John Ronald Reuet Tolkien

Inhalt


Biographie 3
Tolkiens Eltern und seine Kindheit 03
Seine Schulzeit - ohne Eltern 03
Seine Studienzeit 04
Der Beginn seiner Ehe und der Krieg 06
Leeds 07
Die Arbeit und das Leben in Oxford 07
Das Leben nach der Pensionierung 08
Über Carpenters Biographie von Tolkien 9

Tolkiens literarische Welt 10
Die Zeitalter 10
Das Auenland 10
Von den Wichtigsten Bewohnern Mittelerdes 11

Einige Werke 13
Der kleine Hobbit 13
Der Herr der Ringe 15
Das Silmarillion 17
Nachrichten aus Mittelerde 18
Fabelhafte Geschichten 18
Die Briefe vom Weihnachtsmann 19

Tolkiens Stil und die Art seiner Werke 20

Anhang
Zeichnungen 22
Literaturverzeichnis 23
Anmerkung zu dieser Veröffentlichung 24
Biographie


Tolkiens Eltern und seine Kindheit

Die Eltern von J. R. R. Tolkien, Arthur Reuel Tolkien und Mabel Tolkien, geb. Suffield sind um 1890 von Birmingham (Mittel - bis SĂŒd England) nach SĂŒdafrika gezogen, weil Arthur dort eine berufliche Kariere beginnen wollte. Sie heirateten Anfang 1891 in Kapstadt und zogen dann nach Bloemfontein, der Hauptstadt des Oranje - Freistaats. Bloemfontein war eine junge Stadt, in der viele europĂ€ische Aussiedler wohnten. Arthur wurde dort ein leitender Mitarbeiter bei der Bank von Afrika.

Am 3. Januar 1892 wurde der erster Sohn, John Ronald Reuel Tolkien, in SĂŒdafrika geboren. Jetzt hatte seine Mutter Mabel mehr Abwechslung als vorher - ihr gefiel das Leben in Bloemfontein nicht sonderlich und auch das Klima bekam ihr nicht gut. Deshalb, und auch weil das Klima Ronald nicht gut tat (er war hĂ€ufig krank), wollte Mabel 1893 zu einem Heimaturlaub fahren. Aber es kam nicht soweit: sie wurde wieder schwanger und gebar am 17. Februar 1894 Ronalds kleinen Bruder Hilary Arthur Reuel. Hilary bekam das afrikanische Klima besser als Ronald, dessen Gesundheit sehr unter der großen Hitze litt. So fuhr Mabel am Anfang des Jahres 1895 zurĂŒck nach England in die NĂ€he von Birmingham, in das Elternhaus. Dort ging es beiden Kindern sehr gut und auch Arthur wollte nach Erledigung einiger wichtigen GeschĂ€fte zurĂŒck nach England kommen. Doch soweit kam es nicht, denn Arthur erkrankte im November an Rheumafieber und starb daran am 15. Februar 1896 in Afrika.

Mabel war jetzt alleine mit ihren zwei, noch recht kleinen Kindern und zog, wenn auch mit großen finanziellen Problemen, in ein kleines gemietetes HĂ€uschen in einem kleinen Ort in der NĂ€he von Birmingham. Sie begann, die Kinder selbst zu unterrichten, weil sie sich einen Schulbesuch nicht leisten konnte und auch, weil sie selbst Latein, Französisch und Deutsch sprach und auch recht gut zeichnen und Klavier spielen konnte. Mabel (und die Kinder) wurde 1900 in die katholische Kirche aufgenommen, wo sie Pater Francis Morgan kennenlernten, der zu einem Freund der Familie wurde. In diesem Jahr kam Ronald auf die katholische King Edward’s Schule. Nach einem kleineren Umzug gingen beide Jungen 1902 auf die nĂ€her gelegene St. - Phillips - Schule, wo sie aber nur ein Jahr wohnten und 1903 wieder umzogen - Ronald kam zurĂŒck zur renommierten King Edward’s Schule.

Am Anfang des Jahres 1904 wurde bei Mabel Diabetes festgestellt. Es ging ihr lange Zeit nicht gut und sie starb im November 1904 mit 34 Jahren - Ronald und Hilary waren gerade 12 und 10 Jahre alt. Sie zogen zu ihrer Tante Beatrice. Pater Francis wurde ihr Vormund.


Seine Schulzeit - ohne Eltern

Ronald fand in der Schule viele Freunde, unter ihnen Christopher Wiseman, mit dem er die gemeinsamen Interessen der griechischen und lateinischen Sprache teilte und mit dem er in der Rugbymannschaft der Schule spielte. Er begann, sich mehr fĂŒr Sprachen zu interessieren, die ihm zuerst seine Mutter beigebracht hatte und die er auch nun an der Schule lernte. Er beherrschte schon damals neben dem Englischen auch Latein, Griechisch, Deutsch und Französisch. Einem seiner Lehrer hatte er es zu verdanken, dass er nun auch begann, das AngelsĂ€chsische zu lernen. In dieser Sprache, die man auch das Altenglische nennt, fĂŒhlte er sich in die Zeit zurĂŒckversetzt, bevor die ersten Normannen England betreten hatten. Er interessierte sich auch fĂŒr die ZusammenhĂ€nge mit dem Mittel - und Neuenglischen. Er las in einem Lehrbuch angelsĂ€chsische Urtexte, wie den "Beowulf" und begann, sie zu ĂŒbersetzen. Dann wandte er sich dem Mittelenglischen zu, wo ihm besonders die Geschichte des "Sir Garwain and the Green Knight" interessierte. Er begann auch, das Gotische zu lernen, als er ein Buch von seinem spĂ€teren Professor Joseph Wright darĂŒber in die HĂ€nde bekam. Aus der Liebe zu den Wörtern und zu dem System einer Sprache begann er, eigene Sprachen zu erfinden. Zuerst waren es kindische Sprachen, die er zusammen mit Freunden entwickelte und recht wenig System hatten, dann nahm er sich das System anderer Sprachen zum Vorbild (dazu begann er z.B., spanische BĂŒcher seines Vormundes zu lesen). Diese Sprachen waren ausgereifter und hatten eine eigene Grammatik und Lautlehre. Er begann, immer neue Wörter zu erfinden und mit der Zeit entwickelte sich seine Sprache, die er "Naffarin" nannte.

Weil Pater Francis die Umgebung bei Tante Beatrice nicht gefiel, suchte er nach einer neuen Unterkunft fĂŒr Ronald und Hilary. Sie zogen 1908 in ein Zimmer des Hauses einer Mrs. Faulkner. Dort lernte Ronald Edith Bratt kennen, in die er sich nach kurzer Zeit verliebte. Edith war 19 und Ronald 16 Jahre alt, als sie sich kennenlernten. Sie trafen sich oft auf ihren Zimmern oder gingen in die TeehĂ€user Birminghams. Doch als Ronalds Vormund, Pater Francis, von Ihrer Liebschaft erfuhr, verbot er Ronald, sich mit ihr zu treffen. 1909 scheiterte Ronalds erster Versuch fĂŒr eine Bewerbung um ein Stipendium in Oxford. Er traf sich trotz des Verbotes weiter mit Edith, doch als Pater Francis davon erfuhr, veranlasste er 1910, dass die beiden Jungen umzogen, nicht zuletzt aus dem Grund, dass Ronald sich mehr um die Schule kĂŒmmern konnte, um ein Oxford - Stipendium zu erhalten. In diesem Jahr schaffte Ronald es dann auch, ein Stipendium in Oxford am Exeter College zu erringen. Ronald hatte jetzt bis zu seinem 21. Geburtstag keine Möglichkeit mehr, Edith zu sehen, weil Pater Francis es strengstens verboten hatte, doch sie verabredeten, danach zu heiraten.

