Der 6.Tag


Mann steht vor Sonne



"Dann sprach Gott, lasset uns Menschen machen,
ein Bild, das uns gleich sei,
die da herrschen √ľber die Fische im Meer
und √ľber die V√∂gel unter dem Himmel
und √ľber das Vieh
und √ľber alle Tiere des Feldes
und √ľber alles Gew√ľrm, das auf Erden kriecht.
Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn,
und er schuf sie als Mann und Weib.
Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar und mehret euch
und f√ľllet die Erde
und machet sie euch zum Untertan
und herrschet √ľber die Fische im Meer
und √ľber die V√∂gel unter dem Himmel
und √ľber das Vieh
und √ľber alles Getier, das auf Erden kriecht.
Und Gott sprach,
Sehet da,
ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen,
auf der ganzen Erde,
und alle B√§ume mit Fr√ľchten, die Samen bringen zu eurer Speise.
(...)
Und es geschah so.
Und Gott sah an alles,
was er gemacht hatte, und er sah es war sehr gut.
Da ward aus Abend und Morgen
der sechste Tag. "


Genesis 1, 26 - 31




Inhaltsangabe


1.
Deckblatt
2.
Einleitung
3.
Inhaltsangabe
4.
Vorwort zu "Entwicklung zum Menschen
5.
Die Entwicklung zum Menschen
6.
√Ą
7.
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8.
√Ą
9.
√Ą
10.
√Ą
11.
√Ą
12.
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13.
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14.
√Ą
15.
√Ą
16.
√Ą
17.
Schlußwort zu "Entwicklung zum Menschen
18
Quellenangabe























Die Entwicklung zum Menschen

Die Sch√∂pfungs bzw. Evolutionsgeschichte des Menschen (Anthropogenese lat. = Entstehung des Menschen) hat in der Geschichte immer eine besondere Rolle gespielt. In allen Religionen gibt es eine andere Geschichte zur Welterschaffung und √ľber die Erschaffung des Menschen. Die religi√∂se erkl√§rte Menschenentstehung nennt sich Anthropogenie.
Bei der christlichen Schöpfungsgeschichte, der Genesis, spielt der Mensch die dominierende Bedeutsamkeit. Der Mensch wird als Krönung der Schöpfung dargestellt.
In manchen Naturreligionen hingegen ist der Mensch nur ein unbedeutender Teil der Welt.
Doch in den heutigen Zeiten der Atomkraft, des interplanetaren Raumfluges und der genetischen Manipulation hat sich eine vollkommen neue Religion in diese Grundsatzfrage eingemischt.
Diese "Religion" nennt sich Wissenschaft.


Foto
Darwin
Evolution - Strategie des Lebens
S.43
Vor allen die Anthropogenese und die Biochemie pr√§gen unser modernes Bild des Leben, und √ľber seine Entstehung.
Dieses Bild kommt ohne Gott, G√∂tter oder Erdgeister aus, man entwickelt Thesen wie die pr√§biotische Synthese bzw. die abitotische Genese (lat. = vor dem Leben geschehene Verbindungsreaktion), um die Entstehung von biologischen Ursubstanzen zu erkl√§ren. Die Anthropogenese setzt heutzutage unter Anderem auf die nat√ľrliche Auslese und nicht auf Gott.
Der größte wissenschaftliche Schub kam wohl von Charles Darwin (engl. Naturforscher * 1809 U1882, siehe Foto).
Darwin f√ľhrte die Anthropogenese aus den mittelalterlichen Vorstellungen heraus und pr√§gte die Begriffe Abstammungslehre und nat√ľrliche Zuchtwahl. Er behauptete, dass die Natur die schwachen und unvollkommenen Lebewesen aussterben l√§sst d.h. diese Schwachen werden von den Starken verdr√§ngt und sterben fr√ľher oder sp√§ter aus.
Eine seiner Hauptaussage war, dass der Mensch wie jedes andere Lebewesen auch von einer primitiveren Form abstammt. Diese Aussage brachte ihn fälschlicherweise in Verruf.
In vielen Karikaturen dieser Zeit sieht man Darwins Kopf auf dem K√∂rper eines Affen. Es erlebte leider nicht mehr wie seine Theorien best√§tigt wurden, aber heute z√§hlt er zu den ehrbaren Gr√ľndern der Anthropologie. Der Leitsatz des "Darwinismus" lautet
"Fressen und gefressen werden" bzw. "Paß dich an oder stirb". Diese Theorie wird heute von fast allen Wissenschaftlern anerkannt, jedoch nicht ganz. Darwin sagt ebenfalls, dass sich alle großen Tierstämme (Amphibien, Säugetiere etc.) nur auf diese Weise bildeten, doch heute können wir mit großer Sicherheit sagen, dass sich die großen Stämme anders entwickelten, aber das ist nicht das Thema. Das Bild des Vormenschen war damals noch sehr unvollständig und es handelte sich eher um Chimärwesen als um ernstzunehmende Vorformen des Menschen.
Damals war diese These stark umstritten, f√ľr manche Menschen grenzten seine Theorien an Gottesl√§sterung, und er wurde verkannt, dennoch hat sich diese Theorie durchgesetzt.
Seine beiden ber√ľhmten Werke "√úber die Entstehung der Arten durch nat√ľrliche Zuchtwahl" und "Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl" sind bis heute Standardwerke der Anthropologie.
Nun wu√üte man also wie und warum die Evolution der Primaten arbeitet, aber man kannte die verschiedenen Entwicklungsstufen nicht. Bis heute haben die Wissenschaftler mit Hilfe von Funden ein detailliertes Bild √ľber die Entwicklung der Hominoiden und der Hominiden erstellt.


Der Anfang der Entwicklung zum Menschen wurde beim Propliopithecus (siehe Foto) gesetzt, der vor ca. 31 Millionen Jahren lebte und eher einem Affen als einem Menschen glich.








