Die Herren Roms



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Die Herren Roms:
von Monika Hinterh├Âller

Vorwort:

Welcher r├Âmische Imperator drohte damit sein Pferd zum Konsul zu ernennen?
Hat nicht einer von ihnen ├╝ber 700 Gladiatorenk├Ąmpfe bestritten?
War Kaiser Hadrian tats├Ąchlich homosexuell?
Die Pers├Ânlichkeiten der M├Ąnner, die ├╝ber das r├Âmische Weltreich herrschten, haben sp├Ątere Generationen bis zum heutigen Tag fasziniert.
Von Augustus bis Konstantin folgten einander rund 54 "anerkannte" Herrscher im Amt, dazu kommen eine Unzahl von Rivalen und Rebellen, die den Kaisertitel ebenfalls beanspruchten, sowie ihre Nachfolger im geteilten Reich.
Die zeitgen├Âssischen Geschichtcschreiber haben gen├╝├člich jede Gelegenheit genutzt, skurrile und pikante Anekdoten festzuhalten:
wie z.B. Cailigula in Essig aufgel├Âste Perlen trank, oder wie Nero seine eigene Mutter verf├╝hrte......
Dagegen schildern christliche Historker in den gr├Ą├člichsten Farben, so zusagen als Gottesstrafe, das Ende derjenigen W├╝teriche, die sie verfolgten.
So soll etwa Galerius von einer t├╝ckischen Krankheit zerfressen worden sein, w├Ąhrend Valerian von den Persern bei lebendigem Leib geh├Ąutet wurde.
Doch obwohl die Macken und Verfehlungen der einzelnen auch gro├č waren, gelang es ihnen ├╝ber 400 Jahre lang ein Imperium zusammenzuhalten, das von den britischen Inseln im Norden, der Sahara im S├╝den, dem Atlantik im Westen und den Euphrat im Osten reichte.
Selbst der Begriff "Kaisar" stammt von einem R├Âmer:Julius Caesar.
Doch die V├Âlker der Antike sprachen von Imperatoren.
Als Imperator gr├╝├čten die Legionen einen siegreich heimkehrenden General, und mit demselben Zuruf wurde er geehrt wenn er als neuer Herrscher den Purpur anlegte.
Aber sie waren nicht nur blo├če Milit├Ąrf├╝hrer, sondern zugleich auch Politiker, Bauherren und Familienv├Ąter.
So schm├╝cken kaiserliche Namen einige der ber├╝hmtesten St├Ątten des antiken Rom.
Die Caracalla - Thermen,
der Konstantinsbogen,
die Trajanss├Ąule,
die Hadriansvilla,
der Tempel des Mars - Ulator (von Augustus erbaut)
oder das Kolloseum (gebaut unter Vespasian und Titus)
aber auch Bauprojekte der r├Âmischen Kaiser, au├čerhalb Roms tragen den imperialen Stempel:
die gro├čen B├Ąder in Karthargo,
der Hadrians - und der Antonius Wall,
und Kaiser Konstantins neue Hauptstadt Konstantinopel das heutige Istanbul.
Auch sind uns eine Vielzahl von Portr├Ątb├╝sten erhalten, die uns die Herren Roms als Individien vor Augen f├╝hren.
Auch ein faszinierender Aspekt ist die komplexe Rolle der Frauen im Kaiserhaus als M├╝tter, Schwestern, Ehegattinen und Konkubien.Viele von ihnen erlangten selbst historische Bedeutung:
Livia (Frau des Augustus, sie soll eine ganze Reihe von Nachfolgern, um ihren Sohn Tiberius den Trohn zu sichern, ermordet haben).
Agrippina ( die Mutter Neros, sie wollte mittels ihres Sohnes ├╝ber Rom herrschen).
Und w├Ąhrend des 3Jh. lenkten zwei syrische Prinzessinen die Staatsgesch├Ąfte w├Ąhrend sich Kaiser Elagabal religi├Âsen und sexuellen Exzessen hingab.
In nahezu jeder Hinsicht haben Rom und seine Herren das Gesicht Europas letztlich bis zum heutigen Rage gepr├Ągt und ├╝ber die Renaissance auch der Welt von heute etwas von ihrer glanzvollen ├ära hinterlassen.



Die Anf├Ąnge des Imperiums:

Rom war schon lange ein Reich bevor es einen Kaiser bekam.Das Reich mit seinen verschiedenen Territorien, einem Kerngebiet, das von den eroberten Provinzen und Vasallenstaaten umgeben war, so gesehen bestand das r├Âmische Imperium etwa seit dem 3Jh.v.Ch.
Noch im sechsten Jh.v. Chr. war Rom ein blo├čer Stadtstaat unter der Herrschaft von Etruskerk├Ânigen gewesen.
Doch im Laufe der Zeit beherrschte Rom ganz Italien und hatte mit Sizilien seine erste ├ťberseeprovinz errungen.Bis zur Zeitenwende kamen zahlreiche Eroberungen hinzu: Spanien, Syrien und Nah - Ost, Gallien, Griechenland, u.s.w.
Und was die ├ťberlieferung schon lange wu├čte wurde jetzt von arch├Ąologischen Funden best├Ątigt:
Rom blickte schon auf eine 700 j├Ąhrige Geschichte zur├╝ck, als der erste Kaiser (Augustus) an die Macht kam.
In den ersten beiden Jh. wurde Rom von etruskischen K├Ânigen regiert, deren letzterer Tarquinius Superbus um 510v.Chr. aus der Stadt vertrieben wurde.
Rom wandelte sich zu Republik.
Doch die wechselnden Kr├Ąfte zwischen Volk(Populares) und Senat(Optimares) hatten im letzten Jahrhundert der r├Âmischen Republik zu ernsten Krisen gef├╝hrt.
W├Ąhrend die f├╝hrenden K├Âpfe, ├╝berwiegend Senatoren, teils die aristokratische Klasse bef├╝hrworteten, trachteten andere danach ihren Einflu├č mit Unterst├╝tzung der Volksmassen zu vergr├Â├čern.
Zur selben Zeit etwa waren die alten Verwaltungsformen f├╝r ein st├Ąndig expandierenden Reich v├Âllig ├╝berfordert und wirkungslos.
Und die ├╝berw├Ąltigenden Erfolge des r├Âmischen Heeres verliehen einer Reihe von Feldherrn bis dahin beispiellosen Einflu├č:
erst Marius, dann Sullas, schlie├člich Pompeius und Julius Caesar.
Es schien als lie├če sich der Frieden im Reich, ersch├╝ttert durch die Privatfehden m├Ąchtiger Gener├Ąle, nur durch eine Zentralisierung der Kr├Ąfte in einer Hand wiederherstellen.
Doch zuerst sollten andauernde B├╝rgerkriege folgen:
Um 50v. Ch. gipfelte die Rivalit├Ąt zwischen Pompeius dem "Gro├čen" und Julius Caesar.Die sich vor wenigen Jahren zusammen mit Crassus zum ersten Triumvirat zusammengeschlo├čen hatten.
Caesar hatte soeben die Eroberung Galliens siegreich abgeschlossen und wu├čte eine m├Ąchtige Armee hinter sich.49.v.Chr. ├╝berquerte Caesar den Rubikon und fiel in Italien ein.Pmopeius und seine Anh├Ąnger wurden bis zum Balkan verfolgt, nachdem Pompeius bei der Schlacht von Pharsalus nach ├ägypten floh, lie├č ihn Ptolemaios (XIII), der Bruder der Kleopatra (VII) dort ermoden.
Caesar wurde Diktator, doch schaffte er es nicht ausreichenden R├╝ckhalt zu gewinnen.Am 15.M├Ąrz, den ber├╝hmten Iden des M├Ąrz fiel er einem Attentat zum Opfer.
Draufhin entbrannte ein erneuter B├╝rgerkrieg, in dessen Verlauf die M├Ârder, angef├╝hrt von Brutus und Cassius, vernichtend geschlagen wurden.
Als Gewinner gingen Mark Anton und Octavian, Caesars Adoptievsohn hervor.Sie schlo├čen sich zuammen mit Lepidus zum zweiten Trumvirat zusammen.
Mark Anton erhielt die herrschaft ├╝ber den Osten, Lepidus ├╝ber Afrika, Oktavian ├╝ber den Westen.
Doch dieser hatte bereits die Vormachtstellung ins Auge gefa├čt.Antonius wu├čte sein Chancen nicht zu nutzen und unterlag ihm Jahre 31 v.Chr., trotz der Unterst├╝tzung seiner Geliebten Kleopatra, mit seiner Flotte bei der Schlacht von Actium.
Caesars Ermordung jedoch hatte Okatvian vorsichtig gemacht vier Jahre sp├Ąter erzielte er eine Einigung mit dem Senat, die ihm absolute Macht verlieh.
Unter dem neuen Namen "Augustus" wurde er der erste r├Âmische Kaiser.Das Zeitalter der Imperatoren hatte f├╝r Rom begonnen.....


Die wichtigsten Quellen
von antiken Autoren:


Die meisten der antiken Autoren waren ├╝berwiegend Senatoren, die W├Ąchter der alten republikanischen Ordnung und Angeh├Ârige einer Klasse, die unter den neuen kaiserlichen Verh├Ąltnissen schmerzhalft an Bedeutung verloren hatte.
Als Historiker schwelgen sie in Schreckensbildern von
Dekadenz, Intrigen und Korruption und tun sich mitunter sichtlich schwer auch einmal ein freundliches Wort f├╝r die Beschriebenen zu finden.
Doch geht aus den Quellen auch hervor, dass zur Kaiserzeit, trotz einzelner Exzentriker, das Reich in ruhiges Fahrwasser kam.
So darf man den manchmal ├╝belgesinnten Berichterstattern nicht immer wortw├Ârtlich glauben schenken, denn in manchen F├Ąllen schrieben sie ihr Werke ohnehin lange nach den Ereignissen:
So ist der zeitliche Abstand eines Cassius Dio zu Augustus nicht geringer als der eines modernen Biographen zu Napoleon.
Doch die wesentlichen Berichte von Kaiser Augsutus bis Konstantin haben folgende r├Âmische Historiker ├╝berliefert:


TACITUS:

Der ber├╝hmteste Historiker der r├Âmischen Kaiserzeit ist Cornelius Tacitus, er kam um 56n.Chr. in Norditalien oder S├╝dgallien zu Welt.Seine Karriere gipfelte im Konsulat des Jahres 97.Seine Hauptwerke sind die Annalen ( vom Tod des verg├Âttlichten Augustus an und behandeln den Zeitraum von 14 bis 68) und die Historien (die den Bericht bis zur Ermordung Domitians im Jahre 96 fortsetzten).Leider sind nur die ersten B├╝cher der Historien erhalten und auch die Annalen weisen gro├če L├╝cken auf.
Tacitus betrachtet die Geschichte vom senatorialen Standpunkt, er beklagt das Ende der Republik und den Aufstieg des Kaisertums.Siene Schilderung ist lebhaft und detailliert, kann aber kaum als unparteiisch gelten.Tacitus starb vermutlich in der Regierungszeit des Hadrian.