WĂ€hrend der letzten Jahre seiner Schulzeit an der King Edward’s Schule gehörte Ronald zu einer Gruppe Ă€lterer SchĂŒler, die die schuleigene BĂŒcherei verwaltete. Neben ihm gehörten auch Christopher Wiseman und R. Q. Gilson, der der Sohn des Direktors war, zu dieser Gruppe. Aus diesen drei Freunden entstand der Tee - Club, der (wie der Name schon sagt) sich regelmĂ€ĂŸig zum Teetrinken traf, wo dann meistens ĂŒber Literatur diskutiert wurde. SpĂ€ter kam noch Geoffrey Bache Smith zu dieser Kerngruppe hinzu, der sich nicht nur gut in der englischen Literatur auskannte, sondern auch ein großes dichterisches Talent hatte, was auch Ronald zu dieser Zeit entwickelte.


Seine Studienzeit

Im Herbst 1911 begann Tolkien, in Oxford Philologie[1] zu studieren. Er hatte es am Anfang nicht sonderlich leicht, mit den Ă€lteren Studenten zurechtzukommen, die meist aus reicheren und teils aus adeligen Familien stammten. Doch nach einiger Zeit hatte er sich an das UniversitĂ€tsleben gewöhnt: er spielte Rugby, schloß sich dem Essay - Club und der Dialektischen Gesellschaft an, wo man bald sein Beisein schĂ€tzte. Nach einer Zeit grĂŒndete er zusammen mit anderen Neulingen seinen eigenen Club mit dem Namen "The Ablausticks", in dem, meist bei gutem Essen, AufsĂ€tze vorgelesen, diskutiert und debattiert wurden. Bei solchen MĂ€nnergesellschaften (es gab nur wenig Studentinnen in Oxford und diese wurden getrennt unterrichtet) fĂŒhlte er sich am wohlsten, wenn gegessen, geraucht und diskutiert wurde. Er beschĂ€ftigte sich weiterhin mit seinen Schriften, begann wieder, wie in seiner Kindheit, zu zeichnen, probierte sich in der Kalligraphie, lernte nun richtig das Wallisische, beschĂ€ftigte sich mit den germanischen Sprachen und begann, Keltisch und Finnisch zu lernen. Bei dem Finnischen mochte er besonders den nordischen Mythos der "Kalevala", den er in finnischer Sprache las und ĂŒbersetzte. Zu Weihnachten 1911 kam er zu einer TheaterauffĂŒhrung des Tee - Clubs mit seinen alten Freunden an der King Edward’s Schule. Bei dieser AuffĂŒhrung spielte er nach nur sehr wenigen Proben die Hauptrolle. Das UniversitĂ€tsleben ging weiter und Weihnachten 1912, wo er nun fast 21 Jahre alt war, schrieb er ein TheaterstĂŒck, "Der Detektiv, der Chef und die Suffragette", welches u.a. mit ihm als Schauspieler im Familienrahmen dargestellt wurde. Im spĂ€teren Leben bekannte er sich dazu, dass er das Theater nicht besonders mochte - er interessierte sich mehr fĂŒr die Lyrik und besonders fĂŒr die Epik.

Im Januar 1913 wurde Ronald 21 Jahre alt und somit volljĂ€hrig. Pater Francis war nun nicht mehr sein Vormund und er konnte endlich Edith wiedertreffen, worauf er so lange gewartet hatte. In der langen Zeit, wo sie getrennt waren, hatte sich in der Sehnsucht die Liebe von einem zum andern stark entwickelt und sie verlobten sich sofort, sie sagten es aber noch niemandem. Ronald stand im Streß seiner PrĂŒfungen fĂŒr den Oxforder "Honour Moderation" - dem Abschluß des ersten Teils seines Studiums. Er bestand diese PrĂŒfungen zum Bedauern seiner Professoren "nur" mit dem zweiten Rang (von Vier), hatte aber ein ausgezeichnetes Ergebnis in seinem Spezialfach der vergleichenden Philologie. Er studierte ab Sommer 1913 nun nicht mehr klassische Philologie, sondern begann, an der FakultĂ€t fĂŒr englische Sprache und Literatur Anglistik zu studieren. Diese FakultĂ€t war (inoffiziell) in zwei verfeindete Teile geteilt: den sprachlichen Teil, der sich mit der Entwicklung der englischen Sprache (Alt - und Mittelenglisch), der Philologie und der englischen Literatur bis Chaucer[2] beschĂ€ftigte und dem modernen Teil, der sich mit der Literatur nach Chaucer bis in das 19. Jahrhundert beschĂ€ftigte. Tolkien gehörte natĂŒrlich dem sprachkundlichen Teil an, den die "Modernen" als "Wortklauberei und Pedanterie" bezeichneten. Weil aber alle Studenten Anglistik studierten, mussten auch alle zu den VortrĂ€gen beider Gruppen gehen. Mittlerweile studierten alle Mitglieder des Tee - Clubs: G. B. Smith mit Tolkien in Oxford und R. Q. Gilson und Christopher Wiseman in Cambridge. Sie trafen sich von Zeit zu Zeit, tauschten Erfahrungen aus ihrem Studium aus und lasen kritisch Texte und Gedichte der anderen.

1914 wechselte Edith in die katholische Kirche, der Ronald angehörte. Sie tat dies nicht aus Überzeugung, doch Ronald, der sehr glĂ€ubig war, bestand darauf. Außerdem wollten sie sich nun auch öffentlich verloben und Pater Francis, von dem Ronald noch finanziell abhĂ€ngig war, duldete dies nur, wenn Edith auch katholisch werden wĂŒrde.

Der 1. Weltkrieg hatte begonnen und Ronald beschloß, nach einem Aufenthalt mit Edith in Cornwall, gegen den Willen seiner Verwandten, die erwarteten, dass er freiwillig, wie sein Bruder, fĂŒr England in den Krieg gegen Deutschland ziehen wĂŒrde, sein Studium zu beenden, bevor er dann zwangsweise eingezogen wĂŒrde. Noch wĂ€hrend seiner letzten Semester machte er eine harte militĂ€rische Grundausbildung im Park der UniversitĂ€t, weil er sonst schon zu dieser Zeit richtig in den Krieg hĂ€tte ziehen mĂŒssen. Er begann wĂ€hrend dieser Zeit, auch erste Gedichte zu schreiben, zum Teil in normalem Englisch, aber auch in einer neu entwickelten Sprache, die dem Finnischen sehr nahe war. In diesen Gedichten kamen erste Elemente vor, die spĂ€ter in seiner Welt des Silmarillions wieder auftraten.

Im Sommer 1915 beendete er sein Studium und erhielt den ersten Rang mit Auszeichnung. Er wurde weiterhin in militĂ€rischen Dingen unterrichtet, wurde hĂ€ufig verlegt und erhielt den Rang eines Offiziers. Er entschied sich nun zu einer Spezialausbildung in der NachrichtenĂŒbermittlung, weil ihm keine der anderen militĂ€rischen Alternativen besser gefiel.


Der Beginn seiner Ehe und der Krieg

Am 22. MĂ€rz 1916 heiratete er Edith, was nun auch Pater Francis duldete und seinen Segen gab. Im Juni dieses Jahres wurde er nach Frankreich an die Front geschickt, wo sein Bataillon nach langen FußmĂ€rschen zunĂ€chst noch in der Reserve blieb. Nun kam er mitten in den Grabenkrieg an der deutsch - französischen Grenze. Tolkien wurde zunĂ€chst noch geschont, weil er seinen nachrichtentechnischen TĂ€tigkeiten nachkommen musste, aber auch er musste in den GrĂ€ben kĂ€mpfen, wo sich beide Seiten mit Maschinengewehren zerfetzten. Mit der Zeit erhielt er die Nachricht, dass R. Q. Gilson und G. B. Smith von seinem Tee - Club im Krieg gefallen waren, Christopher Wiseman und sein Bruder blieben verschont. Wahrscheinlich wĂ€re auch Tolkien nach einiger Zeit gefallen, doch er erkrankte an einer schlimmen Form des "Grabenfiebers" und wurde im Oktober 1916 in ein französisches Krankenhaus gebracht. Weil sich sein Zustand nicht besserte, brachte man ihn nach Birmingham ins Krankenhaus, wo er Edith wiedersah und dann Ende Dezember nach Hause kam. Tolkien war nun mehr oder weniger gesund und musste wieder zum MilitĂ€r, blieb aber in England und hatte verschiedene (Verwaltungs - ) Aufgaben.

