Franz Kafka

Inhaltsverzeichnis
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1 Das Elternhaus 2
1.2 Die Kindheit 3
2 Der Bildungsweg und Berufsweg 4
2.1 Das K.K. Staats - Gymnasium 4
2.2 Die Universitätsjahre 6
2.3 Die Arbeiter - Unfall - Versicherungs - Anstalt 8
3 Die Entstehung seiner wichtigsten Werke 9
3.1 "Die Söhne" - Drei Geschichten 11
3.1.1 "Das Urteil" 11
3.1.2 "Der Heizer" 12
3.1.3 "Die Verwandlung" 13
3.2 "Der Proceß" 15
4 Der Tod Franz Kafkas 16
5 Zeittafel 18
6 Literaturverzeichnis 20
7 Anmerkungen 20
8 Erstausgaben der Einzelwerke 211 Das Elternhaus



Der Vater:
Herrmann Kafka (um 1883)
Kafkas Vater Herrmann wurde 1852 in Wossek in S√ľdb√∂hmen, einem winzigen Dorf von knapp hundert Einwohnern, geboren. Er stammte aus einfachsten Verh√§ltnissen. Sein Vater, Jakob Kafka, war Fleischhauer und heiratete 1849, als F√ľnfunddrei√üigj√§hriger, seine Nachbarin Franziska Platowski. Jakob Kafka hatte sechs Kinder, zwei T√∂chter und vier S√∂hne, die schon in jungen Jahren und fr√ľhmorgens, auch im Winter und oft barfu√ü, die Fleischwaren mit einem Handkarren in die umliegenden D√∂rfer bringen mussten. Die Lebensverh√§ltnisse der Familie waren √§u√üerst bescheiden, die Schulbildung scheint jedoch, den Verh√§ltnissen entsprechend, √ľberdurchschnittlich gewesen zu sein. In Wosek existierte damals noch eine j√ľdische Schule, und hier hat wohl Kafkas Vater (dessen Umgangssprache damals tschechisch war) deutsch lesen und schreiben gelernt. Als Vierzehnj√§hriger verlie√ü Herrmann Kafka Wossek und versuchte als Wanderh√§ndler sein Gl√ľck. Nach dem Milit√§rdienst siedelte er nach Prag √ľber und gr√ľndete dort ein paar Jahre sp√§ter,
mit einigen Mitteln seiner Braut, der vermögenderen Brauerstochter Julie Löwy, ein Galanteriewarengeschäft.
Julie L√∂wy wurde in Bad Pod√™brad geboren. Ihr Gro√üvater war ein sehr j√ľdisch gebildeter Mann. Sie hatten ein ziemlich gro√ües Gesch√§ft, welches sehr vernachl√§ssigt wurde, da der Gro√üvater sich lieber mit dem Talmud besch√§ftigte. Julie L√∂wys Mutter war die einzige Tochter des frommen Talmudisten. Sie starb mit 28 Jahren an Tifus - Epedemie und hinterlie√ü die drei Jahre alte Julie und ihre drei Br√ľder. Ihr Vater hatte nach einem Jahr wieder geheiratet, aus dieser Ehe stammen zwei S√∂hne, verkaufte das Haus und auch das Gesch√§ft ihrer Eltern und √ľbersiedelte nach Prag. So wuchs Julie seit ihrem vierten Lebensjahr nur unter der Obhut der Stiefmutter und des Vaters auf.


Die Mutter:
Julie, geb. Löwy
(um 1883)


Empfindlichkeit, Gerechtigkeitsgef√ľhl, Unruhe 1 - so charakterisierte Kafka das L√∂wysche Erbteil. Einige dieser Eigenschaften waren auch in Kafka stark ausgepr√§gt, besonders die sch√ľchterne, beinahe √ľberm√§√üig √§ngstliche Bescheidenheit, die Scheu und eine gewisse Kontaktarmut. Der Kafkasche Lebens -, Gesch√§fts - und Eroberungswillen 2 war hingegen nicht auf Kafka √ľbergegangen.
Hermann Kafka verga√ü seine schwere Jugend nie, hielt sie best√§ndig seinen Kindern vor Augen und akzeptierte lediglich die gesellschaftliche Anerkennung als erstrebenswertes Ziel. Die gesellschaftliche Anerkennung war in der alt√∂sterreichischen Provinzhauptstadt nur auf dem Umweg √ľber die schmale deutsche Oberschicht zu erlangen. Der deutlichste Hinweis f√ľr die entschlossenen Anschlu√üversuche an die deutsche Gesellschaft ist die Schulbildung der Kinder - s√§mtliche Kinder der Familie Kafkas besuchte ausschlie√ülich deutsche Schulen.

1.2 Die Kindheit

Am 3. Juli 1883 wurde Franz Kafka in einem Haus in der Altstadt Prags geboren. W√§hrend seines ganzen Lebens - mit Ausnahme der letzten Lebenszeit, als ihn die Krankheit zwang, Sanatorien aufzusuchen - hat Kafka diesen innersten Bezirk der Prager Altstadt nur selten verlassen. Der Kleine Ring und die Gassen, die vom Wohnhaus Kafkas ausgingen, die "Durchh√§user" mit ihren engen Innenh√∂fen, an denen sich offene Balkons, "Pawlatschen", entlangzogen - sie waren der Spielplatz des Kindes Kafka. Vom Haus Minut√† aus f√ľhrte auch, im Herbst 1889, der erste Schulweg in die Deutsche Knabenschule am Fleischmarkt. Die Kindheitseindr√ľcke waren drei√üig Jahre sp√§ter noch so stark, das er sie niederschrieb:
Unsere K√∂chin, eine kleine trockene, magere, .... f√ľhrte mich jeden Morgen in die Schule. Da ging es also zuerst √ľber den Ring, dann in die Teingasse, dann durch eine Art Torw√∂lbung in die Fleischmarktgasse hinunter. Und nun wiederholte sich jeden Morgen das Gleiche wohl ein Jahr lang. Beim Aus - dem - Haus - treten sagte die K√∂chin, sie werde dem Lehrer erz√§hlen, wie unartig ich zu hause gewesen bin. Nun war ich wahrscheinlich nicht sehr unartig, aber doch trotzig, nichtsnutzig, traurig, b√∂se und es h√§tte sich daraus wahrscheinlich immer etwas H√ľbsches f√ľr den Lehrer zusammenstellen lassen..... Nun war ja die Schule schon an und f√ľr sich ein Schrecken und jetzt wollte es mir die K√∂chin noch so erschweren. Ich fing an zu bitten, sie sch√ľttelte den Kopf, je mehr ich bat, desto wertvoller erschien mit das, um was ich bat, desto gr√∂√üer die Gefahr, ich blieb stehn und bat um Verzeihung, sie zog mich fort, ich drohte ihr mit der Vergeltung durch die Eltern, sie lachte, hier war sie allm√§chtig ...., es schlug acht von der Jakobskirche, man h√∂rte die Schulglocken, andere Kinder fingen zu laufen an, vor dem Zusp√§tkommen hatte ich immer die gr√∂√üte Angst ... nun: sie sagte es nicht, niemals, aber immer hatte sie die M√∂glichkeit und sogar eine scheinbar steigende M√∂glichkeit (gestern habe ich es nicht gesagt, aber heute werde ich es ganz bestimmt sagen) und die lie√ü sie niemals los. 3
Die Gr√ľnde f√ľr diese √Ąngstlichkeit und totenaugenhafte Ernsthaftigkeit des Kindes lagen in der elterlichen Erziehung, soweit man davon √ľberhaupt sprechen kann. Erziehungsskrupel hegte man damals ganz allgemein nicht und schon gar nicht in Kafkas Elternhaus. Das Kind wuchs unter der Obhut von K√∂chinnen, Ammen und Dienstm√§dchen auf. Die Eltern sah Kafka selten: Der Vater hatte in seinem st√§ndig vergr√∂√üernden Gesch√§ft ein polterndes Domizil aufgeschlagen, und die Mutter musste stets um ihn sein, als Hilfe und als Ausgleich gegen√ľber den Angestellten, die dem Vater als Vieh, Hunde und bezahlte Feinde 4 galten. Die Erziehung beschr√§nkte sich auf die Anwesenheit bei Tisch und Befehle, denn auch abends musste die Mutter dem Vater stets Gesellschaft leisten beim gew√∂hnlichen Kartenspiel mit Ausrufen, Lachen und Streit. Pfeifen nicht zu vergessen. 5
In dieser dumpfen, giftreichen, kinderauszehrenden Luft des sch√∂n eingerichteten Familienzimmers 6 wuchs das Kind auf, die knappen Befehle des Vaters blieben ihm unbegreiflich und r√§tselhaft und es wurde schlie√ülich so unsicher aller Dinge, dass ich tats√§chlich nur das besa√ü, was ich schon in den H√§nden oder im Mund hielt oder was wenigstens auf dem Wege dorthin war. 7 Zu dieser Unsicherheit trug besonders die Richtung der v√§terlichen Erziehung bei, die Kafka im Brief an den Vater bezeichnet: Du kannst ein Kind nur so behandeln, wie Du eben selbst geschaffen bist, mit Kraft, L√§rm und J√§hzorn, und in diesem Falle schien Dir das auch noch √ľberdies deshalb sehr gut geeignet, weil Du einen kr√§ftigen mutigen Jungen in mir aufziehen wolltest. 8
Aufwachsend in einem meinungslosen Elternhaus, unter rätselhaften Gesetzen und in einer unverständlichen Umwelt, blieb dem Kind nur der Abschluß nach außen: Ich blieb mit meinem Denken bei den gegenwärtigen Dingen und ihren gegenwärtigen Zuständen. 9

2 Der Bildungsweg und Berufsweg

Die Vereinsamung Kafkas, das r√§tselhafte Sichabschlie√üen innerhalb einer Umgebung wie Prag, die "Anschlu√üm√∂glichkeiten" nach allen Seiten bot, wurde prim√§r durch die pragmatische und abstrakte Erziehung verursacht. Das kann nur bedingt als Vorwurf gegen das Elternhaus gewertet werden, dann gerade dieses Kind h√§tte ein Einf√ľhlungsverm√∂gen verlangt, f√ľr das nicht nur dem Vater Zeit und erzieherische Anlagen fehlten, sondern f√ľr das auch die damalige Gesellschaft kein Verst√§ndnis besa√ü.

