The Picture of Dorian Gray

"The Picture of Dorian Gray" von Oscar Wilde

Personen

Lord Henry Wotton: recht jung, Oberschicht, raucht viel, sehr zynisch und dadurch z.T. grob und verletzend, bringt unauff├Ąllig viele Weisheiten (?) (eher provozierende Thesen), viele seltsame Ansichten, man weiss nicht, ob er sie selbst glaubt, Harry genannt, findet seine Seele und die Emotionen anderer das faszinierendste im Leben, faszinierende Stimme, viele Paradoxe, beeinflusst gerne andere, frauenfeindlich, egoistisches Denken, macht sich wenig aus anderer Leute Meinung und Moral, wird meist nicht ernst genommen, kann sehr arrogant sein, glaubt, schon alles erlebt zu haben, unromantisch, r├╝cksichtslos, erlebt selbst kaum Emotionen, ist immer zu sp├Ąt, bleibender Freund von D

Basil Hallward: recht jung, nicht unbekannter K├╝nstler, Oberschicht, war einige Jahre zuvor pl├Âtzlich verschwunden, mag das Geheimnisvolle, was er verschweigt, wird f├╝r ihn interessanter, mag Henry, da er nie Moralisches sage und nie Falsches tue, feinf├╝hlig,

Dorian Gray: Oberschicht, knapp ├╝ber 20 (Buchbeginn), so sch├Ân und charmant, dass jeder ihn mag, keine Besch├Ąftigung, seltsamen guten Einfluss auf Schaffen von Basil, dessen Freund, hat "einfache und sch├Âne Natur" (Anfangs!), spielt Klavier, romantisch, Waise, reich, (Diener Viktor, Haush├Ąlterin Mrs. Leaf), bei Grossvater Kelso aufgewachsen, der ihn hasste, nun aber tot ist, kann seltsam starke Faszination auf andere aus├╝ben

Lord Fermor: Oberschicht, Henrys Onkel, fr├Âhlicher alter Junggeselle, war Sekret├Ąr seines Vaters (Botschafter in Spanien), reich, tut nichts, nervt Verwandte, veraltete Ansichten

Agatha: Henrys Tante, Dorian ist (noch nicht lange) ihr Sch├╝tzling, karitativ,

Victoria: (Lady Henry) Hs Frau, liebt immer jemanden, geht regelm├Ąssig zur Kirche, unordentlich, neugierig, nerv├Âs, ("chli nes Huen"), sagt, sie h├Âre Henrys Ansichten immer von seinen Freunden (weil er sie beeinflusst/├╝berzeugt)

Sibyl Vane: Unterschicht, talentierte Schauspielerin, knapp 17, sehr h├╝bsch, arm, scheu, D liebt sie

James Vane: ihr Bruder, 16, sieht sich als Sibyls Besch├╝tzer, obwohl sie viel reifer ist, untersetzt, will nach Australien auswandern, etwas m├╝rrisch

Mrs. Vane: Ihre Mutter, Schauspielerin, mag Heirat mit D nur, wenn er reich ist, spricht ungern ├╝ber Vater ihrer Kinder, arm, mag Szenen, Kinder unehelich, hatte keine Mutter

Mr. Isaacs: f├╝hrt das Theater, in dem Sibyl und ihre Mutter auftreten, ging mehrmals bankrott, Jude, schmierig

Alan Campbell: fr├╝herer 1,5 Jahre Freund von D, ist es nicht mehr. Begabter Chemiker, Biologe und Musiker. War, als Freundschaft vorbei, ver├Ąndert und meidet D wenn m├Âglich.

Gladys Monmouth: verheiratete Herzogin, sch├Ân, weiss nicht, ob sie D liebt, clever und schlagfertig, Cousine von H

Zusammenfassung

(1.) In einem Atelier in sommerlicher, ruhiger Umgebung in der N├Ąhe Londons befinden sich Henry und Basil vor einem Bild, das Basil von seinem h├╝bschen Freund Dorian Gray gemalt hat (noch nicht ganz fertig). Henry findet, es sei sein bestes, er solle es ausstellen, Basil ist es jedoch zu pers├Ânlich. Henry ist ├╝berzeugt, Sch├Ânheit und Denken schl├Âssen sich aus. Basil ist der Meinung, jede Gabe (Sch├Ânheit, Kunst, Intelligenz) bringe v.a. Nachteile mit sich. Auf Henrys Dr├Ąngen erz├Ąhlt er mehr von Dorian: Er hat in einer Gesellschaft getroffen und sofort gesp├╝rt, dass er ihn kennen lernen musste, und sie wurden Freunde. Seither malt er sehr viel besser, es ist wie ein subtiler Einfluss, eine neue Schule. D bedeutet ihm alles, dominiert aber auch seine Seele. Dies s├Ąhe man dem Portr├Ąt an, und B will nicht, dass jemand herausfindet, wie wichtig ihm D ist, was in ihm vorgeht, er hat es auch D nicht gesagt. Deshalb will er es nicht ausstellen. F├╝r B soll Kunst nichts pers├Ânliches enthalten. Manchmal f├╝hlt er, dass er Dorian seine Seele gegeben hat und dieser sie behandelt wie eine Blume im Knopfloch, ein verg├Ąnglicher Schmuck seiner Eingebildetheit. Dennoch verg├Âttert B ihn. Henrys Tante (agatha) kenne Dorian, sagt dieser. Als ein Diener sagt, Dorian warte, f├╝hrt Henry Basil zu ihm, obwohl B nicht will, dass Henry Dorian kennen lernt. Er k├Ânnte ihn verderben.

