Die SS und ihr Krieg im Westen

Die SS und ihr Krieg im Westen

Hitlers Instrument der Macht


1) Die Entstehung der SS

1.1) Die Entstehung der Freikorps

Begonnen hat alles mit der R├╝ckkehr der Armee der Deutschen nach dem 1. Weltkrieg. Es bildeten sich kleine rechtsgerichtete Soldatengruppe, welche mit dem Namen Freikorps in die Geschichte eingingen. Diese wurden von hochrangigen Offizieren der Reichswehr unterst├╝tzt und mit Waffen versorgt. Jede Gruppe wurde im Allgemeinen nach dem kommandierenden Offizier benannt. In diesen Gruppen konnten sie jenes Gef├╝hl der Kameradschaft und Hoffnung erleben, welches sie seit der Entlassung aus dem Heer und der darauffolgenden Arbeitslosigkeit vermi├čten. ├ťberall in Deutschland entstanden Freikorpsverb├Ąnde. Viele Verb├Ąnde erreichten die Gr├Â├če einer Brigade und waren schwer bewaffnet. Mehr als 200 Freikorpsverb├Ąnde entstanden so in dieser Zeit, wobei sie an St├Ąrke, Organisation und Ausr├╝stung rasch der Reichswehr gleich kamen. Dies f├╝hrte dazu, dass die Freikorpsformationen allgemein als "Schwarze Reichswehr" bezeichnet wurden. Die M├Ąnner waren bedingungslos loyal gegen├╝ber ihren Kommandanten. Sie trugen noch die alte Heeresuniform. Darauf hatten sie ihr Freikorpsabzeichen geheftet. Sehr h├Ąufig wurden Hakenkreuz - und Totenkopfabzeichen (traditionelles Abzeichen der Eliteeinheiten der Husaren in der Kaiserlichen Armee und der Flammenwerfersturm - truppen im 1. Weltkrieg) verwendet. Vielen Deutschen vermittelten diese Freikorps - verb├Ąnde zumindest eine Art Ordnung in dem Chaos, das in Deutschland nach dem Kriegsende herrschte.

1.2) Die SS entsteht

Nach Scheitern des B├╝rgerbr├Ąuputsch, am 9. November 1923, wurde Hitler am n├Ąchsten Tag verhaftet und zu f├╝nf Jahren Arrest wegen Verrats verurteilt. Tats├Ąchlich verbrachte er nur einige Monate im Gef├Ąngnis, ehe er im Dezember 1924 freigelassen wurde.
Als Folge des mi├čgl├╝ckten Putsches wurden sowohl die NSDAP als auch die SA verboten. Hitler ernannte R├Âhm zum neuen F├╝hrer der SA, und um das Verbot zu umgehen, versammelte R├Âhm deren Mitglieder in einer neuen Bewegung: dem Frontbann.
Die Zahl der Mitglieder nahm rasch zu und zum Zeitpunkt der Entlassung Hitlers aus dem Gef├Ąngnis betrug sie an die 30.000 Mann. Vor dem Putsch hatte die SA nur rund 2.000 Mitglieder gehabt. Ende April 1925 verlie├č R├Âhm die SA, nach Meinungsverschiedenheiten und der Enthebung seines Amtes durch Hitler.
Hitler war entschlossen eine eigene, pers├Ânliche Leibwache zu schaffen. Er betraute Julius Schreck mit der Aufgabe, einen Elitetrupp von loyalen Kameraden zu formen. Anf├Ąnglich wurden nur acht Mann ausgew├Ąhlt. Sie waren alle Mitglieder des Sto├čtrupp Adolf Hitler gewesen. G├Âring, der aus dem Exil zur├╝ckgekehrt war, schlug den Namen Schutzstaffel vor.
Pro Gau sollte die Schutzstaffel (SS) h├Âchstens zehn Mann plus einem Offizier stark sein. Die einzige Ausnahme war die Hauptstadt Berlin, wo die SS - Einheit doppelt so stark sein sollte. Sie mussten ├╝ber ein gutes Benehmen verf├╝gen, zwischen 25 und 35 Jahre alt sein, keine kriminelle Vergangenheit aufweisen sowie von guter Gesundheit und kr├Ąftigem K├Ârperbau sein. Was jedoch vor allem z├Ąhlte, war ihre unbedingte Loyalit├Ąt gegen├╝ber der Person Adolf Hitler und nicht der Partei.
Hitler beauftragte den Hauptmann Franz Pfeffer von Salomon zum Obersten F├╝hrer des SA. Er lie├č ihm dabei gro├če Freiheiten die SA nach seinen Vorstellungen zu entwickeln. Als ein deutliches Zeichen seiner Anerkennung unterstellte Hitler die SS der Obersten SA - F├╝hrung.
Frustriert durch das rasche Wachstum der SA trat Berchtold, der im April 1926 die F├╝hrung der SS ├╝bernahm, 1927 zur├╝ck, da die SS nur max. 10 Prozent der St├Ąrke der SA im jeweiligen Gebiet erreichen durfte. Au├čerdem war es der SS erst dann erlaubt, eigene Einheiten aufzustellen, nachdem die SA - Einheiten ihre volle St├Ąrke erreicht hatten. Durch diese Regelung hatte die SA die M├Âglichkeit, das Wachstum der SS niedrig zu halten, indem sie deren St├Ąrke beeinflu├čte. Auch die Moral der SS lie├č nach, da die SA gro├če Freude daran fand, h├Âchst niedrige Aufgaben durch die SS verrichten zu lassen.
1929 wurde Heinrich Himmler zum Reichsf├╝hrer - SS ernannt.

1.3) Die rassischen Richtlinien der SS

Himmler ├╝berzeugte Hitler, die rassisch reinen Richtlinien, nach denen er die SS aufbauen wollte, zu akzeptieren. Sein Interesse an mittelalterlichen Sagen des deutschen Rittertums f├╝hrte bei Himmler zu einer romantisierenden Ansicht der Geschichte der germanischen Rassen. Himmler versuchte in seiner SS einen neuen Ritterorden zu schaffen, um seine Vision der germanischen Kultur in ganz Europa zu verbreiten. Nur reinrassiges deutsches Erbe wurde in seiner Elite - SS geduldet, die alte deutsche heidnische Riten und Sitten wiederaufleben lie├č. Die SS verwendete auch f├╝r sich die alte Runenschrift, wobei die ber├╝hmteste Rune von allen die doppelte Sigrune am Kragenspiegel der SS - M├Ąnner war. Die Disziplin wurde gest├Ąrkt, dubiose Gestalte entfernt und ab Januar 1929 hatte jedes zuk├╝nftiges Mitglied einen Ahnennachweis bis in die dritte Generation vorzulegen. Es wurden auch Eheregeln eingef├╝hrt. So konnte gegen├╝ber einer zuk├╝nftigen Braut eines SS - Mannes Einspruch erhoben werden, falls diese nicht ausreichend ihre arische Herkunft nachweisen konnte.
Himmlers Konzept einer Elite war neu und basierte auf rassischer Herkunft, Ansehen, besonnenem Verhalten, k├Ârperlicher Fitne├č und vor allem Loyalit├Ąt des Kandidaten. Zuvor konnte man in die als Elite der deutschen Gesellschaft angesehene Organisation durch Reichtum, Ausbildung und Familienbeziehungen gelangen.

Himmler nahm nur die besten Kandidaten auf. Ende 1929 hatte die SS 1.000 Mitglieder, ein Jahr sp├Ąter hatte sich die Zahl verdreifacht.
Ende 1930 machte Hitler die SS von der SA unabh├Ąngig. Zu diesem Zeitpunkt erhielt die SS auch ihren endg├╝ltigen Schliff bez├╝glich ihren Aussehens: schwarze Kappe mit Totenkopfabzeichen, schwarze Kniehose, schwarze Krawatte und schwarz ger├Ąnderte Hakenkreuzarmbinde.
Die Organisation der SS wurde total umstrukturiert und das alte System der Zehn - Mann - Einheiten f├╝r jeden Gau fallen gelassen. Eine neue milit├Ąrische Struktur, die der der SA glich, wurde eingef├╝hrt. Damit wollte man der SA zeigen, dass man jetzt gleichgestellt und nicht mehr untergeordnet war.
Zwischen 1931 und 1932 war die SS von 2.000 auf rund 30.000 Mitglieder angewachsen.

1.4) Mystik der SS

Himmler selbst glaubte fest an die "arische Herrenrasse", aber gleichzeitig wollte er sich auch ein Imperium schaffen. Er war also auch fest entschlossen, seine Regeln zu brechen, um mehr Macht und Einflu├č zu gewinnen. Auch g├Ânnte er sich die Erf├╝llung privater Wunschtr├Ąume, wie die Restaurierung der Ruine Wewelsburg in der N├Ąhe von Paderborn. Dort befand sich eine runde Tafel, die er nach dem Vorbild K├Ânig Artus’ machen hatte lassen, um mit seinen ausgew├Ąhlten "Rittern" zusammensitzen zu k├Ânnen.
Loyalit├Ąt, Disziplin und pers├Ânliche Ehre sowie die Bereitschaft, sein eigenes Leben zu opfern, wurden zu den Kernbegriffen der SS. Das Motto der SS, eingraviert in ihren Dolch, war ebenfalls Teil ihrer umfassenden Mystik. Dieses lautete "Meine Ehre hei├čt Treue" und stellte den Schl├╝ssel zur Mentalit├Ąt der SS dar. Ungew├Âhnlich dabei war, dass sich ihre Treue nur auf eine Person allein - Adolf Hitler - und nicht auf ein abstraktes Gebilde wie den Staat oder die Verfassung bezog. Dies zeigte sich auch im Eid, den die Waffen - SS nach der milit├Ąrischen Grundausbildung abzulegen hatte. Die Anw├Ąrter erhielten dabei den SS - Dolch (den die Rekruten selbst zu bezahlen hatten), wobei die Ablegung des Eides ├╝blicherweise am 20. April (dem Geburtstag Hitlers) erfolgte. Der Eid lautete wie folgt:

"Ich schw├Âre dir, Adolf Hitler,
Als F├╝hrer und Kanzler des Reiches
Treue und Tapferkeit.
Ich gelobe dir und den von dir bestimmten Vorgesetzten
Gehorsam bis in den Tod.
So wahr mit Gott helfe."

2) Die SS - Rekruten

Es gab viele Gr├╝nde f├╝r einen jungen Mann, zur Waffen - SS und nicht zu einem anderen Teil der Streitkr├Ąfte zu gehen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Kommandotruppenf├╝hrer Otto Skorzeny wollte urspr├╝nglich zur Luftwaffe, war jedoch f├╝r einen Einsatz beim Luftpersonal zu gro├č. Sehr h├Ąufig lag der Beweggrund auch im Ehrgeiz und Wunsch, einer Eliteorganisation anzugeh├Âren.

2.1) Aufnahmekriterien

Die Rekruten der Waffen - SS mussten in den Anfangstagen strengen k├Ârperlichen und moralischen Anforderungen entsprechen. Erst sp├Ąter wurden diese Standards durch die Kriegsumst├Ąnde aufgeweicht, da die SS - Divisionen dringend Nachschub an Rekruten ben├Âtigten. Sepp Dietrich, bis 1944 Kommandant der Leibstandarte, verlangte reife M├Ąnner und nicht pubertierende Schuljungen. Daher nahm er nur M├Ąnner zwischen 23 und 35 Jahren auf. Zus├Ątzlich mussten sie mindestens 180 cm gro├č sein und sich in ausgezeichneter k├Ârperlichen Verfassung befinden. Wer eine kriminelle Vergangenheit hatte, wurde ebenso abgelehnt wie diejenigen, die ihre arische Herkunft nicht nachweisen konnten.
So akzeptierte Dietrich zu Beginn niemanden in seiner Leibstandarte, der auch nur ├╝ber eine Zahnplombe verf├╝gte! Durch die Kriegsverluste war auch er dann gezwungen, seine Anspr├╝che zu reduzieren.
In der Allgemeinen SS wurde in den Jahren 1934/35 eine Auslese von Himmler durchgef├╝hrt, der tausende von Mitgliedern wegen Alkoholismus, Kriminalit├Ąt, Homosexualit├Ąt oder verd├Ąchtiger rassischer Vergangenheit zum Opfer fielen.
In der Waffen - SS betrug die anf├Ąngliche Verpflichtungszeit 4 Jahre f├╝r die Mannschaften, 12 Jahre f├╝r die Unteroffiziere und 25 Jahre f├╝r die Offiziere. Diejenigen Anw├Ąrter, die eine Offiziersausbildung durchmachen wollten, mussten zumindest 2 Jahre lang bei den Mannschaften gedient haben (au├čer sie konnten eine fr├╝here Laufbahn in der Wehrmacht nachweisen, wie dies bei Paul Hausser beispielsweise der Fall war).