2.1 Das K.K. Staats - Gymnasium

Ein Musterbeispiel ist daf√ľr das alt√∂sterreichische humanistische Gymnasium, dem der Zehnj√§hrige √ľberantwortet wurde. Kafkas Gymnasium war im Kinsky - Palais untergebracht, einem Barockbau am Altst√§dter Ring, wenige Schritte von der Wohnung der Familie entfernt. Kafkas Vater hatte diesmal zielbewu√üt gew√§hlt: Nicht nur wiederum eine deutsche Schule, sondern auch das humanistische Gymnasium, aus dem die Monarchie ihren Beamtenbedarf zu rekrutieren pflegte.
Die √§u√üere W√ľrde des Baues am Altst√§dter Ring war ein treffender Ausdruck des Geistes, der die Anstalt beherrschte. Jahrzehntealte k. k. Schulvorschriften machten einen Kontakt zwischen Lehrer und Sch√ľler beinahe unm√∂glich, forderten Respekt und f√∂rderten einen sinnlosen Paukbetrieb, dem pers√∂nliche Interessen des Sch√ľlers gleichg√ľltig waren. Die Anstalt pflegte am Jahresende einen gedruckten "Bericht" herauszugeben, und in einem dieser Berichte schreibt Kafkas Klassenordinarius (den damaligen Ma√üst√§ben nach eher ein liberaler P√§dagoge) vom vorgeschriebenen "Arbeitskalender, der f√ľr das ganze Jahr bestimmt ist", erl√§utert "Collectaneenhefte f√ľr grammatikalische Musters√§tze" und erkl√§rt am Schlu√ü, dass dies sich nat√ľrlich besonders gegen Sch√ľler richte, "welche die Kunst des Fabulierens von Haus aus mitbringen".
In der Bildungsmaschine, durch die Kafka acht Jahre getrieben wurde, widmete sich fast die H√§lfte der Unterrichtsstunden den beiden klassischen Sprachen. Es hie√ü, man werde durch das Studium des Lateinischen und des Griechischen in den Geist der antiken Welt eingef√ľhrt. Und auch moderne Bildung sei ohne diesen Geist nicht zu erwerben. Kafka ist der antike Geist fremd geblieben. H√∂chst selten findet sich in seinen Tageb√ľchern und Briefen auch nur der Name eines antiken Autors. Das geh√§kelte Geschichtsbild konnte von den Sch√ľlern nicht mit gegenw√§rtigen sozialen und politischen Gegebenheiten verglichen werden.
Dies wurde allerdings zu einer der Voraussetzungen der "Kritik" Kafkas: Weil die Möglichkeit eines Vergleichs nicht bestand, hat er die Gesellschaft seiner Zeit zwar abstrakter, aber mit um so unerbitterlicherer Schärfe gesehen. Der Deutschunterricht war fast wertlos, er zielte ausschließlich auf ein zitierbares Lehrbuchwissen ab.
Der Religionsunterricht war anders aufgebaut, f√ľhrte aber zu √§hnlichen Ergebnissen. Das Glaubensmaterial, das Kafka √ľberliefert wurde, war denkbar gering. Schon die Bar - Mizwah im dreizehnten Lebensjahr bedeutete Kafka nicht mehr als ein l√§cherliches Auswendiglernen 10, da er kaum Kenntnisse im Hebr√§ischen hatte (erst f√ľnfundzwanzig Jahre sp√§ter begann er ein gr√ľndliches Studium).
In den letzten Gymnasialjahren wurde Kafkas Ablehnung alles Religi√∂sen noch st√§rker: Ich habe in der Erinnerung, dass ich in den Gymnasialzeiten √∂fters .... mit Bergmann - einem Mitsch√ľler - in einer entweder innerlich vorgefundenen oder ihm nachgeahmten talmudischen Weise √ľber Gott und seine M√∂glichkeit disputierte. Ich kn√ľpfte damals gern an das in einer christlichen Zeitschrift gefundene Thema an, in welchem eine Uhr und die Welt und er Uhrmacher und Gott einander gegen√ľbergestellt waren und die Existenz des Uhrmachers jene Gottes beweisen sollte. Das konnte ich meiner Meinung nach sehr gut Bergmann gegen√ľber widerlegen .... 11
Die Unsicherheit Kafkas √§u√üerte sich in unauff√§lliger Kleidung und scheuer Distanz. Ein Klassenkamerad berichtet dar√ľber:
"Wenn ich von Kafka etwas Charakteristisches sagen soll, dann ist es das, dass an ihm nichts Auff√§lliges war. Er war immer rein und ordentlich, unauff√§llig und solid, aber niemals elegant gekleidet. Die Schule war f√ľr ihn immer etwas, was ihn im Innersten nicht sehr ber√ľhrte, was aber ordentlich gemacht werden musste. Wir hatten ihn alle sehr gern und sch√§tzten ihn, aber niemals konnten wir mit ihm ganz intim werden, immer umgab ihn irgendwie eine gl√§serne Wand. Mit seinem stillen, liebens - w√ľrdigen L√§cheln √∂ffnete er sich die Welt, aber er verschlo√ü sich vor ihr. Von meinen anderen Mitsch√ľlern k√∂nnte ich viel mehr sagen, weil sie als Freunde mitteilsam waren. Was mir im Ged√§chtnis haftengeblieben ist, ist das Bild eines schlanken, hochgewachsenen, jungenhaften Menschen, der so still aussah, der gut war und liebensw√ľrdig, der freim√ľtig jedes Andere anerkannte und doch immer irgendwie entfernt und fremd blieb." 12


Der Gymnasiast
nach 1896
Die Entwicklung bis zur endg√ľltigen Abkapselung beginnt hier, sie endet schon ein Dutzend Jahre sp√§ter. Das letzte Lebensjahrzehnt, in dem die entscheidenden Werke entstehen, ist nur noch durch die fortw√§hrenden vergeblichen Ausbruchsversuche aus der bereits fixierten Grundsituation gekennzeichnet.


Der Abiturient
Am Beginn dieser Entwicklung, bis zu jener Tagebucheintragung (1913) vom Wunsch nach besinnungsloser Einsamkeit steht die Erkenntnis des Kindes, dass Schule wie Elternhaus die Eigent√ľmlichkeit nicht dulden oder zumindest, wie es an anderer Stelle hei√üt, dass meine Erziehung einen anderen Menschen aus mir machen wollte als den, der ich geworden bin. Die verborgene Gemeinschaftssehnsucht des Abiturienten √§u√üerte sich in dem Wunsch nach Freundschaft, allerdings mit einer derartigen Radikalit√§t erhofft, dass eine Erf√ľllung unwahrscheinlich bleiben musste. Die Freundschaft sollte den schon betr√§chtlich gest√∂rten Kontakt nach au√üen vermitteln. Diese Aufgabe fiel in der letzten Gymnasialzeit und den beiden ersten Universit√§tsjahren Oskar Pollak zu, dem Reifsten der Klasse, von ausgesprochen entschiedenem Charakter, temperamentvoll, mit einem seinem Alter weit vorauseilenden kunsthistorischen und naturwissenschaftlichen
Interesse. Pollak war in der Freundschaft zweifellos der F√ľhrende. Kafka gab ihm sogar Manuskripte zur Beurteilung - in sp√§teren Jahren las er h√∂chstens Eigenes vor und forderte nie ein Urteil. In der Universit√§tszeit, als Pollak sich schon von ihm zu l√∂sen begann, schreibt Kafka an ihn: Unter allen den jungen Leuten habe ich eigentlich nur mit Dir gesprochen, und wenn ich schon mit andern sprach, so war es nur nebenbei oder Deinetwegen oder durch Dich oder in Beziehung auf Dich. Du warst, neben vielem anderen, auch etwas wie ein Fenster f√ľr mich, durch das ich auf die Gassen sehen konnte. Allein konnte ich das nicht .... 13
Unter dieser Konstellation hat zweifellos die Freundschaft gelitten, es wird nur irgendein Arm gesucht.

