Neozoen und Neophyten

Neozoen und Neophyten (Nicht heimische Arten)

Die Tierwelt (ebenso die Pflanzenwelt) l√§sst sich angesichts der Aktivit√§t des Menschen einteilen in Verlierer und Gewinner. Zu den letzteren z√§hlen die Opportunisten, die als Kulturfolger von unseren Monokulturen in Feld und Wald profitieren, die sich auch in angeschmuddeltem Wasser wohl f√ľhlen oder vorwiegend in St√§dten leben.
Es findet schon lange unmittelbar vor unseren Augen mit dem Umbau der Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften ein gigantisches √∂kologisches Freilandexperiment statt. = absolutem und regionalem Artenverlust. Beg√ľnstigung derjenigen Arten, die sich rasch neuen Bedingungen anpassen k√∂nnen (Opportunisten). Die Ver√§nderung der genetischen Zusammensetzung von Faunen schreitet in Folge der Dominanz des Menschen im √Ėkosystem infraspezifisch und auf der Art - Ebene unaufhaltsam fort. Sie beweist, dass Evolution, direkt vor unseren Augen stattfindet. Analog zu einer unheilbaren Krankheit kann sie nicht beseitigt oder geheilt werden. Es geht darum zu definieren, wie wir mit ihr umgehen sollten.

Als heimisch nach ¬ß 20 a (4) BNatSchG gilt eine wildlebende Tierart auch, wenn sich verwilderte oder durch menschlichen Einflu√ü eingeb√ľrgerte Tiere der betreffenden Art im Geltungsbereich des Gesetzes in freier Natur und ohne menschliche Hilfe √ľber mehrere Generationen als Population erhalten. Damit gelten auch Bisamratte Ondatra zibethicus oder Sonnenbarsch Lepomis gibbosus als heimisch.
Wissenschaftliche Definition: Tierarten gelten in einem Gebiet als urspr√ľnglich heimisch, wenn sie in diesem Gebiet vor 1492 (Entdeckung Amerikas’s durch Kolumbus) immer, regelm√§√üig (z.B. Zugv√∂gel) oder gelegentlich (z.B. Irrg√§ste) lebten. Es ist also nicht erforderlich, dass eine Reproduktion in dem Gebiet stattfand. (Ein Tier lebt wild, wenn es sich l√§nger ohne menschliche Kontrolle seiner Biologie entsprechend frei in seiner Umgebung bewegt und nicht im Besitz eines Menschen ist.) "Etablierte Neozoen sind Neozoen, die einen l√§ngeren Zeitraum (mind. 25 Jahre) und/oder √ľber mindestens drei Generationen in dem entsprechenden Gebiet existieren."

Der Begriff Neozoen entstand im Sinne einer "political correctness" in Anlehnung an das √§ltere "Neophyten" der Botanik f√ľr eingeschleppte Pflanzen und bezieht sich auf Tiere aller Art. Er soll die urspr√ľnglich gebrauchten Begriffe invader, intruder, Invasoren, Eindringlinge, Einwanderer, Fremdlinge, Exoten, Eingeschleppte, allochthone, nicht heimische (Arten) von ihrer aggressiven Sch√§rfe ersetzen. Denn die √úbertragung auf den Umgang mit einwandernden Menschen liegt zu nahe. Deutscher Wald f√ľr deutsche Tiere? So nicht. Hier muss den Anf√§ngen gewehrt werden, wieder einmal pseudobiologische Argumente gegen Menschen zu verwenden.

