Iphigenie in Delphi

Inhalt

Seite

I. Einleitung 1

II. Die Grundsituation 1

1. Der Ort Delphi 2

2. Die Götter 2

III. Die Figurenkonzeption 4

1. Das Bild des Menschen 4

2. Iphigenie 5

3. Orest und Elektra 6

4. Pylades 8

IV. Das Opfer Iphigeniens 8

V. Hauptmanns und Goethes Iphigenien im Vergleich 11

VI. Der Zeitbezug 12

VII. Schlußbemerkung 14

I. Einleitung

Gerhart Hauptmann ist vor allem bekannt als großer deutscher Dramatiker des Naturalismus durch Stücke wie Vor Sonnenaufgang oder Die Weber Weniger Beachtung findet hingegen sein Alterswerk, zu dem die Atridentetralogie zählt.

Schon seit er schrieb war immer auch die Antike einer der größten Einflüsse auf sein Werk, doch einem wirklichen originären antiken Stoff hatte er sich bis dahin noch nie erfolgreich angenommen[1].

Das 1940 auf Hiddensee entstandene Drama Iphigenie in Delphi bildet den Schlußteil der Tetralogie, wurde aber als erstes verfaßt. Erst im Anschluß sah sich Hauptmann dazu veranlasst auch die Umstände, die zu Iphigenies Selbstmord und den schrecklichen Vorkommnissen im Haus der Atriden geführt haben, ebenfalls nieder zu schreiben. Damit hat er als erster Dichter die Atridensage als zusammenhängendes Werk verfaßt[2].

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das Drama Iphigenie in Delphi, da dieses wie schon erwähnt den Anfang von Hauptmanns Beschäftigung mit der Atridensage bildet und deshalb vielleicht am ehesten erkennen lässt, worauf es Hauptmann bei der Bearbeitung ankam; warum er vor dem geschichtlichen Hintergrund des Nationalsozialismus in Deutschland gerade dieses Thema gewählt hat.

II. Die Grundsituation

Die Ausgangssituation in Iphigenie in Delphi, in der sich die Figuren befinden, ist geprägt von Verzweiflung und Disharmonie. Doch gleich die erste Szene wird eröffnet durch eine magische Morgendämmerung[3]. Es zeichnet sich ab das die Dunkelheit sich auflöst und ein Neubeginn bevorsteht. Es besteht die Hoffnung, dass wieder Harmonie einkehrt, sowohl unter den Göttern als auch für die Menschen, allen voran Orest und Elektra. Denn Zeichen lassen hoffen, dass endlich sich der Atreuskinder Schicksal zum Lichte kehre[4].

1. Der Ort Delphi

Delphi ist die Gottesstadt, die - über Hellas weit hinaus - die Welt erleuchtet und beherrscht[5]. Es ist der Ort des Apollon, Gott des Lichts und der Heilkunst, von dem aus die Welt eine Veränderung erfahren soll, hin zu einem humaneren lichteren Leben. Sie bezeichnet den Neubeginn für die Menschheit, eine von Harmonie geprägte Welt[6]. Die Menschheit soll durch die Kraft, die von ihm ausgeht entsühnt und somit erneuert werden.

Um dies ganz deutlich zu machen ist der Ort der Handlung dann auch der Sühnetempel des Apoll[7]. War Delphi zuvor Sitz des Orakels, so wird es nun zur Stätte der Vergebung[8].

2. Die Götter

Die Götter nehmen bei Hauptmann eine wichtige Rolle ein. Sie sind im Drama omnipräsent[9]; nicht nur durch die ihnen zugeordnete Symbole (z.B. Hundegebell für Hekate), sondern auch dadurch, dass sie das Verhalten der Menschen beeinflussen. Letzere sind in ihrem Handeln und Fühlen völlig von den Göttern abhängig. Was sie in der Vergangenheit getan haben, taten sie auf Geheiß der Götter; ihre Verzweiflung und Schuldgefühle, sind direkte Folge der Fremdbestimmtheit durch die Götter, die sie lähmt und unfähig macht, durch eigenverantwortliches Handeln etwas an ihrer Situation zu ändern.

Die als Grundsituation vorherrschende Disharmonie besteht nicht nur auf der Ebene der Menschen. Was dort geschieht setzt sich auch in der Welt der Götter fort. Auch zwischen den beteiligten Göttergeschwistern, Apollon und Artemis bzw. Hekate, bestehen Zwietracht und Unfrieden. Die Götter sind folglich nicht davor gefeit, Lust und Schmerz[10] zu empfinden, Gefühle wie Haß und Liebe zu haben. Sie sind ebenfalls nicht vollkommen und unterstehen einer höheren Macht, den Moiren[11].

Eine Neuerung bei Hauptmann ist, dass neben dem eigentlichen Geschwisterpaar Apoll und Artemis noch eine dritte Gottheit Hekate, die Göttin der Dunkelheit und des Todes eine wichtige Rolle spielt. Sie ist es, die in Opposition zu Apoll steht.

Hekate ist vielgestaltig und wird in den archaischen Ursprüngen des Artemis-Kults, mit denen sich auch Hauptmann eingehend beschäftigt hat, ursprünglich mit Artemis, Selene und auch Persephone, der Herrscherin über die Totenwelt gleichgesetzt. Es ist daher nicht ganz klar ob sich in Hauptmanns Drama zwei oder drei Gottheiten finden; ob Artemis und Hekate von Beginn an getrennt voneinander existieren, Hekate sich im Verlauf des Dramas in Artemis verwandelt oder allein deren Gestalt annimmt[12]. Im Drama selbst ist lediglich die Rede von zwei Geschwistergottheiten[13]. So vertritt denn auch Ziolkowski die Annahme, dass Artemis und Hekate gleichzusetzen sind; sie sind zwei Ausprägungen einer vielgestaltigen Gottheit[14]. Diese Deutung entspricht den mythischen Ursprüngen der Sage, in denen Artemis und Hekate sich noch vermengen und der Kult der Hekate in den der Artemis hinübergleitet[15].