2.2) T├Ągliche Routine in der Ausbildung

Der ├╝bliche Tagesablauf begann um 6 Uhr, als die Rekruten vor dem Fr├╝hst├╝ck eine Stunde lang Gymnastik zu absolvieren hatten. Danach wurde je nach Tages - programm der Dienst - oder Arbeitsanzug angezogen. Von allen Ausbildungs - punkten wurde dem Waffengebrauch die gr├Â├čte Bedeutung zugemessen.
Zuerst mussten die M├Ąnner lernen, wie man ein Gew├Ąhr zerlegt, reinigt und wieder zusammenstellt. Die Rekruten lernten, wie man eine Ladehemmung behebt und einfache Feldreparaturen durchf├╝hrt. Erst jetzt durften sie auf Zielscheiben ├╝ben, wobei die Entfernung immer gr├Â├čer wurde.
Diejenigen, die Angst vor der Waffe hatten, oder trotz geduldigen Zuredens einfach nicht geeignet waren, wurden zu B├╝roarbeiten und anderen Diensten herangezogen.
Nach dem Waffendrill standen dann die Angriffstechniken der Infantrie auf dem Programm. Mit aufgesteckten Bajonetten wurde dabei an Sands├Ącken ge├╝bt. Die Ausbildner legten gro├čen Wert auf Aggression und forderten die M├Ąnner st├Ąndig auf, schneller und noch wilder zu attackieren.
Ein wesentlicher Teil der Ausbildung geh├Ârte dem Boxen. Dadurch sollte der Kampf - geist gest├Ąrkt und die instinktive Angst vor einer Verletzung genommen werden.
Auf dem Ausbildungsprogramm der Waffen - SS standen verschiedenste Sprotarten - weitaus mehr als bei der Wehrmacht. Alle Arten von Feldsport - und Laufdisziplinen wurden gef├Ârdert, nicht blo├č der Entspannung wegen, sondern als Teil der Aus - bildung selbst. Es war dies als Ma├čnahme gedacht, um k├Ârperliche Fitne├č und Reflexe zu st├Ąrken. Selbstverst├Ąndlich gab es auch als Training der Ausdauer und Durchhalteverm├Âgen endlose Gel├Ąndem├Ąrsche und Querfeldeinl├Ąufe.
Nach der Morgenarbeit erhielten die M├Ąnner ein herzhaftes Mittagessen. Darauf folgte der "Innendienst", bei dem die Kaserne gereinigt, Schuhe geputzt, Uniformen repariert und geb├╝gelt und sonstige Hausaufgaben erledigt wurden. Dann ging es wieder zu weiteren ├ťbungen ins Freie. Am Abend konnten die M├Ąnner lesen, Radio h├Âren, Briefe schreiben und Karten oder Schach spielen (letzteres wurde empfohlen, um sowohl logisches Denken als auch die geistige Flexibilit├Ąt zu f├Ârdern). Jene Rekruten, die das Gl├╝ck hatten, einen Passierschein zu haben, konnten in die Stadt gehen. Zuvor mussten sie sich aber einer strengen Kontrolle durch den diensthabenden Wachoffizier unterziehen.
Daneben fand noch 3 mal die Woche allgemeiner Unterricht statt. Dazu geh├Ârte die Politik der NSDAP sowie eine intensive Auseinandersetzung mit der Philosophie der SS. Schwerpunkt dabei waren die Theorien der rassischen ├ťberlegenheit, die sie zu den Beherrschern der Untermenschen, d.h. der Slawen und Juden (Zigeuner, Freimaurer und Kommunisten wurden ebenfalls als Untermenschen betrachtet), machten.
Ironischerweise sollten schon bald tausende dieser Untermenschen, vor allem aus den baltischen Staaten und der Ukraine, in den Reihen der SS aufgenommen werden.

3) Die Westfront

F├╝r den Feldzug im Westen wurden die Leibstandarte und das Regiment Der F├╝hrer der SS - Verf├╝gungsdivision der 28. Armee angeschlossen. Ihre Aufgabe war es, Stra├čen - und Eisenbahnbr├╝cken an der niederl├Ąndischen Grenze zu besetzen. Die SS - Totenkopfdivision musste anf├Ąnglich, sehr zum Mi├čfallen Eickens, hinter der Ober - rheinfront der Heeresgruppe C in Reserve gehalten werden. Dies betraf auch die SS - Polizeidivision. Der Rest der SS - Verf├╝gungsdivision bildete den Teil einer zweiten Welle der 28. Armee f├╝r den Angriff auf die Niederlande.
Sowohl die Leibstandarte als auch die SS - Verf├╝gungsdivision hatten in Polen Kampferfahrung sammeln k├Ânnen. Deshalb musste die Wehrmacht, wenn auch widerwillig, ihren Einsatz an der Front akzeptieren. Die Totenkopf - und die Polizei - division verf├╝gten ├╝ber noch keine Kampferfahrung, und ihre Vergangenheit als ehemalige KZ - Wachen und Polizisten war nicht dazu angetan, um in der Wehrmacht Respekt zu gewinnen.

3.1) Die Pl├Ąne f├╝r den "Fall Gelb"

Dieser Plan der Deutschen umfa├čte drei Heeresgruppen: A, B und C. Teile der Heeresgruppe B waren mit der Eroberung der Niederlande beauftragt, um eine Basis f├╝r weitere Angriffe in Richtung S├╝den nach Frankreich und Belgien zu schaffen. Dadurch sollte der Gro├čteil der alliierten Streitkr├Ąfte nach Norden gelockt werden, wo dann die Deutschen den Kampfverlauf bestimmen wollten. Die Leibstandarte und SS - Verf├╝gungsdivision waren Teil dieser Kr├Ąfte. Die Reste der Heeresgruppe B sowie die Heeresgruppe A sollten durch das s├╝dliche Belgien und Luxemburg nach Nordfrankreich vorsto├čen. Die Totenkopfdivision formte einen Teil der Reserven f├╝r die Heeresgruppe A. Die Polizeidivision war der Heeresgruppe C zugeteilt, die gegen├╝ber der franz├Âsischen Maginotlinie in Stellung lag, und spielte in den ersten 45 Tagen des Feldzugs keine Rolle. Nachdem die Niederlande und Belgien ├╝berrannt worden waren, sollten sich die Heeresgruppen A und B vereinigen und ins Zentrum Frankreichs vorsto├čen.
Die Leibstandarte hatte als erste SS - Einheit Kampfkontakt. Am 9. Mai 1940, um 5:30 Uhr, ├╝berschritt sie die niederl├Ąndische Grenze und r├╝ckte mit gro├čer Geschwindigkeit vor. Gegen Mittag waren bereits 100 km zur├╝ckgelegt und Zarolle und die nahen Br├╝cken ├╝ber die Yssel besetzt. Zwei der Br├╝cken waren von der niederl├Ąndischen Armee gesprengt worden, aber die Leibstandarte erzwang einen ├ťbergang und eroberte Hoven im S├╝den. SS - Obersturmbannf├╝hrer Hugo Krass erhielt daf├╝r als erster SS - Offizier das Eiserne Kreuz I. Klasse im Feldzug im Westen. Die Leibstandarte r├╝ckte dann nach S├╝den vor, um sich mit der 9. Panzerdivision und der SS - Verf├╝gungsdivision auf ihrem Vormarsch nach Rotterdam zu vereinen.
Am 10. Mai 1940 ├╝berquerte das Regiment Der F├╝hrer die Yssel in der N├Ąhe von Arnheim. Am n├Ąchsten Morgen ├╝berschritten dann die 9. Panzerdivision die Maas, wobei sie nur auf leichten Widerstand stie├čen. Die Franzosen schickten sofort Truppen in den Norden, um dieser Bedrohung zu begegnen. Ihr Plan war es n├Ąmlich, Truppen nach Breda zu verlegen und die Deutschen von den Br├╝cken ├╝ber die Moerdyk zu vertreiben. Sie wurden jedoch von der 9. Panzerdivision und der SS - Verf├╝gungsdivision abgefangen. Eine franz├Âsische Kolonne maschierte geradewegs in eine deutsche Panzereinheit und deren motorisierte SS - Infantrieunterst├╝tzung. Eine zweite wurde von Ju 87 - Sturzkampfbombern beschossen. Die Franzosen zogen sich ├╝berst├╝rzt nach Breda zur├╝ck.
Am 12. Mai hatte die Luftwaffe den Befehl Rotterdam zu bombardieren, um die Kapitulation der Niederlande zu beschleunigen und deutsche Truppen f├╝r den Angriff auf Frankreich freizusetzen. In der Zwischenzeit war aber die ├ťbergabe Rotterdams bereits verhandelt worden. Auf Grund eines Zusammenbruches im Kommunikationssystem konnte der Angriff jedoch nicht mehr gestoppt werden. Unmittelbar danach marschierte die Leibstandarte in Rotterdam ein, widerum als Unterst├╝tzung der 9. Panzerdivision. Mehrere niederl├Ąndische Soldaten standen unt├Ątig herum und warteten auf die Ergebnisse der ├ťbergabegespr├Ąche zwischen ihren Offizieren und den Gener├Ąlen Student und von Cholitz. Beim Anblick der niederl├Ąndischen Soldaten er├Âffnete die Leibstandarte sofort das Feuer, da sie von den Verhandlungen nichts wu├čte. Eine verirrte Kugel traf Student in den Kopf und verwundete ihn schwer. Die rasch vorr├╝ckende Leibstandarte bahnte sich einen Weg durch die Stadt und griff Delft an. Jeder Widerstand wurde dabei gebrochen und an die 4000 Gefangene gemacht. Am n├Ąchsten Tag erreichte sie gerade rechtzeitig zur niederl├Ąndischen Kapitulation Den Haag. In der Zwischenzeit f├╝hrte SS - Gruppen - f├╝hrer Paul Hausser die SS - Verf├╝gungsdivision und einige Wehrmachtseinheiten gegen die Reste der Franzosen in Zeeland. Er erzwang rasch den Durchbruch zur K├╝ste, w├Ąhrend die Franzosen verzweifelt ihre Truppen ├╝ber das Meer evakuierten.