Das Jahr 1492 (Entdeckung Amerikas durch Kolumbus) wird als Symbol f√ľr den Beginn des Kolonialzeitalters verwendet. Seit dieser Zeit ist es durch die zunehmende Vernetzung der verschiedenen Kontinente auch zu einem verst√§rkten Austausch von Tier - und Pflanzenarten gekommen. Vor 1492 eingef√ľhrte oder eingeschleppte Tiere werden als Arch√§ozoen bezeichnet. Beispiele f√ľr Arch√§ozoen bei uns sind die Hausmaus Mus musculus und das Heimchen Achaeta domestica.
Direkte oder indirekte Mitwirkung des Menschen f√ľr das Auftreten einer Tierart in einem Gebiet kann u.a. sein: bewu√üte Einb√ľrgerung (z.B. Mufflon Ovis ammon musimom), unbeabsichtigte Einschleppung mit Waren (z.B. Kartoffelk√§fer Leptinotarsa decemlineta), Entweichen aus Haltungen (z.B. Nutria Myocastor coypus), Vernichtung von Ausbreitungsbarrieren z.B. durch Kanalbau (z.B. Dreikantmuschel Dreissena polymorpha). Im Gegensatz dazu steht die nat√ľrliche Einwanderung (Vor drei Jahrmillionen kam z.B. durch die sich schlie√üende mittelamerikanische Landbr√ľcke ein gewaltiger inneramerikanischer Artenaustausch zustande (scheinbar ohne gr√∂√üere Probleme hervorgerufen zu haben); (S√ľdamerika geh√∂rt seither zu den artenreichsten Kontinenten).). Von ihr kann gesprochen werden, wenn das Tier ohne erkennbaren Zusammenhang zu menschlichen Aktivit√§ten in dem betreffenden Gebiet erscheint (z.B. Karmingimpel Carpodacus erythrinus).
W√§hrend √ľber die Zahl und √Ėkologie von Neophyten umfangreiche Forschungen vorliegen, wird die Anzahl der Neozoen insgesamt in Deutschland auf ca. 2,1% (1400 Arten) der Tierarten gesch√§tzt, von denen etwa 210Arten in heimischen √Ėkosystemen etabliert vorkommen. Zu deren √Ėkologie besteht Forschungsbedarf. Bislang wurden f√ľr Deutschland 41 Neomycetenarten (nicht heimische Pilze) nachgewiesen. Zur Zeit liegen in Deutschland leider noch relativ schlechte Untersuchungsfakten √ľber die meisten Neozoen, im Hinblick, auf: Fortpflanzung, Feinde, Parasiten, Krankheiten, Bedeutung in der Nahrungskette, Auswirkung auf die Vegetation, usw. vor.