Tolkien begann in dieser Zeit, einige Texte seiner Mythologie niederzuschreiben. Diese Texte waren der Anfang des Silmarillions, welches er zunĂ€chst das Buch der verschollenen Geschichten nannte. Hier wurden die Elfen seiner frĂŒheren Gedichte zu den Elben, wobei er den verschiedenen ElbenstĂ€mmen seine Sprachen wie die "Quenya", die aus dem Finnischen entstand, oder die "Sindarin" zuordnete. In diesen Geschichten entstanden auch die Grundelemente seiner Mittelerde.

Am 16. November 1917 wurde der erste Sohn von Ronald und Edith geboren, sie nannten ihn John Francis Reuel. Dem Kind und auch Edith ging es nach der Geburt nicht sonderlich gut, zudem mussten sie im Krieg hÀufig umziehen.

Mitte 1918 wurde Ronald wieder krank und musste in das Krankenhaus, wo er die Zeit nutzte, um an seinen Geschichten weiterzuschreiben, sich Russisch beibrachte und sein Spanisch und Italienisch verbesserte. Im Oktober wurde er aus dem Krankenhaus entlassen. Am 11. November war der Krieg zu Ende. Tolkien hatte GlĂŒck, dass er vor dem Krieg sein Studium beendet hatte. Er fand mit der Vermittlung eines seiner ehemaligen Professoren eine Stelle als Redakteur beim New Englisch Dictionary, dessen Teile in Oxford zusammengetragen wurden. Ihm gefiel die Arbeit, denn er konnte sich mit dem Ursprung der verschiedenen Wörter in den verschiedenen Kulturen und Sprachen beschĂ€ftigen.


Leeds

Im Herbst 1920 bekam Tolkien eine Stellung als Lektor fĂŒr englische Sprache an der UniversitĂ€t Leeds. Kurz nach Beginn seines ersten Semesters im Oktober schenkte Edith in Oxford einem weiteren Sohn das Leben. Er wurde Michael Hilary Reuel genannt. In der ersten Zeit lebt Edith mit den Kindern noch in Oxford, 1921 kamen sie dann auch nach Leeds in das Haus, welches Tolkien neu gemietet hatte.

Außer zu unterrichten arbeitete Tolkien in Leeds an einem Glossar fĂŒr ein schon veröffentlichtes Buch mit mittelenglischen Texten, welches zu einem kleinem mittelenglischen Wörterbuch wurde. 1922 kam ein neuer Lektor nach Leeds, den Tolkien selbst im Jahr 1920 unterrichtet hatte. Er hieß Eric Valentine Gordon. Tolkien, der sich mit ihm anfreundete, beschloß mit ihm, eine gemeinsame Ausgabe des "Sir Garwain and the Green Knight" zusammenzustellen, die in einem Mittelenglisch verfaßt war, das auch Studenten verstehen konnten. Die Ausgabe, an der Tolkien (der im Jahre 1924 Professor fĂŒr englische Sprache wurde) den Text und das Glossar schrieb und E. V. Gordon die umfangreichen Anmerkungen, wurde dann im Jahre 1925 verlegt. Gordon und Tolkien hatten dieselbe Art von Humor und sie grĂŒndeten mit den Studenten einen Wikinger - Club, der sich traf, um große Mengen Bier zu trinken, nordische Sagen zu lesen und heitere Lieder zu singen.

Im November 1925 bekamen Edith und Ronald Tolkien einen weiteren, dritten Sohn, den sie zu Ehren von Christopher Wiseman Christoper Reuel nannten. Dieser Sohn stand Tolkien am nĂ€chsten, auch weil er sich spĂ€ter am meisten fĂŒr seine Arbeit und Geschichten interessierte. In seiner Zeit in Leeds schrieb Ronald weitere Verse und Geschichte, zum Teil waren es weitere Texte zu seiner Mythologie. So war das "Buch der verlorenen Geschichten" (spĂ€ter "Das Silmarillion"), welches u.a. von der Schaffung seiner Welt handelt, nun fast fertig, er veröffentlichte es aber noch nicht, weil sein Perfektionsdrang ihn zu weiteren Überarbeitungen zwang.


Die Arbeit und das Leben in Oxford

Anfang 1926 bekam Tolkien eine Stelle als Professor fĂŒr AngelsĂ€chsisch in Oxford. Die Familie zog in ein kleines Haus, welches der UniversitĂ€t gehörte. Die Tolkiens blieben fĂŒr die nĂ€chsten 42 Jahre in Oxford, sie wohnten meist in der Stadt, fĂŒr kurze Zeit aber auch in Vororten. 1929 wurde, zur Freude von Edith, die einzige Tochter, Priscilla, geboren.

Die Oxforder Zeit war die Höhe Tolkiens Lebens: Die Kinder wurden groß und er war ein bedeutender Professor mit vielen Freunden und Kollegen. In dieser Zeit entstanden auch die wichtigsten literarischen Werke (die auch veröffentlicht wurden). Neben der vielen Zeit, die er fĂŒr seine Arbeit als leidenschaftlicher Professor benötigte, nahm er sich immer wieder Zeit fĂŒr seine Frau und seine Kinder. Er kĂŒmmerte sich um die religiöse Erziehung der Kinder, die ihm viel bedeutet und ging mit ihnen in die Kirche, half ihnen bei den Hausaufgaben, kĂŒmmerte sich um ihre Interessen und nahm an den Besprechungen der alltĂ€glichen Dinge teil.

Viel Zeit benötigte er fĂŒr seine Arbeit als Professor fĂŒr AngelsĂ€chsisch, bzw. ab 1945 fĂŒr englische Sprache. In den Semesterferien korrigierte er PrĂŒfungsarbeiten (was zum Teil zusĂ€tzliches Geld bedeutete) und bereitete sich auf die Vorlesungsreihen vor, die er geben wollte. Doch meistens wurde er nicht damit fertig und machte dies wĂ€hrend des Semesters vor den einzelnen Vorlesungen. WĂ€hrend des Semesters hielt er die einzelnen Vorlesungen, bereitete sich darauf vor und traf sich zu Besprechungen mit einzelnen Studenten und Kollegen. Zwischendurch traf er sich mit auch mit guten Freunden wie z.B. seinem Kollegen C. S. Lewis, mit dem er in der UniversitĂ€tskĂŒche essen ging oder nur so ein paar Worte wechselte. Oft ging er auch in die Bibliothek, wo er in einem Buch etwas nachlesen musste. Nachmittags kam er zum Tee nach Hause, wo er sich auch um die Kinder kĂŒmmerte. Dann arbeitete er an den Vorlesungen fĂŒr den nĂ€chsten Tag. Abends musste er oft zu weiteren Veranstaltungen der UniversitĂ€t, offizieller oder privater Art, wie z.B. zu den Treffen der "Inklings", dem Freundeskreis bzw. literarischem Club von C. S. Lewis, oder den "Coalbitters", einem Club, den Tolkien gegrĂŒndet hatte. In diesem Klub waren nur Dozenten, die dort islĂ€ndische Traditionen pflegten und nordische Texte in Original lasen und ĂŒbersetzen (Tolkien musste das meiste lesen, weil er die Sprache am besten beherrschte), sowie eigene Texte lasen und besprachen. WĂ€hrend der Besprechung der LektĂŒre am Feuer ging die Whiskyflasche herum. Man könnte meinen, dass Tolkien nach einem anstrengenden Tag gleich ins Bett ging, wie es Edith tat. Doch er setzte sich meist mit einer gemĂŒtlichen Pfeife in sein Arbeitszimmer und wollte weiter an seinen Vorlesungen arbeiten, doch meistens nahm er eines seiner nicht fertigen Manuskripte und schrieb an einem seiner vielen Texte (oder ĂŒberdachte sie), die entweder zu seiner Mythologie gehörten oder der Belustigung seiner Kinder und sich selbst dienten.