3.2) Alliierter Gegenangriff bei Cambrai

Nachdem die Niederlande besiegt und die belgische Verteidigung von den Deutschen ├╝berrannt worden war, wurden die franz├Âsischen und britischen Kr├Ąfte im Norden zusammengezogen. Hier wollten sie den Angriff der Heeresgruppe B zum Stillstand bringen. In der Zwischenzeit stie├č die Heeresgruppe A im Westen nach Frankreich vor, und am 16. Mai wurde die Totenkopfdivision aus der Reserve geholt und General Hoths XV. Panzerkorps zugeteilt. ├ťber Stra├čen, die von Milit├Ąr - fahrzeugen und Fl├╝chtlingen verstopft wareb, dr├Ąngten Eickes M├Ąnner an die Front. Dort angelangt, wurden sie in mehrere K├Ąmpfe mit franz├Âsischen Panzereinheiten und Kolonialtruppen aus Marokko verwickelt, die den deutschen Angriff aufzu - halten versuchten.
Beim Versuch, den Gebietsgewinn um Cambrai zu halten, gerieten die Flanken der Totenkopf - und 7. Panzerdivision am 21. Mai unter schweren Beschu├č durch alliierte Panzer. ├ťber 130 franz├Âsiche und britische Panzer nahmen daran teil. Die SS - Truppen mussten schockiert feststellen, dass ihre kleinen 3,7 - cm Panzerabwehr - kanonen gegen die schwer gepanzerten alliierten Panzer nur wenig ausrichten konnten. So waren die M├Ąnner Eickes gezwungen, ihre schwere Artillerie zu verwenden, wobei sie mit offenem Visier scho├čen. Auf diese Art und Weise wurden die Alliierten bis zum Eintreffen der Ju 87 in Schach gehalten, obwohl einige Soldaten der Totenkopfdivision in Panik geflohen waren.
Am 22. Mai versuchten franz├Âsische Kr├Ąfte, die im Osten in eine Falle geraten waren, aus dieser auszubrechen. Die Leibstandarte befand sich zu diesem Zeitpunkt s├╝dlich der Niederlande und wurde sofort in Stellung gebracht, um mehrere franz├Âsische Angriffe abzuwehren. Innerhalb von zwei Tagen waren die regul├Ąren Truppen der Alliierten in Flandern auf einem ungef├Ąhr dreieckigen Gebiet zusammengedr├Ąngt worden. Im S├╝den davon befanden sich eine Reihe von Kan├Ąlen, die als Verteidigungslinien verwendet wurden. Die Totenkopfdivision, die Leibstandarte und die SS - Verf├╝gungsdivision standen entlang dieser Linie in Stellung, bereit, jederzeit ├╝berzusetzen.
Patrouillen der SS - Verf├╝gungsdivision hatten herausgefunden, dass sich einige franz├Âsische Einheiten bereits vor dem Eintreffen der britischen Ersatztruppen von der Linie zur├╝ckgezogen hatten. Diesen Vorteil n├╝tzend, gelang es den SS - Soldaten, einen Br├╝ckenkopf ├╝ber den Kanal zu errichten. Teile von ihnen hatten den Kanal bereits ├╝berquert, als Hilers ber├╝hmter "Anhaltebefehl" am Nachmittag des 24. Mai erfolgte. Die Leibstandarte, die sich noch in ihren Stellungen befand, geriet unter heftiges feindliches Artilleriefeuer.
Daraufhin entschlo├č sich ihr Kommandant, Sepp Dietrich, den Befehl Hitlers zu ignorieren und seine M├Ąnner ├╝ber den Kanal zu f├╝hren. Insgesamt war es der SS gelungen, die alliierte Verteidigung an vier Stellen zu durchbrechen. W├Ąhrend der n├Ąchsten beiden Tage mussten die SS - Einheiten eine Reihe von britischen Angriffen abwehren, die entschlossen waren, die Linie zu halten. Der Hauptteil der alliierten Truppen zog sich in der Zwischenzeit nach D├╝nkirchen zur├╝ck. Einige dieser Angriffe waren sehr heftig und die SS wurde zur├╝ckgedr├Ąngt und verlorenes Terrain wiedergewonnen - wenn auch nur f├╝r kurze Zeit.
In der Nacht vom 26. Mai wurde der "Anhaltebefehl" des F├╝hrers aufgehoben. Die Regimenter Germania und Der F├╝hrer der SS - Verf├╝gungsdivision griffen durch die dichten Waldlandschaften des De - Nieppe - Waldes an, wo sie auf heftigen Widerstand trafen. Sie erlitten betr├Ąchtliche Verluste, vor allem unter den Offizieren. Das restliche Infantrieregiment Deutschland wurde zeitweise der 3. Panzerdivision zugeteilt und nahm beim Angriff auf englische Truppen am Lyskanal in der N├Ąhe von Merville teil. Die SS - Infantrie erzwang einen Br├╝ckenkopf ├╝ber den Kanal, wurde jedoch von einer Abteilung britischer Panzer selbst angegriffen. Ohne schwere Waffen konnten sie sich nur mit ihren leichten Waffen verteidigen. Nur das rechtzeitige eintreffen von Truppen der Panzerabwehrkompanie der Totenkopf - division rettete sie. Die britischen Panzer beschossen jedoch weiterhin die Deutschen, in sicherer Entfernung vor den Kanonen der Totenkopfdivision. Diese konnten dadurch den Kanal nicht ├╝berqueren und der Gro├čteil der britischen Kr├Ąfte konnte sich zur├╝ckziehen.
W├Ąhrenddessen hatte der Gro├čteil der Totenkopfdivision den Lyskanal bei Bethune ├╝berquert. Einmal mehr f├╝gte heftiger britischer Widerstand den Deutschen schwere Verluste bei ihrem Vormarsch zu. Bei Le Paradis hielten rund 100 Mann des Royal - Norfolk - Regiments mehrere Angriffe der 4. Kompanie des Infantrieregiments 2 der Totenkopfdivision auf. Nur unter schweren Verlusten konnten sie dann zur Aufgabe gezwungen werden. Die SS verlor dabei 17 Gefallene und 52 Verwundete und - was noch mehr z├Ąhlte - ihr arroganter Stolz war stark angeknackst. Als Folge lie├č der Kompaniechef, SS - Obersturmf├╝hrer Fritz Kn├Âchlein, die britischen Gefangenen mit Maschinengewehren erschie├čen. Die Briten h├Ąngten ihn daf├╝r nach dem Krieg auf.
Dieser Vorfall sorgte f├╝r betr├Ąchtliches Aufsehen innerhalb der Einheiten der Waffen - SS. Einige von Kn├Âchleins Offizierkollegen sollen von seinem Verhalten derart erz├╝rnt worden sein, dass sie ihn zum Duell forderten. Andere wiederum wollten aus Protest dagegen aus der SS austreten. Mehrere Reservisten, die nach dem Frankreichfeldzug aus dem Heer ausschieden, wollten nur dann wieder in die Waffen - SS eintreten, wenn sie nicht zur Totenkopfdivision gehen mussten. Himmler stellte sich jedoch hinter Kn├Âchlein, der daf├╝r nicht bestraft wurde. Er erreichte schlie├člich sogar den Rang eines Obersturmbannf├╝hrers und wurde mit dem Ritter - kreuz des Eisernen Kreuzes f├╝r Tapferkeit ausgezeichnet.
Am 28. Mai geriet der Kommandant der Leibstandarte, Sepp Dietrich, beim Vor - marsch gegen D├╝nkirchen unter Feuer. Unwissentlich hatter er sich mit seinem Stabsauto in der N├Ąhe von Wormhoudt den britischen Stellungen bis auf 50 m gen├Ąhert. Dietrich und sein Fahrer sprangen aus dem Fahrzeug, als es in Flammen aufging und suchten im Stra├čengraben Schutz. Da das auslaufende brennende Benzin des Wagens sie einzuschlie├čen drohte, bedeckten sie sich mit dem feuchten Schlamm, um die starke Hitze abzuwehren. F├╝nf Stunden lang mussten sie so ausharren.

3.3) Das Massaker von Wormhoudt

In der Zwischenzeit griff die Leibstandarte, au├čer sich ├╝ber den vermeintlichen Verlust ihres Kommandanten, blindw├╝tig die britische Verteidigung an. Eine Kompanie des II. Bataillons nahm an die 80 Gefangene. Sie sperrten diese in eine Scheune und warfen dann Handgranaten hinein. Jeder, der zu fliehen versuchte, wurde gnadenlos niedergemacht. 65 Engl├Ąnder wurden get├Âtet. Die 15 ├ťberlebenden konnten jedoch SS - Hauptsturmf├╝hrer Wilhelm Mohnke daf├╝r verantwortlich machen.
Wenig sp├Ąter wurde die Leibstandarte zur├╝ckgezogen, um sich zu regenerieren und f├╝r die n├Ąchste Phase des Feldzuges vorzubereiten: den Vormarsch nach S├╝den, um die Reste der franz├Âsischen Armee zu vernichten. Am 5. Juni stie├čen insgesamt 140 deutsche Divisionen in Richtung S├╝den. Sie waren also doppelt so stark wie die franz├Âsischen Kr├Ąfte. Die Leibstandarte und die SS - Verf├╝gungsdivision bildeten einen Teil der Panzergruppe Kleist, die auf Paris maschierte. Zu Eickes ├ärger wurde die Totenkopfdivision erneut als Reserve eingeteilt.
Am folgenden Tag hatte die SS - Verf├╝gungsdivision bereits die Somme ├╝berschritten. Der erste Widerstand war nur leicht, aber am 7. Juni wurde die Angriffsspitze der Division von der franz├Âsischen Artillerie an der Aire zum Stillstand gebracht. Die Division erzwang schlie├člich Br├╝ckenk├Âpfe ├╝ber den Flu├č, aber der franz├Âsische Widerstand wurde immer heftiger. Kleists Einheit verlor an die 30 Prozent ihrer Panzer.
Die dezimierte Panzergruppe wurde von diesem Sektor zur├╝ckgezogen und weiter nach Osten verlegt, wo die deutschen Kr├Ąfte bereits die franz├Âsische Verteidigung bis zur Aisne durchbrochen hatte. Am 9. Juni wurde die SS - Verf├╝gungsdivision bereits wieder ├╝ber die Somme zur├╝ckgezogen. Die Leibstandarte erhielt jedoch keine Zeit zum Verschnaufen und verfolgte die sich nach S├╝den zur├╝ckziehenden Franzosen. Am 12. Juni ├╝berschritt sie dabei die Marne.
Jetzt wurde die Totenkopfdivision aus der Reserve geholt; sie schlo├č sich sofort dem Vormarsch an.
Die Panzergruppe Kleist, zu der nun die Leibstandarte, die Totenkopf - und die SS - Verf├╝gungsdivision geh├Ârten, ging in Richtung Dijon vor. Sie wollte die franz├Âsischen Kr├Ąfte im Elsass davon abhalten, sich nach S├╝dwesten zur├╝ckzu - ziehen. Zahlreiche franz├Âsischen Gefangene fielen dabei der SS in die H├Ąnde. Vom 16. auf den 17. Juni versuchten franz├Âsische Truppen der feindlichen Umklammerung zu entfliehen und die Linien der SS - Verf├╝gungsdivision zu durch - brechen. Das Unterfangen scheiterte und Haussers M├Ąnner machten mehr als 30.000 Kriegsgefangene.
Die Leibstandarte konnte zur gleichen Zeit ebenfalls fro├čartige Erfolge verbuchen. In Clermont - Ferrand wurde ein Flugplatz eingenommen, wobei 200 Flugzeuge und 4000 Gefangene sowie unz├Ąhliges milit├Ąrisches Ger├Ąt in ihre H├Ąnde fiel. Auch die Totenkopfdivision machte zahlreiche Kriegsgefangene - allein 6000 in Tarare. Die langsamere Polizeidivision war weniger erfolgreich. In der N├Ąhe von Voncq traf sie auf erbitterten Widerstand franz├Âsischer Truppen, und im Wald bei Argonne konnte eine franz├Âsische Nachhut nur nach heftigen Kampf Mann gegen Mann ├╝berw├Ąltigt werden.
Am Tag des Waffenstillstands, am 22. Juni, befanden sich die Totenkopf - und SS - Verf├╝gungsdivision in Bordeaux und bereiteten sich auf die Besetzung vor. Die Polizeidivision stand in Reserve, und die Leibstandarte machte sich f├╝r die geplante fro├če Siegesparade in Paris bereit.
Eimal mehr hatten die Leistungen der SS im Kampf gemischte Gef├╝hle hervorge - rufen. Die SS ihrerseits war mit ihren Erfolgen angesichts eines so tapferen, entschlossenen Feindes zufrieden. Auch Himmler feute sich ├╝ber die Fortschritte seiner Truppe - wie auch der F├╝hrer selbst. So verlieh Hitler das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, damals des h├Âchste Orden f├╝r Tapferkeit und hervorragende Leistugn, an sechs Soldaten der Waffen - SS. Sepp Dietrich erhielt die Auszeichnung f├╝r sei erfolgreiches Kommando der Leibstandarte w├Ąhrend der K├Ąmpfe am 5. Juli 1940. SS - Oberf├╝hrer Georg Keppler wurde am 15. August 1940 als Kommandeur des SS - Regiments Der F├╝hrer ausgezeichnet.
Zur selben Zeit verdiente sich SS - Oberf├╝hrer Felix Steiner das Ritterkreuz f├╝r seine F├╝hrung des SS - Regiments Deutschland. Am 4. September 1940 trat SS - Strumbann - f├╝hrer Fritz Witt in die Reihen der Ritterkreuztr├Ąger ein, als Anerkennung f├╝r die F├╝hrung des I. Bataillons des SS - Regiments Deutschland w├Ąhrend des Feldzugs im Westen.
Aber nicht nur h├Âhere Offiziere wurden damit ausgezeichnet. Am 4. September konnte SS - Obersturmf├╝hrer Fritz Vogt das Ritterkreuz f├╝r die F├╝hrung der 2. Kompanie der SS - Aufkl├Ąrungsabteilung in Empfang nehmen, und am selben Tag bekam SS - Hauptscharf├╝hrer Ludwig Keppler, ein Zugf├╝hrer der 11. Kompanie des SS - Regiments Der F├╝hrer, ebenfalls das Ritterkreuz ├╝berreicht. In all diesen F├Ąllen war den ausgezeichneten Soldaten eine ├Ąu├čerst erfolgreiche milit├Ąrische Karriere bestimmt. Viele von ihnen sollten noch ├Âffters wegen Tapferkeit vor dem Feind oder ausgezeichneter F├╝hrung ihrer M├Ąnner ausgezeichnet werden.
Die Wehrmacht hatte immer noch btr├Ąchtliche Einw├Ąnde gegen die Waffen - SS, musste aber widerwillig zugeben, dass einige Einheiten hervorragend gek├Ąmpft haben. Die SS - Soldaten wurden schlie├člich als politische Soldaten angesehen, und die fehlende Selbstbeherrschung, die zu solchen Gr├Ąueltaten wie in Le Paradis und Wormhoudt gef├╝hrt hatten, verbesserte das Ansehen der SS in der Wehrmacht auch nicht gerade. Au├čerdem verf├╝gten die Totenkopf - und die Polizeidivision ├╝ber keine Kampferfahrung wie die Leibstandarte und SS - Verf├╝gungsdivision und mussten daher hohe Verluste hinnehmen. Deren Offiziere hatte ihre Feuertaufe bereits im Polenfeldzug erhalten und konnten folglich ihre nat├╝rliche Aggressivit├Ąt und r├╝cksichtslose K├╝hnheit im Zaum halten.
Trotz der offenen und heimlichen Schachz├╝ge der Wehrmacht, die Expansion der Waffen - SS zu blockieren, waren zumindest die Leibstandarte und SS - Verf├╝gungs - division gut ausger├╝stet. Auch Eicke gelang es durch Betteln, Stehlen und Leihen einen entsprechenden Standard bei der Ausr├╝stung der Totenkopfdivision zu erziehlen. Nur die Polizeidivision musste als zweitklassig eingestuft werden.
Nachdem Hitler nun mit der Leistung seiner Waffen - SS auf dem Schlachtfeld zufrieden sein konnte, gab es kein Zur├╝ck mehr. Er sorgte daf├╝r, dass die SS die gleiche, wenn nicht manchmal sogar die bessere Ausr├╝stung erhielt als die Wehr - macht. Der Feldzug im Osten f├╝hrte dann schlie├člich zur Bildung von 38 Divisionen der Waffen - SS.
Aber schon bald sollten die Soldaten der SS ihre Schattenseite zeigen. War der Vorfall bei Wormhoudt noch die Tat einer einzigen Kompanie, kann dies von Eikes Division nicht behauptet werden. Geschult in der Brutalit├Ąt der Konzentrationslager war die Grausamkeit bei Le Paradis keineswegs eine Einzeltat. Die zahlreichen F├Ąlle, in denen Soldaten der Totenkopfdivision "rassisch minderwertige" franz├Âsische Soldaten aus den Kolonien erschossen, waren ein mahnendes Zeichen f├╝r das, was noch kommen sollte.
F├╝r die unerfahrene Waffen - SS als Ganzes war es jedoch an der Zeit, die Siege zu feiern; sowohl ├╝ber den Feind als auch ├╝ber die Gegner in der deutschen Wehrmacht. F├╝r Himmlers Truppen begann eine Zeit des Aufstiegs und der Eroberung. Truppen der SS sollten auf dem Balkan und vor den Toren Moskaus und Leningrads stehen.

