Der Fall Barbarossa

Der Fall Barbarossa

Aufbau :


    Einleitung

    Die Vorgeschichte des Ostfeldzuges Der Hitler - Stalin Pakt Hitlers Blick nach Osten
2.3 Molotows Besuch in Berlin
2.4 Der Irrtum Stalins
2.5 Die Vorbereitung des Falles Barbarossa

3. Der Verlauf des Ostfeldzuges



    Einleitung

Dieses Referat befa├čt sich mit den Fragen, weshalb Hitler trotz des noch nicht gewonnenen Krieges mit England das verb├╝ndete Ru├čland angriff, weshalb Stalin unersch├╝tterlich an den deutschen Friedenswillen glaubte, warum die deutsche Offensive anf├Ąnglich so immense Erfolge verbuchen konnte, wie Hitlers Pl├Ąne mit einer besiegten SU aussah und schlie├člich, warum der Ostfeldzug scheiterte .


    Der Hitler - Stalin Pakt

Seit Abschlu├č des Hitler - Stalin Pakts vom 22.8.1939 waren Deutschland und die SU Verb├╝ndete. In dem Vertrag verpflichteten sich beide Seiten den jeweiligen Vertragspartner unter keinen Umst├Ąnden anzugreifen und im Falle des Angriffs einer dritten Macht Neutralit├Ąt zu wahren. Ein geheimes Zusatzprotokoll grenzte Interessenssph├Ąren der beiden Staaten in Osteuropa ab. Die sowjetische Interessensph├Ąre umfa├čte Finnland, Estland, Lettland und Bessarabien .
Deutschland und die SU teilten sich Polen, die Grenzlinie bildeten die Fl├╝sse Pissa, Narev, Weichsel und San .
Folgende Kalk├╝le bewegten die F├╝hrer der ideologischen Todfeinde zum Abschlu├č des Paktes :
Hitlers Kalk├╝l war
    Bei dem geplanten Angriff auf Polen einen Zweifrontenkrieg zu vermeiden
( Britisch - Franz├Âsische Garantieerkl├Ąrung f├╝r Polen )
    Die Isolierung Polens Die drohende britische Seeblockade im R├╝ckblick auf die Hungersn├Âte des ersten Weltkrieges durch garantierte Rohstofflieferung ( insbesondere kriegswichtiger G├╝ter ) zu umgehen .
Stalin hatte vor allem das Ziel, die SU aus dem drohenden Krieg zwischen den kapitalistischen und faschistischen M├Ąchten herauszuhalten, um dadurch folgende M├Âglichkeiten zu erhalten :
    Die durch die S├Ąuberung seit dem Fr├╝hjahr 1937 in der F├╝hrung stark geschw├Ąchte rote Armee wiederaufzubauen ( bis Ende 1940 wurden 50000 Offiziere ermordet und mehr als 60000 verhaftet bzw. nach Sibirien verbannt ). Die Vormachtstellung in Europa zu erlangen, da die anderen M├Ąchte sich durch den Krieg gegenseitig schw├Ąchten ( M├Âgliches Offensivziel war es, das geschw├Ąchte Westeuropa als "lachender Dritter" zu ├╝berrennen. Die Kleinstaaten, die in der ihm von Hitler zugesicherten Interessenssph├Ąre lagen, gefahrlos zu annektieren, da die Westm├Ąchte nicht mehr als Schutzmacht auftreten konnten .

Bei Stalin l├Ąsst sich also ein ambivalentes Kalk├╝l mit defensiven als auch offensiven Elementen erkennen. Kurzfristig plante Stalin den milit├Ąrischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau der SU, sowie den gefahrlosen Ausbau des eigenen Machtbereiches in Osteuropa. Langfristig erhoffte er sich die M├Âglichkeit einer Expansion nach Westeuropa und damit zu den Meerengen .
Mit dem Abschlu├č des geheimen Zusatzprotokolls, das Hitler schlie├člich den Angriff auf Polen erm├Âglichte, tr├Ągt Stalin eine Mitschuld f├╝r den Zweiten Weltkrieg .
In seiner au├čenpolitischen Planung ├╝bersah Stalin jedoch, dass Hitler Vertr├Ąge nur so lange einhielt, wie sie seinen Zielen dienlich waren. Zudem ├╝berraschte ihn der schnelle Sieg Hitlers ├╝ber Frankreich ( Stalin hatte einen 1 - 2 Jahre dauernden kr├Ąfteverzehrenden Stellungskrieg ├Ąhnlich wie dem im Ersten Weltkrieg erwartet ) .
Bereits im dritten Punkt des Vertragstextes des geheimen Zusatzprotokolles waren zuk├╝nftige Spannungen zwischen den beiden M├Ąchten verankert :