Entstehungsgeschichte des Menschen S.46
Dann folgten Aegyptopithecus, Dryopithecus und
Ramapithecus.
Diese niederen Primaten sind höchstwahrscheinlich die direkten Vorfahren der Affen (Pongiden).
Man weiß nicht besonders viel, doch aus Funden im Jahr 1977 konnte man schließen, dass diese drei Arten alle auf Bäumen lebten. Ihre Intelligenz entspricht wie schon gesagt den höherentwickelten Affen wie zum Beispiel den Schimpansen und Menschenaffen.
Es gab vor einigen Jahren eine kleine Meinungsverschiedenheit unter den Wissenschaftlern. Man hatte die Abstammung des Menschen vom Ramapithecus mit Hilfe einer genetischen Analyse bewiesen. Es gibt eine Art "genetische Uhr" die in jedem Lebewesen steckt. Die Mitochondrien - DNA ist eine abgewandelte Form der DNS ( Desoxyribonnucleinsäure ), die DNS befindet sich im Zellkern und ist spiralförmig angeordnet, die Mitochondrien - DNA hingegen ist kreisförmig strukturiert und wird immer nur von der Mutter an ihre Nachfahren abgegeben und befindet sich außerhalb des Kerns.
Diese DNA verändert sich mit der Zeit, wobei ein kleiner Teil immer gleich bleibt, und so kann man das Alter und auch die Abstammung eines Primaten ziemlich genau dokumentieren. Zum Beispiel unterscheidet sich unsere Mitochondrien - DNA nur zu 10 % von der, der Affen.
Nun waren einige Wissenschaftler davon √ľberzeugt, dass diese Methode nicht zuverl√§ssig sei. Sie propagierten, dass diese DNA - Fragmente nur zuf√§llig Gemeinsamkeiten vorweisen w√ľrden.
Erst Jahre und viele Experimente später hat man die exakte Funktionsweise dieser Methode zu 100% bewiesen und hatte somit eine sichere "Stammbaumkontrolle".

Vor ungefähr 10 Millionen Jahren spalteten sich zwei Arten vom Ramapithecus ab, die niederen Primaten und die Australopithecinen.

Die niederen Primaten entwickelten sich, wie schon gesagt, direkt zu den Pongiden (Familie der Affen).
1994/95 gab es mal wieder Aufruhr in der Gemeinschaft der Anthropogenisten. Schon vor einigen Jahren hatte man im ostafrikanischen Aramis ein Skelett gefunden das man als Australopithecid klassifizierte. Der Australopithecus ramidus ist der erste uns bekannte Australopithecid der vor ca. 4,4 Millionen Jahren in Afrika lebte. Er unterschied sich von den fr√ľheren Hominoiden (= √úberfamilie der "Menschenartigen") durch die M√∂glichkeit (!!!) zum aufrechten Gang. Diese M√∂glichkeit wurde zwar nicht oft genutzt, aber immerhin hatte man zwei freie H√§nde.
1994/95 äußerten sich immer wieder Zweifel an der Einstufung des Ramidus als Australopithecid, zum Beispiel sind die morphologischen Merkmale sehr verschieden und das Skelett war zu denen der anderen Australopithecinen auch sehr divergierend.
Also entschlo√ü man sich einen neue Gattung einzuf√ľhren, den Ardipithecus. Ab sofort hie√ü diese Art Ardipithecus ramidus.
Wie schon gesagt wurde diese Erneuerung erst vor zwei Jahren durchgesetzt und so ist der Ardipithecus ramidus meist noch als Australopithecid vermerkt.

Aus dem Ardipithecus ramidus ging der Australopithecus anamensis hervor.
Von dieser Art wissen wir genau, dass sie schon auf zwei Beinen lief, man hatte ein Schienenbein gefunden und nach verschiedenen Untersuchungen war man sich sicher, dass dieses Bein schon f√ľr den aufrechten Gang geeignet war.
Dieser Schritt in der Evolution war sehr bedeutend.
Das Klima √§nderte sich die gro√üen Regenw√§lder verkleinerten sich und die flache Steppe machte sich breit. Die Vegetation war trotzdem noch knapp einen Meter hoch und so musste man auf zwei Beinen gehen um seine Umgebung gut √ľberblicken zu k√∂nnen.
Genau wie alle Anderen lebte auch dieser Australopithecid im Westen Afrikas, denn dort waren die Lebensverh√§ltnisse f√ľr neue Arten ideal. Man hatte eine flache Steppe in der man sich Nahrung beschaffen konnte und man hatte auch die M√∂glichkeit im Notfall in die kleinen Waldst√ľcke zu fliehen die sehr viel Schutz vor den Raubtieren boten.












Ursprung des Menschen
S.27
Rekonstruktion
Auf den Australopithecus anamensis folgte der Australopithecus afarensis.
Er unterschied sich von seinen Vorg√§ngern durch die stabilere Wirbels√§ule die f√ľr den aufrechten Gang besser geeignet war als die stark gekr√ľmmten Wirbels√§ulen der vorangegangenen Australopithecinen.
Ein unglaubliches Gl√ľck hatten einige Forscher in Laetoli
( Tansania ). Nahe eines Vulkans fand man extrem gut erhaltene Fußspuren eines Australopithecus afarensis.
Anscheinend war ein Vertreter dieser Art durch frisch gefallenen Lavastaub gegangen, diese Asche trocknete und wurde zu unzerst√∂rbaren Stein. Dadurch wurden diese Fu√üspuren f√ľr Jahrmillionen erhalten. Auf den ersten Blick sah jeder, dass es sich um eine Art handeln musste, die stabil und lange Zeit auf zwei Beinen ging.
Ein anderer Fund wurde 1973 gemacht. In √Ąthiopien entdeckte man einen Australopithecinen der ca. 3,25 Millionen Jahre alt war. Das besondere an diesem Skelett war der bemerkenswert gute Zustand. Es waren fast 40 % erhalten und ein solcher Fall ist relativ selten.
Man vermutete, dass dieser Australopithecid ein Weibchen war, denn andere Funde des Australopithecus afarensis sind viel kleiner. Das Weibchen war ca. 1 m groß wobei die ausgewachsenen männlichen Vertreter dieser Gattung
rund 1,20 m gro√ü waren. Leider gibt es noch keinen 100%igen Beweis f√ľr die Vermutung, dass der Fund ein Weibchen ist. Damals wurde der Fund wegen seiner Einzigartigkeit in der Fachpresse eine Sensation. Die Forschergruppe die den einzigartigen Fund machte entschied sich nicht f√ľr einen langen sachlichen Registrierungsnamen sondern sie gaben dem Fund einen pers√∂nlichen Namen. Als man die Knochen fand wurde gerade im Radio der Beatles - Song "Lucy in the Sky with Diamonds" gespielt also nannte man das Afarensis Weibchen einfach "Lucy". Links oben ist eine Rekonstruktion des Skeletts zu sehen. Zwar sieht der K√∂rperbau nicht gerade besonders aufrecht und stabil aus aber durch die bereits erw√§hnten Funde in Laetoli und durch Untersuchungen der Schienenbeine wei√ü man, dass der Australopithecus die Bipedie
( = aufrechter Gang ; lat. Zweif√ľ√üigkeit ) betrieb. Er war einer der ersten Primaten die l√§ngere Zeit aufrecht gehen konnten. Trotzdem verlor man nicht die F√§higkeit auf B√§ume zu fl√ľchten um den vielen Feinden zu entgehen.
Der Australopithecus afarensis war auch kl√ľger als seine Vorg√§nger, sein relatives Hirnvolumen entspricht ungef√§hr dem eines heutigen Schimpansen. Er lebte wie bereits gesagt vor 3 - 4 Millionen Jahren doch trotz seines relativ gro√üen Hirns hatte er noch keine Werkzeuge, seine H√§nde waren auch noch nicht f√ľr die Bearbeitung von harten Materialien geeignet. Die Hand und die Z√§hne gen√ľgten den meisten Primaten als "Werkzeug", doch um Aas zu √∂ffnen gen√ľgten die Z√§hne und die Finger meist nicht aus. Zwar benutzte er schon Steine und St√∂cke als Wurfgeschosse um Aasfresser zu vertreiben aber man kannte noch keine Methode um die Steine zu sch√§rfen. Deshalb entwickelten die Primaten ein spezielles Verhalten um an Fleisch heranzukommen.