4) Ruckzug aus dem Westen

Im Mai 1943 (Kapitulation der Achsenm├Ąchte in Afrika) waren die deutschen Armeen in Nordafrika v├Âllig besiegt. Jene Einheiten, die sich vor der Gefangennahme in Tunesien nach Sizilien absetzen hatten k├Ânnen, mussten sich bereits auf das italienischen Festland zur├╝ckziehen. Nach der Invasion der Alliierten bei Salerno in Italien (September) zogen sich die Achsenm├Ąchte langsam in Richtung Norden zur├╝ck. Die Deutschen konnten jedoch ihren R├╝ckzug relativ erfolgreich und mit geringen Verlusten gestalten, so dass den Alliierten ein langer und teurer Feldzug bevorstand, um sie aus Italien zu vertreiben.
Die Briten und Amerikaner entschieden sich daher, bei Anzio s├╝dlich von Rom zu landen. Auf dem Vormarsch ins Landesinnere k├Ânnten dann die Verbindungsstra├čen 6 und 7 besetzt werden, auf denen der deutsche Nachschub f├╝r den westlichen Teil der Gustavlinie bef├Ârdert wurde. Hier war n├Ąmlich der alliierte Vormarsch vor Monte Cassino zum Stillstand gekommen. Diese Bedrohung im R├╝cken w├╝rde die Deutschen zwingen, sich von der Linie zur├╝ckzuziehen, und den Alliierten den Weg nach Anzio frei zu machen. Dort war es auch, dass SS - Einheiten erstmals anglo - amerikanischen Streitkr├Ąften gegen├╝berstanden.
Im Sommer 1943 entstand eine neue SS - Panzergrenadierdivision mit dem Namen Reichsf├╝hrer - SS. Ihr Kader bestand aus der SS - Sturmbrigarde Rechsf├╝hrer - SS, die ihrerseits aus Soldaten von Himmlers pers├Ânlicher Leibwache gebildet worden war. Der Kommandant der neuen Division war ein fr├╝herer Regimentskommandant in Theodor Eickes Totenkopfdivision: SS - Brigardef├╝hrer Max Simon. Die Ausbildung fand auf Korsika statt. Als die Alliierten Sardinien und Korsika eroberten, kam sie dann im Oktober 1943 auf das italienische Festland.
Zum Zeitpunkt der Landung der Alliierten bei Anzio befand sich die Division noch im Ausbildungsstadium und so konnten nur Teile von ihr an die Front verlegt werden. Dies sollen mehrere Kompanien des SS - Panzergrenadierregiments 35 und 36 sowie die
SS - Panzerj├Ągerabteilung 16 gewesen sein. Sie k├Ąmpften dann bis zum 9. M├Ąrz 1944 am Br├╝ckenkopf bei Anzio - Nettuno.

4.1) Die Division Reichsf├╝hrer - SS in Italien

Mittlerweile mehrten sich die Anzeichen, dass der ehemalige Bundesgenosse Ungarn aus der Achse aussteigen und zu den Russen ├╝berlaufen k├Ânnte. Um vor dem zuvorzukommen, startete Hitler die Operation "Margarethe" und lie├č den Rest der Division nach Ungarn verlegen, um das Regime Admiral Horthys zu st├╝rzen.
Der stete Vormarsch der Alliierten in Italien zwang diese Einheit jedoch, rasch zur├╝ckzukehren und sich der Division wieder anzuschlie├čen. Die britische 8. Armee trieb sie jedoch unbarmherzig ├╝ber Siena und Pisa bis nach Carrara zur├╝ck. Das restliche Jahr 1944 bestand aus schweren Abwehrk├Ąmpfen und Aktionen gegen Partisanen. Dabei wurden auch zahlreiche Zivilisten umgebracht, wie etwa in Padule di Fuceccio und S. Anna di Stazzema. Au├čerdem war die Division auch beim Massaker an Zivilisten in Marzabotto im September beteiligt. Einige deutsche Quellen behaupten jedoch, dass die Zivilisten nicht hingerichtet wurden, sondern zwischen deutschen Truppen und schwer bewaffnete Partisanen geraten waren.
Das Kommando ging im Oktober 1944 an SS - Oberf├╝hrer Otto Braun ├╝ber, einem weiteren fr├╝heren Regimentskommandanten der Totenkopfdivision. Im Januar 1945 befand sich die Division Reichsf├╝hrer - SS dann weit im Nordosten Italiens. Kurz danach teilte sie Hitler jenen Truppen zu, die f├╝r den Gegenangriff am Plattensee zusammengezogen wurden.
Als einzige andere bedeutsame SS - Einheit k├Ąmpfte die Elitedivision Leibstandarte SS Adolf Hitler in Italien, nachdem sie im Juli 1943 von der Ostfront abgezogen worden war. Dabei hatte sie ihre schwere Ausr├╝stung und Panzer in Ru├čland lassen m├╝ssen. Sie nahm nach dem Sturz Mussolinis im September 1943 an der Entwaffnung der italienischen Armee teil und kam ebenfalls gegen Partisanen zum Einsatz. Im Herbst wurde sie aber wieder an die Ostfront zur├╝ckverlegt.
Neben den deutschen SS - Einheiten k├Ąmpften noch eine Reihe von italienischen Freiwilligen, die dem faschistischen Regime gegen├╝ber loyal waren, in Formationen der Waffen - SS. Die italienische SS - Legion stand beispielsweise bei den K├Ąmpfen um den Br├╝ckenkopf Anzio - Nettuno an der Seite der Division Reichsf├╝hrer - SS. Sie konnte sich derart gut behaupten, dass sie in den offiziellen Kriegsberichten der Wehrmacht sogar lobend erw├Ąhnt wurde. Ein Gro├čteil ihrer Zeit stand die Legion, die sp├Ąter zur 29. Waffengrenadierdivision der SS (italienische Nr. 1) werden sollte, im aufreibenden Kampf gegen kommunistische Partisanen in der Poebene. Italienische Freiwillige stellten auch einen betr├Ąchtlichen Teil der 24. SS - Gebirgsdivision Karstj├Ąger, die vorwiegend im ├Ąu├čersten Norden Italiens, vor allem an der Adriak├╝ste, gegen Partisanenbanden vorging.
W├Ąhrend die Waffen - SS beim Feldzug in Italien keine wichtige Rolle spielte, hinterlie├č der Sicherheitsdienst der SS seine Spuren in der italienischen Bev├Âlkerung. Partisanen t├Âteten am 23. M├Ąrz 1944 in Rom 32 Angeh├Ârige einer Polizeikompanie. Der SD - Vertreter in Rom, Obersturmbannf├╝hrer Herbert Kappler, lie├č daraufhin als Vergeltung 335 zivile Geiseln erschie├čen. In einer besonders brutalen und grausamen Aktion wurden die Geiseln aus Rom hinaus zu den antiken Adrianitischen H├Âhlen gefahren und durch einen Pistolenschu├č in den Hinterkopf umgebracht. Die H├Âhlen wurden dann mit Dynamit in die Luft gejagt. Kappler wurde nach dem Krieg verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ab Juni 1944 gab es f├╝r Hitler keinen Zweifel mehr, dass eine alliierte Invasion an der K├╝ste Frankreichs unmittelbar bevorstand. Er kannte jedoch nicht den genauen Ort und konnte so seine Kr├Ąfte nicht konzentrieren. Als die alliierte Invasionsmacht am 6. Juni in der Normanie landete, hielt der F├╝hrer diese zuerst gar nicht f├╝r die richtige Invasion. Er glaubt vielmehr an ein Ablenkungsman├Âver, um die Deutschen von dem Ort wegzulocken, wo seiner Meinung nach die wirkliche Invasion stattfinden m├╝sste: in Pas de Calais. So verloren die Deutschen bereits zu Beginn enorm viel Zeit f├╝r den Gegenangriff, da Hitler erst ├╝berzeugt werden musste.
Am Morgen des 6. Juni befand sich die Leibstandarte in der N├Ąhe von Br├╝gge in Belgien. Als Teil der strategischen Reserve des Oberkommandos der Wehrmacht musste sie nicht sofort eingreifen. Diese durfte n├Ąmlich erst auf ausdr├╝ckliche Erlaubnis Hitlers eingesetzt werden. So verlie├č sie ihre Stellungen elf Tage nach dem "D - Day", der Landung der Alliierten, und wurde bei Caen in K├Ąmpfe verwickelt. Die Schwestereinheit der Leibstandarte, die Division Hitlerjugend, befand sich bereits in der Gegend um Dreux, zwischen Paris und Caen. Sie war folglich die erste Einheit der Waffen - SS, die in der Normandie Feindkontakt hatte. Eine weitere erstklassige Einheit der Waffen - SS, die 17. SS - Panzergrenadierdivision G├Âtz von Berlichingen, war im November 1943 aufgestellt worden. Ihre Ausbildung fand in der Gegend rund um Tours/Angers statt, und nur eine Woche nach der Landung kam sie bereits an die Front.

