Amerikanischer Sezessionskrieg

Vorwort des Verfassers

Am Ende waren 620,000 Opfer zu beklagen, hunderttausende auf beiden Seiten, Milliarden von Dollars waren in die RĂŒstungsproduktion geflossen, anstatt den BĂŒrgern der USA zu helfen .Viele Menschen waren obdachlos geworden, hatten alles bei dem Vernichtungsfeldzug der Union verloren Das VerhĂ€ltnis zwischen Nord- und SĂŒdstaaten war zerrĂŒttet, ja sogar trotz eines offiziellen Friedens feindlich. Die Sklaverei war abgeschafft worden, der SĂŒden existentiell am Ende, Abraham Lincoln, dem die Abschaffung der Sklaverei zu einem grossen Teil zu verdanken war tot, ermordet von einem sĂŒdstaatlichen Fanatiker Namens Wilkes Booth.

Die Nation war wieder geeint, doch gespalten wie nie zuvor.

Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen ? Wie durfte es zu dieser Katastrophe kommen?

Dieses Referat soll helfen zu verstehen, wie es zu diesem Desaster kam, was nötig war um eine Nation zu teilen, und warum es so schwierig ist sie wieder zu vereinen, was politisch schon vor 150 Jahren geschah, gesellschaftlich aber bis heute andauert.

Die USA am Vorabend des Sezzessionskrieg - Ein schwelender Konflikt

Nachdem die USA den Wirren des UnabhĂ€ngikeitskrieges entflohen waren, stieg die Bevölkerung steil an. Aus 13 Staaten waren anno 1860 34 geworden, aus 3 Mio. BĂŒrgern 30 Mio. geworden. Die Siedler expandierten weiter nach Westen, da immer mehr Einwanderer aus Europa nachströmten.

Die klimatischen VerhĂ€ltnisse teilten aber das Land. WĂ€hrend sich im Norden eine junge Industrie entwickelte, die Menschen in die StĂ€dte zogen, und die Farmer eigenstĂ€ndige Familienbetriebe aufbauten, entwickelte sich im SĂŒden aufgrund des milden subtropischen Klimas eine grosse Plantagenwirtschaft die von einer grossen, sehr reichen Oberschicht, den Plantagenbesitzern gefĂŒhrt wurde. Diese Elite mit ihrer aristokratischen Lebensweise war auf billige,gute ArbeitskrĂ€fte angewiesen, die sich in Form von Leibeigenen offenbarten. Das System war ganz einfach: Die Sklaven gehörten ihren Besitzern, hatten keine Freiheit, sie erhielten Kost und Logis und mussten dafĂŒr auf den Plantagen arbeiten. Diese Sklaven waren die Nachkommen, der im 18 Jh. in die USA verschleppten Afrikaner, da sich die Indianer nicht als effiziente ArbeitskrĂ€fte zeigten. Der SĂŒden war völlig auf den Export von Baumwolle und anderen Naturalien nach Frankreich und England angewiesen, um die IndustriegĂŒter, die aufgrund mangelnder Industrie und Infrastruktur nicht vorhanden waren, einzufĂŒhren. Die Plantagenbesitzer erreichten betrĂ€chtlichen Reichtum, da sie ĂŒber die Sklaven als billige ArbeitskrĂ€fte verfĂŒgten und so grosse Mengen zu niedrigen Kosten produzieren konnten.