(2.) Dorian hat es satt, abgezeichnet zu werden, es ist ihm langweilig. Er will nur bleiben, wenn Henry auch bleiben darf und ihn unterh├Ąlt. B l├Ąsst es zu. D ist sofort fasziniert und auch etwas be├Ąngstigt von H, als dieser mit seinen Theorien beginnt. Er scheint Dinge aufzudecken, die schon lange unerkannt in D geschlummert haben. H erz├Ąhlt, das Ziel des Lebens sei Selbstentwicklung. Man solle sich nicht st├Ąndig einengen lassen (von Moral, Religion) und so Seele unterdr├╝cken, sondern das Leben leben. Auch nicht vor sich selbst Angst haben. D ist verwirrt und beeindruckt. Sp├Ąter h├Ąlt Henry Dorian einen Vortrag ├╝ber den Wert der Jugendlichkeit, es sei das h├Âchste Gut, v.a., wenn man so h├╝bsch sei wie er, er m├╝sse sie unbedingt voll ausn├╝tzen, sie gehe schnell vorbei. Er solle sich bewusst sein, was er sei und sich nicht verschwenden. Dorian ist zutiefst beeindruckt. B beendet sein Meisterwerk. Er sagt, es geh├Âre D (obwohl ihm H alles daf├╝r g├Ąbe). Diesem gef├Ąllt es sehr und er wird sich entsetzt bewusst, dass er altern wird, w├Ąhrend das Bild ewig jung bleibt. W├╝nscht sich, es w├Ąre umgekehrt. Er behauptet, B wolle ihn nur als Freund, solange er jung sei, sei ihm nicht weil wert. Er werde sich umbringen, sobald er altere, ist neidisch auf alles, was nicht ├Ąlter wird. Basil will sein bestes Werk zerst├Âren, weil er es nun hasst. Dorian hindert ihn, er sagt es w├Ąre Mord, Bild sei schon Teil von ihm. Gleichzeitig hasst er es, da es ihn sp├Ąter verspotten wird, weil es jung bleibt. H l├Ądt D f├╝r den Abend ins Theater ein. B will nicht mit, m├Âchte auch D nicht gehen lassen. F├╝rchtet, H werde ihn noch mehr ver├Ąndern.

(3.) Henry interessiert sich sehr f├╝r Dorian und geht zu seinem Onkel (Lord Fermor), um ihn ├╝ber Dorians Vorfahren und Familie auszufragen. Seine Mutter (Margaret Devereux) war sehr sch├Ân, heiratete aber keinen Reichen, weshalb ihr Vater (Kelso) den Schwiegersohn umbringen liess. Ein Jahr sp├Ąter starb sie auch. (Dartmoor will die Amerikanerin Eve heiraten.) Henry sieht, dass man aus D alles machen k├Ânnte. Er geniesst es, jemanden zu beeinflussen. Will f├╝r D das werden, was D f├╝r Basil ist, will ihn dominieren, dessen Geist zu seinem eigenen machen. Er ist bei Agatha zum Essen eingeladen und erz├Ąhlt der Tischrunde viel Wirr-philosophisch-weises, Dorian, auch dort, ist tief beeindruckt. Er will anschliessend unbedingt mit in den Park, als H dorthin geht. Daf├╝r geht er nicht zu Basil, dem er es versprochen hat.

(4.) Dorian wartet in Henrys Bibliothek auf ihn und lernt seine Frau kennen. H meint, Heiraten sei dumm, Frauen auch. D versucht alles in Tat umzusetzen, was H sagt, nimmt dessen Meinung an. Er ist sehr verliebt in die Schauspielerin Sibyl Vane. Er hat sie vor drei Wochen in einem heruntergekommenen Theater kennen gelernt, wo sie in Shakespearest├╝cken auftritt. Henry gibt Ansichten ├╝ber Liebe und Treue von sich. (Treue schlecht.) D weiss selbst, dass H grossen Einfluss auf ihn hat, er kann ihm z.B. nichts verheimlichen. D will, dass B und H mit ins Theater kommen um sich zu ├╝berzeugen und ihm dann helfen, sie dort rauszuholen (sie ist verpflichtet auf knapp 3 Jahre) damit sie in einem anst├Ąndigen Theater gross rauskommen kann. H will kommen und B auch bitten. D vernachl├Ąssigt Basil. Er ist ihm zu spiessig. H erkl├Ąrt, er lege alles Wertvolle an sich in seine Kunst, weshalb nicht viel ├╝brigbleibe. Um so besser sei jedoch die Kunst, das sei immer so. H betrachtet D als sein Studienobjekt. Er ist an allem Menschlichen (Emotionen) sehr interessiert und will es studieren. Er formt sein Objekt nach seinem Willen, macht es fr├╝hreif. Vieles an D ist Hs Werk. Am selben Abend bekommt er ein Telegramm, D habe sich mit der Schauspielerin verlobt.

(5.) Sibyl ist sehr verliebt und gl├╝cklich. Die Mutter sagt, sie seien abh├Ąngig von Mr Isaacs, da er ihnen Geld geliehen hat, damit sie Schulden begleichen k├Ânnen. M├╝ssen f├╝r ihn arbeiten. James will nach Australien auswandern und verbringt seinen letzten Nachmittag mit Sibyl, die Geschichten ├╝ber seine Zukunft erfindet. J macht sich Sorgen um sie, glaubt, Mutter werde zuwenig auf sie schauen, mag Dorian nicht. Sagt, er werde ihn t├Âten, wenn er ihr etwas tue. Macht S h├Ąssig. Er ist eifers├╝chtig. Beim Abschied (S nicht dabei, vorher verabschiedet) fragt er die Mutter, ob sie uneheliche Kinder seien. Sie bejaht. Er schw├Ârt noch einmal Mord an D, wenn dieser etwas Falsches tue.

(6.) B ist entsetzt von Ds Heiratsabsichten, H w├╝nscht sich, dass er heirate, sie 6 Monate leidenschaftlich liebe und sich dann in eine andere verliebe. W├Ąre gut f├╝r seine Studie. F├╝r ihn ist ein Leben damit nicht verdorben, wie f├╝r Basil. B kommt und erz├Ąhlt von Verlobung. Sie ist noch geheim. Sein Vormund w├Ąre w├╝tend und er ist erst in einem knappen Jahr vollj├Ąhrig. Er weiss, dass Harrys Theorien falsch und verf├╝hrerisch sind, kann ihm aber trotzdem nie b├Âse sein und ist trotzdem fasziniert. In dieser Tischrunde widerspricht D Harry sowohl was Egoismus wie auch was Frauen angeht. H behauptet, D werde ihn immer m├Âgen, weil er f├╝r ihn alle S├╝nden verk├Ârpere, die D selbst nicht den Mut hatte zu begehen. Deshalb k├Ânne er auch nicht b├Âse sein, obwohl er Hs Ansichten oft schrecklich findet. H sagt, er habe schon alles kennen gelernt, auch S werde nichts neues sein (sie wollen am Abend ins Theater). Es gebe f├╝r ihn keine neuen Emotionen mehr. B sp├╝rt, dass er D verloren hat, er wird f├╝r ihn niemals mehr sein, was er war.

