Die Welt der Science Fiction

Science Fiction - das aufstrebende Literatur - Genre


Die Science Fiction, hier in der Regel mit dem K√ľrzel SF bezeichnet, hat in den letzten Jahren in allen Medien stetig an Boden gewonnen und hat inzwischen zu vergleichbarer Genre - Literatur wie Kriminalroman oder Western aufgeschlossen, ja diese in der Gunst der Leser bereits √ľberholt. Das gilt nicht nur f√ľr den anglo - amerikanischen, sondern auch f√ľr den
deutschen Sprachraum. Hier nähert sich die Zahl der jährlich veröffentlichten Buch - und Taschenbuchtitel bereits dem halben Tausend, und es gibt kaum noch einen Verlag, der sich der Science Fiction verschließen könnte.
Gr√ľnde f√ľr diese Entwicklung sind :

o) das Abenteuerlich - Spannende der SF - Literatur,
o) das Gigantomanische des Dargestellten,
o) sowohl die wissenschaftlich - technische Entwicklung der j√ľngsten Vergangenheit (Raumfahrt
und Mondlandung) als auch der Gegenwart,
o) das Interesse f√ľr technische und wissenschaftliche Phantasien,
o) das von der gesellschaftlichen und politischen sowie der realen persönlichen Situation des
Lesers Ablenkende dieser Literatur,
o) der Fortschrittsglaube und Wissenschaftsoptimismus, den diese Literatur ausstrahlt,
o) das anthropozentrische, also menschbezogene Denken und die Demonstration menschlicher
Überlegenheit im Vergleich zu außerirdischen Lebewesen
o) das Happy - End der meisten SF - Stories und der gewaltige Problembewältigungsoptimismus,
den diese Geschichten dem Leser demonstrieren.

Was ist Science Fiction ?

Die Definition der Science Fiction ist ein weitläufiges Problem. Schlägt man
in einer Enzyklopädie unter " Science Fiction " nach, so findet man dort wohl
Definitionen wie : ... die Science Fiction, Wissenschaftsdichtung, Zukunfts -
romane, in denen vorausgeahnte oder erdachte technische und wissen -
schaftliche Erfindungen im Rahmen einer spannenden Handlung eine ent -
scheidende Rolle spielen .... .
Doch ist diese Definition wohl kaum geeignet, den Begriff der SF zu be -
schreiben.
Der Begriff Science Fiction wurde in den 20er Jahren von dem Deutschamerikaner
Hugo Gernsback, dem Begr√ľnder des ersten SF - Magazines " Amazing Stories", ge -
prägt.
"Science" signalisiert hierbei das Wissenschaftliche, Rationale, Sachlichkeit und N√ľchtern -
heit und technische Planung.
"Fiction" hingegen verweist auf das Nicht - Rationale, Emotionale, Imaginative, also eben
auf die Phantasie des Menschen.

Der Begriff "Science Fiction" wird hier, angesichts der Tatsache, dass es eine allgemein g√ľltige Definition von SF weder gibt noch geben kann, bewu√üt weit gefa√üt.
Als Urspr√ľnge der SF werden die Tradition der Utopie (der von bestimmten historischen
Verhältnissen her gedachte Idealzustand menschlichen Zusammenlebens), die phantastische
Unterhaltungsliteratur, die " gothic novels" des 18. und 19.Jahrhunderts und die Schauer -
romane der Romantik betrachtet.


Historische Vorl√§ufer der modernen SF werden hier ebenso einbezogen, wie spezielle Ausp√§gungen des heutigen Genres. Auf diese Weise hat der antike Autor Lukian mit seiner Mondreiseerz√§hlung ebenso einen Eintrag erhalten, wie die klassischen Utopisten vom Schlage eines Thomas Morus oder fr√ľhe Verfasser von Anti - Utopien.
Die erste Bl√ľtezeit der SF war zwischen den Weltkriegen ( 1920 - 1940 ), Autoren wie
Isaac Asimov, A.C. Clarke kennzeichnen diese Epoche der SF - Literatur vor allem durch
die positive Sicht der naturwissenschaftlichen Entwicklung.
Anfang der 60er Jahre wurden von zahlreichen Autoren soziale und gesellschaftliche
Komponeneten in ihre Werke eingebunden. Vor allem James Graham Ballard gehörte zu den
bekanntesten Vertretern der " New Wave ", denen die bisherige Genre - Werke zu stereotyp
und trivial erschienen.
Die letzte Entwicklungsphase der SF war in den 80er Jahren. William Gibson schuf mit seiner
Neuromancer - Triologie den Cyberpunk. Gibson erfand den Outlaw des 21.Jahrhunderts und seine Pr√§rie, die postatomare M√ľllhalde. Tote, deren Bewu√ütsein in Gro√ürechenanlagen weiterleben,Voodoo - Zauber im Cyberspace, Babystrich und machthungrige Daten - Mafia,
Menschen, die l√§ngst durch Cyberware (= k√ľnstliche Computerimplantate) zu "Terminatoren"
geworden sind. Kurz, ein neues Genre der SF, das mit dem Cyberspace als Geburtshelfer neuen
Ufern entegegensteuert.
Die größte Aufgabe der SF - Literatur ist wohl die Vermittlung von Naturwissenschaftlich - Technischem, politischen Ideen und deren Verwirklichungen, Staats,Regierungs - und Gesell -
schaftsformen ebenso aber das Aufbringen der Fragen nach den negativen Auswirkungen oder
den Veränderungen, die solche Entwicklungen mit sich bringen könnten.



Interpretation und Analyse der Science Fiction



Die SF - Literatur stellt ein Geschehen dar, das unserer unmittelbaren gesellschaftlichen Rea -
lität enthoben ist. Die Handlung spielt meistens in einer anderen Zeit, in einer anderen Umgebung und im Umgang mit außerirdischen Lebewesen, weshalb die SF auch
" Literatur der erkenntnisbezogenen Verfremdung " genannt wird.
Die außerirdische, der Menschheit zeitlich entfernte Welt ( Zukunft, Weltraum, andere Planeten) und die Außerirdischen dienen

o) als Spiegel f√ľr den Menschen
o) als Erkenntnisinstrument seiner selbst.

Dadurch wird Lesen, Reflektieren und Erkennen ohne individuelle Emotionalität ermöglicht.
Durch die Verfremdung ergeben sich die M√∂glichkeiten der Kritik, der offenen Entw√ľrfe
und Denkmodelle.
Die Science Fiction ist eine futuristische Vorausschau. Sie dient der Prognostik im Sinne des
Antizipierens zum Zwecke

o) des Ausprobierens gedanklicher Möglichkeiten
o) aufklärender Information
o) warnender Argumentation
o) abenteuerlichen Spiels.