So fing er eines Tages (bzw. Nachts) in seinem Arbeitszimmer an, die Geschichte vom Hobbit ("Der kleine Hobbit") zu schreiben, welche zunĂ€chst, wie die anderen Sachen, liegen blieb. SpĂ€ter zeigte er sie einigen Leuten, und der Verlag Allen & Unwin veröffentlichte die nun ĂŒberarbeitete und vollendete Geschichte als Kinder - /Jugendbuch. Das Buch war ein großer Erfolg und sein Verlag riet ihm, eine Fortsetzung zu schreiben. Viele Jahre spĂ€ter wurde diese als "Der Herr der Ringe" veröffentlicht wurde. Neben den veröffentlichten Werken dieser Zeit schrieb er viele andere Geschichten, Gedichte und wissenschaftliche Texte. U.a. wurde ein Buch mit Texten des Wikinger - Clubs in Leeds zusammen mit E. V. Gordon herausgegeben. Es wurden auch ein paar kĂŒrzere Geschichten veröffentlicht.

Tolkiens Frau Edith gefiel das Leben in Oxford nicht so gut wie ihrem Mann. Tolkien hatte viele Freunde und Kollegen, mit denen er sich, meistens alleine, traf. Edith hatte wenig Freunde und die Gesellschaften mit anderen Professorenfrauen mochte sie nicht. Doch auch sie hatte viel im Haus und mit den Kindern zu tun und hatte einen vollen Tag.


Das Leben nach der Pensionierung

Nach der Pensionierung Tolkiens im Jahr 1959 lebte er mit seiner Frau noch einige Jahre in Oxford, wo es ihm bei seinen Freunden und ehemaligen Kollegen, wo er immer willkommen war, am besten gefiel. Jetzt konnte er mehr Zeit seiner Frau widmen und sich gut auf seine literarischen Arbeiten konzentrieren. Es kam auch zu einigen Veröffentlichungen. HauptsĂ€chlich arbeitete er aber am Silmarillion, dessen Veröffentlichung ihm, nach dem großen Erfolg des Herrn der Ringe sehr wichtig war. Durch die Veröffentlichung des Herrn der Ringe war er zu einem reichen Mann geworden und so fuhr er hĂ€ufig mit Edith nach Bournemouth ans Meer, um Urlaub zu machen. Er musste sich zunĂ€chst ein neues Haus in Oxford kaufen, auch um sich vor den endlosen Zuschriften und (nĂ€chtlichen) Telefonanrufen seiner AnhĂ€nger (die er mittlerweile in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern und in Amerika hatte) zu schĂŒtzen.

Doch Edith, der es auch gesundheitlich nicht gut ging, gefiel das Leben in Oxford nun noch weniger und sie zogen im Jahr 1968 nach Poole, einem Seebad an der SĂŒdkĂŒste. 1971 starb Edith im Alter von 82 Jahren. Nach diesem großen Schlag zog Tolkien wieder nach Oxford, wo er als Ehrendoktor in den RĂ€umen der UniversitĂ€t wohnte. In seinen letzten Jahren erhielt er viele Ehrentitel, auch einen Orden der Königin Englands. Doch er machte sich nicht die MĂŒhe, zu allen EhrenempfĂ€ngen zu fahren und kĂŒmmerte sich nun verstĂ€rkt um die Fertigstellung des Silmarillions und anderer Texte. Seine unveröffentlichten literarischen Werke besprach er mit seinem Sohn Christopher, der inzwischen ein Ă€hnliches Fachgebiet wie sein Vater studiert hat. Tolkien wĂŒnschte sich von Christopher, der ihm schon frĂŒher geholfen hat, dass er seine Werke ordnen und veröffentlichen sollte (was eine sehr umfangreiche Aufgabe ist), wenn er davor verstirbt.

Am 28. August 1973 verstarb J. R. R. Tolkien im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus in Bournemouth, wo er Freunde besucht hatte.




Über Carpenters Biographie von Tolkien

Ich habe die Biographie gelesen, die Humphrey Carpenter ĂŒber Tolkien geschrieben hat. Der gebĂŒrtige Oxforder Carpenter ist 54 Jahre jĂŒnger als Tolkien und selbst Professor fĂŒr englische Literatur in Oxford.

Carpenter selbst kannte Tolkien ein wenig und hatte auch mehrere GesprĂ€che mit ihm. Neben den persönlichen EindrĂŒcken Carpenters beruht seine Biographie von Tolkien auf den Erinnerungen von Verwandten (Kindern), Freunden und Kollegen Tolkiens, mit denen Carpenter viele GesprĂ€che hatte, auf vielen Briefen, die Tolkien geschrieben und erhalten hat (Carpenter hat auch eine Sammlung mit Briefen von Tolkien herausgegeben) und schließlich auf Tolkiens TagebĂŒchern, die Carpenter zum Schreiben der Biographie zur VerfĂŒgung gestellt wurden. Zu den TagebĂŒchern, die Tolkien von Zeit zu Zeit gefĂŒhrt hat, gibt es die Anmerkung zu machen, dass Tolkien einen Teil seiner TagebĂŒcher in selbst ausgedachten Sprachen sowie Schriften geschrieben hat, die sich zudem im Laufe des Tagebuches geĂ€ndert (entwickelt) haben. Carpenter musste erst alle dieser TagebĂŒcher mit Hilfe seiner Frau ĂŒbersetzen, damit er sie lesen konnte.

Carpenter hat ein umfassendes Werk ĂŒber Leben und Schaffen Tolkiens geschrieben, welches Fakten und auch Tolkiens eigene EindrĂŒcke schildert. Er hat damit ein spannend und interessant zu lesendes, erzĂ€hlendes Werk geschaffen, welches auch Einblicke in die Entwicklung von Tolkiens Werken gibt.
Tolkiens literarische Welt


Im folgenden möchte ich ĂŒber die Welt (Mittelerde, wie er sie nennt) schreiben, in der Tolkiens Werke spielen.

Über die Zeit, in der sich seine Geschichten in Mittelerde abspielen, sagt Tolkien folgendes: "Mittelerde ist unsere Welt. Ich habe (natĂŒrlich) die Handlung in eine rein imaginĂ€re (wenn auch nicht ganz unmögliche) Periode des Altertums gerĂŒckt, in der die Kontinente eine andere Form hatten." Er schreibt also von einer imaginĂ€ren Welt, in der man jedoch nur die Möglichkeiten z.B. des Mittelalters hatte.


Die Zeitalter

Tolkien hat drei Zeitalter geschaffen.

Das 1. Zeitalter ist die Zeit der Sagenwelt des Silmarillions. Es geht um die Erschaffung der Welt, um die drei großen Edelsteine der Elben (die Silmaril) und um erste KĂ€mpfe zwischen verschiedenen Völkern und MĂ€chten.

Das 2. Zeitalter (in Jahre von 1 - 3441 aufgegliedert) ist die Hochzeit der Elben auf der Insel NĂșmenor (westlich von Mittelerde gelegen), welche dann auf das Festland Mittelerdes kommen. In Mittelerde entstehen Feindschaften zwischen verschiedenen Völkern und mĂ€chtigen Personen (Zauberern), hinter denen teilweise auch ganze Völker stehen. Das 2. Zeitalter endet damit, dass Sauron, der Diener des Bösen (des FĂŒrsten der Finsternis, Melkor bzw. spĂ€ter Morgoth genannt) zum ersten Mal niedergeworfen wird und ihm einer der drei Ringe der Macht abgenommen wird.

