Wallenstein

Ein dramatisches Gedicht

1. Einleitung:

Wallenstein, geboren am 24. September 1583 in Ostb├Âhmen und am 25. Februar 1637 in Eger ermordet, war ein Feldherr und Staatsmann in der Zeit des drei├čigj├Ąhrigen Krieges, welcher dem altb├Âhmischen Adelsgeschlecht entstammte. Friedrich Schiller verarbeitete dessen Schicksal in einer Dramentrilogie: "Wallensteins Lager" ; "Die Piccolomini" ; "Wallensteins Tod". Um 1800 wurden die klassischen St├╝cke in Weimar, der Stadt in der Schiller seit 13 Jahren lebte, uraufgef├╝hrt. Sie spielen in den schlimmsten Jahren des 17. Jahrhunderts. Sie wurden in der Bl├╝tezeit der deutschen Klassik verfasst und sind der Gipfel von Schillers dramatischer Dichtung, deshalb ben├Âtigte er dazu auch drei Jahre um sie niederzuschreiben.

Jetzt folgt eine Inhaltsangabe ├╝ber die drei B├Ąnde beginnend mit "Wallensteins Lager".

2. Erschlie├čung und Interpretation des Textes

2.1 Inhaltsangabe:

2.1.1 Wallensteins Lager:

Im ersten Teil der Trilogie wird das Heer des Wallenstein aufgef├╝hrt, welches aus vielen verschiedenen Heeren zusammengew├╝rfelt ist, d.h. von verschiedenen L├Ąndern stammend mit einem jeweils verschiedenen Oberst wie z.B. dem Generalleutnant Octavio Piccolomini, dem Max Piccolomini und mit dem General der Kroaten Isolani. Diese unterstehen dem Feldherr Wallenstein. Dieses Heer gilt als unbesiegbar, aber man sieht bereits die Differenzen zwischen den Truppen.

Die Piccolomini:

Wallenstein gibt seinen Heerf├╝hrern und Truppen den Befehl nach Pilsen zu kommen und sich dort vorerst niederzulassen. Unter dem Schutz seiner anreisenden Truppen l├Ąsst er seine Gemahlin und seine Tochter auch dorthin bringen. Zu Anfang des zweiten Teils entsteht ein Streit zwischen dem auch eingetroffenen Kriegsrat Questenberg, der vom Kaiser nach Pilsen gesannt wurde um sicherzustellen,was Wallenstein vorhat, und einigen Obersten (Isolani, Buttler, Illo). In diesem Streit geht es um die Vorgehensweise des Wallensteins, die in den Augen des Kaiser zu eigenm├Ąchtig ist.

Der Kaiser hat Questenberg dorthin geschickt um seine Zweifel an Wallenstein von ihm best├Ątigen zu lassen. Denn er hat die Absicht Wallenstein absetzen zu lassen. Von dieser Absetzung sind nur Questenberg und Octavio Piccolomini unterrichtet. Octavio Piccolomini ist ein jahrelanger Freund des Wallenstein, die zusammen schon vieles durchgemacht haben, aber nun hat er den Befehl des Kaisers seinen Freund zu entm├Ąchtigen und den Oberbefehl ├╝ber sein Heer zu erlangen. Dem Kaiser ist klar, dass diese Einberufung der Truppen nach Pilsen einen Aufmarsch gegen den Kaiser bedeutet und um dies zu verhindern, schickte er Octavio Piccolomini und Questenberg nach Pilsen. Als Max Piccolomini, der Sohn des Generalleutnant

Octavio Piccolomini, in Pilsen ankommt und diese bei einem Gespr├Ąch bereits seine Zuneigung f├╝r Wallenstein darlegt, wird den beiden klar, dass sie nun ein Problem haben, da Max Piccolomini auf der Seite des Wallensteins steht. Da Max Piccolomini bereits als junger Knabe in Wallensteins Obhut ist, ist er ihm zugeneigt. Auf seiner Reise nach Pilsen ist er der Begleiter der Thekla, die Tochter des Wallenstein. Auf diesem Trip f├╝hrt sie ihn durch Gebiete, welche von dem Krieg unber├╝hrt sind, und diese haben ihn ein neues Gef├╝hl gegeben, welches er von nunan immer versp├╝ren will. Nun erhofft er sich, dass die Wunschvorstellungen des Wallenstein, ein friedliches neuvereintes Europas zu schaffen, in Erf├╝llung geht. Dies entspricht aber

