Das falsche Gewicht

PrimÀrquelle: Roth,Joseph: Das falsche Gewicht. 2.Auflage, Amsterdam: Verlag Allert de Lange, 1990.

SekundĂ€rquelle: Killy, Walther (HG.): Literatur Lexikon, Autoren und Werke. Band 10, MĂŒnchen: Bertelsmann Lexikon Verlag, 1991, S.32ff.

Metzler,J.B.(HG.):Metzler Autoren Lexikon, Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller bis zur Gegenwart. 1.Auflage, Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1986, 516ff.

Biographie:

Joseph Roth wurde am 2.9.1894 in Galizien gerboren.

Der ohne seinen Vater, in Galizien aufgewachsene Roth besuchte die jĂŒd. Gemeindeschule und das Gymnasium in Brody. Nach der Matura studierte er Germanistik und Philosophie. Als österreichisch-ungarischer Kriegsfreiwilliger wurde er 1916 Mitarbeiter einer Soldatenzeitung. Mit den Erfahrungen an der Front begann er nach dem Zusammenbruch der Monarchie beim pazifistischen Wiener Blatt. In der Folgezeit schrieb Roth fĂŒr viele namhafte linke und bĂŒrgerlich-liberale Zeitungen. 1918 kehrte Roth nach Wien zurĂŒck, wo er 4 Jahre spĂ€ter Friederike Reichler heiratete, die 1928 an Schizophrenie erkrankte. 1923 schaffte er den Sprung ins renommierte Feuilleton der Frankfurter Zeitung. Als deren Korrespondent bereiste er Frankreich, die Sowjetunion und Albanien, Italien und Polen. Nach der Wahl Hindenburgs zum ReichsprĂ€sidenten und der damit verbunden Niederlage der fortschrittlich-republikan. KrĂ€fte begann der politisch engagierte, linksliberale Journalist zu resignieren und die Grenzen seiner aufklĂ€rerischen Arbeit zu erkennen.

Reisen nach Wien, ein lĂ€ngerer Aufenthalt in Amsterdam unterbrachen sein Pariser Exil, wo er in der Verzweiflung ĂŒber die polit. Entwicklung und private SchicksalsschlĂ€ge immer mehr dem Alkohol verfiel.

Er verstarb am 28.5.1939 in Paris.

Einige seiner Werke: 'Radetzkymarsch','Flucht ohne Ende' und 'Hotel Savoy'

vgl. SekundÀrquellen

Inhaltsangabe:

Nach zwölf Jahren MilitĂ€rdienst ĂŒbernimmt Anselm EibenschĂŒtz seiner Frau zuliebe den Posten eines K&K Eichmeisters. Auf seinem WĂ€gelchen fĂ€hrt er durch die Dörfer, prĂŒft Maße und Gewicht der HĂ€ndler. Doch in einer Gegend, wo Bestechung und Betrug an der Tagesordnung stehen,wird ein so gewissenhafter Eichmeister sehr schnell zum Ziel des Haßes. Doch unter allen BetrĂŒger ist auch seine Frau, die ihn betrĂŒgt und ihm das Kind seines Schreibers unterjubeln versucht.

Er versucht, sich sein verlorenes GlĂŒck wiederzuholen indem er den Schreiber versetzen lĂ€sst und auch mit seiner Frau kein Wort mehr spricht. Gleichzeitig schafft er es, den Wirten der Grenzschenke, Leibusch Jadlowker, der Deserteure bei sich beherbergt, hinter Schloß und Riegel zu bringen.

Er verliebt sich in dessen Freundin, die Zigeunerin Euphemia, und genießt mit ihr den Sommer. Dann wendet sich Euphemia von ihm ab, Frau und Kind sterben an der Kolera. Der unausweichliche Untergang des redlichen Eichmeisters beginnt: Er begeht gemeine und unwĂŒrdige Taten und verliert sich im Alkohol. Als Jadlowker aus dem Zuchthaus entkommt und den Beamten aus Rache erschlĂ€gt, sieht Anselm EibenschĂŒtz im Sterben selbst als HĂ€ndler mit falschen Gewichten, der nun dem 'großen Eichmeister' Rede und Antwort stehen muss.

Joseph Roth schrieb in diesem Buch seine GefĂŒhle im Exil (1938) nieder, denn auch er war zu dieser Zeit schon durch schwere persönliche Niederlagen und durch die politschen VerĂ€nderungen gezeichnet und verfiel wie der Eichmeister EibenschĂŒtz immer mehr dem Alkohl.

Er drĂŒckt damit seine Verzweiflung aus, die mit der Wahl Hindenburgs zum ReichsprĂ€sidenten ĂŒberfĂ€llt, denn Roth wollte eine politische Wendung in Richtung der Liberalisierung.

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