Aquatische Neozoen

Das Eindringen und die Wirksamkeit der Neozoen in den Binnengewässern Europas wurde durch die Besiedlungsverdichtung des Menschen und seinen erhöhten Nutzungsdruck auf die Flußlandschaften ermöglicht oder beschleunigt. Es besteht eine direkte Beziehung zwischen dem Anwachsen der Bevölkerungsdichte und der Zunahme der Neozoen, vergleichbar jener zwischen Bevölkerungsdichte und Artenverlust.
- Eine ganz besondere Rolle spielt der Wasserbau auch hinsichtlich der Wege bzw. Einfallspforten vieler Neozoen nach Mitteleuropa.
Auch die Schiffe, f√ľr die der Wasserbau die Verkehrswege geschaffen hat, tragen zur Verschleppung bei:
- √ľber Ballast - und Bilgenwasser, z.B. die Muscheln der Gattung Corbicula.
- durch Aufwuchs auf dem Schiffsrumpf, z.B. der Keulenpolyp Cordylophora caspica; mit ihrer Fracht gelangte die Dreikantmuschel Dreissena polymorpha teilweise mit Holzfrachten oder an Bootsr√ľmpfen aus dem Baltikum √ľber die Ostsee in den Bodensee. Die in den Bundeswasserstra√üen nachgewiesenen Neozoen stammen haupts√§chlich von der Ostk√ľste Nordamerikas, Neuseeland, S√ľd - /Ostasien, S√ľdosteuropa, Schwarzem und Kaspischem Meer sowie vom Mittelmeerraum. Die Anzahl von Neophyten und Neozoen in marinen √Ėkosystemen, die mit dem Ballastwasser, dem Tanksediment und an der Au√üenhaut der Schiffe eingeschleppt werden, wird auf einen Organismeneintrag von 7,4 Mio. Individuen pro Tag oder etwa 86 Individuen pro Sekunde gesch√§tzt.
Folgen: Neozoen zeigen diese Homogenisierung einerseits an, tragen andererseits selbst dazu mit bei: Alle gro√üen Fl√ľsse in Europa haben in ihren schiffbaren Abschnitten mittlerweile fast das gleiche Arteninventar.
- Im Rhein - Einzugsgebiet kommen mittlerweile √ľber 80 Arten etablierter Neozoen vor. Im Rheinstrom selbst stellen sie bis zu 15% der Arten des Makrozoons. Im Falle der Muscheln Dreissena und Corbicula sowie des Schlickkrebses Corophium curvispinum stellen sie erhebliche Anteile an der verf√ľgbaren Biomasse da.
- Sie bilden untereinander Biosysteme, z.B. durch Platzkonkurrenz (Dreissena und Corophium) oder Parasitismus (Zander Lucioperca lucioperca und der Leberegel Bucephalus polymorphus).
- Corophium verdr√§ngt neben Dreissena auch die Wasserassel Asellus aquaticus und mehrere Arten der Zuckm√ľcken (Chironomidae). Infolgedessen nimmt der Bestand von deren Pr√§datoren, z.B. Egeln (Hirudinea) ab. - Neozoen tragen bei zu Erosion und Sedimentation im Flu√ü. Sie sind in Stoff - und Energiefl√ľsse im Gew√§sser eingebunden.
Neozoen sind integriert in Organismenkomplexe, Gilden und Nahrungsnetz. Sie formen als Aufwuchsbildner sekund√§re Habitatstrukturen f√ľr Meso - und Mikrofauna.
- Sie fördern als Nährtiere Fisch - und Vogelbestände.

Artvermischung

Viele "Arten", die sich schon lange getrennt entwickeln und auch äußerlich oft deutlich voneinander unterscheidbar sind, hybridisieren nur deshalb in der Natur nicht miteinander, weil sie geographisch getrennt sind.
F√ľr fertile Bastarde aus dem zoologischen Bereich hier nur stellvertretend einige Beispiele:
    ein weibliches Maultier, das sich mehrfach erfolgreich mit Esel - und auch Pferdehengsten fortpflanzte. Italiensperlinge (Hybride zwischen Haussperling Passer domesticus und Weidensperling Passer hispaniolensis). Der Italiensperling hat im Verbreitungsgebiet die Elternarten vollständig durch Hybridschwärme ersetzt, während es auch Regionen ohne Hybridbildung zwischen den Elternarten gibt.
Auch eine genetische Verdr√§ngung durch Hybridisierung ist m√∂glich, so hat die in Australien eingef√ľhrte Stockente Anas platyrhynchos die dort urspr√ľnglich beheimatete Augenbrauenente Anas superciliosa durch Hybridisierung gebietsweise v√∂llig verdr√§ngt.
Es stellt sich die Frage, wieviel Ver√§nderung im Evolutionsgeschehen "normal" ist und ab welchem Punkt ein Handlungsbedarf besteht, sowie rein pragmatisch die Frage nach der Durchf√ľhrbarkeit von Ma√ünahmen.
In der Falknerei besteht zur Zeit ein enormes Interesse an Hybridfalken (meist durch k√ľnstliche Besamung) (welche f√ľr die Beizjagd besser geeignet sind jedoch, wenn sie entfliegen (bis zu 7%)) eine gro√üe Gef√§hrdung f√ľr die heimische (Raub - )Vogelwelt darstellen.
Auch die lokale Differenzierung und Feinanpassung der heimischen Populationen wird abgelöst durch durchsetzungsstarke, an die Umwelt besser angepaßte genetische Einheiten der gleichen Art, häufig mit Domestikationsmerkmalen. Subspecies oder Zuchtrassen (z.B. aus der Fischzucht: besonders Lachs, Meer - und Bachforelle, Hecht, Karpfen; aus Fisch - Importen; aus Auswilderungen) oder durch domestizierte Populationen (z.B. der Parkschwan Cygnus olor immutabilis; die Park - Stockente Anas platyrhynchos) (Parallele zu genmanipulierten Arten wie z.B. Soja).