(7.) Die drei gehen ins Theater, das f├╝r einmal voll ist. D freut sich ├╝ber den feinf├╝hligen und positiven Kommentar von B zur Verlobung. Auch B und H gef├Ąllt Sibyl, allerdings spielt sie an jenem Abend pl├Âtzlich so schlecht und gef├╝hllos, das B und H in der Pause gehen. H ist so zynisch, dass D anf├Ąngt zu weinen und ihn fortschickt. B spricht tr├Âstend. Sie ist nach dem Auftritt entz├╝ckt. Zum ersten Mal war schauspielern nicht mehr Realit├Ąt f├╝r sie. Vorher lebte sie nur im Theater richtig, glaubte alles, was auf der B├╝hne passierte. Jetzt ist sie ├╝bergl├╝cklich, die Unechtheit erkannt zu haben, weshalb sie nicht mehr mitlebend spielte. Sagt, er habe ihr die Realit├Ąt gezeigt, sie k├Ânne nicht auf der B├╝hne falsche Liebe spielen, wenn sie wisse, wie wahre Liebe sei. Er ist entt├Ąuscht, sagt, sie habe seine Liebe zerst├Ârt. Er liebte sie f├╝r ihr Talent, ihre F├Ąhigkeit, die Kunst lebendig zu machen. Ohne Kunst sei sie nichts, nur oberfl├Ąchlich und dumm, er wolle sie nicht mehr sehen und lieben. Er ist traurig, sie angetroffen zu haben, soviel Schmerz, die Liebe seines Lebens verspielt. Als sie merkt, dass ihm ernst ist, weint und bettelt sie schmerzerf├╝llt, verspricht, sich zu bessern, ihn ber├╝hren ihre Gef├╝hle jedoch schon nicht mehr. Auch dass sie ihn nur ein einziges Mal entt├Ąuscht hat ist ihm egal. Er geht und irrt umher. Als er morgens nach Hause kommt (Luxuswohnung) erschreckt ihn sein Portr├Ąt. Es scheint pl├Âtzlich einen Zug von Grausamkeit um den Mund zu haben. D sieht in einen Spiegel und kann bei sich keine entsprechende Ver├Ąnderung feststellen. Er erinnert sich an seinen Wunsch, ewig sch├Ân zu bleiben, w├Ąhrend das Portr├Ąt die Zeichen von Leidenschaft, S├╝nde und Leben tr├╝ge. Das Bild wird zu einem sichtbaren Symbol seines Gewissens. Zuerst versucht er seine Grausamkeit zu Sibyl zu rechtfertigen, sieht aber dann ein, dass er gemein war. Er nimmt sich vor, dem Bild keine S├╝ndenfalten mehr zukommen zu lassen und deshalb H nicht mehr zu sehen, sich bei S zu entschuldigen und sie zu heiraten. Er stellt eine Leinwand vor das Bild.

(8.) Nach langem Schlaf ist D solange gl├╝cklich, bis er sich erinnert. Den Brief von H ├Âffnet er nicht. Er pr├╝ft das Bild nochmals und festigt seinen Willen, nun ein gutes Leben zu f├╝hren. Er schreibt einen leidenschaftlichen Brief an Sibyl. Doch pl├Âtzlich kommt H und sagt, im Brief habe er geschrieben, dass S tot sei, es stehe in allen Zeitungen. Selbstmord. Laut H sol D es nicht zu ernst nehmen, mit ihm in die Oper zur Ablenkung. Gibt Theorie ├╝ber Vors├Ątze von sich, sie seinen folgenlos. D ist beunruhigt, weil er viel zu wenig betroffen ist von der ganzen Trag├Âdie. Unmerklich verwickelt H D wieder in seine Theorien. Er sagt, er beneide D um die Erfahrung, dass sich jemanden f├╝r ihn umgebracht hat. (Er soll also noch stolz darauf sein!) H spielt das Ganze herunter, bis Dorian wieder von ihm und seinen Worten eingelullt ist und sagt, er habe die Dinge, die H ihm sagt, in sich gesp├╝rt, aber nicht ├Ąussern k├Ânnen, er verstehe ihn am besten, sei sein bester Freund etc. H sagt, es sei erst der Beginn der Freundschaft. Er merkt, dass die Entscheidung schon gefallen ist, dass das Leben und seine Neugierde sie gef├Ąllt haben. Er bekommt schon, was er sich gew├╝nscht hat (ewige Jugend, Leidenschaft, Freuden und S├╝nden). Einen Moment lang ├╝berlegt er sich, ob er sich w├╝nschen soll, dass die Verbindung zum Bild aufh├Âre und er ein normales Leben f├╝hre. Doch die Gelegenheit ist zu gut (ewige Sch├Ânheit trotz Lasterleben) ausserdem will er nie mehr mit W├╝nschen schlimme M├Ąchte anlocken. Ab jetzt wird das Bild der Spiegel seiner Seele sein. Er wird alles tun k├Ânnen und trotzdem immer jung, nett und anst├Ąndig aussehen. Was k├╝mmert's ihn, wenn das Bild h├Ąsslich wird?