Ein von L√∂wen erjagtes Tier wird nicht g√§nzlich gefressen und so bleibt normalerweise immer etwas f√ľr die Hy√§nen und f√ľr die andere Aasfresser √ľbrig. Hier mischen sich nun die Primatenrudel ein die zuerst in Gruppen die Aasfresser verjagen um sich dann in aller Ruhe an der L√∂wenbeute zu bedienen.

Nat√ľrlich bleibt auch immer etwas f√ľr die anderen Aasfresser zur√ľck. Man k√∂nnte vielleicht von einer Symbiose zwischen L√∂we und Primat reden, jedoch ist es den L√∂wen v√∂llig egal wer sich an der Beute vergreift solange er selbst satt ist. Dieses Jagdverhalten beg√ľnstigte die soziale Entwicklung extrem stark. Man fand sich zu kleinen St√§mmen zusammen, denn Hy√§nen treten meist in Rudeln auf und so braucht man eine organisierte Jagdgemeinschaft um diese hartn√§ckigen und fast angstlosen Tiere zu vertreiben.

Viele Anthropologen glauben sogar, dass sich unser Gehirn nur so stark entwickelte um in sozialen Gruppen zu √ľberleben. Das hei√üt, nicht nur die fortschreitende Technologie machte ein Gehirnwachstum n√∂tig sondern vor allem die soziale Entwicklung f√∂rderte diesen Vorgang. Es ist zum Beispiel auch wichtig die Gedankenz√ľge und die folgenden Schritte eines anderen Gruppenmitgliedes vorauszusehen, denn nur so ist eine friedliche soziale Gemeinschaft m√∂glich. Nat√ľrlich schaukelt sich diese Entwicklung exponentiell immer h√∂her da sich die anderen Gruppenmitglieder auch weiterentwickeln.

Dieses spezielle Jagdverhalten zeigen auch allen folgenden Hominiden und so wurde die Entwicklung eines gewissen grazilen K√∂rperbau, der bei einer eventuellen Flucht besser geeignet ist, gesteigert. Es gibt die veraltete Meinung, dass das enorme Gewaltpotential des Menschen und besonders das der m√§nnlichen Vertreter ein nat√ľrliches genetisch veranlagtes Jagdverhalten sei. Im Anbetracht der gerade beschriebenen Jagdmethode erkl√§rt sich von selbst, dass sich die Gewalt aus anderen vielleicht kulturellen Gr√ľnden entwickelt haben muss.

Vor 3 Millionen Jahren folgte wieder eine bedeutsame Abspaltung.
Auf der einen Seite der relativ hochentwickelte und vor allem grazile Australopithecus africanus und auf der anderen Seite der Australopithecus aethiopicus. Aus dem Aethiopicus ging noch der Australopithecus boisei und der Australopithecus robustus hervor. Beide wurden wahrscheinlich von den ersten Hominiden vor 900.000 Jahren verfolgt und ausgerottet oder starben wegen der geringen Flexibilität von selber aus.




Ursprung des Menschen
S. 26


Der Australopithecus robustus war, wie aus den Namen hervorgeht, ein sehr robuster und starker Primat der sich nicht auf seine Intelligenz sondern mehr auf seine k√∂rperliche St√§rke verlie√ü. Er hatte einen eher breiten aber flachen Sch√§del ( siehe Zeichnung ) der auch st√§rkere St√∂√üe absorbieren konnte. Er lebte vor ca. 2 Millionen Jahren ebenfalls in Ostafrika. Sehr auff√§llig und √ľberdeutlich stark war der Gr√∂√üenunterschied zwischen den weiblichen und den m√§nnlichen Vertretern dieser Art
( = Sexualdimorphismus). Die Jagdmethode des Australopithecus afarensis konnte vom Australopithecus robustus nicht ausgef√ľhrt werden. Wie ich schon schrieb war dieses Jagdverhalten nur mit einem grazilen K√∂rperbau m√∂glich. Nun k√∂nnte man denken, dass sich eben eine andere Jagdmethode entwickelte. Der robuste K√∂rperbau h√§tte vielleicht bei einer aktiven Jagdmethode ( z. B. Steine werfen bis das Tier tot ist ) Vorteile, aber von den topographischen Begebenheiten her war eine solche aktive Jagdmethode nicht durchf√ľhrbar.
So gut wie alle Hominoiden ( und am Anfang auch Hominiden ) lebten nur im s√ľd√∂stlichen T√§lersystem Afrikas. Ein Gro√üteil des Landes bestand aus flacher Steppe. Aber wie soll ein primitiver "Halbaffe" eine Jagdtechnik entwickeln mit der er sich ohne Deckung an eine Herde von aufmerksamen Tieren heranschleichen kann ? Nun es war nicht m√∂glich. Der Australopithecus robustus und auch der boisei waren einfach nicht schlau genug eine solch komplexe Jagdmethode zu entwickeln. Dies war einer der Gr√ľnde warum der Australoptihecus robustus und boisei ausstarben.