√Ėkologische Effekte:
- Konkurrenz
- Ver√§nderung von Funktionen im √Ėkosystem (Ver√§nderung von Energie - und Stoffkreisl√§ufen (z.B. durch Eingriffe in Mineralisierungsprozesse), √Ąnderung des Ressourcenverbrauchs (z.B. Wasserverbrauch, F√∂rderung der Bodenerosion))
- Aussterben einer einheimischen Art (an einem Ort oder generell)
- genetischer Transfer (von der Entstehung von Hybridzonen bis zum Auslöschen heimischer allelischer Diversität)
- Homogenisierung der √Ėkosysteme
- toxische und allergene Wirkungen
- Erschließung neuer Lebensräume (z.B. durch Salz - und Kälteresistenz)
Wirtschaftliche Effekte:
- Behinderung von Wirtschaftsarten
- Verlust genetischer Grundlagen f√ľr die Z√ľchtung
- Entstehung neuer Arten - √úbertragung von Krankheiten
- Behinderung / Bereicherung der Erholungsnutzung
- Behinderung im Verkehrsbereich (z.B. Schiffahrt)

Handlungsbedarf
Weltweit, besonders in Neuseeland und Australien, in den USA und in vielen L√§ndern des Tropeng√ľrtels finden die Neozoen eine zunehmende Beachtung. Sch√§den √∂konomischer Art sind in vielen F√§llen nachgewiesen; √∂kologische Sch√§den sind zu vermuten, indem die meist konkurrenzstarken Opportunisten spezialisierte Arten bedrohen k√∂nnen. Dies ist auf Inseln oder bei begrenzten Arealen der einheimischen Arten vielfach nachgewiesen. Einzugsgebiete verhalten sich funktionell wie Inseln; es wird daher zu pr√ľfen sein, ob es bereits zu irreversiblen Verlusten gekommen ist. Die USA hat (Aufgrund der hohen Einwanderer) nur durch Neozoen verursachte Sch√§den in H√∂he von $250 Milliarden.
Kleinfl√§chig und lokal kommt es jedoch durch gebietsfremde Organismen zu erheblichen Ver√§nderungen in heimischen √Ėkosystemen.
Das Potential f√ľr eine "√∂kologische Katastrophe" wie z.B. der Einfall der San - Jos√© - Schildlaus in den kalifornischen Weinbau ist jedoch gegeben. Allerdings sind die √∂kologischen und wirtschaftlichen Effekte einzelner eingebrachter Arten nicht endg√ľltig vorhersagbar.