Im 3. Zeitalter (in Jahre von 1 - 3021 aufgeteilt) spielen die Hauptwerke "Der kleine Hobbit" und "Der Herr der Ringe", der den ausbrechenden Ringkrieg beschreibt, dessen Ende das Ende das 3. Zeitalters darstellt.

In einem 4. Zeitalter geschehen die Dinge, die die Angehörigen der Ring - Gemeinschaft betreffen. Hierzu gibt es aber keine Literatur, nur chronologische Stichworte im Anhang des Herrn der Ringe.


Das Auenland

Das Auenland liegt im westlichen Teil Mittelerdes und ist die Heimat der Hobbits. Das Geschehen im Auenland ist eine andere Welt, wo die Hobbits nicht viel von der wirklichen großen Welt wissen. Sie leben dort abgeschieden fĂŒr sich. (Tolkien hatte das Auenland geschaffen, bevor er den kleinen Hobbit in Verbindung mit der großen Welt Mittelerdes setzte).


Von den wichtigsten Bewohnern Mittelerdes

Eine Aufstellung der wichtigsten Wesen neben den Menschen, die hier auch vorkommen:

Die Hobbits sind die Bewohner des Auenlandes. Es sind kleine Leute, haben etwa unsere Gestalt, sind aber noch kleiner und zierlicher als Zwerge. Sie sind ein unauffĂ€lliges und fröhliches - aber auch schon sehr altes Volk. Sie lieben Frieden und Stille, eine gut bestellte lĂ€ndliche Gegend, eine Pfeife mit gutem Pfeifenkraut und gutes Essen. Sie sind sehr scheu vor anderen Völkern (Tolkien sagt, dass man sie deshalb heutzutage nur noch sehr selten sieht) und leben lieber untereinander. Sie sind flink und können sich unauffĂ€llig und sehr leise bewegen. Sie lebten ursprĂŒnglich in Erdhöhlen, begannen dann aber auch, HĂ€user und HĂŒtten zu bauen. Im 3. Zeitalter lebten alle in HĂ€usern, bis auf die ganz armen Hobbits und die reichen Hobbits (wie Bilbo Beutlin), die noch in Erdhöhlen lebten (siehe Zeichnung S. 29) - die armen in einfachen Höhlen mit meist nur einem Zimmer und einem Fenster, die reichen in großen Höhlen mit vielen Zimmern und Fenstern. Die Hobbits sind ein Sterbliches Volk, sie sind mit 100 Jahren schon recht alt, können aber bis zu 200 Jahre alt werden. Sie leben gerne nach ihren alten Gewohnheiten und mögen Neuerungen und Aufregung nicht. So ist die Geschichte des kleinen Hobbits etwas ganz außergewöhnliches.

Die Elben sind das Ă€lteste Volk Mittelerdes und spielen vor allem in den frĂŒhen Geschichten des Silmarillions eine große Rolle. Sich haben aber auch noch im 3. Zeitalter sehr wichtige Rollen. Da sie unsterblich sind (mit EinschrĂ€nkungen), haben viele die Zeitalter durchlebt und blicken z.B. im Herrn der Ringe auf frĂŒhere Geschehnisse zurĂŒck. Tolkien selbst sagt ĂŒber die Elben folgendes: "Sie sind vom Menschen nach seinem Bilde und Ă€hnlich geschaffen, doch frei von jenen BeschrĂ€nkungen, von denen er selbst sich am stĂ€rksten bedrĂŒckt fĂŒhlt. Sie sind unsterblich, und ihr Wille bewirkt direkt, dass Vorstellungen und WĂŒnsche sich erfĂŒllen." Tolkien sieht dieses Volk als jene, die nicht wie die Menschen aus dem Garten Eden vertrieben worden und somit freier sind als wir (Tolkien glaubte fest an das Paradies und die Urschuld der Menschen). So sind sie sehr geschickt und sind Handwerker, die wundervolle GegenstĂ€nde (und die besten Schwerter) herstellen, Dichter, Schriftkundige und KĂŒnstler. Die Elben sind sehr geschickt in allem, flink, zierlich und schön anzusehen. Es gibt verschiedene ElbenstĂ€mme, je nach Herkunft und Umgebung (z.B. Waldelben, Wasserelben usw.).

Die Orks sind die Ausgeburt des Bösen. Sie sind eine ZĂŒchtung des Saurons (der Herrscher des Bösen ĂŒber Mordor), der die Heere der Orks als seine Handlanger einsetzt. Orks treten in selbstgefĂŒhrten Horden und Heeren auf, denen jeweils ein grĂ¶ĂŸerer Oberork vorsteht, sie sind die Feinde von Elben und Zwergen. Ein einzelner Ork ist in etwa so groß wie ein Zwerg, hat Arme und Beine und geht ebenfalls aufrecht. Die Orks sind am ganzen Körper behaart, können im Dunkeln sehen und haben eine nicht menschliche Körperhaltung. KĂ€mpfen tun diese Wesen mit Äxten und krummen Schwertern.

Die Zwerge sind ein sehr altes Volk. Sie sind grĂ¶ĂŸer als Hobbits und etwas kleiner als Menschen. Sie sind krĂ€ftig gebaut und ursprĂŒnglich arbeiteten sie in den Bergen, wo sie große Stollen bauten, Erz förderten und verarbeiteten. Zwerge sind ein wenig geizig und legen viel Wert auf Gold und edle Steine. So sind sie auch bedacht, im kleinen Hobbit den Schatz zurĂŒckzugewinnen, der ihrer Familie vor langer Zeit geklaut wurde. Zwerge werden sehr alt und viele kennen sich daher in alten Zeiten aus. Ein Alter von 500 Jahren ist fĂŒr einen Zwerg noch sehr jung.

Im dem 3. Zeitalter tauchten in Mittelerde Zauberer auf. Niemand kann genau sagen, wo sie herkommen und welcher Rasse sie angehören. Es sind besonders weise Personen, die sich in der ganzen Geschichte Mittelerdes auskennen und ĂŒber ZauberkrĂ€fte verfĂŒgen, die ihnen viel Macht verleihen. Es wird gesagt, dass es insgesamt 5 Zauberer in Mittelerde gibt, von denen man aber nicht alle kennt. Diese treffen sich von Zeit zu Zeit beim weißen Rat, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden und beratschlagt wird, wie, oder zu Gunsten von wem, sie ihre Macht einsetzen. Am bekanntesten sind Gandalf, der Gute, der hilft, den einen Ring zu vernichten, und Saruman, der mĂ€chtigste seiner Zunft, der eher auf der Seite des Bösen steht und auch selbst probiert, an den Ring der Macht zu kommen.
Einige Werke


Hier möchte ich ĂŒber die wichtigsten Werke schreiben, mit denen ich mich auch beschĂ€ftigt habe:


Der kleine Hobbit

Der kleine Hobbit handelt von einem Hobbit, namens Bilbo Beutlin, der seine Hobbithöhle in Hobbingen im Auenland hat. Er lebt dort ein normales, ruhiges Hobbitleben, bis er eines Tages unerwartet Besuch von 13 Zwergen und dem Zauberer Gandalf bekommt. Sie ĂŒberreden ihn, mit ihnen auf eine Reise zu gehen, um einen Schatz zu befreien, den ein Drache vor langer Zeit diesem Zwergengeschlecht geraubt hat. Sie brauchten einen Hobbit, weil sich diese besonders unauffĂ€llig und leise anschleichen können. Deshalb wollten sie Bilbo als "Meisterdieb" mitnehmen, der fĂŒr die Zwerge den Schatz zurĂŒckrauben sollte. Bilbo, fĂŒr den diese unerwartete Gesellschaft sehr ĂŒberraschend war, willigte ein, und so musste er sich am nĂ€chsten Morgen auf ein langes Abenteuer begeben, was sonst noch kein Hobbit erlebt hat.