"3. Hinsichtlich des S├╝dosten Europas wird von sowjetischer Seite das Interesse an Bessarabien betont. Von deutscher Seite wird das v├Âllige Desinteressement an diesen Gebieten erkl├Ąrt."

Die unexakte Formulierung Ribbentrops im obigen Zitat machte mehrere Interpretationen des Vertrages m├Âglich :
Die SU legte es als v├Âlliges Desinteresse Deutschlands am gesamten Balkan aus, w├Ąhrend Deutschland der Auffassung war, nur das Desinteresse an Bessarabien bekundet zu haben .
Nach dem schnellen Sieg ├╝ber Frankreich trat dieses Mi├čverst├Ąndnis zwischen den beiden Vertragspartnern offen zu Tage. Stalin annektierte die Baltenstaaten und Bessarabien, aber auch die im Vertrag nicht erw├Ąhnte, zum damaligen Rum├Ąnien geh├Ârige Bukowina, sowie die Ukraine in der Deutsche lebten. F├╝r die deutsche R├╝stungsindustrie waren die rum├Ąnischen ├ľlfelder zudem unabdingbar. Das deutsch - russische Verh├Ąltnis zu diesem Zeitpunkt charakterisierte der russische Vizeau├čenminister Dekanossow wohl am treffendsten : " Unsere Freundschaft mit Deutschland gleicht der zwischen zwei hungrigen K├Âtern, die den selben Knochen haben wollen ."


