan Barthold Jongkind traf, dessen Bilder er schon in Paris gesehen hatte und dessen mit knappen Farbaufstrichen gemalten Landschaften ihn beeinflußten. " Jongkind war mein wirklicher Lehrer, und ich verdanke ihm die endgĂŒltige Schulung meines Auges."
Etwas spĂ€ter kaufte ihn seine Tante vom MilitĂ€rdienst unter der Bedingung los, dass er nach Paris zu einem anerkannten Lehrer gehen wĂŒrde. Der von der Familie ausgesuchte Maler August Toulmouche empfahl Monet aber in das freie Atelier des akademischen Malers Charles Gleyre einzutreten. Dort blieb er vermutlich bis zum FrĂŒhjahr 1864. In diesem Atelier traf er auf Auguste Renoir, Alfred Sisley, zwei bedeutende Impressionisten seiner Zeit, und FrĂ©dĂ©ric Bazille, der Monets Bilder bewunderte und ihn so gut wie möglich unterstĂŒtzte. Aufgrund seiner finanziellen Not beschloß Monet, mit seinem Freund Bazille ein gemeinsames Atelier zu beziehen.
Im MĂ€rz 1865 reichte Monet erstmals zwei Bilder fĂŒr den " Salon" ein, die beide angenommen wurden. Es waren zwei LandschaftsgemĂ€lde, die bei Honfleur entstanden sind. "Das war ein großer Erfolg... ich stĂŒrzte mich auf die Freilichtmalerei."
In den nĂ€chsten Jahren malte Monet viele Landschaftsbilder, jedoch versuchte er sich auch im Portraitmalen und integrierte Personen in seine Landschaft. Er bekam viel Aufmerksamkeit fĂŒr sein Portrait von seiner Geliebten Camille Doncieux. Nicht ganz ohne Hintergedanken heiratete Monet Camille 1870. Denn er wollte dem sich anbahnenden Krieg gegen Preußen als Soldat entkommen. Er zog mit seiner Familie in die Normandie.
Noch im selben Jahr reiste er mit Pissarro und Boudin nach London. In dieser Zeit war er weniger produktiv, was die geringe Anzahl der gemalten Bilder belegen. Hier erreichte ihn auch die Nachricht vom Tod seines Vaters.
Aufgrund der Unruhen im eigenen Land beschloß er, 1871 nach Holland zu reisen. Monet war von diesem Land und ihren Malern begeistert und wurde wieder kreativer. Bei seiner RĂŒckkehr nach Paris brachte er ĂŒber zwanzig Landschaftsbilder mit. Sein flĂŒssiger Pinselstrich, die licht - und luftdurchflutete Malweise, die freie Komposition und die ganzheitliche Bildauffassung stießen bei Boudin auf Begeisterung: "Er hat aus Holland unglaublich viele schöne Studien mitgebracht, und ich glaube, dass er das Zeug hat und an der Spitze unserer Bewegung stehen wird."Wenig spĂ€ter zog Monet mit seiner Frau Camille und seinem Sohn Jean nach Argenteuil, wo seine bekannten Pappelbilder am Flußarm bei Argenteuil entstanden sind.
1974 eröffnete die vor kurzem gegrĂŒndete Anonyme KĂŒnstlervereinigung, darunter auch Monet, eine Ausstellung. Die Kritik des Publikums war jedoch groß. Der Schriftsteller Louis Leroys schrieb nach dem Besuch der Ausstellung in einem satirischen Blatt ĂŒber Monets GemĂ€lde Impression, soleil levant: " Impression, wußte ich es doch; denn ich bin impressioniert, also muss es sich um eine Impression handeln... welche Freiheit! Welche Leichtigkeit des Handwerks! Eine Tapete im Urzustand ist ausgearbeiteter als dieses SeestĂŒck!" Dieser Kritik verdankte der Impressionismus seinen Namen.
Monet widmet sich nun viel der Marinemalerei; unzĂ€hlige Bilder zeigten seinen Sohn und seine Frau, die er sogar 1879 auf dem Sterbebett malte. Ein Jahr zuvor zog er von Argenteuil nach VĂ©theuil, wo das Ehepaar Monet ihren zweiten Sohn Michel bekam. Monet geriet jetzt oft in finanzielle Schwierigkeiten und bekam von Édouard Manet große UnterstĂŒtzung. Es folgten nun regelmĂ€ĂŸig MalausflĂŒge in die Normandie.