Die Gesellschaft (die 13 Zwerge, der Hobbit und Gandalf) ritten auf Eseln in Richtung Osten, hatten einen unangenehmen Zwischenfall mit Trollen, kamen nach einiger Zeit im Bruchtal an (ca. 400 Meilen entfernt) und blieben dort eine kurze Zeit in Elronds Haus (ein großes Haus eines bekannten Elben, was mit einer Burg zu vergleichen ist). Auf dem Weg ĂŒber das Nebelgebirge wurde die Gesellschaft von Orks ĂŒberfallen und in die Orkminen im Inneren der Nebelberge geschleppt. Dort verlor Bilbo seine Freunde und irrte allein in den dunklen GĂ€ngen umher. ZufĂ€llig fand er einen Ring auf dem Boden des Stollens. Bei seinem Weg durch die Stollen traf er auch auf das merkwĂŒrdige Wesen Gollum, was sehr gefĂ€hrlich wurde, weil Bilbo merkte, dass der Ring, den er in seiner Tasche hatte, Gollum gehörte. Dieser suchte verzweifelt nach seinem "Schatz". Gollum merkte in seiner Verzweiflung, dass Bilbo etwas merkwĂŒrdig tat, um seinen Ring zu verbergen. Gollum wurde gefĂ€hrlich fĂŒr Bilbo und Bilbo konnte in letzter Minute entkommen. Er stellt nun auch fest, dass der Ring, den er gefunden hatte, ein Zauberring war, der unsichtbar machte. Mit Hilfe des Ringes wurde er von den zahlreichen Orks in den Minen nicht gesehen und gelangte ins Freie, wo er auch seine Freunde wieder traf. Er erzĂ€hlte zunĂ€chst noch nichts von dem Ring und die Reise ging weiter durch den riesigen Nachtwald (auch DĂŒsterwald). Bei der langen Durchquerung dieses Waldes kam die Gesellschaft auch öfters in Schwierigkeiten, bis sie von den Waldelben gefangen genommen wurden. Dort rettete Bilbo die Gesellschaft mit seiner Idee, in FĂ€ssern (die die Elben auch zum Transport von verschiedenen Waren auf dem Wasser nutzten) auf einem Fluß zu entkommen. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Seestadt Esgaroth gingen sie dann zum einsamen Berg, wo der Schatz versteckt war. Bilbo ging zuerst allein in die Schatzhöhle im Berg, und raubte einen Edelstein von dem Schatz, auf dem der Drache Smoug saß, um ihn zu bewachen. Dieses entzĂŒrnte den Drachen und er kam zum ersten mal nach langer Zeit aus seiner Höhle und flog um den Berg zu der Seestadt Esgaroth. Dort probierte er vor Wut die Stadt mit seinem Feuer zu entzĂŒnden und sie zu zerstören. Es entstand ein schwerer Kampf zwischen den Stadtbewohnern, die mit Pfeilen schossen und zwischen dem Drachen, der immer wieder mit Feuer spuckte und mit seinem Schwanz auf GebĂ€ude einschlug. Zum Schluß, als das meiste der Stadt schon zerstört war, schafft es ein Mann der Stadt, mit einem besonderen Pfeil, der seit Generationen in der Familie vererbt wurde, den Drachen an einer verletzlichen Stelle zu treffen und zu töten. So war der Drache besiegt und die Zwerge hatten ihren Schatz, den sie untereinander und mit dem Hobbit Bilbo Beutlin teilten. Nach einiger Zeit zogen sie zurĂŒck in ihre Heimat. Bilbo lebte nun wieder in seiner Höhle im Auenland. Er war nun durch seinen Teil am Schatz sehr reich. Er war mit dem Schatz recht freigiebig und lebte ein ruhiges Hobbitleben im Wohlstand.


Tolkien hatte diese Geschichte geschrieben, ohne an eine besondere Verbindung zu seinen spĂ€teren Werken zu denken. Sie war zuerst ein MĂ€rchen oder eine ErzĂ€hlung, die er niederschrieb und zunĂ€chst nur wenigen zeigte. Weil diese Geschichte bei denen, die sie kannten, recht gut ankam, drĂ€ngten sie ihn, den Schlußteil zu schreiben, der bis da noch nicht fertig war und die Geschichte fĂŒr eine Veröffentlichung zu bearbeiten. Der Verlag George Allen & Unwin veröffentlichte die Geschichte gerne und gab sie 1937 als Kinderbuch heraus. Das Buch hatte viel Erfolg, machte Tolkien bekannt und viele Leser (nicht nur Kinder) wollten mehr von den Hobbits wissen und verlangten nach einer Fortsetzung. Diese Bitte richtete auch der Verlag an Tolkien. Dieser begann ein erstes Kapitel einer Fortsetzung zu schreiben, die spĂ€ter, nach 17 Jahren zum Herrn der Ringe wurde.
Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe ist das bekannteste Werk Tolkiens, welches ihn bekannt und berĂŒhmt gemacht hat. Das Buch handelt von der Macht der Ringe in Mittelerde und dem Versuch, zu verhindern, dass diese Macht nicht in die Hand des Bösen kommt.

Vor vielen Zeitaltern wurde in den Flammen des Vulkans des Schicksalberges, der in Mordor liegt, der goldene Fingerring der Macht geschmiedet. Sauron, der Handlanger des Bösen, besaß diesen Ring in der ersten Zeit und hatte mit seiner Macht nichts Gutes vor. Doch in der Schlacht von Isenfurt wurde der Ring Sauron genommen und er ging fĂŒr lange Zeit verloren. Dieser Ring hatte auch noch im 3. Zeitalter seine Macht, die unsichtbar macht und das Wesen des TrĂ€gers so verĂ€ndert, dass er nicht mehr ohne auskommt. Nachdem der Ring verloren ging, fand Gollum diesen Ring. Das Wesen Gollum war zunĂ€chst noch mit einem Hobbit oder Menschen zu vergleichen. Mit der Zeit, in der Gollum in den Orkminen lebte, verĂ€nderte der Ring ihn total. Er Ă€nderte Gollum Ă€ußerlich, so dass er eher einer großen Kröte Ă€hnlich war, und er machte ihn innerlich abhĂ€ngig von dem Ring. Er wurde sehr habgierig und geizig und konnte an nichts Anderes mehr denken, als an seinen "Schatz", wie er den Ring nannte. UnglĂŒcklicher weise verlor Gollum den Ring und der Hobbit Bilbo Beutlin fand ihn (Buch: "Der kleine Hobbit").

In der Zeit, wo Bilbo wieder ahnungslos im Auenland lebte, verbreitete sich das GerĂŒcht, dass der Ring wieder aufgetaucht sei. Auch Sauron, der Herrscher Mordors, bekam dies mit und schickte seine SpĂ€her aus. Gandalf ahnte mittlerweile auch, dass Bilbo diesen Ring hat und beriet sich mit verschiedenen Leuten. Nachdem er mit Bilbo gesprochen hatte und sich mit dem Elben Elrond beraten hatte, kam er zu der einzigen möglichen Lösung, um zu verhindern, dass das Böse, was der Ring immer wieder anzuziehen scheint, diesen Ring erlangt und noch mĂ€chtiger wird, musste der Ring in dem ewigen Feuer des Schicksalberges vernichtet werden, wo er vor langer Zeit geschmiedet wurde. Gandalf konnte Bilbo nur schwer ĂŒberreden, den Ring zu vernichten, da auch Bilbo schon von dem Ring beeinflußt war. Den Ring musste ein Hobbit dorthin transportieren, weil jedes grĂ¶ĂŸere Wesen schneller in die Macht des Rings gerĂ€t, die die Person dann daran hindern wĂŒrde, dem Ring zu vernichten.