Utopien, Fantasy, Vorhersehung - ein Versuch der Ordnung

Die SF - Literatur ist als literarisches Genre zwischen Utopie, " Fantasy " und Märchen
angesiedelt. Roman und Kurzgeschichte werden von den Autoren als häufigste Form ge -
wählt. Sie kann als Satire, Parabel, Groteske oder Humoreske erscheinen, metaphorische,
m√§rchenhafte oder essayistische Z√ľge tragen.

Textprobe : .... Offenbar ein jeder hatte irgendein Aufnahmegerät dabei - Video, Holo,
einige wenige auch Simstim - Ger√§te am G√ľrtel - aber ansonsten sahen sie
nicht gerade viel nach Geld aus.
Sie sah Prior einen Creditchip √ľber den Tisch zu der Frau mit dem Namens -
schild schieben, die ihn nahm und durch einen Metallschlitz f√ľhrte.......
(W.Gibson, Mona Lisa Overdrive, S101, Kap.11)

Will man die SF in Gruppen unterteilen, so kann man, wie Kenner des Genres wissen, davon ausgehen, dass es drei große Gruppen der SF - Literatur gibt.

Einerseits sei hier die klassische Form der Utopie bez√ľglich gesellschaftlicher Ver√§nderungen genannt, die alle zum Ziel haben, eine Ver√§nderung der menschlichen Gesellschaftsordnung entweder zum Guten oder zum Schlechten zu beschreiben. Diese Visionen sollen den Leser zum Nachdenken animieren, wie leicht es doch sein kann, die Spezies Mensch in bestimmte Rollenmuster und Verhaltensschemata zu zw√§ngen.

George Orwell
(1903 - 1950)

1984

Im Jahre 1984 ist die Welt in drei große Machtblöcke aufgeteilt: Ozeanien, Eurasien und
Ostasien, politische Systeme die sich auf fatale Weise gleichen. Um innenpolitischen
Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, f√ľhren diese st√§ndig " Schein - Kriege " mit wechseln -
dem Vorzeichen gegeneinander, um so ein perfektes Unterdr√ľckungssystem zu garantieren,
das ganz auf die Aussschaltung der Individualität des einzelnen ausgerichtet ist. Eine riesige
Propagandamaschinerie macht ständig auf den Staat - " den großen Bruder " - aufmerksam, dem
auch nicht die geringste Begebenheit im Privatleben seiner B√ľrger entgeht.
In dieser Welt lebt der kleine Angestellte Winston Smith, der sich berufsbedingt an den ständig
wiederkehrenden Geschichtsschreibungen beteiligt, denn alle historischen Ereignisse m√ľssen, je
nachdem, wie die politischen Fronten gerade verlaufen, immer neu geschrieben werden und den gegenwärtigen Verhältnissen angepaßt werden, was bis hin zur Fälschung uralter Verträge
und Dokumente geht. Smith hat ernste Zweifel an dem System, heuchelt aber nach außen hin
Loyalit√§t, damit die Agenten der " Gedankenpolizei" nicht auf ihn aufmerksam werden. In seiner von Kameras √ľberwachten Wohnung gibt es ein Pl√§tzchen, das von keiner Kamera er -
reicht werden kann. Dort sitzt er h√§ufig und f√ľhrt ein Tagebuch. Seine Liebe zu dem M√§dchen
Julia gibt ihm die Kraft, seinen Alltag durchzustehen. Mit ihr fl√ľchtet er sich in die Winkel, die
er noch unbeobachtet glaubt. Aber man entdeckt sie. Sie werden getrennt und den psychischen
Foltermethoden des Parteiapparates ausgesetzt.
Winston verlässt die Folterburg der Partei als seelisch gebrochener Mann, er hat Julia, seine
Geliebte verraten, eine Tatsache mit der er nicht fertigwerden kann.
1984 ist von allen SF - Romanen der bekannteste. Mit ihm ging Orwell in die Geschichte der
Literatur ein. Der Roman, eine beklemmende und furchteinflößende Anti - Utopie, ist eines

der leidenschaftlichsten B√ľcher gegen die Unterdr√ľckung des einzelnen durch einen anonymen
Staat. Obwohl auf die damalige UdSSR unter Stalin gem√ľnzt, erfuhr der Roman durch die
Jahrzehnte immer wieder Neubewertungen und gilt als Warnung vor zuviel Staat schlechthin.
Seine Aktualität hat angesichts von Atom - Mächten und den elektronischen Überwachungs -
m√∂glichkeiten nichts eingeb√ľ√üt, eher dazugewonnen. 1980/1981 kam 1984 erneut in die
deutsche Bestsellerliste.




Anthony Burgess
geb. 1917

A Clockwork Orange
( 1962 dt.Uhrwerk Orange 1974, verfilmt von Stanley Kubrick)

F√ľr den Jugendlichen Sch√ľler Alex gibt es nur ein Vergn√ľgen : die Gewalt. Wenn er mit
seiner wei√ügekleideten Bande durch die Stra√üen des zuk√ľnftigen London zieht, bleiben
stets zusammengeschlagene M√§nner und gesch√§ndete Frauen zur√ľck. Einmal, als er ein
Mädchen erschlägt, wird er erwischt. Ihm droht lebenslange Haft. Um ihr zu entgehen,
meldet er sich freiwillig f√ľr ein Experiment. Eine Gehirnw√§sche " heilt " ihn und macht
ihn zu einem "brauchbaren" Mitglied der Gesellschaft. Von nun an ist Alex unfähig,
Gewalttaten zu begehen, denn sobald er auch nur die Hand hebt, bef√§llt ihn w√ľrgende
Übelkeit. Beethovens Musik, die er vor der Gehirnwäsche verehrte, lässt ihn nun ( als eine
Nebenwirkung der Behandlung) allergisch reagieren. Der erfolgreiche Versuch wird von der
britischen Regierung f√ľr Propagandazwecke genutzt, aber als Alex die Freiheit wieder hat,
wird sie f√ľr ihn zum Alptraum. Seine ehemaligen Kumpane sind nun bei der Polizei und schlagen ihn jetzt auf " legale Weise " zusammen. Halbtot schleppt er sich in das Haus eines
seiner fr√ľheren Opfer, eines gel√§hmten Schriftstellers, der ihn zun√§chst nicht erkennt.
Als Alex' Retter jedoch erkennt, wen er da unter seinem Dach beherbergt, benutzt er den
Jungen als Druckmittel gegen die Regierung, die er haßt. Er sperrt Alex in die Dachkammer
und quält ihn solange mit Beethoven - Musik, bis er aus dem Fenster springt und sich schwer
verletzt. Die Regierung macht die Gehirnw√§sche wieder r√ľckg√§ngig, von nun an ist Alex wieder der alte.