Nach Reisen wie nach FĂ©camp, Poissy, Etretat und Holland verbesserte sich seine finanzielle Lage immer mehr; er kauft 1890 ein Haus mit GrundstĂŒck in Giverny. Zwei Jahre spĂ€ter heiratete er Alice HoschedĂ©, mit der er bis zu seinem Tod 1926 dort wohnen blieb. Er widmete sich in dieser Zeit den GemĂ€lden von Pappeln, Heuschobern und Kathedralen. Die VerĂ€nderlichkeit des Lichts zu jeder Stunde beeindruckte ihn, die er in den Zeichnungen der Kathedrale von Rouen festhielt. Jetzt unternahm er nur noch wenige Reisen, wie nach Norwegen oder nach Venedig.
Immer mehr war jetzt auch sein Sehvermögen aufgrund seiner immer stÀrker werdenden Augenkrankheit Star beeintrÀchtigt, was auch zum Teil bei seinen letzten Bildern bemerkt werden kann. Monet starb nach einem schaffensreichen Leben in seinem 86. Lebensjahr wahrscheinlich an Lungenkrebs.

II. Neuheiten, EinflĂŒsse und Werk


Sein VerstĂ€ndnis von der impressionistischen Malweise war schon sehr frĂŒh durch Boudin geprĂ€gt. Der erste Eindruck konnte demnach nur durch die Malerei im Freien festgehalten werden: " Alles, was unmittelbar an Ort und Stelle entsteht, besitzt die Kraft, eine IntensitĂ€t und Lebendigkeit, die sich im Atelier nicht nachschaffen lasst." So lernte Monet bei ihm vor allem die VerĂ€nderlichkeit der GegenstĂ€nde durch das Licht.

Mit einer recht großen Farbpalette und schnellen Malweise ĂŒbte er sich nun in den nĂ€chsten Jahren hauptsĂ€chlich im Darstellen von Landschaften. Von Jongkind wurde Monet mit seinen sehr knappen und flĂŒchtigen Pinselstrich beeinflußt.
Nachdem er sich nun mit der Landschafts - und Marinemalerei beschĂ€ftigt hatte - wie Weg zum Hof Saint - SimĂ©on bei Honfleur (1864) oder Die Straße von Chailly (1865) - kam das Problem auf, Figuren in der Landschaften zu integrieren. Er fĂŒgte diese in eine perspektivisch tiefrĂ€umlich gestaltete Landschaft ein. Durch Erstreben nach Abstraktion wird z.B. der Himmel oder das Laubwerk in vielen, pastosen und eigenwertigen Flecken wiedergegeben. Bei denen durch das Sonnenlicht entstehenden hellen und dunklen FlĂ€chen setzt Monet mal einen breiten, flĂ€chigen, mal einen pastosen, kleinteiligen Farbauftrag ein. Ein schönes Beispiel dafĂŒr ist das 1865 entstandene FrĂŒhstĂŒck im GrĂŒnen.
Monet unterschied sich auch bei seiner Darstellung von Personen gegenĂŒber dem Großteil seiner Zeitgenossen. Er reprĂ€sentierte mit den Personen keinen bestimmten Typus, sondern stellte das Individuum dar. Sein GemĂ€lde Camille hebte sich aber nicht nur durch dieses Kriterium von anderen Bildern ab, sondern er verwendete, wie auch schon beim FrĂŒhstĂŒck im GrĂŒnen, einen pastosen und sichtbaren Farbauftrag.
Die Farbenlehre Delacroixs spielte fĂŒr ihn eine große Rolle. Seine sehr farbbetonten GemĂ€lde lehrten Monet die Darstellung des KomplimentĂ€r - kontrastes im Bild. Ausserdem lernte er die Schatten nicht mit Grau oder Schwarz zu verdunkeln. FĂŒr Delacroix war das Grau der "Feind der Malerei". Er hatte vielmehr entdeckt, dass die Schatten eines farbigen Gegenstandes ihre KomplimentĂ€re annehmen. Also nimmt z.B. ein roter Gegenstand einen grĂŒnen Schatten an.