nicht den Vorstellungen des Vaters, der die alte kaiserliche Tradition bewahren will. Bereits bei seinem ersten Auftritt sieht man den eigentlich starken Feldherrn die Furcht an, da ihm Gefahr aus Wien erwartet. Denn er ahnt schon, dass seine Entm├Ąchtigung im Laufe ist. Aber er wei├č nicht wie er darauf reagieren soll, da er noch unschl├╝ssig ist( vgl. Picc. 2 Aufz. 5. Auft. "Der Kaiser der ist wahr, hat ├╝bel mich behandelt!- Wenn ich wollte, ich k├Ânnte ihm recht viel B├Âses daf├╝r tun". ). Er ist sich auch im klaren, dass Questenberg gekommen ist um sein Heer zu schw├Ąchen und zu zersplittern.

Er hat seine Meinung zum Kaiser ge├Ąndert, als er bei einem Feldzug auf Regensburg vom Kaiser im Stich gelassen wurde ( "Seitdem es mir so schlecht bekam, ..., hab ich vom Reich ganz anders denken lernen" ).

Die Einstellung des Wallensteins hat sich auch ge├Ąndert, da er nun das Ziel verfolgt einen einheitlichen Frieden in Europa herzustellen. Aber der Kaiser lehnt dies nat├╝rlich ab und will Wallenstein eine Machterweiterung nicht zugestehen, der B├Âhmen vom Kaiser haben will. Durch eine Strategie will er B├Âhmen f├╝r sich bekommen, indem er scheinbare Vertr├Ąge mit den Reichsfeinden, den Schweden und deren Verb├╝ndeten, den Sachsen macht. Dieser Plan soll den Kaiser einsch├╝chtern und er bezweckt auch damit diese beiden Gegner gegenseitig auszuspielen. Aber er wei├č auch, dass er mit der Hilfe der Schweden die b├Âhmische Krone evtl. in Anspruch nehmen kann. Aber auch nur der Gedanke an diesem Vorhaben gilt schon als Hochverrat. Dieser Verdacht auf Hochverrat bringt ihn in eine Lage aus der er nicht zu retten ist: seine Absetzung.

F├╝r diesen Plan braucht er all seine Truppen, die er durch einen falschen Vertrag an sich binden will, dies aber fliegt auf und manche Truppen l├Âsen sich von ihm. Als er von der Festnahme des schwedischen Unterh├Ąndler Sesin h├Ârt, ist ihm klar, dass ihm aus Wien eine Anklage des Verrats bevorsteht. Aber er wei├č nicht, dass Wien schon gehandelt hat, indem sie Octavio nun den obersten Befehl ├╝bergeben haben. Octavio sieht Wallenstein als Verr├Ąter, obwohl sein Sohn Max ihn von dem Gegenteil ├╝berzeugen will, da er von seinem Freund anders denkt. ( " O! diese Staatskunst, wie verw├╝nsch ich sie! Ihr werdet ihn durch eure Staatskunst noch zu einem Schritte treiben - Ja, ihr k├Ânntet ihn, weil ihr ihn schuldig wollt noch schuldig machen" ). Wallenstein will handeln, aber er wartet auf eine g├╝nstige Sternenkonstellation.

Wallensteins Tod:

Wallenstein ist jetzt total irritiert, denn er hat nicht daran gedacht, dass man den Boten Sesin festnimmt und noch schlimmer die Intrige Octavios. Diesen hat er zuvor gehen lassen. Jetzt ist er gezwungen neu zu handeln und deshalb, da er nun den Kaiser als Gegner hat, muss er nun ein B├╝ndnis mit den Schweden eingehen und tats├Ąchlich zum Reichsverr├Ąter werden, was er selbst beklagt, als er sagte, dass er sich selbst mit eigenem Netz umstrickt habe und dies nur mit Gewalt l├Âsen k├Ânne. Wallenstein vertraut immer noch der Astrologie, welches das Geschehen des Dramas weiter bestimmt. Die Sterne zeigen ihm, dass ausgerechnet Octavio sein Freund seien wird.