Ursprung des Menschen
S.32
Der Australopithecus boisei von dem ich gerade schon sprach wurde wegen seiner geringen Körpergröße erst als Zinjanthropus boisei klassifiziert, aber schon einige Jahre später erkannte man seine direkte Abstammung vom Australopithecus und stufte ihn als Australopithecid ein.
Der Australopithecus boisei war zwar sehr klein aber er entwickelte gro√üe K√∂rperkr√§fte, identisch zum Australopithecus robustus war auch sein relativ kleines Gehirn. Wie alle seiner Vorfahren war auch er ein reiner Pflanzenfresser wie man an seinen Z√§hnen deutlich sehen kann. Er war wie gerade beschrieben nicht in der Lage an Fleisch heran zu kommen. Wie man auf der Zeichnung sieht sind die Schneidez√§hne zur√ľckgebildet, und die schwarzmarkierten Eckz√§hne sind gegen√ľber seinen Kollegen auch recht klein.
Daf√ľr sind die Backenz√§hne sehr breit und pr√§destiniert um pflanzliche Nahrung zerkleinern zu k√∂nnen. Doch trotz der Anpassung an vegetarische Nahrung konnte man nicht genug Energie aus der pflanzlichen Nahrung beziehen um den massiven K√∂rper mit Energie zu versorgen. Deshalb wurden diese robusten Typen schwach und starben frei nach dem darwinistischen Prinzip aus.
Die grazilen und intelligenten Arten konnten sich so ungestört weiterentwickeln.







Entstehungsgeschichte des Menschen
S.344
Der darauffolgende Australopithecus africanus war ein graziler und f√ľr damalige Verh√§ltnisse intelligenter Primat. Sein Hirnvolumen von ca. 660 cm3 bef√§higte ihn als erster sehr primitive Stein und Holzwerkzeuge herzustellen und auch im beschr√§nkten Ma√üe zu benutzen.
Unter Anderem glaubt man, dass er die Werkzeuge in einem gewissen Ma√üe sch√§rfen konnte um Kadaver zu √∂ffnen, aber man konnte nur kleine Tiere bearbeiten. Das Zerlegen von gro√üe Tieren wie zum Beispiel von Elefanten erfordert sehr scharfe und systematisch angefertigte Steinwerkzeuge und die hatte er wahrscheinlich noch nicht. Diese Werkzeuge entstanden zwar zu dieser Zeit unbewu√üt beim √Ėffnen von N√ľssen, aber trotz der ausreichenden Sch√§rfe waren sich die Australopithecinen des Potentials der Splitter nicht bewu√üt. Der hier abgebildete Sch√§del stammt von einem sechsj√§hrigen Australopithecus africanus. Nach seinen Fundort
( Taung im Betschuanaland ) wird er "Das Kind von Taung" genannt. Schon 1920 war dies der erste Fund eines Australopithecus africanus.

Vor 1,8 Millionen Jahren entwickelte sich der erste Hominid der Homo habilis.


Das Rätsel der Menschwerdung
S.88
Mit seinem Hirnvolumen von ca. 700 - 800 cm3 sprengte er die Australopitheciden - Schallmauer die bei ca. 690 - 700 cm3 liegt. Aus diesem Grund und wegen der sehr menschenähnlichen Körperhaltung entschloß man sich hier die Gattung der Hominiden anzufangen, jedoch sind
dies die beiden einzigen Unterschiede zu den Australopithecinen, und so ist der Homo habilis
(siehe Zeichnung ) eher als eine Art von √úbergangsform anzusehen. Im Vergleich zu den Sch√§deln seiner Vorg√§nger merkt man, dass der gesamte Sch√§del gewachsen ist damit das Gehirn genug Platz hat und gesch√ľtzt ist. Es gibt trotz seines gewachsenen Gehirns keine schl√ľssigen Beweise f√ľr die Benutzung von scharfen Steinwerkzeugen um zum Beispiel einen Kadaver zu √∂ffnen. Wie schon gesagt betrachtet man den Homo habilis nur als eine √úbergangsform die keine ph√§nomenalen Neuheiten vorwies und so w√ľrde ich pers√∂nlich diese Gattung eher als ein sehr hoch entwickelten Australopithecus ansehen.

√úbrigens die genaue Definition der Gattung Homo lautet:

Der Mensch unterscheidet sich von anderen Primaten dadurch, dass er unabh√§ngig von einer konkreten Situation f√ľr zuk√ľnftige Ereignisse vorsorgt und beginnt, die Welt nach seinen Bed√ľrfnissen umzuwandeln.

Man beachte der Mensch paßt sich nicht mehr nur seiner Umgebung an, er paßt seine Umgebung an sich an. Dieses Verhalten können wir ( leider ) bis heute in extremen Ausmaßen verfolgen.
Wie schon gesagt gibt es keine Beweise daf√ľr, dass der Homo habilis Werkzeuge systematisch benutzte, aber hier m√∂chte ich noch einmal Darwins Theorie anwenden.

Um an Fleisch heranzukommen musste man schnell sein damit man vor Rivalen fl√ľchten konnte. Also entwickelte sich der schnellere aufrechte Gang und mit ihm eine gewisse Grazie. Aber man brauchte Werkzeuge um Kadaver zu √∂ffnen. Es h√§tte zu lange gedauert entsprechende Z√§hne oder H√§nde zu entwickeln. Nun man hatte zwei H√§nde frei, die man anderweitig einsetzen konnte. Also war die Entwicklung der Handwerkzeuge eine zwingende Folge des aufrechten Ganges.

Die fast zum gleichen Zeitpunkt entstandene Gattung Homo rudolfensis tendierte hingegen mehr zum Mensch. Das Gehirn war etwas größer als beim Homo habilis und die Körperhaltung war fast gerade. Doch im Ganzen ist er nur wieder eine etwas weiter entwickelte Form des Homo habilis der wahrscheinlich auch keine systematisch hergestellten Werkzeuge benutzen konnte und so belasse ich es hierbei.

Der erste wirklich eindeutige Vertreter der Gattung Homo war der Homo erectus erectus
(siehe unteres Foto) der vor ca. 1,6 Millionen Jahren entstand.

