Zweiter Weltkrieg

Der Antisemitismus wurde von den Nationalsozialisten zur offiziellen "Bewegung gegen die Beherrschung des geistigen und wirtschaftlichen Lebens durch das Judentum" erklärt. Sie war zentrales Anliegen der NS-Ideologie und unterschied sich von faschistischen Bewegungen anderer Länder.

Die Judenfeindschaft geht aus von dem starken Zusammengehörigkeitsgefühl einer Minderheit, die gegenüber der Mehrheit der Gesellschaft ein sich unterscheidendes religiöses, kulturelles sowie wirtschaftliches Leben führt.

Wirtschaftlich gesehen: Juden durften beim Geldverleih Zinsen nehmen

Religiös gesehen: Verfolger Christi

Zu Anfang wurden getaufte und in die Gesellschaft integrierte Juden nicht verfolgt.

Durch ihre Intelligenz hatten viele Juden Positionen als Wirtschaftsführer übernommen. Ihnen wurde deshalb nachgesagt, dass sie für Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verantwortlich waren. Dies führte in der Gesellschaft zu sozialem und intellektuellem Neid. Man machte sie verantwortlich für die Weltwirtschaftskrise.

Zitat "Hitlers Tischgespräche"(Picker): "Der Jude, der sich als "Schmarotzer" bei fremden Völkern einnistet und sie nach und nach zugrunde richtet, wird als minderwertiges Gegenbild des Ariers hingestellt. Aus Gründen der "Rassenhygiene" müsse man deshalb Juden aus dem Volksganzen eliminieren."

Maßnahmen zur Ausschaltung der Juden

1) Züchtung arischer Menschen

Um für eine "Rassenreinheit2 sorgen zu können, die nach Meinung der Nazis zum Aufstieg zur Weltmacht führen würde, wurde die deutsche Familie durch Verleihungen von "Mutterehrenkreuzen" ermutigt, für Nachkommen zu sorgen. Dies galt für Familien mit drei oder mehr Kindern. Der von Himmler gegründete Verein "Lebensborn", der für Kinderreichtum sorgen sollte, diente durch Einrichtung von Entbindungsheimen der Züchtung arischer Menschen. Dort wurden circa 11000 (meist nichteheliche) Kinder geboren, die von besonders "rassenreinen" Erzeugern stammten.

Familien, die kinderlos waren oder blieben, mussten ihren Vorgesetzten Rechenschaft ablegen.

2) Juden als Sündenbock

Durch die rassentheoretischen Thesen der NSDAP wurden Juden als "Sündenbock" für alle Fehlentwicklungen hingestellt. Man verbreitete die Anschuldigungen, Juden würden eine Weltherrschaft anstreben, die so zum Weltuntergang führen würde. Dem Arier der Gesellschaft wurde also zur Funktion gegeben, dies zu verhindern, und somit als "Retter der Weltkultur" zu gelten bzw. einen Dienst an der Menschheit zu vollbringen.

3) Ahnenpass

Der Ahnenpass, der vom Reichsbund der Standesbeamten Deutschlands erstellt wurde, gab genau Auskunft über die Abstammung der Personen. Der Stammbaum wurde sogar bei Bauern, deren Hof verkauft worden war, bis zum Jahre 1800 zurückverfolgt. Bei SS-Angehörigen bis ins Jahr 1750. Um Juden als Juden deklarieren zu können, galt es meist nur die Religionszugehörigkeit zu verfolgen, denn die NS-Ideologie hatte keinen exakten Rassenbegriff ausgearbeitet.

Das NS-Regime grenzte Juden, Sinti und Roma, Asoziale, geistig und körperlich Behinderte sowie Homosexuelle aus der Gesellschaft aus.

4) Einsatz von SA-Trupps

Am 10. Januar 1933 begannen erste Aktionen der SA (Sturmabteilung) gegen die jüdischen Mitbürger und ihr Eigentum. Es begann mit dem Ausruf an die Gesellschaft, nicht mehr bei Juden zu kaufen oder überhaupt mit ihnen in Kontakt zu treten.

Am 1. April befanden sich SA-Posten vor allen jüdischen Geschäften, die sie plünderten und ihre Inhaber quälten.

Die NS-Propaganda fand in den "Nürnberger Gesetzen" vorläufig ihren Höhepunkt. Diese Gesetze dienten dem "Schutze des deutschen Blutes und der deutsche Ehre" (15.09.1935).

Durch diese wurden allen Nicht-Ariern (Juden) das Bürgerrecht entzogen. Sie galten nun nicht mehr als Reichsbürger, sondern lediglich als Staatsangehörige. Als äußerliches Kennzeichen mussten sie von nun an den Judenstern auf ihrer Kleidung tragen. Außerdem untersagte man es den Juden, Deutsche zu heiraten. Die Gesetze trennten die Menschen zu Deutschblütigen, Juden und Mischlingen 1. Und 2. Grades. Ebenfalls diskriminiert wurden Geisteskranke und Behinderte, denn sie wurden unter eine strenge Bewachung gestellt. Unternehmern wurde untersagt, Juden unter 45 Jahren einzustellen. Einige der Juden wurden 1939 unter dem Vorwand rassenhygienischer Überlegung als Versuchsopfer für Gas als Vernichtungsmittel benutzt.

In Europa fanden die meisten Juden in den Jahren 1933-38 in Großbritannien, Frankreich, Holland und Polen Asyl.

