Die Leiden des jungen Werther

Referat

Aufbau des Referates Folie 5

Inhaltsangabe

Von einer Reise schreibt Werther seinem Freund Wilhelm Briefe, in denen er berichtet, was er erlebt. Wesentliches Ereignis ist die Bekanntschaft mit Charlotte, in die er sich Hals √ľber Kopf verliebt. Lotte ist eine begeisterte T√§nzerin und Werther, der sich auf den ersten Blick verliebt hat, verbringt einen herrlichen Abend mit ihr. Als Lotte den Namen des Dichters Klopstock erw√§hnt, weiss Werther, dass er eine Seelenverwandte gefunden hat und k√ľsst ihr die Hand. Er ist v√∂llig von ihr entflammt und vergisst die Zeit und die ganze Welt um sich herum. Wahlheim, ein eher zuf√§llig gew√§hlter Ort, scheint ihm nun nahe am Himmel zu liegen, weil Lotte nur eine halbe Stunde entfernt wohnt. Sein Gl√ľcksgef√ľhl l√§sst nach, als am 30. Juli 1771 ihr Verlobter Albert zur√ľckkehrt. Da Lotte ihm keine Hoffnungen macht, ist Werther lange unschl√ľssig, was er mit seinem Leben anfangen soll. Mit Albert diskutiert er √ľber Selbstmord. Albert lehnt Selbstmord als unmoralisch ab, w√§hrend Werther meint, man m√ľsse die Motive der Tat kennen.
Werther leidet in den nächsten Tagen sehr unter der Liebe zu Lotte. Da er keine Hoffnung auf eine Liebesbeziehung hat, keimt in ihm der Gedanke an Selbstmord. Schliesslich verabschiedet er sich, um eine Stelle bei Hofe anzutreten.
Dort kommt Werther mit einem Gesandten, bei dem er als Sekret√§r t√§tig ist, nicht zurecht. Einziger Trost ist das Verst√§ndnis des Grafen C. und die Bekanntschaft mit Fr√§ulein von B., die ihn an Lotte erinnert. Bei einer Abendgesellschaft des Grafen muss Werther den Saal verlassen, da sich Adelige an der Anwesenheit eines B√ľrgerlichen st√∂ren. Wegen dieser Dem√ľtigung bittet er um Entlassung bei Hofe und zieht wieder in die N√§he Lottes, obwohl sie inzwischen geheiratet hat. Werther trifft einen Bauernburschen wieder, von dessen Liebe zu seiner Herrin er bereits geschrieben hatte. Da sie dem Burschen ihre Gunst andeutete, verfiel er in solche Leidenschaft, dass er sie vergewaltigen wollte. Ihr Bruder kam dazu und warf ihn aus dem Haus.
Der Bauernbursche spricht von Selbstmord und weckt damit bei Werther, der Parallelen zum eigenen Leben sieht, grosses Mitgef√ľhl.
Werthers Liebe zu Lotte ist unvermindert, und seiner Meinung nach w√§re sie mit ihm gl√ľcklicher als mit ihrem Mann Albert. Hier enden Werthers Briefe.
Ein Herausgeber fasst die letzten Ereignisse zusammen: als Werther Lotte k√ľsst, will sie ihn nie mehr sehen. Obwohl ihrer Liebe nun sicher, begeht er Selbstmord, um ihre Ehe nicht zu gef√§hrden, und zwar mit einer Pistole die er unter einem Vorwand von Albert leiht. Um sechs Uhr morgens wird Werther, der noch lebt von einem Bediensteten gefunden. Er holt den Arzt. Der kann aber nicht mehr helfen. Lotte f√§llt bei der Nachricht in Ohnmacht. F√ľr ihre und Alberts Best√ľrzung findet der Herausgeber keine Worte. Nachts wird er begraben. Kein Geistlicher begleitet den Sarg, denn Selbstmord gilt als schweres Vergehen gegen den Willen Gottes. Folie 2