Octavio hetzt seine Gener├Ąle, die einst unter dem Befehl des Wallenstein gewesen sind, gegen ihn auf. Buttler, der Dragonerkommandeur, ist die von Octavio auserw├Ąhlte Person, die Wallenstein zugrunde richten soll. Buttler erreicht das Vertrauen des Wallenstein nur, weil sich der Feldherr verlassen f├╝hlt und jetzt jede Truppe ben├Âtigt, die er bekommt, deshalb f├Ąllt er auf die Maskerade des Buttler rein, dem er eigentlich nicht vertraut hat. Aber es ist noch Max bei Wallenstein, welcher ihn noch nicht verlassen hat, da er die Tochter Thekla liebt und das machen will, was sie will. Ihr Wille ist es, dass er seinem Vater folgen und nicht bei ihr bleiben soll und zieht daraufhin aus Pilsen ab. Wallenstein und seine Truppen begeben sich nach Eger, wo er seinen alten Freund Gordon trifft. Doch es trifft eine Nachricht f├╝r ihn ein, dass Max im Kampf gegen die Schweden umgekommen ist. Dies trifft ihn sehr hart, aber seine Tochter wird von dieser Nachricht noch h├Ąrter getroffen, denn sie begibt sich dorthin, wo sich das Grab des Max Piccolomini befindet, um sich dort umzubringen. Buttler setzt Kopfgeld f├╝r Wallenstein aus. Illo und Terzky, die noch einzigen Freunde des Wallenstein wollen den letzten Abend vor dem Aufbruch in den Kampf noch einen Bankett besuchen, wo beide umgebracht werden. Als sich Wallenstein in dieser Nacht schlafen legt passiert das von Seni vorausgesagte: Wallensteins Tod.

Und anstatt der Schweden treffen die kaiserlichen Truppen in Eger ein mit Octavio als F├╝hrer. Als Octavio von dem Tod des Wallenstein h├Ârt ist er v├Âllig entsetzt und will den Mord an ihm Buttler in die Schuhe schieben, denn er wollte nur die Festnahme des Wallenstein und nicht dessen Tod. Aber er rechtfertigt sich damit, als er sagt, dass Octavio den Pfeil gesch├Ąrft habe und er nur abgedr├╝ckt habe.

2.1.2 Inhalt der Textstelle:

Wallenstein kommt wieder in den Saal, nachdem er sich den rasenden Truppen gestellt und diese geb├Ąnndigt hat. Er gibt Terzky gleich den Auftrag die Truppen aufbrechbereit zu machen, da er vorhat noch am Abend nach Eger aufzubrechen. Als dieser abgeht, gibt er Buttler den Befehl den Kommandant in Eger, der sein Landsmann ist, zu benachrichtigen, dass sie am n├Ąchsten Morgen dort eintreffen werden. Nun begibt er sich zu seiner Tochter, die Max umschlungen h├Ąlt und diese trennt er. Daraufhin treffen die Truppen des Max im Saal ein und wollen ihn holen. Diese bekommen die Zustimmung Wallensteins. Max spricht nun Wallenstein an und schildert ihm seine Lage. Er beklagt sein erwartendes Schicksal, da er jetzt auf sich selbst gestellt ist, aber dies nicht gelernt hat. Er will auch, dass Wallenstein ihn im Frieden gehen lassen soll und nicht im Hass.

Als er Wallenstein die Hand reichen will, weist er ihn ab und die umgebenden im Saal machen das Gleiche. Aber als Buttler dazutritt, wendet sich ihm Max, da er von ihm will, dass er auf des F├╝rsten Leben acht geben und ihm darauf die Hand geben soll, dies macht er aber nicht. Nun geht er ab und er wei├č, dass alle die sich auf seinem Weg begeben in den Tod gehen.

Interpretation der Textstelle:

( Wallensteins Tod, 3. Aufzug, 23. Auftritt)

2.2 Aufbau:

Die Szene ist aufgeteilt in

- Anordnungen Wallensteins: 1. Befehl an Terzky die Truppen startklar

zu machen, da er Pilsen verlassen will, weil er sich unwohl f├╝hlt zwischen den kaisertreuen Truppen und sich den Schweden n├Ąhern will.