Das Rätsel der Menschwerdung
S.89
Er war die "Stammform" der darauffolgenden Homo erectus Unterarten. Wie sich aus dem Namen ableiten lässt ( lat. rectus = gerade, richtig ) hatte der Homo erectus einen komplexen und sehr menschenähnlichen aufrechten Gang.
Dieser Gehapparat erm√∂glichte es ihm zu Jagen und mit seinem Gehirn ( 900 cm3 ) konnte er Strategien und Taktiken konstruieren. Es gibt sogar Funde die daf√ľr sprechen, dass der Homo erectus in organisierten Gruppen jagte.
Da sich der Homo erectus in Gruppen aufhielt entwickelte sich die akustische Sprache sehr langsam aber sicher.
Man hat bewiesen, dass der Homo erectus als erster scharfe Steinwerkzeuge herstellen und benutzen konnte.
Ein anderer wichtiger Fortschritt war die Entdeckung, Beherrschung und Erzeugung des Feuers. Der Homo erectus fing an seine primitiven Holzwaffen mit dem Feuer zu h√§rten, er w√§rmte sich mit Hilfe des Feuers und sch√ľtze sich vor Tieren. Doch das gro√üe Gehirn und der ebenfalls relativ gro√üe K√∂rper brauchte viel Energie, diese Energie konnte nicht mehr nur aus Pflanzen bezogen werden, es h√§tte einfach zuviel Zeit gekostet. Also fing der Homo erectus an das Fleisch als prim√§re Nahrung f√ľr sich zu entdecken und dabei halfen ihnen die damals modernen "High - Tech Werkzeuge" wie zum Beispiel die Feuersteinfaustkeile mit dessen zersplitterten R√§ndern ein gro√ües Tier problemlos zerlegt werden konnte. Zwar war der Homo erectus unbestreitbar einen bedeutende Weiterentwicklung die schon √ľber eine Sammlung verschiedener Werkzeuge verf√ľgte aber diese Werkzeuge wurden anscheinend nicht weiterentwickelt.

Fast 1 Millionen Jahre lang blieben die Werkzeuge nahezu gleich. Man muss einmal den technischen Fortschritt der letzten hundert Jahre beobachten. Im Gegensatz zu den 1 Millionen Jahren ist die Werkzeugentwicklung in diesen letzten 100 Jahren mit √úberlichtgeschwindigkeit fortgeschritten. Die Entwicklungsgeschwindigkeit der Werkzeuge zu Zeiten des Homo erectus ( 1,6 Millionen - 300.000 Jahren vor heute ) war ungef√§hr genau so schnell wie bei den Australopithecinen. Also war der Homo erectus anscheinend nicht besonders klug. Aber ich will den Homo erectus nicht niedermachen. Wahrscheinlich brauchte er einfach keine besonderen Werkzeuge um √ľberleben zu k√∂nnen und deshalb verschwendete er seine Energien nicht mit der Entwicklung von neuen Ger√§ten. Aber es gibt dutzende Theorien zu diesem Thema.
Auf jeden Fall hatte der Homo erectus jetzt den Vorteil an eine energiereiche Nahrung heranzukommen. Da nun weniger gekaut werden musste entwickelten sich die Backenz√§hne und damit auch das Gesicht zusehends zur√ľck. Der Trend zum grazilen und intelligenten K√∂rperbau setzte sich weiter fort.
Der Homo erectus war auch die erste Gattung die sich im großen Stil ausbreitete, zum Teil sogar bis Europa und Ostasien. Der Homo erectus teilte sich aufgrund der verschiedenen klimatischen Bedingungen in mehrere Unterarten auf.



Evolution des Menschen

S.153
In Ostasien entwickelte sich der Homo erectus pekinensis (siehe Foto), der auch Pekingmensch genannt wird. Es gibt nur extrem wenige Funde des Pekingmenschen und so wei√ü man nicht viel √ľber ihn. Man legte das Hirnvolumen bei ca. 1075 cm3fest. Er lebte vor 300.000 Jahren im Osten Asiens. Der Fund wurde 40 km √∂stlich von Beijing ( Peking ) gemacht. Daher kommt der Name. Man konnte am Skelett gut sehen wie sich diese Homo erectus Unterart an den anderen Lebensraum anpa√üte. Durch sein gro√ües Hirnvolumen konnte er schon ein dutzend verschiedener Werkzeuge professionell herstellen und auch sinnvoll nutzen. Er war auch nachweislich der erste Primat der den Beruf des J√§gers und Sammlers ausf√ľhrte.
Der Pekingmensch hat bestimmte Kräuter und Beeren gesammelt, es gibt sogar Vermutungen nachdem sich der Pekingmensch schon der Heilkraft verschiedener Kräuter bewußt war.
Weil das Jagen alleine nicht gut durchf√ľhrbar war bildeten sich bei allen Homo erectus Unterarten erste organisierte St√§mme die gemeinsam Jagten und langsam entwickelte sich eine Vorform der Kultur. Unter Kultur versteht man im weitesten Sinne:

" - alle erlernten Verhaltensweisen, die als Tradition von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden (= nichtmaterielle Kultur : Sprache, Religion, Gesetze, etc.)
- und deren Produkte (= materielle Kultur : Werkzeuge, Kunstgegenstände, Kultgegenstände, etc.)"

Die Homo erectus Art wurde jedoch nicht weitergef√ľhrt.
Die verschiedenen Homo erectus Unterarten verschwanden langsam aber sicher von der Bildfläche und wurden vom archaischen Homo sapiens fossilis abgelöst.
Ich möchte an dieser Stelle auf die Weiterentwicklung des Gehirns eingehen.

Es war nat√ľrlich vorteilhaft, dass man Werkzeuge entwickeln konnte. Die Entwicklung von Werkzeugen innerhalb einer Generation erfordert ein gro√ües Kurzzeitged√§chtnis. Dieses war im ausreichenden Ma√üe vorhanden. Doch wie sollte man den kommenden Genrationen dieses Wissen vermitteln wenn kein Langzeitged√§chtnis vorhanden ist mit dem man auch Informationen speichern kann, die nicht von einem selbst beschafft oder in diesem Fall entwickelt worden sind. Mit der Entstehung von Kultur musste sich das Langzeitged√§chtnis weiter entwickeln. Weiterhin musste man eine Kommunikationstechnik entwickeln um dieses Wissen √ľberhaupt vermitteln zu k√∂nnen. H√∂chstwahrscheinlich entwickelte sich zuerst eine Geb√§rdensprache wie sie eine Naturv√∂lker bis heute in einer abgewandelten Form existiert. Ein Tropenvolk zum Beispiel hat eine Geb√§rdensprache entwickelt um sich bei der Jagd lautlos verst√§ndigen zu k√∂nnen damit die Beute nicht verjagt wird.
Mit einer Hand ( in der anderen Hand ist die Waffe ) hat man Symbole f√ľr ein dutzend verschiedener Tiere entwickelt und so kann man der restlichen Jagdgruppe mitteilen wenn man ein Beutetier entdeckt hat.
Durch Kommunikation und ein gro√ües Langzeitged√§chtnis hatte man den einzigartigen Vorteil, dass man seinen Kindern in relativ kurzer Zeit phantastische Entwicklungen √ľbermitteln konnte. Um es mathematisch auszudr√ľcken kann man sagen: Die Physiologie der Primaten entwickelte sich linear. Die Kultur der Primaten entwickelte sich explosionsartig also exponentiell und die Kurve im Koordinatensystem verl√§uft heute fast gerade nach oben.
Diese Grafik verdeutlicht vielleicht was ich meine.