In den Nordstaaten hingegen existierte die Sklaverei nicht, sie war sogar untersagt. Den Arbeitsbedarf deckten die europĂ€ischen Einwanderer. Der Konflikt war immer da, jedoch wurde er immer wieder heruntergespielt, doch durch das enorm starke Bevölkerungswachstum und die damit verbundene Ausdehnung der Territorien wurde das Gleichgewicht der Industrie-und Sklavenhalterstaaten empfindlich gestört. ( bis dahin 15:15). Im Jahre 1820 sah man sich erstmals gezwungen Maßnahmen zu ergreifen. Durch den Missouri-Kompromiss, der durch die Frage des Eintritts Missouris in die Union erfolgte, wurde erstmals eine Westost Grenze gezogen ( 36°,30") nördlich derer die Sklaverei verboten wurde. Dieser Kompromiss wurde ein Musterbeispiel zur Beilegung von NordsĂŒd-Konflikten in den nĂ€chsten Jahrzehnten. Erst als in den nĂ€chsten Jahrzehnten, nach dem amerikanisch-mexikanischen Krieg die Grenze des Landes bis zum Pazifik verlegt wurde, brach der Konflikt in verschĂ€rfter Form wieder auf. So schlug der damalige PrĂ€sident Taylor vor, das sklavenfreie Kalifornien mit in die Union zu ĂŒbernehmen, was viel Verwirrung und Diskussion auslöste. Nach vielen, teils sehr heftigen Diskussionen, fand sich eine Mehrheit fĂŒr Taylors Vorschlag, die sich im " Kompromiss von 1850" niederschlug. Das bis dahin ungebundene Kalifornien wurde als sklavenfreier Staat in die Union aufgenommen, wĂ€hrend das ĂŒbrige Gebiet in die Territorien New Mexiko und Utah aufgeteilt wurde. Über den Status dieser Gebiete sollten die Siedler nach dem Grundsatz der VolkssouverĂ€nitĂ€t selber bestimmen. Auch fĂŒr den Columbia-Distrikt wurde die Sklaverei verboten. In beiden Lagern wurde der Kompromiss begrĂŒsst und sogar als endgĂŒltige Lösung angesehen.

Doch trotz dieser Kompromisse hatte sich die Union verĂ€ndert, der SĂŒden beherrschte den US Kongress nicht mehr, sah dessen Maßnahmen mit wachsender Sorge. Der industriereiche Norden verlangte zur Sicherung der Wirtschaft die EinfĂŒhrung eines Schutzzolles, der die Wirtschaft vor Dumpingpreisen aus Europa schĂŒtzen sollte. Ausserdem verlangte dieser auch zahlreiche Subventionen fĂŒr die Infrastruktur, sowie Land fĂŒr neue Siedler. Doch der SĂŒden lehnte dies mit der BegrĂŒndung, dies wĂ€ren BegĂŒnstigungen fĂŒr den Norden, ab. Das so entstandene SpannungsverhĂ€ltnis zwischen den Regionen förderte die immer mehr anschwellende Kritik der Nordstaaten an der Sklaverei der SĂŒdstaaten. Mehrere der Nordstaaten setzten sich ĂŒber den sogenannten " Fugitiv Slave Act" hinweg, der die Wiederergreifung entflohener Sklaven regelte. Doch als 1854 das Territorium Kansas-Nebraska in die Union eingefĂŒgt werden sollte, wurde durch die Anerkennung der VolkssouverĂ€nitĂ€t der Missouri-Kompromiss "expressis verbis"[1]aufgehoben. Diese VerĂ€nderung löste in den Nordstaaten eine Protestwelle aus, die zur Entstehung der Republikanischen Partei fĂŒhrte. 1857 wurde dann durch ein Urteil des Obersten Gerichts im Falle des entflohenen Sklaven Dred Scott der Missouri-Kompromiss zwar nicht Wortwörtlich aber doch sinngemĂ€ĂŸ fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. Somit verlor der Kongress das Recht in den Territorien ĂŒber Eigentum und Besitz der amerikanischen BĂŒrger zu bestimmen.

Erst durch Harriet Beecher Stowes Roman " Uncle Tom's Cabin", in dem die ZustĂ€nde in den SĂŒdstaaten dargestellt wurden, war die Bereitschaft fĂŒr eine Auseinandersetzung mit dem Thema sprunghaft gestiegen. Nachdem der fanatische Prediger John Brown nach einem Putschversuch hingerichtet wurde und so im Norden die Rolle eines MĂ€rtyrers einnahm, war die kritische Haltung der Industriestaaten gegenĂŒber der Sklaverei abermals gesteigert, so dass die Republikanische Partei Abraham Licoln, einen entscheidenden Gegner der Sklaverei als PrĂ€sidentschaftskandidaten aufstellte. Die Demokraten zerbrachen bei dem Versuch, ein fĂŒr die ganzen Staaten wirksames Programm zu schaffen, in zwei selbstĂ€ndige Teile.

