Österreich zur Römerzeit

ÖSTERREICH ZUR RÖMERZEIT

Zeittafel:
15 v. Chr.
Tiberius und Drusus unterwerfen Rätien. Norikum wird
römisch.
12 - 9 v. Chr.
Grenze Illyricums wird bis zur Donau vorgeschoben.
15 n. Chr.
Carnuntum wird Garnisonslager
41 - 54
Claudius. Norikum wird Provinz
98 - 117
Trajan errichtet in Vindobona ein Legionslager
117 - 138
Hadrian. Carnuntum und Vindobona werden Munizipien
Einfall der Markomannen und Quaden
    180
Mark Aurel stirbt in Vindobona
191
Statthalter Septimus Severus wird in Carnuntum zum
Kaiser ausgerufen
284 - 301
Diokletian. Verstärkung des Grenzschutzes
308
Kaisertreffen in Carnuntum
395
Markomannen überrennen die Reichsgrenze
488
Unter Odoaker Abzug der romanischen Bevölkerung aus der Donaugegend

Das Gebiet der heutigen Österreich war seit dem 3.Jhdt. von Kelten und Illyrern besiedelt. Das Königreich der Kelten (Hauptstadt Noreia) war für Rom von wirtschaftlichen und politischem Interesse. Durch die Errichtung des Stützpunktes Aquileia (182 v. Chr.) verstärkten sich die Handelsbeziehungen. Wirtschaftliches Zentrum war die Siedlung am Magdalensberg

-> Hier wurden Steuern abgeliefert, hier versammelten sich die Vertreter der Stämme Norikums und hier war der Umschlagplatz für Eisen und Metall. Erst unter Claudius wurde die Siedlung zugunsten von Virunum, das eine günstigere Verkehrlage hatte, aufgegeben. <-

Es kam zu einem Bündnisvertrag zwischen Rom und Norikum.
Augustus beschloss die Grenzen an Elbe, March und Donau vorzuverlegen, es kam aber zu einem Aufstand in Illyrikum und zu einer militärischen Niederlage im Teutoburgerwald.

-> 9 n. Chr. marschierte Feldherr Varus mit der 17ten, 18ten, und 19ten Legion (30 - 40 000 Mann) los, um einen (vorgetäuschten) Stammesaufstand niederzuschlagen. Da sie durch dichten Wald und unwegsames Gelände marschierten, verlor die Truppe immer mehr ihre Formatierung, der Trupp hatte letztlich eine Länge von ca. 20 km. Nun griffen die Germanen immer wieder von anderen Seiten an, dazu kam noch ein heftiger Sturm. Als Varus seine aussichtslose Lage erkannte, stürzte er sich ins Schwert, woraufhin seine Truppen ihm folgen, oder sich unbewaffnet von den Germanen töten ließen. Kein Römer hat diese Schlacht überlebt. Die Feldzeichen wurden entwendet und seitdem gab es nie wieder die Legionen 17, 18 und 19.
Ausspruch Augustus: "Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder" <-

15 v. Chr. Eroberten seine beiden Stiefsöhne Tiberius und Drusus Rätien. Norikum war bereits unter römischen Einfluss. Es entstanden drei kaiserliche Provinzen: Rätien (Nordtirol, Vorarlberg), Pannonien (Wiener Becken, Burgenland, große Teile Ungarns) und - unter Claudius zur Provinz ernannt - Norikum (restliches Österreich südlich der Donau).
An der Bernsteinstraße wurde 15 n. Chr. das Garnisonslager Carnuntum errichtet

-> Carnuntum wurde später Hauptstadt der Provinz Oberpannonien; unter Hadrian wurde sie Munizipium (Recht zur Selbstverwaltung); als 191 Septimus Severus in Carnuntum zum Kaiser ausgerufen wird, verleiht er der Stadt den Rang einer Colonia. Carnuntum war zu dieser Zeit eine der reichsten Städte nördlich der Alpen. 308 trafen sich hier Diokletian, Maximian und Galerius. Als danach die kaiserliche Residenz nach Sirmium (Belgrad) verlegt wird, setzt der Verfall der Stadt und des Lagers ein <-

Außerdem entstanden entlang der Limes zahlreiche Grenzbefestigungen, darunter auch Lauracium und Vindobona

-> vorerst war Vindobona nur ein Vorposten Carnuntums, bekam aber unter Trajan ein Legionslager und unter Hadrian wurde Vindobona Munizipium. Nach der ersten Zerstörung durch die Germanen wurde Vindobona von der 10. Legion, die dort beherbergt war wieder aufgebaut. In der Völkerwanderungszeit und durch die sich häufenden Angriffe der Germanen ging Vindobona kurz nach 400 zugrunde <-

171 n Chr. drangen die Markomannen und Quaden gegen die Donau vor. Sie überrannten Vindobona und Carnuntum und gelangten bis Aquileia. Marc Aurel konnte sie jedoch wieder hinter die Donau zurückwerfen. Als von Carnuntum aus eine Gegenoffensive vorbereitet wurde, verstarb Marc Aurel in Vindobona und sein Sohn Commodus verzichtete auf alle Offensivmaßnahmen.
In der Folgezeit verstärkte Rom den Grenzschutz, besonders unter Diokletian, und blieb in der Defensive.
Im 4.Jhdt. siedelten sich große germanische Verbände auf römischem Territorium an. 395 überrennen die Markomannen und Quaden die Reichsgrenze. Rom musste Siedlungsland an Teile der Markomannen abtreten. Die Donauländer wurden zum Durchzugsgebiet für viele Völker und Rom verlor seinen Einfluss. Im Süden (Kärnten und Osttirol) konnten sich die Römer noch bis zum Einfall der Slawen und Awaren halten.
488 ließ Odoaker die verbleibende römische Bevölkerung aus der Donaugegend evakuieren.

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