P.M.




Diese Entwicklung setzt sich heute selbstverst√§ndlich fort. Zu den Zeiten des Homo erectus brauchte man allerh√∂chstens ein halbes Jahr bis man seinen Nachfahren die gesamte Kultur also die Steinwerkzeugtechnik beigebracht hatte. Heutzutage braucht ein Mensch mindestens 10 Jahre um einen relativ kleinen √úberblick √ľber die Erkenntnisse der Menschheit zu haben, und keiner kann von sich behaupten er habe die gesamte Kultur der Menschheit kennengelernt. Doch erst einmal zur√ľck zur k√∂rperlichen Entwicklung der Primaten.



Nun setzt eine Trockenperiode f√ľr die Arch√§ologie ein. F√ľr den Zeitraum zwischen 300.000 und 150.000 Jahren vor heute wurden keine eindeutigen Funde gemacht die man genau identifizieren konnte und so wei√ü man heute so gut wie gar nichts vom √úbergang zwischen Homo erectus und Homo sapiens.
Man hat trotzdem einige Arten die während dieser Zeit lebten entdeckt.
Der Homo sapiens heidelbergensis lebte in diesem Zeitraum und bringt etwas Licht ins Dunkle des √úbergangs zwischen Homo erectus und Homo sapiens.



Entstehungsgeschichte des Menschen S. 108 oben
Einer der wenigen Funde aus dieser Zeit ist der Homo sapiens steinheimensis, der
sogenannte Steinheimer. 1902 wurde in Steinheim nahe Stuttgart ein einzelner Schädel (siehe Foto) gefunden. Mit diesem Schädeldach konnte man aber keine zuverlässigen Untersuchungen vornehmen.
Man konnte lediglich das Alter durch eine
C - 14 Analyse feststellen. Das war auch alles. Man wei√ü wie schon gesagt so gut wie nichts √ľber die Arten in der √úbergangszeit zwischen Homo erectus und Homo sapiens.

Vor ca. 300.000 Jahren erschien der Homo sapiens fossilis, der auch archaischer Homo sapiens genannt wird. Sein Hauptunterscheidungsmerkmal war sein sehr gro√ües Hirn von ca. 1.200 cm3 und die dadurch zur√ľckgetretenen Augenh√∂hlen.
Die Anatomie ist bis auf kleine Abweichungen die gleiche wie beim Homo sapiens sapiens, im Allgemeinen war der archaische Homo sapiens etwas kr√§ftiger und robuster gebaut als der moderne Mensch. Durch die sehr guten Lebensbedingungen entwickelte sich der Homo sapiens k√∂rperlich zur√ľck weil man einfach nicht mehr stark sein musste um zu √ľberleben.

In der gleichen Zeit lebte auch der Homo sapiens neanderthalensis (Neanderthaler) der sich nur wenig vom archaischen Homo sapiens unterschied.
Vom K√∂rperbau her war der Neanderthaler jedoch viel massiver. Er war zwar relativ klein aber er konnte eine Muskulatur entwickeln mit der er jeden heutigen Menschen problemlos zermalmen k√∂nnte. Seine Knochen waren sehr dick und brachen erst bei extremen Belastungen. Dieser K√∂rperbau hatte den Nachteil, dass die von den Australopithecinen entwickelte Nahrungsbeschaffungsmethode ( "vorkauen lassen" - Aasfresser vertreiben - essen - falls n√∂tig fl√ľchten ) nicht durchf√ľhrbar war. Durch sein enormes K√∂rpergewicht war er sehr ungelenkig und tr√§ge. Eine Flucht vor einem Aasfresser w√§re nicht m√∂glich, robuste Typen mussten also andere Jagdmethoden entwickeln. So entstand
( nicht zuerst beim Neanderthaler ! ) ein koordiniertes Jagdverhalten.

Man hat schon Anfang dieses Jahrhunderts in einigen Schluchten eine gro√üe Menge von Mammutknochen gefunden. Niemand konnte sich erkl√§ren wie so viele Leichen an eine Stelle gelangen konnten und man erfand legend√§re Geschichten √ľber sogenannte Elefantenfriedh√∂fe zu denen sich die Elefanten wenn sie im sterben liegen hinbegeben.
Heute wissen wir, dass wir diese F√ľlle von Leichen den Neandertalern verdanken. Sie entwickelten eine gerade zu geniale Jagdmethode. Hatte man eine Herde von Tieren entdeckt ( Mammute, Rentiere, Wildpferde, Wollnash√∂rner etc.) so fand sich eine ungef√§hr 20 Mann starke Jagdgruppe mit Fackeln zusammen. Meistens befand sich eine Klippe oder eine Schlucht im Jagdgebiet. Man umzingelte die Herde und entz√ľndete die Fackeln um die Tiere auf sich aufmerksam zu machen. Jetzt st√ľrmten die Neanderthaler lautschreiend auf die schon ver√§nstigte Herde zu. Meist ergriff die Herde die panische Flucht in die einzige Richtung von der keine Neanderthaler kamen. Genau in dieser Richtung lag eine Schlucht die von den Tieren meist nicht bemerkt wurde. Wenn die Neanderthaler Gl√ľck hatten so rannten die Tiere die Klippe oder den Abhang hinunter und starben entweder durch den Aufprall oder sie brachen sich die Beine. In diesem Fall waren die Tiere bewegungsunf√§hig und konnten von den Neandertalern mit den m√§chtigen Keulen erschlagen werden. Den Tieren wurde nun das Fell abgezogen und f√ľr Kleidung verwendet. An Fl√ľssen wie zum Beispiel beim Rhein trieb man die Tonnen schweren Mammute in den Morast in dem sie versanken und wehrlos den Neandertalern ausgesetzt waren. Das Fleisch wurde meist an Ort und Stelle gegessen oder zum Lager gebracht. Nat√ľrlich war diese Methode sehr risikoreich und sehr oft hielten die Tiere auf die Neanderthaler zu. Nun drehte sich der Spie√ü um und wer sich nicht schnell genug in Deckung brachte oder auf einen Baum kletterte wurde niedergetrampelt.

