Koreakrieg

Geschichte bis 1945

Bereits seit Beginn des 16. Jahrhunderts befand sich Korea (damals noch Choson) immer wieder in einem politischen Krisenzustand, doch erst 1592 begann eine Invasion der Japaner. Sie wollten Korea als Durchgangsweg f├╝r die Eroberung Chinas nutzen. 1598 gelang es, die Japaner zur├╝ckzuschlagen.

Im 17. und 18. Jahrhundert gab es in Choson immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen, die schnelle Entwicklung von Geldwirtschaft und Marktsystem ├╝berlasteten das innenpolitische und soziale System von Choson, das im 19. Jahrhundert auseinander zu brechen begann. Das 1784 von China aus eingef├╝hrte Christentum wurde unter Taewongun verboten, ebenso schlug er milit├Ąrische Angriffe Frankreichs (1866) und der Vereinigten Staaten (1871) zur├╝ck. 1876 zwangen die Japaner Korea, diplomatische Beziehungen zu Japan aufzunehmen, und beeintr├Ąchtigte so die traditionellen Bindungen Koreas gegen├╝ber China. Japans Siege ├╝ber China (1895) und Russland (1905) f├╝hrten 1910 zur formellen Annexion Chosons durch Japan.

Zwischen 1910 und 1918 festigte Japan seine Position durch S├Ąuberungsaktionen unter den Nationalisten.. 1919 f├╝hrten diese Ma├čnahmen zu einer Bewegung, die heute als Bewegung des Ersten M├Ąrz bekannt ist. Millionen Koreaner demonstrierten friedlich f├╝r die Unabh├Ąngigkeit, doch da die Unterst├╝tzung aus dem Ausland gering war, wurde die Bewegung brutal niedergeschlagen. In den folgenden Jahren strafften die Japaner ihre Kontrolle, sie unterdr├╝ckten nationale Bewegungen der politischen Linken und unterst├╝tzten die rechtsgerichteten Bewegungen. Diese Aktionen f├╝hrten zum Verbot der koreanischen Sprache und sogar koreanischer Familiennamen.

Teilung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg - Der 38. Breitengrad

Kurz vor Ende des Krieges in der Pazifikregion hatten die Vereinigten Staaten und die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) nach der Kapitulation der Japaner vereinbart, Korea am 38. Breitengrad zu teilen. Beide M├Ąchte nutzten ihre Anwesenheit, um ihnen wohlgesonnene Regierungen zu f├Ârdern. Die UdSSR unterdr├╝ckte die gem├Ą├čigten Nationalisten im Norden und unterst├╝tzte Kim Il Sung, einen Kommunisten. Im S├╝den gab es eine einflussreiche linke Bewegung, der verschiedene Gruppierungen rechter Nationalisten gegen├╝berstanden. Die Vereinigten Staaten waren nicht in der Lage, einen gem├Ą├čigten Kandidaten zu finden, der beiden Seiten genehm war. So entschied man sich schlie├člich f├╝r Syngman Rhee, einen Nationalisten, der gegen die Japaner Widerstand geleistet hatte und in den Vereinigten Staaten im Exil gelebt hatte. Alle Koreaner glaubten an die Wiedervereinigung, aber in der aufkommenden Atmosph├Ąre des kalten Krieges scheiterten die amerikanisch-sowjetischen Konferenzen ├╝ber die Vereinigung (1946/47) an gegenseitigem Misstrauen. 1947 begannen beide M├Ąchte, eigene Regierungen aufzubauen. Die von den Amerikanern unterst├╝tzten und von den Vereinten Nationen beobachteten Wahlen von 1948 f├╝hrten im August 1948 zur Gr├╝ndung der Republik Korea. Der Norden folgte im September 1948 und errichtete die Demokratische Volksrepublik Korea.