Charakterisierung der Hauptpersonen

Werther Folie 3

Da der Roman zur Hauptsache aus Werthers Briefen an Wilhelm besteht, fehlen dem Leser die Vorkenntnisse: Man erf√§hrt nichts Genaues √ľber Werthers Aussehen, sein Alter oder seinen Werdegang. Vermutlich ist er j√ľnger als zwanzig und von ansprechendem Aussehen, denn er gef√§llt nicht nur Lotte. Von seiner Familie werden nur Mutter und Tante erw√§hnt.
Werther besitzt weitl√§ufige Kenntnisse - er spricht Griechisch und kennt ber√ľhmte Kunsttheoretiker ebenso wie anerkannte Theologen der Zeit. Er neigt zur Reflexion, zur gedanklichen Erfassung der Welt, wie seine Vorliebe f√ľr Sentenzen best√§tigt. Werther steht der Wissenschaft skeptisch gegen√ľber und setzt eher auf sein Gef√ľhl als auf den Verstand. Seine k√ľnstlerische Begabung zeigt sich darin, dass er zeichnet und die Literatur liebt, zumal Homer und Ossian, den er auch √ľbersetzt.
Um sein finanzielles Auskommen braucht er sich nicht zu sorgen, er stammt aus einer Familie des gehobenen B√ľrgertums. Nicht um Geld zu verdienen tritt er in die Dienste des Gesandten, sondern weil er von Lotte weg will. Doch w√§re es verkehrt, in Werther den verw√∂hnten Sohn aus gutem Hause zu sehen, der es sich leisten kann, sein Leben der Liebe zu widmen.
Werthers Vorliebe f√ľr Kunst und Natur hat damit zu tun, dass er der Gesellschaft und dem Verhalten der Menschen unter einander in manchem kritisch gegen√ľber steht. Er leidet nicht nur an der Liebe, der Titel des Romans bezieht sich auch auf Konflikte im sozialen Bereich. Werther kritisiert, dass sozial H√∂hergestellte sich vom einfachen Volk fernhalten. Er kennt diesen Hochmut nicht. Er macht sich dar√ľber lustig, wie jeder strebt, in der Hierarchie aufzusteigen, und wie wichtig es ist, einen Stuhl n√§her am Grafen oder Prinzen sitzen zu d√ľrfen. In st√∂rt der Streit, der aus der Konkurrenz entsteht, und die Angeberei mit der eigenen hohen Geburt. Werther akzeptiert nicht, dass Herkunft wichtiger sein soll als Charakter, Bildung oder F√§higkeit.
Werther sucht sich seinen Gott in der Natur und Trost in der Literatur. Er lehnt Religion und deren Praxis nicht ab, er ist auch kein Atheist. Das Problem ist, dass Werther f√ľr seine Zeit zu modern ist, als dass er sich christlicher Tradition kritiklos unterordnen k√∂nnte.

Lotte

Lotte wird von Werther als besonders h√ľbsch empfohlen. Sie bekennt ihre Leidenschaft f√ľr Musik und Tanz und sie liest gerne Romane, in denen sie sich wiederfindet. Da sie f√ľr dieselben Autoren schw√§rmt, weiss Werther, dass sie ihm seelenverwandt ist.
Während Werther auf sich gestellt ist, bewegt sich Lotte in einem festen sozialen Rahmen, der ihr Halt gibt. Lotte ist eine gute Christin. Dass sie in christlichen Moralvorstellungen erzogen wurde, trägt dazu bei, dass sie Albert die Treue hält.

Albert Folie 4

Goethe stellt Albert als Kontrastfigur zu Werther dar. Der Gegensatz zeigt sich in Einstellung und Lebenserfolg:
    Während Werther bei Hofe scheitert, ist Albert dort erfolgreich Während Werther Selbstmord akzeptiert, lehnt Albert in ab Während Werther auf den Seiten der Leidenschaften steht, vertritt Albert die Vernunft Während Werther von Stimmungen abhängig ist, bleibt Albert immer er selber
Trotz guter Eigenschaften wirkt Albert auf den Leser etwas zu solide gesetzt. Und das nicht nur, weil er aus Sicht Werthers geschildert wird. Albert ist der rationalere und strebsamere Typ, ihm fehlt es aber an Werthers Feuer und Phantasie.
Gewiss ist der zuverl√§ssige und in sich ruhende Albert eher derjenige, mit dem sich eine Familie gr√ľnden l√§sst, w√§hrend man sich den sprunghaften Werther in dieser Rolle schwer vorstellen kann.