Burgess verweist in seinem Roman, ähnlich wie Orwell, auf die Möglichkeiten der herrschenden Macht, den Willen eines (oder mehererr) Menschen so zu lenken, dass dieser
keinen eigenen Willen mehr kennt. Ein Mensch, dem man die Willenskraft nimmt, sich
zwischen Gut und Böse zu entscheiden, ist nicht automatisch gut, sondern in erster Linie
kein Mensch mehr. Der Mensch sei ein Mikrokosmos, organisch wie eine Frucht (=Orange).
Nimmt man an ihm eine Gehirnwäsche vor, wird er zu einem mechanischen Geschöpf,
also wie ein Uhrwerk.

* * * *

Zum anderen sei hier die unterhaltende Dichtung der SF genannt, deren Ziel es ist, den Leser zu anderen Welten, seien diese nun Lichtjahre von der Erde entfernt, oder als Parallelwelten zu unserer existenten, zu entf√ľhren. Diese Richtung der Science Fiction z√§hlt auch zu der Aus - pr√§gung des Genres, das wissenschaftliche Errungenschaften in den Vordergrund stellt, und dem Leser das Umgehen der Romanhelden mit eben diesen Errungenschaften und den damit verbundenen Problemen n√§herbringt. Doch diese fantastische Dichtung zeigt auch, wie wenig die Menschen bisher begriffen haben, dass sie an ihrem Forscherdrang immer wieder scheitern.


Isaac Asimov
geb 1920

I, Robot
(1950, dt. Ich, der Robot, 1952)

Der Episodenroman I,Robot umfaßt neun Stories, die in den Jahren 1940 - 1950 veröffentlicht
wurden. Der Erzähler sucht im Jahre 2057 die Roboterpsychologin Dr.Susan Calvin auf, die
während ihrer Berufsjahre hautnah die Entwicklung der Roboter miterlebt hat. Sie berichtet
ihm, wie seit ihrem Arbeitsantritt in der Firma U.S.ROBOTS, im Jahre 2008, die Roboter Schritt f√ľr Schritt verbessert wurden und erz√§hlt Episoden, die diese Entwicklungen veran -
schaulichen. In " Liar ! "(1941) stellt Asimov erstmals seine ber√ľhmten drei Regeln der Robotik auf :

1.) Ein Roboter darf kein menschliches Lebewesen verletzen oder durch Untätigkeit gestatten,
dass einem menschlichen Lebewesen Schaden zugef√ľgt wird.
2.) Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen, es sei
denn, ein solcher Befehl w√ľrde mit Regel (1) kollidieren.
3.) Ein Roboter muss seine Existenz sch√ľtzen, solange dieser Schutz nicht mit Regel (1) oder
(2) kollidiert.

Um die Problematik dieser drei Regeln sind fast alle Episoden gelagert. In " Runaround ", das
auf dem Planeten Merkur spielt, hat der Robot Speedy durchgedreht. Unabl√§ssig rennt er um einen Selent√ľmpel herum. Er war von den Spezialisten Powell und Donovan ausgeschickt worden, um etwas Selen zu beschaffen, aber ein ganzer T√ľmpel davon stellt f√ľr ihn eine Ge -
fahrenquelle dar. Regel (2) und (3) geraten miteinander in Konflikt. Der Robot kann sich nicht
mehr entscheiden, und erst als Donovan Regel (1) ins Spiel bringt und sich der mörderischen
Hitze aussetzt, ist der Roboter gezwungen, den Menschen zu retten und seinen sinnlosen Rundlauf zu beenden.
In Liar ! z.B. kann ein Robot wegen eines technischen Fehlers plötzlich die Gedanken der Menschen lesen. Um aber Regel (1) nicht zu mißachten, erzählt er von nun an den Menschen
nicht mehr die Wahrheit, sonder nur noch das, was sie hören möchten.

Jede Einzelstory Asimovs ist gut durchdacht, der Band stellt als Ganzes einen Meilenstein in der SF - Literaturgeschichte dar.


A.C.Clarke
geb 1917

A Space Odysse
( 1968,dt. 2001 - Odyssee im Weltraum, 1969)


Als die Vorfahren der Menschen vom Aussterben bedroht sind, greifen geheimnisvolle Außer -
irdische ein. Sie senden einen r√§tselhaften schwarzen Monolithen zur Erde hinab, √ľber den sie
dem Menschenaffen jene agressive Intelligenz vermitteln, die ihn befähigt, seinen Siegeszug durch die Evolution anzutreten.
Einen zweiten Monolithen entdecken Raumfahrer auf dem Mond. Er liegt seit vier Millionen
Jahren in dem Mondkrater Tycho, der zum Einflußbereich einer amerikanischen Mondbasis
gehört. Die Amerikaner halten die Sache geheim, schirmen das Gebiet ab, indem sie eine Quarantäne wegen einer angeblichen Epidemie verhängen und ziehen Experten hinzu. Als der
Monolith, aus dem Kraterboden ausgegraben, wieder vom Sonnenlicht bestrahlt wird, sendet er in Richtung Jupiter einen Signalton ins All ab. Er war offenbar nichts anderes als eine mit
Sonnenenergie betriebene Sendeanlage unbekannter Herkunft.
18 Monate danach startet das Forschungsraumschiff " Discovery " Richtung Jupiter. An Bord
befinden sich zwei Astronauten, drei in Tiefschlaf versetzte Wissenschaftler und der Schiffs -
computer HAL 9000, der der eigentliche Lenker der "Discovery" ist. Unterwegs stellt sich heraus, dass der Computer beginnt, eine Pers√∂nlichkeit zu entwickeln und √∂fters widerspr√ľchliche Informationen liefert. Man erw√§gt ihn auszuschalten. HAL h√∂rt jedoch das
Gespräch der beiden Astronauten ab und beginnt gegen seine " Herren " zu revoltieren. Er
schaltet die Lebenserhaltungsfunktionen der Wissenschaftler ab und tötet einen Astronauten.
Bowman, der die Angriffe des Computers √ľberlebt erreicht letztendlich doch sein Ziel : die
Computer - Zentrale, in der er die Funktionen von HAL ausschaltet. Als HAL " stirbt ", erfährt
Bowman √ľber eine Bandaufzeichnung den wahren Zweck der Mission, n√§mlich nicht, so wie
ihm gesagt wurde, den einer Forschungsmission, sondern den dezitierten Befehl, nach dem
Empfänger des Signales des Mondmonolithen zu suchen.