So gewann am 6.11.1860 Abraham Licoln als erster Republikaner die Wahl zum PrÀsidenten Dieser vertrat nach dem Wahlergebnis nicht die Mehrheit des Volkes, war aber nach der Verfassung zufolge legitimer PrÀsident.

Im SĂŒden hingegen erkannte man die Wahl Lincolns nicht an. Man sagte sich, dass eine Trennung von der Union besser sei als ein Konflikt innerhalb der Union. Das Wahlergebnis festigte, die Überzeugung die UnabhĂ€ngigkeit anzustreben nur noch, so dass am 20.12.1860 South Carolina sich als erster Staat von der Union lossagte und die UnabhĂ€ngigkeit erklĂ€rte. Zu Beginn des neuen Jahres traten auch die Staaten Mississippi, Florida, Alabama, Georgia und Lousiana aus der Union aus. Sie grĂŒndeten im Februar 1861 in Montgomery, Alabama die " Konföderierten Staaten von Amerika", deren Verfassung teile der US-Konstitution enthielt, aber die Sklaverei beschĂŒtzten, lediglich ein Import von Sklaven wurde untersagt. Man hoffte im SĂŒden, dass andere Staaten bald nachziehen wĂŒrden, und schĂ€tzten das Risiko, das der Norden fĂŒr die Nationale Einheit kĂ€mpfen werde als sehr klein ein. Auch schien die UnterstĂŒtzung durch Frankreich und England, als Baumwollabnehmer gesichert, so dass die Lage am 4.3.1861 als Licoln in sein Amt eingefĂŒhrt wurde, fĂŒr die Konföderation sehr gĂŒnstig war. In seiner Antrittsrede machte Lincoln klar, dass die Union die Sklavenhaltung in den SĂŒdstaaten anerkennen wĂŒrde, das aber eine Trennung von der Union auch durch Waffengewalt verhindert wĂŒrde. Die Rede schuf Platz fĂŒr Verhandlungen - doch bevor die UnterhĂ€ndler einen Kompromiss fanden, eskalierte die Lage.

Die Union hatte schon zahlreiche militĂ€rische StĂŒtzpunkte im SĂŒden gerĂ€umt und wollte auch das im Hafenbecken von Charlestown gelegene Fort Summer rĂ€umen, doch am 12.4.1861 nahmen KĂŒstenbatterien des Staates South Carolina das Fort unter Beschuss. Dieser Gewaltakt wurde im Norden als tiefe KrĂ€nkung empfunden und so berief PrĂ€sident Lincoln 75000 Freiwillige zu den Waffen, nachdem Tausende auf den Strassen, des Nordens Gegenmaßnahmen forderten. Die Union wollte die Rebellion gewaltsam beenden. Daraufhin mussten sich die Grenzstaaten entscheiden, auf welcher Seite sie kĂ€mpfen wollten. Virginia, Arkansas, Tennesee und Norh Carolina zogen auf Seiten der Konföderierten in den Krieg, Maryland, Kentucky, Delaware und Missouri wĂ€ren ebenfalls von der Union abgefallen, wurden aber unter Waffengewalt daran gehindert. Kansas schloss sich hingegen der Union an.

Der ideologische Konflikt war zu einem Krieg geworden.

Die Kriegsparteien - oder "Yankees" vs. "Reds"

Wie im ersten Teil beschrieben, bildeten die Nord-und SĂŒdstaaten zwei Blöcke in den heutigen USA. Die Nordstaaten bildeten weiterhin die Union, waren also der Rest der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie forderten die sofortige Beendigung der Rebellion sowie die Abschaffung der Sklaverei. Die SĂŒdstaaten hatten, wie beschrieben die Konföderierten Staaten von Amerika gebildet, mit eigener Verfassung und Gesetzen. Sie forderten die Anerkennung der Konföderation und somit die Errichtung eines zweiten Staates.