2.2 Die Universitätsjahre

Im Juli 1901 legte Kafka das Abitur ab und f√§hrt f√ľr einige Wochen nach Norderney und Helgoland. Die Freiheit nach der Entlassung aus dem trostlosen Zwang des Gymnasiums gedachte er immerhin zu nutzen. Er beginnt vorerst, mit Oskar Pollak (und sicher unter seinem Einflu√ü) Chemie zu studieren, tritt aber bereits nach vierzehn Tagen in die "erw√ľnschte" juristische Fakult√§t √ľber. Die ledernen Vorlesungen √ľber das "Institut des r√∂mischen Rechts", an denen er teilzunehmen hatte, konnte sein Interesse allerdings nicht wecken, und so wechselte Kafka im Sommer wiederum die Studienrichtung und h√∂rt Kunstgeschichte und besonders Germanistik bei August Sauer. August Sauer spielte damals eine f√ľhrende Rolle im Nationalit√§tenhader. Er war der Initiator der Literaturgeschichte seines Sch√ľlers Josef Nadler und schon damals ein strikter Verfechter der Theorie von der Stammes - und Landschaftsgebundenheit der Literatur. Diese Ansichten waren Kafka fremd, und dementsprechend finden sich in den Briefen jener Zeit an Oskar Pollak auch scharfe Angriffe gegen August Sauer. Jedenfalls wollte Kafka Germanistik nicht mehr in Prag weiterstudieren. Der Vater weigerte sich aber ein Studium in M√ľnchen zu finanzieren und so nahm er im Wintersemester wiederum das juristische Studium auf. Es erlaubte Gleichg√ľltigkeit und verlangte lediglich, wie Kafka schreibt, dass ich mich in den paar Monaten vor den Pr√ľfungen unter reichlicher Mitnahme der Nerven geistig f√∂rmlich von Holzmehl n√§hrte, das mir √ľberdies schon von tausend M√§ulern vorgekaut war. 14
Mit dem Jusstudium schien die Schuld gegen√ľber dem Elternhaus abgetragen. Kafka h√∂rte lediglich die vorgeschriebenen Vorlesungen und promovierte nach der geforderten Mindestzahl von acht Semestern. Durch seinen Schulfreund Pribam (dessen Vater der "Arbeiter - Unfall - Versicherungs - Anstalt" angeh√∂rte, deren Beamter Kafka sp√§ter wurde) wird er auch in jene f√ľhrende Klasse von Industriemagnaten, Professoren und Hochadel eingef√ľhrt, die ihm sonst verschlossen geblieben w√§re. In den Semesterferien f√§hrt Kafka regelm√§√üig in die Provinz (h√§ufig zu Verwandten), nach Liboch oder Strakonitz, meistens aber nach Triesch, einem kleinen Ort in M√§hren, wo sein Onkel Siegfried (den er bis an sein Lebensende verehrte und dessen Meinungen und Welt er in der Erz√§hlung Ein Landarzt andeutet) als Landarzt lebte.
W√§hrend des Semesters besucht er regelm√§√üig die Auff√ľhrungen des Tschechischen oder Deutschen Theaters, ebenso die von der "Lese - und Redehalle deutscher Studenten" veranstalteten Vortr√§ge und Dichterlesungen. Hier lernt Kafka Max Brod kennen, der im Oktober 1902 √ľber Schopenhauer sprach und dabei Nietzsche als "Schwindler" bezeichnete. "Nach diesem Vortrag", berichtet Brod, "begleitete mich Kafka, der um ein Jahr √Ąltere, nach Hause. Er pflegte an allen Sitzungen teilzunehmen, doch hatten wir einander bis dahin kaum beachtet. Es w√§re auch schwer gewesen, ihn zu bemerken, der so selten das Wort ergriff und dessen √§u√üeres Wesen √ľberhaupt eine tiefe Unauff√§lligkeit war.... Damals aber war er aufgeschlossener als sonst, ...." 15
Kafkas Neigung f√ľr Nietzsche und seine Nietzsche - Lekt√ľre gehen auf Oskar Pollak und besonders den "Kunstwart" zur√ľck. Diese von Nietzsche mitbegr√ľndete Halbmonatsschrift, die Kafka bereits im letzten Gymnasialjahr abonnierte, hatte besonders auf die Jugend einen au√üerordentlichen Einflu√ü. Das "Kunstwart" - Erlebnis machte Kafka gegen√ľber allen von au√üen angebotenen "L√∂sungen" nach vorsichtiger, die Umwelt wird noch sorgf√§ltiger gepr√ľft. Als knapp Zwanzigj√§hriger spricht er mit ersch√ľtternder Selbstverst√§ndlichkeit von einem gefrorenen Meer in uns, wenn auch gleichzeitig von der Axt, die es spalten soll. Es ist der Wunsch nach einem empfindlicheren Gewissen und gr√∂√üerer Klarheit, der jetzt nach dem "Kunstwart" - Dunst um so entschiedener durchdringt. Die Situation, in der zwischen den Dingen willk√ľrlich Bez√ľge gesetzt werden, ist der des Traumes √§hnlich, und die einzige Tagebuchnotiz, in der Kafka von dieser Entscheidung in seiner Jugend spricht, beschreibt sie:
Ich sa√ü einmal vor vielen Jahren, gewi√ü traurig genug, auf der Lehne des Laurenziberges. Ich pr√ľfte die W√ľnsche, die ich f√ľr das Leben hatte. Als wichtigster oder als reizvollster ergab sich der Wunsch, eine Ansicht des Lebens zu gewinnen, in der das Leben zwar sein nat√ľrliches schweres Steigen und Fallen bewahre, aber gleichzeitig mit nicht minderer Deutlichkeit als ein Nichts, als ein Traum, als ein Schweben erkannt werde. Vielleicht ein sch√∂ner Wunsch, wenn ich ihn richtig gew√ľnscht h√§tte. Etwa als Wunsch, einen Tisch mit peinlich ordent - licher Handwerksm√§√üigkeit zusammenzu - h√§mmern und dabei gleichzeitig nichts zu tun, und zwar nicht so, dass man sagen k√∂nnte: "Ihm ist das H√§mmern ein Nichts", sondern "Ihm ist das H√§mmern ein wirkliches H√§mmern und gleichzeitig auch ein Nichts", wodurch


Der Student
ja das H√§mmern noch k√ľhner, noch entschlossener, noch wirklicher und, wenn du willst, noch irrsinniger geworden w√§re. Aber er konnte gar nicht so w√ľnschen, denn sein Wunsch war kein Wunsch, es war nur eine Verteidigung, eine Verb√ľrgerlichung des Nichts, ein Hauch von Munterkeit, den er dem Nichts geben wollte, in das er zwar damals kaum die ersten bewu√üten Schritte tat, das er aber schon als sein Element f√ľhlte. Es war damals eine Art Abschied, den er von der Scheinwelt der Jugend nahm, sie hatte ihn √ľbrigens niemals unmittelbar get√§uscht, sondern nur durch die Reden aller Autorit√§ten ringsherum t√§uschen lassen. So hatte sich die Notwendigkeit des "Wunsches" ergeben. 16
Der Wunsch, eine Ansicht des Lebens zu gewinnen, die es gleichzeitig als ein Traum, als ein Schweben erscheinen lasse, ist in der Tat der Abschied von der Scheinwelt der Jugend. Wie schon die Lösung vom "Kunstwart" zeigt, entwickelte sich in diesen Jahren bei Kafka die Schärfe und Unerbittlichkeit des Urteils, die von nun an bestehen bleibt.
Unsicherheit und Selbstanalyse, Urteilsmagie und Fremdheit der Dinge, Staunen, scheue Distanz und Sehnsucht nach Freundschaft - dies war die Welt des jungen Jurastudenten, und die Umwelt, wenn sie auch nur als Negativ erscheint, war entschieden daran beteiligt.
Das Studium der Rechte, das Kafka auf sich genommen hatte, bedeutete besonders in den letzten Semestern eine Qual. Den Anstrengungen dieses Paukbetriebes war er kaum gewachsen: Anfang Juli 1905 fährt Kafka in ein Sanatorium in Zuckmantel, einem kleinen, von Wäldern und Seen umgebenen Ort. Genau zehn Jahre später schreibt er an Max Brod: Im Grunde war ich noch niemals mit einer Frau vertraut, wenn ich zwei Fälle ausnehme, jenen in Zuckmantel (aber dort war sie eine Frau und ich ein Junge) und jenen in Riva. 17
Beide Begegnungen ereigneten sich fern von Prag, √ľber beide hat Kafka strenges Stillschweigen bewahrt.
Nach der R√ľckkehr nach Prag begannen jene schrecklichen Monate vor der m√ľndlichen Pr√ľfung zur Erlangung des Doktorgrades, in denen Kafka sich unter reichlicher Mitnahme der Nerven f√∂rmlich von Holzmehl n√§hrte. Das Protokoll der Pr√ľfung vermerkt ein knappes, "mit drei von f√ľnf Stimmen f√ľr gen√ľgend erkl√§rtes" Bestanden, und auch der Pr√ľfling gab zu, dass es sehr lustig, wenn auch nicht kenntnisreich gewesen sei. 18 Am 18. Juni 1906 wurde Kafka zum Doktor der Rechte promoviert.

