Volleyball

Taktik auf dem Normalfeld

Mit welchem Spielsystem kann man die Feldverteidigung organisieren?

Die Feldverteidigung, also die Abschirmung des Feldes durch die verteidigende Mannschaft, ist besonders bei Aufgaben von oben, frontalen Angriffsschl√§gen und Angriffsfinten anzuwenden. Dabei muss ber√ľcksichtigt werden ob, wo und mit wievielen Spielern ein Block gebildet wird. Es gibt die M√∂glichkeit eines Einer- oder Zweierblockes. Doch beide Varianten m√ľssen sowohl das vom Gegner angegriffene Feld, als auch den Raum hinterm Block sichern.

Eine einfache, aber wirkungsvolle Variante ist die Feldverteidigung mit vorgezogener Position VI:

Beim Einerblock der Position II muss sich der Spieler auf der Position VI direkt hinterm Block, in Höhe der Drei-Meter-Linie befinden. Die freien Netzspieler sichern dabei den Raum des Vorderfeldes. Die Hinterspieler auf den Positionen I und V passen dabei ihre Position im Hinterfeld der (vermutlichen) Stärke des Angriffs an. Der Spieler auf der Position VI muss während des Angriffaufbaus stets auf der Höhe des Balls sein, um die richtige Position hinterm Block einzunehmen und so die Chance zu haben, die durchkommenden oder abgeprallten Bälle abzuwehren. Variiert der Angriffspunkt, so muss sich die Position des Spielers auf der Position VI anpassen.

Zweierblock und Einerblock beim Angriff aus der Mitte und von der Seite

Beim Zweierblock schlie√üt der Spieler auf der Position III zum blockenden Netzspieler auf, indem er dem gestellten Ball des gegnerische Spieler folgt. Durch diesen Block wird ein gr√∂√üerer Teil vor direkten Schmetterb√§llen gesch√ľtzt als beim Einerblock. Die Position VI r√ľckt wiederum auf die Drei-Meter-Linie im Blockschatten. Der hintere Teil des Blockschattens wird, wie der Rest vom Hinterfeld, von den beiden Hinterspielern abgesichert. Der verbleibende Netzspieler sichert den Vorderraum. Beim Angriff von der gegnerischen Position III aus folgt der Netzspieler seinem gegen√ľberstehendem Netzspieler in die Mitte und bildet dort mit dem Spieler auf der Position III den Zweierblock.

Wie kann der Angriff gesichert werden, wenn die gegnerische Mannschaft einen Block bildet?

Da die gegnerische Mannschaft zur Feldverteidigung einen Block aufbaut, besteht die Gefahr, dass Schmetterb√§lle zur√ľckprallen. Um diese zur√ľckprallenden B√§lle abzuwehren, gibt es zwei M√∂glichkeiten der Angriffssicherung: die "2-3-Sicherung" und die verst√§rkte Nahsicherung.

Bei der "2-3-Sicherung" von Angriffen von den Positionen II und IV bildet der Spieler auf der Position VI als vorgezogener Spieler und der Spieler auf der Position III eine kreisförmige Nahsicherung um den Angreifer. Auf einem weiteren Kreis hinter dem Angreifer bilden die beiden Hinterspieler und der freie Netzspieler die Fernsicherung.

2-3-Sicherung mit vorgezogener Position VI

Beim Angriff von der Position III hingegen wird die Fernsicherung nur von den beiden Hinterspielern gesichert. Die anderen drei Spieler positionieren sich kreisförmig zur Nahsicherung um den Angreifer.

Ist der Block jedoch stets erfolgreich und ist der Angriffsschlag sehr hart, kommt es zu einer verstärkten Nahsicherung. Dabei orientieren sich der freie Netzspieler und der nähere Hinterspieler am Angreifer und gewährleisten so eine bessere Nahsicherung. Der verbleibende Hinterspieler stellt sich in die Spielfeldmitte und gewährleistet so eine Fernsicherung.

verstärkte Nahsicherung

Beim Angriff von Position III k√∂nnen entweder beide Hinterspieler etwas zum Netz r√ľcken, oder einer r√ľckt zur Nahsicherung vor, w√§hrend der andere in der Spielfeldmitte die Fernsicherung √ľbernimmt.

Wie kann man durch den taktischen Einsatz von "Stellspielern" den Angriff verstärken?

Trotz des Rotationssystems können bestimmte Stärken der einzelnen Spieler durch taktische Maßnahmen ausgenutzt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Positionen der Angreifer und der Stellspieler. Ein guter Stellspieler zeichnet sich dadurch aus, dass er besonders gut das obere Zuspiel beherrscht und den Angreifern zielgenaue Pässe zuspielt. Der Angreifer muss im Gegenzug in der Lage sein, auch nicht optimal gespielte Vorlagen zum Angriff auszunutzen. Um die Fähigkeiten der Stellspieler und Angreifer in einem Spiel voll auszunuten, eignet sich das sogenannte "2:4-System".

Das "2:4-System"

2:4 bedeutet, dass eine Mannschaft in zwei Stellspieler und vier Angreifer aufgeteilt wird. Diese werden so aufgestellt, dass bei jeder Rotation immer wenigstens ein Stellspieler am Netz, d.h. auf den Postitionen II, III oder IV, steht. Wechselt also z.B. der eine Stellspieler von der Position V auf die Netzposition, so r√ľckt im selben Zug der andere Stellspieler von der Position II auf die Position 1.

Die Pfeile veranschaulichen den Postitionswechsel der Stellspieler.

Das "2:4-System" hat jedoch auch seine Nachteile:

Ein Zuspieler kann den Angreifern nur optimal zuspielen, wenn er auf der Position III steht. Auf anderen Positionen ist es wesentlich schwieriger, weil er erstens sehr weite P√§sse spielen muss (z.B. von Position II aus auf Position IV), und zweitens, weil es f√ľr einen rechtsh√§ndigen Angreifer, der auf Position III steht, schwer ist, einen Pa√ü anzunehmen von einem Zusteller, der auf Position IV steht.

Um diesen Nachteilen entgegenzuwirken, gibt es folgende Taktik:

Der Stellspieler wird zum "Seitenl√§ufer", d.h. er l√§uft jeweils nach dem Beginn eines Ballwechsels (dann, wenn der Ball die Schlaghand des Aufschlagenden verlassen hat) von den Postitionen II oder IV auf die Postition III. Dieser Postitionswechsel widerspricht den Spielregeln nicht. Diese Taktik ist besonders einfach, wenn die eigene Mannschaft den Aufschlag hat, da in diesem Falle noch mehr Zeit f√ľr die Vorbereitung des Wechsels zu Verf√ľgung steht. Hat die gegnerische Mannschaft den Aufschlag, so tritt eine Taktik in Kraft, die man "F√ľnferriegel" nennt.

Der F√ľnferriegel

Beim F√ľnferriegel steht nur ein Stellspieler vorne am Netz, alle anderen Spieler konzentrieren sich auf die Annahme des gegnerischen Aufschlags. Durch die Tatsache, dass er sich nicht auf die Annahme des Aufschlags konzentrieren muss, wird er entlastet und kann sich besser darauf vorbereiten, einem Angreifer den Ball zuzustellen.

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