    Hitlers Blick nach Osten

Bereits Ende Juni 1940 begann Hitler mit dem Gedanken zu spielen, zun├Ąchst die SU anzugreifen, noch bevor der Krieg mit England gewonnen war. Sein Traum, nach dem raschen Sieg ├╝ber Frankreich einen Ausgleich mit England zu erreichen und sich doch noch die Welt mit dem Empire zu teilen ( Deutschland sollte Kontinentalmacht in Europa und Kolonialmacht in Afrika werden, w├Ąhrend England seine Herrschaft in ├ťbersee behalten sollte ), schlug angesichts der Kampfentschlossenheit Churchills fehl. Aus Angst vor einem Mi├čerfolg scheute Hitler jedoch die Invasion Englands ( "Operation Seel├Âwe" ) und auch an einen entscheidenden Erfolg der kommenden Luftschlacht glaubte er nicht. Statt dessen erkl├Ąrte er sich die Widerstandskraft Englands durch dessen Hoffnung auf einen baldigen Kriegseintritt der U.S.A. bzw. der SU. Da die U.S.A. durch den Krieg mit Japan gebunden war, blieb als einzig m├Âglicher B├╝ndnispartner die SU. Hitler hoffte, doch noch einen Frieden mit England aushandeln zu k├Ânnen, nachdem man England die Hoffnung auf baldige Unterst├╝tzung genommen hatte ( Sieg ├╝ber die SU ). Hitler wollte England also "den letzen Degen auf dem Festland" wegnehmen .
Sicherlich hatte bei Hitler auch der schnelle Sieg ├╝ber Frankreich ( die st├Ąrkste Milit├Ąrmacht Europas ) zu diesen ├ťberlegungen gef├╝hrt. Auch seine Gener├Ąle, deren Haltung sich durch den raschen Sieg positiv gegen├╝ber weiteren Eroberungen gewandelt hat, best├Ąrkten ihn in seinen Pl├Ąnen .
Zudem war die Rote Armee durch die noch immer anhaltteden S├Ąuberungen im F├╝hrungskorps stark geschw├Ącht. F├╝r die n├Ąchsten Jahre war jedoch mit dem Aufbau eines neuen F├╝hrungskorps und dem wirtschaftlichen Aufbau ein Wiedererstarken der SU zu erwarten. Je fr├╝her der Zeitpunkt des Angriffs auf die SU festgelegt wurde, der gem├Ą├č der Lebensraumideologie der Nazis notwendig war, desto gr├Â├čer waren die Chancen auf einen Sieg. So ist die folgende Einsch├Ątzung des Marshalls Wassilewskij richtig : "Ohne 1937 h├Ątte es vielleicht kein 1941 gegeben" .
Gem├Ą├č dieser ├ťberlegung wandelte sich Hitlers Politik gegen├╝ber der SU zu einer Politik der Provokation :
So wurde Hitler mit den wirtschaftlichen Gegenlieferungen an die SU s├Ąumig, konsultierte die SU nicht, als er im Sp├Ątsommer 1940 einen Krieg zwischen Ungarn und Rum├Ąnien verhinderte ( Er garantierte die Grenze Restrum├Ąniens und schickte Truppen in das Land ) und er belieferte die Finnen ( ehemaliger Kriegsgegner der SU ) mit Waffen. Am 26.Sept.40 schlo├č Deutschland mit Italien und Japan einen Dreim├Ąchtepakt ab, wobei der Kreml erst am Abend vor der Unterzeichnung in Kenntnis gesetzt wurde. Dieser Dreim├Ąchtepakt, der auf dem 1936 abgeschlossenen Anti - Kominternpakt basierte, sollte die U.S.A. nach deutschen Aussagen vom Kriegseintritt abhalten. Die SU reagierte trotzdem heftig, da sie in dem Pakt eine m├Âgliche Bedrohung der eigenen Grenzen sah ( evt. Zusammenarbeit von Deutschland und Japan gegen die SU ). Da Deutschland der SU wegen des kommenden Winters nicht drohen konnte, wurde der russische Au├čenminister Molotow nach Berlin eingeladen, um die aufgetretenen Konflikte zu kl├Ąren und evtl. einen Beitritt der SU zum Dreim├Ąchtepakt zu verhandeln. Angesichts der ├ťberlegungen Hitlers muss dieses Angebot wohl als Finte angesehen werden, die die SU in Sicherheit w├Ągen sollte.
Hitlers Kriegsziel war die Gewinnung des Baltikums, des ├Âsterreichischen Gallicien, der Bialystoker Forsten, der Wolgakolonien, der Krim mit gro├čem Hinterland, der erd├Âlreichen Gebiete um Baku, der Halbinsel Kola im Norden ( Nickelvorkommen ), Finnland und Norwegen sollten deutsche Bundesl├Ąnder werden ( praktisch sollten alle Gebiete bis zum Ural erobert werden ) .
Die eroberten Gebiete sollten gem├Ą├č der "Lebensraumtheorie" von deutschen Siedlern besiedelt werden. Voraussetzung war daf├╝r jedoch die Dezimierung bzw. Ausweisung aller bisher dort lebenden V├Âlker. Insgesamt sollten
30 000 000 Slawen durch Seuchen ( keine Impfungen ), Geburtenkontrollen, Hunger ( aus der Ukraine sollte j├Ąhrlich 8 - 10 Millionen Tonne Getreide gewonnen werden, was eine mangelnde Versorgung der einheimischen Bev├Âlkerung voraussetzte ) und Versklavung get├Âtet werden. Au├čerdem wollte Hitler die Metropolen Moskau und Leningrad vollkommen zerst├Âren. Der Generalplan Ost beinhaltete folgende Ziele :
    Platz schaffen f├╝r 100 000 000 germanische Siedler durch Ausrottung bzw.
Ausweisung breiter Bev├Âlkerungsteile, "wertvolle Bestandteile" ( Blonde und
Blau├Ąugige ) der einheimischen Bev├Âlkerung sollten "eingevolkt" werden .
2. Ca. 300 km ├Âstlich des Urals sollten deutsche "Wehrbauern" eine ewig
bewegliche Wehrgrenze unterhalten, um die "Wehrhaftigkeit" der Deutschen
auch f├╝r die Zukunft zu erhalten.
    Bei der Besiedlung sollten ehemalige Frontsoldaten und SS - Leute bevorzugt werden .
Der Plan der Ausrottung der einheimischen Bev├Âlkerung zeigte sich bereits in der brutalen Kriegsf├╝hrung der Wehrmacht und dem geplanten Massenmord an russischen Kriegsgefangenen ,was schlie├člich zum kollektiven und r├╝cksichtslosen Widerstand der Roten Armee und auch der nichtrussischen Bev├Âlkerungsteile f├╝hrte .