Johann Wolfgang Goethe

Goethe wurde am 28.08.1749 in Frankfurt am Main als Sohn eines kaiserlichen Rates geboren. Er studierte in Leipzig und in Strassburg und liess sich 1771 in Frankfurt als Anwalt nieder. 1788 schloss er einen Liebesbund mit Christiane Vulpius, die ihm 1789 den Sohn August gebar und die er 1806 heiratete. Die Freundschaft zu Schiller seit 1794 regte Goethe zu sehr fruchtbaren Schaffen an. Er starb am 22.03.1832 in Weimar.
"Die Leiden des jungen Werther" ist das Werk eines jungen Autors: Als es 1774 erscheint, ist Goethe keine 26 Jahre alt. Vor seinem ersten Roman hat er Gedichte und das Drama "G√∂tz von Berlichingen" geschrieben, das in √§hnlicher Weise den Konflikt eines Individuums mit seiner Zeit thematisiert. Im sp√§teren Werk verschieben sich die Akzente: Goethe fordert eher die Eingliederung des Einzelnen in die Gesellschaft als deren R√ľcksicht auf Ihn, da das Individuum nur so zur Reifen kommen k√∂nne.
Bekannte Werke von Goethe sind:
    Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795 - 96) Faust (1808 - 32) Wilhelm Meisters Wanderjahre (1821 - 29) Die Leiden des jungen Werthers (1774)

Die Thematik

Das Kernthema dieses Romans ist sicher die Liebe Werthers zu Lotte. Die Liebe zu Lotte ver√§ndert Werthers Leben. Zum Beispiel vergisst er Raum und Zeit, sucht st√§ndig nach Beweisen ihrer Zuneigung und kann sie nicht vergessen, worunter er schliesslich auch leidet. Die Liebe ist im Roman ein absolutes Gef√ľhl. Sie befreit Werther von Selbstzweifeln, von Zweifeln an der Welt und am Menschen.
Weitere Themen die Werther in seinen Briefen verwendet, um gewisse Umstände zu kritisieren oder klar und verständlich zu machen, sind Religion, Gesellschaft und Kunst.
Goethes Roman erregte Skandal, weil er das Recht des Individuums anerkennt, einem als Qual empfundenen Leben ein Ende zu setzen. Werther, der ebenso leidenschaftlich wie ungl√ľcklich liebt, bringt sich um, ohne dass diese Tat vom Autor kritisch kommentiert w√ľrde. Ein Teil des Publikums emp√∂rte sich dar√ľber, da es die christliche Lehre verinnerlicht hatte, wonach Gott das Leben schenkt und der Selbstm√∂rder die schwere S√ľnde der Undankbarkeit auf sich l√§dt.

Die Wirkungsgeschichte

Der Roman geh√∂rt zu den erfolgreichsten B√ľchern im 18. Jahrhunderts. Er machte Goethe sofort in ganz Europa ber√ľhmt und hatte Folgen wie sie heute eher von einem Film als von einem Buch ausgel√∂st werden. Eine Folge davon war, dass eine eigene Werther - Kleidermode entstand: Man trug eine gelbe Weste, einen blauen Frack mit Messingkn√∂pfen, braune Stulpenstiefel und einen Filzhut. Dazu liess man das Haar locker und ungepudert.
Vieles, was damals neu und aufregend wirkte (18. Jh.), findet sich heute in jeder Illustrierten. Von daher wird dieser Roman nie wieder die sensationelle Begeisterung bei Jugendlichen hervorrufen, die er einmal auslöste.
Ein Roman konnte die Denk - und F√ľhlweisen eines Publikums entscheidend beeinflussen. Er war mehr als ein Freizeitvertrieb oder Teil einer √§usserlich bleibenden Bildung. Deshalb gab es auch negative Reaktionen. Die christlichen Kirchen, die im Romanlesen eine unliebsame Konkurrenz zur Bibel sahen, witterten Gefahr. Sie wollten das Buch wegen unmoralischer Tendenzen verbieten lassen. Folie 6

Epoche

Goethe schrieb den Briefroman im Jahre 1774. Diese Zeit wird der Sturm und Drang - Epoche (1767 - 1785) zugeschrieben. Folie 7
Elemente der Sturm und Drang - Epoche:
    Die Gesellschaft und ihre Standesgrenzen werden kritisiert. In √úbereinstimmung mit der Aufkl√§rung erscheinen F√ľrsten und Adelige mit ihren Konventionen und in ihrer Abgrenzung vom Volk als unnat√ľrlich und lasterhaft. Das Individuum tritt in den Vordergrund, man feiert es als Kraftkerl oder Genie. Selbstverwirklichung ist das Ziel. Der K√ľnstler gilt als Ideal. Er ist ein zweiter Gott und schafft aus dem Erleben, ohne sich an Regeln zu halten. Die Natur wird nicht mit wissenschaftlicher Neugier betrachtet, sondern als Offenbarung Gottes erfahren.

