Grundz├╝ge der Ethik des Islams

Die theozentrische Ordnung des Islam bestimmt bis in die einzelnen Handlungsanweisugen hinein das private und gesellschaftliche Leben des Muslim. Als eine polttische Religion erhebt der Islam gemeinschaftliche und ├Âffentliche Geltung.

1. Quellen der islamischen Ordung und Rechtsfindung:

Der Islam versteht die Scharia als offenbarte umwandelbare Wegweisung, ,,an der nicht zu zweifeln ist" (Koran, Sure 2,2). Sie f├╝hrt zu einem guten, gl├╝cklichen Dasein und zur Teilhabe an der Herrlichkeit im Jenseits. Auf der g├Âttlichen Rechtsordnung basiert das gesellschaftliche Zusammenleben. Hauptquellen f├╝r das islamische Recht bilden Koran und Sunna.

Scharia: Im Islam bezeichnet Scharia die g├Âttliche Rechtsordnung als Basis

(,,den zu befolgenden Weg") der Idealen menschlichen Gemeinschaft. Sie umfasst neben der religi├Âsen Pflichtenlehre auch Strafbestimmungen

Sunna: Die islamische Begrifflichkeit versteht darunter die Bericht ├╝ber ("Gewohnheit") normative Ausspr├╝che, Handlungen und die Lebensf├╝hrung Mohammdes. Die Gef├Ąhrten des Propheten und wahrheitsgetreue ├ťberlieferer bewahren das "Vorbild des Propheten" auf. Die Muslime erkennen die Sunna als ver┬şbindlich an f├╝r die Lebensordnung der islarnischen Gemeinschaft.

Quellen der Scharier sind Koran und Sunna. Aus ihnen werden durch Analogieschluss oder ├ťbereinstimmung der Rechtsgelehrten Antworten auf neuartige ethische oder politische Problemstellungen abgeleitet.

2. Die soziale Stellung der Frau:

Verglichen mit der altarabischen Tradition st├Ąrkt Mohammed die religi├Âse und soziale Stellung der Frau. Diese besitzt vor Gott den gleichen Rang wie der Mann und kann das Paradies erlangen (Sure 9,27; 4,124). Die Ehepartner sollen einander Geborgenheit geben und ,,einander in Liebe und Erbarmen zugetan" sein (Sure 30,21). Die sp├Ąteren Rechtstraditionen schr├Ąnken gegen├╝ber dem Koran die sozialen Rechte der Frau weiter ein und legimitieren dies mit Berufung auf den Koran. Entscheidend f├╝r diese Entwicklung wird die Epoche der Abbasiden (750 - 1285), die persische Gepflogenheiten (Verschleierung, Harem) ├╝bernimmt und den Lebenskreis der Fmu auf das Haus beschr├Ąnkt. Emanzipationsbestrebungen setzen seit dem 19 Jh. vor allem bei ├Ągyptischen Reformtheologen (z.B. Quasim Armin) ein. Sie kritisieren insbesonders den Ausschlu├č der Frau aus der ├ľffentlichkeit, die fehlende Ausbildung der Frau, die eingeschr├Ąnkte Polygamie und das Scheidungsrecht.

Beispiel: Sure 4,34 r├Ąumt dem Mann bei schlechtem Benehmen der Frau ein Z├╝chtigungsrecht ein:

Die M├Ąnner stehen ├╝ber den Frauen, weil Gott sie (von Natur vor diesem) ausgezeichnet hat (...). Und wenn ihr f├╝rchtet, dass (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt Sie! Wenn sie euch (daraufhin wieder) gehorchen, dann untenehmt (weiter) nichts gegen sie! Gott ist erhaben und gro├č.

Auch diese Verse werden verschieden interpretiert und praktiziert. Liberalere Kommentare verweisen darauf, dass Mohammed auf sein Z├╝chtigungsrecht verzichtet habe.

Die soziale Stellung der Frau wird in der traditionellen islamischen Ordnung bestimmt durch das patriarchalisch gepr├Ągte Netz verwandtschaftlicher Beziehungen, indem die Frau feste Rollen einnimmt.

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