SUETON:

Gaius Suetonius Tranquillus, ein Freund des j├╝ngeren Plinius (ebenfalls ein antiker Schriftsteller), war Rechtsanwalt, bevor er zur Feder griff.Am Hofe Trajans erhielt er einen hochrangigen Sekret├Ąrsposten, wurde jedoch 122n Chr. von Hadrian entlassen, weil er der Kaiserin Sabina gegen├╝ber nicht die n├Âtige Edikette gewahrt hatte.Suetons Hauptwerk: Caesarenleben, ist eine Sammlung von zw├Âlf Biographien die von Julius Caesar bis Domitian reicht.Bei seiner priviligierten Stellung d├╝rfte Sueton Zugang zu den Staatsarchiven gehabt haben, und obwohl er sichtlich Freude an Klatsch und Ger├╝chten hat, gelten seine Berichte im allgemeinen als zuverl├Ąssig.


CASSIUS DIO:

Lucius Cassius Dio, war Bithynier und Sohn eines r├Âmischen Senators, der als Statthalter von Kilikien und Dalamatien wirkte.Er ist um 160.n.Chr. geboren, wurde um 180 Mitglied des Senats und war in den Jahren 205 und 229 als Konsul t├Ątig.Seine umfassende Geschichte Roms, von der nur wenige Kapitel erhalten sind, reicht von den Anf├Ąngen bis Alexander Severus.
Cassius Dio hielt die senatoren W├╝rde hoch und tadelte unbarmherzig jede kaiserliche Anma├čung.


HERODIAN:

Herodian wurde vermutlich um 175 in Kleinasien geboren und schrieb eine Geschichte seiner Zeit vom Tod Mark Aurels bis zur Thronbesteigung Grodians, die sich dadurch auszeichnet, dass die Ereignisse in Rom w├Ąhrend dieser Periode aus der Perspektieve des Augenzeugen geschildert werden.Vieles, wenn nicht alles, k├Ânnte jedoch anderen Berichten und Herodians Phantasie entstammen.Als kleiner Beamter, der wohl in der Regionalverwaltung t├Ątig war, ist Herodian frei von der senatsfreundlichen Voreingenommenheit seines Zeitgenossen Cassius Dio.



LAKTANZ:

Laktanz, eigentlich Lacantius, wurde um 250 n.Chr. in Afrika geboren.Diokletian holte ihn als Rhetoriklehrer nach Nicomedia seiner neuen Hauptstadt des Ostreiches.
Bald drauf bekehrte sich Laktnaz zum Christentum und w├Ąhrend der gro├čen Christenverfolgung von 303 floh er in die Westprovinzen.
Dort schrieb er 314 sein Werk: Von den Todesarten der Verfolger.
Ein Abri├č der Jahre 303 bis 313, der zeigen sollte, dass alle Kaiser, die Christen verfolgen lie├čen, ein schlimmes Ende genommen hatten.



EUSEBIUS:

Der christliche Historiker Eusebius war Bischof von Caesarea im heutigen Israel und ein gl├╝hender Bewunderer des Kaisers Kosntantin.Seine Kirchengeschichte ist die erste historische Darstellung des Christentums, dessen Entwicklung er bis zum Sturz des Licinius im Jahr 324 verfolgt.Der unvers├Âhnliche Kritiker christenfeindlicher Kaiser verfa├čte eine schmeichelhafte Biographie Konstantins, nachdem dieser 337 verstorben war und starb selbst zwei Jahre sp├Ąter.


ZOSIMUS:

Zosimus war ein griechischer H├Âfling und Verwalter des Staatsschatzes.Um das Jahr 500 schrieb er sein Werk, die Neuere Geschichte, die im dritten Jahrhundert einsetzt.Da der Autor ein ├╝berzeugter Heide war, bildet sein Bericht ein n├╝tzliches und interressantes Gegengewicht zu den fr├╝hchristliches Historikern.Er sieht die Ursache f├╝r den Fall des Westreiches in der Abkehr von den alten G├Âttern und Traditionen.



Abri├č einiger bedeutender Kaiser nach Augustus bis zur zeit der Adoptivkaiser.

TIBERIUS:

Nach Sueton war Tiberius hellh├Ąutig unt trug das Haar so lang dass es sogar ├╝ber den Nacken auf die Schultern fiel.
Tacitus hingegen schildert den Kaiser als vollkommen kahlk├Âpfig, mit Pickel und Furrunkel im Gesicht, die er meist mit Pflastern bedeckte.
Nat├╝rlich wurde er weder mit Glatze noch Pickel portr├Ątiert, wie diese B├╝ste aus dem Pariser Louvre zeigt.(Folie1)


Er war feist und kr├Ąftig gebaut und ├╝berragte den Durchschnitt.Mit steifem, vorgebeugtem Nacken schwieg er die meiste Zeit, wechselte nie oder nur selten ein Wort mit den Menschen seiner n├Ąchsten Umgebung.
All diese Sonderbarkeiten, die die Zeichen seiner unertr├Ąglichen Arroganz waren, bemerkte Augustus sehr wohl und versuchte sie oft vor dem Senat und dem Volk als angeborene Schw├Ąchen zu entschuldigen, f├╝r die er nichts konnte.

Sueton:Leben des Tiberius.


Kaiser Tiberius ist eine r├Ątselhafte Gestalt.Tacitus und Sueton haben ihn als heimt├╝ckischen Diktator geschildert, der vor Blutvergie├čen nicht zur├╝ckschreckte und ein abgesondertes, lichtscheues Leben auf Capri f├╝hrte, w├Ąhrend Intrigen und Meuchelmorde Rom unsicher machten.
Doch statt als Erzschurke kann man in Tiberius genausogut einen Menschen sehen der sich seinem Amt ganz einfach nicht gewachsen f├╝hlte.
Er ist ein Herrscher der das ├Âffentliche Leben schon vor seiner Thronbesteigung nach Kr├Ąften gemieden hat und seine besten Jahre nicht als Politker in der Haupstadt sondern als Feldherr in Germanien und dem Balkan verbrachte.├ťberdies war er schon 54 als er Kaiser wurde 67 als er sich auf Capri zur├╝ckzog, 77 als er starb.
Sein Lebensweg verlief alles andere als glatt.
Tiberius wurde am 16 Nov. 42.v.Chr auf dem Palatin, damals ein nobles Villenviertel geboren.Sein Vater war Tiberius Claudius Nero, ein Mitglied der adligen Dynastie der Claudier, seine Mutter die ber├╝hmte Livia Drusillis.Tiberius Vater hatte im B├╝rgerkrieg gegen Oktavian gek├Ąmpft und musste 40n.Chr nach Griechenland fl├╝chten.Im folgenden Jahr kehrte er nach Rom zur├╝ck und lie├č sich von seiner Frau Livia scheiden, damit Oktavian sie heiraten konnte.
Binnen 12 Jahren war Oktavian Augustus geworden und Tiberius pl├Âtzlich der Stiefsohn des Kaisers.



THRONFOLGE MIT HINDERNISSEN:

Obwohl Tiberius der Stiefsohn des Augustus war, war er damit nicht automatisch der Erbe des Imperiums.
25.v.Chr bekam er sein erstes milit├Ąrische Kommando als Offizier, dann feierte er Erfolge im Partherfeldzug und wurde 16.v Chr als Statthalter Galliens eingesetzt.
Zusammen mit seinem Bruder Drusus eroberte er neue Territorien im Alpengebiet und Teilen Germaniens
.Seine milit├Ąrischen Leistungen waren ├╝berragend, beim Partherfeldzug des Jahres 30v. Chr gewann er die Feldzeichen zur├╝ck die 33 Jahre zuvor die Legionen des Crassus bei Carrhae an den Fein verloren hatten.
Doch als er 13v.Chr sein erstes Konsulat erhielt w├Ąhrte die Freude nicht lange.Augustus zwang ihn sich von seiner geliebten Gattin Vipsania Agrippina (Tochter des Agrippa, 64 - 12 v.Chr, Staatsmann und Feldherr) scheiden zu lassen, um des Kaisers verwitwete Tochter Julia zu heiraten.
Da auch Julia schon ein Auge auf Tiberius geworfen hatte schien alles nach Plan zu laufen, doch die Zuneigung war einseitig, die Ehe ein Katastrophe.
Tiberius war die meiste Zeit auf Feldz├╝gen au├čer Landes, seine exzentrische Frau war er endg├╝ltig leid.
Sueton berichtet:
er habe sich von seiner Frau abgesto├čen gef├╝hlt, doch konnte er sie weder zurechtweisen noch wegjagen, obwohl er ihre Gegenwart nicht ertrug.
Schlie├člich bat er Augustus und Livia sich aus der ├ľffentlichkeit zur├╝ckzuziehen und ging ins freiwillige Exil.




DER ERBE DES ZUFALLS:

Tiberius zog sich auf Rhodos zur├╝ck, wo er acht Jahre verbrachte, dann wurde Julia wegen Ehebruchs verband, und Tiberius von ihr geschieden.Schlie├člich wurde ihm gestattet nach Rom zur├╝ckzukehren.
Nun konnte Livia offen f├╝r die Interessen ihres Sohnes eintreten.Wie Augustus ├╝ber Tiberius dachte ist unklar.
Mit Sicherheit hielt er ihn f├╝r allzu streng und h├Âlzern und als er ihn schlie├člich adoptierte stellte er ausdr├╝cklich fest:
"Dies tue ich aus Staatsn├Âten!" sein Stiefsohn schien ihn also nicht gerade in Begeisterung zu versetzten.
Nach der Adoption kehrte er zu den Legionen am Rhein zur├╝ck.
Seine milit├Ąrische Erfolge waren ├╝ber jeden Zweifel erhaben, so gelang es ihm weit ins germanische Gebiet vorzusto├čen, einen Aufstand am Balkan konnte er niederschlagen, doch in der Staatskunst fehlte es ihm noch an Erfahrung.
Und da sich Augustus auch anscheinend nicht die M├╝he machte ihn in der Staatsf├╝hrung untterichten zu lassen, war er auch schon wieder auf dem Weg zum Balkan als er ans Sterbebett des Kaisers gerufen wurde...