Sprache und Form

Die sprachliche Form

Gem√§ss Werthers eigenen √úberzeugungen ist seine Sprache m√∂glichst nat√ľrlich und damit nahe an seinen Empfindungen. Er verwendet viele rhetorische Mittel. Doch sie dienen nicht einem Ausweis literarischer Bildung, sondern sind spontane Gef√ľhls√§usserungen. Folie 1
Werther schreibt seine Briefe im Soziolekt. Dies wird deutlich durch seine Wortwahl. Das er im Soziolekt schreibt ist auch von seinem sozialen Stand, dem gehobenen B√ľrgertum, ersichtlich. Auch √ľbersetzt er verschiedene Dichter wie zum Beispiel Homer, ein altgriechischer Dichter, was von guten Sprachkenntnissen zeugt. Damit dies noch deutlicher wird, m√∂chte ich euch einen Teil aus dem Brief vom 16. Juni 1771 vorlesen. Dies ist ein wichtiger Teil im Buch, denn er zeigt wie Werther sich in Lotte verliebt.

Die Form eines Briefromans

"Die Leiden des jungen Werthers" geh√∂ren zu der f√ľr das 18. Jahrhundert typischen Gattung des Briefromans, der in manchem dem Tagebuch √§hnelt. Ausser der Einleitung und dem Schluss hat Goethe f√ľr die Erz√§hlung seines Romans die Form eines Briefromans gew√§hlt.
Der Briefroman:
    Berichtet die Geschichte aus der Perspektive einer Person. Dazu treten Antwortbriefe oder Dokumente und Kommentare eines fiktiven Herausgebers. Kombiniert die Ereignisse nicht sehr streng. √Ąussere Eindr√ľcke, eigene Empfindungen und allgemeine Reflexionen folgen unvermittelt aufeinander, da der Briefschreiber sich spontan √§ussert. Erz√§hlt nicht kontinuierlich, sondern in Zeitspr√ľngen, die aus dem Datum der Briefe ersichtlich werden. Die Erz√§hlzeit ist k√ľrzer als die erz√§hlte Zeit. Gew√§hrt durch die Ichform unmittelbaren Einblick in das Seelenleben des Briefschreibers und wirkt daher realistisch und authentisch (echt).
Goethe wurde von drei ber√ľhmten Briefromanen seiner Zeit beeinflusst:
Von Samuel Richardsons "Geschichte der Pamela oder die belohnte Tugend eines Frauenzimmers" (1740). Von Jean Jaques Rousseaus "Julie oder Die neue Heloise. Briefe zweier Liebender aus einer kleinen Stadt am Fusse der Alpen" Und von Sophie von La Roches "Geschichte des Fräuleins von Sternheim".
In allen drei Romanen stossen - wie im "Werther" - b√ľrgerliche Helden gegen Standesgrenzen, stellen Herz und Tugend h√∂her als Herkunft und gesellschaftlicher Rang.

"DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER"

Johann Wolfgang Goethe

Inhaltsangabe

Von einer Reise schreibt Werther seinem Freund Wilhelm Briefe, in denen er berichtet, was er erlebt. Wesentliches Ereignis ist die Bekanntschaft mit Charlotte, in die er sich Hals √ľber Kopf verliebt. Sein Gl√ľcksgef√ľhl l√§sst nach, als ihr Verlobter Albert zur√ľckkehrt. Da Lotte ihm keine Hoffnungen macht, ist Werther lange unschl√ľssig, was er mit seinem Leben anfangen soll. Schliesslich nimmt er Abschied, um eine Stelle bei Hofe anzutreten.
Dort kommt Werther mit einem Gesandten, bei dem er als Sekret√§r t√§tig ist, nicht zurecht. Einziger Trost ist das Verst√§ndnis das Grafen C. und die Bekanntschaft mit Fr√§ulein von B., die ihn an Lotte erinnert. Bei einer Abendgesellschaft des Grafen muss Werther den Saal verlassen, da sich Adelige an der Anwesenheit eines B√ľrgerlichen st√∂ren. Wegen dieser Dem√ľtigung bittet er um Entlassung bei Hofe und zieht wieder in die N√§he Lottes, obwohl sie inzwischen geheiratet hat. Werthers Liebe ist unvermindert, und seiner Meinung nach w√§re Lotte mit ihm gl√ľcklicher als mit ihrem Mann Albert. Hier enden Werthers Briefe.
Ein Herausgeber fasst die letzten Ereignisse zusammen: als Werther Lotte k√ľsst, will sie ihn nie mehr sehen. Obwohl ihrer Liebe nun sicher, begeht er Selbstmord, um ihre Ehe nicht zu gef√§hrden, und zwar mit einer Pistole die er unter einem Vorwand von Albert leiht.