Die Bundesrepublik Deutschland ist mit dem Beitritt zur Konvention √ľber die Biologische Vielfalt u. a. die Verpflichtung eingegangen "... soweit m√∂glich und sofern angebracht, die Einbringung gebietsfremder Arten, welche √Ėkosysteme, Lebensr√§ume oder Arten gef√§hrden, zu verhindern, und diese Arten zu kontrollieren oder zu beseitigen" (Art. 8 h). Diese Verpflichtung besteht f√ľr Deutschland auch aufgrund folgender internationaler Verpflichtungen:
- der III. Seerechtskonvention (Art. 196 Abs. 1),
- des Bonner √úbereinkommens zum Erhalt der wandernden wildlebenden Tierarten (Art. III Abs. 4 lit. c),
- des Berner √úbereinkommens √ľber die Erhaltung der europ√§ischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer nat√ľrlichen Lebensr√§ume (Art. 11 Abs. 2),
- der Konvention zum Schutz der Alpen (Art. 17 Satz des Protokolls),
- der Vogelschutzrichtlinie (Art. 11)
- der Flora -, Fauna -, Habitat - Richtlinie (Art. 22).
Im nationalen Recht sieht ¬ß 20 d Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz eine Rahmenregelung f√ľr das Ausbringen gebietsfremder Tiere und Pflanzen in die Umwelt vor. Ca. 8 %(= 256 Arten) der Flora der Bundesrepublik Deutschland (2147 Arten) sind als best√§ndig vorkommende Neophyten klassifiziert. Von der Gesamtheit der eingef√ľhrten Pflanzen kann sich allerdings nur ein geringer Prozentsatz von etwa 1,9% dauerhaft in den heimischen √Ėkosystemen etablieren. Da zwischen dem Zeitpunkt der Einf√ľhrung und dem Beginn der Ausbreitung bis hin zur Massenausbreitung/Etablierung eine Zeitverz√∂gerung liegt (durchschnittlich 147 Jahre f√ľr Geh√∂lze, durchschnittlich 68 Jahre f√ľr ausdauernde Stauden, durchschnittlich 32 Jahre f√ľr ein - oder zweij√§hrige Arten) wird die Zahl der Neophyten weiter steigen, selbst wenn keine neuen Arten mehr eingef√ľhrt werden (time - lag Effekt).



Deutschland‘s erfolgreichsten Zuwanderer


Wirbeltiere
- In Bl√ľchersruh in Schlesien pflanzten sich Bennet - K√§nguruhs in Freiheit fort. 1910 gab es dort 60 bis 70 Tiere. In beiden F√§llen besiegelten Wilderer das Schicksal der Gruppen. Auch waren die K√§nguruhs bei den damaligen J√§gern nach kurzer Zeit nicht mehr so beliebt f√ľr Aussetzungs - aktionen, weil sie ihrer Meinung nach aus √§sthetischen Gr√ľnden nicht in einen deutschen Wald pa√üten.
- Schätzungsweise 100.000 Waschbären allein Hessen (1970 am Edersee erstmals erfolgreich ausgewildert)
- In den letzten Jahren br√ľteten regelm√§√üig f√ľnf Papageienarten in Deutschland au√üerhalb von Gehegen. Neben dem schon allgemein bekannten Halsbandsittich Psittacula krameri br√ľteten auch der M√∂nchsittich Mysiopsitta monachus, der Gro√üe Alexandersittich Psittacula eupatria, die Gelbscheitelamazone Amazona ochrocephala und die Rotbugamazone Amazona aestiva in unseren St√§dten. Zus√§tzlich leben Papageien vieler anderer Arten als entkommene Einzelv√∂gel in Freiheit. Den mitteleuropische Winter √ľberstehen diese Papageien dabei recht gut auch ohne menschliche Zuf√ľtterung
- So wurden Vögel beispielsweise zur Jagd (Fasan), Zierde (z.B. Höckerschwan, Nilgans) oder wissenschaftlichen Experimenten (z.B. Kanadagans in Skandinavien) ausgesetzt.
- Die T√ľrkentaube (Streptopelia decaocto). Sie hat sich seit dem 19. Jh. vom Balkan aus √ľber den gr√∂√üten Teil Europas und Vorderasiens ausgebreitet.

