Mais

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

1.1 Themenwahl

Ich habe dieses Thema gewĂ€hlt, weil mich die Pflanze Mais schon immer fasziniert hat. Einerseits habe ich schon als kleiner Knabe versucht, im Garten selbst Mais zu ziehen. Anderseits sehe ich in meiner nĂ€chsten Umgebung viele Maisfelder. Diese schnell wachsende Pflanze hat eine besondere Anziehungskraft. Nicht zuletzt kann ich anfĂŒgen, dass ich die Frucht Mais in all ihren Essformen ganz besonders liebe: Popkorn, Polenta, Mais-Gnocci, Mais-Griess und viele Arten mehr.

Die ganze Diskussion um den genverÀnderten Mais hat mich ebenfalls dazu bewogen, der Sache einmal etwas genauer auf den Grund zu gehen: Warum wollen die Menschen die Maispflanze verÀndern?

1.2 Problemstellung

Folgende Themen werde ich in dieser Bio-Arbeit unter die Lupe nehmen:

Allgemeine Informationen zur Pflanze Mais

(Herkunft, Sorten, .......) Versuch: Eigene Aufzucht von Popkorn Samen Vergleich mit der Aufzucht von landwirtschaftlichem Zuckermais

(eigene Aufzucht) GenverĂ€nderter Mais: GrĂŒnde, Wirkungen

2 Material und Methode

2.1 Verwendetes Material

Popcorn: Zucker-Mais:

Gekauft im Coop Gekauft in der Landi

Herkunft: USA Herkunft: Schweiz

Preis: 24 Rappen pro 100 g Preis: 2.10 Franken fĂŒr 10 g

2.2 DurchfĂŒhrung der Untersuchung

Die Aufzucht habe ich bei mir zu Hause durchgefĂŒhrt. Ich habe die Samen auf feuchter Watte quellen und keimen lassen und spĂ€ter in einen Topf gesetzt. Die Sprösslinge habe ich getrennt nach Sorte. In einem Topf wurde der Zuckermais, im andern der Popkorn-Mais gezogen.

3 Ergebnisse

3.1 Beobachtungen des Wachstums

3.1.1 Keimphase

Pop-Corn Mais: Zuckermais F1-Hybride:

3.1.2 Wachstum der Pflanzen in der Erde

Pop-Corn Mais: Zuckermais F1-Hybride:

3.2 Vergleich Popkorn und Zucker-Mais

Irgendwie ist es ja erstaunlich, dass Pop-Corn Samen keimen und zu Pflanzen heranwachsen. Ich habe das frĂŒher auch ein paar Mal probiert. Beim ersten Mal habe ich nicht daran geglaubt. Aber es geht doch, wie mein Experiment zeigt. Beide Maissorten haben nach zwei Tagen gekeimt und beide habe ich drei Tage nach dem Keimen in die Erde gesetzt. DafĂŒr habe ich einfache Aussaaterde benutzt, die in jedem Einkaufszentrum erhĂ€ltlich ist. Die Blumentöpfe mit dem Mais habe ich dann auf meinem Balkon wachsen lassen. Als der Platz in den Töpfen knapp wurde, habe ich die kleineren und schwĂ€cheren Pflanzen herausgenommen, dass die grössen und krĂ€ftigen genug Platz haben. Am Schluss liess ich nur noch je ein Exemplar in den GefĂ€ssen. Wie man auf den beiden letzten Fotos sieht, die ich gut einen Monat nach dem Keimen machte, ist der Zuckermais etwa doppelt so gross als der Pop-Corn Mais. Er sieht auch irgendwie gesĂŒnder aus und hat eine schönere, dĂŒnklere grĂŒne FĂ€rbung. Obwohl der Pop-Corn Mais am Anfang ein bisschen schneller wuchs. Sie hatten die gleichen Bedingungen. Aber dieses Resultat war zu erwarten. Es ist ja schon erstaunlich, dass er ĂŒberhaupt keimte. Denn die Pop-Corn Samen sind ja nicht fĂŒr das SĂ€hen gemacht.

Da ich mit dem Pop-Corn versuchte, ob er das gleiche wie der Zuckernmais kann, habe ich dann auch versucht, ob Zuckermais das gleiche wie Pop-Corn kann. Ich habe nĂ€mlich ausprobiert, ob ich mit dem Zuckermais in der Bratpfanne Pop-Corn herstellen kann. Das funktionierte natĂŒrlich nicht.

Wie man sieht, sind die Bauern mit ihrem Mais nicht weiter als ich. Diese zwei Fotos habe ich bei einem Bauern in meiner Umgebung aufgenommen. UngefÀhr zeitgleich mit den beiden letzten grossen Fotos meiner Maissorten

3.3 Allgemeine Informationen zu Mais

3.3.1 Allgemein

Mais ist eines der drei wichtigsten Getreide der Welt. Der Mais wurde von den Mayas, einem indianischen Kulturvolk Mexikos, gezĂŒchtet. Sie sahen in ihm ein Geschenk des Himmels und verehrten ihn als Gott. Mais ist eine weit verbreitete Kulturpflanze aus der Gattung der SĂŒssgrĂ€ser, die in zahlreichen Varianten und Formen unterschiedlicher Farben existiert und deren Körner in LĂ€ngszeilen an Maiskolben wachsen. Der Name kommt von der Bezeichnung "mahiz" der karibischen IndianerstĂ€mme fĂŒr diese Pflanze. Es ist das einzige wichtige aus Amerika stammende Getreide und wird dort "corn" genannt. Es ist auch unter den Bezeichnungen "Kukuruz", "TĂŒrkischer Weizen" oder "Welschkorn" bekannt.

Systematische Einordnung: Mais bildet die Gattung "Zea" aus der Familie Gramineae oder Poaceae. Der Kulturmais trĂ€gt den wissenschaftlichen Namen "Zea mays". Der mehrjĂ€hrige, fĂŒr ausgestorben gehaltene und in Mexiko wiederentdeckte Wildmais trĂ€gt den Namen "Zea diploperennis", die Teosinte wird als "Zea mays ssp. Mexicana" oder "Euchlaena mexicana" bezeichnet.