Auch hier wieder kommt die Problematik der menschlich - technischen Beziehung zum Vorschein. Bedingt dadurch, dass dem Computer das wahre Ziel der Mission bekannt war, er
aber die Astronauten davon nicht in Kenntnis setzen durfte, also " l√ľgen " musste, eine Funktion auf die er nicht programmiert war, begannen seine Fehlfunktionen.

Tats√§chlich taucht beim Jupiter auch ein Monolith auf, aber dessen Ausma√üe sind gewaltig. Er stellt sich als eine Art Sternentor, Dimensionstor heraus, durch das Bowman eine unwirkliche andere Welt erreicht in der er in k√ľrzester Zeit altert und stirbt, dann aber als astraler F√∂tus wiedergeboren wird. In seiner neuen Form, dem sog. " Astralk√∂rper " kehrt er zur Erde zur√ľck und verhindert dort die atomare Selbstausl√∂schung der Menschheit.

* * * * * * *

Als letztes Genre der modernen Science Fiction sei hier noch die Fantasy - Dichtung genannt, bei der die Übergänge zur klassischen SF wohl mehr als fließend sind. Denn gerade die Fantasy - Romane passen weder in die klassisch - historische Literatur der Welt des Mittelalters,
noch in die hochmoderne technologisierte Welt von heute.
Auch ist es schwer, von Fantasy - Dichtung zu sprechen, denn es kommt immer auf die Zeit an, in der der Leser lebt. Denn in welche Kategorie, sofern es welche gibt, h√§tte man damals Jule Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde" eingeordnet, und in welche Kategorie w√ľrde sie heute passen ?


Lukian
(ca 120 - 180 n Chr. !!)
vollständiger Name nicht bekannt

Geboren in Samosata, weshalb er auch L. von Samosata genannt wurde. Lukian war
syrischer Grieche. Er betätigte sich als Advokat in Antiochien, bereiste dann die
Welt, studierte Philosophie in Athen, war schlie√ülich Prokurator in √Ągypten, wo er
auch starb.


Unter seinen rund 80 hinterlassenen Schriften ( in griechisch und latein) - vor allem
sophistische Götter -, Toten - und Hetärengespräche - befindet sich auch ein
pr√§ - utopisches Werk √ľber eine Reise zum Mond !


Johannes Kepler
(1571 - 1630)

Geboren in der Stadt Weil, W√ľrttemburg. Astronom und Gehilfe Tycho Brahes in Prag
und nach dessen Tod Hofastronom und Mathematiker Rudolfs II.
Interessant f√ľr die Science Fiction ist Keplers Werk SOMNIUM, das von einem Traum
Keplers berichtet. In seinem Kern ist das Buch eine wissenschaftliche Beschreibung der
Mondoberfläche. Die Handlung, wie nämlich Durocatus, ein Student Tycho Brahes und
dessen Mutter durch Hexerei auf den Mond kommen, ist dabei Nebensache. Den Ab -
schluß dieses Berichts bilden Spekulationen Keplers, wie Leben auf dem Mond nach
den damaligen Erkenntnissen auszusehen hätte.
Nicht zuletzt dadurch wurde SOMNIUM zu einem bedeutenden SF - Vorläufer.



Jules Verne
(1828 - 1905)

Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer
( Vingt mille lieuses sous les mers, 1870, dt.Titel 1874)

Auf dem Meer kommt es zu seltsamen Begegnungen von Schiffen mit einem geheimnisvollen
Objekt. Die Amerikanische Regierung r√ľstet darauf hin ein Schiff aus, mit dem das seltsame
Objekt gejagt und erforscht werden soll. Auf diesem Schiff befindet sich auch der Pariser
Professor Aronnax, sein Assistent Conseil und der kanadische Walfänger Ned Land.
Auf der Suche nach diesem mysteriösen Objekt wird das Forschungsschiff von diesem
gerammt. Der Wissenschaftler und seine Freunde √ľberleben die Kollision und werden von
Menschen, die aus diesem schwimmenden Objekt steigen, gerettet. Sie bleiben dort an Bord
dieses Unterseebootes, der " Nautilus ", als Gefangene und erleben gemeinsam mit dem
Kapitän des U - Bootes, Kapitän Nemo zahlreiche Abenteuer.

In diesem Werk beschreibt Jule Verne besonders gelungen die Unterwasserlandschaft,
erzählt davon, wie sich Menschen (die Besatzung der Nautilus) von unterseeischen
Fr√ľchten wie Seetang und Muscheln ern√§hren, dokumentiert erstmals die Reise in einem
Schiff, welches es zu seiner Zeit noch nicht einmal gegeben hat und beschreibt die Antriebs -
technik dieses Unterseebootes, spricht dabei von einer unendlich großen, aber auch gefährlichen Energiequelle (= Atomantrieb).
Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer wurde mehrmals mit verschiedenen Titeln verfilmt
und gehört wohl zu den bekanntesten Werken der fantastischen Literatur.



* * * * * *







Weitere bekannte Autoren und ihre Werke

Aleksej N. Tolstoj - Geheimnisvolle Strahlen

Thea von Harbou - Metropolis
(verfilmt von Fritz Lang,1925)

Frank Herbert - DUNE - Zyklus
( DUNE, Dune Messiah, Children of Dune)

George Lucas - Star Wars Trilogie (urspr√ľnglich Drehb√ľcher, Filmstories)
( Star Wars, The Empire Strikes Back, Return of the Jedi)

H.G. Wells - Krieg der Welten
- Die Zeitmaschine
- Der erste Mensch im Mond

Aldous Huxley - Schöne neue Welt

A.E. van Vogt - Die Expedition der Space Beagle

Michael Ende - Momo
- Die unendliche Geschichte
Otto Basil - Wenn das der F√ľhrer w√ľ√üte (Satire)

Stanislav Lem - Eden
- Cyberiada
- Sterntageb√ľcher

John Boyd - The Last Starship From Earth

Frederic Brown - Martians Go Home (Satire)

A.C. Clark - Childhoods'End
- Imperial Earth

Pierre Boulle - Planet der Affen

H.W. Franke - Die Glasfalle
- Der Elfenbeinturm
- Zone Null

Hermann Hesse - Das Glasperlenspiel

E.T.A Hoffmann - Der Sandmann





Stephen King - Carrie
- IT (ES)
- The Stand

Thomas Morus - Utopia
Edward Bellamy - Looking Backward 2000 - 1887

Edgar A. Poe - House of Usher
- Die Maske des roten Todes

Mary Shelley - Frankenstein
- The Last Man

Arkadij &
Boris Strugackij - Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein

J.R.R Tolkien - Der Hobbit
- Herr der Ringe


W. Gibson - Neuromancer
- Biochips
- Mona Lisa Overdrive

Alan D. Foster - Die Glockenbäume

Robert A. Heinlein - Ein Mann in einer fremden Welt

Jolen Wyndham - Die Triffids

























Bibliographie/ Quellennachweis:


Reclams Science Fiction F√ľhrer,
Unterlagen Prof. B. Kirschner,
Phantastische Bibliothek, Suhrkamp
Fantasy, SF - Filme, Goldmann

B√ľcher : George Orwell, 1984
Jule Verne, 20.000 Meilen unter dem Meer
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
W. Gibson, Mona Lisa Overdrive
Isaac Asimov, Ich, der Robot

Filme : S. Kubrick / 2001 - A Space Odysse
S. Kubrick / A Clockwork Orange
R.Scott / Alien
G.Lucas / Star Wars
P.Finch / Dune


Abblidungen :

Cover : H.R. Giger, Harkonen (Dune)
R√ľckseite : H.R. Giger, Alien(Alien)




Zusammenfassung

Begriff, Geschichte, Rezeption, ...