(9.) Basil besucht D und ist entsetzt, ├╝ber dessen Gef├╝hllosigkeit und Ver├Ąnderung. Er wollte ihn tr├Âsten wegen S und mit ihm zu deren Mutter gehen. D sagt, wenn man Zuschauer des eigenen Lebens werde, m├╝sse man nicht mehr leiden. Sagt auch, dass er wisse, dass B der bessere Mensch sei als H (wenn auchnicht der st├Ąrkere), er aber H trotzdem sehr m├Âge. Will nicht streiten, bittet B, ihn nicht zu verlassen. B sieht wieder das Gute in ihm, wovon es immer noch viel h├Ątte. Da Sibyl niemandem sagte, wie D heisst, hat er keine Folgen zu bef├╝rchten. D m├Âchte, dass B f├╝r ihn S malt. B bittet ihn, wieder mal Modell zu sitzen, was D auf keinen Fall will, nie mehr. Da will B sein Portr├Ąt sehen, findet es beleidigend, dass es hinter einer Leinwand versteckt ist. Da wird D sehr aufgeregt, sagt, wenn B auch nur versuche, das Bild zu sehen, rede er nie mehr mit ihm. D sagt, er werde es im Herbst einen Monat lang in Paris ausstellen. D sucht nach einem Ausweg und erinnert sich, dass H ihm mal gesagt hat, er solle B nach den Gr├╝nden fragen, warum er das Bild zuerst nicht ausstellen wollte. Er will des Malers Geheimnis wissen und daf├╝r sein eigenes enth├╝llen. B will nicht, akzeptiert, dass er das Portr├Ąt nicht ausstellen darf. Freundschaft ist ihm wichtiger als Ruf und Ehre. D ist aber neugierig geworden und fragt nochmals. Da fragt B, ob D pl├Âtzlich etwas Seltsames am Bild bemerkt habe, das vorher nicht auffiel. D reagiert so stark, dass B weiss, dass es so ist. Er meint aber all das Pers├Ânliche, seine Verg├Âtterung Ds, die er beim malen ins Bild arbeitete und von deren er nicht wollte, dass sie jemand bemerke. Weil D es aber gesehen zu haben scheint, enth├╝llt B sein Geheimnis, seine Verg├Âtterung, dass D seinen Werken die wahre Kunst gebracht hat und dass er zuviel davon in dieses Portr├Ąt gelegt hat. Als das Bild nicht mehr bei ihm war schien es ihm, man s├Ąhe es dem Bild doch nicht an und wollte es ausstellen. Weiss nun aber, dass das nicht gut w├Ąre. D hat Mitleid mit B, fragt sich, ob er auch je jemanden so verg├Âttern werde. Er ist sich nicht bewusst, dass es mit H etwas ├ähnliches auf sich hat, findet ihn zu zynisch und zu clever, um ihn wirklich gern zu haben. B m├Âchte jetzt Bild sehen, da er ja alles gesagt hat, D sagt jedoch, er werde es ihm nie zeigen. D sagt, es sei ein entt├Ąuschendes Gest├Ąndnis gewesen, worauf B wissen will, ob er noch anderes gesehen habe. D verneint. D sagt, sie m├╝ssten immer Freunde bleiben. Harry f├╝hre zwar ein Leben wie er es gerne m├Âchte, seine Sorgen vertraue er aber lieber B an. B ist entt├Ąuscht, dass D nie mehr Modell sein wird.

(10.) D bereut einen Moment, dass er B sein Geheimnis nicht erz├Ąhlt hat. Er sp├╝rt, dass dieser ihn h├Ątte retten k├Ânnen vor dem Einfluss Hs. Mit Hilfe von zwei M├Âbelleuten bringt D das Bild (unter einem sch├Ânen roten Leichentuch verborgen) ins Dachzimmer, wo er als Kind spielte und lernte. Dorthin geht nie jemand und er allein hat den Schl├╝ssel. Seinem Diener verheimlicht er den Standort, er ist ihm zu gerissen. Dort oben kann das Bild h├Ąsslich werden, nicht einmal er selbst muss es ansehen. Er hat jedoch noch die Hoffnung, vielleicht durch Liebe gel├Ąutert zu werden, eine bessere Zukunft zu leben. Trotzdem w├╝rde das Bild alt und h├Ąsslich, nur nicht noch h├Ąsslicher durch S├╝nde. D f├╝rchtet allerdings seien Diener, hat von Reichen geh├Ârt, die von ihren Dienern erpresst worden waren, weil diese zuviel wussten. H sendet ihm einen Zeitungsbericht, in dem steht, Sibyl sei durch Unfall gestorben, Fall abgeschlossen. Ausserdem sendet er ein Buch, das eine Studie ├╝ber einen jungen Pariser beinhaltet, der im 19. Jh versucht hatte, alle Leidenschaften und Denkweisen, Tugenden und S├╝nden zu realisieren, die zu anderen Jh geh├Ârten. Wissenschaftlich und wohlklingend geschrieben, enth├Ąlt es alle S├╝nden, die D nur schwach im Dunkeln gedacht hat. So geschrieben, dass man kaum unterscheiden kann, ob es Heiliges oder S├╝nden enth├Ąlt, mystisch-philosophisch-verwirrend. Der Stil wirkt fesselnd und bet├Ąubend auf D, er merkt nichts mehr ringsum. Kommt zu sp├Ąt zum vereinbarten Treffen mit H. Dieser wusste, dass D das Buch m├Âgen w├╝rde. D betont, es fasziniere ihn, das sei nicht dasselbe wie m├Âgen.