Es ist die Vertreterin der Nacht des kalten Hasses wider die fürchterlich verderbte Menschenwelt, die weichen muss, um wieder Harmonie zu schaffen zwischen den Göttern. Das es zu einer Versöhnung der Götter kommt wird von Pyrkon bereits im Zweiten Akt angekündigt[16] und die Lichtverhältnisses untermauern dieses Ereignis. Nach der Magischen Morgendämmerung[17], verdunkelt sich der Himmel noch einmal zu einem Unwetter[18]. Doch nachdem Orest Artemis nach Delphi gebracht hat beruhigt sich die Natur wieder[19] und von nun an wird es immer heller, bis es am Ende ganz hell geworden ist[20]. Die Harmonie auf der Ebene der Götter ist wieder hergestellt und nun kann auch für die Menschen eine Zeit des Friedens beginnen[21].

Ziolkowski deutet die Versöhnung zwischen den Göttergeschwistern so, dass Apoll Artemis unterwirft[22], was allerdings keine Basis für eine wirkliche Aussöhnung wäre. Deshalb scheint es wahrscheinlicher, dass lediglich die dunkle Seite der Artemis weichen muss, um die Harmonie zwischen den beiden Göttern wieder herzustellen.

Unterschiedlichen Ansichten gibt es in der Literatur dazu, wie das Ende der Iphigenie in Delphi zu werten ist. Ziolkowski unterscheidet, die dazu vorherrschenden Meinungen in der Literatur in zwei Gruppen. Als delphische Schule bezeichnet er diejenigen, die das Ende des Schlußdramas der Tetralogie als Sieg des Lichts über die Dunkelheit, eine Ablösung der dämonischen Todeswelt durch die apollinische Lichtwelt[23] sehen, einhergehend mit der Entsühnung des gesamten Geschlechts der Tantaliden. Die Vertreter der aulischen Schule hingegen deuten den Schluß nicht so optimistisch. Für sie können die von Hekate verkörperten chtonischen und dunklen Mächte niemals vollständig durch die Macht des Lichts verdrängt werden. Sie werden lediglich vergessen, wirken aber weiter im Verborgenen fort und können jederzeit wieder hervorbrechen[24].

Letztere Annahme wird untermauert durch die von Claude David formulierte Formel des Tragischen für Hauptmann: Auf der Welt geschieht nichts Neues, lediglich wird eine Wirklichkeit, die schon immer gegenwartig war, etwas sichtbarer[25]. Folglich bestehen sowohl das Licht als auch die Dunkelheit fort, nur die Intensität, in der sie hervortreten ändert sich[26].

III. Die Figurenkonzeption

1. Das Bild des Menschen

Wie schon oben erwähnt sind die Menschen bei Hauptmann gelähmt und, unfähig selbst zu handeln, dem Willen der Götter ausgeliefert. Man könnte sagen, die Menschen seien willenlose Werkzeuge der Götter, die ihr Ich aufgeben, um deren Pläne auszuführen; die Menschen sind sich selbst fremd, gelähmt, erstarrt in der Berührung durch die Götter[27]. An ihr Ich können sie sich zwar noch erinnern, es hat aber keinen Einfluß mehr auf ihre Handeln[28]. Von den Götter in deren Dienste genommen zu werden ist demnach etwas schreckliches. Die Menschen werden aus ihrem Leben herausgerissen und entmenscht, vergottet[29]. Die Schuld, welche die Menschen bei der Ausführung der Aufträge der Götter auf sich laden, müssen jene jedoch selbst vor sich und anderen verantworten.

2. Iphigenie

Hauptmann geht von einer archaischen Iphigenie aus, die ursprünglich, wie Hekate auch, eine

Geburts- oder Todesgöttin war, sogar mit jener identifiziert wurde[30]. Auch soll Artemis den Beinamen Iphigeneia getragen haben und als solche Menschenopfer dargebracht haben. Dieser Beiname verselbstständigte sich mit der Zeit und wurde zu einer eigenen Gestalt[31]. Iphigenie wurde als Tochter des Agamemnon in die Atridensage eingebunden[32]. Aber auch innerhalb der Atridenmythologie setzt sich die Nähe zu Artemis fort, wenn Iphigenie, nun als Priesterin der Göttin, erneut die Aufgabe zukommt Menschen zu opfern[33].

Teilweise wird in der Literatur die Meinung vertreten, dass Hauptmann seine Iphigenie als doppelgestaltige Figur entwickelt, um damit den archaischen Ursprung dieser Gestalt, die göttliche oder halbgöttliche Bewandnis Iphigeniens, wieder hervorzuheben[34]. Iphigenie und die Göttin der Dunkelheit verschmelzen demnach miteinander, Ja mancher glaubt sie sei die Göttin selbst[35].

Dem kann man jedoch entgegen halten, dass Iphigenie obgleich sie sich völlig in den Dienst Hekates gestellt und sich von den Menschen abgewandt hat, sich dennoch selbst als Mensch bezeichnet[36]. Ganz deutlich wird dies als sie beim Aufeinandertreffen mit Elektra wieder die Sphäre menschlichen Fühlens erreicht[37]; sie kann sich wieder an ihre Herkunft erinnern und die Gefühle für ihre Schwester wieder zulassen. Dies ist keine bloße Regung des Augenblicks[38], wie Hamburger annimmt. Iphigenie steht nun nicht mehr unter dem Einfluß der Göttin; sie ist nicht mehr Oberpriesterin sondern wieder Iphigenie[39]. Dass sie mit der Göttin verwechselt wird lässt sich dadurch erklären, dass sie zuvor von dieser beherrscht und gezeichnet ist und den Menschen somit als fremd und geheimnisvoll erscheint.