Auf Seiten der Union waren zu Kriegsbeginn 23 Staaten vertreten, darunter auch zahlreiche sklavenhaltende Staaten, die mit Waffengewalt an der Union festgehalten wurden. Zusammen beheimatete die Union fast 22 Millionen, ĂŒberwiegend freie BĂŒrger. Lincoln, als PrĂ€sident mobilisierte 1,556,678 Soldaten fĂŒr den Krieg. Die SĂŒdstaaten, die aus gerade einmal 11 Staaten bestanden, mobilisierten trotz ihrer nur neun Millionen Einwohner ( davon 3 Millionen Sklaven) beachtliche 1,082,119 Soldaten fĂŒr den Krieg. Damit war das KrĂ€fteverhĂ€ltnis ausgewogener als auf den ersten Blick offenbart wurde.

Die Unionisten, von den Konföderierten spöttisch "Yankees" genannt, behielten natĂŒrlich den, im MĂ€rz offiziell eingefĂŒhrten Abraham Lincoln als PrĂ€sidenten. Oberbefehlshaber der US-Army war Henry Wager Halleck. Der Norden hatte zahlreich Vorteile, die wohl auch kriegsentscheident waren. So hatte er die weitaus bessere Infrastruktur, konnte also Einheiten schneller transportieren, zum anderen konnte er sich auf eine starke Wirtschaft, mit guten Finanzen, fortgeschrittener Industrie und reicher Lebensmittelproduktion verlassen. Dies gab ihm die FĂ€higkeit seine Waffen selbst zu produzieren und war so nicht auf teuren Import angewiesen. Zu dem kontrollierte die, ĂŒberwiegend loyal gebliebene US-Navy die KĂŒste Nordamerikas. Zu guter letzt hatte der Norden die doppelte Bevölkerung, was die Rekrutierung von neuen Soldaten erheblich vereinfacht haben muss. Also war der Norden auf Dauer hingesehen, die stĂ€rkere Kriegspartei.

Die Konföderierten hatten Jefferson Davis zu ihrem PrĂ€sidenten ernannt, zeigten so den Nordstaaten, dass sie vollkommen unabhĂ€ngig sind. Davis Berater und zugleich Oberkommandant des konföderierten Heeres, war General Robert Edward Lee, einer der bekanntesten Strategen aller Zeiten, von dem viele Historiker behaupten er sei es gewesen, der dem SĂŒden die ersten Erfolge ermöglichte. Der SĂŒden hatte trotz betrĂ€chtlichem Reichtum, das Problem eine Agrarstaat zu sein, der zudem noch ĂŒberaus empfindliche GĂŒter wie Baumwolle und Tabak produzierte. Industrie war praktisch nicht vorhanden und so war der SĂŒden auf den Export seiner GĂŒter angewiesen um Waffen zu importieren. Genau diese Schwachstelle kannten beide Seiten, und deshalb versuchte Lee möglichst schnell Washington einzunehmen und so den Norden unter Druck zu setzen. Den Nordstaaten war natĂŒrlich daran gelegen eine Seeblockade gegen den SĂŒden zu errichten, um den Nachschub zu unterbrechen. Der SĂŒden wusste, je lĂ€nger der Krieg andauert, desto stĂ€rker wird die Union.

Der Kriegsverlauf - Teil 1 "Lees Marsch nach Washington"

[2]

Dieser Abschnitt soll den Verlauf des Krieges zeigen und vor allem erklÀren, wieso die Nordstaaten im Endeffekt gewannen.