(11.) D ist vom Buch jahrelang gefesselt. Es scheint ihm, der junge Pariser lebe sein (Ds) Leben, er sei eine Ank├╝ndigung seiner selbst. Nur altert der Held des Buches. D beh├Ąlt sein Aussehen, sein Gesicht tr├Ągt noch immer einen so reinen, unschuldigen und guten Ausdruck, dass die Leute die schlimmen Ger├╝chte ├╝ber ihn nicht glauben. Es macht ihm Freude, das alt, b├Âse und abstossend werdende Gesicht auf der Leinwand mit seinem eigenen zu vergleichen und es genau zu untersuchen. Er ist immer verliebter in seine Sch├Ânheit. Ab und zu denkt er an den Ruin, den er ├╝ber seine Seele gebracht hat, st├Ârt ihn aber nicht. Er will immer noch mehr kennen und erleben. Sein Auftreten, Aussehen, und die Dekorationen an seinen Festenfaszinieren viele, v.a. Junge. (Er perfektionniert die Sch├Ânheit, verbindet Kunst mit Weltb├╝rgertum). Sie versuchen ihn zu imitieren, weshalb sein Geschmack weit herum massgebend wird. Passt ihm, er m├Âchte Begr├╝nder eines neuen Lebensstils werden, in dem die Urspr├╝nglichkeit der Sinne und die eigene Erfahrung von m├Âglichst Vielem und grundlegend sind, nichts soll unterdr├╝ckt werden. In seiner Welt soll alles neu und unentdeckt sein, keine Gewohnheiten, nichts Bekanntes, Vergangenheit unwichtig. Er braucht st├Ąndig neue Reize. Er interessiert sich f├╝r die r├Âmisch-katholische Kirche, weil ihn die Rituale faszinieren, f├╝r Mythen, weil sie Bekanntes fremd werden lassen und f├╝r den Darwinismus, weil der Geist vom K├Ârper abh├Ąngig ist. Allerdings nimmt er nie ein System oder Glaubensbekenntnis an. Er interessiert sich auch f├╝r Parf├╝me, weil jede Gem├╝tslage und Anforderung einem Duft (Sinn) entspricht, stellt selber viele her und studiert ihre Zusammenh├Ąnge. Dann interessiert er sich f├╝r seltsame Musik von Eingeborenenst├Ąmmen und sammelt deren Instrumente, jedoch auch f├╝r die Oper. Danach sind Juwelen und Edelsteine dran, von denen er Geschichte und Bedeutung in Erfahrung bringt und sie auch sammelt. Er mag Luxus. Danach interessiert er sich f├╝r Fresken, Stoffe und Verzierungen in R├Ąumen im fr├╝heren Nordeuropa. Deren Verg├Ąnglichkeit erinnert ihn daran, dass Jahre vergangen sind, er jedoch immer noch jung und sch├Ân ist. Er sammelt auch die Stoffe, dazu noch Kirchengew├Ąnder. Mit diesen Sammeltipps lenkt er sich ab. Dann schaut er f├╝r Wochen sein Portr├Ąt nicht an. Sein Anblick erf├╝llt ihn manchmal mit Abscheu, manchmal mit geheimer Freude und Stolz. Er gibt seine Ferienh├Ąuser im Ausland auf, weil er nicht vom Bild getrennt sein will. Hat Angst, jemand entdecke es, obwohl er weiss, dass dadurch sein Geheimnis niemals aufgedeckt w├╝rde. Noch wenn er es erz├Ąhlen w├╝rde, w├╝rde ihm wohl niemand glauben. Trotzdem hat er grosse Angst, entlarvt zu werden. Viele schlechte Ger├╝chte ├╝ber ihn zirkulieren, und wer einmal sein enger Freund war, meidet ihn sp├Ąter. Doch gute Manieren und Oberfl├Ąche sind der High Society wichtiger als eine tadellose Moral, weshalb er immer noch von vielen verehrt wird. Ausserdem sieht er immer noch charmant und nett aus. Er studiert die Bilder seiner Ahnen und fragt sich, wie viel und was er wohl geerbt habe. Der Held im Buch hat Fantasien von wahnsinnigen und m├Ârderischen toten Ber├╝hmtheiten, die auch D sehr faszinieren und verfolgen. In gewissen Momenten ist das B├Âse f├╝r ihn nur ein Weg, die Sch├Ânheit zu realisieren.

(12.) Im Winter, am Vorabend von Ds 38. Geburtstag sucht Basil ihn auf und verlangt ein Gespr├Ąch. D will nicht recht, schon gar nicht ├╝ber ernsthafte Dinge. B wird f├╝r 6 Monate nach Paris gehen. Jetzt schimpft er D aus, weil -so wird es erz├Ąhlt- dessen Freunde auswandern, abst├╝rzen oder sich umbringen, er einen miserablen Ruf hat, Schande ├╝ber alle bringt (v.a. Frauen), die unter seinem Einfluss stehen etc. B will, dass D ein anst├Ąndiges Leben f├╝hrt. Allerdings weiss er nicht, ob er all die schlechten Ger├╝chte glauben soll, D sieht so unschuldig aus und B ist ├╝berzeugt, dass man das Schlechte sehen w├╝rde. Glaubte ihn zu kennen, zu wissen, dass er gut sei. Zweifelt nun aber sehr, weil z.T. Beweise vorhanden sind f├╝r Ds Schandtaten. B m├Âchte aber, dass sie nicht stimmen, m├Âchte in seine Seele schauen. D will ihm seine Seele (Bild) zeigen, empfindet Schadenfreude, dass B leiden werde, weil er das Bild gemalt hat. D ist ├╝berzeugt, dass niemand B glauben wird, wenn er vom Bild erz├Ąhlt. B weiss noch nicht, um was es geht. D ist sehr kalt und ver├Ąchtlich zu Basil. B verpasst seinen Zug, ist aber egal.

(13.) Basil ist entsetzt, als er das Bild sieht, glaubt zuerst nicht, dass er es gemalt hat. D erz├Ąhlt von seinem Wunsch damals, und dass er nicht wisse, ob er ihn bereuen solle. D bemerkt, dass das Bild noch nicht ganz verdorben ist und will mit D beten, damit sein Leben noch gerettet werden kann. D beginnt zu schluchzen. Sagt, es sei zu sp├Ąt f├╝r ihn. Pl├Âtzlich packt ihn ein enormer Hass auf B. Er nimmt ein Messer und sticht von hinten auf ihn ein, bis er tot ist. F├╝r D ist das Bild, das B gemalt hat, schuld an seinem (Ds) schlechtem Leben. Er schleicht sich hinaus, und l├Ąutet seinen Diener heraus, sagt, er habe Hausschl├╝ssel vergessen. So ist er unverd├Ąchtig, war zur Tatzeit weg und B ging auf den Zug. Dann sucht er in einem Buch Alan Campbell.