Die Thematik

Goethes Roman erregte Skandal, weil er das Recht des Individuums anerkennt, einem als Qual empfundenen Leben ein Ende zu setzen. Werther, der ebenso leidenschaftlich wie ungl√ľcklich liebt, bringt sich um, ohne dass diese Tat vom Autor kritisch kommentiert w√ľrde. Ein Teil des Publikums emp√∂rte sich dar√ľber, da es die christliche Lehre verinnerlicht hatte, wonach Gott das Leben schenkt und der Selbstm√∂rder die schwere S√ľnde der Undankbarkeit auf sich l√§dt.
Die Wirkungsgeschichte
Der Roman geh√∂rt zu den erfolgreichsten B√ľchern im 18. Jahrhunderts. Er machte Goethe sofort in ganz Europa ber√ľhmt und hatte Folgen wie sie heute eher von einem Film als von einem Buch ausgel√∂st werden. Eine Folge davon war, dass eine eigene Werther - Kleidermode entstand: Man trug eine gelbe Weste, einen blauen Frack mit Messingkn√∂pfen, braune Stulpenstiefel und einen Filzhut. Dazu liess man das Haar locker und ungepudert.
Vieles, was damals neu und aufregend wirkte (18. Jh.), findet sich heute in jeder Illustrierten. Von daher wird dieser Roman nie wieder die sensationelle Begeisterung bei Jugendlichen hervorrufen, die er einmal auslöste.
Der Briefroman
"Die Leiden des jungen Werthers" geh√∂ren zu der f√ľr das 18. Jahrhundert typischen Gattung des Briefromans, der in manchem dem Tagebuch √§hnelt. Ausser der Einleitung und dem Schluss hat Goethe f√ľr die Erz√§hlung seines Romans die Form eines Briefromans gew√§hlt.
Der Briefroman:
    Berichtet die Geschichte aus der Perspektive einer Person. Dazu treten Antwortbriefe oder Dokumente und Kommentare eines fiktiven Herausgebers. Kombiniert die Ereignisse nicht sehr streng. √Ąussere Eindr√ľcke, eigene Empfindungen und allgemeine Reflexionen folgen unvermittelt aufeinander, da der Briefschreiber sich spontan √§ussert. Erz√§hlt nicht kontinuierlich, sondern in Zeitspr√ľngen, die aus dem Datum der Briefe ersichtlich werden. Gew√§hrt durch die Ichform unmittelbaren Einblick in das Seelenleben des Briefschreibers und wirkt daher realistisch und authentisch (echt).

Sturm und Drang

Goethe schrieb den Briefroman im Jahre 1774. Diese Zeit wird der Sturm und Drang - Epoche (1767 - 1785) zugeschrieben.
Elemente der Sturm und Drang - Epoche:
    Die Gesellschaft und ihre Standesgrenzen werden kritisiert. In √úbereinstimmung mit der Aufkl√§rung erscheinen F√ľrsten und Adelige mit ihren Konventionen und in ihrer Abgrenzung vom Volk als unnat√ľrlich und lasterhaft. Das Individuum tritt in den Vordergrund, man feiert es als Kraftkerl oder Genie. Selbstverwirklichung ist das Ziel. Der K√ľnstler gilt als Ideal. Er ist ein zweiter Gott und schafft aus dem Erleben, ohne sich an Regeln zu halten. Die Natur wird nicht mit wissenschaftlicher Neugier betrachtet, sondern als Offenbarung Gottes erfahren.