Die KriegsschauplĂ€tze, (siehe Karte) waren die Gebiete Tennessee/Mississippi und Virginia im Norden. Die Union erkannte erst nachdem die Offensive am Bullrun ( Virginia) gescheitert war die Bedeutsamkeit des westlichen Teils, des Mississippis. Dank Lee konnten die Unionisten mehrere Male zu Anfang bedeutend geschlagen werden, auch hatten die Konföderierten einen weiteren Vorteil: Jemand der um seine Heimat kĂ€mpft, kĂ€mpft stĂ€rker als jemand der in ein Land einmarschiert. Doch im Westen zeichnete sich bald eine Wende ab. Nach der hart umkĂ€mpften und extrem blutigen Schlacht um Shiloh waren Kentucky und Tennessee fĂŒr die Union zurĂŒckerobert und die Nordstaaten waren sich der UnterstĂŒtzung durch ihre Kanonenboote auf Teilabschnitten des Mississippi sicher. Nur vereinzelte StĂ€dte, darunter Vicksburg leistete heftigen Widerstand. Doch Halleck konnte dem Schlachtfeld im Westen jetzt nicht den, trotz der Erfolge benötigten Nachschub geben, da Lee sein Auge weiterhin auf Washington richtete und bereits in Maryland einbrach. Doch die Union brachte Lees Offensive, unter heftigen Verlusten zum Stehen ( Scheinsieg bei Antietam).

Zu diesem Punkt wurde die Sklavenfrage wieder sehr akut, da PrĂ€sident Lincoln die Freilassung aller Sklaven proklamierte und PrĂ€sident Davis, den fĂŒr den SĂŒden kĂ€mpfenden Sklaven die Freiheit versprach.

Der Krieg erhielt dann 1863 die lang erwartete Wende, nachdem Lee im FrĂŒhjahr wieder in die Offensive gegangen war. Doch sein Marsch nach Washington wurde in der 3-tĂ€gigen Schlacht um Gettysburg gestoppt.

Der Kriegsverlauf - Teil 2 " Die Wende in Gettysburg"

Die Schlacht von Gettysburg ist die wohl bekannteste Schlacht auf dem amerikanischen Kontinent. 90,000 Soldaten der US-Army trafen auf 75,000 Konföderierte, die unter General Lee zuvor in der "Schlacht von Chancellorsville "[3]siegreich waren. Lee plante eine Invasion in Pennsylvania um die Union zur Anerkennung der Konföderation zu zwingen. Hier nun trafen sich die Armeen zur Entscheidungsschlacht. Am ersten Tag war Lee erfolgreich, jedoch dafĂŒr am zweiten unterlegen. Am letzten Tag konnte die Union die Konföderierten endgĂŒltig zurĂŒckdrĂ€ngen, so dass Lee zum RĂŒckzug nach Virginia gezwungen war.

Nun bereitete die Union ihren Vormarsch vor und versuchte einen Keil in die SĂŒdstaaten zu treiben, um die Armeen Lees zu trennen. Dies gelang jedoch sehr mĂŒhsam, doch trotzdem konnte die US-Army das gesamte Mississippi-Gebiet unter ihre Kontrolle bringen. Und auch General Shermans Offensive, die in Atlanta ins Stocken gebracht wurde, hinderte nach dessen Fall nichts mehr am Erreichen des Meeres, wo sein Heer mit genĂŒgend AusrĂŒstung versorgt wurde. So konnte Sherman nur 3 Wochen spĂ€ter seinen PlĂŒnderzug durch South und North Carolina fortsetzen und so die konföderierte Armee endgĂŒltig zerschlagen.

Die Moral der SĂŒdstaaten war gebrochen, hilflos mussten sie zusehen, wie die US-Army den SĂŒden verwĂŒstete. Ein Drittel des konföderierten Heeres desertierte nachdem die Versorgungslage immer katastrophaler wurde und Petersburg sowie Richmound, die Hauptstadt der Konföderierten, verloren waren.

General Robert E. Lee, und mit ihm die Konföderierten Staaten von Amerika kapitulierten am 9.4.1865 in Appomattoc Courthouse. Der Krieg war beendet, doch die Folgen wurden jetzt erst richtig spĂŒrbar.