2. Befehl an Buttler den Empfang in Eger vorzubereiten.

3. Befehl an Max sich von Thekla zu trennen.

4. Erlaubnis Max mit seinen Truppen gehen zu lassen.

- Max Piccolomini Rede: 1. Redet Wallenstein an, wie schmerzlich die Trennung f├╝r ihn ist. Er versucht das Mitleid des Wallenstein zu bekommen, aber er weist ihn ab.

2. Versuch das Mitleid der Herzogin zu bekommen, aber er erreicht es auch nicht bei ihr, wobei sie ihn noch ermutigen will ( "Gehn Sie, Graf, wohin die Pflicht Sie ruft - So k├Ânnen Sie uns einst ein treuer Freund, ein guter Engel werden amThron des Kaisers" )

3. Antwortet der Herzogin

- Buttlers ├╝berraschender Auftritt: 1. Max bittet um den Schutz des F├╝rsten. Er will, dass er ihm dies verspricht. Er ahnt ein Verrat aus wallensteintreuen Truppen und dies l├Ąsst er sich auch anmerken. Darauf kontert Illo sehr vehement und sagt "Sucht die Verr├Ąter in Eures Vaters, in des Gallas Lager. Hier ist nur einer noch. Geht und befreit uns von seinem hassensw├╝rdigen Anblick. Geht."

- Aufforderung der Truppen an Max endlich aufzubrechen:

1. Max will jedoch nicht abreisen und will daf├╝r eigentlich sterben ( "O w├Ąren es die schwedschen H├Ârner, und gings von hier gerad ins Feld des Todes, und alle Schwerter, alle, die ich hier entbl├Â├čt muss sehn, durchdr├Ąngen meinen Busen" ). Er wird von seinen Truppen jedoch ├╝berzeugt mitzukommen, da immer noch mehr von seinen Rekruten auftauchen und ihren F├╝hrer ermutigen abzuziehen, der dies eigentlich nicht wollte ( "Tuts nicht! Ihr k├Ânntet es bereun! Noch mehr - Es h├Ąngt Gewicht sich an Gewicht und ihre Masse zieht mich schwer hinab." ). Er zieht mit seinen Truppen ab, aber dies macht er nur ungewollt, da er sein Verderben darin sieht und sagt als Schlu├čsatz: "Ihr habt gew├Ąhlt zum eigenen Verderben, wer mit mir geht, der sei bereit zu sterben!"

Wallenstein fa├čt sich in diesem Auftritt kurz und Max im Gegensatz hat hier den gr├Â├čeren Redeanteil. Max richtet sich den Anwesenden im Saal und versucht seine Position darzulegen.

2.3 Personenkonstellation:

Da Max und Wallenstein bisher ohne Probleme zusammen gelebt haben, f├Ąllt beiden die unvermeidbare Trennung schwer. Sie waren auf eine ganz pers├Ânliche Weise miteinander verbunden. Als jedoch Wallenstein den Verrat am Kaiser begang, stand Max zwischen dem Vater, also dem Kaiser treu, und Wallenstein, seinen Gef├╝hlen.

Die beiden Terzkys ( Mann und Frau) wollen Max durch seine Liebe zur Thekla an den F├╝rsten binden, aber als der Vater sich nun zwischen sie stellt und seine Mi├čgunst beiden klarmacht, ist nun allen klar, dass die Liebe der beiden kein Grund ist, dass Max noch weiter beim F├╝rsten bleibt und zu seinem Vater Octavio abreist. Max hofft, dass der F├╝rst ihn bei sich beh├Ąlt, aber als der F├╝rst den beiden befiehlt sich zu trennen( vgl. "Scheidet" ), sieht er keinen Weg mehr und zeigt seine Verzweiflung mit dem Ausruf "Gott" und

"O wende deine Augen nicht von mir weg! Noch einmal zeige mir dein ewig teures und verehrtes Antlitz. Versto├č mich nicht -". Wallenstein hat endg├╝ltig den Boden verloren, da er die Sicherheit der Pappenheimer Truppen nicht mehr hat.

Also steht das Verlassen von Max fest und auch der Niedergang der beiden.

2.4 Sprache:

Die gesamte Unterredung ist in Versform verfa├čt ( 5 - hebiger Jambus und auch Knittelvers, hier Blankvers), in einer gehobenen Sprache wird hier gesprochen, da Wallenstein ein F├╝rst ist und seinen Worten m├Ąchtig sein soll. Bei dieser Unterredung gebrauchen sie ausschlie├člich Hypotaxen bis auf ein paar Imperative.