2.3 Die Arbeiter - Unfall - Versicherungs - Anstalt

Im Oktober 1907, ein Jahr nach der Promotion und wenige Tage nach der endg√ľltigen Berufsentscheidung, schreibt der vierundzwanzigj√§hrige Franz Kafka:
Mein Leben ist jetzt ganz ungeordnet. Ich habe allerdings einen Posten mit winzigen 80 Kronen Gehalt und unerme√ülichen 8 - 9 Arbeitsstunden, aber die Stunden au√üerhalb des Bureaus fresse ich wie ein wildes Tier. ....√úber die Arbeit klage ich nicht so, wie √ľber die Faulheit der sumpfigen Zeit. Die Bureauzeit n√§mlich l√§sst sich nicht zerteilen, noch in der letzten halben Stunde sp√ľrt man den Druck der 8 Stunden wie in der ersten. Es ist oft wie bei einer Eisenbahnfahrt durch Nacht und Tag, wenn man schlie√ülich, ganz furchtsam geworden, weder an die Arbeit der Maschine des Zugf√ľhrers, noch an das h√ľgelige oder flache Land mehr denkt, sondern alle Wirkung nur de Uhr zuschreibt, die man immer vor sich in der Handfl√§che h√§lt .... Alle Menschen, die einen √§hnlichen Beruf haben, sind so. Das Sprungbrett ihrer Lustigkeit ist die letzte Arbeitsminute. ....Aber es ist nicht nur Faulheit, auch Furcht, allgemeine Furcht vor dem Schreiben, dieser entsetzlichen Besch√§ftigung, die jetzt entbehren zu m√ľssen mein ganzes Ungl√ľck ist. 19
Kafka arbeitete bei der "Assicurazioni - Generali", einer privaten Versicherungsgesellschaft mit besonders strengen Arbeitsvorschriften. Nach dem Scheitern der Freundschaft mit Oskar Pollak, √ľbernahm in den ersten Berufsjahren in immer st√§rkerem Ma√üe Max Brod die Aufgabe des Fensters der Freundschaft. Durch ihn lernte Kafka die n√§here Umgebung Prags kennen, die Ferienreisen nach Oberitalien, Weimar, Paris oder in die Schweiz unternahmen sie gemeinsam. Brod f√ľhrte Kafka in das Prager Literatenleben ein. Er machte ihn mit dem Philosophen und Zionisten Felix Weltsch und dem blinden Schriftsteller Oskar Baum bekannt, welche bis zu seinem Lebensende Kafkas Freunde blieben.
W√§hrend des anstrengenden Dienstes in der "Assicurazioni Generali" setzte das Schreiben vollst√§ndig aus. Dies war auch der Grund f√ľr Kafkas Bem√ľhungen um eine andere Stellung, die bereits wenige Monate nach dem Eintritt beginnen. Nach einem Dreivierteljahr verl√§sst Kafka die "Generali" und tritt zwei Wochen sp√§ter, im August 1908, in die "Arbeiter - Unfall - Versicherungs - Anstalt f√ľr das K√∂nigreich B√∂hmen" ein, in der er bis zu seiner Pensionierung (1922) arbeitet. Die Arbeitsbedingungen waren hier wesentlich g√ľnstiger, vor allem dauerten die B√ľrostunden nur bis zwei Uhr nachmittags. Vorerst wurde Kafka als "Aushilfsbeamter" angestellt, ab 1910 als "Concipist" im Beamtenverh√§ltnis. Kafkas "Dienst - Tabelle" vermerkt dann, dass er 1913 zum "Vizesekret√§r", 1920 zum "Anstaltssekret√§r" und 1922 zum "Obersekret√§r" ernannt wurde. Kurz darauf, am 1. Juli 1922, folgte die vorzeitige Pensionierung. Bei den Beamten der Anstalt, √ľberwiegend Tschechen, war Kafka - das "Amtskind" - sehr beliebt, "er hatte √ľberhaupt keinen Feind".
Kafka besuchte um 1918 regelm√§√üig die Vortr√§ge und Abende im Hause Fanta, die die betreibsame Apothekersgattin Berta Fanta veranstaltete und zu denen sie die f√ľhrenden Intellektuellen Prags einlud: den Mathematiker Kowalewski, den Physiker Frank, den Philosophen Ehrenfels und den jungen Albert Einstein. Kafka h√∂rte hier Referate √ľber die Relativit√§tstheorie, die Plancksche Quantentheorie und die Grundlagen der Psychoanalyse. Er lernte also, kurz vor der Niederschrift seiner Hauptwerke, die bedeutendsten Fragestellungen des neuen Zeitalters kennen.
Kafka besch√§ftigte sich neuerlich mit den religi√∂sen Problemen. Kafka fand seine Neigung f√ľr die "lebendigere" Religion der Ostjuden, mit der er zum erstenmal in den Jahren 1910 und 1911 durch Gastspiele einer jidischen Schauspieltruppe aus Lemberg in Ber√ľhrung kommt, die das offizi√∂se Prager Judentum selbstverst√§ndlich nicht zur Kenntnis nahm. Die Schauspieler wurden als Hungerleider, Herumfahrende, Mitjuden verachtet 20, die jidischen Theaterst√ľcke galten als Schmiere, das Lokal als zweifelhaft. Kafka besuchte regelm√§√üig die Auff√ľhrungen und befreundete sich, sehr zum √Ąrger seines Vaters, mit einem der Schauspieler, Jizchak L√∂wy, und korrespondierte in den n√§chsten Jahren mit ihm.

3 Die Entstehung seiner wichtigsten Werke

1912 ist die Vereinsamung, Versteinerung, abgeschlossen und kaum mehr von außen beeinflußbar. In einer Rezension der Zeitschrift "Hyperion", die ihr Erscheinen eingestellt hatte (in ihr waren auch die ersten Arbeiten Kafkas erschienen), schreibt Kafka:
Diejenigen, welche ihre Natur von der Gemeinschaft fernh√§lt .... brauchen auch keine Verteidigung, denn das Unverst√§ndnis kann sie nicht treffen, weil sie dunkel sind, und die Liebe findet sie √ľberall; sie brauchen auch keine Kr√§ftigung, denn, wenn sie wahrhaftig bleiben wollen, k√∂nnen sie nur von sich selbst zehren, so dass man ihnen nicht helfen kann, ohne ihnen vorher zu schaden. 21




Durch die Kr√§ftekonzentration entstehen im Herbst dieses Jahres die ersten Hauptwerke: der gr√∂√üte Teil des Romans Der Verschollene (Amerika) und die beiden "Geschichten" Das Urteil und Die Verwandlung. Zuerst wurde in der Nacht vom 22. auf den 23. September, Das Urteil niedergeschrieben. Unmittelbar darauf tr√§gt Kafka ins Tagebuch ein: Die f√ľrchterliche Anstrengung und Freude, wie sich die Geschichte vor mir entwickelte, wie ich in einem Gew√§sser vorw√§rtskam. Mehrmals in dieser Nacht trug ich mein Gewicht auf dem R√ľcken..... 22 Der Verschollene wird nur noch langsam fortgef√ľhrt und einen Monat sp√§ter - bis Herbst 1914 - liegen gelassen. Auch die beiden sp√§teren Versuche in der gro√üen epischen Form, Der Proze√ü und Das Schlo√ü, blieben Fragment.
F., Felice Bauer (seine sp√§tere Verlobte), lernte Kafka am 13. August 1912 bei Max Brod kennen. Ende Oktober beginnt eine √ľber Jahre (bis 1917) dauernde Korrespondenz. Kafka l√∂st jedoch die drei Verlobungen (1914, 1917, 1919) wieder auf, ebenso die Verbindungen mit G.W. (1913), Grete Bloch (ab 1914) und Milena (ab 1920), nur die letzte mit Dora Diamant, ein halbes Jahr vor seinem Tode, war von einer gewissen Euphorie √ľberstrahlt. Diese Heiratsversuche und Freundschaften zu Frauen standen allerdings noch unter einer zus√§tzlichen Belastung - den zweifelhaften Auffassungen von Sexualit√§t., Ehe und Moral der Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg, die auch Kafkas Vater teilte. Dieselbe sexuelle Etikette, die die B√ľrgert√∂chter dem Virginit√§tsideal unterwarf, verpflichtete die B√ľrgers√∂hne zu Kenntnissen und Erfahrungen, die sie infolgedessen nur im Bordell erwerben konnten. So gab es in Prag auch zahlreiche Bordelle, und einige genossen unter den Rou√®s und Literaten hohes Ansehen. Kafkas Begegnungen mit Huren unterschieden sich von denen seiner Zeitgenossen. Auch sie waren verborgene Gemeinschaftssehnsucht. Die wenigen Be - ziehungen zu solchen Frauen hat Kafka sp√§ter


Kafka mit Felice Bauer,
kurz nach der zweiten Verlobung (1917)
als unrein angesehen. Um so bezeichnender, dass fast nur dieses Bild der Frau in den gro√üen Romanen erscheint, schon im Verschollenen als Brunelda, als aufgedunsener Fleischkolo√ü, besonders in den beiden sp√§teren Romanen, unter den zweideutigen Namen Fr√§ulein B√ľrstner oder den Dienstm√§dchen Leni und Frieda, als Waschweiber, als ausgehaltene Geliebte von Advokaten, Kastellanen und Beamten.





3.1 "Die Söhne" - Drei Geschichten

Kafka entwickelte eine editorische Idee, die er seinem Verleger am 11. April 1913 in einem Brief vortrug. "Mir liegt eben an der Einheit der drei Geschichten nicht weniger als an der Einheit einer von ihnen", denn: "es besteht zwischen ihnen eine offenbare und noch mehr eine geheime Verbindung, auf deren Darstellung durch Zusammenfassung in einem etwa "Die Söhne" betitelten Buch ich nicht verzichten möchte." Alle 1912 entstandenen Geschichten bezeichnen den vergeblichen Kampf der Söhne gegen den Väter.