Insekten
Sie hei√üen z.B. Amerikanische Riesenschabe, Gelbfu√ütermite, Orchideenthrips, Kalifornischer Bl√ľtenthrips, Wei√üe Baumwollfliege, Reblaus, San Jos√© - Schildlaus, Kartoffelk√§fer, Kaffeebohnenk√§fer, Koprak√§fer, Mexikanischer Getreidek√§fer, Erdnu√üplattk√§fer, Reismehlk√§fer, Pharaonenameise, Reismotte, Feigenmotte und Orientalische Mauerwespe.Nahrungsmittelbefall (solage es nicht die Ausma√üe der Entwicklungsl√§nder annimmt ist der Schaden verkraftbar (dort besteht akute Nahrungsmittelkonkurrenz)).
- Flughafenmalaria: Anophelesm√ľcken aus tropischen Gebieten auf mitteleurop√§ische Flugh√§fen. Je nach Wind und Wetter k√∂nnen sie von dort bis zu 5 km fliegen und Menschen unter Umst√§nden durch einen Stich mit Malaria infizieren.
Die Reblaus ( Viteus vitifolii )
    1860 mit Rebsendungen aus dem Osten Nordamerikas nach Europa eingeschleppt wenige Jahre sp√§ter Ausbreitung auf den Reben in England und Frankreich nach ca 20 Jahren waren etwa 20% der Weinanbaufl√§che in Frankreich zerst√∂rt. Beg√ľnstigung der Ausbreitung durch Nutzung √∂kologischer Nische in Deutschland Fortpflanzung durch unterirdisch lebende Wurzell√§use durch Aufpfropfung europ√§ischer Reben auf blattlausresistente amerikanische Wurzelst√∂cke Massenvermehrung verhindert
Der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata )
    urspr√ľngliche Heimat Nordamerika, wo der K√§fer nur auf wilden Nachtschattengew√§chsen lebte und nach Einf√ľhrung des Kartoffelanbaues auf diese Pflanze √ľberwechselte 1874 einige Exemplare nach Europa verschleppt √úberwinterung der Tiere in der Erde in ca 60 cm Tiefe durch intensive Ma√ünahmen immer wieder ausgerottet seit 1922 invasionsartige Ausbreitung in ganz Europa (Irland)

Pflanzen

- Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) - Nordamerika
Sie wurde im 17./18. Jahrhundert nach Europa als Zierpflanze eingeschleppt.
- Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera) - Himalaja
Vom Himalaja gelangte es √ľber Botanische G√§rten in England nach Europa.
- Herkulesstaude/Riesenbärenklau (Herculeum mantegazzianum) - Kaukasus
- Japanischer Staudenknöterich (Reynoutria japonica) - Ostasien
Von Ostasien (Japan, Korea, China) wurde er 1825 als Zier - und Viehfutterpflanze nach Europa gebracht.
- Nordamerikanische Wasserpest (Elodea canadensis) und Elodea nuttallii