Unruhen s├╝dlich des 38. Breitengrades und eine st├Ąndig wachsende Opposition gegen den s├╝dkoreanischen Pr├Ąsidenten Syngman Rhee lie├čen das Staatsoberhaupt Nordkoreas, Kim Il Sung, zu der ├ťberzeugung gelangen, dass er den S├╝dkoreanern als Befreier willkommen w├Ąre, wenn er die Rhee - Regierung absetzen und die zwei koreanischen Staaten wiedervereinen w├╝rde. Eine Wiedervereinigung unter seiner F├╝hrung w├╝rde sogleich der Opposition gegen Kim Il Sung in Nordkorea den Boden wegziehen.

S├╝dkorea, das weiterhin von den Amerikanern unterst├╝tzt wurde, w├Ąre ohne die umfangreiche und anhaltende Hilfe der USA schon l├Ąngst erlegen, im Norden jedoch zog die Sowjetunion die Truppen zur├╝ck und ├╝berlie├č das Gebiet einer mit russischem Material ausger├╝steten und in erbarmungslosen Kampfmethoden geschulten nordkoreanischen Armee.

├ťber die Vorg├Ąnge n├Ârdlich des 38. Breitengrades war in Seoul, der Hauptstadt S├╝dkoreas, und in Washington nur sehr wenig bekannt. Die Kommunisten hatten die Grenze zwischen den beiden Landesteilen streng abgeriegelt. Durch die Teilung verlor Korea, das Jahrtausende lang stets eine Einheit gebildet hatte, die Aussicht auf eine bessere wirtschaftliche Zukunft. Die Bodensch├Ątze des Landes, seine Energiequellen und die Schwerindustrie befanden sich gr├Â├čtenteils im n├Ârdlichen Teil des Landes, w├Ąhrend S├╝dkorea mehr Landwirtschaft besa├č. Vereint konnten sich die beiden Landesteile eine eigenst├Ąndige, gesunde Wirtschaft aufbauen, getrennt waren beide zu chronischer Mangelwirtschaft verurteilt.

Kriegsbeginn

Nachdem Partisanenk├Ąmpfe an der Demarkationslinie und das Eindringen kommunistischer Kader nach S├╝dkorea vorausgegangen waren, kam es am 25. Juni 1950 mit einem ├ťberfall von regul├Ąren nordkoreanischen Infanterie- und Panzertruppen auf die s├╝dkoreanische Hauptstadt Seoul zum Beginn des Koreakrieges. An sechs Stellen ├╝berschritten an diesem regnerischen Sonntagmorgen um vier Uhr kommunistische die Trennungslinie und stie├čen nach S├╝dkorea vor. Die Verteidigung am 38. Breitengrad wurde v├Âllig ├╝berrascht.

Die nordkoreanische Armee war der s├╝dkoreanischen unvergleichlich ├╝berlegen. Ein rascher Sieg konnte nicht ausbleiben, wenn nicht andere L├Ąnder zur Hilfe kamen. Die Armee Nordkoreas bestand aus 170.000 Mann, die in 15 Infanterie- und zwei Panzerdivisionen gegliedert waren. Die schwere Ausr├╝stung war nat├╝rlich von den Russen zur Verf├╝gung gestellt. 150 Panzer vom Typ T 34 und 200 Jak, schnelle und wendige Kampfflugzeuge mit Propellerantrieb. Ohne die russische Hilfe w├Ąre es nie zum Angriff gekommen.

Die 98.000 Mann der s├╝dkoreanischen Armee waren ebenso wie die 45.000 Mann starke Landespolizei nur mit leichten Waffen ausger├╝stet. Die acht Divisionen konnten kaum als kriegstauglich bezeichnet werden, den Offizieren fehlte es an Kommandoerfahrung unter Kampfbedingungen.

Sofort setzte die kommunistische Propaganda ein und verk├╝ndete, dass die Armeen nur in Selbstverteidigung handelten, um einem beabsichtigten Angriff S├╝dkoreas zuvorzukommen. Die Ausrede war denkbar schlecht, nur drei Tage sp├Ąter konnte von den Nordkoreanern Seoul eingenommen werden.