SCIENCE FICTION/ UTOPIE

Begriff

Der Begriff SF wurde in den 20iger Jahren von dem Deutschameri -
kaner Hugo Gernsback, dem Begr√ľnder des ersten SF - Magazins
"Amazing Stories", geprägt.
"Science" signalisiert Wissenschaft, Rationalität, technische
Planung, Sachlichkeit und N√ľchternheit
"Fiction" verweist auf das Nicht - Rationale, Emotionale, Imagi -
nitive, auf die Phantasie.
Als Urspr√ľnge der SF werden die Tradition der Utopie (der von
bestimmten historischen Verhältnissen her gedachte Idealzu -
stand menschlichen Zusammenlebens), die phantastische Unter -
haltungsliteratur, die "gothic novels" des 18. und 19. Jhdts
und die Schauerromane der Romantik.
So kennzeichnen diese Literatur das Okkult - Tiefgr√ľndige, das
Gruselig - Schauderhafte und Unbegreifliche, es finden sich
aber auch m√§rchenhafte Z√ľge, Z√ľge des klassischen Helden -
und Ritterromans, des Bildungsromans, mystische und mytholo -
gische Z√ľge.

Gattung

Die SF - Literatur ist als literarisches Genre angesiedelt zwi -
schen Utopie, "Fantasy" und Märchen.
Roman und Kurzgeschichte werden von SF - Autoren als häufigste
Form gewählt. Sie kann als Satire, Parabel, Groteske oder Humo -
reske erscheinen, metaphorische, märchenhafte oder essayisti -
sche Z√ľge tragen.

Klassiker und Begr√ľnder

Jules Verne: (1828 - 1905)

Bei seinen Romanen handelt es sich in erster Linie um Reise -
beschreibungen in vertrauter irdischer Atmosphäre und in der
Tradition des romantischen Abenteuerromans.

H.G.Wells: (1866 - 1946);

Ihm geht es um das soziale und gesellschaftliche Zusammenle -
ben (z.B. der Mondbewohner) unter dem Aspekt ihrer Bedeutung
f√ľr den Menschen. Wells versteht sich nicht nur als Roman -
cier, sondern vor allem als Reformer und utopischer Sozia -
list.

Kurd Laßwitz: (1848 - 1910)

Er ist philosophisch orientiert. Als Mathematiker besitzt er
die nötigen naturwissenschaftlich - technischen Kenntnisse,
zudem ein hohes Maß an Einfallsreichtum.

Gemeinsame wesentliche Z√ľge

* naturwissenschaftlich - technische Prognostik
* Zukunftsoptimismus
* das Ausgreifen des Menschen √ľber die Erde hinaus in den
Weltraum
* die Begegnung mit fremden Intelligenzen, die dem Menschen
positiv oder negativ gegen√ľberstehen
* die Auseinandersetzung mit Problemen gesellschaftlicher,
philosophischer und metaphysischer Art
* Neigung zu klischeehafter Darstellung und Einbindung des
bisher Benannten in abenteuerliche, spannende Sujets

Neue Akzente: Antiutopien

Evgenij I. S(Z)amjatin: (1884 - 1937); "Wir" (1920)

Aldous Huxley: (1894 - 1963); "Schöne neue Welt" (1932)

George Orwell: (= Eric Blair, 1903 - 1950); "1984" (1949)

* Kultur - und Technikpessimismus
* Angst vor gesellschaftlicher Entfremdung

SF - Magazine/ - Hefte

Das SF - Magazins "Amazing Stories" von Hugo Gernsback bildete in
den 20iger Jahren den Anstoß zu einer Reihe von ähnlichen Pulp -
Magazinen (pulp= breiige Masse mit größeren od. kleineren
Fruchtst√ľcken zur Marmeladeherstellung) und von "fanzines", die
von der aktiven SF - Leserschaft gegr√ľndet und mit Autoren ge -
meinsam betrieben wurden und werden. Eine vergleichbare Er -
scheinung in Deutschland ist der "Perry Rhodan" - Club mit seiner
eigenen Erscheinung.
Die Massenproduktion in Heftform begann gegen Ende des 19.
Jhdts. Der größte Erfolg ist und bleibt "Perry Rhodan", eine
Heftreihe, die seit 1961 im Aufwind der Sputnik - und Weltraum -
euphorie zur auflagenstärksten Serie auf dem SF - Markt avan -
cierte, geschickt gesteuert vom Pabel - Moewig Verlag, wobei
allein die Erstauflage ca. 150 000 Exemplare erreicht.
PR ist ein gewaltiger Fortsetzungsroman. Die Titelfigur,
einst Kommandant der ersten amerikanischen Mondexpedition,
lernt von den dem Menschen weit √ľberlegenen Arkoniden Wis -
senschaft und Technik und erlebt als "Administrator des So -
laren Imperiums" unzählige Weltraumabenteuer, in denen na -
turwissenschaftliche und technische Phantastereien als
spannungserhöhendes Element eingesetzt werden. Rhodans Ziel
ist es, in einer durch fremde Lebewesen aus dem All bedroh -
ten Welt Frieden zu stiften.
Verfaßt wird diese Serie von einem Autorenteam.
In den Pulp - Magazinen stehen die trivialen SF - Formen in sehr
enger Ber√ľhrung mit ernstzunehmender SF - Lit.

SF - Literatur (histor.)

1.Bl√ľtezeit: zwischen den beiden Weltkriegen.