Wirbeltier - Neozoen in Deutschland (Auswahl)#

Castor canadensis Kanadischer Biber
# Eutamias sibiricus Streifenhörnchen
# Myocastor coypus Nutria
Ondatra zibethicus Bisam
# Mustela vison Mink
# Nyctereutes procyonoides Marderhund
# Procyon lotor Waschbär
Oryctolagus cuniculus Wildkaninchen
# Axis axis Axishirsch
Cervus dama Damhirsch
# Cervus nippon Sikahirsch
Ovis ammon musimon Mufflon
# Bubulcus ibis Kuhreiher
# Phoenicopterus chilensis Chileflamingo
# Phoenicopterus ruber Flamingo
0 Aix galericulata Mandarinente
0 Aix sponsa Brautente
0 Alopochen aegyptiacus Nilgans
# Anser cygnoides Schwanengans
# Anser indicus Streifengans
# Branta canadensis Kanadagans
# Cygnus atratus Trauerschwan
# Tadorna ferruginea Rostgans
# Meleagris gallopavo Wildtruthuhn
0 Phasanius colchicus Jagdfasan
# Syrmaticus reevesii Königsfasan
Columba livia Felsen(Haus)taube
# Streptopelia roseogrisea Lachtaube
# Amazona aestiva Rotbugamazone
# Amazona ochrocephala Gelbscheitelamazone
# Melopsittacus undulatus Wellensittich
# Myiopsitta monachus Mönchssittich
# Psittacula eupatria Großer Alexandersittich
# Psittacula krameri Halsbandsittich
# Chrysemys scripta elegans Rotwangen - Schmuckschildkröte
# Rana catesbeiana Ochsenfrosch
# Acipenser spp. Störe
0 Carassius auratus Giebel
0 Ctenopharyngodon idella Grasfisch
0 Hypophtalmichthys molitrix Silberkarpfen
0 Hypophtalmichthys nobilis Marmorkarpfen
# Pimephales promelas Fettköpfige Elritze
# Pseudorasbora parva Blaubandbärbling
# Rhodeus ocellatus Hongkong - Bitterling
# Ictalurus melas Schwarzer Zwergwels
# Ictalurus nebulosus Zwergwels
# Umbra pygmaea Amerikanische Hundsfisch
0 Oncorhynchus mykiss Regenbogenforelle
0 Salvelinus fontinalis Bachsaibling
# Salvelinus namaycush Amerikanischer Seesaibling
# Poecilia reticulata Guppy
# Lepomis cyanellus Gr√ľner Sonnenbarsch
0 Lepomis gibbosus Sonnenbarsch
# Micropterus salmoides Forellenbarsch
Krebs - Neozoen (Crustacea) in Deutschland

Cypretta dubia (Muschelkrebs)
Cypretta globulus (Muschelkrebs)
Cypretta turgida (Muschelkrebs)
Stenocypris malcolmsoni (Muschelkrebs)
Daphnia ambigua (Wasserfloh)
Daphnia parvula (Wasserfloh)
Balanus improvisus (Seepocke)
Elminius modestus Austral - Seepocke
Androniscus dentiger dentiger (Assel)
Armadillidium nasutum (Kugelassel)
Armadillo officinalis (Assel)
Buddelundiella cataractae (Assel)
Chaetophiloscia balssi (Assel)
Corioniscus stebbingi boettgeri (Assel)
Corophium curvispinum Schlickkrebs
Crangonyx pseudogracilis (Flohkrebs)
Dikerogammarus haemobaphes (Flohkrebs)
Dikerogammarus villosus (Flohkrebs)
Echinogammarus berilloni Igelflohkrebs
Echinogammarus ischnus Pontischer Flohkrebs
Echinogammarus trichiatus (Flohkrebs)
Gammarus tigrinus Gefleckter Flußflohkrebs
Haplophthalmus danicus (Assel)
Hemimysis anomala (Schwebgarnele)
Jaera istri Donauassel
Limnomysis benedeni (Schwebgarnele)
Metoponorthus pruinosus (Assel)
Miktoniscus linearis (Assel)
Obesogammarus obesus (Flohkrebs)
Orchestia cavimana S√ľ√üwasserstrandfloh
Pontogammarus robustoides (Flohkrebs)
Porcellio dilatatus (Assel)
Porcellio laevis (Assel)
Proasellus coxalis (Assel)
Proasellus meridianus Mittelmeer - Wasserassel
Reductoniscus costulatus (Assel)
Reductoniscus fritschi (Assel)
Talitroides alluaudi Gewächshausflohkrebs
Talitroides hortulanus (Flohkrebs)
Talitroides sylvaticus (Flohkrebs)
Trichorhina monocellata (Assel)
Trichorhina vannamei (Assel)
Astacus leptodactylus Sumpfkrebs
Atyaephyra desmaresti S√ľ√üwassergarnele
Callinectes sapidus Blaukrabbe
Eriocheir sinensis Wollhandkrabbe
Orconectes immunis Kalikokrebs
Orconectes limosus Kamberkrebs
Pacifastacus leniusculus Signalkrebs
Procambarus clarkii Amerikanischer Sumpfkrebs
Rhithropanopeus harrisii "Brackwasserkrabbe"

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