3.1.1 "Das Urteil"

Es ist ein Sonntagvormittag im sch√∂nsten Fr√ľhjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann. Er hat gerade einen Brief an seinen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, und sieht aus dem Fenster. Er denkt √ľber seinen Freund nach, der sich schon vor Jahren nach Ru√üland f√∂rmlich gefl√ľchtet hat. Nun betreibt er ein Gesch√§ft in Petersburg, das anfangs sich sehr gut angelassen hat, seit langem aber schon zu stocken scheint. Man sollte ihm vielleicht raten, wieder nach Hause zu kommen, aber das bedeutet, dass man ihm gleichzeitig, je schonender, desto kr√§nkender, sagt, dass seine bisherigen Versuche mi√ülungen sind. Unter den gegebenen Umst√§nden ist es vielleicht doch besser, er bleibt in der Fremde, so wie er ist.
Georg hat seinem Freund in allen seinen Briefen nur √ľber belanglose Dinge geschrieben. Weder den Aufstieg des Gesch√§ftes, das er gemeinsam mit dem Vater f√ľhrt, noch seine Verlobung und baldige Heirat, hat er ihm mitgeteilt. Aus R√ľcksicht auf seine Gef√ľhle. Seine Verlobte, das Fr√§ulein Frieda Brandfeld, will den Freund in der Ferne aber gerne kennenlernen und die Hochzeit bietet sich als Anlass an. Nach kurzem √úberlegen entschlie√üt sich Georg doch, dem Freund von der Hochzeit zu schreiben und ihn zu einem Besuch einzuladen. "So bin ich und so hat er mich hinzunehmen", sagte er sich.
Er steckt den Brief in die Tasche und geht in das Zimmer des Vaters. Selbst an diesem sonnigen Vormittag ist es in dem Zimmer dunkel. Der Vater begr√ľ√üt ihn freundlich und
Georg erz√§hlt von dem Brief und der Einladung an seinen Freund in Petersburg. Daraufhin stellt der Vater die Existenz des Freundes in Ru√üland in Frage, und bezichtigt Georg ein Spa√ümacher zu sein, der sich auch ihm gegen√ľber nicht zur√ľckhalten kann. Georg versucht ihn zu beruhigen und √ľberredet ihn, sich niederzulegen. Er entkleidet den Vater und tr√§gt ihn zu seinem Bett. Doch nachdem er den Vater zugedeckt hat, schleudert der Vater die Decke von sich und sitzt aufrecht im Bett. Er beginnt von dem Freund in Ru√üland als einen Sohn nach seinem Geschmack zu erz√§hlen und beschuldigt Georg in unterkriegen zu wollen, weil er eine Frau heiraten will, mit der er nur zusammen ist, weil sie "die R√∂cke gehoben" hat.
Der Freund sei nun doch nicht verraten, da er ihm √ľber alle Neuigkeiten genauestens geschrieben hat. Die Briefe Georgs zerrei√üe er ungelesen in der linken Hand. Er wisse alles tausendmal besser als Georg. Der Vater verurteilt ihn als teuflischen Menschen und l√§sst ihn wissen, dass er ihn zum Tode des Ertrinkens verurteilt.
Georg f√ľhlt sich aus dem Zimmer gejagt und l√§uft zum Flu√ü. Er schwingt sich √ľber das Gel√§nder, h√§lt sich aber noch kurz fest und sagt: " Liebe Eltern, ich habe euch doch immer geliebt". Dann l√§sst er los und f√§llt in den Tod.




Interpretation

In dieser Geschichte stehen sich Vater und Sohn wie zwei Duellanten gegen√ľber. Der Sohn scheint der √úberlegene zu sein. Er hat den alten, verwitweten Vater praktisch entmachtet, er hat die Leitung des Gesch√§ftes √ľbernommen und Erfolg gehabt. Er hat sich verlobt, bereitet sich also darauf vor, sich auch im privaten Bereich die Rolle eines Familienoberhauptes anzueignen. Georg Mendemanns Illusionen werden zerst√∂rt. Sein Vater erweist sich als immer noch "zu stark" f√ľr ihn, er ist "immer noch ein Riese". Als einen solchen Riesen hat Kafka sich oft den eigenen Vater vorgestellt.
Die Geste des Hochhebens und Tragens kommt auch in Das Urteil vor. Nur ist es hier der Sohn, der sie ausf√ľhrt und den anderen in das Bett hineintr√§gt, so wie man es mit einem kranken Kind macht. Gerade auf dem scheinbaren H√∂hepunkt seines Triumphes angelangt, wird der Sohn mit einigen wenigen Schl√§gen vernichtet. Er wird angeklagt und kann sich mit Worten nicht verteidigen. Auch hier f√ľhrt ein Linie zu Kafkas Erlebnissen mit dem eigenen Vater zur√ľck: "Die Unm√∂glichkeit des ruhigen Verkehrs hatte noch eine weitere eigentlich sehr nat√ľrliche Folge: ich verlernte das Reden. Ich w√§re ja wohl auch sonst kein gro√üer Redner geworden, aber die gew√∂hnlich flie√üende menschliche Sprache h√§tte ich doch beherrscht. Du hast mir aber schon fr√ľh das Wort verboten. Deine Drohung: "kein Wort der Widerrede!" und die dazu erhobene Hand begleitete mich seit jeher." 22
Der leibliche Sohn wird verdammt. Georg Bendemann vollzieht das Urteil an sich selbst, er ist zu schwach, um dem Spruch des Vaters zu widerstehen. Er ist nicht wirklich schuldig, aber in ihm ist Schuldbewußtsein erzeugt worden.

3.1.2 "Der Heizer"

Als der sechzehnj√§hrige Karl Ro√ümann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt wird, weil ihn ein Dienstm√§dchen verf√ľhrt und ein Kind von ihm bekommen hat, in den Hafen von New York einf√§hrt, erblickt er die schon l√§ngst beobachtete Statue der Freiheitsg√∂ttin. W√§hrend Karl die Statue fasziniert betrachtet, macht in ein junger Mann, mit dem er w√§hrend der Fahrt fl√ľchtig bekannt geworden ist, darauf aufmerksam, dass alle Passagiere das Schiff verlassen. Karl beobachtet die aussteigenden Leute und merkt best√ľrzt, dass er seinen Regenschirm unten im Schiff vergessen hat. Er bittet den jungen Mann auf seinen Koffer aufzupassen, und eilt davon.
Sein Weg f√ľhrt ihn durch eine Unzahl kleiner R√§ume, √ľber kurze Treppen, durch fortw√§hrend abbiegende Korridore, bis er sich tats√§chlich ganz und gar verirrt hat. In seiner Ratlosigkeit klopft er an eine kleine T√ľr, und es ruft von innen "Es ist ja offen". Karl tritt vorsichtig in den kleinen Raum ein. Es ist das Zimmer des Schiffsheizers, der seine Sachen packt um von Bord zu gehen. Dieser erz√§hlt ihm von der ungerechten Behandlung durch seinen Vorgesetzten, einem Rum√§nen namens Schubal, der seine Arbeit nicht zu sch√§tzen wei√ü. Karl will dem Heizer helfen, und schl√§gt vor mit dem Kapit√§n des Schiffes zu reden. Dieser Vorschlag wird allerdings als eher l√§cherlich abgetan. Der Heizer macht sich zusammen mit Karl auf den Weg zum Kassaraum. Er klopft respektvoll an die T√ľre an und fordert, als man "herein" ruft, Karl auf, ohne Furcht einzutreten. Von den drei Fenstern des Zimmers sieht man gro√üe Schiffe gegenseitig ihre Wege kreuzen.
An einem runden Tisch sitzen drei Herren, der eine ein Schiffsoffizier in blauer Schiffsuniform, die zwei anderen, Beamte der Hafenbeh√∂rde, in schwarzen, amerikanischen Uniformen. Am Fenster sitzt an einem Schreibtisch ein kleiner Herr, der mit gro√üen Folianten hantiert. In der N√§he des dritten Fensters stehen zwei Herren in halblautem Gespr√§ch. Einer tr√§gt auch die Schiffsuniform, derjenige, mit dem er spricht, ist in Zivil und hat ein d√ľnnes Bambusst√∂ckchen.
Der Heizer bittet um ein Gespr√§ch mit dem Herrn Oberkassier, wird aber darauf aufmerksam gemacht das seine Anwesenheit hier nicht erw√ľnscht ist. Da l√§uft Karl quer durchs Zimmer bis zum Tisch des Oberkassiers und zieht so die Aufmerksamkeit aller auf sich. Er berichtet von der ungerechten Behandlung die dem Heizer durch Schubal widerfahren ist und erlangt damit das Interesse des Kapit√§ns, dem in Schiffsuniform gekleideten Mann in der N√§he des Fensters. Der Heizer tr√§gt seine Klagen dem Kapit√§n vor, allerdings in einer so wirren und ungeordneten Weise, dass ein Zuh√∂rer nach dem Anderen das Interesse verliert und den Heizer als l√§stige St√∂rung empfindet. Karl f√§llt dem Heizer ins Wort um seinen Redeschwall zu unterbrechen. Inzwischen hat Schubal von dem Vorfall erfahren und betritt den Raum um sich zu verteidigen. Er wird aber davon abgehalten, da der Mann mit dem Bambusst√∂ckchen Karl nach seinem Namen fragt. Es stellt sich heraus des es sich um Karls Onkel handelt, eine wohlhabenden, einflu√üreichen Senator. Er hat von dem Dienstm√§dchen, welches ein Kind von Karl bekam, einen Brief mit genauer Beschreibung Karls bekommen.
Karl sieht keine Möglichkeit mehr dem Heizer zu helfen, und der Onkel bewegt ihn, das Schiff zu verlassen, da sie schon viel zu lange die wertvolle Zeit des Kapitäns in Anspruch genommen haben. Karl muss sich vom Heizer verabschieden und verlässt traurig das Schiff um mit dem Onkel an Land zu gehen.

Interpretation

Karl scheint gut ger√ľstet zu sein, im mythischen Land der unbegrenzten M√∂glichkeiten ein neues Leben zu beginnen. Aber "schuldlos" bedeutet auch so viel wie naiv und unerfahren. Wegen eines vergleichsweise wertlosen Regenschirms, gibt er seinen Koffer preis, der seine ganze materielle Habe enth√§lt. Er verirrt sich in dem riesigen Schiff, so wie sich im M√§rchen ein Kind im Wald verl√§uft. Er muss bei einem Erwachsenen Hilfe suchen. Dieser, der Heizer, ist ein "riesiger Mann", der das Kind sofort ins Bett beordert. Aber Karl besteht die Kraftprobe gegen diese Vaterfigur, denn angesichts seiner Vorgesetzten wird der Heizer selber zum Kind, das sich nicht verteidigen kann, weil es nicht gut genug reden kann. F√ľr einen kurzen Augenblick werden die Rollen vertauscht. Der Heizer wird zu Karls Sch√ľtzling. Der Onkel ist es dann, der diesen Emanzipationsversuch zu nichte macht. Karls Rede verwirrt sich, als er den ihm noch unbekannten Mann das erste Mal sieht. Als er dann die Aner - kennung ausgesprochen hat, "Du bist mein Onkel", wird ihm sofort alles genommen, was er besitzt: seine Freiheit und der Freund. Am Ende der Geschichte verl√§sst Karl weinend wie ein kleiner Junge an der Hand des Onkels das Schiff. Auch diese Geschichte endet also mit der Niederlage des Sohnes.