3.3.2 Beschreibung

Mais ist eine BlĂŒtenpflanze, sie gehört zu den Bedecktsamigen und ist einkeimblĂ€ttrig. Die Maispflanze ist einjĂ€hrig, hochwĂŒchsig und besitzt einen unverzweigten, krĂ€ftigen, und straff aufrechten Stengel, der im Gegensatz zu den meisten anderen SĂŒĂŸgrĂ€sern markerfĂŒllt und nicht hohl ist. An der Basis erreicht er meist einen Durchmesser bis zu fĂŒnf Zentimeter. Hinsichtlich der GrĂ¶ĂŸe zeigt er starke Abweichungen. WĂ€hrend manche Zwergformen ausgewachsen kaum höher als sechzig Zentimeter werden, können andere Sorten eine Höhe von sechs Metern oder mehr erreichen. Im Durchschnitt liegt die Höhe bei etwa zwei bis zweieinhalb Metern. Die wechselstĂ€ndigen BlĂ€tter sind etwa fĂŒnf bis zehn Zentimeter breit, lanzettlich geformt und recht derb und krĂ€ftig dunkelgrĂŒn. Im Unterschied zu den meisten SĂŒĂŸgrĂ€sern sind die BlĂŒten beim Mais eingeschlechtlich und einhĂ€usig, es befinden sich also rein weibliche und rein mĂ€nnliche BlĂŒten jeweils auf der gleichen Pflanze. An der Spitze des StĂ€ngels befindet sich der mĂ€nnliche BlĂŒtenstand, der eine lockere Rispe aus jeweils zweiblĂŒtigen Ährchen darstellt. Die weiblichen BlĂŒtenstĂ€nde sind sehr eigenartige Gebilde innerhalb der GrĂ€ser. Sie stehen, von mehreren derben HochblĂ€ttern umhĂŒllt in der Achsel der oberen BlĂ€tter und stellen einen grossen Kolben dar, der bis zu tausend kleine, weibliche BlĂŒten enthĂ€lt. Aus ihnen entstehen die gelben Samen, jeweils einer aus jeder BlĂŒte. Die Maiskörner genannten Samen sind zunĂ€chst weich, bei der Reife jedoch so hart, dass man sie nicht mehr mit dem Fingernagel einritzen kann, was als Zeichen fĂŒr die Erntereife gilt. Sie sitzen sehr fest und jeweils in kleinen GrĂŒbchen in mehreren parallelen Reihen direkt an der verdickten Achse des Kolbens. Die zahlreichen langen und seidigen Fasern, die sich an der Spitze des Kolbens als dichtes BĂŒschel befinden und bereits sichtbar sind, wenn der unreife Kolben noch in der BlĂ€tterhĂŒlle eingeschlossen ist, stellen die stark verlĂ€ngerten Griffel der einzelnen weiblichen BlĂŒten dar. Wenn man die HĂŒllblĂ€tter entfernt, kann man die langen GriffelfĂ€den deutlich erkennen, die den Kolben entlang nach unten ziehen. Wie alle SĂŒssgrĂ€ser wird auch die Maispflanze durch den Wind bestĂ€ubt, wobei die langen, nach Aussen ragenden Griffel dazu dienen, die in der Luft treibenden Pollenkörner einzufangen. Ein auf dem Griffel gelandetes Pollenkorn treibt seinen Pollenschlauch durch die ganze LĂ€nge des Griffels, durch den dann die mĂ€nnlichen Geschlechtszellen bis zu den weiblichen Eizellen wandern können.

3.3.3 Geschichte

Mais stammt vermutlich aus Mittelamerika und war vor Ankunft der EuropĂ€er viele Jahrhunderte lang das wichtigste Getreide dieser Region. Der Ursprung des kultivierten Maises ist nach wie vor ein RĂ€tsel, da Mais nur als Kulturform bekannt ist. Es gibt schlĂŒssige Hinweise aus archĂ€ologischen Entdeckungen, dass Zuchtmais im SĂŒdwesten der USA seit mindestens 3000 Jahren existiert. Noch vor kurzem ging man davon aus, dass Wildmais vor ungefĂ€hr 7000 Jahren im TehuacĂĄn-Tal in SĂŒdmexiko erstmals kultiviert wurde. Neuere Hinweise legen fĂŒr das erste Auftreten von Kulturmais in dieser Region jedoch einen viel spĂ€teren Zeitpunkt fest, nĂ€mlich vor etwa 4600 Jahren. Die Entstehung wird jedenfalls in Zentralmexiko vermutet, von wo aus sich der Mais relativ rasch zu anderen IndianerstĂ€mmen in Zentral-, SĂŒd- und Nordamerika ausbreitete. Bei den IndianerstĂ€mmen in Mittelamerika und Mexiko sowie im SĂŒdwesten der USA stellte Mais ein Grundnahrungsmittel dar und spielte dementsprechend auch eine wichtige Rolle in deren Mythologie. In SĂŒdamerika blieb seine Verwendung dagegen besonderen Gelegenheiten und Ritualen vorbehalten.

Als einer der Vorfahren des Maises wird die "Teosinte" vermutet, ein in Mexiko beheimatetes, ebenfalls einjĂ€hriges SĂŒssgras. Vielleicht entstand durch Kreuzung der Teosinte mit einer ausgestorbenen Art der erste Wildmais, aus dem der Kulturmais durch ZĂŒchtung und Auslese hervorging. Genaue KlĂ€rung erhofft man sich durch genetische Analysen. Nach Europa gelangte der Kulturmais Anfang des 15. Jahrhunderts von den Westindischen Inseln aus durch die Spanier. In der Alten Welt stellte er zunĂ€chst eine exotische Zierpflanze dar, Ă€hnlich wie zum Beispiel auch die ebenfalls aus Amerika eingefĂŒhrte Tomate und die Kartoffel. Als Getreide wurde er dagegen erst im 17. Jahrhundert angebaut.

3.3.4 Sorten

Die zahlreichen Maissorten, die es mittlerweile gibt, haben Ă€usserst unterschiedliche Kennzeichen. Einige Varianten reifen innerhalb von zwei Monaten, andere brauchen dazu elf Monate. Die Farbe der BlĂ€tter variiert von hell- bis dunkelgrĂŒn, und kann durch braune, rote oder purpurfarbene Farbstoffe abgewandelt sein. Die LĂ€nge der reifen Kolben reicht von weniger als siebeneinhalb Zentimetern bis immerhin 50 Zentimetern. Die Anzahl der Kernreihen kann 8 bis 36 oder sogar noch mehr betragen. Anhand der Merkmale der Körner kann man sechs (wenn man den "Pferdemais" dazuzĂ€hlt sieben) Hauptgruppen von Maissorten unterscheiden:

Der "Zahn- oder Pferdezahnmais" ist die ĂŒberwiegend auf amerikanischen Farmen angebaute Maisvariante. Die Seiten dieser Körner bestehen aus harter, horniger StĂ€rke, dem so genannten hornigen Endosperm. In der Mitte liegt weiches, mehlartiges Endosperm (NĂ€hrgewebe). Wenn das Korn heranreift, schrumpft dieses weiche Endosperm und bildet den charakteristischen Zahn.