Auch Iphigenie ist, wie bereits oben angeführt, zu einem Werkzeug geworden. Hekate hat sich ihrer bemächtigt und sie schon als Lebende in das Reich der Toten geführt. Um völlig im Dienst der Göttin aufzugehen, musste Iphigenie ihr Menschsein verdrängen. Nur dadurch, dass sie die Menschen als Feinde betrachtete, war es ihr möglich, Angehörige ihres eigenen Volkes zu töten[40]. Es ist aber keinesfalls so, dass sie die Menschen von sich aus haßt und gerne mordet, wie Delvaux meint[41]. Sie ist nicht freiwillig Oberpriesterin geworden, eine höhere Macht hat sie dazu gemacht.

3. Orest und Elektra

Orest und Elektra stehen beide ebenfalls unter göttlichen Einfluß, sind entmenscht, vergottet[42]. Auch sie haben ihr Ich aufgeben müssen, als sie in den Dienst der Götter getreten sind. Ganz deutlich wird dies bei Orest. Der Muttermord, den er als Werkzeug der Götter ausführte, hat dazu geführt, dass er sogar äußerlich ein anderer geworden ist. So erscheint Orest zu Beginn des Dramas als Theron, ein ungeschlachter Mensch, verwahrlost und vermummt, sein Haar durch das, was er erlebt hat schneeweiß geworden[43]. Orest ist für die Welt tot und teilt dies Elektra mit[44].

Auch Elektra steht unter dem Einfluß der Götter; sie bezeichnet sich selbst als vergottet[45]. Sie trägt ebenfalls Verantwortung für den Mord an Klytämnestra und ist gezeichnet von dem Grauen, das sie durchleben musste. Sie hat bereits Vater, Mutter und, wie sie glaubt, die Schwester Iphigenie verloren. Als sie nun von dem angeblichen Tod des Bruders erfährt, klagt sie die Götter an[46]. Ihr Zorn den sie gegen diese hegt entlädt sich in dem Entschluß, die Priesterin der Hekate zu töten. Doch weiterhin von den Göttern beeinflußt, ist ihr ein solches Handeln, dass allein ihrem eigenen Willen entspringt und nicht dem der Götter entspricht, nicht möglich.

Für Walter Reichart ist Elektra die zentrale Figur und nicht Iphigenie, da sie im Gegensatz zu ihrer Schwester noch menschliche Gefühle zeige[47]. An ihr werde der Zwiespalt zwischen Verzweiflung und Auflehnung gegen das ihr von den Götter auferlegte Schicksal deutlich. Sie sei noch von Leidenschaft gezeichnet, wohingegen ihr Bruder Orest, nach erfülltem Auftrag, in Delphi lediglich seine Entsühnung durch Apoll abwartet. Dieser These ist in sofern zuzustimmen, da Elektra innerhalb des Dramas eine, im Vergleich zu ihrem eher passiven Bruder, wichtige Rolle zukommt. Sie ist es die das Gespräch mit Iphigenie sucht, was Tschörtner als den Höhepunkt des Dramas ansieht[48]. Im Verlauf dieses Aufeinandertreffens enthüllt die Priesterin der Hekate ihre wahre Identität. Zuvor war auch Iphigenie in eine Ohnmacht gesunken[49]. Während des Gesprächs wird deutlich, dass sie, nachdem Hekate sich zu Artemis geworden ist, nun nicht mehr unter deren Einfluß steht. Es ist ihr wieder möglich ihre Vergangenheit zu erkennen und menschliche Regungen gegenüber ihrer Schwester zuzulassen. Iphigenie begründet Elektra gegenüber ihren bevorstehenden Selbstmord[50]. In der Literatur wird diese Begründung oftmals als Scheinmotiv so gewertet, als diene sie nur dazu, der Schwester eine für diese verständliche Erklärung zu liefern[51]. Dass die Schuld, die Iphigenie durch die Menschenopfer für Hekate auf sich geladen hat jedoch durchaus ausschlaggebend für ihren freiwilligen Tod ist, soll an anderer Stelle der vorliegenden Arbeit deutlich gemacht werden.

Die Entsühnung der beiden Geschwister steht kurz bevor. Um diese zu erfahren sind sie an den Ort des Heilergottes Apoll gekommen[52]. Orest hat den Auftrag des Gottes ausgeführt, sich fromm der ihm auferlegten Buße unterzogen[53], und das Bildnis der Artemis nach Delphi gebracht und die Versöhnung auf göttlicher Ebene hat nun die Entsühnung auf der Ebene der Menschen zur Folge[54]. Als Zeichen der Rückkehr in ihr ursprüngliches menschliches Leben fallen beide Geschwister in eine Ohnmacht bzw. einen Heilschlaf. Dieser Zustand des Außer-sich-Seins ermöglicht die Verwandlung zurück zum normalen menschlichen Dasein. Der Einfluß der Götter wird aufgehoben[55]. Anders als Iphigenie haben sie keine Schuld auf sich geladen, die so groß wäre, dass ihnen ein Leben unter den Menschen von nun an unmöglich wäre[56].

4. Pylades

Pylades gehört nicht dem Geschlecht der Atriden an. Er ist nicht von Götter vereinnahmt

worden und kann deshalb den Wahn, in dem sich sein Freund Orest und Elektra befinden durchschauen[57]. Als guter Freund leitet er den verwirrten Orest nach Delphi[58].