2.3 Molotows Besuch in Berlin

Am 12.11.40 traf Molotow in Berlin ein um das konfliktgeladene Verh├Ąltnis zwischen den beiden Gro├čm├Ąchten zu entspannen. Im ersten Gespr├Ąch versuchten Hitler und Ribbentrop von den eigentlichen Problemen ( sich ├╝berschneidende Interessensph├Ąren in S├╝dosteuropa ) abzulenken, indem sie einen baldigen Sieg ├╝ber England und die darauf folgende Aufteilung Afrikas unter Deutschland und Italien, sowie Japan als Macht in S├╝dostasien ank├╝ndigten und der SU als neuen Expansionsraum Britisch - Indien zu Verf├╝gung stellten. Im zweiten Gespr├Ąch gelang es Molotow jedoch, die sowjetischen Interessen zur Sprache zu bringen :
    Freie Hand in Finnland und Rum├Ąnien Schutzherrschaft ├╝ber Bulgarien St├╝tzpunkte am Bosporus.

F├╝r die deutsche R├╝stungsindustrie waren das rum├Ąnische ├ľl und die finnischen Nickelvorkommen absolut notwendig, au├čerdem wurden die mit der SU verfeindeten Staaten Finnland und Rum├Ąnien, wo bereits deutsche Truppen stationiert waren, als zuk├╝nftige B├╝ndnispartner im geplanten Ostfeldzug angesehen .
Dass Hitler die russischen Forderungen propagandistisch nutzte, um sich als Retter des Abendlandes vor dem ( expansiven ) Bolschewismus zu pr├Ąsentieren, sowie seine Weigerung, die russischen Forderungen ernsthaft zu diskutieren und sein undiplomatisches Auftreten ( er erschien nicht zum Empfang in der russischen Botschaft ) h├Ątten Molotow eigentlich am deutschen Friedenswillen zweifeln lassen m├╝ssen .
Im dritten und letzten Gespr├Ąch, das Molotow allein mit Ribbentrop f├╝hrte, forderte Molotow die russische Vorherrschaft auf dem Balkan und St├╝tzpunkte in dem vom Deutschen Reich besetzten D├Ąnemark, au├čerdem bekundete er russisches Interesse an Ungarn und stellte die schwedische Neutralit├Ąt in Frage. Da die deutsche Seite nicht auf diese Forderungen einging, blieben die Gespr├Ąche ohne Ergebnisse .