(14.) Am n├Ąchsten Morgen wird ihm langsam wieder bewusst, was passiert ist. Er will es verdr├Ąngen, weil er sonst verr├╝ckt wird, diese S├╝nde hat er nicht genossen. Er schreibt Alan einen Brief und schickt Diener hin. Dann liest er Gedichte ├╝ber Venedig, muss jedoch oft an B denken. A war vor Jahren ein sehr enger Freund, ist es aber nicht mehr. D hofft, er werde ihm helfen. Wird fast wahnsinnig, als er auf ihn wartet. Schreckliche Bilder seiner Zukunft tauchen auf, er sieht sich zum Abgrund getrieben. Endlich kommt A. Er weigert sich strickt, irgendetwas f├╝r D zu tun, beleidigt ihn, wirft ihm seine Schandtaten vor. D sagt, er m├╝sse einen Mann, den er umgebracht habe mit seiner Chemie beseitigen. Auch dass Ds Leben in Gefahr ist (Todesstrafe) ist A egal, er will unter keinen Umst├Ąnden wieder mit Ds Leben zu tun haben. Da gibt ihm D einen Brief mit Adresse und sagt, er schicke ihn ab, wenn A nicht helfe. (Inhalt nicht bekannt. Ev. w├╝rde D eine Schandtat von A, begangen als sie Freunde waren, anzeigen.) A wird sehr bleich und hilft, es gibt keinen Ausweg. ├äussert wieder seinen Ekel vor D. Der Diener muss die Chemieger├Ąte von A und viele Orchideen besorgen (f├╝r etw. anderes). A schliesst sich mit dem Toten ein und hat ihn nach Stunden weggeschafft. Vorher hatte D noch schnell das Bild verh├╝llt. Es hat jetzt Blutspuren an seiner Hand. (Allerdings k├Ânnte A ja trotzdem schauen). D hat Basil vorher nicht mehr angeschaut, kann nicht. Als A geht, sagt D, A habe ihn vor dem Ruin gerettet, was er nicht vergessen k├Ânne.

(15.) Am Abend ist D an einer langweiligen Party. Die Gastgeberin findet, D sein f├╝r das Gute gemacht, weil er so gut aussehe. Nur Henry f├Ąllt auf, dass etwas nicht stimmt mit ihm. (Isst nicht und ist geistesabwesend). Die beiden sind immer noch Freunde. Er will wissen, was passiert ist, D sagt nichts, will am n├Ąchsten Tag zu Besuch kommen. Er verl├Ąsst die Party fr├╝h. Der Schrecken holt ihn immer wieder ein. Zu Hause verbrennt er Mantel und Tasche von B. Pl├Âtzlich springt er auf. Er ├Âffnet das Geheimfach eines Schranks, in dem eine gr├╝ne, schwer duftende Paste in einem sch├Ânen Gef├Ąss ist. Dann versorgt er sie wieder und geht in sein Schlafzimmer. Um Mitternacht verl├Ąsst er einfach angezogen sein Haus und f├Ąhrt mit einer Taxikutsche eine Stunde Richtung Fluss zu einer bestimmten Adresse.

(16.) H hatte mal gesagt, man k├Ânne die Seele mit Hilfe der Sinne heilen und umgekehrt. D will jetzt deshalb in eine "Opium H├Âhle" um dort die Erinnerung an alte S├╝nden durch die Verr├╝cktheit neuer zu zerst├Âren. Er will vergessen, da er Busse nicht mehr f├╝r m├Âglich h├Ąlt. Er will in eine Absteige mit H├Ąsslichkeit, Zank, Abscheu, Gewalt und Gemeinheit, weil er dies braucht, um zu vergessen. In drei Tagen wird er frei sein. Als er dort ist trifft er im Drogenhinterzimmer einen Exfreund (Adrian Singleton), von dem gesagt wurde, er habe England verlassen. Er will aber, dass ihn niemand kennt. Basil verfolgt ihn. Er wird f├╝r einen Augenblick auch traurig wegen Adrian, fragt sich, ob er ihn wirklich in den Abgrund getrieben hat, wie B ihm sagte. Er rechtfertigt sich aber immer wieder vor sich selbst. Auf dem Weg zu einem anderen nahegelegenen Lokal mit sehr schlechtem Ruf wird er pl├Âtzlich von hinten gepackt und an die Wand gedr├╝ckt. Es ist Sibyls Bruder, der sich r├Ąchen und ihn umbringen will. D ist zuerst hilflos, bis er eine Idee hat: Er fragt, wie lange der Tod von Sibyl her sei. Es sind 18 Jahre. Darauf stellt er sich unter eine Strassenlampe, wo James sieht, dass er einen ca. 20 j├Ąhrigen vor sich hat. Er ist sehr erleichtert, den vermeintlichen Irrtum bemerkt zu haben. Er wusste nicht, wer D war, nur, dass Sibyl ihn immer Prinz Charming genannt hatte. In der Absteige hatte eine Frau ihn spottend auch so genannt. Sie holt nun James ein und erkl├Ąrt ihm, dass sie D seit fast 18 Jahren kenne, er sich aber kaum ver├Ąndert habe und sehr schlecht sei. Man munkle, er habe dem Teufel seine Seele verkauft, um sein sch├Ânes Aussehen zu wahren. Als ihm James nun nacheilen will, ist D schon weg.

(17.) Eine Woche sp├Ąter findet bei D (in Royal Selby, warsch. Landvilla) eine Party statt. Wie oft flirtet er mit der Herzogin Gladys. Auch Harry ist dabei. Die drei sprechen ├╝ber vieles: Harry m├╝sste Prinz Paradox heissen, er verehre Sch├Ânheit zu sehr (weil er sagt, Sch├Ânheit sei wichtiger als G├╝te), ein guter Ruf sei aus nichts gemacht. H warnt G, sie solle nicht so flirten, D sei zu faszinierend. D will G ein paar Orchideen bringen. Man h├Ârt pl├Âtzlich einen Fall. Sie finden ihn Ohnm├Ąchtig. Er will aber nicht in sein Zimmer, will nicht allein sein. Er hat n├Ąmlich durch die Scheiben seines Wintergartens das Gesicht von James Vane gesehen. Sagt nichts, versucht seine Schreckensschauder durch Fr├Âhlichkeit zu verbergen.