Bei "Hart- oder Steinmais" reicht das harte Endosperm bis ĂŒber die Oberseite des Kornes, so dass sich kein Zahn ausbildet. Manche Hartmaissorten, die zu denselben Zwecken Verwendung finden wie Zahnmais, werden in kalten Klimaten bevorzugt, weil sie auch bei niedrigen Temperaturen zu keimen vermögen, und in tropischen Gebieten, weil sie resistent gegen Angriffe von RĂŒsselkĂ€fern sind.

"Puffmais" ist eine Variante des Hartmaises mit kleinen, besonders harten Körnern. Beim Erhitzen dehnt sich die Feuchtigkeit im Inneren der Körner aus und fĂŒhrt dazu, dass diese aufplatzen; aus diesem Mais lĂ€sst sich das bekannte "Popcorn" herstellen.

"StĂ€rke- oder Weichmais" enthĂ€lt ĂŒberwiegend weiches oder weniger dicht gepacktes Endosperm und lĂ€sst sich leicht zu Maismehl vermahlen. Er wird in grossem Umfang in den Andengebieten SĂŒdamerikas angebaut, die einst Teil des Inkareiches waren.

"Zuckermais" ist jene Maissorte, die in den USA im Allgemeinen als GemĂŒse fĂŒr den menschlichen Verzehr angebaut wird. Der vom Zuckermais produzierte Zucker wird wĂ€hrend des Wachstums nicht in StĂ€rke umgewandelt wie bei den anderen Sorten. Wenn man die Pflanze ausreifen lĂ€sst, sind ihre Samen in charakteristischer Weise runzelig.

"Spelzmais" wird selten als Nahrungsmittel genutzt, aber hÀufig als Zierpflanze angebaut; jedes Korn ist bei ihm in seine eigenen, verkleinerten HochblÀtter eingeschlossen.

Eine weitere dekorative Maissorte, hÀufig als "Pferdemais" bezeichnet, besteht aus vielfarbigen Varianten von Weich- und Hartmaissorten.

Auf der Internet-Seite der Eidgenössischen Forschungsanstalt fĂŒr Agrarökologie und Landbau kann man sich im Nationalen Mais-Sortenkatalog 1999 alle Maissorten mit Beurteilungen ansehen. Es gibt wirklich unwahrscheinlich viele Sorten.

http://www.admin.ch/sar/fal/sorten/mskmaisd.html

3.3.5 Zucht und Kultivierung

Der bedeutendste Fortschritt bei der Kultivierung des Maises war die EinfĂŒhrung von Hybridsorten, Hybridmais genannt, die bereits ab 1933 stattfand. Botaniker entwickelten Tausende von Kreuzungen, von denen eine oder auch mehrere in fast allen Kombinationen von Boden und Klima wachsen können, in denen sich Mais anbauen lĂ€sst. Ausserdem ermöglichten die Hybridsorten eine deutliche Ertragssteigerung. Hierzu werden ursprĂŒnglich fremdbestĂ€ubte Maissorten, die jahrelang verwendeten Standardsorten, durch SelbstbestĂ€ubung weitergezĂŒchtet und daraus jeweils Pflanzen mit den erwĂŒnschten Merkmalen fĂŒr die weitere Zucht ausgelesen. Solche durch Inzucht entstandene Zuchtlinien sind zwar anfĂ€llig, doch wenn man zwei derartige Linien miteinander kreuzt, entstehen Pflanzen mit weitaus höherem Ertrag als bei den Ausgangsformen. Die Mais verarbeitende Industrie verwendet vorwiegend solche einfach gekreuzten Maissorten, das heisst, die durch Kreuzung zweier derartiger Zuchtlinien entstandenen Sorten. Die meisten der von den Landwirten verwendeten Hybridsamen stammen hingegen von zweifach gekreuztem Mais, beziehungsweise dem Kreuzungsprodukt zweier Einfachhybriden. In jĂŒngster Zeit stehen jedoch auch Einfachhybriden mit ausreichend hohem Ertrag fĂŒr den normalen Anbau zur VerfĂŒgung. Hybriden ĂŒbertragen ihre erhöhte VitalitĂ€t nicht an ihre Nachkommen, so dass man jedes Jahr die ElternbestĂ€nde neu miteinander kreuzen muss, um neue Hybridpflanzen zu erzeugen. Dies geschieht in speziellen Saatgutbetrieben, aber auch bei einigen Landwirten, die sich auf die Produktion von Hybridsamen spezialisiert haben. Die Hybridisierung erhöht zwar die Kosten der Samen, doch die gesteigerten ErtrĂ€ge gleichen die zusĂ€tzlichen Ausgaben mehr als aus, denn durch den Hybridmais sind Ertragssteigerungen von 25 bis 50 Prozent gegenĂŒber normalen Zuchtsorten möglich. 1978 entdeckte man in Mexiko mehrere Einzelexemplare einer bisher ausgestorben geglaubten, mehrjĂ€hrigen Wildmaisart. Dies war eine wissenschaftliche Sensation, die nicht nur die Forschung um die Herkunft des Kulturmaises neu inspirierte, sondern auch die Ausgangsbasis fĂŒr die Entwicklung einer ausdauernden Form des Kulturmaises bilden könnte.