Die Folgen des Krieges

Die Auswirkungen des Krieges waren enorm, und sehr vielfĂ€ltig. Die akutesten Folgen hatte natĂŒrlich der SĂŒden zu spĂŒren, da General Sherman auf seinem Vernichtungsfeldzug durch die SĂŒdstaaten alles zerstört hatte. Hier war es erst die Überlebensproblematik, die die Menschen in BedrĂ€ngnis brachten. In einem Agrarstaat, wo nichts mehr wĂ€chst bricht natĂŒrlich alles zusammen, so dass schon bald Hungersnöte ausbrachen. Lincoln sah es als seine Aufgabe an, die beiden Blöcke so schnell wie möglich wieder zu einen, um die Einheit des Landes wiederherzustellen. Im Gegensatz zum republikanischen Kongress, der um seine Entmachtung durch die Demokraten fĂŒrchtete. Diese wĂŒrden nach Lincolns Plan wieder zurĂŒckkehren, sobald, 10% der Wahlberechtigten einen LoyalitĂ€tseid geschworen hatten. Ausserdem sollten alle, die diesen Eid schwören amnestiert werden. Doch Lincoln konnte sein Vorhaben nicht umsetzen. FĂŒnf Tage nach Lees Kapitulation wurde er von einem fanatischen SĂŒdstaatler namens Wilkes Booth erschossen. Sein Nachfolger Andrew Johnson vervollstĂ€ndigte dann die Rekonstruktion. Die SĂŒdstaaten wurden erst, unter dem Einfluss des republikanischen Kongresses, von MilitĂ€rs regiert dann, nachdem sie allen Punkten, die im Wesentlichen aus der Anerkennung der Rechte der Schwarzen bestand, durch eigene Politiker.

Doch die Demokraten hatten an Einfluss verloren und somit bestimmte die Republikanische Partei, als Interessenvertreter der Hochfinanz und Industrie die Politik der USA. Die Wiedervereinigung war nach der Generalamnestie politisch abgeschlossen .

Der Norden der USA hingegen spĂŒrte nach dem Krieg sofort den wirtschaftlichen Aufwind. WĂ€hrend der SĂŒden in TrĂŒmmern lag, war es den Politikern der Nordstaaten ein Leichtes ihre Vorstellungen umzusetzen. Dazu gehörten z.B. die Einfuhrzölle. Die Industrie, durch die Politik gestĂ€rkt, erlebte so ihren Boom, der auch durch den Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahn weiter gesteigert wurde.

Doch die wirtschaftlich-politische Ebene war nicht der einzige Faktor, der das Leben nach dem Krieg bestimmte. Die nun freien Farbigen waren in vielen SĂŒdstaaten in der Überzahl. Aber trotz der Tatsache, dass nach der Verfassung alle Menschen gleich sind, entwickelte sich im SĂŒden die Emanzipation der ehemaligen Sklaven nur sehr langsam. Zahlreiche GeheimbĂŒnde entstanden, die versuchten den politisch verlorenen Kampf, nun mit Gewalt zu vollenden ( KuKluxKlan). Zwar wurden diese rasch verboten, doch die Farbigen wurden bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts und teilweise auch heute noch diskriminiert.

Das grösste Problem war die breite Kluft, die sich zwischen den beiden ehemaligen Kriegsparteien aufgetan hatte. Vorurteile bestimmten auf beiden Seiten die Ansichten. Beide Teile machten sich gegenseitig fĂŒr ihre 300,000 Toten verantwortlich. Die Nordstaaten sagten, dass die SĂŒdstaaten, mit ihrer Rebellion an dem Krieg schuld sind. Der SĂŒden hingegen behauptete, dass der Norden den Krieg durch seine aggressive Politik angefangen hĂ€tte. So setzte sich vielerorts, vor allem im SĂŒden, der Hass durch. Die Nordstaaten hatten ja so gut wie keine Zerstörung durch den Krieg, ja sogar die Wirtschaft wurde angekurbelt. Ihnen ging es nachdem Krieg wieder gut, die ĂŒberlebenden Soldaten kehrten in eine intakte Heimat zurĂŒck, doch im SĂŒden stand kein Stein mehr auf dem anderen. Die Soldaten kehrten in die Ruinen, GeisterstĂ€dte zurĂŒck. Viele hatten zivilistische Familienmitglieder verloren, die Shermans Vernichtungsfeldzug, der das Ziel hatte, den SĂŒden zu demoralisieren, nicht ĂŒberlebten. Sie fanden ihre Heimat total verĂ€ndert vor, nichts war wie es einmal war, die Offiziere, oftmals Söhne der aristokratisch lebenden Grossgrundbesitzer, kamen in ein Land das nun von den MilitĂ€rs regiert wurde, die alles zerstört hatten. Der SĂŒden hatte zunĂ€chst seinen Einfluss verloren, doch auch nachdem er ihn wiederhatte, wurde die Nord-SĂŒd-Kluft nicht enger. Nur ganz langsam gelang es mit der Zeit die gesellschaftliche Rekonstruktion zu vollenden, was aber bis heute noch andauert.