    Der Irrtum Stalins

Trotz der unergiebigen Gespr├Ąche in Berlin setzt Stalin weiterhin auf einen Ausgleich mit Deutschland. Wie wichtig ihm die friedliche Beziehung zu Deutschland war, zeigte er damit dass er seinen Vize - Au├čenkommissar ( Dekanossow )
als Botschafter nach Berlin schickte und neue Verhandlungen ├╝ber wirtschaftliche Abkommen f├╝hrte. Der H├Âhepunkt dieses einseitigen Verst├Ąndigungskurses war das Memorandum der SU an Hitler vom 25.11.40, in dem Stalin die abgemilderten Bedingungen f├╝r einen Beitritt zum Vierm├Ąchtepakt nennt :
    R├╝ckzug der deutschen Truppen aus Finnland, gekn├╝pft an das Versprechen der SU, Finnland nicht erneut anzugreifen. Zustimmung zur Entsendung sowjetischer Truppen nach Bulgarien Einrichtung milit├Ąrischer St├╝tzpunkte am Bosporus Die SU sollte das Gebiet von Baku und Batum in Richtung des Persischen Golfes erhalten .
Der Punkt 4 des Memorandums war ein kaum verh├╝lltes Angebot an D f├╝r ein gemeinsames B├╝ndnis, da sich die SU mit einem Vorsto├č zum persischen Golf unweigerlich die Feindschaft der U.S.A. und England zugezogen h├Ątte, deren Wirtschaft vom persischen ├ľl abh├Ąngig war .
G├Âring sah in diesen Angebot die Chance, die SU in einen direkten Konflikt mit England bringen zu k├Ânnen, indem man dessen Vorsto├č in Richtung Finnland und Dardanellen ( Inseln vor dem Bosporus ) duldete. England h├Ątte auf einen sowjetischen Versuch, den seit Jahrhunderten angestrebten Zugang zu den Meeren zu erlangen, unbedingt reagieren m├╝ssen um die eigene Seeherrschaft f├╝r die Zukunft zu behaupten .Hitler ignorierte jedoch die M├Âglichkeit eines deutsch russischen Zusammengehens und antwortete gar nicht erst auf das Memorandum .
Diese Reaktion Hitlers zeigte nur zu deutlich, dass der Angriff auf die SU f├╝r ihn beschlossene Sache war. Doch diese beleidigende Reaktion bzw. Nichtreaktion Hitlers h├Ątte Stalin eigentlich aufschrecken m├╝ssen, aber die Verbissenheit in seine au├čenpolitische Konzeption ( "als lachender Dritter" in den Krieg eingreifen, nachdem Wirtschaft und Milit├Ąr wiederaufgebaut sind ), die darauf basierte, die SU zun├Ąchst unbedingt aus dem Krieg herauszuhalten, machte ihn blind gegen├╝ber deutlichen Hinweisen und Ger├╝chten ├╝ber einen deutschen Angriff. F├╝r das Festhalten an seinem Kalk├╝l war Stalin bereit, weitgehende Konzessionen gegen├╝ber den Deutschen zu machen, wie die Reaktion der SU auf die im April 1941 beginnenden Streitigkeiten mit Deutschland um den Balkan zeigt .
Ausl├Âser f├╝r den Konflikt, dessen Keim bereits im Punkt 3 des geheimen Zusatzprotokolles des Hitler Stalin Paktes verankert (siehe 2.1 ) war, war der fehlgeschlagene italienische Angriff auf Griechenland und Albanien, der Deutschland zu milit├Ąrischen Eingreifen zwang:
Am 1.M├Ąrz.1941 beginnt der deutsche Einmarsch in Bulgarien, das die SU als Teil seiner "Sicherheitszone" ansieht .
5.April.1941 Beginn des deutschen Angriffs auf Jugoslawien als Reaktion auf die Unterzeichnung eines sowjetisch jugoslawischen Neutralit├Ąts - und Freundschaftsvertrag .
Bereits am 12.April siegte die Wehrmacht ├╝ber Jugoslawien, wenige Tage sp├Ąter f├Ąllt auch Griechenland .
