Nach Mitternacht

Buchvorstellung
Irmgard Keun : Nach Mitternacht



Zur Autorin


Irmgard Keun wurde am 6. Februar 1910 in Berlin geboren. Sie besuchte in K├Âln die Schauspielschule und begann nach kurzer B├╝hnenlaufbahn, B├╝cher zu schreiben. Sie emigrierte 1935 nach Belgien, Holland, USA und hielt sich von 1940 bis 1945 illegal in Deutschland auf. Mit ihrem Buch "Das kunstseidene M├Ądchen" erzielte sie gro├čen popul├Ąren Erfolg.


Zum Buch


Das Buch ist aus der Sicht der 19 Jahre alten Susanne Moder geschrieben und spielt in der Nazizeit. Sanna, wie sie von Freunden genannt wird, wurde in Lappesheim geboren. Nachdem die Mutter ihres 17 Jahre ├Ąlteren Stiefbruders gestorben ist, heiratete ihr Vater erneut und zeugte S.. Auch die neue Gemahlin stirbt fr├╝h und der Vater heiratet zum dritten Mal. Da Sanna die neue Frau ihres Vaters nicht so richtig mag und sich auch in dem kleinen Moseldorf nicht so richtig wohl f├╝hlt, geht sie mit sechzehn Jahren nach K├Âln zu ihrer Tante Adelheid und deren Sohn nach K├Âln. Die Tante Adelheid ist ihr jedoch nicht gerade wohlgesonnen und macht ihr Probleme, da Tante Adelheid durch alte Schulden dazu gezwungen ist, Sanna zu beherbergen und sie zu versorgen. Sanna bleibt jedoch 2 Jahre bei der Tante, da sie sich in TAs Sohn, Franz, verliebt hat. Die beiden haben gro├če Pl├Ąne: Sie wollen heiraten und einen Zigarettenladen aufmachen. Doch da gibt es pl├Âtzlich Probleme ... .
Sanna geht zuerst sehr naiv an die Welt heran. Sie beschwert sich, dass G├Âring in seinen Reden im Radio immer alle ausschimpft und redet in der ├ľffentlichkeit, was ihr gerade so in den Sinn kommt. Dies nutzt Adelheid aus, um sie bei der Gestapo anzuschw├Ąrzen ... .
Langsam erkennt Susanne und f├Ąngt an, sich anzupassen. Sie nimmt vor ihrer Tante Rei├čaus und zieht nach Frankfurt. Dort geschehen weitere f├╝r Sanna merkw├╝rdige Dinge und sie lernt viel Neues kennen.


Abschlie├čende Bewertung


In meinen Augen ist der Inhalt des Buches recht interessant und mit dem normalen Grundwissen ├╝ber die Nazizeit auch gut zu verstehen. Auch birgt dieses Buch, wenn man ├╝ber die eigentliche Aussage der jeweiligen Passage hinwegsieht und nur die Darstellungsweise betrachtet, einen gewissen Touch von Satire.
Zu bem├Ąngeln ist der teilweise recht schwierige, da ungew├Âhnliche Sprachstil. Keun stellt in fast allen S├Ątzen adverbiale Bestimmungen und sonstige "unwichtige" nach, was h├Ąufig dazu f├╝hrt, dass man S├Ątze auf den ersten Seiten neu ansetzen muss, ehe man sie begreift.
Als Klassenlekt├╝re w├╝rde ich dieses Buch nicht vorschlagen, da es wahrscheinlich nur einen geringen Teil der Klasse anspricht und es mitunter auch recht schwer sein kann, sich in die Lage der Sanna zu versetzen.

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