Bei seinem Bild Quai du Louvre, eine Darstellung von Paris mit Blick auf den Louvre, verwendete er erstmals eine sehr helle Farbpallete. Doch sollten Stadtbilder fĂŒr ihn, nicht wie im Vergleich zu Degas oder Manet, keine große Rolle spielen. Durch seine Kindheit auf dem Land bevorzugte er die Natur und deren Malerei.
1867 benutze er erstmals bei der Terrasse am Meeresufer von Sainte - Adresse die von Delacroixs entdeckten farbigen Schattenwirkungen, mit einen violetten Schatten. ZusĂ€tzlich tauchten bei ihm die kontrastierenden Farben Rot und GrĂŒn auf, die in seinen folgenden Bildern eine große Rolle spielten und die Frische des GemĂ€ldes ausmachten. Er verband den realistischen Bildvorwurf mit einer impressionistischen Malweise. Den optischen Eindruck gewann er durch das Beobachten und Malen in freier Natur.
Bei diesem GemĂ€lde ging er nicht weiter auf Wasserspiegelungen ein, was sich bei seinen in den nĂ€chsten Jahren entstandenen Bildern Ă€ndern sollte. Bei den Bildern Der Fluß oder La GrenouillĂšre kann man dies erstmals beobachten. Er verwendet wiederum farbige Schattenpartieen. Aber die Helligkeit der Farben nimmt nach hinten hin zu und auch im Vordergrund befindliche Detaills - wie Wellen oder Laub - werden in kurzen Strichen oder Punkten wiedergegeben, die sich zum Hintergrund hin in FarbflĂ€chen umwandeln. Bei diesen Bildern hat man zurecht erstmals den freien impressionistischen Pinselstrich gesehen, der den Gegenstand in einzelne, voneinander getrennte Farbflecke zerlegt. Auch können Badende im Bild fast nicht mit Lichtspiegelungen auf dem Wasser unterschieden werden; Monet verzichtet fast ganz auf die die Detaills und konzentrierte sich hauptsĂ€chlich auf das Spiel von Licht und Schatten.
Die Jahre 1870/71 im hollĂ€ndischen Exil beeindruckten Monet sehr: Die Wetterschwankungen, die Boote und die MĂŒhlen. " Ich bin in bester Mallaune, kurzweiliger kann man es nicht treffen, HĂ€user in allen Farben, MĂŒhlen zu Hunderten, wunderschöne Boote." Er bevorzugte hier, wie schon in Frankreich, Motive, die vom Wasser bestimmt wurden. Seine in Argenteuil entstandenen Bilder wurden spĂ€ter sehr von der hollĂ€ndischen Kunst beeinflußt. Hier malte Monet 1873 den Boulevard des Capucines, bei dem erstmals der Eindruck einer Fotografie zustandekam. Es entstand eine Distanz zwischen Betrachtern und Geschehen. Außerdem wurden die Bewegung der Menschen und der Kutschen ohne Detaills und ein bißchen verschwommen gemalt. Diese neue Möglichkeit von der Fotografie auszugehen oder abzumalen entsprach der impressionistischen Wiedergabe. Diese Technik wandte vor allem Degas an. Die konservative Kritik, dass impressionistische Werke unfertig seien wurde besonderst bei diesem Bild abgegeben.
In den folgenden Jahren beschĂ€ftigte sich nicht nur Monet, sondern auch andere wie Sisley oder Renoir, mit der Regattadarstellung. Zu diesem Zweck kaufte sich Monet ein Boot, auf dem er eine Staffelei errichtete und malte. Auf diesem Boot malte er viel mit Manet. Das GemĂ€lde Regatta in Argenteuil entstand auf diesem Boot. Wieder schaft Monet durch verschiedene große und manigfaltige Wasserreflexe - wie bei La GrenouillĂšre - Raum, die er in groben, schnellen Pinselstrichen auftrĂ€gt und deshalb sehr lebendig und frisch wirken. Die Helligkeit seiner Farbpallete, die sowohl warme als auch kalte Farben beinhaltet, ist auffallend neu und vermittelt dem Betrachter Lebendigkeit und Frische.