Nur sieben Stunden nach Kriegsbeginn hatten die Nordkoreaner bereits das Ziel des ersten Kampftages erreicht. Erst zu diesem Zeitpunkt erfuhren die Vereinigten Staaten vom ├ťberfall. Am folgenden Tag trat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zusammen und beschloss, das die Kommunisten den Kampf abzubrechen und umzukehren h├Ątten. Da die Sowjetunion die Sitzungen der UNO boykottierten, waren die Vereinten Nationen auf der Seite S├╝dkoreas. Man wollte versuchen, die Kommunisten aus S├╝dkorea zur├╝ckzudr├Ąngen, um damit den allgemeinen Krieg zu vermeiden.

Am gleichen Tag flog General MacArthur nach S├╝dkorea, um die Lage zu pr├╝fen. Er kam zum Entschluss, dass zwei seiner amerikanischen Divisionen gen├╝gen m├╝ssten, um die Nordkoreaner aufzuhalten. General MacArthur wurde deshalb mit dem "Fall Korea" beauftragt, da er aus dem 2. Weltkrieg milit├Ąrische Erfahrungen in S├╝dostasien hatte. Er hatte immerhin die japanische Kapitulation entgegengenommen.

In dieser Situation half S├╝dkorea auch die so genannte Truman - Doktrin. Dies ist die Bezeichnung f├╝r das von US-Pr├Ąsident Harry Truman zu Beginn des kalten Krieges entwickelte Programm einer gegen den Kommunismus gerichteten Milit├Ąr- und Entwicklungshilfe f├╝r Griechenland und die T├╝rkei. Truman betonte, dass "es die Verpflichtung der USA ist, alle freien V├Âlker zu unterst├╝tzen, die sich der Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von au├čen widersetzen."

Von der UNO wurde beschlossen, dass zur Wiederherstellung der Ordnung UN-Truppen nach Korea gesandt werden. Die USA stellten das weitaus gr├Â├čte Kontingent der UN-Truppen sowie den Oberbefehlshaber, General Douglas MacArthur, weitere 18 UN-Mitgliedsstaaten schickten Kampf-, Versorgungs- und Sanit├Ątseinheiten. Der Korea - Einsatz war der erste Milit├Ąreinsatz gegen einen Aggressor in der Geschichte der UNO und ihrer Vorg├Ąngerorganisation, des V├Âlkerbundes.

Trotz der massiven UN - Truppenpr├Ąsenz konnten die Nordkoreaner praktisch ganz S├╝dkorea inklusive der Hauptstadt Seoul einnehmen und die UN - Truppen bis zur Hafenstadt Pusan im S├╝dosten zur├╝ckdr├Ąngen.

Siegeshoffnung

General MacArthur hatte seit Mitte Juni Z├╝ge geplant, welche die festgefahrene Lage rund um Pusan l├Âsen und General Walker Bewegungsfreiheit geben sollten. Als H├Âchstkommandiernder war er f├╝r die Kriegf├╝hrung verantwortlich. Er entschied sich f├╝r einen Plan, der gleicherma├čen seinem K├Ânnen wie auch seinem Wagemut entsprach. Im zweiten Weltkrieg hatte er im Vormarsch von Australien zu den Philippinen dieselbe Taktik ├Âfters angewendet: Mit einem ├╝berraschenden Sto├č kombinierter Wehrmachtteile fiel er dem Gegner in den R├╝cken. Dank der vollkommenen Seebeherrschung der amerikanischen Flotte wurde diese Man├Âver auch hier m├Âglich.

Da die Zahl der amerikanischen Soldaten nicht ausreichte, wurden halbausgebildete S├╝dkoreaner mit in die Schlacht geworfen. Das Man├Âver wurde zu einem erstaunlichen Erfolg. Bis zum 22. September k├╝mmerten sich die Kommunisten, die Pusan belagerten, nicht weiter um die K├Ąmpfe in deren R├╝cken, doch dann zogen sie sich pl├Âtzlich nach Norden und Westen ins H├╝gelland zur├╝ck. Das amerikanische Netz war allerdings noch viel zu d├╝nn, und so konnten viele Nordkoreaner durch die lockeren Maschen schl├╝pfen und Nach Norden fliehen. Niemand glaubte damals, dass man ihr Entkommen noch teuer werde bezahlen m├╝ssen.