3.1.3 "Die Verwandlung"

Gregor ist Reisender und erh√§lt mit seinem Lohn seine Eltern und seine Schwester. Er rechnet damit, das jeden Moment ein Beauftragter seiner Firma auftauchen k√∂nnte. Seine Eltern klopfen an seine T√ľr und wollen sich nach ihm erkundigen, doch Gregor bringt nur noch tierisch verzerrte Laute heraus, was er selber aber noch nicht merkt. Der Prokurist der Firma trifft ein und droht Gregor ihn zu entlassen, wenn dieser nicht Augenblicklich aus seinem Zimmer herausk√§me. Gregor gelingt es durch heftiges schaukeln aus dem Bett zu fallen und auf die T√ľr zuzukriechen. Durch seine klebrigen Ballen gelingt es ihm, sich an der T√ľr aufzurichten und mit seinem Kiefer den Schl√ľssel umzudrehen.
Der Prokurist erblickt Gregor zuerst. Kurz aufschreiend wendet er sein Gesicht ab und fl√ľchtet Richtung Haust√ľr. Gregor versteht das alles nicht. Er verspricht dem Prokuristen sich sofort anzuziehen und den n√§chsten Zug zu nehmen. Doch der Prokurist, der die Haust√ľr bereits erreicht hat, starrt ihn nur fassungslos an und l√§uft schlie√ülich auf die Stra√üe hinaus. Gregors Mutter weicht entsetzt in die K√ľche aus und der Vater versucht Gregor mit einem Stock in sein Zimmer zu treiben. Doch Gregor hat noch keine √úbung im R√ľckw√§rtsgehen, also versucht er sich umzudrehen. Der Vater dirigiert Gregors Drehbewegung mit seinem Stock und als Gregor endlich bei seiner Zimmert√ľr angelangt ist, gibt ihm der Vater einen Tritt, sodass er durch die T√ľr in sein Zimmer fliegt.
Die Zimmert√ľre wird von au√üen verschlossen und Gregor verkriecht sich leicht verletzt unter dem Kanapee, wo er auch die Nacht verbringt. Am n√§chsten Morgen betritt seine Schwester als Erste sein Zimmer. Ohne Gregor anzusehen, der fast v√∂llig von dem Kanapee verdeckt wird, bringt sie ihm verschiedene Speisen herein. Altes, halbverfaultes Gem√ľse, Knochen vom Nachtmahl her, ein Paar Rosinen und Mandeln, einen K√§se, den Gregor vor zwei Tagen f√ľr ungenie√übar erkl√§rt hat und ein paar Brote. Als seine Schwester aus dem Zimmer ist krabbelt er sofort zu dem K√§se und beginnt gierig daran zu saugen. Auch das Gem√ľse schmeckt ihm. Die frischen Speisen dagegen r√ľhrt er nicht an. Nach der ausgiebigen Mahlzeit liegt er faul am Boden herum, doch als er die Schritte seiner Schwester h√∂rt, krabbelt er schnell unter das Kanapee. Seine Schwester kehrt mit einem Besen alle Speisereste zusammen und wirft sie in einen K√ľbel. So bekommt Gregor nun jeden Tag zweimal sein Essen.
Nach einigen Tagen, das ewige liegen nicht mehr ertragend, nimmt Gregor zur Zerstreuung die Gewohnheit an, kreuz und quer √ľber W√§nde und Plafond zu kriechen. Die Schwester bemerkt sofort die neue Unterhaltung, die Gregor f√ľr sich gefunden hat. Sie schl√§gt ihrer Mutter vor, die M√∂bel aus Gregors Zimmer zu schaffen, damit er mehr Platz zum Kriechen hat. Am n√§chsten Tag machen sie sich daran den gro√üen Kasten aus dem Zimmer zu tragen. Gregor liegt wieder unter dem Kanapee und sieht der Umsiedlung seiner M√∂bel zu. Doch mehr als den Kasten will er nicht aus dem Zimmer haben. Er will nicht das alles menschliche aus seinem Zimmer getragen wird, denn er hat noch immer Hoffnung sich wieder R√ľckzuverwandeln.
Gregor kriecht unter dem Kanapee hervor und die Wand bis zu einem Bild hoch. Dieses umklammert er. Als seine Mutter und seine Schwester wieder das Zimmer betreten, sehen sie Gregor an der Wand h√§ngen. Die Mutter wird auf der Stelle ohnm√§chtig und die Schwester beginnt mit Gregor zu schimpfen. Die Schwester bringt die Mutter in die K√ľche wo sie mit Riechsalz versucht die Mutter wieder aufzuwecken. Auch Gregor hat sein Zimmer verlassen um seiner Schwester zu helfen, doch er kann nur hilflos zusehen. Pl√∂tzlich kommt sein Vater bei der Haust√ľre herein und als er bemerkt was passiert ist beginnt er Gregor durch das Wohnzimmer zu jagen. Obst nach Gregor werfend l√§uft er im Zimmer herum. Einige √Ąpfel streifen Gregors R√ľcken, doch einer dringt dagegen f√∂rmlich in Gregors R√ľcken ein und er verliert sein Bewu√ütsein.
An der Verletzung leidet Gregor √ľber einen Monat, da ihm niemand den Apfel entfernt und dieser als Andenken im Fleisch sitzenbleibt. Gregor wird immer schw√§cher da er keine Nahrung mehr zu sich nimmt und kann sich am Ende kaum noch auf den Beinchen halten. F√ľr seine Familie wird Gregor zu einem immer gr√∂√üeren Problem, da es durch ihn nicht m√∂glich ist Untermieter aufzunehmen. Sie √ľberlegen sich wie sie ihn loswerden k√∂nnten. Doch eines Morgens findet die Haush√§lterin Gregor tot im Zimmer. Mit den Worten "Seht nur, es ist krepiert; da liegt er, ganz und gar krepiert" teilt sie der Familie Gregors Tot mit. Nachdem sie den Leichnam aus dem Haus transportiert haben machen sie einen Ausflug ins Gr√ľne und planen ihre Zukunft neu.

Interpretation

Die Verwandlung ist das Resultat einer Krise, die Arbeit an dem mit gro√üen Hoffnungen begonnenen Roman schritt nicht mehr voran, der Konflikt mit der Familie hatte sich zugespitzt. Auch dieser Text ist ein Versuch, sich zur Wehr zu setzen, ein Versuch, der wesentlich aggressiver ausf√§llt als alle vorangegangenen. Wenige Tage bevor er mit der Arbeit an der Geschichte begann, berichtete Kafka Felice √ľber sein Verh√§ltnis zu seiner Familie: er nennt seine j√ľngste Schwester, Ottla, seine "beste Prager Freundin", erw√§hnt auch die beiden anderen Schwestern als "teilnehmend und gut", um dann mit der Bemerkung zu schlie√üen: "Nur der Vater und ich, wir hassen uns tapfer". 23
Etwas von diesem "Ha√ü" ist in der Erz√§hlung sp√ľrbar. Die Andersartigkeit des Sohnes ist √ľber Nacht deutlich zu tage getreten: er hat sich in ein ungeheures Ungeziefer, in einen Parasiten verwandelt. Gregor Samsa liegt zur Unt√§tigkeit verdammt in seinem Zimmer. Seine Rolle ist die eines Beobachters. Er pr√ľft die Familie, pr√ľft, ob sie es dazu bringen, ihn in seiner Andersartigkeit zu tolerieren und zu akzeptieren.
Kafka hat f√ľr die Niederschrift dieser Geschichte ein eigenes Heft benutzt, in das er auch sp√§ter keine anderen Texte mehr eintrug. Die Erz√§hlung hat den Charakter einer Anklageschrift. Der schreibende Sohn, den der Vater in die Rolle eines erfolgreichen Gesch√§ftsmanns dr√§ngen will, bekennt sich dazu, dass er einen anderen Sinn im Leben sieht.
Die Familie ist nicht dazu bereit, den Parasiten Gregor zu dulden. Der Vater benimmt sich von allem Anfang an feindselig, f√ľgt dem Sohn schlie√ülich sogar eine lebensgef√§hrliche Verletzung zu. Die Mutter setzt Gregor immer wieder den Angriffen des Vaters aus. Die Schwester, auf die Gregor die gr√∂√üten Hoffnungen setzt, versucht ihm zun√§chst zu helfen, l√§sst ihn aber im Stich, als ihre eigene Existenz durch ihn bedroht wird. Sie ist es sogar, die am Ende die Initiative ergreift und beschlie√üt, dass jenes ekelhafte "es" endlich "weg muss", sie spricht also den Urteilsspruch aus.