Das danach entstandene Bild L'impression, soleil levant, von dem der Name dieser Kunstrichtung abgeleitet wurde, war im Vergleich zur Regatta in Argenteuil nicht wirklich revolutionĂ€r, denn die neue Auffassung von Licht ist recht wenig vertreten. Dennoch waren die Lichtreflexe im Wasser gegeben. Farblich gesehen verwendet er recht wenig verschiedene Farbtöne und man kann den Einfluß von William Turner erkennen, deren GemĂ€lde er 1870 im Exil in England gesehen hatte. Bei diesem Bild ging es Monet um den Gesamteindruck. Der Farbauftrag ist unregelmĂ€ĂŸig; nur die Spiegelung des Sonnenlichts ist pastos aufgetragen. Ansonsten gibt es Stellen, an denen die Farbe so dĂŒnn aufgetragen wurde, dass der Leinwandgrund noch durchscheint. Die helle Farbpalette und die nicht mehr vorhandenen Umrißlinien der GegenstĂ€nde ließen Kritik hervorrufen.
Neben der Regattamalerei versuchte er sich auch bald in der Darstellung von BrĂŒcken, die Monet schon in London und Holland faszinierten und eine Verbindung zwischen Mensch und Natur darstellten. Diese BrĂŒcken ermöglichten ihm klare architektonische Formen in seine Bilder mit einzubeziehen. In diesem Zusammenhang entstanden das Bild: SeinebrĂŒcke bei Argenteuil. Er benutzt die BrĂŒcke hier als wichtiges kompositorisches Element. Die vertikale BrĂŒcke findet ihr Gegengewicht in den im Vordergrund befindlichen Masten der Schiffe. Außerdem wird die durch die Rundbögen erkennbare Hintergrundlandschaft gut in das Bild integriert.
In dieser Zeit war der Einfluß von japanischen Malern auf den Impressionissmus sehr deutlich. Durch ihre neue Art Raum durch Schichtung von FarbflĂ€chen zu schaffen, gewannen ihre Drucke und Bilder, die erst seit Mitte des 19.Jhr. durch Japans Öffnung der internationalen Handelsgrenzen nach Europa kamen, ein großes Interesse bei den impressionistischen Malern.
Im Jahre 1877 zog es Monet wieder nach Paris, da ihm Argenteuil keine wirklichen Motive mehr bot. Er wollte den Bahnhof Saint - Lazare mit ZĂŒgen und Lokomotiven malen. Dabei interessierte er sich hauptsĂ€chlich an der Darstellung von den Lokomotiven entstandenem Dampf. Hier entstand auch seine erste Bilder - Serie, die spĂ€ter noch eine entscheidende Bedeutung in seinem Schaffen annehmen sollte. Jedes einzelne Bild dieser Serie hĂ€lt einen bestimmten Moment der Zeit fest. So wird jedes Bild durch das Tageslicht und der unterschiedlichen Lichtbedingungen ein bißchen anders in der Farbengebung und der Helligkeit. Da Monet aber festgestellt hatte, dass die perfekten LichtverhĂ€ltnisse erst eine halbe Stunde nach Abfahrt des Zuges vorherrschten, meldete er sich beim Bahnhofsvorsteher und erreichte tatsĂ€chlich eine Änderung des Fahrplans. Außerdem standen ihm nun Lokomotiven zur VerfĂŒgung, die extra nur wegen ihm mit Kohle befeuert wurden, um den gewĂŒnschten Rauch zu erzeugen. In dieser durch Rauch und Dunst umhĂŒllten AtmosphĂ€re fand Monet eine sehr gute Verbindung der GegenstĂ€nde im Bild. Menschen werden nur als unscheinbare, undetaillierte Silhouetten wiedergegeben. Der Eindruck des Geschehens war Monet wichtig, so wurde nicht nur Paris als Großstadt, sondern auch deren VitalitĂ€t und Tempo wiedergegeben.
