Effi Briest

Charakteristik Effi Briest

Effi Briest ist die einzige Tochter der Briests, einer langjĂ€hrigen Adelsfamilie. Zu Beginn des Romans ist sie 17 Jahre alt. Die junge, charmante Dame hat langes, weiches, brĂŒnettes Haar und lachende braune Augen, die "eine große, natĂŒrliche Klugheit und viel Lebenslust und HerzensgĂŒte verrieten." Sie hat beim NĂ€hen mit ihrer Mutter ein blau - weiß gestreiftes, halb kittelartiges Leinwandkleid an, welches sie selbst als "Jungenkittel" bezeichnet. Die zierliche Effi musste sich in Hohen - Cremmen, dem Ort, wo sie ihre Kindheit verbracht hat, den Spitznamen "Kleine" gefallen lassen.

Der nÀchste Punkt der Charakteristik Effi Briests ist die soziale Situation.
Wie schon erwĂ€hnt ist sie adlig ĂŒbt daher keinen Beruf aus. Sie hat eine starke Bindung zu ihren Eltern. WĂ€hrend des ganzen Verlaufs des Romans wird sie von ihnen unterstĂŒtzt und kann ihnen von ihren Problemen erzĂ€hlen.
Ihre Zeit verbringt Effi mit den drei Freundinnen Hertha, Bertha, die Töchter des Kantors Jahnke, und mit Hulda, des Pastors Kind.

Effi wird mit Baron von Innstetten verheiratet, der 20 Jahre Àlter ist als sie. Sie bekommt ein Kind namens Annie. SpÀter hat sie ein VerhÀltnis mit Major Crampas.
Weitere soziale Beziehungen pflegt sie mit Roswitha, dem KindermĂ€dchen, Johanna, Frau Kruse, ander Bediensteten im Hause Innstetten, und als Freund in Kessin Apotheker GieshĂŒbler. Wichtig ist auch die Freundschaft zu dem Hund Rollo. Zu anderen Adelsfamilien hat Effi kaum Kontakt (nur Pflichtbesuche).

Der Charakter von Effi Briest ist zwiespĂ€ltig. Dies Ă€ußert sich dann in dem unterschiedlichen, launisch wechselndem Verhalten. Die zwei Seiten ihrer Persönlichkeit resultieren aus den gesellschaftlichen Bedingungen, ob sie zu vertrauten Personen, zu Bediensteten oder zu Adligen spricht. Auch ihre Sprache und Sprechweise passt sich dem an.

Es steckt noch das Kindliche in ihr, z.B. beim spielen mit den Freundinnen. Aber sie ist sich ihrer Stellung in der 1. Schicht der Adligen durchaus bewusst. Dies zeigt sich in dem Anspruch auf das Eleganteste oder auch in dem Streben nach einer hohen Stellung, die fĂŒr sie als Frau von der Stellung ihres Mannes abhĂ€ngt. So meint Effi, der Richtige mĂŒsste "von Adel sein und eine Stellung haben und gut aussehen."






Im Gegensatz dazu steht das Naturkind Effi, das Gesellschaft liebt und Langeweile hasst. Die unterschiedlichen Einstellungen Ă€ußert sie selbst: " Ich bin ... fĂŒr ZĂ€rtlichkeit und Liebe. Und wenn es ZĂ€rtlichkeit und Liebe nicht sein können ..., nun, dann bin ich fĂŒr Reichtum und ein vornehems haus.", und weiter: " Liebe kommt zuerst, aber gleich hinterher kommen Glanz und Ehre,..."
Effi ist ein gutmĂŒtiger Mensch, der gerne fröhlich ist. Sie ist selbstbewusst und stellt sogar Forderungen an Innstetten und macht ihm klare VorwĂŒrfe, z.B. nach dem Besuch bei den Eltern: " Ja, Geert, wenn du nur ein bisschen Sehnsucht gehabt hĂ€ttest, so hĂ€ttest du mich nicht mutterwindallein in Hohen - Cremmen sitzen lassen wie eine Witwe..." Meist gibt sie aber sofort wieder nach.

Da Effi noch so jung ist, besitzt sie kaum festgefĂŒgte Gewohnheiten. Sie ist aufgeschlossen und fĂŒr alles Neue offen. Ausdruck von Effis AnfangsglĂŒck ist die Heil - und Zimmergymnastik, die sie zwischen den NĂ€harbeiten macht. Als Frau fĂ€llt Effi die Handarbeit zu.. Sie liest gelegentlich, aber mehr aus Langeweile.

Effi ist ein geselliger Mensch, sie liebt es, mit anderen lustig zu Plaudern. Im Ort Kessin hat sie allerdings kaum Gelegenheit dazu. Erst die Ausritte in den DĂŒnen schaffen glĂŒckliche Momente. Effi versucht viel spazieren zu gehen, wie es ihr der Arzt riet.
Effis Ă€ußeres und psychisches Verhalten ist gesellschaftlich bedingt und von der Umgebung abhĂ€ngig.

In Hohen.Cremmen, bei ihren Eltern und Freunden, fĂŒhlt sie sich wohl. Dort ist ihr zu Hause. Sie ist ĂŒbermĂŒtig, wild und leidenschaftlich, spielt Verstecken. Sie ist unkonventionell und ohne ZwĂ€nge. In Kessin allerdings vereinsamt sie. Sie leidet unter den Pflichtbesuchen bei Adelsfamilien, unter der Einsamkeit im Hause. Sie hat keine richtige Gesellschaft, keine Freunde, mit denen sie plaudern oder spazierengehen kann. Sie Ă€gstigt sich vor dem Spuk, den ihr Innstetten unterbreitet. Effi ist kaum einen Moment glĂŒcklich in Kessin. Auch ihre Annie scheint sie nicht so recht auszufĂŒllen. Dadurch verliert sie ihr kindliches, leichtes Verhalten, ihren Frohsinn. Sie flieht nach Berlin, aber auch dort kann sie kein GlĂŒck finden.

Der Roman zeigt die Entwicklung Effi Briests von der jugendlichen BlĂŒte hin zu Vereinsamung und Tod.

706 Worte in "deutsch"  als "hilfreich"  bewertet