4.2) K├Ąmpfe rund um Caen

Die Division das Reich war urspr├╝nglich im S├╝den Frankreichs in der N├Ąhe von Toulouse stationiert, um einen m├Âglichen alliierten Angriff gegen die Achillesferse des besetzten Frankreichs abzuwehren. Sofort nach der Landung wurde sie in den Norden beordert, wobei sie auf ihrem Weg dorthin immer wieder gegen Einheiten der Maquis vorging. Dabei kam es auch zu einer Reihe von Exekutionen und Massaker bei Oradour sur Glane. Die Division erreichte die Normandie am 10. Juli und wurde in der N├Ąhe von P├ęriers eingesetzt.
Die alliierten Streitkr├Ąfte intensivieren ihren Druck zuerst am ├Âstlichen Ende des Br├╝ckenkopfes. Eines der Hauptziele der britischen 21. Armeegruppe unter den Kommando von General Bernard Montgomery war die Stadt Caen. Zuerst versuchte sie am 6. und 7. Juni die Stadt durch einen direkten Angriff zu nehmen. Sie erhielt dabei Unterst├╝tzung durch britische und kanadische Flugzeuge. Die Division Hitlerjugend ging am 7. Juni in ihre Stellungen rund um Caen und stellte sofort einen Sto├čtrupp auf, um die vorr├╝ckenden britischen Einheiten abzufangen.
Unter dem Kommando von SS - Standartenf├╝hrer Kurt "Panzer" Meyer griff eine Kampfgruppe aus drei Panzergrenadierbataillonen und einer betr├Ąchtlichen Anzahl von PzKpfw IV Panzern des Panzerregiments der Division gemeinsam mit der 21. Panzerdivision der Wehrmacht an. Der britische Vormarsch konnte bald aufgehalten und ├╝ber 30 alliierte Panzer zerst├Ârt werden. An eigenen Verlusten waren blo├č zwei Panzer zu verzeichnen. Dieser Erfolg war aber nur von kurzer Dauer, da die Deutschen nicht stark genug waren, um die britische Infanterie und deren Panzer zur├╝ckzuschlagen. Am 9. Juni erreichten Generalmajor Fritz Bayerlein und seine Panzerlehrdivision nach einem schrecklichen Marsch ├╝ber 150 km ebenfalls ihre Stellungen rund um Caen. Die ganze Zeit ├╝ber wurden sie von alliierten Jagdbombern angegriffen und verloren dabei an die 200 Fahrzeuge. Aber jetzt verteidigten drei starke Panzerdivisionen Caen und den wichtigen Flughafen Carpiquet.
Montgomery entschlo├č sich nun, zwei seiner erfahrensten Einheiten einzusetzen: die 51. (Hochlanddivision) und die 7. Panzerdivision, beides Veteranen der 8. Armee in Nordafrika. Die Schotten hatten den Auftrag, die Stellungen der 6. Luftlandedivision ├Âstlich der Orne zu umgehen, w├Ąhrend die 7. Panzerdivision vom Nordosten gegen Caen vorr├╝ckte. In heftigen K├Ąmpfen, die drei Tage dauerten, leisteten die Deutschen den Briten erfolgreich Widerstand.
Am 10. Juni versuchte die 7. Panzerdivision leicht westlich von Caen hinter der 50. Britischen Division durchzubrechen. Die Briten hatte eine L├╝cke in der deutschen Verteidigung zwischen Caumont und Villers - Bocage ersp├Ąht und sofort die 7. Panzerdivision in Marsch gesetzt. Am Morgen des 13. Juni fuhren britische Panzer in Villers - Bocage ein. Zur gleichen Zeit befand sich aber auch SS - Obersturmf├╝hrer Michael Wittmann, Kommandant der 2. Kompanie der schweren SS - Panzerabteilung 101, ebenfalls mit vier Tiger - Panzern und einem PzKpfw IV im Dorf. Wittmann selbst traf auf vier britische Cromwell - Panzer, die ins Dorf fuhren. In einem nur kurzen Gefecht zerst├Ârte er drei davon, w├Ąhrend der vierte an seine Seite zu gelangen versuchte. Doch auch er wurde ein Opfer der t├Âdlichen 8,8 - cm Kanone.
Wittmann schlo├č sich dann den anderen Tigern an und gemeinsam griffen sie eine komplette britische Panzerkolonne der 22. Panzerbrigarde an. W├Ąhrend er an der Seite der Kolonne entlang fuhr, schaltete Wittmann 23 weitere britische Panzer aus k├╝rzester Distanz aus. Dazu kamen noch eine ├Ąhnliche Anzahl von Halbkettenfahrzeugen und leicht gepanzerten Fahrzeugen. Die Geschosse der Briten prallten sogar aus n├Ąchster N├Ąhe von der massiven Panzerung der Tiger ab.
Als die vier Tiger und der PzKpfw IV durch das Dorf zur├╝ckfuhren, erwarteten sie dort aber britische Panzer und eine schwere Panzerabwehrkanone. Alle f├╝nf Panzer wurden durch Sch├╝sse aus n├Ąchster Distanz auf ihre d├╝nnere Seitenpanzerung ausgeschaltet. Die Panzerbesatzungen konnten jedoch entkommen. Trotzdem hatte Wittmanns Aktion die Flanken der Panzerlehrdivision gerettet und er erhielt f├╝r seine Leistung zu Recht die Schwerter und das Eichenlaub zu seinem Ritterkreuz.
Am 14. Juni war die L├╝cke in den deutschen Linien wieder geschlossen. Innerhalb weniger Tage nach Beginn der Invasion hatte das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) erkannt, dass es diesmal ernst war. Sollten nicht rasch genug Verst├Ąrkungen an die Front gebracht werden, w├╝rden die Deutschen Gefahr laufen, die Kontrolle auf dem Schlachtfeld an den Feind zu verlieren. Deshalb verlegte man unverz├╝glich die 9. SS - Panzerdivision Hohenstaufen und die 10. SS - Panzerdivision Frundsberg von Polen in die Normandie. Es dauerte jedoch bis zum Ende des Monats, ehe sie dort ankamen.
In der Zwischenzeit sahen sich SS - Brigardef├╝hrer Werner Ostendorffs 17. SS - Panzergrenadierdivision G├Âtz von Berlichingen und das 6. Fallschirmj├Ągerregiment s├╝dlich von Carentan amerikanischer Truppen gegen├╝ber. Diesen war es gegl├╝ckt, aus den Strandabschnitten Omaha und Utah auszubrechen. Am 14. Juni versuchte die G├Âtz von Berlichingen, die ihre volle St├Ąrke noch nicht erreicht hatte und ├╝ber keine schweren Waffen verf├╝gte, gemeinsam mit den Fallschirmj├Ągern, die nun reine Bodentruppen darstellten, vergebens den Gegner zu vertreiben. Dabei mussten sie hohe Verluste hinnehmen. Die Division blieb jedoch f├╝r den Rest des Monats Juni und den Gro├čteil des Julis in diesem Sektor.

4.3) Abwehr der Operation "Epsom"

Sowohl die Hohenstaufen als auch die Frundsberg wurden bei ihrer Ankunft in der Normandie am 25. Juni der Frontlinie zwischen Caen und Villers - Bocage zugewiesen. Sie kamen gerade rechtzeitig dort an, als Montgomery seine Operation "Epsom" startete (den Versuch, Caen einzunehmen). Das VIII. Britische Korps griff auf einer 6 km breiten Frontlinie an. Einmal mehr setzte Montgomery seine besten und erfahrensten Truppen ein. Dazu geh├Ârten auch die 15. (schottische) Division, die 11. Panzerdivision und die 43. Wessex - Division. Der Angriff begann mit massivem Artillerie - sowie Gesch├╝tzfeuer von den Schiffen und brachte zu Beginn gute Fortschritte.
Doch schon rasch ging der Angriff in einen z├Ąhen Kampf um jeden Meter Boden ├╝ber, da die Deutschen hartn├Ąckigen Widerstand leisteten.
Am 27. Juni erfolgte der Gegenangriff, der jedoch von der 11. Panzerdivision gestoppt werden konnte. Diese wiederum ├╝berquerte am n├Ąchsten Tag den Flu├č Odon und eroberte am 29. Juni den strategisch wichtigen H├╝gel 112.
Daraufhin startete SS - Obergruppenf├╝hrer Paul Hausser einen gro├č angelegten Gegenangriff mit der Hohenstaufen und Frundsberg. Die Soldaten der Waffen - SS wurden jedoch zur├╝ckgeschlagen. Zum Gl├╝ck f├╝r die Deutschen hatten die Alliierten jedoch eine noch gr├Â├čere Gegenoffensive erwartet und so die 11. Panzerdivision ├╝ber den Flu├č Odon zur├╝ckgezogen. So gelang es den Deutschen, den H├╝gel 112 rasch wieder zur├╝ckzuerobern.
In der Zwischenzeit hatten die amerikanischen Einheiten s├Ąmtliche Angriffe abgewehrt und von ihrem Br├╝ckenkopf aus den wichtigen Hafen Cherbourg erobert. Die deutschen Pioniere waren jedoch bei der Zerst├Ârung der Hafenanlagen so erfolgreich gewesen, dass die Alliierten nur rund 10 Prozent des geplanten Nachschubs ├╝ber Cherbourg heranschaffen konnten.
Danach bereiteten die Amerikaner den Vormarsch in Richtung S├╝den auf Coutances, St. L├┤ und Caumont vor.
In Caen hielten die Grenadiere der Division Hitlerjugend trotz des heftigen Beschusses durch Artillerie, Flugzeuge und Schiffe verzweifelt durch. Die SS - Einheiten mussten jedoch allm├Ąhlich zur├╝ckweichen und die Briten erreichten schlie├člich die Orne, die durch das Zentrum von Caen flie├čt. Doch auch sie mussten schwere Verluste hinnehmen und der Rest der Stadt befand sich noch immer in den H├Ąnden der Division Hitlerjugend. Dann besetzt die Leibstandarte die Stellungen der Hitlerjugend bei Caen. Die 12. SS - Panzerdivision kam hingegen in die Reserve n├Ârdlich von Falaise.
Am 18. Juli starteten die Briten die Operation "Goodwood". In einem massiven Panzerangriff wollte man jenen Korridor durchsto├čen, den ein massierter alliierter Bombenangriff in den Reihen der Deutschen schlagen sollte. Einmal mehr kam ein anf├Ąnglich vielversprechender Vormarsch rasch zum Stehen, da sich die Deutschen schon bald vom dreist├╝ndigen Bombardement erholt hatten. Ihre Panzer und Panzerabwehr schlugen immer gr├Â├čere L├╝cken in die angreifenden Panzerreihen. Obwohl die Leibstandarte den Gro├čteil Caens aufgegeben musste, verloren die Alliierten 400 Panzer und die Hauptverteidigungslinie der Deutschen war noch immer intakt.

4.4) Die "Barkmann - Falle"

Bei ihrer Ankunft in der Normandie unterst├╝tze die 2. SS - Panzerdivision Das Reich die Division G├Âtz von Berlichingen bei der Abwehr der amerikanischen Angriffe, die ins Landesinnere vorsto├čen wollten. Gleich zu Beginn ihres Einsatzes in der Normandie konnte einer der besten Panzerj├Ąger der Division sein Erfolgskonto erneut aufstocken.
SS - Oberscharf├╝hrer Ernst Barkmann hatte bereits an der Ostfront bewiesen, einer der besten Panzerkommandanten des 2. SS - Panzerregiments zu sein. Am 8. Juli scho├č er einen ersten Panzer im Westen ab, als ein amerikanischer M4 - Sherman - Panzer der 7,5 - cm - Hochgeschwindigkeitskanone seines Panthers zum Opfer fiel.
Am 13. Juli kamen drei weitere M4 dazu und am 27. Juli konnte sich dann Barkmann endg├╝ltig als eines der Panzerasse Deutschlands auszeichnen. An einer abgeschiedenen Kreuzung an der Stra├če von St. L├┤ nach Coutances, die dann als "Barkmann - Falle" bekannt werden sollte, stand sein Panther - Panzer im Schatten einer gro├čen Eiche, als sich ihm eine Kolonne von 14 M4 - Panzern n├Ąherte. Als sie in seinen Feuerbereich gelangten, er├Âffnete er das Feuer und die beiden ersten Sherman - Panzer gingen bald in Flammen auf. Dahinter kam ein Tankwagen, den das Panzerass sofort aufs Korn nahm.
W├Ąhrend die Wracks der beiden Shermans und des Tankwagens lichterloh brannten, versuchten zwei weitere Shermans das Hindernis zu passieren. Der erste war zwar rasch ausgeschaltet, aber der zweite feuerte einige Sch├╝sse ab, die der dicken Panzerung des Panthers jedoch nichts anhaben konnten. Auch dieser Sherman ging rasch in Flammen auf, nachdem ihn Barkmanns Sch├╝tze ins Visier genommen hatte.
Der Panther wurde dann von alliierten Kampfbombern angegriffen und verlor dabei eine Kette. Auch sein Entl├╝ftungssystem war besch├Ądigt. Im Schutze des Luftangriffes griffen zwei weitere Shermans an. Sie mussten jedoch rasch feststellen, dass Barkmanns Panzer nicht ernsthaft besch├Ądigt und dem Angriff mehr als gewappnet war. Die beiden Shermans waren bald nur mehr brennende Wracks. Barkmann konnte noch einen weiteren Shermann zerst├Âren, ehe er sich zum R├╝ckzug entschlo├č. Mit seinem arg besch├Ądigten Panther war auch dies keine geringe Leistung.
Neun von den 14 Sherman - Panzern, die den einezelnen Panther - Panzer angegriffen hatten, waren zerst├Ârt. Au├čerdem gelang es Barkmann, trotz Jagdbomberangriffe seinen stark besch├Ądigten Panzer und seine Mannschaft sicher zu den deutschen Linien zur├╝ckzubringen. Daf├╝r erhielt er am 27. August das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