In den Jahren 1879/80 befaßte sich Monet viel mit Stilleben, was eher untypisch fĂŒr ihn war. Doch durch die große Freiheit und Ungebundenheit der Stilleben von Vincent van Gogh beeinflußt, unterschieden sie sich doch ungemein von seinen alten, realistischen Stillebendarstellungen. Wieder waren Detaills fĂŒr ihn unwichtig, sondern das Farbenspiel und der rasche, expressive Pinselstrich. Weiter bemĂŒhte er sich der Darstellung von KomplimentĂ€ren.
Mit seinen Bildern von den Felsen Etretat versuchte er einen neuen, ĂŒberraschenden und flĂŒchtigen Effekt hervorzurufen. Wie z.B. in seinem GemĂ€lde StĂŒrmisches Meer. Hier versucht Monet mit verschieden farbigen Pinselstrichen natĂŒrliche Strukturen zu verstĂ€rken und zu betonen. Dadurch erzielte er eine grĂ¶ĂŸere IntensivitĂ€t der FelsoberflĂ€che und der Bewegung der Wellen. Im Vergleich zu ihm verwendete Courbet eine fast einfarbige Skala von Felstönen. Courbets Darstellungen wirkten zwar realistischer, aber Monets Farbenvielfalt und AusdrĂŒcke seiner GefĂŒhle ließen seine Bilder lebendiger wirken. Zuletzt handelte es sich bei Monets Bildern nicht wie bei seinen BrĂŒckenbildern um die PrĂ€sentation einer Gesamtansicht, sondern er wollte das Licht auf dem zerklĂŒfteten Stein und in den schillernden Facetten des Wassers flimmern lassen. In diesem Zusammenhang sagte er vor Beginn seiner Arbeiten: "Ich habe vor, eine große Leinwand des Felsens von Etretat zu machen, obwohl es schrecklich gewagt von mir ist, das nach Courbet zu tun, der es wunderbar geschafft hat; aber ich werde versuchen, es auf andere Weise zu gestalten. .. "
Jetzt mittlerweile schon in Giverny wohnend versuchte sich Monet ein weiteres mal im Portraitdarstellen von Suzanne HoschedĂ©. Bei diesen Freilichtstudien waren zwar hervorragend gemalten Kompositionen entstanden, doch fehlte die von Camille Portraits ausgezeichnete Ausdruckskraft. So widmete er sich bald bei seinem Aufenthalt in der Bretagne völlig neuen Motiven: der Darstellung von wilden und dĂŒsteren Felsenlandschaften. Bei den Felsen von Belle - Ile kommt die große Spannung hauptsĂ€chlich durch die LichtfĂŒhrung zustande. Beschattete FlĂ€chen werden lichtĂŒberfluteten gegenĂŒbergesetzt. Der rohe Pinselstrich drĂŒckt die emotionale Spannung der Urgewalten aus. Weiter setzt er den Pinselstrich der Felsen gegen das Meer, so dass eine zusĂ€tzliche Spannung zwischen Land und Meer entsteht und der Aufprall der Wellen unterstrichen wird. Er verzichtet auch hier wieder auf naturalistische Wiedergabe. So wurde der Horizont ganz gering gehalten und er beschĂ€ftigte sich ausgiebiger mit den Reflexen in Wasser und Gestein, wie er bereits die gewaltige Felsformation bei Etretat gemalt hatte.
Im Gegensatz dazu entstanden 1888 an der CĂŽte d'Azur in Antibes sehr lebhafte und helle Bilder. Um diese sehr intensive Leuchtkraft, die er bei seinem MilitĂ€rdienst in Afrika bereits kennenlernte, auf dem Papier zu erreichen, setzte er blasse, kalte Blautöne in den Bergen sehr warmen Akzenten gegenĂŒber. Außerdem hellte er in seinem Bild Antibes im Nachmittagslicht die Farbtöne insgesamt stark mit Weiß auf und gab auch die Schatten in sehr hellen Farben wieder. Diese Farbreihe kann man bei seinen spĂ€teren Serien der Heuhaufen und Kathedralen wieder feststellen. Monet musste fĂŒr die Fertigstellung dieses GemĂ€ldes zwangslĂ€ufig im Atelier arbeiten, denn er stellte, wie spĂ€ter CĂ©zanne, fest, dass man das Sonnenlicht nicht darstellen kann. Man muss sie mit Farbe darstellen.