Auch Pylades leistet auch den Göttern einen Dienst, als er Elektra davon abhält die Oberpriesterin zu töten. Er verhindert damit, dass jene eine Schuld auf sich lädt, die nicht von den Göttern entsühnt wird, da Elektra in diesem Moment, anders als Reichart annimmt, nicht im Auftrag der Götter handelt.

Delvaux sieht in Pylades eine Schlüsselfigur, denn er ist es, der als er erkennt, dass Orest und Elektra nun nicht mehr Werkzeuge der Götter sind, beide gleichsam aus ihrem entmenschten Zustand erweckt. Er bewirkt die Heilung nicht, aber er vermittelt sie[59].

IV. Das Opfer Iphigeniens

Iphigenie ist es von den Göttern bestimmt geopfert zu werden. Diesem Schicksal entgeht sie zwar oberflächlich betrachtet zuerst, aber dennoch ist sie, wie sie selbst erklärt, bevor sie nach Delphi kommt bereits drei Tode gestorben. Den ersten als sie bei der Opferung nach Aulis entführt wurde, den zweiten bei ihrem Schwur auf den Styx in einem Sarg eingeschlossen und den dritten bei ihrer Einweihung in das Reich Persephones.

So gehört Iphigenie als sie nach Delphi kommt bereits der Welt der Toten an[60]. Obwohl sie äußerlich noch ein lebendiger Mensch ist, so steht sie doch völlig im Dienst der Hekate und hat alle Verbindungen zu den Menschen abgebrochen[61]. Auch sie hat ihr menschliches Selbst aufgegeben, um sich ganz in den Dienst der Gottheit zu stellen. Durch die Begegnung mit ihren Geschwistern, besonders die Konfrontation mit Elektra, wird ihr nun erstmals seit langen bewußt, dass in ihr auch noch ein Rest ihres alten Ich verborgen ist, ein Rest Menschlichkeit, mit dem sie sich nun auseinandersetzen muss. Diese Auseinandersetzung scheut Iphigenie und will davor fliehen[62]; denn dadurch wird sie gleichzeitig auch mit der Tatsache konfrontiert, welche Schuld sie durch ihren Dienst an Hekate auf sich geladen hat[63]. Hekate, die vielgestaltige, selbst hat sich gewandelt. Sie erscheint als Artemis, wiedervereint mit ihrem Bruder Apoll[64]. Die chtonische Todesgöttin scheint verschwunden, sie musste weichen, um den Weg frei zu machen für den Aufbruch in eine neu lichtere Zeit, deren Geburtsstätte Delphi ist.

Diese Wandlung der Hekate kann Iphigenie nicht mitmachen und auch der Weg zurück zu den Menschen ist ihr versperrt[65]. Sie kann nicht wie ihre Geschwister ihr menschliches Leben da wieder aufnehmen, wo sie es aufgegeben hatte, um Hekate zu dienen. Ihr war es von den Moiren von vornherein bestimmt geopfert zu werden und dieses Schicksal erfüllt sich nun[66].

Schon zuvor hatte Iphigenie mit ihrer menschlichen Existenz abgeschlossen und die Größe der Schuld, die sie zu verantworten haben wird, bestärkt sie in dem Entschluß, endgültig in das Reich der Toten einzugehen, welches ihr bereits vertraut ist[67].

Der Selbstmord Iphigenies wird ihn der Literatur unterschiedlich gedeutet. Die Meinung dass Iphigenie mit ihrem Tod das Geschlecht der Atriden entsühnt und somit ermöglicht, dass ihre Geschwister Orest und Elektra von nun an wieder ein normales Leben führen können, wird heute kaum noch vertreten. Dem widerspricht denn auch die Tatsache, dass Orest und Elektra zum Zeitpunkt von Iphigenies Tod bereits durch Apoll Entsühnung erfahren haben[68].

Andere sehen in Iphigenies Tod ein Opfer für die gesamte Menschheit. Die chtonisch Sphäre, der auch Iphigenie als Priesterin der Hekate angehört müsse weichen, um die Fortentwicklung der Welt zu ermöglichen[69]. Ihr Tod sei demnach eine notwendige Voraussetzung der neuen hellenistischen Kultur, die die archaische ablöst[70].

Käte Hamburger sieht in Hauptmanns Iphigenie, deren archaischen Ursprünge, dass Iphigenie selbst zu Hekate wird, wieder vollständig wiedergegeben. Nach ihrer Ansicht stirbt Iphigenie weder für ihre Familie, noch für die Menschheit, sondern allein für ihre eigene Göttlichkeit. Die chtonische Gottheit muss der apollinischen Lichtwelt zwar weichen, im Reich der Toten kann sie jedoch weiter bestehen.[71] Hamburgers These kann man jedoch entgegenhalten, dass der Text selbst keine Belege hierfür liefert. Iphigenie wird bei ihrer Ankunft in Delphi zwar von den Menschen für Hekate selbst gehalten, was aber dafür zurückzuführen ist, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch völlig von dieser beherrscht ist. Iphigenie selbst bezeichnet sich als Sterbliche, sieht sich also nicht als Göttin[72].