3.3.6 NĂ€hrwert

Der Mais stellt eines der bedeutendsten Nahrungs- und Tierfuttermittel dar. Er enthĂ€lt wie andere Getreidearten vorwiegend Kohlenhydrate, jedoch nur wenig Eiweiss, das zudem einen geringen Anteil an den beiden essentiellen AminosĂ€uren Lysin und Tryptophan hat und daher in dieser Hinsicht von minderwertiger QualitĂ€t fĂŒr die menschliche und tierische ErnĂ€hrung ist. Vor kurzem entdeckte man jedoch zwei genetische Mutanten, "opaque-2" und "floury-2" genannt, die in dem mehligen Endosperm des normalen Zahnmaises erhöhte Anteile dieser essentiellen AminosĂ€uren aufwiesen Bei "opaque-2" zum Beispiel ein um 70 bis 100 Prozent erhöhter Gehalt an Lysin. Mit dieser Maissorte gefĂŒtterte Schweine nehmen dreimal so schnell an Gewicht zu wie bei FĂŒtterung mit normalem Mais. Überall ĂŒbertragen nun PflanzenzĂŒchter diese erwĂŒnschten Gene auch auf andere Maissorten, um die frĂŒher als unverĂ€nderlich angesehenen Nachteile des Maises auszugleichen.

3.3.7 Maiskrankheiten und -schÀdlinge

Mais wird von zahlreichen Krankheiten und SchÀdlingen befallen. Unter den Krankheitserregern stellen die Pilze die wichtigste Gruppe dar. Einige Arten befallen die Wurzeln, StÀngel und Kolben und verursachen FÀulnis, die den Ertrag und die QualitÀt der Körner verringert. Maisbeulenbrand, beziehungsweise. Maisbrand, wird von einem parasitischen Brandpilz namens "Ustilago maydis" hervorgerufen, der an verschiedenen Stellen der Pflanze, vor allem am Kolben, am StÀngel und an der Rispe, umfangreiche Myzelien ausbildet. Wenn er

heranreift, bildet er grosse Mengen schwarzer Sporen in kugeligen Fruchtkörpern. In einigen Gebieten Mittel- und SĂŒdamerikas werden die unreifen Fruchtkörper, in denen sich noch keine Sporen gebildet haben, gegessen. Mais wird ausserdem von mehreren Pilzarten befallen, die krankhafte VerĂ€nderungen der BlĂ€tter hervorrufen, welche den Ertrag verringern. Auch zwei bedeutende Viruserkrankungen, "maize dwarf mosaic virus" und "maize stunt virus", beide durch Zwergzikaden ĂŒbertragen, befallen Maispflanzen. Wird ein solches Virus in einem frĂŒhen Stadium auf die Maispflanze ĂŒbertragen, kann dies zu ernsthaften Ernteeinbussen fĂŒhren. Die Larve eines Eulenfalters namens "Heliothis zea" ernĂ€hrt sich von den in den HochblĂ€ttern verborgenen Körnern. Die Larven des MaiszĂŒnslers, eines kleinen Schmetterlings, ("Ostrinia nubilalis", oder "Pyrausta nubilalis") befallen vor allem die PflanzenstĂ€ngel, höhlen deren Inneres aus und bewirken ein Abknicken der BlĂŒtenstĂ€nde. Der MaiszĂŒnsler wird in Kapitel 3.5.2 nĂ€her vorgestellt. In den letzten Jahren haben auch die Larven des GurkenkĂ€fers starke Verluste verursacht. Sie ernĂ€hren sich vom Wurzelsystem heranwachsender Pflanzen.

3.3.8 Produktion und Verbrauch

Mais wird insgesamt auf 134,2 Millionen Hektaren Land angebaut. Die Jahresernte betrĂ€gt 559,3 Millionen Tonnen. Damit liegt Mais hinsichtlich der Ertragsmenge an dritter Stelle der Getreidearten, nach Weizen und Reis. Von der gesamten produzierten Menge werden weltweit ĂŒber 70% als Futtermittel fĂŒr das Vieh verbraucht. Die USA sind mit 45 Prozent der Weltproduktion das fĂŒhrende Land im Maisanbau. Der grösste Teil des Maises wird im Mittelwesten, im so genannten "MaisgĂŒrtel" ("corn belt") angebaut, der die Bundesstaaten Ohio, Indiana, Illinois, Iowa, Missouri, Kansas und Nebraska umfasst. Weitere fĂŒhrende Maisanbaunationen sind China, Brasilien, Argentinien, SĂŒdafrika, RumĂ€nien, Russland, Mexiko sowie die EU. Etwa 61 Prozent des in den USA von den Farmern verkauften Maises wird als Viehfutter verwendet. Etwa die HĂ€lfte dieser Menge verfĂŒttert man direkt an Schweine, Rinder und GeflĂŒgel, der Rest geht in die Produktion von Mischfutter ein. Weitere 22 Prozent des dort produzierten Maises werden exportiert. Die verbleibenden 17 Prozent werden als Nahrungsmittel verkauft und zur kommerziellen Herstellung von Alkohol und Branntwein, Sirup, Zucker, Maismehl und Trockennahrungsmitteln verwendet. In Italien und in den LĂ€ndern des Balkans bereitet man aus Maismehl die "Polenta" zu, ein breiartiges Gericht, das in vielen Gegenden ein wichtiger Bestandteil der tĂ€glichen Mahlzeiten ist. Von vergleichbarer Bedeutung sind die "Tortillas" genannten, flachen, kleinen, pfannkuchenartigen Maisfladen, die man in Mittelamerika tĂ€glich und in vielerlei Form zu sich nimmt. Aus Maiskolben stellt man Furfural her, eine FlĂŒssigkeit, die zur Herstellung von Nylonfasern und Phenol-Formaldehyd-Kunststoffen, zum Raffinieren von Baumharz, zur Produktion von Schmierölen aus Erdöl und zur Reinigung von Butadien bei der Herstellung von synthetischem Gummi dient. Gemahlene Maiskolben finden als weiches und grobes Schleifmittel Verwendung. Grosse ganze StrĂŒnke der Kolben einer bestimmten Maisform, des so genannten "cob pipe"-Maises, werden zu Tabakpfeifen verarbeitet. Die Samenkörner des Maises werden zu Maisöl gepresst, das zum Kochen, als Salatöl und in verfestigter Form als Margarine Verwendung findet; weiterhin wird es zur Herstellung von Farben, Seifen und Linoleum genutzt. Die Suche nach alternativen Energiequellen hat die Aufmerksamkeit auch auf Mais als Brennstoff gelenkt. Durch seinen hohen Zuckergehalt wird er zu Alkohol verarbeitet, um diesen zusammen mit Benzin als Gasohol zu verwenden. Ausserdem eignen sich die trockenen StĂ€ngel möglicherweise zur Gewinnung von Biomasse, die als Brennstoff geeignet ist.