In den Monologen des Max Piccolomini versucht er durch ein Hochwertwort "Gott" seine Verzweiflung zu unterstreichen. Die Schl├╝sselw├Ârter wie "Liebe", "Zorn", "Mitleid" und "Verderben" verst├Ąrken seine der Verzweiflung.

Die Antithesen des Max "hassest mich - Liebe", "Zorn - Mitleid" verdeutlichen seine innere Zerrissenheit. Er gebraucht auch W├Ârter die seine Gef├╝hle gut zum Ausdruck bringen. Es ist eine pathetische Sprache, die durch Verben "t├Ąuschen", "hassest" und "durchdr├Ąngen", durch Adjektive wie "schmerzlich" und "hassensw├╝rdgen" gef├╝hlsvoller gemacht wird.

Die pathetische Sprache darf jedoch nicht als Hyperbel angesehen werden, sondern muss w├Ârtlich genommen werden: "Es h├Ąngt Gewicht sich an Gewicht. / Und ihre Masse zieht mich schwer hinab."

2.5 Bedeutung der Textstelle F├╝r die Gesamthandlung:

1. Bedeutung f├╝r den dramatischen Aufbau:

Diese Textstelle ist der Wendepunkt, die Peripetie, im dritten Teil der Trilogie.

Es best├Ątigt den symmetrischen Aufbau eines klassischen Dramas, der in f├╝nf Akte gegliedert ist und bis zum dritten Akt gesteigert wird und dort seinen Wendepunkt hat und danach es zum Schlu├č bergab geht. Wegen der Peripetie ist der weitere Verlauf des Dramas schon vorbestimmt, dass das Verderben sein Lauf nimmt.

2. Bedeutung f├╝r die Entwicklung der Personen:

Max hat es bereits vorausgesagt, dass er in seinen Tod laufen wird. Er ist total verzweifelt, da er seine Liebe verloren hat und begibt sich zu seinem Vater. Auf dem Weg dorthin begegnet er den Schweden und seine letzte Schlacht beginnt. Dort f├Ąllt er.

Thekla beschlie├čt daraufhin, dass sie zu ihm gehen werde, an sein Grab und sich dort umbringt, welches von einem "Gott" ihr "in die Seele" gegeben wurde, um ihren Geliebten nahe zu sein.

Wallenstein versucht ├╝ber den Verlust der Pappenheimer loszukommen und zieht trotzdem mit seinem kleinen Heer nach Eger. Dort erf├Ąhrt er von dem Tod des Max. Auf diese Nachricht musste er sich zur├╝ckziehen in sein Gemach um damit nun klar zu werden. Ihm wird bewu├čt, dass der Tod von Max auch sein Ende sein wird: "├Źch denke einen langen Schlaf zu tun, denn dieser letzen Tage Qual war gro├č"

Gesamtinterpretation

W├Ąhrend der an "Wallenstein" kommt Schiller mit den Begriffen Realismus und Idealismus in Kontakt. Schiller unterbricht die Arbeit an dem Drama und studiert mit heller Begeisterung die Schriften Kants. W├Ąhrend dieser Besch├Ąftigung mit Kant ( von 1791 - 1796) schrieb Schiller auch die drei Abhandlungen "├ťber naive und sentimentale Schriften", in denen er sich mit den beiden Begriffen ausf├╝hrlich befasst.

Aus der ganzen Entstehungsgeschichte des Werkes ist zu entnehmen, welch gro├če Rolle die Begriffe Idealismus und Realismus in Schillers Denken gespielt haben.

Die Begriffe realismus und Idealismus aus der Sicht Schillers:

Die Epoche des Realismus bildet sich erst 60 Jahre nach der Entstehung von

Schillers Wallenstein heraus, so dass der Idealismus und der Realismus im heutigen Sinn gesehen, nicht diskutiert werden kann.