DER NEUE KAISER:

Als Augustus am 19. August, 14n.Chr starb, war Tiberius der unbestrittene Nachfolger.Obwohl fr├╝here Herrscher wie Sulla, oder Caesar die Macht nicht ererbt sondern mit Gewalt ansichgerissen hatten.
Durch die Adoption war Tiberius der Erbe des immensen Privatverm├Âgens des Kaisers, doch nun hatte der Senat zu entscheiden welche Ehrentitel von Agustus auch Tiberius verliehen werden sollten, da es mit der dynastischen Erbfolger verfassungsrechtliche Probleme gab.
Doch Tiberius griff nur z├Âgernd nach der Macht, die Zur├╝ckhaltung kr├Ąnkte die Senatoren und Tiberius wollte jene Fiktion des Augustus aufrechterhalten dass der Kaiser nur der erste B├╝rger des Staates war.
Und auch wenn die tats├Ąchliche Machtverteilung nie zur Diskussion stand unterst├╝tzte er somit die alte republikanische Traditon.
Als n├Ąchster musster er sich mit den Legionen einigen, da diese einen Treuschwur auf Augustus abgelegt hatten, und es erschien ihnen als willkommene Gelegeheit f├╝r eine Solderh├Âhung.
Tiberius schickte seinen Sohn Drusus (aus erster Ehe mit Vipsania) um die Anlegenheit zu kl├Ąren, aber die Meuterei der Reihnarmee lie├č sich nur schwerlich niederschlagen.


TIBERIUS REGIERUNGSZEIT:

W├Ąhrend der ersten Regierungsjahre des Tiberius spielte dessen Adoptievsohn Germanicus, und auch Drusus ein gro├če Rolle.
Germanicus war nicht nur des Kaisers Adopitvsohn sondern auch der Gro├čneffe des Augustus, und stammte direkt von der julischen Linie ab.Er heiratet schlie├člich Agrippina die ├Ąltere.
Hingegen war Tiberius Beziehung zu seiner Mutter Livia weit weniger herzlich, und er bem├╝hte sich ihren starken Einflu├č auf die Politik zu begrenzen.
Tiberius verweigerte ihr schlie├člich den Titel Augusta und das von ihr erstrebte Liktorenamt.
Germanicus hingegen blieb bei der Reihnarmee und es gelangen ihm einge erfolgreiche Feldz├╝ge.
Doch der Gedanke die r├Âmische Grenze ├╝ber den Reihn auszudehnen war l├Ąngst aufgegeben.
Und obwohl Sueton berichtet dass Tiberius neidisch auf die Erfolge des Germanicus war, ist das wohl eher Propagande die zeigen soll dass Germanicus einen besseren Kaiser abgegen h├Ątte, da die unn├╝tzen Expedition in germanisches Gebiet ohnehin nur kostspielig und zwecklos waren.Tiberius beorderte seinen Adoptivsohn nach Rom zur├╝ck, im folgenden Jahr wurde er Konsul.
Damit galt Germanicus als vermeintlicher Nachfolger.
Als er schlie├člich auf dem Weg in die Ostprovinzen, in eine Auseinandersetzung mit Gnaeus Piso, dem Statthalter Syriens geriet, ├╝berschritt er bei einem ungenehmigten Besuch ├ägyptens seine Befugnisse.
Als Germanicus erkrankte und am 10.Okt. 19.n Chr. in Antiochia starb, glaubte man, Piso habe ihn vergiftet.
Piso wurde verurteilt und zum Selbstmord gezwungen.
Doch man munkelte weiterhin dass Piso auf Befehl von Tiberius selbst gehandelt habe.
Sueton preist Germanicus in den h├Âchsten T├Ânen, sodass er schon ├╝bermenschlich erscheint.
"Man ist sich allgemein einig, dass Germanicus mit allen k├Ârperlichen und geistigen Vorz├╝gen so gl├╝cklich ausgestattet war, dass niemand an ihn heranreichte.
Ein gutaussehender Mensch von unvergleichlicher Tapferkeit, in griechischer und r├Âmischer Beredsamkeit hochgebildet und mit einzigartiger Liebensw├╝rdigkeit."
Sueton: Leben Caligulas.

In Wirklichkeit war Germanicus keineswegs so vollkommen.Er war der Sohn von Drusus dem Bruder des Tiberius, von dem er 9.v Chr. adoptiert wurde
Seine erste bedeutende Rolle spielte er, als er die Meuterei der Reihnsarmee niederschlug. Im allgemeinen war seine milit├Ąrische Begabungn jedoch eher bescheiden.
Doch nach seinem Tod im Jahr 19. n.C. wurde er zum Volkshelden, auf den sich alle beriefen, die mit Tiberius Regierung unzufrieden waren.

So wurde Tiberius eigener Sohn Drusus zum Kronprinz.
Er wurde Statthalter Pannoniens und ebenfalls hatte er das Konsulat inne.Aber auch er fand ein vorzeitiges Ende und starb mit Ende 30, im Jahr 23 in Rom.Es sollte sich sp├Ąter heraustellen dass er von seiner Frau Livilla vergiftet worden war.Sie hatte zusammen mit ihrem Liebhaber, Sejanus dem P├Ąfekten der Pr├Ątorianergarde, ein Komplott geschmiedet.


DIE INTRIEGEN DES SEJANUS:

Der Mord an Drusus ist nur eines der Verbechen die Sejanus angelastet werden.Und nach dem Tod des Thronfolgers begann er sich mit der Forderung, Livilla zur Frau haben zu wollen, ganz offen am R├Ąnkespiel zu beteiligen.Obwohl er seine Heiratspl├Ąne nicht verwirklichen konnte wuchs sein Einflu├č bei Hof betr├Ąchtlich, als Tiberius Rom verlie├č und nach Campanien ging.27. n.Chr ├╝bersiedelte der Kaiser schlie├člich auf seine Residenz in Capri und kehrte nie wieder in die Hauptstadt zur├╝ck.
Da nun Sejanus ├╝ber den kaiserlichen Terminkalender bestimmte, und Tiberius keinerlei ├ťberblick ├╝ber die Vorg├Ąnge im Senat hatte, verschaffte er sich eine beispiellose Vormachtstellung.
Die Beziehung zwischen Tiberius und seiner Mutter Livia waren nach wie vor frostig.Der Konflikt mit ihr war mitunter einer der Gr├╝nde weshalb er Rom verlie├č.
Als sie schlie├člich im Jahr 29, im hohen Alter von 86 starb, blieb der Sohn dem Begr├Ąbnis fern, verweigerte der Toten die Verg├Âttlichung und ignorierte ihr Testament.
Inzwischen ging Sejanus daran alle m├Âglichen Rivalen auszuschalten.So wurde Agrippina, die Witwe des Germanicus verhaftet, auf das Eiland Pandateria verbannt und so schrecklich verpr├╝gelt dass sie dabei ein Auge verlor.
Auch ihr Sohn Drusus wurde im Palast eingekerrkert, wo man ihn verhungern lie├č, in seiner Not versuchte er sogar die F├╝llung seiner Matratze zu essen.
Wahrscheinlich plante Sejanus tats├Ąchlich die kaiserliche Macht an sich zu rei├čen.Doch Tiberius, der von der Antonia, seiner Schw├Ągerin, gewarnt wurde, z├Âgerte nicht Sejanus endg├╝ltig auszuschalten.
Tiberius schaffte sich einige Komplizen innerhalb der Pr├Ątorianergarde, und lie├č den v├Âllig ├╝beraschten Sejanus mitten w├Ąhrend einer Senatssitzung aus dem Saal zerren.Sejanus wurde kurz darauf umgebracht.
Ebenfalls seine Familie, seine Anh├Ąnger wurden aufgest├Âbert und mit einer selbst f├╝r die Zeitgenossen unfa├čbaren Grausamkeit zur Strecke gebracht.


DER KAISER GANZ PRIVAT:

Wie bei vielen seiner sp├Ąteren Amtskollegen kam es auch bei Tiberius im Laufe der Jahre zu einem Wandel im pers├Ânlichen Verhalten.Anfangs war Augustus sein Vorbild gewesen und er hatte regelm├Ą├čig die Senatssitzungen besucht, gro├čz├╝gige Stiftungen und Schenkungen unterm Volk verteilt.
Doch es fehlte ihm an der Offenheit des Augustus, zur Geselligkeit hatte er weder Neigung noch Talent, was ihm den Ruf einbracht, steif und arrogant zu sein.
Die Abneigung gegen Tiberius verbreitete sich unterm Volk als er in sp├Ąteren Jahren nicht mehr gewillt war, verschwenderische und blutr├╝nstige Spiel auszurichten.So war er der einzige Kaiser dem es gelang die Munera (Gladiatorenspiele) in Rom drastisch einzuschr├Ąnken.
Tiberius wachsende Scheu vor der ├ľffentlichkeit gipfelte schlie├člich in seiner ├ťbersiedlung nach Capri, wo er sich mit Sterndeutern umgab und seinen literarischen Neigungenfr├Ânte, die schon immer eines seiner liebsten Steckenpferde gewsen waren.
So schrieb ein Zeitzeuge, dass die Reden die er in den Anfangsjahren seiner Regierung vor dem Senat hielt "durch schw├╝lstige Manierismen und Pedanterie" oft schwer verst├Ąndlich waren, die latneische Sprache/Schrift wollte er reformieren.Er beherrschte auch griechisch fl├╝ssig und verfa├čte Verse im Stil seiner griechischen Lieblingsdichter.
Doch Tiberius wurden auf seiner abgeschiedenen Insel noch ganz andere Sachen nachgesagt.
Schon von Augustus wurde Capri als kaiserlicher Sommersitz genutzt.
Sueton beschreibt die Insel so:
Nachdem er Campanien durchquert hatte begab er sich auf die Insel Capri, welche ihm besonders gefiel, weil sie nur einen einzigen, obendrein schmalen Anlegeplatz besa├č und sonst ringsum steil abfallende, hohe Felsw├Ąnde und von tiefem Meer umgben war.
Hier verbachte Tiberius seine letzten 10 Jahre, seinen Luxuri├Âsen Palast, der mit allen Komforts von hei├čen Thermen bis zu einem Speisesall mit Meerblick ausgestattet war, lie├č er an der zerkl├╝ftete Ostk├╝ste erbauen.
Doch dies alles lie├č die Ger├╝chtekche erst so richtig prodeln.
Man sagte ihm allgemein sexuelle Perversionen nach, die er auf Capri auslebte.Nach Sueton soll er selbst Kleinkinder nicht geschont haben und "er lie├č noch nicht entw├Âhnte S├Ąuglinge an seinem Glied saugen wie an der Mutterbrust, was ihm sowohl seiner Veranlagung wie seines Alters wegen besonderes Vergn├╝gen bereitete"
Die Abgeschiedenheit in der er lebte beg├╝nstigten solche Ger├╝chte, die ihn als greisen Lustmolch erscheinen lie├čen, doch sind diese Ausschweifungen sehr zweifelhaft und unglaubw├╝rdig.