Mais findet man aber auch in Medikamenten wie Aspirin und Antibiotika, in Kosmetika und Seifen sowie in industriellen Produkten wie Chemikalien, Insektiziden, Klebern, Anstrichfarben, Lösungsmitteln und Lacken.

Land / Kontinent

AnbauflÀche

in Mio. ha

Produktion

in Mio. t

Ertrag

in t/ha

Exporte

in Mio. t

USA

29,5

256,6

8,7

58,65

China

21,1

99,3

4,7

1,41

Brasilien

14,2

37,0

2,6

0

EU

3,7

28,3

7,6

0,25

Argentinien

2,5

10,9

4,3

6,05

SĂŒdafrika

2,9

4,8

1,6

2,53

Weitere

60,3

122,4

2,0

3.3.9 Gesundheit

Bei Blasen-, Harnblasen- und NierenbeckenentzĂŒndungen wirkt Mais schmerzlindernd. Es können auch kleine Nierensteinchen ausgeschwemmt werden. Die ausgezeichneten wassertreibenden Eigenschaften des Mais, fördern die Auswaschung körpereigenen Giften, die sich angesammelt haben und ein typisches Zeichen fĂŒr Gicht, Arthritis und Rheuma sind. In frĂŒherer Zeit wurde er auch als blutdrucksenkendes Mittel bei Arteriosklerose eingesetzt. Äusserlich werden die Maisgriffel wegen ihren entzĂŒndungshemmenden und narbenbildenden Eigenschaften eingesetzt. Maispolenta wird selten als Breiumschlag aufgelegt.

3.4 Gen-verÀnderter Mais

3.4.1 Gentechnik: allgemeine ErklÀrungen

Erbsubstanz

Ob bei Einzellern, Pflanzen, Tieren oder Menschen: Erbmerkmale werden durch die Erbsubstanz DNS (DesoxyribonukleinsĂ€ure) von einem Lebewesen auf seine Nachkommen vererbt. Diese Erbsubstanz ist praktisch in allen Zellen enthalten. Das lange, fadenförmige MolekĂŒl ist in den Chromosomen verpackt.

Gen

Das Gen ist ein Abschnitt des Erbguts eines Lebewesens. Das Gen ist ein Erbmerkmal und enthÀlt die Informationen, um beispielsweise in der Zelle ein Eiweiss herstellen zu können.

Gentechnik

Die Gentechnik ermöglicht es, Gene aus den Zellen herauszuholen, die Informationen darauf zu entziffern und ganze Gene im Labor zu vermehren. Mit Hilfe der Gentechnik können diese Gene in andere Zellen eingeschleust werden und dort wirken. Dadurch kann die ZĂŒchtung von Pflanzen mit bestimmten Eigenschaften beschleunigt werden. Neu an der Gentechnik ist, dass die Gene zwischen den Lebewesen beliebig ausgetauscht werden.

Eiweisse und Enzyme

Eiweisse sind Bausteine einer Zelle. Sie werden gebaut, indem die Zelle die Erbinformationen (Bauplan) eines Gens umsetzt. Eiweisse verleihen einer Zelle ihr chrakteristisches Aussehen. Enzyme sind spezielle Eiweisse, die den Stoffwechsel unterstĂŒtzen. Sie werden beispielsweise in der Lebensmittelherstellung eingesetzt (z.B. um Milch gerinnen zu lassen).

Mikroorganismen

Das sind Bakterien, Hefepilze und Viren. Bakterien und Hefen bestehen aus einer einzigen Zelle. Einige sind Krankheitsverursacher, andere wiederum sind lebensnotwendig. Bakterien und Hefepilze können sich alleine vermehren, wÀhrend Viren dazu lebende Zellen brauchen.

3.4.2 Der MaiszĂŒnsler

Die ZĂŒnslerlarve ist einer der gefĂŒrchtetsten SchĂ€dlinge im Maisanbau. Der MaiszĂŒnsler ist des Bauern Feind - er zerfrisst die Maispflanzen im Feld Sie vernichtet jĂ€hrlich weltweit 7% der Maisernte. Das sind 40 Millionen Tonnen Mais pro Jahr. Damit liesse sich die grösste Pyramide der Welt, die Cheopspyramide, 17mal fĂŒllen. In manchen Gegenden Nordamerikas und Europas werden sogar 20% der Ernte zerstört. Kaum aus den Eiern geschlĂŒpft, bohrt sich die ZĂŒnslerlarve in den Stengel der Maispflanze ein. Bis zu ihrer Verpuppung frisst sich die Larve dann buchstĂ€blich durch die Pflanze hindurch. Heute werden zur BekĂ€mpfung der ZĂŒnslerlarve Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Allein in den USA fĂŒr 20 bis 30 Millionen Dollar jĂ€hrlich.

MaiszĂŒnsler im Stengel von Mais Vom MaiszĂŒnsler befallene Maispflanzen

3.4.3 Das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (BT)

Dass das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) auf bestimmte Insektenlarven tödlich wirkt, ist seit seiner Entdeckung im Jahre 1911 bekannt. Wenn eine Falterlarve das Bakterium frisst, nimmt sie das von ihm produzierte Bt-Eiweiss auf. Dieses wird in ihrem Darm gespalten. Dabei entsteht ein neues Eiweiss, das im Darm der Falterlarve Löcher macht und sie verhungern lĂ€sst. In der Landwirtschaft, auch im Biolandbau, wird die sehr spezifische Wirkung der Bt-Eiweisse zur BekĂ€mpfung von SchĂ€dlingen schon seit etwa 40 Jahren genutzt. Zu biologischen Spritzmitteln verarbeitet, werden sie beispielsweise im GemĂŒsebau gegen die Raupe des Kohlweisslings oder gegen die Larve des KartoffelkĂ€fers und im Maisanbau gegen die ZĂŒnslerlarve eingesetzt. Aus ökologischer Sicht sind Spritzmittel aus Bt-Eiweissen ideal. Im Boden zersetzen sie sich sehr schnell zu harmlosen Substanzen. Die Anwendung hat allerdings einen Nachteil. Denn wenn die ZĂŒnslerlarve einmal im Stengel ist, ist sie vor den Bt-Spritzmitteln geschĂŒtzt.