Gandalf stellte mit Elrond eine Reisegesellschaft zusammen, die den Ring nach Mordor zum Schicksalsberg bringen sollte. Sie bestand aus vier Hobbits, die zu Bilbos Familie gehörten (Bilbo selbst war schon zu alt und zu sehr im Bann des Rings), einem Elben, einem Zwerg und zwei Menschen. Der Hobbit Frodo bekam den Ring von Bilbo und die Gesellschaft machte sich mit Gandalf auf das grĂ¶ĂŸte und gefĂ€hrlichste Abenteuer auf, was jemals in Mittelerde bestanden wurde. Dies war am 25. Dezember 3018 (Zeitrechnung im 3. Zeitalter). Die Reise begann bei Elronds Haus, wo Bilbo schon vorher zusammen mit Gandalf hingekommen war. Bilbo selbst bleibt ab jetzt in Elronds Haus. Die GefĂ€hrten des Rings reisen ĂŒber die Nebelberge, wo es so scheint, dass Gandalf, der die Anderen retten wollte, umkommt, weiter in die WĂ€lder von LĂłrien, wo der Elbenkönig Celeborn mit seiner Frau Galadriel wohnt.

Auf dem weiteren Weg in Richtung SĂŒdost bekommt die Gemeinschaft, die sich fĂŒr einige Zeit teilen muss, mehrere Probleme mit den Orks von Sauron. Neben Sauron und seinen Dienern ist nun auch der Zauberer Saruman hinter dem Ring her, der auch ihm noch mehr Macht geben wĂŒrde. Er probiert zunĂ€chst, Sauron zu begĂŒnstigen (indem er Gandalf eine Zeitlang gefangen hĂ€lt) und hofft, zuschlagen zu können, wenn Sauron den Ring fast hat. Zudem ist Gollum hinter seinem Ring her und probiert, ihn zurĂŒckzubekommen. Im weiteren begegnen die Helden dieser Geschichte verschiedenen Wesen, von denen sie bedroht oder unterstĂŒtzt werden. Es gibt mehrere KĂ€mpfe und Schlachten zwischen Saurons Ork - Heeren, Leuten von Saruman und anderen Völkern.

Zum Schluß schafft es Frodo mit einem weiteren Hobbit, zum Schicksalsberg zu kommen. Doch dort bemĂ€chtigt sich Gollum des Rings, der nach einem lĂ€ngeren Kampf mitsamt des Rings in das Feuer des Schicksalsberges gestoßen wird. Damit ist der Krieg um den Ring beendet und das 3. Zeitalter endet. Mittelerde wird in neue Reiche aufgeteilt, die alle von guten Personen regiert werden. Es tritt wieder Friede ein und das Böse ist besiegt.


Tolkien brauchte 17 Jahre, um den Herrn der Ringe zu schreiben. Dabei ließ er es von Zeit zu Zeit ruhen (er hatte sonst auch viel Arbeit), nahm sich wieder Ă€ltere Teile, um WidersprĂŒche zu beseitigen oder sie neu zu bearbeiten oder schrieb einen neuen Teil. Zum Schluß war er auch der Meinung, dass das Buch nun reif fĂŒr die Öffentlichkeit war (es drĂ€ngten ihn auch viele seiner Freunden und Kollegen dazu) und bot es zwei Verlagen an. Der erste wollte es nur mit erheblichen KĂŒrzungen veröffentlichen, Allen & Unwin nahmen es so und drĂ€ngten auf eine Veröffentlichung. Tolkien musste das Werk nun noch einmal ĂŒberarbeiten und prĂŒfen, bis 1954 der erste Teil fertig war. Dabei musste er auch den Aspekt einbeziehen, dass Der Herr der Ringe auch aus seinem frĂŒheren Silmarillion entstand, welches er ebenfalls veröffentlichen wollte.

Der Herr der Ringe wurde in den Jahren 1954 und 1955 in drei BĂ€nden veröffentlicht, weil es dem Verlag am besten und gĂŒnstigsten erschien (nach dem Krieg war Papier knapp und teuer), dieses Werk, was ĂŒber 1300 Seiten umfaßt, in drei BĂ€nden zu veröffentlichen. Das Buch besteht zwar aus drei BĂ€nden, die auch eigene Namen haben, ist aber eigentlich keine Trilogie, sondern ein ganzes Werk (heute gibt es auch schon einbĂ€ndige Ausgaben). Das Werk ist in sich in 6 BĂŒcher aufgeteilt, wovon in jedem Band je 2 BĂŒcher sind.

Auch wenn Der Herr der Ringe nun kein Kinderbuch mehr war (es ist ein Buch, welches Jugendliche und Erwachsene in jedem Alter ansprechen kann), wie es eigentlich geplant war, verkaufte es sich weitaus besser als anfangs vom Verlag angenommen. Die Tatsache, dass es kein Kinderbuch war, ist in sofern nicht weiter schlimm gewesen, da die Kinder, die den kleinen Hobbit kannten, nun nach 17 Jahren auch keine Kinder mehr waren und sich so immer noch fĂŒr die umfangreiche Fortsetzung interessierten. Wegen des großen Erfolges mussten noch im selben Jahr der Herausgabe des letzten Bandes schnell neue Auflagen gedruckt werden. Bis heute wurden nach SchĂ€tzungen ca. 15 Millionen Exemplare weltweit verkauft. In den 80er Jahren gab es Übersetzungen fĂŒr mindestens 18 Sprachen.

In Amerika und auch in Teilen Europas hat dieses Buch einen richtigen Tolkien - Kult ausgelöst. Seine AnhĂ€nger waren meist jĂŒngere Menschen (Studenten), die sich zu zahlreichen Tolkien - Fan - Clubs zusammenschlossen, wo gelesen und diskutiert, sowie einige Szenen nachgespielt wurden.
Das Silmarillion

Das Silmarillion ist Tolkiens Lebenswerk, an dem er seit dem Jahr 1917 arbeitete und es zunĂ€chst Das Buch der verschollenen Geschichten nannte. Es enthĂ€lt eine Sammlung von Geschichten zu der Entstehung von Tolkiens Welt und ĂŒber das erste Zeitalter. Das Buch ist in seiner heutigen Form, wie es Tolkiens Sohn Christopher vier Jahre nach dem Tot seines Vaters herausgegeben hat, recht schwer zu lesen, da das Buch keine zusammenhĂ€ngende, erzĂ€hlende oder spannende Handlung hat. Das Silmarillion stellt jedoch die Grundlage fĂŒr den Herrn der Ringe dar. Dort gibt es Leute, die alle Zeitalter durchlebt haben und auf große Schlachten und Ereignisse des 1. Zeitalters zurĂŒckblicken. Erst dadurch, dass der Leser ahnt, was dahinter steht, bekommt der Herr der Ringe seine Tiefe und wird zum großen Epos.

Das Silmarillion ist nur fĂŒr Tolkien - Kenner geeignet, die die anderen Werke mehrmals gelesen haben und sich in Einzelheiten auskennen. Der Herausgeber Christopher Tolkien schreibt selbst, dass das Silmarillion eine schwere LektĂŒre darstellt, die nur fĂŒr Kenner geeignet ist. In einem Vorwort schreibt er, dass es eine schwere Entscheidung war, wie er das Silmarillion veröffentlichen sollte: sollte er es weiterbearbeiten, so veröffentlichen, wie es ist (nicht komplett ĂŒberarbeitet) oder es besser gar nicht veröffentlichen. Er entschied sich dafĂŒr, es mit nur wenigen Bearbeitungen und Kommentaren zu veröffentlichen, um es den zahlreichen AnhĂ€ngern seines Vaters nicht vorzuenthalten.