Am 26. September nahmen die UN-Truppen Seoul nach erbittertem Kampf ein. H├Ąuserblock um H├Ąuserblock musste gegen die kommunistischen Verteidiger hart erk├Ąmpft werden. W├Ąhrend der Rauch noch aus den Tr├╝mmern stieg, nahm die Regierung ihre T├Ątigkeit wieder in Seoul auf. F├╝r die Koreaner, die alliierten Truppen und die ├╝brige freie Welt sah es so aus, als ob die Entscheidungsschlacht gewonnen und der Endsieg in Reichweite sei. Aus diesem Grund lie├č die amerikanische Regierung die Truppen in Korea nicht weiter verst├Ąrken. Die Frage, ob die Armee in Nordkorea einmarschieren sollte, wurde diskutiert, die Entscheidung wurde aber General MacArthur ├╝berlassen.

S├╝dkoreas Pr├Ąsident Rhee wollte unbedingt einen Einmarsch in Nordkorea. Zwei s├╝dkoreanische Divisionen hatten an der Ostk├╝ste nach Rhees Befehl bereits den 38. Breitengrad ├╝berschritten, das Ziel einer anderen s├╝dkoreanischen Einheit war nicht diese Trennungslinie, sondern der Jalu, einen Fluss im Norden des Landes.

General MacArthur schickte seine Truppen nun nach Nordkorea, kurz darauf wurde auch offiziell beschlossen, dass MacArthur seine "Polizeiaktion" nach Nordkorea auszudehnen h├Ątte. MacArthur beschlo├č, seine Truppen auf dem Weg in den Norden zu trennen, damit ein schnellerer Vorsto├č auf den schlechten Stra├čen Nordkoreas funktionieren w├╝rde. Der Nachschub wurde eingeschr├Ąnkt, da bereits der vermeintliche Sieg vor der T├╝r stand. Vor der T├╝r stand allerdings nur der Winter.

Da die Amerikaner bei ihren M├Ąrschen auf keinen Widerstand stie├čen, warfen sie Stahlhelme, Granaten und andere l├Ąstige Ausr├╝stungsgegenst├Ąnde weg, um sich die Fortbewegung zu erleichtern.

Am 6. Oktober erreichten die ersten s├╝dkoreanischen Verb├Ąnde den Jalu. Kurz zuvor waren neun chinesische Soldaten in ein Stabsquartier der S├╝dkoreaner gewandert und hatten sich freiwillig ergeben. Sie waren die ersten Chinesen gewesen, die in diesem Kriege in Erscheinung traten. Sie sagten, dass man sie gezwungen hatte, als "Freiwillige" in Einheiten zu treten, die den Nordkoreanern zu Hilfe eilen sollten. Bis zum Ende des Koreakrieges hielten die Chinesen die Behauptung aufrecht, dass sie in Korea nicht offiziell eingegriffen h├Ątten. Die amerikanische F├╝hrung k├╝mmerte sich allerdings anfangs nicht um die Aussagen der Chinesen. Ein weiterer kapitaler Fehler, der den Krieg unn├Âtig verl├Ąngern sollte.

Wenig sp├Ąter wurde das s├╝dkoreanische Bataillon am Jalu ├╝berfallen und niedergeschlagen, die wenigen ├ťberlebenden behaupteten, dass die Angreifer Chinesen gewesen w├Ąren. Ungesehen marschierten etwa 100.000 Chinesen in Nordkorea ein.

Schwere Niederlage der UN-Truppen

Den Thanksgiving Day 1950 feierten die amerikanischen Frontsoldaten mit Truthahn, K├╝rbispastete und allem Zubeh├Âr. Niemand ahnte, dass Stahlhelme und Zusatzmunition wichtiger gewesen w├Ąre. Ein paar Tage sp├Ąter kam der chinesische Gro├čangriff, v├Âllig unerwartet f├╝r die Amerikaner. Am 28. November strebte die ganze amerikanische Armee r├╝ckw├Ąrts. Die amerikanische Front wurde aufgerissen, rund 85 Kilometer trennten die Spitze von den hintersten Elementen. Diese Elemente griffen die Chinesen nachts an, niemand wusste, woher die insgesamt 200.000 Chinesen hergekommen waren. Am 23. Dezember ├╝berschritten die letzten amerikanischen Verb├Ąnde den 38. Breitengrad, am gleichen Tag fiel General Walker einem Autounfall zum Opfer, als sein Jeep mit ├╝berh├Âhter Geschwindigkeit von der eisigen Stra├če abkam. Nachfolger wurde General Matthew Ridgway, einer der tapfersten Kommandanten aus den 2. Weltkrieg.