4.5) Alliierter Druck dr├Ąngt die SS zur├╝ck

Zuvor, am 25. Juli, hatten die Amerikaner die Operation "Cobra" gestartet, der massive Luftangriffe vorausgegangen waren. Dabei kamen zahlreiche amerikanische Soldaten durch "eigenes" Feuer um. Die hartn├Ąckige Verteidigung der Division G├Âtz von Berlichingen brachte die US - Truppen alsbald in gro├če Bedr├Ąngnis und so mussten sie zur├╝ckgezogen werden. Die Deutschen erlitten vor allem gro├če Verluste durch die Raketen der alliierten Jagdbomber. Unter diesen Angriffen litten vor allem die deutschen Panzer auf den engen, von Hecken ges├Ąumten Landstra├čen der "Bocage". Der Gro├čteil der deutschen Bewegungen musste also bei Dunkelheit erfolgen, was zu zahlreichen Unf├Ąllen f├╝hrte. So starb auch Ritterkreuztr├Ąger SS - Obersturmf├╝hrer Georg Karck, als sein Jeep mit einem unbeleuchteten Munitionswagen kollidierte.
Am 26. Juli griffen die 1. US - Infantriedivision und die 3. Panzerdivision in Richtung Marigny an, wobei sie auf heftigen Widerstand der stark geschw├Ąchten Division Das Reich und der 353. Infantriedivision der Wehrmacht stie├čen.
Nach zwei Tagen heftigster K├Ąmpfe befand man sich immer noch 2 km von der Stadt entfernt. Der Plan, bis nach Coutances vorzusto├čen, hatte nun mehr geringe Erfolgsaussichten.
An ihrer Flanke war den Amerikanern mehr Gl├╝ck geg├Ânnt. Dort traf die 22. Infantriedivision auf nur sporadischen Widerstand der Deutschen und konnte so w├Ąhren der n├Ąchsten zwei Tage den Gegner weit zur├╝ckdr├Ąngen. W├Ąhrend die Division Das Reich noch bei Marigny k├Ąmpfte, musste sie ihre Kr├Ąfte umgruppieren, um der drohenden Gefahr an ihren Flanken begegnen zu k├Ânnen.
Trotz heftigster Bem├╝hungen war die Wucht des amerikanischen Angriffes zu gro├č und Coutances fiel am 28. Juli.
Am 29. Juli durchbrachen kombinierte Kr├Ąfte der Division Das Reich und G├Âtz von Berlichingen in der N├Ąhe von St. Denis le Gast die Reihen des 67. US - Panzerregiments und der 41. Panzerinfantrie. Angesichts der zahlenm├Ą├čig ├╝berw├Ąltigenden ├ťbermacht der Alliierten kam dieser Angriff jedoch bald zu einem Stillstand und die Einheiten der Waffen - SS mussten sich nach Avranches zur├╝ckziehen, um nicht eingekesselt zu werden. Am 30. Juli fiel diese Stadt der 4. US - Panzerdivision in die H├Ąnde.
Am selben Tag startete das VIII. Britische Korps die Operation "Bluecoat", einen Angriff auf Vire, das sich zwischen den amerikanischen und britischen Kr├Ąften befand. Obwohl die 11. Panzerdivision bald die Hochebene um Le B├ęny Bocage erobern konnte, wurde der Vormarsch auf Vire nicht rasch genug vorgetragen. Die gab den Deutschen die M├Âglichkeit, ihre Stellungen zu verst├Ąrken. Eine Chance, die gesamte deutsche 7. Armee aufzurollen, war somit vertan worden, und Vire konnte sieben weitere Tage gehalten werden.
Der amerikanische Schlachtplan sah nun vor, hinter Mortain und Avranches vorzudringen, um auf die Linie Caumont - Foug├ęres einzuschwenken. Danach wollte man in Richtung S├╝den auf Le Mans und Aleςon vorr├╝cken. Nachdem nun Avranches erobert war, bestand f├╝r die deutschen Einheiten auf der Halbinsel Cotentin gr├Â├čte Gefahr, abgeschnitten zu werden. Hitler befahl jetzt eine Offensive auf Avranches, um die amerikanischen Streitkr├Ąfte aufzuspalten. Daran nahmen die 2. Panzerdivision, die 116. Panzerdivision Windhund und Teile der Divisionen Leibstandarte und Das Reich teil. Der Angriff begann in der Nacht auf den 6. August und Das Reich erreichte bald Mortain und die Hochebene um St. Hilaire.
Die 2. Panzerdivision kam ebenfalls gut voran und konnte beinahe Juvigny erreichen, ehe sie durch entschlossenen amerikanischen Widerstand gestoppt wurde. Die 116. Panzerdivision blieb jedoch schon zu Beginn stecken und die gesamte Offensive kam daher ins Stocken.
Zur gleichen Zeit, als die Deutschen auf Avranches vorgingen, startete das II. Kanadische Korps in der Operation "Totalize" entlang der Stra├če von Caen nach Falaise ihren Angriff. Sie versuchten sich im Norden mit dem XV. US - Korps, das rasch auf Argentan vorstie├č, zu vereinen. Erneut drohte den Deutschen die Gefahr eingekesselt zu werden. Hitler stimmte deshalb am 11. August einem R├╝ckzug aus dem Gebiet von Mortain zu. Die Leibstandarte und die 116. Panzerdivision sammelten ihre arg zugerichteten Reste rund um Carrouges f├╝r einen Gegenangriff auf die vorr├╝ckenden Amerikaner.
Teile der 116. Panzerdivision konnten vor├╝bergehend den amerikanischen Vormarsch bei Mortr├ęe stoppen, aber nur f├╝r eine kurze Zeit. Die Leibstandarte und die 2. Panzerdivision erreichten am 13. August Argentan, mussten jedoch bald einsehen, dass ein Gegenangriff nicht durchf├╝hrbar war. Die Lage verschlechterte sich n├Ąmlich zusehends. In der Zwischenzeit versuchte die Frundsberg, die Amerikaner bei Domfort aufzuhalten. Es wurde immer klarer, dass nur ein sofortiger R├╝ckzug durch die L├╝cke zwischen Falaise und Argentan die deutschen Streitkr├Ąfte in der Normandie retten w├╝rde.
Der R├╝ckzug ├╝ber die Orne begann am 16. August, und zu Beginn kamen die Deutschen gut voran. Am 17. August r├╝ckten jedoch die 4. Kanadische und 1. Polnische Panzerdivision entschlossen nach S├╝den vor, w├Ąhrend Einheiten von General Pattons 3. US - Armee nach Norden vorst├╝rmten. Die Division Hitlerjugend k├Ąmpfte verbissen, um die L├╝cke offenzuhalten. Die Division Das Reich und Hohenstaufen, die bereits durch die L├╝cke durch waren, kehrten um und griffen die Alliierten verzweifelt an, um Zeit f├╝r die im Kessel gefangenen Kameraden zu gewinnen. Die im Kessel eingeschlossenen deutschen Panzer stellten ein leichtes Ziel f├╝r die alliierten Jagdbomber dar und mussten horrende Verluste hinnehmen.

4.6) Das Ende der K├Ąmpfe in der Normandie

Die britischen und amerikanischen Einheiten trafen sich schlie├člich in der Nacht auf den 19. August bei Chambios, und die L├╝cke war geschlossen. Da die Frontlinie nicht an allen Punkten gleich stark war, gelang es noch einigen deutschen Einheiten durchzubrechen. Dazu geh├Ârte auch die G├Âtz von Berlichingen, die n├Ârdlich des Mont Ormel die von den Kanadiern gehaltenen Stellungen durchbrach. Am Nachmittag des 21. August 1944 war der Kampf im Kessel von Falaise jedoch beendet.
Der erste Teil des Feldzuges in Westeuropa war f├╝r die Waffen - SS ein teurer gewesen, da viele ihrer besten Einheiten dezimiert wurden. Der SS - Soldat hatte erneut bewiesen, zu welcher Tapferkeit und Opferbereitschaft er bereit war. Bei einer solchen materiellen ├ťberlegenheit, vor allem in der Luft, konnte der Feind nur vor├╝bergehend aufgehalten, aber nicht besiegt werden. Au├čerdem standen der unbestrittenen Tapferkeit der jungen SS - Grenadiere die Gr├Ąueltaten einiger Soldaten und Offiziere der Division Hitlerjugend gegen├╝ber.
Ein Bericht der Heeresgruppe B am 22. August 1944 nennt die folgende St├Ąrke der acht ├╝berlebenden Panzerdivisionen, die an der Schlacht in der Normandie teilnahmen: Die Leibstandarte bestand nur mehr aus schwachen Infantrieteilen - sie hatte alle ihre Panzer sowie ihre gesamte Artillerie verloren; Das Reich z├Ąhlte nur mehr 450 Mann und 15 Panzer; die Hohenstaufen war nicht besser dran mit 460 Soldaten und 25 Panzern; die Frundsberg verf├╝gte ├╝ber keine Panzer und Artillerie mehr und besa├č nur mehr vier Infanteriebataillone; und die Hitlerjugend war nur mehr ein k├╝mmerlicher Rest von 300 Soldaten und 10 Panzern, ohne jegliche Artillerie.
Die Wehrmacht stand nicht viel besser da: die 2. Panzerdivision hatte all ihre Panzer und Artillerie verloren und es war nur mehr ein Infanteriebataillon ├╝brig geblieben; die 21. Panzerdivision besa├č noch 10 Panzer und vier Infanteriebataillone; und die 116. Panzerdivision Windhund verf├╝gte noch ├╝ber ein Infanteriebataillon, 12 Panzer und zwei Artilleriebataillone. Die Panzerlehrdivision war ├╝berhaupt vernichtet und die 9. Panzerdivision bei Mortain aufgerieben worden.
Die Reste der Leibstandarte wurden nach Aachen verlegt, um sich zu erholen und neu ausger├╝stet zu werden. Das Reich kam nach Deutschland in die Schnee - Eifel. Die Hitlerjugend zog sich ├Âstlich der Maas zur├╝ck, um sich dort von ihren Strapazen zu erholen. Die G├Âtz von Berlichingen ging nach Metz. F├╝r die beiden Schwester - Panzerdivisionen Hohenstaufen und Frundsberg wurde ein ruhiger Ort in Holland ausgew├Ąhlt, damit sie sich dort von den K├Ąmpfen in der Normandie ausruhen konnten. Man nahm an, dass sie weit hinter den deutschen Linien bei Arnheim relativ ungest├Ârt sein w├╝rden.
Nach der umfassenden Niederlage der Deutschen in der Normandie dr├Ąngte Feldmarschal Montgomery (er war am 1. September bef├Ârdert worden) auf einen Vorsto├č druch die Niederlande. General Patton zog hingegen einen Angriff ├╝ber Lothringen gegen die Siegfriedlinie vor. Nach zahlreichen Debatten ├╝berzeugte schlie├člich Montgomery Eisenhower, einen kombinierten Boden - und Luftangriff durch die Niederlande hindurch zuzustimmen. Diese Operation erhielt den Namen "Market Garden". Der Plan umfa├čte die Eroberung der Br├╝cken bei Eindhoven und Nimwegen durch amerikanische Luftlandeeinheiten, w├Ąhrend die Briten die entfernteste Br├╝cke bei Arnheim besetzen sollten. In der Zwischenzeit w├╝rde das XXX. Britische Korps unter Generalleutnant Brian Horrocks von Belgien aus vorpreschen und sich mit den Luftlandetruppen entlang der Angriffslinie vereinen.
Der waghalsige Angriff erfolgte am 17. September und eine gewaltige alliierte Luftarmada lud ├╝ber den Niederlanden ihre menschliche Nutzlast ab. Meldungen davon erreichten schon bald den Kommandanten der Heeresgruppe B, Feldmarschall Walter Model, und er versetzte seine Streitkr├Ąfte, einschlie├člich des II. SS - Panzerkorps unter SS - Obergruppenf├╝hrer Willi Bittrich, in Alarmbereitschaft. Dieses "Panzerkorps" bestand aus den zerschlagenen Resten der einst m├Ąchtigen 9. und 10. SS - Panzerdivision, die beide in der Schlacht in der Normandie dezimiert worden waren. Trotzdem verf├╝gte es noch immer ├╝ber erstklassige Truppen, deren Anwesenheit f├╝r die 1. Britische Luftlandedivision, die bei Arnheim niederging, eine b├Âse ├ťberraschung darstellte.
82. und 101. Luftlandedivision konnten ihre Stellungen rasch festigen, indem sie die Stadt Eindhoven und die Br├╝cke einnahmen und Nimwegen planm├Ą├čig erreichten. Doch dann trafen sie auf einen unerwartet starken deutschen Widerstand. Bei Arnheim war die Lage noch schlimmer. Auf Grund des ung├╝nstigen Gel├Ąndes, die Truppen waren 13 km von der Stadt entfernt gelandet, fanden sie sich rasch inmitten kampferprobter SS - Panzertruppen wieder. Bittrich schickte sofort die Kampfgruppe Hohenstaufen, um die britischen Luftlandetruppen bei Arnheim zu stoppen. Die Kampfgruppe Frundsberg wurde hingegen als Unterst├╝tzung gegen den Vormarsch des XXX. Korps nach Nimwegen verlegt. Diese beiden Kampfgruppen waren aber nicht die einzigen SS - Einheiten, die bei Arnheim k├Ąmpften. Dazu kamen noch kleinere Kampfgruppen aus der SS - Unterf├╝hrerschule in Wolfheze, an die 400 Soldaten des SS - Stammbataillons 16 und eine Anzahl von Angeh├Ârigen des SS - Grenadierregiments "Landstorm Nederland".
Am Abend des 17. September hatte sich das 2. Fallschirmj├Ągerbataillon unter Oberstleutnant John Frost bis auf das n├Ârdliche Ende der Br├╝cke von Arnheim vorgek├Ąmpft und die umliegenden H├Ąuser besetzt. W├Ąhrend der Nacht kamen noch einige Truppen der 1. Fallschirmj├Ągerbrigarde dazu und verst├Ąrkten Frosts Einheit auf rund 600 Mann. Die Briten waren aber nicht stark genug, um die gesamte Br├╝cke einzunehmen, da das s├╝dliche Ende von SS - Panzergrenadieren gehalten wurde.
Interessanterweise verf├╝gten die Deutschen ├╝ber dem Schlachtfeld kurzfristig sogar ├╝ber die Luft├╝berlegenheit und brachten so die alliierten Versorgungsflugzeuge in arge Bedr├Ąngnis. Viele von ihnen wurden abgeschossen und der Rest des abgeworfenen Nachschubs fiel h├Ąufig in die H├Ąnde des Feindes, da sich die Situation am Boden h├Ąufig ├Ąnderte. John Frosts Truppen befanden sich in einer verzwickten Lage. Im S├╝den der Br├╝cke standen die SS - Panzeraufkl├Ąrungstruppen, w├Ąhrend vom Norden rasch die Kampfgruppe Hohenstaufen unter SS - Obersturmbannf├╝hrer Walter Harzer vorr├╝ckte, Im Westen der Stadt, zwischen Arnheim und Oosterbeek, lag die SS - Kampfgruppe Spindler und weiter westlich die SS - Kampfgruppe Krafft.