Fazit des Verfassers

Die wohl am meisten gestellten Frage der Leser dieses Referats, ist wahrscheinlich: "Wer trĂ€gt die schuld " ? Die Schuldfrage ist also noch das, was nach KlĂ€rung der Fakten ĂŒbrigbleibt. NatĂŒrlich sind die Ursachen des Krieges bekannt, genau wie seine Folgen, doch um die Schuldfrage zu klĂ€ren, mĂŒsste man eigentlich die rationale Ebene verlassen und sich mit den Wirren der menschlichen GefĂŒhle vertraut machen. Denn Antworten wie : " Die SĂŒdstaaten sind schuld, weil sie Fort Summer angegriffen haben !"oder: "Die Nordstaaten mit ihrer aggressiven Sklavenpolitik haben schuld! " sind zwar teilweise korrekt, doch eigentlich viel zu banal um diese grundlegende Frage zu klĂ€ren. WĂŒrde man solche Gedanken aber weiterspinnen gĂ€be es auch einige die behaupten die Sklaven seien schuld, weil ohne sie der Krieg nie stattgefunden hĂ€tte, doch soweit sollte man es dann doch nicht treiben.

"Die Kriegskosten betrugen nach vorsichtigen SchĂ€tzungen mindestens 10 Milliarden Dollar. Knapp 50 Prozent dieser Summe hĂ€tten genĂŒgt, um das Sklavereisystem, die Ursache des Konfliktes, gegen angemessene EntschĂ€digung der Pflanzer rechtzeitig zu beseitigen."[4]

Man sollte also ĂŒberlegen, wieso die Politiker sich diese Überlegung nicht schon vorher gestellt haben, denn des Rechnens waren sie sicher mĂ€chtig. Sie haben es nicht getan, was mich zu zwei verschiedenen SchlĂŒssen fĂŒhrt. 1. Sie dachten, der Krieg wĂ€re viel schneller vorbei und somit auch billiger. Aber da BĂŒrgerkriege bekanntlich sehr intensiv, brutal und anhaltend sind, wĂ€re diese Überlegung ein Fehlschluss der wohl keinem Politiker dieser Zeit passiert wĂ€re. Schluss Nummer 2 besagt, so traurig wie es auch ist, das die verschiedenen (Teil)Nationen einfach ihre aufgestauten Aggressionen abbauen mussten. Das Sklavereisystem war sicherlich der Auslöser des Konflikts, aber sollte man als Ursache nicht vielmehr das Auseinanderleben zweier, seit der GrĂŒndung der Vereinigten Staaten existierender, Staatenblöcke ansehen ? Dieses Auseinanderleben, das Vorurteile beider Seiten mit sich fĂŒhrte, wurde unterstĂŒtzt und beschleunigt durch die rasende Besiedelung Nordamerikas.

Meiner Meinung nach war der Konflikt unausweichlich, es gab keine Chance ihn abzuwenden. Wenn nicht 1860, dann 10, 20 oder 100 Jahre spÀter, aber der Konflikt war immer da, und wird, leider Gottes auch immer, wenn auch in abgemilderter Form bestehen.

Die Grundproblematik ist: Zwei völlig unterschiedliche Systeme mit unterschiedlichen ethischen Ansichten und völlig verschiedener Struktur können nur sehr, sehr schwer koexistieren, und es wird die Aufgabe der Menschen in den nÀchsten Jahrhunderten sein, dieses Problem zu lösen. Miteinander statt Gegeneinander.