Quellen

    Lekt√ľre Durchblick, Mentor Verlag (Sekund√§rliteratur) Internet: Diverse Homepages / Links
Die christlichen Kirchen wollten das Buch wegen folgenden unmoralischen Tendenzen verbieten lassen:
die Liebe zu einer verheirateten Frau
das Verst√§ndnis f√ľr einen Selbstm√∂rder
die Vergöttlichung der Natur und die Vernachlässigung der Bibel
die Kritik am Adel und damit indirekt an der Auffassung, dass die gesellschaftliche Hierarchie von Gott stamme



Die sprachliche Form


• Rhetorische Figuren

    Hyperbel
√úbertreibung, Ausdruck des Gef√ľhls√ľberschwangs
    Aposiopese
Sprachfigur des Verstummens, Ausdruck des Scheiterns der Sprache angesichts √ľberw√§ltigender Empfindungen
    Ellipse
Auslassung von Satzgliedern, Satzverk√ľrzung, vertraut darauf, dass der Gespr√§chspartner den Sinn erg√§nzt
    Sentenz
allgemein g√ľltige Aussage, Form der Distanzierung
    Parenthese
Einschub, Klammer; der Satzbau folgt dem spontanen Einfall, zeigt das Denken in Aktion
    Inversion
Umstellung der normalen Wortfolge, dient der Heraushebung bestimmter Wörter
    Klimax
Steigerung, dr√ľckt die zunehmende Intensit√§t des Gef√ľhls aus, Formulierung des Nachdrucks (Emphase)
    Häufung / Wiederholung
Dieselbe Wirkung wie bei Klimax, ist aber spontaner, weniger beherrscht










Textbeispiele


ich weiss weder Tag noch dass Nacht ist, und die ganze Welt verliert sich um mich her (S. 28)

Ich riss mich von ihr weg, und - Gott! du siehst mein Elend, und wirst es enden. (S. 92)


O wenn ich F√ľrst w√§re! ich wollte die Pfarrerin, den Schulzen und die Kammer - F√ľrst! (S. 81)

Schulze = Gemeindevorsteher

Es ist doch gewiss, dass in der Welt den Menschen nichts notwendig macht als die Liebe. (S. 50)

[...] und doch - O mein Bruder! - k√∂nnen wir gereifte Fr√ľchte vernachl√§ssigen [...]? (S. 54)

und von allen Inversionen, die mir manchmal entfahren, ist er ein Todfeind (S. 61)

das ist so wahr, menschlich, innig, eng und geheimnisvoll (S. 87)


Was man ein Kind ist! Was man nach so einem Blicke geizt! Was man ein Kind ist! (S. 36)

    Buch
4. Mai - 10. September 1771
Wahlheim und Umgebung

































1771

Fr√ľhling/Sommer Herbst Winter


    Buch
20. Oktober 1771 - 24. Dezember 1772
bei Hofe Heimatstadt beim F√ľrsten Wahlheim und
Umgebung
































1772
Fr√ľhling/Sommer Herbst/Winter


Albert - Werther

Goethe stellt Albert als Kontrastfigur zu Werther dar. Der Gegensatz zeigt sich in Einstellung und Lebenserfolg:
    Während Werther bei Hofe scheitert, ist Albert dort erfolgreich Während Werther Selbstmord akzeptiert, lehnt Albert in ab Während Werther auf Seiten der Leidenschaften steht, vertritt Albert die Vernunft Während Werther von Stimmungen abhängig ist, bleibt Albert immer er selber




"DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER"

Johann Wolfgang Goethe


Aufbau des


    INHALTSANGABE CHARAKTERISIERUNG DER HAUPTPERSONEN AUTOR THEMATIK WIRKUNGSGESCHICHTE EPOCHE SPRACHE UND FORM

Kirche und Werther

Anstössig waren:
    Die Liebe zu einer verheirateten Frau Das Verst√§ndnis f√ľr ein Selbstm√∂rder Die Verg√∂ttlichung der Natur und die Vernachl√§ssigung der Bibel Die Kritik am Adel und damit indirekt an der Auffassung, dass die gesellschaftliche Hierarchie von Gott stamme

Elemente der Sturm und Drang - Epoche

    Die Gesellschaft und ihre Standesgrenzen werden kritisiert. Das Individuum tritt in den Vordergrund, man feiert es als Kraftkerl oder Genie. Selbstverwirklichung ist das Ziel. Der K√ľnstler gilt als Ideal. Er ist ein zweiter Gott und schafft aus dem Erleben, ohne sich an Regeln zu halten. Die Natur wird nicht mit wissenschaftlicher Neugier betrachtet, sondern als Offenbarung Gottes erfahren.


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