4.7) Die Schlacht um Arnheim

Die Deutschen erkannten jedoch bald, dass die britischen Luftlandetruppen zwischen ihnen keinen leichte Beute sein w├╝rden. Ein erbitterter H├Ąuser - und Nahkampf folgte und man sah, dass sich Frosts M├Ąnner am Nordende der Br├╝cke gut verschanzt hatten. Es w├╝rde also mehr als blo├če Infanterieangriffe brauchen, um sie von dort zu vertreiben. Als N├Ąchstes erschien dann die SS - Panzeraufkl├Ąrungsabteilung 9 auf der Szene. Sie wurde von SS - Hauptsturmf├╝hrer Viktor Eberhard Grabner gef├╝hrt, der erst k├╝rzlich f├╝r seine Tapferkeit in den K├Ąmpfen in der Normandie das Ritterkreuz erhalten hatte. Grabner versuchte mit seiner Aufkl├Ąrungseinheit einen Sturmangriff ├╝ber die Br├╝cke. Der Angriff war ein v├Âlliges Desaster. Grabner selbst wurde get├Âtet und mehr als 20 Fahrzeuge der Einheit blieben brennend und zerst├Ârt auf der Br├╝cke zur├╝ck. Es bedurfte offensichtlich st├Ąrkerer Truppen, um die Briten aus ihren Stellungen zu vertreiben, und tats├Ąchlich kam auch schon Verst├Ąrkung aus Deutschland in der Form von Panzern und Artillerie.
Am Morgen des 19. September wurde der Gro├čteil der 1. Fallschirmj├Ągerbrigarde, die sich zur Br├╝cke vork├Ąmpfen wollte, von deutschen Einheiten - unter ihnen die SS - Kampfgruppe Spindler - zur├╝ckgeschlagen. Im Westen der Stadt landeten polnische Truppen mit Luftgleitern zwischen der 4. Luftlandebrigarde und der SS - Kampfgruppe Karfft und wurde v├Âllig aufgerieben. An der Br├╝cke selbst war Frosts Einheit auf 250 Mann zusammengeschmolzen, die aber immer noch alle Angriffe der Deutschen abwehren konnten. Generalleutnant Horrocks XXX. Korps k├Ąmpfte sich in der Zwischenzeit gegen energischen deutschen Widerstand und schwere Luftangriffe nach Arnheim durch.
Zu Mittag des 21. September konnte sich die SS - Kampfgruppe Knaust (vom ├Ąu├čerst erfahrenen Panzeroffizier der Wehrmacht, Oberst Hans Peter Knaust gef├╝hrt) schlie├člich eine Weg ├╝ber die Br├╝cke bahnen und Frosts tapferen Widerstand brechen. Knaust blieb jedoch keine Zeit, seinen Sieg zu feiern. Er musste sofort in Richtung S├╝den aufbrechen, um jene alliierten Truppen aufzuhalten, die sich ├╝ber die Br├╝cke bei Nimwegen vorgek├Ąmpft hatten. Nun trennen das XXX. Korps nur mehr 17 km von den Resten der britischen Streitkr├Ąfte rund um Arnheim, die bei Oosterbeek eingekesselt waren. Die war f├╝r das XXX. Korps nahe genug, um den belagerten Landetruppen unter dem Kommando von Generalmajor Robert Urquhart Artillerieunterst├╝tzung zukommen zu lassen.
Am 21. September landete Generalmajor Stanislaw Sosabowski mit seiner 1. Polnischen Fallschirmj├Ągerbrigarde bei Driel. Sie stie├čen dort auf deutsche Einheiten, die bis jetzt die Oberhand gehalten hatten. Diese hastig zusammengew├╝rfelte Sperreinheit unter SS - Obersturmbannf├╝hrer Harzer bestand aus Teilen der Marine, Luftwaffe, Wehrmacht, K├╝stenverteidigung sowie niederl├Ąndischen SS - M├Ąnnern.
Beide Seiten waren ersch├Âpft, aber die Deutschen erhielten als erste eine betr├Ąchtliche Verst├Ąrkung in der Form der schweren Panzerabteilung 506.
Diese verf├╝gte ├╝ber die gef├╝rchteten PzKpfw VI "Tiger II", gegen die die leichten Waffen der britischen Fallschirmj├Ąger nichts ausrichten konnten. Die Kampfgruppe Frundsberg erhielt zwei Tiger - Panzer - Kompanien, um den Vormarsch des XXX. Korps aufzuhalten. Eine dritte Kompanie wandte sich den britischen ├ťberlebenden bei Oosterbeek zu. Die Reste der britischen Sturmtruppe erhielten in der Nacht vom 25. auf den 26. September den Befehl zum R├╝ckzug und ihre ├╝bel zugerichteten Reste zogen sich bei Oosterbeek ├╝ber den Niederrhein in Richtung S├╝den zur├╝ck.
Die Verwundeten mussten mit freiwilligen Sanit├Ątern zur├╝ckgelassen werden, obwohl man den schlechten Ruf der Waffen - SS kannte (beide Seiten hatten w├Ąhrend der K├Ąmpfe um Arnheim Gefangene erschossen). Man sah also der Gefangenschaft mit einiger Sorge entgegen. In diesem Fall wurden jedoch die Gefangenen von der Waffen - SS mit gr├Â├čtem Respekt behandelt. Die Alliierten verloren bei der Operation "Market Garden" an die 17.000 Soldaten, w├Ąhrend die deutschen Verluste zwischen 4.000 und 8.000 Mann lagen.
Obwohl die von den K├Ąmpfen in der Normandie geschw├Ąchten Deutschen den Alliierten eine schwere Niederlage zugef├╝gt hatten, waren die Vorteile f├╝r die Heeresgruppe B nur von kurzer Dauer. So musste beispielsweise Bittrichs II. SS - Panzerkorps nach zehn Tagen seine Versuche aufgeben, den Vormarsch des XXX. Korps zu stoppen. Die Br├╝cke von Arnheim wurde dann auch auf Grund der alliierten Bombenangriffe f├╝r den deutschen Verkehr gesperrt.

4.8) Die Ardennenoffensive

Seit September 1944 sammelte Hitler von ├╝berall her Truppen, um in einer letzten Anstrengung die milit├Ąrische Initiative im Westen wieder an sich zu rei├čen: der ungl├╝cklichen Ardennenoffensive. Bei dieser mit dem Decknamen "Wacht am Rhein" versehenen Operation sollten drei Angriffsspitzen auf Antwerpen vorsto├čen. Die 6. Panzerarmee unter SS - Oberstgruppenf├╝hrer Sepp Dietrich wurde dabei mit der Aufgabe des Hauptangriffes beauftragt. Sie sollte durch die Ardennenw├Ąlder vorpreschen, zwischen Li├ęge und Huy einen ├ťbergang ├╝ber die Meuse erzwingen und dann auf Antwerpen vorsto├čen.
General Hasso von Manteuffel, der Kommandant der 5. Panzerarmee, hatte den Befehl, entlang Dietrichs S├╝dflanke nach Nordwesten vorzudringen, die Meuse zwischen Namur und Dinant zu ├╝berqueren und Br├╝ssel zu erreichen. Die 7. Armee unter General Erich Brandenberger sollte schlie├člich an der s├╝dlichen Flanke zur Meuse vordringen. F├╝r den Plan von ├Ąu├čerster Wichtigkeit war die Eroberung intakter Br├╝cken ├╝ber die Meuse, und dann Unterst├╝tzung durch die 15. Armee von General Student in Holland beim Vormarsch auf Antwerpen zu erhalten. Dadurch glaubte man die 1. und 9. US - Armee, die 2. Britische Armee und die 1. Kanadische Armee einschlie├čen zu k├Ânnen.
Zu Sepp Dietrichs 6. Panzerarmee geh├Ârte das I. SS - Panzerkorps, das wiederum aus der 1. SS - Panzerdivision Leibstandarte und der 12. Panzerdivision Hitlerjugend bestand. Das II. SS - Panzerkorps bildete hingegen die Reserve. Dieses bildete sich aus der 2. SS - Panzerdivision Das Reich und der 9. SS - Panzerdivision Hohenstaufen. Die Infanterieteile setzten sich aus der 12., 272., 277. Und 326. Volksgrenadierdivision sowie der 3. Fallschirmdivision zusammen.