Schlusswort des Verfassers

Der amerikanische Sezessionskrieg ist, historisch gesehen ein hochinteressantes Thema, das leider nur selten im Schuluntericht behandelt wird. Er sollte auch an deutschen Schulen mit einer Unterrichtsreihe bedacht werden, anstatt andere Themen zu wiederholen. Der amerikanische BĂŒrgerkrieg ist ein hervorragendes Beispiel dafĂŒr, das nicht immer GebietsansprĂŒche oder Revolutionen fĂŒr einen Krieg sorgen, sondern auch Differenzen in der Ideologie, die aufgrund von physiologischen Geofaktoren entstanden sind, ein Volk spalten können, so dass sich ehemalige Freunde auf den gegenĂŒberliegenden Seiten des Schlachtfeldes gegenĂŒberstehen. Meiner Meinung nach hat sich das Thema als sehr interessant erwiesen und wird von mir auch im ausserschulischen Bereich einen Platz finden, wie zum Beispiel in Romanen oder Filmen.

Literaturverzeichnis

Dahms, Hellmuth GĂŒnther / GrundzĂŒge der Geschichte der Vereinigten Staaten/ 3. Auflage erschienen unter der "Wissenschaftlichen Buchgesellschaft"/ 1991
S.91ff - 107
Das Buch war eine der Hauptinformationquellen fĂŒr die beschreibenden Teile, da sehr genau
Lehrbuch der Geschichte fĂŒr berufsbildene Schulen,
Handwerk und Technik-Verlag/ 8. Auflage/1976
S.157
benötigt fĂŒr generelle Übersicht des Themas
Die Vereinigten Staaten von Amerika / Verlag Ploetz KG WĂŒrzburg
S.62-66
benötigt fĂŒr generelle Übersicht des Themas
Zeiten und Menschen ( Politik, Gesellschaft, Wirtschaft) 1776-1918/ Schroedel Verlag/ Ausgabe K Band 3
S.189-192
benötigt fĂŒr generelle Übersicht des Themas, einfache ErlĂ€uterungen da Schulbuch
Microsoft Encarta Lexikon CD-ROM ´97
Information zu historischen Personen und zu dem Thema, da sehr ausfĂŒhrlich

Der in Teilaufgabe 1-4 geschriebene Text beruht teilweise auf den hier vorliegenden Quellen.

Das Fazit und das Schlusswort sind eigenstÀndige Produktionen, und beruhen auf den bis dahin gesammelten Gesamtinformationen des Verfassers.

Dieses Referat wurde von Florian Wittke, aus Burscheid verfaßt und auf dem Landrat Lucas Gymnasium mit der Note : SEHR GUT minus bewertet.

Fragen an : majere@gmx.de

Inhaltsverzeichnis

Gliederung
S.1


Vorwort des Verfassers
S.2


Die USA am Vorabend des Sezessionskrieges
S.2 - 4


Die Kriegsparteien
S.4- 5


Der Kriegsverlauf Teil 1
S.5-6


Die Folgen des Krieges
S.7


Fazit des Verfassers
S.8


Schlusswort des Verfassers
S.8


Literaturverzeichnis
S.9

[1]Dahms, Hellmuth GĂŒnther / GrundzĂŒge der Geschichte der Vereinigten Staaten/ 3. Auflage erschienen unter der "Wissenschaftlichen Buchgesellschaft"/ S.95 Z.6

[2]"BĂŒrgerkrieg,amerikanischer" MicrosoftÂź EncartaÂź 97 EnzyklopĂ€die. © 1993-1996 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. ( betr. Zeichnung)

[3]"Gettysburg, Schlacht von," MicrosoftŸ EncartaŸ 97 EnzyklopÀdie. © 1993-1996 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

[4]Dahms, Hellmuth GĂŒnther / GrundzĂŒge der Geschichte der Vereinigten Staaten/ 3. Auflage erschienen unter der "Wissenschaftlichen Buchgesellschaft"/ 1991 S.102 Z.18ff

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