Asimov, Bradbury, A.C.Clarke, R.A.Heinlein, C.Kornbluth,
S.Sturgeon, A.E.van Vogt, Weinbaum, Hans Dominik. Neben den
USA und England spielte und spielt die SF - Literatur auch in
Polen, der Tschechoslowakei und besonders in der Sowjetunion
(Dnjeprow, A.Tolstoi, Samjatin; heute: Dudinzwew, Nemzow,
Sawtschenko, die Br√ľder Strugazkij) eine gro√üe Rolle.
Kennzeichen dieser SF - Literatur ist die positive Sicht der
naturwissenschaftlich - technischen Entwicklung, die stets
positive menschliche Selbstverwirklichung, der Anthropozen -
trismus.

Nach 1945

BRD: H.W.Franke.
Anfang der 60iger Jahre: Ber√ľcksichtigung des sozialen und
gesellschaftlichen Raumes, Anwendung experimenteller Dar -
stellungsformen: Aldiss, Ballard, Moorcock; Deutschland:
W.Jeschke, J.vom Scheidt.
"Hohe Literatur": Samjatin, Huxley, Orwell; England: Olaf
Stapledon ("Last and first Men", 1930).
Ausnahmestellung: Pole: Stanislaw Lem ("Sterntageb√ľcher",
"Solaris", "Der Pilot Pirx", "Der Unbesiegbare", "Roboter -
märchen")

Einzelne Autoren: -> reclam, Lit_Spez


Rezeption

Jährliche Wachstumsrate in der SF - Literatur wird auf 14 bis
15 % geschätzt.

Gr√ľnde f√ľr diese Entwicklung

* das Abenteuerlich - Spannende der SF - Literatur
* das Gigantomanische des Dargestellten
* die wissenschaftlich - technische Entwicklung der Gegenwart
mit Raumfahrt und Mondlandung
* das Interesse an phantastischen, außerhalb unserer realen
Welt liegenden Erlebnissen, die aber denkmöglich sind
* das Interesse f√ľr technische und wissenschaftliche Phanta -
sien
* das von der gesellschaftlichen und politischen sowie der
realen persönlichen Situation Ablenkende dieser Literatur
* der Fortschrittsglaube und Wissenschaftsoptimismus, den
diese Literatur ausstrahlt
* das anthropozentrische Denken und die Demonstration mensch -
licher Überlegenheit im Vergleich zu außerirdischen Lebewe -
sen
* das happy end der meisten SF - stories und der gewaltige Lö -
sungs - und Bewältigungsoptimismus, den diese Geschichten
dem Leser demonstrieren
Funktionen:
Durch ihre Realit√§tsferne erf√ľllt die SF - Literatur in beson -
derer Weise
* Ablenkungs - ,
* Unterhaltungs - ,
* Traum - und Imaginationsfunktion.
Der Leser f√ľhlt sich vom "Diesseits seiner Probleme" befreit,
in eine andere Welt versetzt. Insofern kann man die SF -
Literatur als "Fluchtliteratur" bezeichnen.
Vermittlung des Naturwissenschaftlich - Technischen:
* Stolz und Begeisterung bez√ľglich menschlicher Leistungsf√§ -
higkeit (√úberlegenheit des Menschen)
* √Ąngste und Gef√ľhle des Ausgeliefertseins (Technik und Fort -
schritt als "Teufelswerk").
Vermittlung von politischen Ideen und ihre Verwirklichung,
Staats -, Regierungs - und Gesellschaftsformen:
* Transportiert die SF - Literatur unreflektiert soziale, ge -
sellschaftliche und politische Vorstellungen und Realitäten
der Gegenwart in eine gänzlich andere Zukunft (durch Aben -
teuerlichkeit, Sensationsdarstellung, Erzeugung von Angst -
und Bedrohungsgef√ľhlen verhindert sie eine sinnvolle, ra -
tionale Auseinandersetzung)
oder
* f√ľhrt sie zur Bewu√ütwerdung und Bew√§ltigung gegenw√§rtiger
und zuk√ľnftiger Probleme?

Literar. Analyse
SF - Literatur stellt ein Geschehen dar, das unserer unmittelba -
ren gesellschaftlichen Realität enthoben ist.
Es spielt meistens in einer anderen Zeit (Zukunft), in einer
anderen Umgebung (Weltraum) und im Umgang mit außerirdischen
Lebewesen (Bewohnern anderer Planeten oder Sonnensysteme). ->
"Literatur der erkenntnisbezogenen Verfremdung".
Die außerird., der Menschheit zeitliche entfernte Welt und
die Außerirdischen dienen
* als Spiegel f√ľr den Menschen
* als Erkenntnisinstrument seiner selbst.
Dadurch wird Lesen, Reflektieren und Erkennen ohne individu -
elle Emotionalität ermöglicht. Durch die Verfremdung ergeben
sich die M√∂glichkeiten der Kritik, der offenen Entw√ľrfe und
Denkmodelle.
SF ist futurologische Vorausschau. Sie ist Prognostik im Sinne
des Antizipierens zum Zwecke
* des Ausprobierens gedanklicher Möglichkeiten
* aufklärender Information
* warnender Argumentation
* abenteuerlichen Spiels.

Bewertung

Abgrenzung zur Trivialliteratur

* Verhindert das Textbeispiel eine sinnvolle, rationale Aus -
einandersetzung (Sensationsdarstellung, Abenteuerlichkeit,
Erzeugung von Angst und Bedrohungsgef√ľhlen
* Welche Funktionen, welche Bed√ľrfnisse werden erf√ľllt?
* Vgl. Kriterien der Trivialliteratur.

Bibliographie

Taschenb√ľcher:
Suhrkamp: Phantastische Bibliothek
Goldmann: Fantasy, SF - Filme

Autoren -> Lt_SF (SF - Autoren)

Didakt.