SENAT UND REICH:

Der Regierungsstil Tiberius zeichnete sich durch seine L├Ąssigkeit aus, er behielt die F├Ąden in der Hand, ohne sich wegen jeder pingeliegen Kleinigkeit einzumischen.Die fermeintliche Freiheit die er den Senatoren lie├č, dann aber doch die egentliche Entscheidungsgewalt f├╝r sich beansprucht brachte ihm oft dem Vorwurf der Heuchelei ein.
Doch er war auch zu entschlossenem Handeln f├Ąhig, wenn ein Statthalter seine Befugnisse ├╝berschritt, oder ein Krisensituation ausbrach.So bewilligte er den R├Âmern eine gro├čz├╝gige Katastrophenhilfe, als die Stadt von verheerenden Gro├čbr├Ąnden heimgesucht wurde.
In sp├Ątern Jahren sah er sich jedoch gezwungen die Steuern zu erh├Âhen.
Besonders problematische war seine Beziehung zum Senat.Doch obwohl er die Kooperation des Senats suchte, kam es im Lauf der Zeit zu einem immer gr├Â├čeren Zerw├╝rfnis.
Das wachsende Mi├čtrauen des Kaiser gegen├╝ber dem Senat f├╝hrte in zu einer Serie von Hochverratsprozessen, die seine letzten Regierungsjahren als Schreckensherrschaft erscheien lassen.So reichten die haltlosesten Verleumdungen f├╝r ein Todesurteil.
So wurde ein angesehener Konsul hingerichtet der mit einer M├╝nze (die nat├╝rlich das kaiserliche Portrait trug) in der Tasche aufs Klo gegangen war.
Tiberius beschuldigte ihn:
"Mit meiner M├╝nze im Gewande, hast du dich auf den ekelhaften, stinkenden, Abort begeben und dein Gesch├Ąft verreichtet!"


ALTER UND TOD

W├Ąhrend in Rom die Hochverratsprozesse Angst und Schrecken verbreiteten, sonnte sich Tiberius in seinem Alterssitz auf Capri.Wilde Ger├╝chte kursierten ├╝ber seine homosexuellen Praktiken, die er angeblich mit Scharen von halbw├╝chsigen, den sogenannten Strichjungen, trieb.
Es hie├č, die Schlafzimmer seien mit erotische Wandmalereien und Skulpturen dekoriert um seine Bettgef├Ąhrten anschaulich zu demonstrieren, was von ihnen verlangt wurde.
Das meiste davon ist wohl nachtr├Ąglich erfunden und dazugedichtet, man bedenke dass Tiberius zu dieser Zeit schon weit ├╝ber 70 war, doch es zeigt wie sehr der alte Mann mittlerweile in Verruf gekommen war.
Die Thronfolge war noch immer ungekl├Ąrt.
Doch wurde schlie├člich der 20j├Ąhrige
Gaius (Caligula), der Sohn des Germanicus
als Kronprinz auserkoren, da Tiberius den Sohn des Drusus verd├Ąchtigte dass er wom├Âglich nicht sein Enkel sondern Livillas Seitensprung mit Sejanus entstammte.
Tiberius wurde zu Beginn des Jahre 37, auf einer Reise durch Campanien krank.Typischerweise versuchte er die Krankheit mit zusammengebissenen Z├Ąhnen zu ignorieren, doch streckte sie ihn schlie├člich doch auf das Krankenlager.Am 16.M├Ąrz starb er im Alter von 77 Jahren.Tacitus erz├Ąhlt einer abenteuerliche Geschichte, wie Tiberius schon f├╝r tot gehalten wurde und Caligula ihm den Siegelring abstreifte, um als neuer Kaiser ausgerufen zu werden.
Dann aber soll sich der Kaiser noch einmal erholt und etwas zu essen verlangt haben.Caligula war entsetzt, doch der Pr├Ątorianerf├╝hrer Macro eilte geflissentlich ans Sterbebett und erstickte den Alten mit einem Kissen.
Die Todesnachricht wurde keinefalls mit Kummer aufgenommen.
Und Obwohl einige Verlangten den Leichnam wie den eines gemeinen Verbrechers in den Tiber zu werfen, sorgte Caligula f├╝r die standesgem├Ą├če ├ťberf├╝hrung nach Rom wo er einge├Ąschert und im Mausoleum des Augustus beigesetzt wurde.
Doch kam es nacher werder zur Verg├Âttlichung des Toten, noch zur Verdammung seines Andenkens.Das zweideutige Ende eines wiederspr├╝chlichen Lebens.




CALIGULA:

Caligulas Eitelkeit kontrastierte mit seinem h├Ą├člichem ├äu├čeren und dem sch├╝tteren Haar.In den erhaltenen Protraits, wie dieses aus dem Louvre(Folie2), wurden nat├╝rlich beide Sch├Ânheitsfehler sorgf├Ąltig retuschiert.

Sueton, Leben des Caligulas:
Er war von hohem Wuchs, extrem blasser Gesichtsfarbe und unf├Ârmiger Gestalt, sein Hals war d├╝nn, Augen und Schl├Ąfen eingefallen, die Stirn breit und finster, das Haar d├╝nn und auf dem Scheitel g├Ąnzlich gelichtet, der ├╝brige Leib jedoch stark behaart.
Deshalb galt es als Kapitalverbrechen von oben auf ihn herab zusehen, wenn er vor├╝berging, oder in seiner Gegenwart aus irgendeinem Grund das Wort "Ziege" auszusprechen.


Von Kaiser Gaius den man gemeinhin unter dem Namen Caligula kennt hat uns die Geschichtsschreibung kein freundliches Bild ├╝berliefert, was er auch kaum verdient h├Ątte.
Er war ein launischer junger Mann, brutal, unsicher und hypernerv├Âs, doch von wachem Verstand und seiner Familie treu ergeben, aber das ist auch schoon das Beste was sich von ihm sagen l├Ąsst.
Ob er verr├╝ckt, oder ein ├╝bler Charakter war h├Ąngt davon ab wie weit man den ├ťberlieferungen vertraut.
Spiegeln die Ansichten Suetons und Cassius Dio tats├Ąchlich nur die Ansichten des Senats wieder?
Sicher ist dass Caligula zu grausamen Scherzen neigte, doch war vieles davon leere Prahlerei und blo├čes Theater.Dennoch gewinnt man den Eindruck der dritte Kaiser Roms sei ein gef├Ąhrliches, absto├čendes und zum Gr├Â├čenwahn neigendes Individium gewesen.


KINDHEIT:

Gaius Germanicus kam am 31. Aug. 12.n.Chr. in Antium zur Welt, rund 40km s├╝dlich von Rom.Sein Vater war der ber├╝hmte Germanicus, Neffe des Kaisers Tiberius.Caligulas Spitzname stammte von einem Soldatenschuh und hei├čt ├╝bersetzte soviel wie "Stiefelchen!"Der kleine Gaius war erst 2 Jahre, als er einer Anekdote zufolge im Lager der Reihnarmee, wo er zusammen mit seiner Mutter kurzfriestig als Geisel genommen wurde.Die feindlichen Soldaten sollen vom Anblick des kleinen im Mini - Waffenrock und der Mini - Stiefel so begeistert gewesen sein, dass sie sich anscheinend freiwillig ergaben.Die Geschichte wurde sp├Ąter reichlich ausgeschm├╝ckt.
Doch Caligula selbst verabscheute diesen Spitznamen und als Kaiser bestrafte er jeden der ihn benutzte, aber seinen wirklichen Namen konnte er freilich ebensowenig leiden.
Sein Vater Germanicus, geno├č vor seinem geheimnisumwittertem Tod im Jahre 19, betr├Ąchtliches Ansehen und galt als Volksheld, was sich Caligula sp├Ąter zunutze machte.
Doch Caligula hatte 5 ├Ąltere Br├╝der und es sah nicht aus als w├╝rde er der Kaisererbe werden, und drei Schwestern zu denen er ein inniges, m├Âglicherweise allzu inniges Verh├Ąltnis entwickelte.
Seine Kindheit war ├╝berschattet vom Schicksaal seiner Mutter Agrippina und seinen beiden Br├╝dern, sie wurden die Opfer der Intrigen des Sejanus, und ihr Tod muss Caligula schwer getroffen haben.Er sicherte sich schlie├člich die Freundschaft mit Tiberius und so eine Chance zur Nachfolge.Caligula war 18, als Tiberius nach Capri zog, und als der greise Kaiser im Jahre 37 das zeitliche segnete sorgte der Pr├Ątorianerprefekt Macro f├╝r den reibungslosen Machtwechsel.


EIN VIELVERSPRECHENDER ANFANG:


Caligulas Thronbesteigung wurde von allen R├Âmern jubelnd begr├╝├čt, sogar vom Senat.Er wurde mit den ├╝blichen Machtbefugnissen ausgestattet und die Knauserei unter Tiberius schien vorbei, der jungendliche Monarch sollt alle Hoffnungen erf├╝llen, die sein Vater Germ. verk├Ârperte.
Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin die Asche seiner Mutter und des Bruders nach Rom bringen zu lassen und sie im Mausoleum des Augustus beizusetzen.
Seinen Onkel Claudius machte er zum Konsul und seine Gro├čmutter geno├č dieselben Privilegien wie Livia.
Doch damit war die Familienidylle auch schon zuende.
Doch die sonnigen Aussichten wurden nicht weiter getr├╝bt, Calig. stellte die Hochverratsprozesse ein unt teilte gro├čz├╝gige Geschenke unterm Volk und den Gardisten aus um sich einzuschmeicheln, nichts deutete auf das Kommende hin.....