Kurz darauf wurde die s├╝dkoreanische Hauptstadt Seoul ein zweites Mal von den Kommunisten eingenommen. Die Chinesen nahmen die Offensive zu Neujahr wieder auf und drangen im Zentrum der Halbinsel weiter vor. Schon bald kam die Furcht vor einem neuen "Ring um Pusan" wieder auf, doch es kamen bereits neue milit├Ąrische Einheiten aus aller Welt nach Japan und Pusan, um die Vereinten Nationen zu unterst├╝tzen. Die Integration in die amerikanischen Truppen funktionierte hervorragend.

Erholungspause

Im J├Ąnner 1951 hatte sich der chinesische Vorsto├č festgelaufen. Es sah nicht mehr danach aus, dass die Kommunisten die ganze Halbinsel ├╝berrannten. Beide Seiten verhielten sich ├Ąu├čerst vorsichtig. Anfang Februar ├╝bernahmen die Amerikaner wieder die Initiative und versuchten, die Kommunisten bis zum Han zur├╝ckzuschlagen. Bei dem Unternehmen "Punch" wurde eine neuentwickelte Taktik angewendet. Die Chinesen wurden nachts in das Gel├Ąnde gelockt, welches sie am Tag zuvor aufgegeben hatten, dann ├╝berraschend eingeschlossen und stark dezimiert. Durch dieses Vorgehen entwickelte sich die wirksamste aller Offensiven der UN-Truppen im gesamten Koreakrieg. In diesen Tagen kamen 237 Mann der 8. Armee um, es wurden aber ├╝ber 5.000 tote Feinde gez├Ąhlt.

Die vereinten Nationen drangen nun schrittweise zum Han vor. Anfang M├Ąrz 1951 war die ganze Front der 8. Armee wieder stabilisiert, am 14. M├Ąrz wurde Seoul wieder eingenommen und der 38. Breitengrad wieder ├╝berschritten. Es entkamen aber trotzdem viele Kommunisten in den Norden des Landes, von wo sie nachts immer wieder kleine Vorst├Â├če wagten. Diese Zeit war f├╝r die Soldaten wohl die anstrengendste des ganzen Krieges, nachts konnten nur wenige Minuten mit der Waffe in der Hand geschlafen werden. Man versuchte, die chinesische Bunker mit Napalm zu bombardieren, durch die geschickte Lage unter Felsvorspr├╝ngen konnten kein Erfolg verzeichnet werden.

Ma├čgebend f├╝r das Kampfgeschehen war die ├ťberlegenheit der 8. Armee an schweren Waffen. Die Kr├Ąfte der Kriegsgegner waren zum ersten Mal in diesem Kriege einigerma├čen ausgeglichen. Die Truppen der Kommunisten wurden auf etwa 400.000 Mann gesch├Ątzt, f├╝r S├╝dkorea setzten 365.000 Mann ihr Leben aufs Spiel. Neben der Amerikaner und S├╝dkoreanern k├Ąmpften auch Soldaten aus Gro├čbritannien, Australien, Kanada, Neuseeland, Indien, S├╝dafrika, Frankreich, der T├╝rkei, Griechenland, Holland, den Philippinen, Thailand, Belgien, Schweden und ├äthiopien. Trotz der verschiedenen Nationalit├Ąten gab es keine Probleme innerhalb der Truppen.