Stalin, der die Wehrmacht erneut untersch├Ątzt hatte, war von dem Blitzsieg der Deutschen auf dem Balkan schockiert und reagierte mit einer Beschwichtigungspolitik ( Ausweisung der norwegischen, belgischen und griechischen Exilregierungen ; Widerrufung des Vertrages mit Jugoslawien ; Anerkennung, der mit deutscher Hilfe an die Macht gekommenen Putschregierung im Irak und Entsendung eines Botschafters zur franz├Âsischen Kolaborationsregierung in Vichy ). Der Abschlu├č eines sowjetisch - japanischen Neutralit├Ątsvertrages st├Ąrkte hingegen die strategische Lage Ru├člands, das von nun an keinen japanischen Einfall in Sibirien f├╝rchten musste .
Stalin hatte die sowjetischen Interessen auf dem Balkan aufgegeben, um die f├╝r seine au├čenpolitische Planung unbedingte Notwendigkeit, die SU f├╝r die kommenden Jahre aus einem Krieg herauszuhalten, zu erf├╝llen .
Dass die sowjetische F├╝hrung, die Ger├╝chte und Hinweise auf einen baldigen deutschen Angriff ignorierte bzw. als Desinformation Englands bzw. Deutschlands auslegte, falls sie sie ├╝berhaupt wahrnahm, hat mehrere Gr├╝nde :
    F├╝r Stalin war sein au├čenpolitisches Kalk├╝l zum Dogma geworden, er pa├čte das auf Jahre ausgelegte Programm nicht den aktuellen Gegebenheiten an, sondern hielt unbedingt daran fest. Stalins heftige Reaktionen, auf ihm ├╝berbrachte, negative Informationen, hatte zur Folge, dass seine Mitarbeiter die Information filterten bzw. besch├Ânigten, Stalin war somit falsch und unvollst├Ąndig informiert. Dadurch hatte Stalin gar nicht die Voraussetzungen, die au├čenpolitische Lage richtig einzusch├Ątzen. Stalin dachte noch immer in ideologischen Dimensionen : Er f├╝rchtete eher einen Angriff Englands bzw. ein deutsch - britisches B├╝ndnis als einen deutschen ├ťberfall, da er fest daran glaubte, dass Hitler aus dem Fehler der deutschen Heeresleitung im 1. Weltkrieg gelernt hatte und keinen Zweifrontenkrieg riskieren w├╝rde, obwohl ihm Hitlers Ziel der "Lebensraumgewinnung im Osten" bekannt war. Diese Annahme war f├╝r Stalin und seine Untergebenen Fakt, wie folgender Ausspruch des sowjetischen Innenministers beweist :
" F├╝r uns alle ist es ein Gesetz, dass es 1941 keinen Krieg geben wird".
    Die Desinformation der sowjetischen F├╝hrung wurde durch die deutschen
Verschleierungstaktiken noch erh├Âht ( s. 2.5 ) .
Bezeichnend f├╝r die starre Haltung des Kremls, alle Kriegsger├╝chte als Desinformationen zu werten, die Ru├čland zu unbedachten Schritten verleiten sollten, war die Reaktion des stellvertretenden sowjetischen Au├čenministers Dekanossows als auch Stalins auf die Eigeninitative des deutschen Botschafters Schulenburg. Dieser versuchte Stalin durch konkrete Hinweise zu Verhandlungen mit Hitler zu veranlassen und so einen Krieg zu vermeiden. Bei diesem Landesverrat ging Schulenburg im Gespr├Ąch mit Dekanossow sogar soweit, dass er den drohenden Krieg fast direkt ank├╝ndigte : " Man muss mit den ( Kriegs - ) ger├╝chten wie mit einer Tatsache umgehen ". Dekanossow glaubte nicht an die Aufrichtigkeit der Initiative Schulenburgs, da er sich nicht vorstellen konnte, dass dieser sein Leben f├╝r die Erhaltung des Friedens riskiere, Statt dessen glaubte er, dass Schulenburg im Auftrag Hitlers handele, um Stalin zu verunsichern .