3.4.4 Der BT-Mais von Novartis

Der heutigen Firma Novartis gelang die gentechnische ZĂŒchtung einer Maissorte, die sich selber vor der ZĂŒnslerlarve schĂŒtzt. Die Forscherinnen und Forscher machten sich die Wirkung des Bt-Eiweisses zunutze. Sie erreichten mittels Gentechnologie, dass die Maispflanze in ihren BlĂ€ttern, im Stengel und in ihren Pollen das Bt-Eiweiss des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis produziert, deshalb der Name Bt-Mais. Frisst die Larve an der Maispflanze, stirbt sie. Im Jahre 1996 pflanzten Landwirte in den USA und in Kanada bereits auf 180'000 Hektaren und 1997 auf ĂŒber 1 Million Hektaren Land gentechnisch verĂ€nderten, zĂŒnslerresistenten Mais an. Der Bt-Mais enthĂ€lt nebst dem Bt-Gen zwei Markierungsgene, nĂ€mlich ein Herbizid-Toleranz-Gen und ein Ampicillin-Resistenz-Gen. Die Markierungsgene dienten in einem frĂŒhen Entwicklungsstadium im Labor zur Selektion jener Zellen, bei denen die gewĂŒnschte Gen-Übertragung geglĂŒckt war.

3.4.5 Nutzen des BT-Mais

Nach der Aussaat von Bt-Mais braucht sich der Bauer nicht mehr um den ZĂŒnslerbefall zu sorgen, die Pflanzen tun es selber. Das VersprĂŒhen von Pflanzenschutzmitteln wird damit reduziert. FĂŒr den Bauern bedeutet dies, dass seine Maisernte gesund und sicher ist. Er spart Pflanzenschutzmittel, Energie, Zeit und Geld. Der eingebaute Schutz ist unabhĂ€ngig vom Wetter. Im Vergleich dazu wirken Bt-Spritzmittel z.B. nicht mehr, wenn sie vom Regen abgewaschen werden. Der eingebaute Schutz wirkt auch auf ZĂŒnslerlarven, die im Stengel sind. Im Gegensatz dazu, wirken Bt-Spritzmittel nur solange (wenige Tage), wie sich die Larven auf der Pflanze befinden. Einmal im Stengel, ist die Larve des MaiszĂŒnslers vor den Bt-Spritzmitteln geschĂŒtzt. Nicht nur der Landwirt profitiert vom Bt-Mais. Weil weniger MineraldĂŒnger, fossile Brennstoffe und Pflanzenschutzmittel verwendet werden, profitiert auch die Umwelt vom Bt-Mais. Der Bt-Mais vermindert Ernteverluste. Auf gleicher AnbauflĂ€che liefert er grössere Ernten bzw. gleiche Erntemengen auf kleineren FlĂ€chen. Eine effiziente Landwirtschaft trĂ€gt zur Senkung der Kosten in der Lebensmittelproduktion bei.

4 Diskussion: Gentech-Mais

4.1 Vorteile des BT-Mais

Darstellung von Novartis: Auf Herz und Nieren geprĂŒft, so sicher wie herkömmlicher Mais.

Die Sicherheit von Mensch, Tier und Umwelt hat bei unseren Produkten oberste PrioritĂ€t. Lebensmittel, Futtermittel und Saatgut werden auf gesundheitliche und ökologische Unbedenklichkeit hin geprĂŒft, bevor sie auf den Markt kommen. Dies gilt unabhĂ€ngig davon, ob sie mit herkömmlichen oder mit gentechnischen Verfahren hergestellt bzw. gezĂŒchtet werden. Auch der Bt-Mais durchlief umfangreiche SicherheitsprĂŒfungen im Labor, im GewĂ€chshaus und auf dem Feld. Unsere Resultate bestĂ€tigen die Unbedenklichkeit des Bt-Maises als Lebensmittel, als Futtermittel oder fĂŒr den Anbau. Zu diesem Schluss kamen nach der PrĂŒfung der Studien auch die amerikanischen, kanadischen, japanischen und europĂ€ischen Behörden. Sie erteilten deshalb die Zulassung fĂŒr unseren Bt-Mais. Wir stellen Ihnen die Ergebnisse der wichtigsten AbklĂ€rungen kurz vor.

Keine Allergien

Die gentechnische VerĂ€nderung macht den zĂŒnslerresistenten Mais nicht zu einem allergenen Lebensmittel. Von herkömmlichem Mais unterscheidet sich der Bt-Mais nur, indem er zwei zusĂ€tzliche Eiweisse bildet: das Bt-Eiweiss und das Herbizid-Toleranz-Eiweiss. Seit jeher kommen beide in Bakterien vor. Mit ungekochtem GemĂŒse oder mit Salaten, die von einer Vielzahl von Bakterien besiedelt sind, haben Mensch und Tier diese Eiweisse immer schon aufgenommen. Bis heute traten keine Allergien auf, die durch eines der beiden Eiweisse verursacht wurden. Im Gegensatz zu Allergenen werden sie im Magen rasch abgebaut, sind empfindlich gegen Hitze (Zerstörung beim Kochen) und zeigen auch sonst keine Ähnlichkeit mit bekannten Allergenen.

Gift ist nicht gleich Gift

Das Bt-Eiweiss wird in den BlĂ€ttern, im Stengel und in den Pollen der Maispflanze gebildet. Es ist ausschliesslich fĂŒr bestimmte Falterlarven giftig. FĂŒr andere Insekten, Tiere oder den Menschen ist das Bt-Eiweiss harmlos. Sie verdauen es wie andere Eiweisse auch, die sie mit ihrer tĂ€glichen Nahrung aufnehmen. Die mehr als vierzigjĂ€hrige Erfahrung mit Bt-Eiweissen als Bioinsektiziden zeigt, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind.

Behandlungen mit dem Antibiotikum Ampicillin sind nicht gefÀhrdet

Das Ampicillin-Resistenz-Gen wird in der Maispflanze nicht in ein Eiweiss umgesetzt. Mensch und Tier nehmen mit dem Bt-Mais also kein Eiweiss auf, das eine medizinische Behandlung mit Ampicillin unwirksam machen könnte. Eine GenĂŒbertragung von Pflanzen auf Bakterien wurde noch nie beobachtet. Es ist unwahrscheinlich, dass die Ampicillin-Resistenz-Gene der Maispflanze auf menschliche oder tierische Krankheitserreger im Darm ĂŒbertragen werden. Sollte ein derartiger Transfer dennoch eintreten, so wĂ€re der Anteil zusĂ€tzlich resistenter Bakterien gemessen an der Gesamtzahl natĂŒrlicherweise vorkommender Antibiotika-resistenter Bakterien vernachlĂ€ssigbar gering.