ENDE DER SCHONZEIT:


6 Monate nach seiner Thronbesteigung wurde Cal. schwer krank.Wom├Âglich erlitt er einen Nervenzusammenbruch, aber es k├Ânnte auch ein k├Ârperliches Leiden gewesen sein, da er als Jugendlicher epileptische Anf├Ąlle gehabt haben soll.
Sp├Ąter litt er dann unter Schw├Ąchezust├Ąnden, Panikattacken und Schlaflosigkeit, dem zeitgen├Âssischen Klatsch zufolge alles Nachwirkungen eines allzu potenten Liebestranks.
Laut Sueton schlief er nachts nur 3 Stunden und wurde von gr├Ą├člichen Alptr├Ąumen geplagt.Er sei stattdessen im Palast umhergewandelt und habe wirres Zeug vor sich hingestammelt.
Mit seiner Genesung einige Wochen sp├Ąter, war die Schonfrist f├╝r die R├Âmer vorbei.
Manche glauben seine Krankhei habe zu geistiger Verwirrung und Wahnvorstellungen gef├╝hrt.
Caligula f├╝rchtete an allen Enden und Ecken Intrigen gegen ihn und glaubte man w├╝rde nach seinem Leben trachten.Er schien zur Einsicht gekommen dass auch er ersetzlich sei und andere nur darauf warteten seine Stellung einzunehemen, Gamellus, und auch der Pr├Ątorianer prefekt Macro, der ihm eigentlich erst zur Macht verholfen hatte, wurden gezwungen Selbstmord zu begehen.



EHEFRAUEN UND SCHWESTERN:

Das folgende Jahr brachte dem Kaiser einen schweren pers├Ânlichen Verlust:Seine Schwester Drusilla starb.
Es ist einer Ironie des Schicksals, dass Caligula mit eben dieser Schwester des Inzests besschuldigt wurde.Sueton berichtet er sei als Teenager mit Drusilla im Bett ertappt worden.Das mag eine Erfindung sein, aber Drusilla war in der tat Caligulas Lieblings - Schwester, und als sie im Jahr 38 starb, befahl er sofort ihre Verg├Âttlichung und es wurde eine ├Âffentlich Trauerperiode ausgerufen, w├Ąhrend der Herrscher Rom verlie├č und Trost auf einer Campanienreise suchte, um den schweren Schock zu ├╝berwinden.
Neben den zwei weiteren Schwestern, die im folgenden Jahr verbannt wurden, weil sie zusammen mit Drusillas Witwer eine Verschw├Ârrung angzettelt hatten, gab es weitere vier Ehefrauen:
Claudia die er 33n. geheiratet hatte, die aber bald darauf im Kindbett starb.
Livia Orestilla, die schon verlobt war als Caligula mitten in die Hochzeitsfeierlichkeiten platzte und um Livia f├╝r sich selbst zu beanspruchen, doch zwei Monate sp├Ąter hatte sie ebenfalls ausgedient und
Lollia Paulina trat an ihre Stelle, aber auch diese Ehe wurde bald geschieden.
Mit seiner 4 Frau hatte Cal. mehr Gl├╝ck. Milonia war zwar ein paar Jahr ├Ąlter als er, hatte aber schon eine Probezeit als seine Geliebte absolviert.
Sie schenkte schlie├člich einer Tochter dass Leben, die wie k├Ânnte es anders sein, im Gedenken an Cal.s Schwester den Namen Drusilla erhielt.



THEATER UND SPIELE:

Eine der ber├╝chtigsten Geschichten ├╝ber Cal. betrifft sein Lieblingspfer Incitatus.Das Tier wurde in luxuri├Âser Umgebung gehalten:
ein Stall aus Marmor, Krippe aus Elfenbein, Purpurne Decken, edelsteinbestztes Zaumzeug.G├Ąste wurden in seinem Namen zum Diner eingeladen und dem Pferd selbst wurde an der kaiserlichen Tafel Hafer aus goldenen Sch├╝ssel kredenzt.Einmal ├Ąu├čerte er sogar er wolle Incitatus zum Konsul machen.
Caligula soll sogar eine Br├╝cke ├╝ber die Bucht von Neapel errichtet haben lassen, um prunckvolle, verschwenderische Wagenrennen auszurichten.Nat├╝rlich war er selbst der Haupdarsteller und preschte mit einem Streitwagen, unter dem Jubel der Menge dahin.Das extravagante Schauspiel muss Unsummen gekostet haben, doch pa├čt es ins Bild wenn man sie mit seiner Angewohnheit vergleicht, in Essig ausgel├Â├čte Perlen zu trinken oder Spritztouren in juwelenbesetzten Purnkbooten zu unternehmen.


DER WEG IN DIE TYRANNEI:

Bei so teuren Vergn├╝gen war das immense Erbe das ihm Tiberius hinterlassen hatte, bald aufgebraucht.Doch der Kaiser behalf sich dem bew├Ąhrtem Mittel der Erpressung: er erhob neue Steuern, darunter eine f├╝r Prostitution, und er soll angeblich sogar selbst ein Bordell er├Âffnet haben um sich zu bereichern.
Und zu allem ├ťberflu├č konfiszierte er unter fadenscheinigen Vorw├Ąnden das Verm├Âgen fremden Erbguts.
Auch die Beziehung zum Senat verschlechterte sich.
Schlie├člich gab es die ersten Schwierigkeiten als er beide Konsulen aus dem Amt jagte, vermutlich waren sie and der Verschw├Ârung der beiden Schwestern Cal.s beteiligt.Ebenfalls beteiligt war der ehemalige Mann der verstorben Drusilla, w├Ąhrend er hingerichtet wurde, verbannte Cal, die beiden Schwestern auf die Pnotischen Inseln.



FELDZUG NACH GERMANIEN:

Im Jahr 39, verlie├č Cal. Rom und zog nach Norden, er plante nichts geringeres als dier Eroberung Britanniens, wof├╝r er extra zwei neue Legionen rekrutiert hatte.
Doch lag das Scheitern seines Vorhaben nicht allein am Kaiser, obwohl Cal., kein sonderlich talentierte Feldherr war.
Entscheident war die schlechte Disziplin der Reihnarmee, und die Inkompetenz ihres Kommandanten, dieser wurde des Verrats angeklagt und hingerichtet.Im Jahr darauf erreichte Cal selbst den Reihn, und ernannte den sp├Ąterne Kaiser Galba zum Befehlshaber Obergermaniens.Es gelangem ihm zwar einige Vorst├Â├če in germanisches Gebiet, doch ein gro├čer Sieg blieb aus.
Cal. marschierte mit seinen Truppen zur Kanalk├╝ste und befahl seinen M├Ąnnern Seemuscheln zu sammeln, doch die Invasion Britanniens blieb aus, das Risiko schien ihm wohl zu gro├č.
Verbittert, ent├Ąuscht und zerknirscht kehrte der Kaiser im Jahr 40 nach Rom zur├╝ck.Seine Laune war unertr├Ąglich und das verhie├č vorallem f├╝r die Senatoren nichts Gutes.


DER LEBENDE GOTT:

W├Ąhrend der letzten Monate seiner Regierung lie├č sich Cal. als Gott verehren.In den Ostprovinzen war der Kaiserkult schon l├Ąngst an der Tagesordnung, doch in der Hauptstadt wurde diese Frevelei nicht gerne gesehen.
Er weihte sich selbst einen Tempel auf dem Palatin und verlangte angesehenen B├╝rgern hohe Summen ab, f├╝r die Ehre ihm als Priester dienen zu d├╝rfen.
Nach Sueton soll er sich in " aller ├ľffentlichkeit, zuweilen mit Frauenkleidern und weibischen Halbschuhen, manchmal mit vergoldetem Bart, Blitz und Dreizack in den H├Ąnden, oder sogar nackt, als Venus selbst kost├╝miert" gezeigt haben.
Tacitus berichtet dass er Zwiesprache mt den G├Âttern hielt "So pflegte er des Nachts unabl├Ąssig mit einem Standbilds Jupiters zu sprechen: "Erhebe dich zu mir!" sprach er "oder sonst erhebe ich dich!"
Ob Cal. selbst all diesen Unsinn glaubte sei dahingestellt.So soll er einmal seine H├Âflinge gefragt haben ob sie die G├Âttin Luna (G├Âttin des Mondes) denn auch sehen k├Ânnten,
doch diese wagten es nicht aufzublicken und entgegneten im Fl├╝sterton:"Nur ihr G├Âtter verm├Âgt einander zu erblicken!"
Dies klingt wie ein sorgsam inszinierte Witz.Weit weniger ironisch war sein Befehl den Tempel Jerusalems zu einem r├Âmischen Heiligtum umzuwandeln, doch bevor es dazu kam war Cal. schon tot.


DAS ATTENTAT:

Gegen Ende des Jahres 40 hatte Cal., durch seine Launen und Grausamkeiten nahezu alle Anh├Ąnger verloren.
Noch vor Jahresende deckte er eine weitere vermeintliche Intrige auf und lie├č Senatoren hinrichten.
Doch der Anschlag auf ihn war schon l├Ąngst in Vorbereitung....
Hauptbeteiligt waren zwei Offiziere der Pr├Ątorianergarde, hinter ihnen standen noch m├Ąchtige Hofbeamte und einflu├čreiche Senatsmitglieder.
Das Attentat sollte am letzten Tag der palatinische Spiele stattfinden, denn bei solchen Gelegenheiten, denen der Kaiser meist beiwohnte, war es ├╝blich dass er sich sich zum Mittagessen und einem Bad zur├╝ckzog, bevor er dann wieder am Schauspiel teilnahm.
Der Plan sah vor, ihn zu ├╝berfallen, wenn er das Theater verlie├č, doch Cal. z├Âgerte an diesm Tag die Pause hinaus, weil er nach einer ausschweifenden Nacht an einer Magenverstimmung litt.Schlie├člich ├╝berredeten ihn die Senatoren, die in den Mordplan eingeweiht waren, und in einem engen Korridor wurde er umgebracht.
Laut einem Bericht stie├č ihm einer der Verschw├Ârer ins Genick ein anderer versetzte ihm einen Sto├č in die Brust, er fiel zu Boden kr├╝mmte sich vor Schmerz und starb unter unz├Ąhligen Hieben....
Seine Gattin und kleine Tochter wurden ebenfalls ermordet.Einem seiner Sklaven gelang es den Leichnam zu bergen und die ├ťberreste zu verbrennen.Als Cals. Schwestern aus der Verbannung entlassen wurden ordneten sie eine f├Ârmliche Bestattung an und lie├čen ihn im Augustus Mausoleum beisetzten.Obwohl seine Statuen gest├╝rzt und sein Name aus den Chroniken gestrichen wurde, war die Erinnerung an Caligula nicht so leicht auszuradieren, und so wurde er zum verr├╝ckten Tyrannen, an dessen ├╝blen Ruf nur noch Nero heranreichte....




NERO:

Sueton beschreibt Nero als jemanden, "der seine Haare zu Locken legen lie├č" eine Beschreibung, die genau zu dieser Marmorb├╝ste aus dem britisch Museum pa├čt(Folie3).Diese Friusur war eine direkte Anleihe von hellinistischen K├Ânigen, z.b den Ptolem├Ąern, zu denen auch Kleoptatra (VII) geh├Ârte.Die individuellen Gesichtsz├╝ge sind ebenfalls ein Bruch mit der Tradition der julisch - claudischen Dynastie und Nero ist der erste Kaiser, den wir auf Portraits leicht wiedererkennen.