Nat√ľrlich lebten einige Neanderthaler auch in Afrika. Dort war diese Jagdmethode in den meisten F√§llen nicht m√∂glich. Hier benutzte man unter Anderem spezielle Jagdwaffen wie zum Beispiel die Bolas. Eine Bola besteht aus zwei Steinen die an einen Rohlederriemen befestigt wurden. Man schleuderte diesen Riemen √ľber dem Kopf und warf ihn gezielt auf die Beine zum Beispiel der Zebras und hatte so den gleichen Effekt wie bei den Jagdmethoden in Europa. Bolas werden bis heute verwendet. Die in Argentienien lebenden Gauchos
(man könnte sie auch Cowboys nennen) benutzen Bolas immer noch um entflohene Rinder einzufangen.
Diese Jagdmethode hätte man ehrlich gesagt nicht bei einem Neanderthaler vermutet.
Bis vor zwanzig Jahren propagierte man immer wieder die Neanderthaler seien dumm und tr√§ge gewesen. Man konnte sich nicht mit der Vorstellung anfreunden, dass eine Urmensch auch intelligent sein konnte. Man f√ľrchtete um die absolute √úberlegenheit des Menschen. Heutige Studien widerlegen diese Vorurteile.
Das Langzeitged√§chtnis des Neanderthalers war sogar etwas gr√∂√üer als das der heutigen Menschen. Wenn wir mit einer Zeitmaschine ein Neandertalerbaby in unsere Zeit bringen k√∂nnten, w√§re es in der Schule den heutigen Menschen nicht benachteiligt. Ein Neandertalerkind verf√ľgt √ľber das gleiche Potential wie ein Mensch. √úbrigens das Durchschnittsvolumen der Neanderthalers lag bei ca. 1590 cm3!
Der heutige Mensch hat ein durchschnittliches Volumen von 1.400 cm3. Also hatte der Neanderthaler ein gr√∂√üeres Gehirn als wir. Das klingt nat√ľrlich paradox aber es entspricht den Tatsachen, das bedeutet nat√ľrlich nicht das der Neanderthaler kl√ľger war als wir, das ist nicht unbedingt der Fall. Wie gesagt war das Langzeitged√§chtnis gr√∂√üer als bei uns und das Kurzzeitged√§chtnis war auch nicht besonders viel kleiner.
Ich m√∂chte mich nur ungern in den kontroversen Bereich der Parapsychologie herablassen, aber es gibt berechtigte Vermutungen, dass der Neanderthaler √ľber einen telepathischen oder wenigstens emphatischen Sinn verf√ľgte. Mit diesem Sinn w√ľrde sich die "Ausbildungszeit" eines Neandertalerkind erheblich verk√ľrzen. Wir haben die diese F√§higkeit anscheinend fast komplett verloren. Diese These w√ľrde auch die Frage kl√§ren warum wir unser Gehirn nur zu einen sehr geringen Prozentteil (ca. 30 - 40 %) nutzen. Ferner w√ľrde diese Theorie die mehr oder weniger nachweislichen telepathischen Ph√§nomene bei manchen Homo sapiens sapiens erkl√§ren. Es gibt unter wissenschaftlicher Beobachtung durchgef√ľhrte Experimente bei denen Personen die behaupteten thelepatisch veranlagt zu seien untersucht wurden. Das Ergebnis war, dass es sich bei 95 % der Telepathen um Scharlatane handelte.
Der Rest allerdings wies telepathische ( Beeinflussung eines anderen Menschen bzw. Hellsehen) aber keine telekinetischen F√§higkeiten (Beeinflussung von Materie) vor, die man sich nicht erkl√§ren konnte. Leider gibt es immer wieder Menschen die behaupten telepathische F√§higkeiten zu besitzen oder eine Reinkarnation Elvis Presleys zu sein. Diese Menschen verf√§lschen das Bild der sonst ehrw√ľrdigen Parapsychologie. Niemand kann beweisen, dass es Menschen mit thelepatischen oder thelekinetischen F√§higkeiten gibt. Aber genau so wenig kann niemand beweisen, dass es diese Menschen nicht gibt. Doch erst einmal zur√ľck zu den "Otto - Normal - Hominiden".

Zum Vergleich die Schädel des Homo sapiens neanderthalensis und des Homo sapiens sapiens.




Das Rätsel der Menschwerdung
S. 89










Hier sieht man, dass sich das Gehirn des Homo sapiens neandertalensis mit dem Menschen messen kann. Doch zu den Fakten und Tatsachen zur√ľck.
Die Entdeckungsgeschichte des Neanderthalers ist wohl jedem wegen der geographischen Nähe bekannt und deshalb behandle ich dieses Thema nicht.
Der Homo sapiens neanderthalensis war neben dem Homo erectus auch eine stark expandierende Art. Nicht zuletzt wurde dieser Trend durch die Eiszeit verursacht.
Als vor etwa 600.000 Jahren die letzte Eiszeit √ľber Europa hereinbrach lebten die Neanderthaler in den verschiedensten klimatischen Zonen. Die fr√ľhe Wurmeiszeit dr√§ngte das Eis nach ganz Nordeuropa und teilweise sogar bis nach Gibraltar. Einige Neanderthaler blieben in Afrika aber andere wanderten bis nach Mitteleuropa das gr√∂√ütenteils aus flacher Tundra und W√§ldern bestand. Zwar war der Neanderthaler sehr robust, aber das Klima war ihm doch zu kalt und so stellte er sich aus den Fellen der Beutetiere w√§rmende Kleidung her.
Vor 200.000 Jahren lebte die archaischen Homo sapiens Arten nur in Afrika, doch bald darauf breitete er sich aus, erst nach Asien, vor etwa 35.000 Jahren dann auch nach Australien.
Vor etwa 35.000 Jahren also erst recht spät brachen sie nach Europa auf.
Damals war das Klima in Europa sehr lebensfeindlich und so dauerte die Besiedlung etwas länger. Vor 15.000 Jahren war auch der letzte Kontinent, Amerika, in Besitz genommen.
Wie gesagt lebte der Homo sapiens fossilis haupts√§chlich in Afrika. Demnach m√ľsste es damals auch eine Art von "Adam und eine Eva" geben haben, von denen alle heutigen Menschen abstammen. Tats√§chlich hat man in Afrika einen weiblichen Homo sapiens fossilis gefunden den man im sehr beschr√§nkten Ma√ü als Eva bezeichnen k√∂nnte. Man isolierte die DNS und verglich sie mit DNS - Codes aus aller Welt. Und das Ergebnis war √ľberw√§ltigend, man konnte bei allen Proben die Abstammung vom 200.000 Jahre alten Homo sapiens fossilis beweisen. Das bedeutet, dass diese Frau zu den "Adams und Evas" geh√∂rte. Nat√ľrlich machte es nicht Peng und Adam und Eva war da. H√∂chstwahrscheinlich entstand in Afrika ein gr√∂√üerer Stamm von Homo sapiens fossilis. Dieser Stamm vergr√∂√üerte sich in den Jahrtausenden und ein Teil des Stammes wanderte aus und verteilte das Erbmaterial in die ganze Welt. Man hat bis heute ca. 200 verschiede Menschenrassen mit verschiedener Mitochondrien - DNA nachgewiesen und die Zahl steigt st√§ndig. Doch trotzdem befindet sich ein kleiner Abschnitt in der Mitochindrien - DNA der bei allen Rassen absolut gleich ist, und diesen Teil hatte auch als erster und einziger der Homo sapiens fossilis. Der Sprung zum Homo sapiens sapiens war nicht sehr gro√ü aber bedeutend.
Ich habe die anthropologische Entwicklung zum Menschen auf der n√§chsten Seite grafisch dargestellt um einen gewissen √úberblick √ľber diesen doch recht komplexen Stammbaum zu schaffen. Leider war es mir absolut nicht m√∂glich einen brauchbaren zeitlichen Ma√üstab zu finden der √ľberblickbar ist, deshalb ist die Grafik nicht ma√üstabgetreu.
Aber die Grafik soll auch nur als grobe Orientierung dienen.