Gegen die Entwicklung resistenter ZĂŒnslerlarven

SchĂ€dlinge können sich an Resistenzmechanismen von Pflanzen anpassen. Diese Anpassung ist unabhĂ€ngig davon, ob der Pflanzenschutz durch chemische oder biologische Pflanzenschutzmittel erreicht wird, respektive ob der Resistenzmechanismus durch traditionelle oder mittels gentechnischer Methoden in die Pflanze eingebracht wurde. Sie beruhen auf dem natĂŒrlichen Prinzip der Selektion. Es versteht sich von selbst, dass Novartis daran interessiert ist, die Entwicklung Bt-resistenter SchĂ€dlinge möglichst gering zu halten.

Keine Erhöhung des Herbizid-Einsatzes

Der Bt-Mais enthĂ€lt ein Gen (Markierungs-Gen), das die Widerstandskraft der Pflanze gegen das UnkrautbekĂ€mpfungsmittel Glufosinat (Hersteller AgrEvo) erhöht. Dieses Eiweiss diente in einem frĂŒhen Stadium im Labor zur Selektion jener Pflanzenzellen, bei denen die Übertragung des Bt-Gens geglĂŒckt war. Ziel der Entwicklung war die MaiszĂŒnsler- Toleranz. Markierungs-Gene dienen dem ZĂŒchter zur Selektion. FĂŒr den Maisanbau ist das Herbizid Glufosinat in Europa nicht zugelassen.

Keine Auskreuzung mit Wildpflanzen

Eine Übertragung der Gene des Bt-Maises auf eine andere Pflanzenart ist nicht gegeben, weil Maispollen ausschliesslich Mais befruchten können. Der Bt-Mais kann sich in Nordamerika und Europa, wo er angeboten wird, auch nicht mit verwandten Wildpflanzen kreuzen. Denn verwandte Wildpflanzen des Maises gibt es nur noch in wenigen Gegenden Mexikos und Guatemalas.

4.2 Nachteile / Gefahren des BT-Mais

Darstellung von: Florianne Koechlin, Freiberufliche Biologin im Bereich Gentechnik und Mit-Initiantin der Gen-Schutz-Initiative

Bt-Mais von Novartis und die Risiken:

Heute ist der Bt-Mais auf dem europĂ€ischen Markt zugelassen - trotz massivem Widerstand einer grossen Mehrheit. 14 von 15 EU-LĂ€ndern wollen den Mais nicht zulassen (Juni 1996) und das EU-Parlament verlangt mit einer ĂŒberwĂ€ltigenden Mehrheit von 407 gegen 2 Stimmen und 19 Enthaltungen einen sofortigen Importstopp fĂŒr den Gentech-Mais, da die Risiken ungenĂŒgend abgeklĂ€rt seien

(9. April 1997). Die EU-Kommission (Exekutive), alleinig zustĂ€ndig fĂŒr die Bewilligung, setzt sich ĂŒber alle Bedenken hinweg. Österreich zum Beispiel hat daraufhin einen Importstop fĂŒr den Bt-Mais verhĂ€ngt. Es bestehen folgende BefĂŒrchtungen:

Antibiotikaresistenz:

Es ist nicht auszuschliessen, dass die Antibiotikaresistenz-Gene des Bt-Maises auf Bakterien ĂŒbertragen werden. Wenn solche Bakterien dann im Darm auf menschliche oder tierische Krankheitserreger stossen, können sie ihr Gen fĂŒr Antibiotikaresistenz weitergeben. Dann wĂŒrden Krankheitserreger immun gegen bestimmte Antibiotika. Aus medizinisch leicht zu bekĂ€mpfenden wĂŒrden schwer heilbare Krankheiten entstehen. Das Antibiotikum Ampicillin zĂ€hlt zu den Aminopenicillinen, die z.B. bei Diphtherie, Scharlach, HirnhautentzĂŒndungen, LungenentzĂŒndungen, Atemwegsinfektionen und Harnwegsinfektionen eingesetzt werden. Mit dem Genmais könnte das Ampicillin seine Wirkung verlieren. Weiter wird befĂŒrchtet, dass die Resistenz-Gene der manipulierten Pflanzen auch Kreuzresistenzen gegen andere Antibiotika, zum Beispiel aus der Gruppe der Penizilline, hervorrufen können.

Allergie:

Die Fremd-Gene und ihre Expressionsprodukte sind in allen Zellen der manipulierten Pflanze prĂ€sent. Beim Verzehr kommt der menschliche Körper erstmals mit diesen Proteinen in Kontakt. Dies könnte besonders fĂŒr allergieempfindliche Menschen zu einem Problem werden, da neue Proteine immer auch potentiell neue Allergene mit unbekanntem Risiko sind.

"Pleiotrope Effekte":

Bei einer Genmanipulation werden die Fremd-Gene ziellos ins Erbgut einer Pflanze eingebracht. Die Erfolgsrate ist circa 1:100'000. Deshalb werden zur Selektion Marker-Gene eingesetzt. Im Falle vom Mais das Antibiotikaresistenz- und das Herbizidresistenz-Gen. Es ist nicht steuerbar, wo die Gene hinkommen, welche Nachbarschaftsbeziehungen gestört werden. "VerrĂŒckte" Gene können unerwartete EigenschaftsĂ€nderungen bewirken (pleiotrope Effekte) und z.B. neue StoffwechselvorgĂ€nge "anschalten".

Bt-Toxin:

In den Unterlagen betont Novartis, das von den Pflanzen produzierte Bt-Toxin sei völlig harmlos. Bt-Bakterien wĂŒrden schon jahrzehntelang in der Landwirtschaft als vertrĂ€gliches Insektizid eingesetzt. Die Firma verschweigt aber, dass das Toxin, das die Pflanze herstellt, sich in wesentlichen Merkmalen vom Toxin unterscheidet, das die Bakterien herstellen. Der Molekularbiologe GĂŒnter Stotzky und sein Team einer UniversitĂ€t von New York stellten fest, dass das Toxin der manipulierten Pflanzen in gewissen Lehmböden viel lĂ€nger aktiv im Boden verweilen kann als das Toxin der Bt-Bakterien. Sein Team fand das Gift noch 9 Monate nach Einbringen in den Boden in seiner aktiven Form vor. Die Forscher vermuten, dass das Pflanzengift wegen bestimmter Eigenschaften auch eine ganze Reihe verschiedener Bodenlebewesen wie BodenwĂŒrmer, Insekten und Schnecken schĂ€digen kann. Wenn nun der Gentech-Mais in Monokulturen ĂŒber riesige FlĂ€chen angebaut wird, dann werden im Boden grosse Mengen dieses Bt-Toxins gespeichert, mit eventuell dramatischen Auswirkungen auf die Bodenlebewesen. Untersucht werden kann dies vorlĂ€ufig nicht mehr, denn Stotzky musste alle seine Versuche abbrechen, weil sich die Industrie weigert, ihm genmanipulierte Pflanzen zur VerfĂŒgung zu stellen. Sie kann dies tun, da die Bt-Pflanzen alle patentiert sind.