(18.) D hat grosse Angst zu sterben, das Leben ist ihm aber egal. Er beginnt unter Verfolgungswahn zu leiden. Nimmt an, James sei nur Einbildung gewesen, da weder G├Ąrtner noch Diener jemanden ums Haus bemerkt haben. Hat aber Angst, dass Gewissen und Einbildungskraft ihm jetzt das Leben verderben, da immer wieder Bilder seiner S├╝nden vor ihm auftauchen und ihn in Schrecken versetzen. Auch Basils Tod erscheint immer wieder. Erst nach drei Tagen getraut er sich aus dem Haus, hat sich eingeredet, es sei Einbildung gewesen. Er hat wieder ziemlich Ruhe gefunden. An einem Jagdfest in seinem Garten wird ein Mann getroffen und stirbt. Er hat sich in den Schiessbereich begeben. D glaubt, das Ungl├╝ck verfolge ihn und dieser Tod sei ein schlechtes Omen gewesen. Glaubt, etwas Schlimmes werde ihm passieren. Er w├╝rde mit jedem tauschen, sogar mit dem eben erschossenen. Immer noch Verfolgungswahn. Er m├Âchte lieben und begehren k├Ânnen, seine eigene Pers├Ânlichkeit ist ihm zur grossen Last geworden. M├Âchte fl├╝chten und vergessen k├Ânnen. Will aber Harry nicht sagen, was los ist. H spielt den Jagdunfall herunter. Geoffrey (der geschossen hat) sei deswegen ├╝berhaupt nicht interessanter, er m├Âchte jemanden kennen, der wirklich jemanden umgebracht habe. Da f├Ąllt D schon wieder beinahe in Ohnmacht. Er will zur├╝ck nach London, noch in der Nacht. H soll seine G├Ąste unterhalten. Da kommt der Hauptaufseher und meldet, niemand kenne den Erschossenen. Es sei wohl ein Seemann. D geht hin und erkennt James. Er ist freut sich sehr, dass der erschossen worden ist, denn jetzt ist er wieder sicher.

(19.) D beschliesst, sich zu ├Ąndern, will gut werden. Er erz├Ąhlt H von seiner ersten guten Tat: Ein Landm├Ądchen (Hetty), das er liebt, verliess er, damit es nicht durch ihn verdorben werde und weiter rein und unber├╝hrt leben kann. H lacht ihn aus und sagt, er habe daf├╝r vielleicht ihr Herz gebrochen, sie werde nie einen Mann ihrer Klasse lieben k├Ânnen, vielleicht habe sie sich schon umgebracht. D will nicht mehr h├Âren, sich nicht ├╝berzeugen lassen von H, dass seine erste gute Tat seit Jahren schlecht sein soll. H erz├Ąhlt von den letzten Klatschthemen: Seine eigene Scheidung (Victoria verliess ihn wegen einem anderen), Alans Selbstmord und das mysteri├Âse Verschwinden von Basil. Man weiss nichts. D fragt, ob es Mord sein k├Ânnte und was H sagen w├╝rde, wenn D ihn umgebracht h├Ątte. H findet, das w├╝rde ├╝berhaupt nicht zu D passen. Er sagt, Bs Malerei sei schlechter geworden in den letzten Jahren, ihr habe ein Ideal gefehlt. Fragt, was eigentlich aus dem Portr├Ąt geworden sei. D sagt, es sei gestohlen worden und er habe es nie wirklich gemocht. Es erinnere ihn an Hammlet "like the painting of a sorrow, a face without a heart." Dann fragt H ihn, was er vom folgenden Satz halte: "Was n├╝tzt es einem Mann, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber die eigene Seele verliert? Er hat ihn auf der Strasse geh├Ârt. Glaubt nicht, dass Menschen Seele haben. D hingegen ist sicher, dass dies der Fall ist, auch dass die Seele gekauft, verkauft, vergiftet oder perfektioniert werden kann. H m├Âchte Ds Geheimnis wissen, wie er so jung bleiben kann. Er w├╝rde daf├╝r fast alles tun. Er will nicht, dass D sich ├Ąndert, sagt, er sei perfekt, so wie er sei, er solle sich nicht den Rest des Lebens versauen. Gerne w├╝rde er mit D tauschen, er habe doch bis jetzt ein so exquisites Leben gef├╝hrt. D antwortet, er werde sich dennoch ├Ąndern, sogar H w├╝rde sich von ihm abwenden, wenn er alles ├╝ber ihn w├╝sste. Er f├╝hlt sich schon ein wenig ver├Ąndert. H meint, f├╝r ihn k├Ânne D nicht ├Ąndern, sie w├╝rden immer Freunde sein. D wirft ihm vor, er habe ihn mit dem Buch vergiftet, er solle es nie mehr jemandem ausleihen. H glaubt nicht, dass ein Buch vergiften kann, auch nicht, dass D sich ├Ąndern kann. Sie verabreden sich f├╝r den n├Ąchsten Tag, D m├Âchte nicht.

(20.) D denkt ├╝ber alle seine schlechten Taten nach, ├╝ber seinen Schlechten Einfluss auf gute Leute, und wie er es genossen hatte, sie ins Verderben zu st├╝rzen. Er fragt sich, ob er sich noch ├Ąndern k├Ânne. Er glaubt, an seiner Schlechtheit seien das Portr├Ąt, seine Sch├Ânheit und die Jugend, f├╝r die er gebeten hat, schuld. Die Jugend habe ihn verdorben. Er f├╝hlt sich sicher, von seinen Schandtaten ist keine beweisbar. Was ihn belastet, ist der lebende Tod seiner Seele. Basil hat das Bild gemalt, das sein Leben zerst├Ârte, also ist auch er Schuld. Dass er selbst Schuld sein k├Ânnte, bedenkt er keinen Augenblick. Er will jetzt gut sein, ein neues Leben beginnen. Er will nachschauen gehen, ob das Bild schon etwas weniger abscheulich aussieht, weil er doch das Landm├Ądchen verschont hat. Hofft, das Bild werde langsam die Z├╝ge von Bosheit und S├╝nde verlieren. Als er hinaufgeht sieht er, dass das Bild nicht besser aussieht, es hat jetzt nur einen Glanz von Gerissenheit in den Augen. Sonst sieht es noch fast widerlicher aus, das Blut an der Hand ist intensiver geworden und scheint auf seine F├╝sse zu tropfen, auch an der anderen Hand ist Blut. War seine gute Tat nur Eitelkeit? Oder der Wunsch nach einem neuen Gef├╝hl? Oder Heuchelei? Er sieht ein, dass er beichten m├╝sste, ├Âffentliche Schande ertragen, b├╝ssen. Doch w├╝rde ihm niemand glauben. War das Bild nicht ungerecht? War seine gute Tat nicht gut? Es wird ihm klar, dass es tats├Ąchlich nur Eitelkeit, Neugierde und Heuchelei war. Wird ihn die Vergangenheit ewig belasten? Er will nicht beichten. Er will das Bild zerst├Âren, das sein Gewissen ist. Dann wird er frei sein, es wird ihm nicht mehr Freudenmomente zerst├Âren, die Vergangenheit wird tot sein. Er packt das Messer, mit dem er B umgebracht hatte und sticht auf das Bild ein. Man h├Ârt einen furchtbaren Schrei. Als die Bediensteten etwas sp├Ąter endlich ├╝ber den Balkon ins Zimmer gelangen k├Ânnen, sehen sie das Portr├Ąt, strahlend sch├Ân, wie sie ihren Herrn zuletzt gesehen hatten. Am Boden liegt ein runzliger, h├Ąsslicher und widerw├Ąrtiger alter Mann mit einem Messer im Herz. Sie erkennen ihn erst an seinen Ringen.