Er war von mittlerer Gr├Â├če, sein Leib mit Flecken ├╝bers├Ąt und ├╝belrichend, sein Haar lichtblond.....
Seine Gesundheit war eisern, denn obwohl er sich den w├╝stesten Ausschweifungen hingab, wurde er insgesamt nur dreimal krank in den 14 Jahren seiner Amtszeit.
Sueton: Leben des Nero

Denn Nero hat den Rest seiner Tage so sch├Ąndlich zugebracht, dass es peinlich und ekelhaft ist, die Exestenz eines solchen Menschen ├╝berhaupt festzuhalten, ganz abgesehen davon dass er ├╝ber den Erdkreis herrschte...
Aurelius Viktor: Buch der Caesaren

Nero ist derjenige r├Âmische Kaiser, den jeder von uns kennt.Romane und Hollywoodstreifen haben ihn als Scheusal dargestellt, als einen z├╝gellosen Tyrannen, der Rom niederbrennt, weil es an Platz f├╝r sein Landhaus fehlte, der seine Gegner foltern und t├Âten lie├č und ein extravagantes Leben f├╝hrte.Die historische Wahrheit hinter diesem Zerrbild ist komplizierter.
Doch war Nero tats├Ąchlich ein kaltbl├╝tiger Mensch, der zwei Gattinen, einen Stiefbruder und die eigene Mutter auf dem Gewissen hatte und zahllose andere ins Exil den Selbstmord oder den Tod in der Arena trieb.
Aber zugleich war er ein F├Ârderer der K├╝nste, und seine ersten 5 Amtsjahre erscheinen im R├╝ckblick als goldene ├ära einer aufgekl├Ąrten und ma├čvollen Regierung.
Geboren wurde Nero am 15. Dez. 37.nChr. in einer kleinen italienischen K├╝stenstadt namens Antium.
Sein Vater stammte von einer f├╝hrenden Familie der alten Republik ab.Doch es war seine Mutter auf die sich seine Machtanspr├╝che beriefen.
Agrippina war die Tochter des Germanicus und die Schwester Caligulas.Neros Vater starb als er noch ein Junge war, und seine Mutter Agr. wurde von Caligula auf die Pontischen Inseln verbannt, doch als im Jahre 41 Claudius den Thron bestieg wendete sich das Geschick der Familie.Der Kaiser hohlte A. aus der Verbannung zur├╝ck und heiratete sie schlie├člich, Nero wurde von Claudius adoptiert.Im Jahre 51 ernannte er ihn zu seinem Thronerben und verheiratete ihn mit seiner leiblichen Tochter Oktavia.Wahrscheinlich war die Adoption und die Einsetzung als Thronerben eher auf Agr.s Bestreben hin geschehen, zumal Claudius immerhin einen leiblichen Sohn hatte.
Als Claudius im Jahre 54 starb, oder besser gesagt von Agr. vergiftet wurde, trat der 16j├Ąhrige Nero ohne nennenswerten Widerstand die Nachfolge an.


DIE FR├ťHEN JAHRE:

Unter dem neuen Kaiser lief zun├Ąchst alles gut.Nero hielt schleimende Reden vor dem Senat und stiftete enorme Geldsummen.Den Senatoren sollten wieder mehr politischer Einflu├č gew├Ąhrt werden, und die Freiheit ihre Meinungen zu ├Ąu├čern.Diese Regierungserkl├Ąrung stammte aus der Feder Senecas, einem renommierten Philosophen der stoischen Schule.

SENECA:

Lucius Annaeus Seneca, war einer der f├╝hrenden Philosophen seiner Zeit.Geboren im spanischen Cordoba 1v. Chr., kam er in seiner Jugend nach Rom und wurde in Hofkreisen bald ein gesch├Ątzter Mann, bevor in Claudius, wegen einer angeblichen Affaire mit einer Schwester Caligulas verbannte.49. wurde er zur├╝ckgeholt und zum Lehrer Neros ernannt.Er blieb einer seiner wichtigsten Ratgeber bis man ihn im Jahre 65 der Teilnahme an einer Verschw├Ârung bezichtigte und zum Selbstmord zwang.Sen. schrieb eine Anzahl von moralischen Dramen und philosophischen Essays.



Seneca:├ťber die Todesfurcht


Gleich von Geburt ab wirst du zum Tode gef├╝hrt.Mit solchen Gedanken m├Âchten wir uns tragen, wenn wir in voller Seelenruhe jene letzte Stunde erwarten wollen, deren gef├╝rchteten Eintritt, alle ├╝brigen Stunden unruhig macht....


Senca: ├ťber das Wesen der Philosophie

Die Philosophie lehrt handeln,nicht reden, sie fordert, dass jeder getreu seinem inneren Gesetz lebe, dass das Leben mit der Wahrheit nicht im Wiederspruch stehe....

Doch trotz Senacs Unterst├╝tzung gab es auch f├╝r Nero ein Problem:Britannicus, er war der leibliche Sohn des Kaisers Claudius und ein m├Ąchtiger Rivale, da viele ohnehin nicht begreifen konnte, wie es Nero ├╝berhaupt gelungen war an die Macht zu gelangen.
Es ├╝berascht daher nicht dass Br. wenige Monate nach seinem Vater ebenfalls vergiftet wurde.Als Br. beim Essen zusammenbrach behauptete Nero er habe einen epileptischen Anfall und lie├č die Leiche wegschaffen um sie zu verbrennen...


UNTATEN;VERGN├ťGUNGEN;LEIDENSCHAFTEN:

Von allen Verbechen die aus Neros Amtszeit ist der Mord an seiner Mutter Agr. der bekannteste:
Agr. hatte enoremen Einflu├č auf ihren Sohn und versuchte ├╝ber ihn selbst zu regieren.Anfangs begegnete er ihr mit Ehrerbittung, und es gab sogar Ger├╝chte wonach A. ihn verf├╝hrt habe um Nero noch st├Ąrker in der Hand zu haben.
Doch beschlo├č Nero, der seine machtgierige Mutter leid war, sie endg├╝ltig zu beseitigen.Gift kam daf├╝r nicht in Frage, denn Agr. ahnte die Gefahr und traf entsprechnde Vorsichtsma├čnahmen. Daher verfiel Nero darauf, einen "Unfall" auf See zu inszenieren.
Doch als die Todesfalle nicht ganz so wie geplant zuschnappte und das Schiff kenterte, war Agr. noch am Leben, doch sie war eine gute Schwimmerin und konnte sich ans Ufer retten, auch die Flucht in eine Privatvilla gelang.Nero sandte Soldaten aus Um ein Ende mit ihr zu machen.
Es wird berichtet ein Wahrsager habe ihr einst propjezeit, dass Nero zuerst Kaiser werden und dann seine Mutter t├Âten w├╝rde, worauf Agr. geantwortet hat:
"Soll er mich doch t├Âten wenn er nur regiert!"
Doch blieb diese Untat nicht Neros einzige.
Ger├╝chten zufolge machte der Kaiser nach Einbruch der Dunkelheit die Stra├čen unsicher, zog mit seinen Spie├čgesellen durch die Tavernen, raubte Passanten aus, bel├Ąstigte Frauen und pl├╝nderte L├Ąden und Marktst├Ąnde.Au├čerdem warf man ihm sexuelle Exzesse vor von denen seine "Hochzeiten" mit
seinen homosexuellen Liebhabern Pythagoras und Sporus am ber├╝hmtesten sind, letzterer war ein Knabe den er hatte kastrieren lassen.
Man munkelte Nero habe dei Sporus den Ehemann bei Pyt. die Frau gespielt.
Ebenso unerfreulich war in den Augen der Zeitgenossen, seine Liebe zur Musik.Er angaierte einen der bedeutendsten Lyraspieler als Lehrmeister und gab Privatvorstellungen f├╝r Freunde, bei denen er seine eigenen Kompositionen sang und sich dazu auf der Lyra begleitete.
Sein Deb├╝t vor ├Âffentlichem Publikum wagte er erst einige Jahr sp├Ąter, und auch nicht in Rom.
Doch das Konzert stand unter keinem g├╝nstigen Stern, dass Theater wurde von einem Erdsto├č ersch├╝ttert und st├╝rzte kurz darauf ein, Nero konnte in letzter Sekunde gerettet werden.
Im nachhinein sind seine k├╝nstlerischen F├Ąhigkeiten schwer zu sch├Ątzen.Sueton beschreibt seine Stimme als schwach und heiser, Cassius Dio nennt sie schrill und monoton.Als Nero ein Jahr sp├Ąter in Rom auf der B├╝hne stand, war das Volk nicht gerade begeistert ihren Herrscher in Frauenkleidern zu sehen (er trug ein Lied aus der Rolle der Niobe vor), wie er laut kr├Ąchzend vor der Menge herumt├Ąnzelte, so stellte man sich keinen Machthaber vor.....



OKTAVIA UND POPPAEA:

Im Jahre 58 verliebte sich Nero leidenschaftlich in eine Hofdame von gro├čer Sch├Âhnheit:Poppaea Sabina.
Doch es gab ein Problem, nicht nur er sondern auch Poppaea war verheiratet.Pop.s Mann war:
Marcus Otho, der sp├Ąter sogar kurzfristig Kaiser wurde, und einer der engsten Freunde Neros war, wurde kurzerhand nach Lusitanien als Statthalter geschickt.
W├Ąhrend Pop, mit dem Kaiser das Bett teilte.
Doch Nero war noch immer mit Okatvia der Tochter des Claudius verheiratet.Schlie├člichj hielt er seine Position f├╝r gefestigt und lie├č sich von Okt. scheiden, diese wurde zuerst nach Campanien geschickt, dann unter fingiertem Vorwand auf die Insel Pandateria verbannt, wo sie einen gewaltsamen Tod fand.
Der Gipfel war, dass ihr Kopf nach Rom gesandt und Pop.
zu F├╝├čen gelgt wurde.
Doch Pop. hatte selbst nicht mehr lange zu leben,als sie schwanger war erschlug Nero sie in einem Wutanfall.
Nero heiratete wieder doch zog er seiner Gattin seinen Lustknaben Sporus vor, weil dieser Pop ├Ąhnelte.