David bezeichnet Iphigenies Tod als grund- und zwecklos[73], denn nachdem Artemis und Apoll wieder versöhnt sind seien weitere Opfer überflüssig geworden. Er übersieht aber, dass Iphigenie mit ihrem Selbstmord nicht nur das von ihr bestimmte Schicksal des Opfertodes erfüllt, wenn dieser auch mittlerweile keine direkten Auswirkungen auf das Verhältnis der Götter untereinander mehr hat. Eigentliches Motiv für die Flucht ins Reich der Toten ist die Erkenntnissen, dass sie die Menschenopfer, die sie für die Göttin verübt hat, nun, da sie nicht mehr unter dem Einfluß der Göttin steht[74], alleine zu verantworten hätte. Die Größe dieser Schuld macht ihr ein Leben unter den Menschen unmöglich[75]. Diesen Grund legt sie auch, wie bereits oben erwähnt, ihrer Schwester Elektra dar. Angesichts ihrer übermenschlichen Schuld wählt sie den Freitod.

V. Hauptmanns und Goethes Iphigenien im Vergleich

Die Idee einer Iphigenie in Delphi kam Hauptmann durch Goethes Italienische Reise vom 19.10.1786, wo dieser eine Skizze für ein solches Stück aufzeichnete. Hauptmann hält sich an den von Goethe erarbeiteten Aufbau für das Drama, wonach die Geschwister aufeinandertreffen, sich erkennen und entsühnt nach Argos zurückkehren; jedoch gilt dies nicht für Iphigenie[76]. Die Konzeption dieser Figur unterscheidet sich von Goethe.

Goethes Iphigenie ist geprägt vom deutschen Humanismus der Weimarer Klassik[77]. Das Drama ist bestimmt durch den Glauben, dass menschliche Größe allein die Entsühnung der Atriden bewirken kann[78]. So ist Iphigenies Heimkehr mit den Geschwistern ein Triumph der Menschlichkeit[79].

Hauptmann glaubt, geprägt durch seine Zeit, nun nicht mehr an die humanistischen Ideale sondern an das unerbittliche Walten dunkler Mächte[80]. Die Menschen werden immer vom Triebhaft- Barbarischen[81] bedroht und auch die Menschlichkeit kann die chtonischen Kräfte nicht endgültig besiegen; sie wirken immer weiter fort.

Mit der Konzeption seiner Iphigenie setzt Hauptmann der humanen Menschlichkeit Goethes ein archaisches Menschenbild gegenüber[82]. Sie kann nicht mit den Geschwistern nach Argos zurückkehren sondern muss sterben; jedoch ohne durch ihr Opfer ihre Familie oder die Menschheit an sich zu entsühnen.

Auch Hauptmann zeichnet mit seiner Iphigenie ein Bild der Menschheit, jedoch muss dieses bedingt durch die Zeit, in der er sie niederschreibt, anders ausfallen als bei Goethe. Die Menschen sind nicht mehr an sich gut, wie sie es Goethe noch annahm[83].

Sehr deutlich wird dies dadurch, dass bei Goethe keine Menschen geopfert werden. Die Begründung dafür ist, dass die Götter diese nicht wollen, da sie die Menschen eigentlich lieben[84]. Bei Hauptmann hingegen werden nun wieder Menschenopfer dargebracht, die von den gnadenlosen Göttern gefordert werden[85].

VI. Der Zeitbezug

Hauptmanns Einstellung zum des Dritten Reichs ist nicht unproblematisch. Er hat sich nie eindeutig vom Nationalsozialismus distanziert und sah sich nicht, wie viele andere Schriftsteller und Künstler, dazu veranlasst Deutschland zu verlassen. Letzteres begründete Hauptmann Felix Voigt gegenüber wie folgt:

Ich gehe nicht ins Ausland, da ich ein alter Mann bin und, an meine Heimat gebunden, nur hier schaffen kann.¦...§ Freilich - sobald man auch nur eins meiner Werke verböte oder mich nicht das schreiben ließe, was ich schreiben muss, dann allerdings müsste ich die Heimat verlassen.[86]

Zu einem Verbot von Hauptmanns Werken durch die Nationalsozialisten kam es jedoch nicht.

Vielmehr wurden seine Stücke weiterhin publiziert und aufgeführt, er galt aber nicht als Vorzeigeschriftsteller der Naziregierung.[87]

Voigt räumt in diesem Zusammenhang ein, dass sich in Hauptmanns Werk zwar nichts findet, was man als eine billigende Stellungnahme zu den verbrecherischen Lehren des Nazismus deuten könnte, er sich aber auch nie explizit von ihnen distanziert hat[88]. Insgesamt sei Hauptmann ein eher unpolitischer Mensch gewesen[89]. Hauptmann selbst glaubt an die Größe des Deutschen Volkes[90] und äußert sich scheinbar zustimmend zu Hitlers Expansionspolitik:

Deutschland steht vor der Weltherrschaft, jedenfalls von Europa unter deutscher Führung. ¦...§ und ein einziger, übermenschlicher Wille, der Wille Hitlers hat es bewirkt.[91]

Auch hier spricht Hauptmann von übermenschlichen Attributen, wie sie auch die Figuren in der Atridentetralogie aufweisen. Dieses Zustand des Entmenscht-Seins, sich selbst aufgeben, um einer höheren Macht zu dienen, hat aber, wie schon oben erwähnt, auch etwas schreckliches und unmenschliches. Das Beispiel Iphigenies zeigt, dass die Taten, die in diesem Zustand begangen werden, dem Handelnden womöglich in einem so großen Maße schuldig werden lassen, dass eine Entsühnung nicht mehr möglich ist.