General MacArthur wird abgel├Âst

Es war ein Gl├╝ck, dass sich die 8. Armee so gut aufgefangen hatte, der n├Ąchste Schlag sollte sie n├Ąmlich bald treffen. Dieser kam allerdings nicht vom Feind. Pr├Ąsident Truman entlie├č den Oberbefehlshaber im Koreakrieg, General Douglas MacArthur. ├ťber den Grund der Entlassung gibt es verschiedene Versionen.

Die erste ist, dass es zwischen US-Pr├Ąsident Truman und General MacArthur bereits seit l├Ąngerem Differenzen gegeben hatte. Meist handelte es sich dabei um ├Âffentliche Aussagen des Generals, von denen der Pr├Ąsident annahm, dass sie der Sache der Vereinten Nationen wenig f├Ârderlich seien oder nicht in die Kompetenzen MacArthurs fielen. Als MacArthur einen weiteren Befehl aus Washington nicht diskret genug behandelt hatte, entstanden Unannehmlichkeiten zwischen den USA und ihren Verb├╝ndeten, worauf MacArthur entlassen wurde.

In der zweiten Version hei├čt es, dass MacArthur eine Ausweitung des Krieges mit Hilfe von Atombomben auf China gefordert h├Ątte. Dagegen protestierten allerdings die Alliierten, vor allem Gro├čbritannien und die USA, die eine Ausweitung des Krieges unbedingt vermeiden wollten. Wegen dieser Idee sei MacArthur entlassen worden.

Nachfolger von MacArthur wurde General Ridgway, der den Oberbefehl in Tokio antrat. Die Armee hatte bald Gelegenheit, dem neuen Kommandanten ihre St├Ąrke zu beweisen. Am 22. April 1951, nur acht Tage nach dem Kommandowechsel, erfolgte die wuchtigste kommunistische Offensive des Krieges. Auf einer Front von 130 Kilometern traten 200.000 Soldaten zum Angriff an, 400.000 Mann hatten die Kommunisten eingesetzt, bis die f├╝nft├Ągige Schlacht zu Ende war. Die 8. Armee konnte jedoch in fast allen Abschnitten ihre Stellung behaupten, nur eine zwanzig Kilometer lange L├╝cke war in die Front gerissen worden.

Am 26. April durchbrachen die Chinesen die Front und marschierten auf die Hauptstadt Seoul zu. Die alliierte Infanterie verschanzte sich so vor der Stadt, dass die Hauptkampflinie etwa sechs bis zw├Âlf Kilometer n├Ârdlich von Seoul verlief. Die Front der Alliierten war ├╝berall zwischen zwanzig und f├╝nfzig Kilometer zur├╝ckversetzt worden, die 8. Armee hatte aber einen Abwehrsieg errungen. Zum ersten Mal zog sich die chinesische Armee aus dem Kampfgebiet zur├╝ck, nachdem zirka 70.000 Chinesen gefallen waren. Auch eine n├Ąchste Offensive von 96.000 Mann wurde von den Alliierten zur├╝ckgewiesen, es gibt im ganzen Koreakrieg keine vergleichbar blutige Schlacht wie diese. Eine einzige amerikanische Division meldete 37.000 tote und verletzte Kommunisten, die Verluste dieser Division betrug dabei lediglich 134 Tote.

Stellungskrieg, Luftkrieg und Friedensgespr├Ąche

Im Juni 1951 war nach der letzten gro├čen Schlacht abzusehen, dass der Krieg in einem Stellungskrieg erstarren w├╝rde. Daraufhin schlug die Sowjetunion offiziell die Aufnahme von Waffenstillstandsgespr├Ąchen vor. Am 10. Juni begannen die Verhandlungen in Kaesong in Nordkorea. Diese Gespr├Ąche dauerten mit Unterbrechungen zwei Jahre.

Nach einigen kleineren K├Ąmpfen begannen die Vereinten Nationen am 18. August 1951 mit der Operation "Strangle". Diese Operation befasste sich mit der Zerst├Ârung von Eisenbahnlinien, Br├╝cken, Stra├čenkreuzungen, G├╝terz├╝gen und allem anderen, was einem milit├Ąrischen Depot ├Ąhnlich sah. Man nahm an, dass die kommunistischen F├╝hrer bald gezwungen w├Ąren, Frieden zu schlie├čen, wenn ihrer Armee der Nachschub abgeschnitten w├╝rde. Die Kommunisten verstanden es jedoch, Bahnstrecken und Br├╝cken innerhalb k├╝rzester Zeit wieder zu reparieren.