4.9) Kampfgruppe Peiper

Um die Br├╝cken ├╝ber die Meuse m├Âglichst fr├╝h und intakt besetzen zu k├Ânnen, wurde eine Sondereinheit gebildet - die 150. Panzerbrigade unter SS - Sturmbannf├╝hrer Otto Skorzeny. Englisch sprechende Freiwillige, teilweise als Milit├Ąrpolizisten verkleidet, erhielten amerikanische Uniform, Waffen und Fahrzeuge. Als eine Art Vorhut sollten sie sich unter die zur├╝ckziehenden Amerikaner mischen und Verwirrung und Panik stiften, indem sie die US - Soldaten in die falsche Richtung schickten.
Das I. SS - Panzerkorps stellte die Angriffsspitze der 6. Panzerarmee und hatte die Aufgabe, die amerikanischen Linien zwischen Hallerath und Krewinkel zu durchbrechen und in den Sektor von Li├ęge und Huy vorzusto├čen. Dabei bildete die Hitlerjugend die rechte und die Leibstandarte linke Flanke. Da das Gel├Ąnde Bewegungen querfeldein nicht zulie├č, musste der Vormarsch auf engen, kurvenreichen Stra├čen erfolgen. Deshalb galt es auch zuerst, das Stra├čennetz unter Kontrolle zu bringen.
Die Deutschen wu├čten nat├╝rlich, dass ihnen in einem solchen Gel├Ąnde bereits eine Anzahl entschlossener Verteidiger gro├če Schwierigkeiten bereiten k├Ânnten. Deshalb ├╝bernahm eine besonders starke Angriffsgruppe die F├╝hrung beim Vorsto├č des I. SS - Panzerkorps. Das Kommando lag bei einem Offizier, der sich in zahlreichen Situationen im Kampf bewiesen hatte: SS - Obersturmbannf├╝hrer Joachim Peiper. Obwohl es zu diesem Zeitpunkt des Krieges an ein schieres Wunder grenzte, eine solch gro├če Angriffsstreitmacht aufzustellen, konnten jene deutschen Soldaten, die an der Ardennenoffensive teilnahmen, nicht mit den M├Ąnnern verglichen werden, die die Alliierten in Frankreich 1940 in die Flucht geschlagen und 1941 die Sowjetunion ├╝berrollt hatten. Der typische deutsche Soldat trug nur mehr eine sch├Ąbige Uniform, war schlecht ausger├╝stet und mangelhaft ausgebildet. Sogar die besseren Einheiten, wie die Divisionen der Waffen - SS, mussten sich Leute von der Luftwaffe und Kriegsmarine holen, die aber nicht f├╝r den Kampf mit Panzern und Infanterie ausgebildet waren.
Am Morgen des 16. Dezember 1944 er├Âffnete massives Artilleriefeuer Hitlers letztes Gl├╝cksspiel in Westeuropa. Die 12. Volksgrenadierdivision durchbrach die schwachen amerikanischen Verteidigungsstellungen bei Losheim und schlug eine Bresche f├╝r die Kampfgruppe Peiper. Diese bestand aus zwei Kompanien von PzKpfw - IV - Panzern an der Spitze, zwei Kompanien der hervorragenden PzKpfw - V - Panther - Panzer sowie Halbkettenfahrzeugen mit Infanteristen. Dazu kamen noch Artillerie und Kampfpioniere und als Nachhut die gef├╝rchteten PzKpfw VI "Tiger II" der schweren SS - Panzerabteilung 501.
Auf den verstopften Stra├čen war aber ein rasches Vorankommen nicht m├Âglich, und die Kampfgruppe Peiper wurde immer wieder von langsameren Einheiten, wie der 12. Volksgrenadierdivivsion und Teilen der Fallschirmj├Ąger, aufgehalten. Am sp├Ąten Abend erreichte sie Losheim, wo die 3. Fallschirmdivision s├╝dlich der Stadt eine Bresche in die feindlichen Linien geschlagen hatte.
Peiper trieb seine Einheit sofort durch diese L├╝cke und st├╝rmte auf Lanzerath zu, wo er sich mit dem Fallschirmj├Ągerregiment 9 vereinigte. Er marschierte auch die Nacht weiter, und am 17. Dezember im Morgengrauen trafen die Deutschen pl├Âtzlich bei Honsfeld auf sich zur├╝ckziehende amerikanische Truppen. Die Soldaten waren durch das Auftauchen der SS - Kampfgruppe vollkommen ├╝berrascht und ergaben sich nach nur geringem Widerstand.
Peipers Einheit, die schon unter Treibstoffmangel litt, wandte sich nun B├╝lling zu, wo sie ein amerikanisches Treibstofflager eroberte. Nachdem sie ihre Treibstoffvorr├Ąte aufgef├╝llt hatte, fielen Schoppen, Ondenval und Thirimont gegen Mitte des Tages in ihre H├Ąnde. Der Vormarsch der Kampfgruppe ging nun in Richtung Ligneuville weiter, wo amerikanische Panzer Widerstand leisteten, ehe die Stadt eingenommen werden konnte. Peiper blieb nun in der Stadt, um sich mit dem Kommandanten der Leibstandarte, SS - Oberf├╝hrer Wilhelm Mohnke, zu besprechen. Die Kampfgruppe stie├č inzwischen auf Trois Ponts und Beaumont vor (am 17. Ereignete sich auch das Massaker bei Malm├ędy).
Ohne F├╝hrer zeigte die Kampfgruppe jedoch eine ungewohnte Vorsicht, als sie bei Stavelot auf Widerstand traf und ihre Fahrzeuge an der Spitze in amerikanisches Feuer gerieten. Die Deutschen zogen sich f├╝r die Nacht zur├╝ck, um am n├Ąchsten Morgen erneut anzugreifen.
Bei Tagesanbruch war Peiper zu seiner Einheit zur├╝ckgekehrt und nahm die Stadt nach heftigem Artilleriebeschu├č ein. Die Br├╝cke bei Stavelot fiel intakt in ihre H├Ąnde, und im Laufe des Vormittags verlie├č die Kampfgruppe bereits die Stadt und st├╝rmte auf Trois Pont vor. Dieser Ort hat seinen Namen von den drei Br├╝cken, die hier ├╝ber die Aml├ęve und Salm f├╝hren. Die Amerikaner konnten jedoch die Br├╝cke ├╝ber die Ambl├ęve sprengen und weitere Versuche, den Flu├č zu ├╝berqueren, scheiterten. Peiper musste sich nach Norden wenden, wo er bei Cheneux, in der N├Ąhe von Stoumont, eine Br├╝cke fand.
Trotz Jagdbomberangriffe befanden sich nur mehr zwei Br├╝cken zwischen ihm und seinem Hauptziel: Huy. Eine dieser Br├╝cken, jene bei Neuf Moulin, wurde jedoch gesprengt, als sich Peipers Truppen n├Ąherten. Es gab zwar zwei weitere Br├╝cken in der N├Ąhe, die aber das Gewicht der schweren Fahrzeuge nicht tragen konnten. Die Kampfgruppe verf├╝gte jedoch ├╝ber kein schweres Br├╝ckenger├Ąt. So wurden einige Truppen zur Bewachung der Br├╝cke bei Cheneux zur├╝ckgelassen, w├Ąhrend die Kampfgruppe sich f├╝r die Nacht in die W├Ąlder um Stoumont zur├╝ckzog. Bei Stavelot hatte in der Zwischenzeit die amerikanische Infanterie mit Panzerunterst├╝tzung die Stadt wiedereingenommen. Peipers Truppen liefen nun Gefahr, abgeschnitten zu werden. Die Leibstandarte erhielt den Befehl, die Kampfgruppe zu unterst├╝tzen, und Stavelot war erneut Zentrum eines erfolglosen Gegenangriffes, um die Amerikaner zu vertreiben.
Am 19. Dezember erreichte Peiper Stoumont, das nahc zweist├╝ndigem hin und her wogendem Kampf gegen die amerikanischen Verteidiger eingenommen werden konnte. Peipers Panzer verfolgten die sich zur├╝ckziehenden Feinde einige Kilometer lang, bis sie auf eine amerikanische Stra├čensperre stie├čen und mehrere Fahrzeuge verloren.
Die Alliierten erholten sich nun aber vom anf├Ąnglichen Schock des deutschen Angriffs und verst├Ąrkten ihren Widerstand. Am 21. Dezember entschlo├č sich Peiper, seine Kr├Ąfte rund um La Gleize zu konzentrieren und die Br├╝cke bei Cheneux zu halten. In der Stadt Cheneux selbst dauerten heftige K├Ąmpfe Mann gegen Mann mehrere Stunden lang. Die Amerikaner verloren ├╝ber 200 Mann, ehe sie die Deutschen vertreiben konnten.

4.10) Die Offensive kommt zum Stillstand

Am 22. Dezember testeten die Amerikaner erstmals die deutsche Verteidigung bei La Gleize. Peiper hatte nur mehr wenig Treibstoff und Munition und der Gro├čteil des von der Luftwaffe abgeworfenen Nachschubs war in die H├Ąnde der Alliierten gefallen. Am 23. Dezember erhielt er die Erlaubnis in Richtung Osten auszubrechen. Nachdem sie ihre Fahrzeuge zerst├Ârt hatten, versuchten am 24. Dezember Peiper und die restlichen 1.000 Mann, die deutschen Linien zu erreichen. Nur eine kleine Nachhut blieb zur├╝ck, um die amerikanischen Verfolger aufzuhalten. Der Rest der Kampfgruppe Peiper ├╝berquerte die Salm und schlo├č sich am Weihnachtsabend der Leibstandarte an.
Die 12. SS - Panzerdivision Hitlerjugend hatte weniger Gl├╝ck bei ihrem Angriff auf die amerikanischen Stellungen bei Elsenborn. Nach drei Tagen heftiger K├Ąmpfe waren die D├Ârfer Rocherath und Krinkelt noch immer nicht eingenommen. Sie wandte sich dann der s├╝dlichen Flanke der Leibstandarte zu, um am Vormarsch gegen die 7. Amerikanische Panzerdivision bei Poteau am 19. Dezember teilzunehmen. Die Division Hitlerjugend, die bei diesem Feldzug nur wenige Erfolge verzeichnen konnte, wurde in Richtung S├╝den dirigiert, um die Stra├če B├╝llingen - Malm├ędy freizuhalten. Sie musste dabei schwere Verluste hinnehmen, vor allem bei den K├Ąmpfen um B├╝fenbach. So wurde die Division am 23. Dezember abgezogen, um sich in der Gegend von Moderscheid/Born neu zu gruppieren.
Das Reich hatte in seinem Sammelort bei J├╝nkerath auf den Befehl gewartet, die Hohenstaufen bei den K├Ąmpfen zu unterst├╝tzen. Sie wurde jedoch vor├╝bergehend Manteuffels 5. Panzerarmee zugetreilt und k├Ąmpfte am 22. Dezember beim Frontbogen von St. Vith. Am 23. Dezember eroberte sie die wichtige Stra├čenkreuzung bei Baraque de Freiture und nahm in einem Nachtangriff Manhay. Hier konnte sie jedoch auf Grund zunehmenden Widerstandes der Amerikaner nicht mehr weiter. Am 27. Dezember ging Manhay wieder verloren.
Die Hitlerjugend, Das Reich und Hohenstaufen nahmen am 27. Dezember am Angriff im Sektor von Manhay teil, konnten aber die amerikanischen Linien nicht durchbrechen. Ein erfolgreiches Unternehmen der Deutschen war aber der Angriff des SS - Panzerregiments 2 auf amerikanische Panzer in diesem Sektor. Einmal mehr bewies das Panzerass SS - Oberscharf├╝hrer Ernst Barkmann seinen Wert, indem er mehrere M4 - Sherman - Panzer abscho├č. Sein Kamerad, SS - Hauptscharf├╝hrer Franz Frauscher, konnte den Amerikanern ebenfalls betr├Ąchtlichen Schaden zuf├╝gen, indem er neun Sherman - Panzer ausschaltete. Er erhielt daf├╝r am 31. Dezember das Ritterkreuz.
Die gesamte Offensive kam nun zum Stillstand, als sich die alliierte zahlenm├Ą├čige ├ťberlegenheit und Luft├╝bermacht gemeinsam mit den deutschen Nachschubproblemen bermerkbar machten. Alle Hoffnung, Antwerpen zu erreichen, war nun vorbei. Doch Hitler hatte bereits einen neuen Plan. Er wollte die alliierten Truppen von den Ardennen ablenken und so die festgefahrenen Angriffstruppen entlasten.
Diese neue Offensive, Operation "Nordwind" genannt, startete am 1. Januar 1945. Sie zielte auf die schwachen amerikanischen Truppen im Elsa├č. Daran nahmen auch Einheiten der Waffen - SS, wie die 17. SS - Panzergrenadierdivision G├Âtz von Berlichingen und die 6. SS - Gebirgsdivision Nord teil, die erst vor kurzem von Finnland evakuiert worden war.
Trotz anf├Ąnglicher Erfolge - mehrere hundert amerikanische Gefangene wurden gemacht - scheiterte der Angriff schon nach wenigen Tagen. Der Vorsto├č der Frundsberg auf Stra├čburg kam ebenfalls rasch zu Stehen und die Deutschen konnten im Elsa├č keine weiteren Erfolge erzielen.
In den Ardennen versuchten die Divisionen Hitlerjugend, Leibstandarte und Hohenstaufen Bastogne einzunehmen, ehe Pattons 3. Armee Entsatz bringen konnte. Bis zum 24. Januar verschlechterte sich aber die Lage in Ungarn derart, dass alle vier Divisionen der Waffen - SS, die urspr├╝nglich an der Ardennenoffensive teilgenommen hatten, abgezogen und an die zusammenbrechende Ostfront verlegt werden mussten.
Am 10. Februar 1945 setzte die letzte deutsche Einheit ├╝ber den Rhein ├╝ber. Die letzten, sorgf├Ąltig gesammelten Reserven der Wehrmacht waren in den Ardennen geopfert worden. Den verbleibenden SS - Einheiten blieb im Westen nichts anderes ├╝brig, als verbissen, aber hoffnungslos als Nachhut gegen die vorr├╝ckenden Amerikaner, Briten, Kanadier und Franzosen zu k├Ąmpfen, die tief ins Reich vordrangen. An der Ostfront sammelte der F├╝hrer in der Zwischenzeit seine Streitkr├Ąfte, um den Todesritt der SS - Panzerdivisionen zu starten.

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