Ein solches hohes Maß an Schuld, dass es ihr nicht mehr erlaubt unter Menschen weiter zu existieren, hat Iphigenie deshalb erreicht, weil sie Menschen geopfert hat. Und als Steigerung des jetzt schon unentschuldbaren waren es Angehörige ihres eigenen Volkes. Diese Grausamkeiten sind nicht mehr vor einer erneuerten, lichteren Welt zu vertreten, weshalb ihr als Ausweg nur der Selbstmord bleibt. Man könnte hieraus folgern, dass Hauptmann es trotz aller deutschnationalen Gefühle verurteilte, dass Menschen einer höheren Idee geopfert wurden, zudem, wenn es Angehörige des eigenen Volkes wie die deutschen Juden waren[92]. Er richtet sich damit gegen die Wahnvorstellungen des Nazismus, den Antisemitismus und die Schande des Völkermords[93].

Auch Erwin Piscator sah die Atriden-Tetralogie als eine verschlüsselte Anklage gegen das Nazi-Regime[94]. Für ihn ist das Menschenopfer Angelpunkt des ganzen Atriden-Komplexes[95]. Jedoch gehört Piscator zu denjenigen, die Iphigenies Tod als Sühneopfer für die Schuld der Atriden sieht, mit dem das Grauen überwunden wird[96]. Dies widerspricht aber, wie bereits erwähnt, Hauptmanns Formel des Tragischen, wie sie Claude David formuliert hat[97].

Man kann nicht davon sprechen, dass Hauptmann sich in die Welt der Antike flüchtete, ohne auf die politischen Geschehnisse in Deutschland einzugehen oder zu ihnen Stellung zu nehmen[98]. Vielmehr ist Iphigenie in Delphi und sein gesamtes Alterswerk geprägt von verschlüsselten Aussagen zur eigenen Gegenwart, Zeugnis seines geistigen Widerstandes[99].

Ruprecht hingegen sieht im Ende des Dramas sogar eine Gegenbewegung zu den Geschehnissen der Zeit, erkennt in ihm ein Prinzip Hoffnung[100]. Er begründet dies damit, dass die lichte Welt des Apoll über die dunkle Sphäre der Hekate siege. Dies ist aber, wie schon oben ausgeführt nicht der Fall; die chtonischen Kräfte sind nicht auf alle Zeit überwunden, sondern bestehen weiter fort. Hauptmanns Grundidee des Urdramas entsprechend, dass kein Ende möglich ist, da die dunklen Mächte nie endgültig überwunden werden[101].

VII. Schlußbemerkung

Hauptmanns Iphigenie in Delphi ist also durchaus eine Reaktion auf die Realität des Dritten Reiches; einer Zeit in der chtonische, dunklen Mächte herrschten und wieder Menschen einem scheinbar höheren Ideal geopfert wurden. Der Grundhaltung Hauptmanns, dass diese Mächte nie endgültig überwunden werden können, schließt auch die Möglichkeit ein, dass die humanistischen Werte diese doch zumindest immer wieder zurückdrängen können. Dies erfordert aber eine Rückkehr zur Menschlichkeit, weg von der Vereinnahmung durch die Götter, die scheinbar höheren Ideale, die selbst nicht vollkommen sind und den Menschen Schrecken bringen. Deutlich wird zudem, dass die Menschen, welchen diesen Ideen folgen, die Verantwortung für ihre Taten stets selbst tragen. Wenn die Schuld zu groß wird ist ein Leben unter den Menschen nicht mehr möglich.

Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Hauptmann, Gerhart: Iphigenie in Delphi. in: Hans-Egon Hass (Hrsg.): Gerhart Hauptmann. Sämtliche Werke. Bd.3, S.1025-1090, Darmstadt 1965

Sekundärliteratur

Cowen, Roy C.: Hauptmann Kommentar zum dramatischen Werk. München 1980, S. 240-253

David, Claude: Gerhart Hauptmanns Iphigenie in Delphi und die Krise der Kunst des Dramas.

in: Hans Joachim Schrimpf: Gerhart Hauptmann. Darmstadt 1976, S. 278-288

Delvaux, Peter: Antiker Mythos und Zeitgeschehen. Sinnstruktur und Zeitbezüge in Gerhart Hauptmanns Atriden-Tetralogie. Amsterdam-Atlanta 1992

Fiedler, Ralph: Die späten Dramen Gerhart Hauptmanns. München 1954

Hamburger, Käte: Das Opfer der delphischen Iphigenie. in: Wirkendes Wort. 1953/54 Nr.4, S. 221-231

Hillard, Gustav: Das Opfer der Iphigenie. in: Merkur. 3/1949, S. 908-917

Kayser, Rudolf: Iphigenia's Character in Gerhart Hauptmann's Tetralogy of the Atrides. in: The Germanic Review. 1953, S. 190-194

Keipert, Hans: Goethes Iphigenie und Hauptmanns Atridentetralogie. in: Der Deutschunterricht. 8/1961, Heft 4, S.25-40

Neville, E. Alexander: Studie zum Stilwandel im dramatischen Werk Gerhart Hauptmanns. Stuttgart 1964

Piscator, Erwin: Gerhart Hauptmanns Atriden-Tetralogie. in: Schrimpf: Gerhart Hauptmann. Darmstadt 1976, S. 319-327

Reichart, Walter A.: Iphigenie in Delphi. in: The Germanic Review 17/1942, S.221-237

Ruprecht, Erich: Gerhart Hauptmanns Atridentetralogie - Ein vergessenes Vermächtnis. in: Theatrum Mundi. Berlin 1981, S.367-386

Santini, Daria: Gerhart Hauptmann zwischen Modernität und Tradition. Neue Perspektiven zur Atriden-Tetralogie. Berlin 1998

Tschörtner, H.D.: Unaufhörlich bläst das Meer. Neue Hauptmann-Studien. Würzburg 1996

Voigt, Felix A.: Gerhart Hauptmann unter der Herrschaft des Nazismus. in: Schrimpf: Gerhart Hauptmann. Darmstadt 1976, S. 116-123