Vor ca. 25.000 - 30.000 Jahren tauchte dann endlich der Homo sapiens sapiens das erste mal auf.
In Cro - Magnon ( Frankreich ) fand man den ältesten Homo sapiens sapiens, den man nach seinem Fundort Cro - Magnon - Mensch nannte. Der Cro - Magnon - Mensch ist die unverfälschte "Urform" des Homo sapiens sapiens.
Bis vor 5.000 - 2000 Jahren blieb der Homo sapiens sapiens körperlich fast gleich
(nat√ľrlich auf die verschiedenen angepa√üten Rassen bezogen). Aber im Ende des Neolithikums (ca. vor 5.000 Jahren) fing der langsame "Zerfall des Menschen" an.
Das Gebi√ü, die Muskulatur, das Immunsystem, die Leistungsf√§higkeit usw. entwickelten sich anthropologisch gesehen rasend schnell zur√ľck.
Daf√ľr stieg die Lebenserwartung, die Intelligenz, und die Zivilisationskrankheiten (physiologische Mi√übildungen des Menschen wie Erbkrankheiten, Sehschw√§che, etc.) sprunghaft an .
Der Mensch begann neue Lebensr√§ume zu erschlie√üen, jedoch nicht ohne Folgen. Man denke nur an AIDS oder Ebula. Diese Krankheiten stammen aus den Tiefen der tropischen Regenw√§lder in der, der ach so moderne Mensch nichts zu suchen hat. Vielleicht ist dies ein nat√ľrlicher Verteidigungsmechanismus der Umwelt, so weit so schlecht.
Erst einmal zur√ľck zu den Anf√§ngen.
Die ersten gro√üen St√§dte entstanden vor 8.000 Jahren am Tigris (√Ągypten).
Nun startete ein unglaublich starker kultureller und wissenschaftlicher
Entwicklungsprozeß. In den letzten hundert Jahren nahm diese Entwicklung noch
dramatischer zu. Vorher hatten die Primaten 1 Millionen Jahre lang die gleichen Werkzeuge benutzt, aber heute muss man sich alle 2 Jahre einen neuen Computer kaufen.
Man muss sich mal vorstellen, dass ein etwas höher entwickelter Primat anfängt die Zusammenhänge des Universums zu verstehen. Oder noch phantastischer er besucht einen anderen Himmelskörper.
Ich frage mich wohin und wie lange diese Entwicklung noch weitergeht.
Somit stehe ich am Höhepunkt der Entwicklung der Primaten.
Wahrscheinlich wird der Mensch so schnell wie er aufgetaucht ist auch wieder verschwinden.
Sei es durch einen Atomkrieg oder durch eine k√ľnstlich erzeugte Pest. Wir Menschen haben uns unendliche M√∂glichkeiten ausgedacht uns gegenseitig zu t√∂ten und so ist es meiner Meinung nach nur noch eine Frage der Zeit bis der Homo sapiens sapiens wie alle seine Vorg√§nger ausstirbt.
"Quo vadis,
Homo sapiens sapiens ?"
(lat. = "Wohin gehst du, schlauer Mensch ?"
Henryk Sienkiewicz *1846 U1916)

Quellen

- Die Luther - Bibel

- Faszination
Natur und Technik
Kapitel 3 : Der Mensch
ADAC - Verlag

- Die Enzyklopädie der Natur
Band 19: Entstehungsgeschichte des Menschen
J.S.Weiner
Editions - Renicontre - Lausanne - Verlag
Bibliothek Gruiten

- Spektrum der Wissenschaft
Evolution des Menschen
Bruno Streit
Akademischer Verlag
Schulbibliothek

- Time Life Enzyklopädie der Natur
Band: Der Weg zum Menschen
und
Band: Der Neanderthaler
Time - Life Verlag
Bibliothek Gruiten

- Adam und Eva
Ursprung und Entwicklung des Menschen
G√ľnter Haaf
Praesentverlag
von Hr. Jacobi

- Das Rätsel der Menschwerdung
Josef Reichholf
DVA - Verlag
Schulbibliothek











- Dynamische Biologie
Evolution: Strategie des Lebens
Wolfgang Schwoerbel
Ravensburger Verlag

- Abiturwissen
Evolution
J√ľrgen Christner
Klett Verlag
Schulbibliothek

- Evolution
C.C.Buchner
Prantl Verlag
von Hr. Jacobi

- Ursprung des Menschen
Ralf Angst
von Hr. Jacobi

- Menschen: Wie wir wurden, was wir sind.
Marvin Harris
dtv
von Hr. Jacobi

- Die Steinzeit ist noch nicht zu Ende
H.G. Wunderlich
ro ro ro - verlag
von Hr. Jacobi

- Spiegel - TV Spezial
Die Evolution des Menschen

- PM - Magazin






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