    Die Vorbereitung des Ostfeldzuges

W├Ąhrend Stalin alle Anzeichen eines deutschen ├ťberfalls ignorierend, nichtsahnend den Krieg im Westen beobachtete, wurde der Ostfeldzug auf deutscher Seite bereits vorbereitet .
Am 18.12.1940 ( nur 23 Tage nach Eingang von Stalins Memorandum ) unterschrieb Hitler die Weisung 21, die die Vorbereitung des "Falles Barbarossa" befahl .
Die durch die schnellen Siege gegen Frankreich und auf dem Balkan entstandene Selbst├╝bersch├Ątzung der eigenen milit├Ąrischen St├Ąrke, sowie die Untersch├Ątzung der St├Ąrke der Roten Armee f├╝hrten zu einer mangelhaften Vorbereitung des Ostfeldzuges. Hitler meinte nach dem Sieg ├╝ber die st├Ąrkste Armee Europas ( Frankreich ) nun spielend mit der f├╝hrungslosen Roten Armee fertig werden zu k├Ânnen. Am Vorabend des deutschen ├ťberfalls fehlten der Roten Armee 66000 Offiziere, die meisten neuen Offiziere waren noch sehr unerfahren, au├čerdem hatte sich unter den Offizieren Denunziantentum, Verantwortungsscheu und Mi├čtrauen breitgemacht.
Die grenzenlose Untersch├Ątzung der milit├Ąrischen St├Ąrke Ru├člands durch Hitler und der Generialit├Ąt gr├╝ndete nur auf dem schlechten Abschneiden der Roten Armee im Finnlandkrieg 38/39 und dem Wissen um die S├Ąuberungen. Konkrete Informationen ├╝ber St├Ąrke, Qualit├Ąt und Ausr├╝stung der Roten Armee fehlten jedoch. Somit wurden m├Âgliche R├╝ckschl├Ąge und die M├Âglichkeit eines Winterkrieges nicht ber├╝cksichtigt :
F├╝r den Sieg ├╝ber die SU wurden 180 Divisionen ( 3 000 000 Soldaten ) veranschlagt .
Bis zum September 1941 wurden 475 000 Mann Verlust einkalkuliert, denen aber nur eine 385 000 Mann starke Reserve gegen├╝bergestellt wurde .
Die Ostarmee wurde nur mit Munition f├╝r ein Jahr und Waffen und Ger├Ąte f├╝r 3 Monate ausger├╝stet .
Fehlende Kapazit├Ąten in der R├╝stungsindustrie wurden durch den Einsatz von im Westfeldzug erbeuteter und nicht vollst├Ąndiger Ausr├╝stung ausgeglichen ( Von einer Ausweitung der Kapazit├Ąten der R├╝stungsindustrie wurde aus Angst vor wachsender Unzufriedenheit unter der Bev├Âlkerung abgesehen, wegen des noch nicht gewonnen Krieges gegen England konnte die R├╝stungsindustrie jedoch nicht ausschlie├člich f├╝r den Ostfeldzug produzieren ) .
In der R├╝stungsindustrie arbeitende Frontsoldaten wurden durch unerfahrene und nicht geschulte Soldaten ersetzt .
Die Folgen des Mangels an Ausr├╝stung zeigten sich am Vorabend des Ostfeldzuges :
    40 % der Infanterie und 25 % der Panzerdivisionen waren nicht einsatzbereit Nur 26 von 152 Division hatten ausschlie├člich deutsche Fahrzeuge, die ├╝brigen Divisionen nutzen Beutefahrzeuge unterschiedlicher Fahrzeugtypen ( Ersatzteilproblem ). LKW und Panzer hatten Treibstoff f├╝r 2 Monate ( Dieser Treibstoffmangel zwang die Wehrmacht zur Eroberung der ├ľlfelder von Baku, was schlie├člich zur Katastrophe von Stalingrad f├╝hrte ) .
Die mangelnde Vorbereitung des Ostfeldzuges ist neben dem wachsenden Widerstand der SU der Hauptgrund f├╝r das Scheitern des Ostfeldzuges, da die Wehrmacht im Winter durch das Fehlen ad├Ąquater Ausr├╝stung in ihren Handlungsm├Âglichkeiten stark eingeschr├Ąnkt war und deren Taktik durch den auch den Russen bekannten Treibstoffmangel berechenbar war. Der Ostfeldzug war somit bereits verloren, bevor er ├╝berhaupt begonnen hatte .
Propagandistisch wurde der Ostfeldzug seit Beginn 1941 durch diverse von G├Âbbels erdachte T├Ąuschungsman├Âver vorbereitet :
Durch Abwehrspione wurden im Ausland gezielt Falschmeldungen ├╝ber geplante Angriffe auf englische Mittelmeerst├╝tzpunkte bzw. die Invasion Englands verbreitet. Zur Untermauerung dieser Falschmeldungen wurde Dover am 1.Mai.41 mit Fernartillerie beschossen. Die Verlegung von Truppen nach Polen wurde mit den englischen Luftangriffen auf Deutschland begr├╝ndet. H├Âhepunkt der T├Ąuschungsaktionen ist der 13. Juni, an dem G├Âbbels den V├Âlkischen Beobachter bis auf wenige Exemplare beschlagnahmen lie├č. Der dort abgedruckte Artikel "Kreta als Beispiel" sollte die SU glauben lassen, dass das n├Ąchste Kriegsziel die Invasion Englands sei .