Voigt, Felix A.: Gerhart Hauptmann - Studien 1934 - 1958. Berlin 1999

Wolff, Karl: Die Atridentetralogie Gerhart Hauptmanns. in: Pädagogische Provinz. 14. Jahrgang 1960, S.194-209

Ziolkowski, Theodore: Hauptmann's Iphigenie in Delphi: A Travesty? in: The Germanic Review 1959, S. 105-123

[1] vgl. Cowen, Roy C.: Hauptmann Kommentar zum dramatischen Werk. München 1980, S.240/241

[2] Hamburger, Käte: Das Opfer der delphischen Iphigenie. in: Merkur. 3/1949, S.221; Ruprecht, Erich: Gerhart Hauptmanns Atridentetralogie - Ein vergessenes Vermächtnis. in: Theatrum Mundi. Berlin 1981, S.370

[3] I/1, S.1029

[4] Proros I/2, S.1031

[5] II/5, S. 1064 / 1065

[6] vgl. Reichart, Walter A.: Iphigenie in Delphi. in: The Germanic Review. 17/1942, S.228; Hamburger: a.a.O. S.225, 230

[7] Orest I/5, S.1040

[8] Fiedler, Ralph: Die späten Dramen Gerhart Hauptmanns. München 1954, S.118

[9] Ziolkowski, Theodore: Hauptmann's Iphigenie in Delphi. A Travesty? in: The Germanic Review. 1959, S.108

[10] Wolff, Karl: Die Atridentetralogie Gerhart Hauptmanns. in: Pädagogische Provinz. 14.Jahrgang 1960, S.201

[11] Wolff: a.a.O. S.201; Fiedler: a.a.O. S.124

[12] Oberpriesterin: "Man sagt mir, und ich weiß es, Hekate / bereitet, enger mit Apoll vereint, / sich nun in Hellas einen neuen Dienst." II/5, S.1066

[13] Proros: "Geschwistergötter, die veruneint hadern: die Todesgöttin und der Herr des Lichts" I/2, S.1032

[14] Oberpriesterin: "¦...§ Zwar weiß ich, dass du vielgestaltig bist, ¦...§" III/3, S.1071; vgl. Ziolkowski: a.a.O. S.109/110; Cowen: a.a.O. S.252; Ruprecht: a.a.O. S.384; Reichart: a.a.O. S.228; Wolff: a.a.O. S.206; Fiedler: a.a.O. S.124; Hillard, Gustav: Das Opfer der Iphigenie. in: Merkur. 3/1949, S.908

[15] Hillard: a.a.O. S.912

[16] Pyrkon: " Und dieses Fest - Fest aller Feste -, das / sich vorbereitet, heißt: Versöhnung! und / aus Himmelsgrund durchdringt es alle Welt: / dass Artemis und Phoibos, lang entzweit, / sich in Geschwisterliebe wieder einen." II/4, S.1061

[17] I/1, S.1029; I/3, S.1032

[18] II/2, S.1057

[19] II/4, S.1061

[20] III/7, S.1088

[21] Wolff: a.a.O. S.206

[22] Ziolkowski: a.a.O. S. 120

[23] Ruprecht: a.a.O. S.385

[24] Ziolkowski: a.a.O. S.106, Cowen: a.a.O. S.250/251; Hamburger: a.a.O. S.231; Keipert, Hans: Goethes Iphigenie und Hauptmanns Atridentetralogie. in: Der Deutschunterricht. 8/1961, Heft4, S.27, 30

[25] David, Claude: Gerhart Hauptmanns Iphigenie in Delphi und die Krise der Kunst des Dramas. in: Hans Joachim Schrimpf: gerhart Hauptmann. Darmstadt 1976, S.281

[26] vgl.: Ruprecht: a.a.O. S.385; Keipert: a.a.O. S.35; Fiedler: a.a.O. S.123; Hamburger: a.a.O. S.225/226, 229

[27] Ruprecht: a.a.O. S.372; vgl. Wolff: a.a.O. S.200; Fiedler: a.a.O. S.124; Neville, E. Alexander: Studie zum Stilwandel im dramatischen Werk Gerhart Hauptmanns. Stuttgart 1964, S.112

[28] Wolff: a.a.O. S. 200; Kayser, Rudolf: Iphigenia's Character in Gerhart Hauptmann's Tetralogy of the Atrides. in: The Germanic Review. 1953, S.191

[29] Proros: "Was hast du hier zu suchen, widerliches, / entmenschte Weib?" Elktra: "Entmenscht? Mag sein: vergottet / durch die Erinnyen!" I/3, S.1034

[30] Keipert: a.a.O. S.26; Hamburger: a.a.O. S.224

[31] Hillard: a.a.O. S.908

[32] Ruprecht: a.a.O. S.320/371

[33] Hillard: a.a.O. S.908/909

[34] Hamburger: a.a.O. S.221, 223/224; Santini: S.92

[35] I/6, S. 1049; vgl. Ruprecht: a.a.O. S.383

[36] Oberpriesterin:"ich bin nur eine Sterbliche" III/3, S.1071

[37] Fiedler: a.a.O. S.121

[38] Hamburger: a.a.O. S.224

[39] III/5, S.1080

[40] vgl. Kayser: a.a.O. S.193

[41] Delvaux, Peter: Antiker Mythos und Zeitgeschehen. Sinnstruktur und Zeitbezüge in Gerhart Hauptmanns Atriden-Tetralogie. Amsterdam-Atlanta 1992, S.74