Auf einem Feld in der NĂ€he seines Hauses in Giverny fielen ihm eines Tages eine Reihe Heuschober auf. FĂŒr Monet schien es ein perfektes Motiv aufgrund seiner Vielfarbigkeit und seiner BanalitĂ€t zu sein. Er fertigte von diesen Heuschobern eine Bilder - Serie mit 25 GemĂ€lden an, die sich alle in Tages - und Jahreszeit unterschieden. Mit dieser Bild - Serie hatte Monet sowohl finanziell als auch gesellschaftlich großen Erfolg. Viele amerikanische KĂŒnstler zog es zum Wohnort Monets. Augenblicklichkeit war es, dass er bei diesen Bildern und wenig spĂ€ter bei seinen Pappelbildern und der Kathedrale von Rouen erstrebte.
Von einem Boot aus malte er die Pappeln entweder regelmĂ€ĂŸig diagonal oder frontal aus nĂ€chster NĂ€ahe wie in den Vier Pappeln. Die StĂ€mme teilen hier die BildflĂ€che in vertikale BĂ€nder, die nur durch die horizontale Uferlinie unterbrochen wird. Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Spiegelung scheint bedeutungslos und lĂ€sst das Bild raumlos wirken. Die dominierenden Linien halten nur die von der Farbe ausgehenden Gestaltung zusammen. Seine jetzt stark dekorativen Bilder ließ an die Art nouveau denken.
Im Februar 1892 begann er aus einem Zimmer gegenĂŒber der Kathedrale von Rouen mit einer weiteren Bilder - Serie. Sein begrenzter Ausschnitt, der sich durch die GrĂ¶ĂŸe des Fensters ergab, war fĂŒr die damalige Zeit neu. Er verzichtete dabei auch auf die Distanz zwischen Maler und Objekt. Monet gibt die Kathedrale anstatt detailliert und architektonisch, farbenreich und lichtdurchflĂŒssig wieder. Durch die verschiedenen Bedingungen des Lichtes treten wie auch schon bei den Heuschobern bestimmte Bereiche in den Vorder - oder Hintergrund. Dadurch wurden unterschiedliche Empfindungen des KĂŒnstlers vor dem Motiv im Bild wiedergegeben. Im Zusammenhang mit den Heuschobern sagte Monet: "Ich bin immer mehr versessener darauf wiederzugeben, was ich empfinde." Dadurch, dass er flĂŒchtige Effekte nur durch ein architektonisches GerĂŒst einer festen Form eingebunden hatte, war Monet auch schon ein VorlĂ€ufer der kubistischen Kunst.
Sein letzten großen Meisterwerke entstand um die Jahrhundertwende und beschĂ€ftigte ihn bis zu seinem Tod 1926: die Seerosen.
Seine erste Bilderserie, die 1899 entstanden ist, umfaßte 16 LeinwĂ€nde. Darunter auch die Japanische BrĂŒcke. Bei diesem Bild wurde die Himmelszone bewußt ausgegrenzt, und der Blick richtete sich auf die WasseroberflĂ€che und Flora, so dass diese logische VorlĂ€iuferbilder der SeerosengemĂ€lde waren.
Diese Gesamtdarstellung des Sees bei den Seerosenbildern, ohne Horizont, fĂŒhrte aber auch zur Desorientierung des Betrachters. Monet verwendete außerdem einen sehr gestischen und abstrahierten Farbauftrag, so dass der Betrachter RealitĂ€t und Spiegelung kaum unterscheiden kann. Weiter existiert auch keine rĂ€umliche Orientierung mehr. Die Seerosen scheinen vielmehr im Bild zu schweben und nur die Farbgebung entspricht der Naturvorstellung.
Von seinem Freund Clemenceau wird er aufgemuntert trotz seiner zunehmenden Augenkrankeit weiter zu malen und so fĂŒhrte er 1915 das großangelegte Pojekt der Seerosen - Dekoration durch. Auf LeinwĂ€nden bis zu sechs Meter breit und zwei Meter hoch malt er mit dicken, breiten Pinseln schnell und großflĂ€chig. Dabei entstehen davor noch nicht dargewesene Lichtreflexe und Spiegelungen.






















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