WOLKEN AM HORIZONT:


Mit den Jahren wandelte sich die Politik des Kaisers grundlegend.Unter den Einflu├č von Seneca war sie zu anfangs von R├╝cksicht und Vernunft gepr├Ągt.
Als Seneca schlie├člich zum Selbstmord gezwungen wurde, glaubten einige dass der Kopf hinter dem, und dem was Nero sp├Ąter verbrach, sein neuer Berater und Prefekt der Pr├Ątorianergarde:Tigellinus war.
Abermals wurden Hochverratsprozesse gef├╝hrt, wieder wurden die Steuern erh├Âht und wohlhabende R├Âmer enteignet.
Und als im Jahr 64 der ber├╝chtigte Gro├čbrand Rom verw├╝stete, schw├Ąchte dies Neros Stellung noch weiter.
Das Feuer brach am 19. Juli 64 in der Nachbarschaft des Circus Maximus aus, und verbreitete sich so rasch dass nur 4 Stadtbezirke intakt blieben.Das Forum und auch Teile des kaiserlichen Palast wurden zerst├Ârt.
Nero hielt sich gerade in Antium auf als das Feuer ausbrach, eilte jedoch sofort nach Rom, als sich das Ausma├č der Katastrophe abzeichnete.Er organisierte Hilfsma├čnahmen, lie├č ├Âffentliche Geb├Ąude als Notunterk├╝nfte herrichten und versorgte die Bev├Âlkerung mit Getreide.Weiters stellte der Kaiser Geld f├╝r den Wiederaufbau zur Verf├╝gung und erlie├č strenge Gesetze, um das Risiko eine neuerlichen Brandes auszuschlie├čen.
Trotz alledem war das Volk ├╝berzeugt, dass Nero das
Feuer selbst gelegt hatte, um Gel├Ąnde f├╝r sein geplantes goldenes Haus zu gewinnen.Die Anekdote, dass er auf dem H├Âhepunkt der Katastrophe vom Turm Maecenas aus die Sch├Âhnheit des Flammenmeeres bewunderte und in seinem geliebten B├╝hnenkost├╝m die gesammte Eroberung Trojas(eine seiner eigenen Kompositionen) gesungen habe, machte die Sache nur noch schlimmer.Kaum jemand glaubte ihm, als er die Schuld an dem Gro├čbrand den Christen in die Schuhe schob.

Die erste Christenverfolgung:

Tacitus Annalen:
"Nero suchte einen S├╝ndenbock und bestrafte mit beispielloser Grausamkeit eine wegen ihrer Sitten und Gebr├Ąuche verha├čte Gruppe von Menschen, die im allgemeinen Christianer genannt werden.....
Zahllose von ihnen wurden verhaftet und wahrlos schuldig gesprochen.Hohn und Spott begleiteten ihr Ende, man wickelte sie in Tierh├Ąute und lie├č sie von den Hunden zerfleischen oder schlug sie ans Kreuz und ├╝bergo├č sie mit Pech, z├╝ndete sie in der D├Ąmmerung an, sodass sie bei Nacht als Fackeln dienten."

Als Nero die Christen der Brandstiftung bezichtigte, f├╝hrte dies zu Ma├čenhaften Aburteilungen von Schnellgerichten, wobei einige der Opfer als lebende Fackeln f├╝r Neros Circusspiele herhalten mussten.Vielen war vielleicht noch die Hinrichtung des heiligen Paulus in Erinnerung, als man nach einem Schuldigen suchte.
Der Tradition nach geh├Ârte auch der Apostel Petrus zu denen, die bei dieser ersten Christenverfolgung gekreuzigt wurden, doch ob er wirklich in Rom starb ist sehr zweifelthaft.



BILDUNGSREIS NACH GRIECHENLAND:

In Rom war das Verh├Ąltnis zum Senat endg├╝ltig zerst├Ârt, und nachdem f├╝hrende Senatoren ein Atentat auf Nero planten, dass jedoch aufgedeckt wurde, beschlo├č der Kaiser die Hauptstadt zu verlassen:
Sein Besuch in Griechland blieb seine einzige Auslandsreise w├Ąhrend seiner Regierungszeit, und macht seine Bewunderung f├╝r die griechische Kultur deutlich.Unter anderem hatte er vor an den Olympische und den delphischen Spielen teilzunehmen.Eigens ihm zu liebe wurden diese um ein Jahr vorgezogen.Nat├╝rlich strich er s├Ąmtliche Preise ein, um sicherzugehen waren zuvor alle Schiedsrichter und die besten K├╝nstler bestochen worden.
Dem Publikum wurde bei Strafe verboten, w├Ąhrend seiner Auftritte die Pl├Ątze zu verlassen, was bei bis zu 7 Stunden Dauer sicher kein Vergn├╝gen war.Der sp├Ątere Kaiser Vespasian schlief bei einer von Neros Darbietungen ein und wurde aus seiner Umgebung entfernt.Frauen sollen in der Arena Kinder zur Welt gebracht haben, und einige Zuschauer stellten sich tot, um hinausgetragen zu werden.
Und obwohl das Schauspiel eines kost├╝mierten Kaisers auf der B├╝hne nicht zum Ansehen des Reiches beitrug, bewertete Nero seine Griechenlandfahrt als vollen Erfolg.
Doch seine Siege im Wettkampf konnten die am Schlachtfeld nicht ersetzten, eines der gr├Â├čten Defizite Neros war es dass ihm milit├Ąrischer Ruhm versagt blieb.
Aber es mangelte in seiner Amtszeit nicht an kriegerischen Erfolgen, wie der Niederschlagung des Boudicca Aufstandes im Jahr 61.(Boudicca war eine west - britannische K├Ânigin vom Stamm der Icener (Norfolk - Suffolk) die einen Keltenaufstand anzettelte) oder die Siege gegen die Parther und Armenier.Doch diese Triumphe hatte Nero allein seinen f├Ąhigen Gener├Ąlen zu verdanken, an seinem Image als Playboy ├Ąnderte sich wenig.


VERZWEIFLUNG UND TOD:

Nachdem Nero nach Rom zur├╝ckkekehrt war hatten die Beziehungen zum Senat den Tiefpunkt erricht.Die wachsenden Steuerlasten sorgten daf├╝r, dass auch sein R├╝ckhalt in den Povinzen schwand.Im Jahr 68 kam es zu einem Aufstand der Reihnarmee die versuchten ihren eigenen Kommandanten zu proklammieren.
Doch schlie├člich gelang es dem Statthalter von Spanien Sulspicius Galba die Macht an sich zu rei├čen.Seine Mittelsm├Ąnner in Rom brachten den Kaiser um seine letzte Anh├Ąngerschaft w├Ąhrend, Galba noch in Spanien abwartete.Nero plante nun offen seine Flucht, doch mittlerweile hatte sich auch die Pr├Ątorianergarde auf die Seite Galbas geschlagen.
Nero hoffte sich in Ostia einschiffen zu k├Ânnen, um irgendwo in den Ostprovinzen Zuflucht zu finden.Doch die Gardisten versagten ihm den Dienst und er sah sich gezwungen Rom zu Fu├č zu verlassen.
Abermals wurde er verraten, und als er sich im Hinterzimmer einer Landvilla versteckte, ertappten ihn die Soldaten und verhafteten ihn.
"Welch ein K├╝nstler geht mit mir zugrunde" rief er voller Selbstmitleid, bevor er sich den Dolch in die Kehle stie├č, wobei sein Privatsekr├Ąter etwas nachhelfen musste.
So starb der ber├╝chtigte Nero, mit nur 30 Jahren am 9 Juni 68.Er wurde in der v├Ąterlichen Gruft beigesetzt, und mit einem Marmorsarg geehrt, die Sch├Ąndung, die so viele gest├╝rzte Kaiser der Sp├Ątzeit treffen sollte, blieb ihm erspahrt.Aber so verha├čt er auch beim Senat und der konservativen Oberschichten, wegen seines unsittlichen Lebens, seiner ├Âffentlichen Auftritte und seiner Bewunderung f├╝r die griechische Kultur, war, so popul├Ąr blieb Nero beim Volk, und noch Jahre sp├Ąter wurde sein Grab regelm├Ą├čig mit Blumen bekr├Ąnzt.
Und vielleicht sind es gerade seine Extravaganz und seine Verr├╝cktheiten, die ihn auch heute noch so ber├╝hmt und ber├╝chtigt machen.
Nero der Kaiser, von dem jeder schon geh├Ârt hat.....
Nero ein unverge├člicher Tyrann?


kurze ├ťbersicht ├╝ber:
WEITER WICHTIGE KAISER DES IMPERIUMS WÄHREND DES 1 - 2JAHRHUNDERTS:


CAUDIUS:

Claudius wurde 10 v.Chr in Lugdunum in Gallien
(Lyon) geboren.Er war der Sohn des Drusus (Sohn der Livia, Burder des Tiberius) und der Antonia (Tochter Mark Antons) sowie der Onkel Caligulas.Er litt seit seiner Geburt unter einer k├Ârperlichen Behinderung die sich jedoch nur ├Ąu├čerte wenn er sich bewegte.
Doch war er keineswegs scheu und weltfremd wie z.B Tiberius, in seiner Jugend soll er sogar f├╝r seine Trinkexzesse ber├╝chtigt gewesen sein.
Er begann seine politische Karriere als Konsul unter Caligula.
Claudius gelangte im Jahr 41 eher zuf├Ąllig an die Macht.
Unter seiner Amtszeit wurde die Eroberung Britanniens begonnen, der Norden, der von piktischen St├Ąmmen besiedelt wurde, konnte von den R├Âmern nie erobert werden.
Claudius war viermal verheiratet, und es wurde ihm vorgeworfen dass er unter dem Einflu├č seiner Frauen stand.
Doch diese intrigierten gegen ihn und planten ihn zu st├╝rzen, allen voran Agrippina.
Claudius war ein gro├čer Bauherr, so wurde z.b Ostia unter ihm neu angelgt.
Er hatte zwei leibliche Kinder Antonia und Britannicus.
Claudius z├Ąhlte wohl nicht zu den f├Ąhigsten Herrschern aber auch nicht zu den schlechtersten.
Schlie├člich wurde er von seiner Frau Agr. vergiftet, die ihren Sohn Nero an die Macht bringen wollte.