Textstellen

1. S. 15 Erstes Treffen mit Dorian

2. S. 36-38 Henry zu Dorian ├╝ber Jugend

3. S. 43 Dorians Reaktion

3. S. 57 Beeinflussung

4. S. 88/89 Harrys Studienobjekt Dorian

4. S. 90/91 psychologische Ansichten Harrys

6. S. 116/117 Dorian dar├╝ber, dass Hs Theorien falsch sind

6. S. 119 H dar├╝ber dass/warum D ihn immer m├Âgen wird

7. S. 128-130 weshalb und wie Dorian Sibyl verl├Ąsst

7. S.134-137 das Portr├Ąt hat sich ver├Ąndert und Dorians Gedanken dazu

10. S. 162 D ├╝ber seine Ver├Ąnderung und was H und B f├╝r ihn bedeuten

12. S. 227 Dorian will Basil das Portr├Ąt zeigen

13. S. 233 B erkennt sein ver├Ąndertes Bild

13. S. 234 B will beten, D sagt, es sei zu sp├Ąt

16. S.278 D rechtfertigt sich vor sich selbst

17. S. 288 D ├╝ber H und Gl├╝cklichkeit

18. S. 297 Omen, Ds Angst und Ungl├╝cklichkeit

19. S. 309 H dar├╝ber, dass Mord nicht zu D passe

19. S. 311 D erinnert sich nicht gern an Portr├Ąt, erinnert ihn an Hammletsatz

19. S. 314/316 D m├Âchte sich ├Ąndern, H findet das bl├Âd, glaubt nicht an Gelingen

20. S. 321/322 Ds letzte Gedanken vor seinem Tod

Autor

Wilde wird am 16.10.1854 als Sohn eines Arztes und einer Schriftstellerin (Irlandfan) geboren. Ist immer sehr gut in der Schule und interessiert sich v.a. f├╝r klassische Sprachen. Starke Ausbildung von ├Ąsthetischen Vorstellungen. Weitere Studien, extravagantes Leben. Kultiviert Lebensstil als ├ästhet, macht sogar eine Vortragsreise nach Amerika als Vertreter des ├ästhetizismus. Er heiratet Constance Lloyd und hat zwei S├Âhne. Kunst ist f├╝r ihn die h├Âchste menschliche Bestimmung und damit der Ethik ├╝berlegen. Er hat homosexuelle Verh├Ąltnisse. Die S├╝nde als dunkle Inspiration der Kunst taucht schon fr├╝h in seinen ├Ąsthetischen Vorstellungen auf und wird zunehmend als Homosexualit├Ąt konkretisiert. 1891 erscheint The picture of Dorian Gray. Er schreibt ausserdem Essays, M├Ąrchen, Gedichte, politische Abhandlungen und f├╝r Zeitungen. 1895 wird er wegen Homosexualit├Ąt zu zwei Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Die Anklage verwendet dabei The picture of D. G. gegen ihn als Beweis unmoralischer und perverser Tendenzen. W ist gesellschaftlich und finanziell ruiniert und zieht nach Frankreich, wo er sich f├╝r humaneren Strafvollzug einsetzt. 1898 stirbt Constance, 1900 Wilde, physisch und psychisch zerst├Ârt. Kurz zuvor war er noch katholisch getauft worden.

Gedanken, Verschiedenes

picturesque = malerisch, lad = Bursche, to alter = ├Ąndern

Die Leute sagen immer, Henry meine nicht, was er sage. Er selbst sagt, er meine alles, was er sage ernst.

Harry: Anfangs ist man beeindruckt von soviel Weisheiten. Mit der Zeit merkt man, dass sie sehr egoistisch und arrogant sein k├Ânnen und sich z.T. widersprechen. Er geht einem auf den Wecker. Ist allzu selbst├╝berzeugt. Noch etwas sp├Ąter wird er zum hinterlistigen und gemeinen Kerl, der verhindert, dass Dorian ein anst├Ąndiges und "gutes" Leben f├╝hrt, der seinen Einfluss schamlos ausn├╝tzt und D immer wieder subtil von seinen Vors├Ątzen abbringt.

Ist H der Teufel? (Versuchung, subtile Beeinflussung und ├ťberzeugung) Inwiefern hat D selbst sein Schicksal gew├Ąhlt? Wie stark ist er selbst mitverantwortlich f├╝r sein Tun? Wer ist B ? Ein Engel? Ein guter aber zu wenig einflussreicher Mensch? Weshalb seine Verg├Âtterung von D? W├Ąchst D am Schluss H ├╝ber den Kopf?

Wilde weiss extrem viel, v.a. Kapitel 11. ├ťber Edelsteine, Parfums, Ber├╝hmtheiten, ...(daf├╝r ist das Kapitel langweilig) auch ├╝ber Psychologie

Wieviel weiss H am Schluss des Buches von D? Seine schlimmsten Taten weiss er nicht, trotzdem scheint er mehr zu ahnen.

D bringt sich mit seiner Schlechtheit schlussendlich selbst um. T├Ânt moralisch. Wilde selbst war aber ├ästhetik wichtiger als Ethik, S├╝nde als Inspiration zur Kunst tauchen mehrmals bei ihm auf. Liegt recht nahe bei D. Was will er also mit dem Buch sagen? Dass D dennoch ein erf├╝lltes Leben hatte und erst am Schluss litt (= Aufforderung zum Schlechtsein)? Wohl nicht.

Siehe Nachwort, wichtig.

Angestrichenes im Nachwort lesen, interessant und z.T. aufschlussreich.

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