SCIENCE FICTION/ Didakt.
Einstieg:
- Lesen: I.Asimov, ...
- Fragen:
* Was kann/soll SF?
* Was ist bekannt an SF - Texten, - Filmen?
* Literatur? Kunst?
- K√ľrzestgeschichte schreiben: Episode, die eure Vorstellungen
von Zukunft kompakt enthalten (Arbeitssit., Schule, Haushalt,
...)
z.B.: Mit einem leiser werdenden Summen schaltetes sich der
Noxomat ab. Clara hatte genug mit den zwei Stunden
intensivschlaf und tappte r√ľber ins bad. Surrend √∂ffnete
sich die T√ľr, die W√§rme der Temperaturst√§be umschmeichelte
ihren noch m√ľden K√∂rper. Aus den Lautsprechern des
Infoscreens tönten sanfte Melodien, ganz ihrer
morgendlichen Stimmung angepaßt. ...
Weiterf√ľhrung:
- Darstellung: Mensch - Maschine
* gut/böse
* mächtig (Über/Unterordnung)
* intelligent
* Gef√ľhlswelt
- Gesellschaftl. Organisation:
* Vereinfachung des Lebens/ Komplexität
* Polit. System:
- Diktaturen
- Triviallit.:
* vereinfachende, naive Darstellungen (Beziehungen
Mensch - Maschine)
* Auseinandersetzung mit
- Technik -> unwahrscheinliche Entwicklungen;
pseudowissenschaftl. Erklärungen
- Kybernetik
- Astronomie (s.Lem: reclam: S.91 -> Burns)
- Abenteuersucht, Spannung = dominant
- wird der Leser zum Reflektieren angeregt
- Zu Perry Rhodan:
* Inhaltlich:
- Verf√ľgungsgewalt des Menschen √ľber die Maschine
* PR: -> OLD MAN losgelöst von PR
* Steinm√ľller: Mensch = aktiv
- Erscheinungsformen von Robotern
- Staats -, Regierungssystem, ...
* Sprachlich:
- Begriffe
* PR: eigene Begrifflichkeit
* Lem: z.T. -> alles wird aber auf unsere Begrifflichkiet
r√ľckgef√ľhrt
- Spannung
* PR: linearer Spannungsaufbau
* Lem: s.S.51 und vorher
Fragen zum Text
1) Inhalt/Charaktere:
Material
(Spiegelungen 4/80 - 89)
reclam

Kopiervorlagen

Asimov: Geliebter Roboter (Teile, 1x)

Lem: Ananke (2x)

Lem: Pirx erzählt (Teile, 1x)

√Ąhnliche Themenkreise

Utopie (Themenkreise)

Horrorvisionen/ Katastrophen, Anti - Atom -

G. Pausewang: Die Kinder von Schewenborn ...; Die Wolke








SF Autoren, Sammelwerke



Asimov, Isaac: USA


Autor: (Comp., Orig., Kopie)

* 1920 in Petrowsk (Vorort von Smolensk in der UdSSR) - + April 1992 in New York.
√úbersiedlung der Familie in die USA (1923) und Einb√ľrgerung (1928). 1948: Professur f√ľr Biochemie (Biologie ?) an der Universit√§t Boston.
Ausgesprochen fortschrittsgl√§ubig, ver√∂ffentlichte er viele popul√§rwissenschaftliche Werke zur Biologie, Chemie, Physik und Astronomie. Er profilierte sich seit den 60er Jahren als Autor von sachb√ľchern f√ľr Kinder und erwachsene (Weltall ohne Grenzen, dt. 1968), schrieb auch Kriminalerz√§hlungen und Nonsense - Dichtung. Zugleich gilt er als einer der einflu√üreichsten amerikanischen Science - Fiction - Autoren. 1980 legte er dataillierte Memoiren mit einem kompletten Werkverzeichnis vor.
(reclam: SF., S.171; Der Standard, 7.4.1992, S.10)


Didakt.: Geliebter Roboter (Comp.)

I.Asimov: Geliebter Roboter:
- Lesen:
- Fragen:
1) Charakterisiere: a) Tony (Roboter) b) Claire
2) Wie läuft die Kommunikation ab (Claire - Tony)
(Claire kommt ihm immer n√§her, schreckt dann aber zur√ľck, ...)
3) H√§lt sich Tony streng an das Gesetz, oder √ľbertritt er es?
(* Kompliment an Claire (Hirn), S.18;
* Hand ber√ľhren (24)
* Liebeserklärung (26)).
4) Nach welchen Prinzipien handelt Claire?
(* weiblich instinktiv;
* mechanisch: Karriere, sie wird besser, wenn Schminke, Hausdesign, ... stimmen, dann ist auch ihr Mann mit ihr zufrieden. Larry steigt auf, wenn er in Clique der Cladys Gaffern ist)
5) Wie wird das Verhältnis Mensch - Maschine dargestellt?


I, Robot. 1950. [dt.: Ich, der Robot. 1952]


The Caves of Steel. 1954. [dt.: Der Mann von dr√ľben. 1956]


The Bicentennial Man and Other Stories. 1976. [dt.: Der Zweihundertjährige. 1978]


The Complete Robot. 1982. [dt.: Alle Robotergeschichten. Bastei - L√ľbbe, Bergisch Gladbach 1982. (28101, 541 S., DM 19.80] (Comp., Original)

Der Zweihundertjährige:
Ein normaler Roboter entwickelt kreative F√§higkeiten, pa√üt sich immer mehr dem Menschlichen an (entwirft f√ľr sich ein Verdauungssystem, ...), fordert f√ľr Roboter menschen√§hnliche Gesetze, die er auch durchsetzt und l√§sst als letzte Operation zu, dass er sogar altern kann, wodurch er dann auch stirbt.
(Gelesen Sept. 92, Bibl. Liesing)


Norby the Mixed - Up - Robot. 1983.


Norby and the Invaders. 1985.


Nightfall.


Ballard, J.G.:


Billennium. Suhrkamp. (st 896, DM 10. - )

* 1901, + 30.9.1990


Clarke, Arthur C.


2001 - Odysee im Weltraum. Heyne. (06/3259, DM 9.80. - )

* 1901, + 30.9.1990


Clayton, Jo:


Unter Sternenjägern. Moewig. (3765 - 6, DM 9.80. - )

* 1901, + 30.9.1990


Foster, Alan Dean


Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt. Heyne. (06/3722, DM 7.80. - )

* 1901, + 30.9.1990


Filme


Dr. Who


Dicks, Terrance:


Dr. Who und das Komplott der Daleks. Goldmann. (23612, DM 8.80)


Kampfstern Galactica


Larson, Glen A./Thurston, Robert:


Knight Rider


Larson, Glen A./Hill, Roger:


Raumschiff Enterprise


Blish, James:


Raumschiff Orion


Kneifel, Hanns:


Star Wars


Lucas, George:


Die Außerirdischen


Crispin, A.C.:


Frank, Herbert:


Der W√ľstenplanet. Heyne. (06/3108, DM 12.80. - )

* 1901, + 30.9.1990


Franke, Herbert W.: A


Autor: (Comp.)

* 1927 in Wien
Dr.phil., Physiker. Lebt in Deutschland. Gilt international als anspruchsvollster deutschsprachiger SF - Autor. Warn vor Verselbständigung und Pervertierung des naturwissenschaftlich - technischen Fortschritts.
(reclam)


Der gr√ľne Komet. Suhrkamp, 1964. (st 1628, DM 10. - )


Zone Null. Suhrkamp, 1970. (st 585, DM 8. - )


Ypsilon Minus. Suhrkamp, 1976. (st 358, DM 9. - )


Sirius Transit. Suhrkamp, 1979. (st 730, DM 6. - )


Gibson, W.: USA


Autor: (Comp.)