VESPASIAN:


Vesp. wurde im Jahre 9n. Chr in der N├Ąhe Roms geboren:
Er wuchs bei seiner Gro├čmutter an der italienischen Westk├╝ste auf und stammte aus der b├╝rgerlichen Mittelklasse.
Seine ploitische Laufbahn war bewegt und er kletterte die Karriereleiter schnell nach oben.
Er war mit Flavia Domitia verheiratet und hatte drei Kinder:
Titus, Domitian und Flavia.Vesp. sollte die Dynastie der Flavier begr├╝nden.
Er wurede im Jahre 69 zum Kaiser ausgerufen, seine Herrschaft war durch kluge Reformen und eine verbesserte Verwaltung gekennzeichnet.
Tacitus und Sueton nennen ihn einen talentierten und energischen Character und Staatsmann.
Auch in milit├Ąrischer Sicht konnte er einige Siege erringen.
So gelang es ihm den j├╝dischen Aufstand niederzuschlagen und Jerusalem einzunehmen.Ebenfalls eroberte er Teile Schottlands.
Er soll von fr├Âhlichem und tolerantem Gem├╝t gewesen sein und antike Antoren berichten ├╝ber ihn er sei der einzige Herrscher gewesen der sich durch sein Amt zum Besseren ├Ąnderte.Er war einer der wenigen Kaiser die eines nat├╝rlichen Todes starben.


TITUS:

Titus kam im Jahre 39. in Rom zur Welt.Er war der Sohn des sp├Ąteren Kaisers Vesp. und der Flavia Domitia.Seine Kindheit verbrachte er in ├Ąrmlichen Verh├Ąltnissen erst unter der Herrschaft des Claudius verbesserte sich der Status der Familie.
Er wurde Milit├Ąrtribun in Germanien und Britannien und war bei der Niederwerfung des j├╝disch Aufstands ma├čgeblich.
Als ein Vater schlie├člich zum Kaiser ausgerufen wurde war Titus von anfang an unbestrittener Thronerbe, da sein Bruder, und sp├Ąterer Kaiser, Domitian der j├╝ngere war.Obwohl man ihm zu dieser Zeit mit Mi├čtrauen begegnete (anscheinend sollte er ein ├Ąhnliches Leben wie Nero gef├╝hrt haben) sollte er sich als kein schlechter Kaiser entpuppen.
Er war mit Arrecina Tertulla verheiratet und hatte eine Tochter namens Julia.
Als sein Vater im Jahre 79 starb wurde Tit. unbestritten zum Imperator ausgerufen.
In seiner kurzen Amtszeit von zwei Jahren erwarb er sich den Ruf einer der besten Kaiser zu sein die Rom je regiert hatten.
Er wurde als mild und gro├čz├╝gig beschrieben und vorallem beim Volk war er sehr beliebt.
In seiner Regierungszeit brach der Vesuv aus und legte Pompeji in Schutt und Asche, doch der Kaiser sorgte f├╝r gro├čangelgte
Hilfsprogramme f├╝r die Betroffenen.
Auch das Kolloseum lie├č Titus einweihen und 100t├Ągige Spiele veranstalten.
Im Jahre 81 starb Titus eines plt├Âtzlichen Todes und manche verd├Ąchtigten seinen Bruder Domititan.



TRAJAN:

Er war unter den r├Âmischen Herrschern einer der ber├╝hmtesten und der erste in der Reihe der Adoptievkaiser.
Er wurde im Jahre 53 in Sevilla geboren und sein Vater war ein begabter Feldherr gewesen.
Auch Trajan schlug die milit├Ąrische Laufbahn ein und er wurde schlie├člich Statthalter von Obergermanien.
Trajan wurde vom Kaiser Nerva adoptiert und als dessen Nachfolger bestimmt.Im Jahre 98 wurde er Kaiser und seine Herrschaft war von einer Art aufgekl├Ąrtem Absolutismusgepr├Ągt, er schuf gut funktionierende Verwaltungssysteme, k├╝mmerte sich um seine Untertanen und unterhielt gl├Ąnzende Beziehungen zum Senat, die antkien Autoren loben ihn in allen T├Ânen.
Doch am bekanntesten ist Trajan sicher durch seine milit├Ąrischen Erfolge, er war ein gl├Ąnzender Feldherr, so eroberte er Dakien (heutiges Rum├Ąnien) und riesige Gebiete der Parther.Unter seiner 19j├Ąhrigen Herrschaft erreichte das r├Âmische Imperium seine gr├Â├čte Ausdehnung.
Verheiratet war er mit Pompeia Plotina, zu der er vermutlich gro├če Zuneigung empfand.
Er adoptierte Hadrian und w├Ąhlte ihn zu seinen Nachfolger.Er starb im Jahre 117 in Kilikien durch einen Schlaganfall.Sein ber├╝hmtes Grabmal ist die Trajans├Ąule in Rom.
Trajans Ruf als vorbildlicher Herrscher ├╝berdauerte die Jahrhunderte.Er hatte Ma├čst├Ąbe gesetzt die sp├Ąteren Kaisern immer als Vorbild dienen sollten.



HADRIAN:

Hadrian wurde im Jahre 76.v chr in Rom geboren.Sein Vater war ein Cousin Trajans und stammte aus einer italienischen Provinz.Er erhielt eine gute Ausbildung, dann wurde er Konsul und sp├Ąter Statthalter von Syrien.Schlie├člich adoptierte ihn Tarjan, doch ist es bis heute unklar ob Hadrian nicht durch ein Komplot an die Macht kam.
Hadrian war nicht wie Trajan ein gro├čer Eroberer, er sah seine Aufgabe daran die Grenzen zu sichern.Er lie├č die nach ihm benannte Mauer an der grenze zu Schottland errichten und gab Teile der neu errungen Gebiete auf um das Reich besser unter Kontrolle zu haben.Gerade in j├╝ngerer Zeit genie├čt er eine gute Presse, er gilt als pragmatischer Staatslenker, der Kriege nach M├Âglichkeit vermied und sich ganz auf die Verbesserung der inneren Angelegenheiten, wie Verwaltung und Wirtschaft konzentrierte.Rom beschehrte seine 20j├Ąhrige Amtszeit eine Epoche des Wohlstands und eine St├Ąrkung, sowie Sicherung der Grenzen.Antike Autoren charakterisieren ihn als eher kunst - und kulturliebend denn kriegerischen Herrscher.
Er war mit Vibia Sabina verheiratet auch wenn die Historiker heute ├╝berzeugt sind dass Had. homosexuell war.
Beweis hierf├╝r w├Ąre seine Liebe zu dem jungen Bethynier Antinous, der bei einer ├ägyptenreise des Kaisers starb.
Und auch f├╝r seine ausgedehnten Reisen war Hadrian bekannt, er war einer der wenigen Caesaren der fast alle seine Provinzen bereist hatte.Besonders die griechische Kultur faszinierte ihn, so trug er auch nach griechischem Vorbild einen Bart und war der erste Kaiser der sich so portr├Ątieren lie├č.
Ebenfalls stammen viele ber├╝hmte Bauten aus seiner Regeierungszeit: so stammt das weltber├╝hmte Pantheon von Hadrian und auch sein Mausoleum steht heute noch, doch wurde es im Lauf der Jahr in die Engelsburg umgewandelt.Doch
rein menschlich gesehen muss der brillante wenn auch egozentrische Kaiser, kein so angenehmer Zeitgenosse gewesen sein wie es auf den ersten Blick scheint.



MARK AUREL:

Marcus Aurelius wurde im Jahre 121 in Rom geboren, sein Vater der aus einer adeligen Familie stammte, starb schon fr├╝h, doch zu seiner Mutter Domitia Lucilla hatte er zeitlebens eine enge Bindung.Kaiser Antonius Pius, heiratete seine Tante und der junge Mark war voller Bewunderung f├╝r seinen Onkel, in seiner Selbstbetrachtung lobt er ihn ├╝ber alle Ma├čen.
Er wurde einige male Konsul bevor ihn Antonius Pius
schlie├člich adoptierte und ihn zu seinem Thronerben, erkl├Ąhrte Mark. A. heiratete die Tochter des Kaisers, Faustina, die f├╝r ihre Seitenspr├╝nge bekannt war, sie hatten mehrere Kinder zusammen, von denen sein Sohn Commodus die Nachfolge antreten sollte, als Faustina starb trauerte er lange und heiratete nie wieder.
Mark A. war der letzte in einer Reihe von Adoptievkaisern.
Im Jahre 161 starb Antonius Pius und er wurde zum Kaiser ausgerufen.
Aber Mark Aurel machte seinen Bruder Lucius Verus zum Mitregenten.Es handelte sich um eine Partnerschaft, doch blieb Lucius Verus stets ihm Schatten seines Bruder und er starb bereits 8 Jahre sp├Ąter.
Doch sollte sich die Institution der Doppelherrschaft vorallem in der sp├Ątr├Âmischen Phase als feste Einrichtung bew├Ąhren.
Die Regierungszeit des Mark Aurel war von schweren nahezu andauernden K├Ąmpfen gepr├Ągt, erst im Osten, gegen die Parther und sp├Ąter an der Nordgrenze gegen die Germanen.Pest, Seuchen,Invasionen und Meuterei machten alles noch schlimmer.Die Folge der Katastrophen schl├Ągt sich im n├╝chteren Stoizismus seiner Selbstbetrachtung wieder.Dieses nachdenkliche Werk des Philosophen auf dem Kaisertrhon, der sich vom Schicksal gezwungen sah, den gr├Â├čten Teil seiner Kr├Ąfte auf Feldz├╝ge im Donauraum zu verwenden, werden beherrscht von dem Gedanken an den Tod und die Fl├╝chtigkeit des Lebens.Selten wird uns soviel in die wahre Pers├Ânlichkeit eines Kaisers gew├Ąhrt wie hier.
Seine Aufzeichnungen lassen nicht das Bild eines gl├╝cklichen Menschen entstehen, doch sie zeugen von einer inneren Gr├Â├če.
Antike Autoren wie Cassius Dio nennen ihn den besten regenten aller Zeiten.Er starb im Jahre 180 bei Sirmium (nahe Vindobona, Wien) vermutlich an Krebs.

Aus der Selbstbetrachtung:
Schau dich nicht um nach fremden Leitbildern,
sondern blicke geradeaus,
dorthin wohin dich das Leben lenkt,
und durch dass was dir begegnet wirst du erkennen was du tun musst.


Riegierungszeiten der Kaiser zwischen 27 v. Chr und dem Jahr 235n.Chr:


Augustus: 27v.Chr - 14n.Chr.
Tiberius:14 - 37
Caligula:37 - 41
Claudius:41 - 54
Nero:54 - 68
Galba:68 - 69
Otho:69
Vitellius69
Vespasian:69 - 79
Titus:78 - 81
Domitian:81 - 96
Nerva:96 - 98
Trajan:98 - 117
Hadrian:117 - 138
Antonius Pius:138 - 161
Mark Aurel (Lucius Verus):161 - 180
Commodus:180 - 192
Pertinax:192 - 193
Didius Julianus:193
Septimius Serverus:193 - 211
Caracalla:211 - 217
Geta:217
Macrinus:217 - 218
Elagabal:218 - 222
Alexander Severus:222 - 235


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