Resistenzprobleme:

Viele Forscher und Forscherinnen befĂŒrchten, dass der MaiszĂŒnsler in sehr kurzer Zeit Resistenzen gegen Bt-Toxine entwickelt. Dann wĂ€re auch ein im Biolandbau oft verwendetes Insektizid, PrĂ€parate aus Bt-Bakterien, zunichte gemacht.

4.3 Heutiger Stand in der Schweiz: GVO-Mais

Gentech-Freisetzungsversuche mit Mais und Kartoffeln abgelehnt

Das Bundesamt fĂŒr Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) hat erstmals einen Entscheid ĂŒber die Freisetzung gentechnisch verĂ€nderter Organismen gefĂ€llt. Es hat sowohl das Gesuch fĂŒr einen Versuch mit T25-Mais in Oftringen als auch das Gesuch der Eidgenössischen Forschungsanstalt fĂŒr Pflanzenbau in Changins (RAC) fĂŒr transgene Kartoffeln abgelehnt. Nach Ansicht des BUWAL ist die Unbedenklichkeit fĂŒr Mensch und Umwelt nicht genĂŒgend belegt.

Das Gesuch aus Oftringen

Die Firma PlĂŒss-Staufer AG plante, an zwei Standorten in der Gemeinde Oftringen transgenen Mais zu Versuchszwecken freizusetzen. Ziel des Versuchs war die PrĂŒfung der Wirksamkeit des Herbizids Glufosinat auf T25-Mais. Der Versuch wurde vom Bundesamt fĂŒr Landwirtschaft als Voraussetzung fĂŒr eine Zulassung des Herbizids verlangt.

Bei der Beurteilung des transgenen Maises der PlĂŒss-Staufer AG ist das Hauptproblem der Pollenflug, der mit technischen Massnahmen zwar vermindert, aber nicht ausgeschlossen werden kann. Gelangen Pollen der T25-Maispflanzen auf ein anderes Maisfeld mit herkömmlichem Mais, so entstehen dort bei einer Befruchtung wiederum Maiskörner, die gentechnisch verĂ€ndert sind.

Folgen fĂŒr das Image der Landwirtschaft

Die Frage der Kontamination benachbarter GrundstĂŒcke durch Pollen ist ein grundsĂ€tzliches Problem. Die Folge eines Pollenflugs, der von transgenen Pflanzen ausgeht, trifft auch Landwirte, die ausdrĂŒcklich ohne gentechnisch verĂ€nderte Organismen produzieren wollen. Wird ihr Feld durch Pollen transgener Pflanzen kontaminiert, so tĂ€uschen sie nicht nur ihre Kundschaft, sondern machen sich möglicherweise sogar strafbar, weil sie ohne Bewilligung Lebensmittel oder Futtermittel verkaufen, die als gentechnisch verĂ€ndert gelten.

Die Schweizer Landwirtschaft lebt davon, dass ihre Produkte als rein und naturnah gelten. Durch solche Gentech-Versuche wird dieses Image tangiert. Das kann weitreichende Folgen fĂŒr die Landwirtschaft haben.

Die Politik ist hier gefordert zu entscheiden, ob sie solche VerhĂ€ltnisse befĂŒrwortet. Solange kein Entscheid vorliegt und keine Toleranzwerte definiert sind, liegt das Risiko einseitig bei denjenigen Bauern, die biologisch oder konventionell produzieren.

Neueste Entwicklung Juni 99

Der Presse konnte entnommen werden, dass in der Schweiz 140 Hektaren Mais vernichtet worden sind, weil GenverÀnderte Organismen (GVO) festegestellt worden sind.

Es wird immer schwieriger, Gentech-freies Saatgut zu bekommen. Die FlÀchen mit transgenen Pflanzen nehmen weltweit stark zu. Deshalb wird es schwierig sein, die Genfreiheit von Saatgut aufrecht zu erhalten.

Dazu Jaques Morel, Chef der Hauptabteilung Forschung und Beratung im BWL: "Es wird klar definiert werden mĂŒssen, ob der Mais GVO-haltig oder GVO-Frei ist. Auch wenn letzteres nicht mit Garantie wĂ€re."

4.4 Meine Meinung zum GVO-Mais

Ich bin der Meinung, dass genverĂ€nderter Mais im Moment in der Schweiz noch nicht zugelassen werden sollte. Wichtig ist, dass umfangreiche AbklĂ€rungen der Auswirkungen auf Mensch und Tier gemacht werden mĂŒssten. Falls trotzdem einmal eine Erlaubnis abgegeben wĂŒrde, mĂŒssten die Produkte klar und deutlich gekennzeichnet werden.

Ich bin skeptisch, weil ich denke, dass es mit der Zeit zu unabsehbaren Nebenwirkungen kommen könnte. Es besteht die Gefahr, dass wir mit dem Einbringen neuer Pflanzen das biologische Gleichgewicht und die Nahrungsketten stark durcheinander bringen. Die Schadinsekten bleiben fern, doch wovon leben jetzt deren Feinde? Die haben dann nichts mehr zu essen. Wie weitreichend sind die Eingriffe mittels Gentechnik. Darauf vermag im Moment niemand eine klare Antwort zu geben.

5 Hilfsmittel / Literatur

BĂŒcher, BroschĂŒren und Multimedia:

Frey, PflanzenkundeTierkunde, Verlag Paul Haupt Engler, Coop informiert: Gentechnik Novartis, Mais bleibt Mais Data Becker, Das grosse Lexikon 1998 Meyers Lexikonverlag Microsoft, Encarta 99 Forschungsinstitut Biologischer Landbau, Z.B: Mais Nr. 1

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