Im Juni 1952 griff die Bomberflotte der Vereinten Nationen Elektrizit├Ątswerke an, ohne auf Widerstand zu sto├čen. Neunzig Prozent der nordkoreanischen Energieproduktion soll damit ausgeschaltet worden sein, man merkte jedoch keinen R├╝ckgang der kommunistischen Kampfkraft. Im Juli wurde beschlossen, dass das n├Ąchste Ziel die Beherrschung des Luftraumes sei. 1 061.000 Mann waren auf Seite der Vereinten Nationen bei der Luftwaffe besch├Ąftigt, 450.000 Tonnen Bomben wurden abgeworfen, 183.000.000 Patronen aus schweren Maschinengewehren wurden abgefeuert.

Einigung am Verhandlungstisch

Beide Seiten gelangten bei den inzwischen andauernden Verhandlungen in wesentlichen Punkten zu einer Einigung, Ausnahme war die Frage der R├╝ckf├╝hrung der Kriegsgefangenen. Nordkorea weigerte sich, den UN-Vorschlag zu akzeptieren, wonach Kriegsgefangene nicht gegen ihren Willen in ihre Heimatl├Ąnder zur├╝ckgeschickt werden d├╝rften. Im Oktober 1952 wurden die Gespr├Ąche vorl├Ąufig abgebrochen und erst im April 1953 wieder weitergef├╝hrt. Wenig sp├Ąter verst├Ąndigten sich beide Seiten in der Kriegsgefangenenfrage und vereinbarten, innerhalb von drei Monaten nach Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens Friedensgespr├Ąche auf h├Âchster Ebene aufzunehmen; die Friedensgespr├Ąche wurden dann jedoch bis April 1954 verschoben und scheiterten schlie├člich.

Im Juli 1953 wurde in Panmunjom das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und S├╝dkorea geschlossen. Es best├Ątigte im wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und S├╝dkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest; au├čerdem wurde eine neutrale Repatriierungskommission zur ├ťberwachung des Gefangenenaustausches eingesetzt.

Nordkorea weigerte sich, den UN-Vorschlag zu akzeptieren, wonach Kriegsgefangene nicht gegen ihren Willen in ihre Heimatl├Ąnder zur├╝ckgeschickt werden d├╝rften. Im Oktober 1952 wurden die Gespr├Ąche vorl├Ąufig abgebrochen und erst im April 1953 wieder weitergef├╝hrt. Wenig sp├Ąter verst├Ąndigten sich beide Seiten in der Kriegsgefangenenfrage und vereinbarten, innerhalb von drei Monaten nach Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens Friedensgespr├Ąche auf h├Âchster Ebene aufzunehmen; die Friedensgespr├Ąche wurden dann jedoch bis April 1954 verschoben und scheiterten schlie├člich.

Im Juli 1953 wurde in Panmunjom das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und S├╝dkorea geschlossen. Es best├Ątigte im wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und S├╝dkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest; au├čerdem wurde eine neutrale Repatriierungskommission zur ├ťberwachung des Gefangenenaustausches eingesetzt.

Das Ende des Koreakrieges, die letzte Front verlief fast am 38. Breitengrad, der urspr├╝nglichen Trennungslinie zwischen Nord- und S├╝dkorea.

Der Koreakrieg in Zahlen

    33.629 tote UN-Soldaten 103.629 verwundete UN-Soldaten 5.178 gefangene oder vermisste Soldaten 1.247.000 tote nordkoreanische und chinesische Soldaten 400.000 tote Zivilisten 100.000 koreanische Waisenkinder 300.000 Obdachlose 450.000 Tonnen abgeworfene Bomben

Literatur

    S. L. A. Marshall: Der Koreakrieg Christian Zentner: Die Kriege der Nachkriegszeit Microsoft Encarta 97 Enzyklop├Ądie

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