Um das Thema des heutigen Referats ├╝berhaupt behandeln zu k├Ânnen, muss man den realistischen oder idealistischen Menschen so sehen, wie ihn Schiller gesehen hat. Anhand eines Briefes vom 9. Januar 1796, an Humboldt wird das nun versucht darzulegen. Allgemeine vereinfachte Wiedergabe der Abhandlung:

Beim Realisten heiligt der Zweck die Mittel, er setzt alles daran sein Ziel zu erreichen. Der Realist ist durch die Notwendigkeit der Natur bestimmt. Der Charakter des Realisten kann nur im ganzen gesehen werden, aber nie im einzelnen interessieren. Der realistische Mensch versucht alles zu berechnen, au├čerdem besitzt er wenig W├╝rde. Der Realist hat den Erfolg n├Âtig.

Im Gegensatz dazu kann der Idealist diesen Erfolg zu entbehren. Der Idealist handelt mehr nach dem, ob eine Sache gut sei und sie seinem Ideal entspricht. Auch wenn die Sache ihm dann gar nichts n├╝tzt oder gar schadet. Der Idealist glaubt an idealistische Werte ( Vertrauen, Glaube, Hoffnung).

Wallenstein und Max Piccolomini als Vertreter dieser Begriffe:

Beide Begriffe werden im St├╝ck "Wallenstein" behandelt. Max Piccolomini verk├Ârpert den Idealismus und Wallenstein selbst den gegens├Ątzlichen Realismus. Das Aufeinandertreffen der beiden Charaktere und deren verschiedene Handlungsweisen bzw. deren verschiedenes Auftreten, machen die innerliche Handlung aus.

Sie bilden, so sind sich viele Kritiker, den inneren H├Âhepunkt des Dramas.

Es ist auff├Ąllig, dass beide, sowohl Max, als auch wallenstein im Verlauf des Dramas auf tragische Weise umkommen. So wird durch den Tod der beiden Aristokraten, nicht nur die f├╝r das dramatische Gedicht notwendige Fallh├Âhe ber├╝cksichtigt. Vielmehr stellt Schiller klar, dass der reine Idealismus und der der reine Realismus zum scheitern verurteilt sind. An verschiedenen Textstellen des St├╝ckes bringt Schiller zum Ausdruck wie der Idealist, also Piccolomini handelt und denkt. ( vgl. "Die Piccolomini", 5. Aufzug,1. Auftritt)

An anderen Stellen ist es ersichtlich wie der Realist "Wallenstein" agiert.

Verhalten des Idealisten "Max Piccolomini":

Aufeinandertreffen der beiden Piccolomini (2. Teil, 5. Aufzug, 1. Auftritt) Gespr├Ąch zwischen Max und Octavio Piccolomini (3. Teil, 2. Aufzug, 7. Auftritt)

Verhalten des Realisten "Wallenstein":

Monolog Wallensteins (3. Teil, 1. Aufzug, 4. Auftritt) Gespr├Ąch zwischen Max Piccolomini und Wallenstein (3. Teil, 3. Aufzug, 18. Auftritt)

Das Bild des Realisten ist im Zusammenhang des ganzen St├╝ckes zu sehen und kann deshalb nur schwer an einzelnen Textstellen festgemacht werden.

Die notwendige Erg├Ąnzung der Begriffe "Idealismus" und "Realismus"

Frei nach dem Motto "die gesunde Mischung macht's" sieht Schiller die m├Âgliche, ja seiner Ansicht nach notwendige Erg├Ąnzung zwischen Idealismus

und Realismus. Das kann man erstens daran erkennen, das beide Charaktere, der blo├če Idealist und der blo├če Realist im Verlauf des St├╝cks, in ihrer jeweiligen Art scheitern. Schiller schreibt in seiner Abhandlung "├ťber naive und sentimentale Dichtung", dass beide Begriffe sich nicht ausschlie├čen

k├Ânnen und d├╝rfen. Au├čerdem leiden beide Systeme an Einseitigkeit und erg├Ąnzen sich in einer Person normalerweise automatisch. Schiller kritisiert die blo├če Form des Real- und Idealismus.

Quellen: Walter Hinderer: Schillers Dramen, Reclam Ausgabe 1992

Kurt Rothmann: Friedrich Schiller Wallenstein, Reclam Ausgabe 1977

Schauspielf├╝hrer, Edizioni Pegasus' 1985

Wolf Wucherpfennig: Geschichte der dt. Literatur, Ernst Klett Verlag 1991

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