Im Jahr 1935 kam es zur weiteren Eindämmung der Juden. Am 06. August wurden alle jüdischen Kulturschaffenden im "Reichsverband jüdischer Kulturbünde" unter Aufsicht des Sonderbeauftragten Hans Hinkel zusammengefasst. In jenem Sommer kam es nun zu verstärkten Aktionen, wie "Juden unerwünscht". Es wurden Schilder an Ortseingängen, Badeanstalten, Cafés und Geschäften angebracht. Im Sommer 1936, in dem die olympischen Spiele stattfanden, wurden aus Rücksicht auf ausländische Besucher die Schilder entfernt.

5) Die Endlösung

In den Jahren 1941/42 begann man mit der Deportation der Juden in Konzentrationslager oder Vernichtungslager, in Europa gab es davon insgesamt sechs. Dies wurde zunächst nur als "Ersatzlösung" bezeichnet.

Diese "Endlösung" wurde in der "Wannseekonferenz" von mehreren höchsten Dienststellen des III. Reiches am 20.01.1942 beschlossen. Somit stand der Vernichtung des jüdischen Volkes nichts mehr entgegen.

In den Konzentrationslagern angekommen, mussten die Insassen wie Tiere bei jeder Art von Wetter arbeiten. Sie lebten unter grausamsten Bedingungen. 24h-langes Arbeiten ohne jeglichen Lohn.

Wenn man sich widersetzte, wurde man gefoltert. Man erhielt pro Tag eine Scheibe Brot, Wassersuppe und schwarzen "Kaffee". Allein diese Bedingungen ließen circa 1 500 männliche Personen täglich verhungern. Kranke wurden von Munitionswagen abgeholt und im Wald erschossen.

Natürlich gab es auch Vorzeigelager, in denen Juden ihre eigenen Wohnungen hatten und ihre Berufe ausüben durften. Diese wenigen Lager durften von dem Roten Kreuz und der ausländischen Presse begutachtet werden.

Im Jahre 1941 wurden dann die ersten größeren Vergasungen durchgeführt. Diese galten gegenüber den Erschießungen und den Verbrennungen als effektiver.

Wenn Juden nun in ein Lager kamen, wurden sie sofort ihrer Kleidung entledigt und in die Duschen gebracht. Dieses grausame Sterben dauerte zwischen 3 und 15 Minuten.

Ab 20.1.1942 begann die Ausrottung der Juden in allen von Deutschland besetzten Gebieten. Juden, die noch in Ghettos lebten wurden ebenfalls in KZs gebracht und vergast.

Dieses Verfahren wurde durch das Einsetzen von Blausäuregaszyklon B (aus dt. Erfindung und Produktion) perfektioniert.

PIUS XII UND DIE AUSROTTUNG DER JUDEN

Papst Pius XII. Wurde der Vorwurf gemacht, er habe zur Ausrottung der Juden durch das NS - Regime geschwiegen zu haben, und diese einfach geschehen haben lasse. Doch dies entspricht nicht der Wahrheit. Nach der Ankunft der deutschen Soldaten in Rom im September 1943 begannen die ersten Razzien. 1 000 Juden wurden festgenommen, damals lebten 8 000 Juden in Rom. Papst Pius XII. protestierte daraufhin beim deutschen Botschafter. Weiters sandte er am 16.10.1943 einen Appell an den Stadtkommandanten General Stahel, die Razzein einzustellen. Am darauffolgenden Tag war Himmlers Befehl da, die Razzien einzustellen, da man Angst hatte, dass sich der Papst an die Weltöffentlichkeit wenden würde. Auf diese Weise konnten in der Stadt Rom 7 000 Juden gerettet werden. Hätte er sich an die Weltöffentlichkeit gewandt, hätte das die 1 000 nicht gerettet, wohl aber die 7 000 der Gestapo ausgeliefert.

Hilfe im Verborgenen

PIUS XII. hatte die Klöster ermächtigt, die Klausurbestimmungen zu lockern, damit möglichst viele Juden versteckt werden konnten. Außerdem hat PIUS XII. alleine im winzigen Kirchenstaat während des Zweiten Weltkrieges 7486 "Nichtariern" Zuflucht gewährt und somit dem Zugriff der NS - Behörden entzogen, man musste jeden Moment damit rechnen, dass die Besetzung des päpstlichen Territoriums durch deutsche Truppen erfolgen könnte.

PIUS XII. stellte auch tausende Dollars für die Ausreise ur Verfügung und ließ Pässe für die Ausreise aus Rumänien, Ungarn oder Deutschland anfertigen.

Papst Pius XII. hat sich in seinen vielen Appellen eindeutig gegen das Nazitum und für Gerechtigkeit ausgesprochen, weltweit haben über 2 Millionen Juden Hitlers Gemetzel überlebt, und das dank der Hilfe der Kirche - Bischöfen, Priestern und Laien

Ein Protest der holländischen Bischöfe gegen die unmenschliche Verfolgung der Juden hatte zur Folge, dass Hitler noch in derselben Nacht 40 000 Juden umbringen ließ, geschockt von diesem Ereignis verbrannte Papst Pius XII. zwei Bogen am offenen Feuer und sagte: "Ich möchte diese Bogen verbrennen, es ist ein Protest gegen die grauenhafte Judenverfolgung. Aber wenn der Protest der holländischen Bischöfe 40 000 Menschen das Leben kostet, so würde mein Protest vielleicht 200 000 kosten. Das darf und kann ich nicht verantworte. So ist es besser, in der Öffentlichkeit zu schweigen und für diese armen Menschen wie bisher alles in der Stille zu tun, was menschenmöglich ist."

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