3. Die Verlauf des Ostfeldzuges


In den ersten Wochen des Krieges konnten die Deutschen immense Erfolge verbuchen. Gr├╝nde hierf├╝r waren sicherlich nicht nur das ├ťberraschungsmoment des Angreifers, sondern auch die sich bemerkbar machende F├╝hrungsschw├Ąche der Roten Armee, die anf├Ąngliche Unterst├╝tzung der Deutschen durch Balten und Ukrainer, die die Deutschen zun├Ąchst als Befreier ansahen, als auch die Millionen ├╝bergelaufener Rotarmisten ( Unzufriedene Kulaken, Freunde hingerichteter Offiziere und von Stalin entt├Ąuschte Jungkommunisten ). Die deutschen Erfolge waren so gro├č, dass Stalin sogar einen Frieden nach dem Muster von Brest - Litowsk erwogen haben soll .
Das Auftreten der Deutschen in den besetzten Gebieten als auch die Tatsache, dass ├ťberl├Ąufer trotz des deutschen Versprechens von guter Behandlung nicht anders als gefangene Soldaten behandelt wurden ( von den 1941 3 350 000 Gefangenen lebten am 1.2.1942 nur noch 40 %, die ├╝brigen waren entweder an Hunger, Durst oder Ersch├Âpfung gestorben bzw. erschossen oder in KZ get├Âtet wurden ), verst├Ąrkte den Widerstand. Nachdem die einheimische Bev├Âlkerung erkannt hatte, dass die Deutschen nicht als Befreier, sonder als brutale Besatzer auftraten, wandelte sich ihre Haltung zu offener Feindschaft und es bildeten sich Partisanengruppen, die hinter der Front Sabotage durchf├╝hrten. Die sowjetischen Soldaten leisteten von nun an unerbittlichen Widerstand, da ihre Angst vor der Gefangenschaft, die den Tod bedeutete, gro├č war. Grund f├╝r die Brutalit├Ąt der Wehrmacht war die Wehrmachtspropaganda, die den russischen Soldaten als hinterh├Ąltig, sadistisch, animalisch, gef├╝hllos und unberechenbar charakterisierte. Vermutlich sollte bereits durch die brutale Kriegsf├╝hrung die Voraussetzung f├╝r die Besiedlung der eroberten Gebiete geschaffen werden. Die eskalierende Grausamkeit des Krieges zeigte sich in dem deutschen Befehl, russische Offiziere und Kommissare zu erschie├čen, in dem Recht deutscher Offiziere alle als Partisanen verd├Ąchtigte hinrichten zu lassen, in dem Recht der Battalionskommandeure, Kollektivstrafen verh├Ąngen zu k├Ânnen ( Massenerschie├čungen und Vernichtung ganzer D├Ârfer ), sowie in der Tatsache, dass deutsche Soldaten bei Vergehen gegen die Bev├Âlkerung nicht bestraft wurden .
Der sowjetische Widerstand verh├Ąrtete sich nicht nur aufgrund der sich gewandelten Einstellung von Soldaten und Bev├Âlkerung gegen├╝ber den Deutschen, sondern auch durch Stalins r├╝cksichtslose Kriegsf├╝hrung. So wurden auch halb ausgebildete Soldaten eingesetzt, Gener├Ąle, die versagt hatten, wurden erschossen und sich zur├╝ckziehende wurden von "Sperrdivisionen" aufgehalten. Folge davon waren die ungeheuren Verluste auf sowjetischer Seite, die offiziell mit 18 500 000 Toten unter der Bev├Âlkerung und 8 500 000 gefallenen Soldaten, von den 3 300 000 in deutscher Gefangenschaft umkamen, angegeben wurden .

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