3.2 "Der Proceß"

Josef K. wacht eines Morgens auf und wartet darauf, dass ihm die K√∂chin der Frau Grubach sein Fr√ľhst√ľck ans Bett bringt. Doch anstatt des M√§dchens tritt ein fremder Mann ein, der alle Fragen Ks √ľber seinen Erscheinungsgrund √ľbergeht. K betritt das Nebenzimmer, wo drei weitere Herren auf ihn warten. Sie erkl√§ren K. f√ľr verhaftet. √úber den Grund der Verhaftung k√∂nnen sie keine Auskunft geben und dr√§ngen K. darauf, wieder zur√ľck in sein Zimmer zu gehen, sich ordentlich anzuziehen und auf ihren Vorgesetzten zu warten. K. muss nachgeben und zieht sich in sein Zimmer zur√ľck bis die Ankunft des Vorgesetzten gemeldet wird.
Er wird von zwei W√§chtern aus seinem Zimmer in ein f√ľr ein Verh√∂r vorbereitetes Zimmer gebracht, wo er sich zu einem kleinen Tisch setzt. Auch der Vorgesetzte kann K. √ľber den Grund der Verhaftung keine Auskunft geben, teilt ihm aber mit das ein Proce√ü gegen ihn l√§uft. Die Herren verabschieden sich und verlassen die Wohnung. K. kann darf sich frei bewegen obwohl er verhaftet wurde, er muss sich aber um seinen Proce√ü k√ľmmern.
Den Proce√ü nicht sehr ernst nehmend, f√ľhrt K. sein Leben als Angestellter einer Bank fort bis er einen Anruf erh√§lt, das er sich beim Gericht einzufinden hat. Die Adresse des Gerichts f√ľhrt ihn in ein verwahrlostes Viertel. Mit M√ľhe findet er den Gerichtssaal in einem heruntergekommenen Haus, in einer f√ľr den Proce√ü hergerichteten Wohnung. K. erscheint das Auftreten des Gerichts als l√§cherlich und f√ľhlt sich √ľberlegen, was er auch in einer Rede an den Richter und die vielen anderen Beamten des Gerichts ausdr√ľckt. Dir T√ľre des Gerichtszimmers zuschlagend verl√§sst er die Verhandlung, ihn der er auch nicht den Anklagepunkte seines Processes erfahren hat.
Nach einer Woche begibt sich K. wieder zu dem Gerichtszimmer, findet es aber leer vor. Er trifft einen Gerichtsdiener, der ihm anbietet, ihn durch die Verwaltungsr√§ume des Gerichts zu f√ľhren. K. folgt ihm eine Treppe hinauf zum Dachboden des Hauses, in dem sich die Zimmer der Gerichtsbeamten befinden. Entlang der G√§nge sitzen andere Angeklagte, die auf die Erledigung eines ihrer Antr√§ge warten. Eingesch√ľchtert, starr und ruhig warten sie. Manche kommen schon seit vielen Jahren hierher. K. beginnt sich ernste Sorgen um seinen Proce√ü zu machen.
Ks Onkel kommt zu Besuch. Er hat von seinem Proce√ü erfahren und bringt ihn zu einem alten Freund der Familie, dem Advokaten Dr. Huld. Dieser verspricht, sich f√ľr K. einzusetzen und seine Beziehungen zu den Beamten des Gerichts spielen zu lassen, denn nur damit sei ein Proce√ü zu gewinnen. Monate vergehen und K. wird es leid die ewigen Vertr√∂stungen und Selbstverherlichungen des Advokaten anzuh√∂ren. Nach Ks Meinung bringt der Advokat den Proce√ü nicht in Gang, es geschieht nichts. So beschlie√üt er, seinen Advokaten zu entlassen und selbst f√ľr den Fortgang seines Processes zu sorgen. Der Advokat teilt K. aber noch mit, das es um seinen Proce√ü nicht gut steht.
Aufgrund eines Kundentreffens begibt sich K. in den Dom, wo ihn ein Geistlicher in ein Gespr√§ch verwickelt. Er erz√§hlt ihm die Geschichte des Torh√ľters, der das Tor des Gesetzes bewacht und niemandem Eintritt gew√§hren darf.
Eines Tages, es ist K. Geburtstag, kommen zwei dicke, schwarz gekleidete Männer in Ks Zimmer und nehmen ihn mit. Sie gehen gemeinsam aus der Stadt zu einem alten Steinbruch. Dort erfährt K. den Ausgang seines Processes. Er wird hingerichtet.

Interpretation

Der Roman ist als eine Art Strafphantasie zu sehen: Am Vorabend seines einunddrei√üigsten Geburtstages wird Josef K. umgebracht, am Vorabend seines einunddrei√üigsten Geburtstages entschlie√üt sich Kafka, nach Berlin zu fahren, um das Verl√∂bnis mit Felice zu l√∂sen. Der Proze√ü ist sehr deutlich auf die Erz√§hlung vom Torh√ľter hin gearbeitet. Es ist nicht nur eine der ber√ľhmtesten Erz√§hlungen Kafkas, sondern sie war dem Autor auch eine der liebsten.
Alles das Gericht betreffende ist von den √ľblichen Normen abweichend, scheint keinen Sinn zu ergeben und verworren zu sein. Die √ľberfallsartige Verhaftung ohne K. jedoch in Gewahrsam zu nehmen, die Verhandlung in einer umgebauten Wohnung an einem Sonntag Morgen. Allem diesen versucht sich K. entgegenzustellen und mit seiner Redekunst und Handlungsweise das Gericht zu entm√§chtigen, ins L√§cherliche zu ziehen. Doch der komplizierte Apparat ist m√§chtiger und toleriert Ks Verhalten nur in eingeschr√§nktem Ma√ü. Schlie√ülich muss K einsehen, dass es keinen Sinn hat sich zu wehren, doch es ist zu sp√§t f√ľr ihn. Wehrlos und den Tod schon fa√üt erflehend wird er von den Dienern des Gerichts get√∂tet.

4 Der Tod Franz Kafkas

Die letzte Phase verbrachte Kafka zusammen mit Dora Diamant. Sie mieteten eine Wohnung in Steglitz, und in den ersten Monaten ist Kafka sehr gl√ľcklich. Er hatte endlich, gegen alle Widerst√§nde, den Wegzug von Prag durchgesetzt, unvermutet besitzt er einen eigenen "Hausstand". Seinem Freund Felix Weltsch beschreibt er die neue Umgebung: ....meine Gasse ist etwa die letzte halb st√§dtische, hinter ihr l√∂st sich das Land in G√§rten und Villen auf, alle √ľppige G√§rten. An lauen Abenden ist ein so starker Duft, wie ich ihn von anderswoher kaum kenne. Dann ist da noch der gro√üe Botanische Garten, eine Viertelstunde von mir, und der Wald, wo ich allerdings noch nicht war, keine volle halbe Stunde. Die Einfassung des kleinen Auswanderers ist also sch√∂n. 24
Nach sechs Wochen hatte er umziehen m√ľssen, in der ersten Wohnung gefiel der Wirtin der etwas zweifelhafte "Hausstand" wohl nicht. Hatte Kafka Brod bei einem seiner ersten Besuche noch gesagt: Ich bin den D√§monen entwischt, diese √úbersiedlung nach Berlin war gro√üartig, jetzt suchen sie mich, finden mich aber nicht, wenigstens vorl√§ufig nicht. 25
Wenige Wochen nach dem Umzug schreibt Kafka in seinem letzten Brief an Milena.... die alten Leiden haben mich auch hier aufgefunden, angefallen und ein wenig niedergeworfen 26 Die Tuberkulose schritt in den folgenden Monaten rasch fort, besonders durch die schlechte Ernährung. Im Januar 1924 heißt es in einem Brief an Max Brod:
W√§re das Wesen nur nicht so hinf√§llig, man k√∂nnte ja die Erscheinung fast aufzeichnen: links st√ľtzt ihn etwa Dora; rechts etwa jener Mann; den Nacken k√∂nnte ihm z.B. irgendein "Gekritzel" steifen, wenn jetzt nur noch der Boden unter ihm gefestigt w√§re, der Abgrund vor ihm zugesch√ľttet, die Geier um seinen Kopf verjagt, der Sturm √ľber ihm bes√§nftigt, wenn das alles geschehen w√ľrde, nun, dann ginge es ja ein wenig. 27
Anfang März 1924 verschlimmert sich der Zustand so stark, dass Onkel Siegfried und Max Brod nach Berlin kommen und Kafka nach Prag bringen; die Tuberkulose hatte auch seinen Kehlkopf ergriffen, eine Heilung war ausgeschlossen. Anfang April wird Kafka in das Sanatorium Wiener Wald gebracht, von dort in die Universitätsklinik in Wien, Ende April in das Sanatorium Dr. Hoffmann in Kierling bei Klosterneuburg. Dora Diamant ist Tag und Nacht bei Kafka. Der lebenslange Freund Max Brod besucht ihn noch einmal. Am 3. Juni 1924, einen Monat vor seinem einundvierzigsten Geburtstag, stirbt Franz Kafka und wird in Prag beigesetzt, in der Stadt, die er haßte und liebte, die er immer verlassen wollte aber die ihn doch festhielt.