[42] vgl. Wolff: a.a.O. S.196

[43] I/5, S.1039; vgl. David: a.a.O. S.284

[44] vgl. Reichart: a.a.O. S.225

[45] I / 3, S.1034

[46] vgl. Ruprecht: a.a.O. S.382; Reichart: a.a.O. S.225, 234

[47] Reichart: a.a.O. S.234

[48] Tschörtner, H.D.: Unaufhörlich bläst das Meer. Neue Hauptmann-Studien. Würzburg 1996, S.79

[49] III / 4, S.1072

[50] III / 5, S.1085

[51] Ruprecht: a.a.O. S.384; Delvaux: a.a.O. S.76/77; Hamburger: a.a.O. S.226

[52] vgl.: Reichart: a.a.O. S.235

[53] David: a.a.O. S.280

[54] Ruprecht: a.a.O. S.385; Wolff: a.a.O. S.205; Fiedler: a.a.O. S.119; vgl. Keipert: a.a.O. S.38

[55] Ruprecht: a.a.O. S.372, 382

[56] vgl. Wolff: a.a.O. S.205

[57] Ruprecht: a.a.O. S.382; David: a.a.O. S.284, vgl. Reichart: a.a.O. S.226

[58] Reichart: a.a.O. S.237

[59] Delvaux: a.a.O. S.90/91, 163

[60] Oberpriesterin: "Bleibt ruhig, Tote, in des Hades Nacht, / ihr seid es, ihr nur, denen ich gehör!" II/5, S.1066; Ruprecht: a.a.O. S.384

[61] Oberpriesterin: "nichts in mir ist noch lebend..." II/3, S.1059

[62] Oberpriesterin : "So, Göttin, Mutter, führe mich zurück / in des Barbarenlandes fremde Wildnis - / und kann es nicht sein, sonst, wohin du willst: / nur fort von Menschen ¦...§ / nur fort / in fernste Felsenklüfte, Wüstenein / und unauffindbar tiefe Einsamkeit!" III/4, S.1072; vgl. Wolff: a.a.O. S.198

[63] Oberpriesterin: "Ich war dein Werkzeug, Göttin, und mit einem Blick, / den du zu Stahl gehärtet, tat ich das, / was du mir anbefahlst. Ich opferte / auf deinem Altar Griechensöhne ¦...§" III/3, S. 1071; vgl. Wolff: a.a.O. S.198, 205; Delvaux: a.a.O. S.84, 86

[64] vgl. Ziolkowski: a.a.O. S.111

[65] Oberpriesterin: "Man sagt mir, und ich weiß es, Hekate / bereitet, enger mit Apoll vereint, / sich nun in Hellas einen neuen Dienst. / Nach ihrer Wandlung fürcht' ich, sie bedarf / nun auch wohl einer neuen Priesterin." II/5, S.1066; Reichart: a.a.O. S.229; Ruprecht: a.a.O. S.384

[66] Kayser: a.a.O. S.193; David: a.a.O. S.280; Reichart: a.a.O. S.236/237; Wolff: a.a.O. S.205

[67] vgl. David: a.a.O. S.281

[68] vgl. Ruprecht: a.a.O. S.383; Cowen: a.a.O. S.250

[69] Voigt, Felix A.: Gerhart Hauptmann - Studien 1934-1958. Berlin 1999, S.105

[70] Ruprecht: a.a.O. S.385

[71] Hamburger: a.a.O. S.223, 225/226/227; vgl. Keipert: a.a.O. S:39; Wolff: a.a.O. S.203

[72] s.o. II.2.

[73] David: a.a.O. S.287

[74] vgl. Ziolkowski: a.a.O. S.119; Ruprecht: a.a.O. S.384; Reichart: a.a.O. S.236

[75] vgl. Tschörtner: a.a.O. S.79, Voigt: Gerhart Hauptmann - Studien. S.105; Fiedler: a.a.O. S.121, Delvaux: a.a.O. S.87; Hamburger: a.a.O. S.230

[76] vgl. Ruprecht: a.a.O. S.381/382

[77] Neville: a.a.O. S.111

[78] Fiedler: a.a.O. S.120

[79] Keipert: a.a.O. S.38

[80] Neville: a.a.O. S.111; vgl. Keipert: a.a.O. S.40; Fiedler: a.a.O. S.120

[81] Keipert: a.a.O. S.40

[82] Hamburger: a.a.O. S.231

[83] Keipert: a.a.O. S.32

[84] vgl. Wolff: a.a.O. S.202

[85] ebd.

[86] Voigt, Felix A.: Gerhart Hauptmann unter der Herrschaft des Nazismus. in: Schrimpf: Gerhart Hauptmann. Darmstadt 1976, S.116

[87] vgl. ebd. S.120/121

[88] ebd. S.117

[89] Voigt: Gerhart Hauptmann-Studien. S.117

[90] Santini, Daria: Gerhart Hauptmann zwischen Modernität und Tradition. Neue Perspektiven zur Atriden-Tetralogie. Berlin 1998, S.126 / 127

[91] Santini: a.a.O. S.127

[92] vgl. Voigt: Gerhart Hauptmann unter der Herrschaft des Nazismus. S.118

[93] Voigt: Gerhart Hauptmann - Studien. S.105, 113

[94] Piscator, Erwin: Gerhart Hauptmanns Atriden-Tetralogie. in: Schrimpf: Gerhart Hauptmann. Darmstadt 1976, S.320

[95] ebd. S.323

[96] ebd. 321

[97] s.o. II 2

[98] vgl. Reichart: a.a.O. S.221; Wolff: a.a.O. S.207 (Thomas Mann-Zitat)

[99] Ruprecht: a.a.O. S.368

[100] Ruprecht: a.a.O. S.385

[101] Cowen: a.a.O. S.250

5175 Worte in "deutsch"  als "hilfreich"  bewertet