Der Richter und sein Henker

Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker - Spannungselemente


Der Aufbau:

Der Roman "Der Richter und sein Henker" besteht aus spannenden Abschnitten, in welchen das Geschehen und die Handlung beschrieben werden und aus etwas ruhigeren Abschnitten (z.B.Gespräche) aus welchen der Leser wichtige Informationen entnehmen kann.
Der Roman besitzt auch einen doppelten Schluß. Einen "offiziellen" und einen "wahren".

Der erste Verdacht

Schon im zweiten Kapitel erklärt Bärlach, dass er eine bestimmte Person als Schmieds Mörder verdächtigt. Das ist eigentlich recht früh, wenn man an die geringe Zahl der Beweise denkt. Seine Vermutung behält er aber für sich und teilt sie weder Dr. Lutz (S.14, "Das kann ich ihnen noch nicht sagen.") noch Tschanz mit (S.21, "Sehen Sie",antwortete Bärlach langsam,...").
So werden die Überlegungen der Leser, wer der Mörder ist, weder bestritten noch bestätigt. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluß erhalten. Da erst erzählt der Kommissär Tschanz, dass er ihn, und nicht Gastmann, die ganze Zeit über für den Mörder gehalten hat.

Die Begegnung mit dem Hund

In der Nacht, in der Bärlach und Tscchnaz zum ersten mal Gastmanns Haus besuchen, beschließen die beiden sich zu trennen und um das dunkle Gebäude herum zu gehen. Erst im letzten Augenblick kann der Kommissär einen Kampfhund vor sich erkennen. Es ist jedoch zu spät, der Hund stürzt sich auf ihn (S.32/33)....
Die Spannung wird hier durch genaue Beschreibungen und Vergleiche gesteigert(z.B.S33, "Die runden Augen blickten wie zwei helle, aber leere Flächen."). Als der Schuß fällt, erreicht sie ihren Höhepunkt(S.33, "Doch schon...").

Eine unheimliche Begegnung am Tatort

Nachdem Tschanz mit Clenin und Charnel gesprochen und Bärlach am verabredeten Ort nicht gefunden hat, macht er sich auf den Weg. Da er den selben Weg, wie Schmieed damals, nimmt, kommt er bald zum Tatort. Dort passiert aber etwas Unheimliches (S.43, "Da löste sich..."). Man kann denken, dass mit Tschanz das selbe passiert wie mit Schmied. Als sich die dunkle Gestalt dem Wagen nähert und der Fahrer nach seiner Waffe greift, steigt die Spannung an, sinkt aber wieder schnell als es klar wird, dass es der Kommissär ist.

Die Beerdigung

Während die Trauernden im Regen rund ums Grab versammelt stehen, tauchen plötzlich zwei sonderbare Gestalten auf (S.61, "Zwei Männer..."). Sie werfen den Kranz aufs Grab. Auf dem Band steht: Unserem lieben Doktor Prantl. Tschanz und der Kommissär kommen schnell drauf, dass der Kranz von Gastmann ist und eine Warnung sein soll.
Es bleiben aber Fragen offen:
    was sollte das Auftauchen der beiden Männer mit dem Kranz bedeuten? vor was will Gastmann die Männer warnen? Was hat Gastmann mit Schmieds Tod zu tun? Ist er vielleicht der Mörder?
Durch diese Fragen bleibt die Spannung erhalten.

Gastmann

Als Bärlach nach der Beerdigung nach Hause kommt, wird er dort schon erwartet(S.64, Bärlach zog...). Es ist Gastmann. Eine geheimnisvolle Person, von der der Leser noch recht wenig weiß. Bis jetzt ist er noch nie persönlich aufgetreten, wurde aber durch andere vertreten oder von anderen beschrieben. Der Kommissär scheint ihn aber zu kennen (S.64, "Also du."). Als sich die Männer unterhalten, steigt die Spannung immer mehr, da man sehr viel über die Vergangenheit der beiden erfährt. Auf die Spannung wirken sich auch die kleinen Zwischenfälle (z.B.:S.70, Gastmann wirft das Messer) aus.
Als Gastmann aber das Haus mit der Mappe verlässt und der Kommissär ihn nicht daran hindern kann, sinkt die Spannung.
Jetzt weiß man, dass Gastmann ein Verbrecher ist, es ist aber unklar, ob er für den Mord verantwortlich ist.

Der nächtliche Besuch

In dieser Nacht wacht Bärlach in seiner Bibliothek auf. Er ist beim Lesen eingeschlafen. Durch einen Luftzug und eine zugeknallte Tür merkt er, dass außer ihm noch jemand im Haus ist. Mit einem Revolver bewaffnet versteckt er sich im Schlafzimmer.
Durch die genaue Beschreibung der Umgebung, der Gefühle(der Kommissär hat Angst um sein Leben), der Dunkelheit und der Geräusche(z.B.S.94, "Er hörte das ticken der Uhr")steigt die Spannung immer mehr.Dazu kommen noch Zwischenfälle, welche Bärlachs Situation erschweren,z.B.:als Bärlach schießen will, macht der Einbrecher seine Taschenlampe aus. Die braunen Handschuhe tragen auch zur Spannung bei. Sie sind der einzige Hinweis auf den Täter.Um sich zu retten schießt der Kommissär durchs Fenster und wirft sich auf den Boden, so fliegt das Messer über seinem Kopf und bleibt in der Wand stecken. Der Kommissär lebt und der Täter ist geflüchtet.
Hier erreicht die Spannung ihren höchsten Punkt, sinkt danach aber nicht ganz runter. Man weiß nämlich nicht, wer Bärlach töten wollte und aus welchen Gründen.

Das Taxi

Als der Kommissär ein Taxi zum Bahnhof bestellt, merkt er viel zu spät, dass er in eine Falle geraten ist(S.98 - 100). Er ist Gastmann und seinen Dienern ausgeliefert und keiner weiß, was diese mit Bärlach vorhaben. Die hohe Geschwindigkeit des Wagens und die Morddrohungen tragen auch zur Spannung bei.
Die beiden Männer bringen den Kommissär zum Bahnhof. Gastmann droht, ihn das nächste mal umzubringen.
Die Spannung erreicht ihren nächsten höchsten Punkt als der Kommissär Gastmann sagt, dass er ihn schon zum Tode verurteilt hat und das sein Henker ihn noch heute umbringen wird(S.100).

Der Henker

Ein weiterer spannender Moment ist die Begegnung zwischen Tschanz, dem Henker, und Gastmann mit seinen Dienern. Bis jetzt wußte man nicht, wen der kommissär zum Henker gemacht hat. Als einer der Männer auf Tschanz schießt, denkt man, dass die drei jetzt ohne irgendwelche Folgen fliehen können. Mit letzter Kraft schafft es Tschanz aber noch die drei zu erschießen und Hilfe zu holen.

Der zweite Schluß

Eigentlich wurde der Mord schon aufgeklärt.
Als Bärlach mit Tschanz am Tisch sitzt, erfährt er, dass dass der Kommissär nur mit ihm gespielt hat und die ganze Zeit wußte, dass er der wahre Mörder ist. Die Spannung steigt als Tschanz nach seinem Revolver greifen will. Er gibt es aber auf, da zu viele Menschen im Haus sind.
Als ihn Bärlach weg schickt ohne ihn zu verhaften, sinkt die Spannung nicht ganz auf den Nullpunkt. Tschanz begeht Selbstmord und man erfährt auch nicht, wie der Kommissär seine Operation überstehen wird und wie lange er dann noch leben wird.

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