Das letzte Bild (Berlin 1923/24)







Die Todesanzeige



5 Zeittafel

1883 Franz Kafka wird am 3. Juli als erstes Kind des Kaufmanns Herrmann Kafka und seiner Frau Julie, geb. Löwy in Prag geboren.
1889 - 1901 Besuch der Volksschule am Fleischmarkt, ab 1893 des Altstädter Deutschen Gymnasiums. Im Sommer 1901 Abitur.
1901 - 1906 Studium an der Deutschen Universit√§t in Prag; zun√§chst Besuch von Veranstaltungen in Chemie, Germanistik und Kunstgeschichte, dann Entscheidung f√ľr das Jura - Studium.
1902 Im Oktober erste Begegnung mit Max Brod.
1904 Beginn der Arbeit an der ersten Fassung von "Beschreibung eines Kampfes".
1906 Im Juni Promotion zum Doktor der Rechte.
1906 - 1907 Rechtspraktikum am Landes - und am Strafgericht.
1907 Beginn der Arbeit an der ersten Fassung von "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande".
1907 - 1908 Anstellung bei der Versicherungsgesellschaft Assicurazioni Generali in Prag.
1908 Im M√§rz erste Ver√∂ffentlichung: In der Zweimonatsschrift "Hyperion" erscheinen kleine Prosast√ľcke unter dem Titel "Betrachtung"; am 30. Juli Eintritt in die Arbeiter - Unfall - Versicherungs - Anstalt f√ľr das K√∂nigreich B√∂hmen in Prag.
1909 Im Fr√ľhsommer Beginn der Eintragungen ins erste Tagebuchheft; im September Reise mit Max und Otto Brod nach Norditalien; es entsteht der kurz darauf in der Prager Tageszeitung "Bohemia" publizierte Bericht "Die Aeroplane in Brescia"; im Herbst Arbeit an der zweiten Fassung von "Beschreibung eines Kampfes".
1910 Ende M√§rz erscheint eine Auswahl k√ľrzerer Prosatexte unter dem Titel "Betrachtungen" in der "Bohemia"; im Oktober Reise mit Max und Otto Brod nach Paris
1911 Im Sommer Reise mit Max Brod in die Schweiz, nach Norditalien und Paris; Ende September Aufenthalt im Sanatorium Erlenbach bei Z√ľrich; Begegnung mit einer mehrere Monate in Prag gastierenden jidischen Schauspieltruppe.
1912 Im Sommer Reise mit Max Brod nach Leipzig und Weimar, anschließend Aufenthalt im Naturheilsanatorium Jungborn bei Stapelburg im Harz; im August erste Begegnung mit der Berlinerin Felice Bauer in Prag, im September Beginn der Korrespondenz mit ihr; es entstehen u.a. die Erzählungen "Das Urteil" und "Die Verwandlung", und Kafka beginnt mit der Niederschrift des Romans "Der Verschollene"; unter dem Titel "Betrachtung" erscheint im Dezember Kafkas erstes Buch.
1913 Reger Briefwechsel mit Felice Bauer; Ende Mai erscheint "Der Heizer". Ein Fragment im Kurt Wolff Verlag in der Buchreihe "Der j√ľngste Tag", im Juni "Das Urteil" im Jahrbuch "Arkadia"; im September Reise nach Wien, Venedig und Riva.
1914 Am 1. Juni offizielle Verlobung mit Felice Bauer in Berlin, am 12. Juli Entlobung; im Juli Reise √ľber L√ľbeck nach Marielyst; Anfang August Beginn der Niederschrift des Romans "Der Proce√ü"; w√§hrend der damit einsetzenden Schaffensphase entsteht u.a. die Erz√§hlung "In der Strafkolonie".
1915 Im Januar erste Begegnung mit Felice Bauer nach der Entlobung; "Die Verwandlung" erscheint im Oktoberheft der Zeitschrift "Die Weißen Blätter"; Carl Sterheim gibt die Preissumme des ihm verliehenen Fontane - Preises "als Zeichen seiner Anerkennung" an Kafka weiter
1916 Erneute engere Beziehung zu Felice Bauer, im Juli gemeinsamer Urlaub im Marienbad; Beginn der Aufzeichnungen in Oktavheften; in der Buchreihe "Der j√ľngste Tag" des Kurt Wolff Verlags erscheint im November "Das Urteil".
1916 - 1917 Viele kurze Texte entstehen in Kafkas Arbeitsdomizil in der Alchimistengasse auf dem Hradschin.
1917 Zweite Verlobung mit Felice Bauer im Juli; im August erste Anzeichen einer Lungenerkrankung, am 4. September Diagnose einer Lungentuberkulose; im Dezember Lösung der zweiten Verlobung
1917 - 1918 Genesungsurlaub im nordb√∂hmischen Z√ľrau auf einem von Ottla Kafka bewirtschafteten Bauernhof; Entstehung vieler Aphorismen.
1919 "In der Strafkolonie" erscheint im Mai bei Kurt Wolff, im Sommer Verlobung mit Julie Whoryzek; im November entsteht der "Brief an den Vater".
1920 Im April Genesungsurlaub in Meran; Beginn des Briefwechsels mit Milena Jesenkà; im Mai erscheint bei Kurt Wolff der Band "Ein Landarzt. Kleine Erzählungen"; im Juli Lösung des Verlöbnisses mit Julie Whoryzek.
1920 - 1921 Kuraufenthalt in Matliary in der Hohen Tatra (von Mitte Dezember 1920 bis August 1921)
1922 Von Ende Januar bis Mitte Februar Aufenthalt in Spindelm√ľhle im Riesengebirge, Beginn der Niederschrift des Romans "Das Schlo√ü"; au√üerdem entsteht u.a. "Ein Hungerk√ľnstler"; am 1. Juli wird Kafka pensioniert; von Ende Juni bis September Aufenthalt in Plan√† an der Luschnitz (B√∂hmerwald).


1923 Im Juli erste Begegnung mit Dora Diamant in M√ľritz an der Ostsee; im September √úbersiedlung von Prag nach Berlin, Lebensgemeinschaft mit Dora Diamant; es entsteht u.a. der Text "Eine kleine Frau".
1924 Verschlechterung des Gesundheitszustandes; im M√§rz R√ľckkehr nach Prag; "Josefine, die S√§ngerin oder Das Volk der M√§use" entsteht; im April Aufenthalt im Sanatorium Wiener Wald in Ortmann (Nieder√∂sterreich), sp√§ter in der Klinik von Prof. Hajek in Wien, schlie√ülich Sanatorium Dr. Hugo Hoffmann in Kierling bei Wien; Kafka beginnt mit der Satzkorrektur seines Bandes "Ein Hungerk√ľnstler"; am 3. Juni stirbt Franz Kafka; er wird am 11. Juni auf dem j√ľdischen Friedhof in Prag - Straschnitz bestattet

6 Literaturverzeichnis

    Franz Kafka, "Der Proceß", Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, November 1994, Textgrundlage: Kritische Ausgabe von Malcom Pasley, S. Fischer Verlag, 1990 Franz Kafka, "Die Söhne", Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, August 1989,
Originalausgabe, 13. - 14. Tausend: November 1993

Sekundärliteratur:

    Klaus Wagenbach, "Kafka", Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Oktober 1964, 25. Auflage, 276. - 283. Tausend: Januar 1994 Erläuterungen und Dokumente, "Franz Kafka - Die Verwandlung", Reclam

7 Anmerkungen

1

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande und andere Prosa aus dem Nachlass S.192
2

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande und andere Prosa aus dem Nachlass S.164
3

Briefe an Milena S.64 f
4

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande und andere Prosa aus dem Nachlass S.172, S.186
5

Briefe an Felice S. 509
6

Briefe 1902 - 1924 S. 347
7

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande und andere Prosa aus dem Nachlass S. 191
8

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande und andere Prosa aus dem Nachlass S. 166
9

Tageb√ľcher 1910 - 1923 S. 224
10

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande und andere Prosa aus dem Nachlass S. 198
11

Tageb√ľcher 1910 - 1923 S. 222
12

Klaus Wagenbach, Franz Kafka. Eine Biographie seiner Jugend. 1883 - 1912. Bern 1958. S. 268f
13

Briefe 1902 - 1924 S. 20
14

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande und andere Prosa aus dem Nachlass S. 207
15

Max Brod, Franz Kafka. Eine Biograpghie. Dritte, erweiterte Auflage. Frankfurt am Main 1954 S. 57

16


Beschreibung eines Kampfes. Novellen, Skizzen, Aphorismen aus dem Nachlass S.293 f
17

Briefe 1902 - 1924 S.139
18

Briefe 1902 - 1924 S.33
19

Briefe 1902 - 1924 S.48 f
20

Tageb√ľcher 1910 - 1923 S.127
21

Erzählungen S.317
22

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande und andere Prosa aus dem Nachlass S.175
23

Briefe an Felice S.87
24

Briefe 1902 - 1924 S.451
25

Max Brod, Franz Kafka. Eine Biograpghie. Dritte, erweiterte Auflage. Frankfurt am Main 1954 S.241
26

Briefe an Milena S.270
27

Briefe 1902 - 1924 S.472 f

Die Verweise bei Kafka - Zitaten beziehen sich auf die bei Schocken und S. Fischer erschienene Ausgabe (Gesammelte Werke, Frankfurt am Main 1950f). Bei Zitaten aus nicht publizierten Briefen werden Adressat und Datum angegeben.

8 Erstausgaben der Einzelwerke

    Betrachtung. Leipzig (Ernst Rowohlt) 1913 [ersch. 1912] Der Heizer. Leipzig (Kurt Wolff) 1913 Die Verwandlung. Leipzig (Kurt Wolff) 1915 Das Urteil. Leipzig (Kurt Wolff) 1916 In der Strafkolonie. Leipzig (Kurt Wolff) 1919 Ein Landarzt. Kleine Erz√§hlungen. M√ľnchen, Leipzig (Kurt Wolff) 1919 Ein Hungerk√ľnstler. Vier Geschichten. Berlin (Verlag Die Schmiede) 1924 Der Proze√ü. Roman. Hg. von Max Brod. Berlin (Verlag Die Schmiede) 1925 Das Schlo√ü. Roman. Hg. von Max Brod. M√ľnchen (Kurt Wolff) 1926 Amerika. Roman. Hg. von Max Brod. M√ľnchen (Kurt Wolff) 1927 Beim Bau der chinesischen Mauer. Ungedruckte Erz√§hlungen und Prosa aus dem Nachlass. Hg. von Max Brod. Potsdam (Gustav Kiepenheuer) 1931 Vor dem Gesetz. Zusammengestellt von Heinz Politzer. Berlin (Schocken) 1935

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