Neuromancer. Heyne, 1987. [Neuromancer. 1984] (Comp.)

Gibson hat den Outlaw des 21. Jhdt. erfunden, und seine Pr√§rie, die postatomare M√ľllhalde. Er erfand "Cyberpunk": Tote, deren Bewu√ütsein in einem Gro√ürechner weiterlebt, armselige Gro√üstadtindianer mit billigen Coputerimplantaten, R√§uber und Gendarm spielen im Datendschungel.
(Kurier, 4.1.94, S.26)


Cyberspace.


Biochips.


Mona Lisa Overdrive.


Virtuelles Licht. Verlag Zweitausendeins, 1993. (Comp.)

Los Angeles im Jahr 2005. Psychodrogen und Todessatelliten.
Trostlosigkeit. Das Leben ist immer noch die Hölle, aber die Hölle ist Alltag geworden.
(Kurier, 4.1.94, S. 26)


Lem, Stanislaw: POLEN


Autor: (Comp, Kopie)

* 12.9.1921 in Lwów (Lemberg), Polen.
Mediziner und Philosoph. Lebt heute in Krakau. Er studierte Medizin und war nach dem Staatsexamen als Assistent f√ľr Probleme der angewandten Psychologie t√§tig. Privat besch√§ftigte er sich mit Problemen der Kybernetik, der Mathematik und √ľbersetzte wissenschaftliche Publikationen. Er ist Gr√ľnder der polnischen astronautischen Gesellschaft. Seit 1973 liest Lem als Dozent am Lehrstuhl f√ľr polnische Literatur an der Universit√§t Krakau. 1955 wurde er mit dem Goldenen Verdienstkreuz ausgezeichnet, 1978 erhielt er den Gro√üen Staatspreis f√ľr Literatur (?). 1985 wurde er mit dem Gro√üen √Ėsterreichischen Staatspreis f√ľr Europ√§ische Literatur ausgezeichnet.
Gilt wegen seines mit wissenschaftlicher Strenge verbundenen Reichtums an Phantasie weltweit als der bedeutendste Science - Fiction - Autor der Gegenwart.
Neben B√ľchern zur Kybernetik ("Summa technologiae"), 1964, dt. 1976) und Literaturtheorie ("Fantastyka i Futurologia", 1964, dt. "Phantastik und Futurologie", 1977) schrieb er eine gro√üe Anzahl wissenschaftlich - phantastischer Erz√§hlungen und Romane, die in einer Gesamtauflage von mehreren Millionen erschienen, in √ľber 30 Sprachen √ľbersetzt und zum Teil verfilmt worden sind. Lem begreift die Science Fiction als M√∂glichkeit, den sozialen und moralischen Implikationen der Kybernetik nachzusp√ľren.
(Reclam SF, Der Standard, 30.8.1991, A7)


Dzienniki gwiazdowe. 1957. [Sterntageb√ľcher. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1973.] (st 570, DM 12. - ) (Kopie)

Die Verwandlung -> reclam SF. Nach dieser Erzählung wurde 1978 der polnisch - sowjetische Spielfilm "Der Test des Piloten Pirx" gedreht.


Niezwyciezóny. 1964. [Der Unbesiegbare., 1969.] (st, DM. - )

Die Verwandlung -> reclam SF. Nach dieser Erzählung wurde 1978 der polnisch - sowjetische Spielfilm "Der Test des Piloten Pirx" gedreht.


Solaris. 1961. [Solaris., 1972.] (st, DM 12. - )

Die Verwandlung -> reclam SF. Nach dieser Erzählung wurde 1978 der polnisch - sowjetische Spielfilm "Der Test des Piloten Pirx" gedreht.


Pokój na swiecie. 1986. [Frieden auf Erden. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1986.] (st 1574, DM 14. - )

Die Verwandlung -> reclam SF. Nach dieser Erzählung wurde 1978 der polnisch - sowjetische Spielfilm "Der Test des Piloten Pirx" gedreht.


Neue Geschichten des Piloten Pirx. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 51979. (st 302, DM 12. - ) (Comp., Orig.)

Die Verwandlung -> reclam SF. Nach dieser Erzählung wurde 1978 der polnisch - sowjetische Spielfilm "Der Test des Piloten Pirx" gedreht.


Die phantastischen Erzählungen. Hrsg. v. Werner Berthel. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1988. (st 1525, DM 12. - ) (Priv.)

Die Verwandlung -> reclam SF. Nach dieser Erzählung wurde 1978 der polnisch - sowjetische Spielfilm "Der Test des Piloten Pirx" gedreht.


Robotermärchen. Suhrkamp. (st 856, DM 10. - )


Lovecraft, H.P.:


Azathoth. Suhrkamp. (st 1627, DM 14. - )


McCaffrey, Anne:


Die Welt der Drachen. Heyne. (06/3291, DM 7.80. - )

* 1901, + 30.9.1990


Rhodan, Perry:


Autoren


Scheer, Karl - Herbert: (Comp.)

* 1929 - 1989 in Kassel.
Vater von Perry Rhodan (1.Heft)
Scheer konzipierte die Serie nur bis zum Heft 600 mit, hat sich aber bis zuletzt an der Design - Gestaltung der Raumschiffe und affen beteiligt.
(Der Standard, 23.2.1991, S.11)


Erläuterungen

1991: Auflage: bei 525 Mio Bänden weltweit.
(Der Standard, 23.2.1991, S.11)


Rottensteiner, F.:


Polaris 9. Science - fiction - Almanach. Hrsg. v. F.Rottensteiner. Suhrkamp. (st 1168, DM 10. - ) (Sammlung)


Steinm√ľller, Karlheinz: DDR


Autor: (Comp.)

* 1950 in Klingenthal, DDR.
Dr.phil., Physiker. Mitarbeiter an einem Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR. Wissenschaftliche Arbeiten zur Kybernetik. Autor wissenschaftlich - phantastischer Erzählungen (z.B. "Der letzte Tag der Venus", 1979).
(reclam)


Der letzte Tag der Venus., 1979. (st, DM. - )


Der Traum vom großen Roten Fleck. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1981. (st 1131, DM 9. - )


Strugatzki, Arkadi u. Boris: UdSSR


Die zweite Invasion der Marsianer. Suhrkamp. (st 1081, DM 12. - )


Das lahme Schicksal. Suhrkamp, Phantastische Bibliothek. (Kopie)


Zimmer Bradley, Marion


Fl√ľchtlinge des roten Mondes. Moewig. (3540 - 8, DM 9.80. - )

* 1901, + 30.9.1990


Zondergeld, Rein A.:


Lexikon der phantastischen Literatur. Suhrkamp. (st 880, DM 12. - ) (Sekundärl.)

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