Ich selbst habe das Buch nur zu ÂŒ gelesen, werde es aber eventuell spĂ€ter noch einmal aufgreifen, wenn ich den Herrn der Ringe öfters gelesen habe.
Nachrichten aus Mittelerde

Die Nachrichten aus Mittelerde sind eine Sammlung von ErzĂ€hlungen und Geschichten, die zum Teil vollendet, zum anderen Teil nur zur HĂ€lfte fertig sind oder nur den Inhalt einer wichtigen Unterhaltung aus einem anderen Werk darstellen. Christopher Tolkien hat dieses Buch mit einem kompletten Register bzw. Glossar herausgegeben, um weitere, bis da noch unveröffentlichte Geschichten seines Vaters der Öffentlichkeit zugĂ€nglich zu machen. Das Buch besteht aus einzelnen Geschichten, die durch Kommentare miteinander verbunden wurden, bzw. die ĂŒber den (nicht geschriebenen) Fortgang einer Geschichte berichten. Tolkien selbst hĂ€tte ein Buch wie dieses nie veröffentlicht, weil er es in seinem Perfektionsdrang so lange bearbeitet hĂ€tte, bis es nahezu makellos gewesen wĂ€re.

In dem Buch sind Geschichten aus allen Zeitaltern. Es enthĂ€lt die Geschichten Von Tour und seiner Ankunft in Gondolin und die Geschichte Die Kindern HĂșrins aus dem 1. Zeitalter, Geschichten und Beschreibungen von der Seefahrerinsel NĂșmenor und Geschichten von verschiedenen Elbenherrschern im 2. Zeitalter sowie einige Geschichten und ErzĂ€hlungen aus dem 3. Zeitalter, die teilweise eine ErgĂ€nzung zum Herrn der Ringe darstellen.

Das Buch ist recht interessant fĂŒr Leute, die schon andere Geschichten Tolkiens kennen und um einiges schöner zu lesen, als Das Silmarillion. Ich selbst habe die Nachrichten aus Mittelerde noch nicht ganz zu Ende gelesen, werde es aber auf jeden Fall noch tun.


Fabelhafte Geschichten

Die Sammlung der Fabelhaften Geschichten, die Tolkien selbst veröffentlichte, enthĂ€lt die drei MĂ€rchen bzw. ErzĂ€hlungen Bauer Giles von Ham, Der Schmied von Großholzingen und Blatt von TĂŒftler, die zum Teil auch einzeln veröffentlicht wurden. Die Geschichten entstanden in der Zeit, als Tolkien am Herrn der Ringe arbeitete. Es sind alles eigenstĂ€ndige MĂ€rchen, die in einer Menschenwelt spielen und fast nichts mit seiner Mythologie tu tun haben. Es treten zwar Drachen und auch Elben auf, man kann die Geschichten aber nicht in bestimmte Zeitalter Mittelerdes einordnen. Alles in allem sind es drei schön zu lesende MĂ€rchen.
Die Briefe vom Weihnachtsmann

Die Briefe vom Weihnachtsmann sind eine Sammlung von illustrierten Briefen, die Tolkien zu Weihnachten in den Jahren 1925 bis 1938 als Weihnachtsmann vom Nordpol an seine eigenen Kinder geschrieben hat. FĂŒr diese Briefe hat sich Tolkien viel MĂŒhe gegeben. Sie waren mit schönen Verzierungen an den RĂ€ndern, phantasievollen Bildern und sogar mit selbstgezeichneten Briefmarken der Nordpolarpost ausgeschmĂŒckt. In den Briefen erzĂ€hlt der Weihnachtsmann von dem vorweihnachtlichem Hochbetrieb am Nordpol, den abenteuerlichen Pannen, die seinem Helfer, dem etwas tolpatschigen PolarbĂ€ren, jedes Jahr passieren und von den ÜberfĂ€llen der Kobolde, die es zu Weihnachten auf die ganzen Geschenke abgesehen haben (dabei gingen z. B. auch einmal ein paar Geschenke fĂŒr Tolkiens Kinder verloren). In diesen Briefen schreibt der Weihnachtsmann in einer ruckeligen (vor KĂ€lte zitternden) Schrift, der PolarbĂ€r in einer großen Blockschrift und schließlich eine Elfe, die dem Weihnachtsmann beim Schreiben hilft, wenn er krank ist, in einer normalen Schreibschrift.

Tolkiens Kinder freuten sich sehr ĂŒber diese Briefe, auch wenn sie teilweise schon wußten, dass sie von ihrem Vater stammten. Als sie teilweise schon etwas Ă€lter waren, beantworteten sie diese Briefe und schrieben dem Weihnachtsmann zurĂŒck.

Das Buch ist ein sehr schönes Kinderbuch, welches spannende und lustige Weihnachtsgeschichten erzÀhlt. (Siehe Bild und Text auf S. 42 und S. 43).
Tolkiens Stil und die Art seiner Werke


Die ersten Geschichten zu Tolkiens Mythologie entstanden mit dem Hintergrund seiner Sprachen, denen er versuchte, Völker und Geschichten zuzuordnen. Es war also zuerst die Spielerei eines Philologen und Sprachwissenschaftlers. Mit diesem Hintergrund entwickelte Tolkien die ersten Geschichten des Silmarillions. Die spĂ€teren Werke des kleinen Hobbits und des Herrn der Ringe sind dann aus anfangs kleinen Geschichten entstanden, die Tolkien mehr aus der Freude zu MĂ€rchen, Sagen und Mythen schrieb. Teilweise sollten sie auch nur eine Freude fĂŒr seine Kinder oder eine Belustigung fĂŒr ihn selbst werden.

Der Herr der Ringe entwickelte sich aus dem Kinderbuch Der kleine Hobbit und wurde mit der Zeit zu einer riesigen ErzĂ€hlung, die auch seinem frĂŒheren Wunsch (als er das finnische "Kalevala" las), eine Mythologie zu schaffen, nachkam. Zudem konnte er mit diesem Werk, was man wegen seinem durchgehenden, erzĂ€hlenden, epischen Stil durchaus einen Epos nennen kann, viele Menschen begeistern. Man muss nur dazu sagen, dass dieser Epos keinen wirklichen Tatsachen (bzw. historischen Anhaltspunkten) entspricht, sondern eine reine Erfindung der Phantasie eines Mannes ist. Tolkiens Phantasie war sehr ausgereift. Er hatte seine Welt so deutlich vor Augen, dass er Geschichten mit Leichtigkeit erfinden konnte und nur niederzuschreiben brauchte. Nach dem Niederschreiben brauchte Tolkien jedoch lĂ€ngere Zeit, bis er die Geschichten bearbeitet und an die ZusammenhĂ€nge mit anderen Geschichten angepaßt hatte.

Zu seinen Geschichten gibt es auch Bilder, die er selbst gezeichnet hat (siehe Anhang), geographische Karten, chronologische Zeittafeln, StammbĂ€ume der einzelnen Familien, sowie die einzelnen Sprachen der verschiedenen Völker, mit ihren eigenen Schriftzeichen, Lauten und eigener Grammatik. Mittlerweile haben andere Autoren historische Atlanten von Mittelerde, mit genaueren Karten, Nachschlagewerke mit Definitionen und viel anderes Material, neben den vielen Analysen der Werke etc., herausgegeben. Da die Welt, in der die Werke spielen, und deren Möglichkeiten von Tolkien so genau beschrieben und definiert sind, gibt es auch viele andere Autoren, die verschiedene weitere BĂŒcher in Tolkiens Welt Mittelerde geschrieben haben Sie knĂŒpfen an die Werke Tolkiens an oder bedienen sich nur seiner Welt.


Vergleicht man Tolkiens Werke mit Werken vom Michael Ende (hauptsĂ€chlich mit "Der unendlichen Geschichte"), so stellt man fest, das Michael Ende auch Phantasiewelten geschaffen hat, die auch eher in einer Vergangenheit spielen, als in einer Zukunft, dass seine Werke aber in einem nicht so klar definierten Rahmen spielen. Bei Michael Ende kann der Leser (zumindest ich) nicht so klar vorausdenken, wie einzelne Personen handeln werden, wie man es bei Tolkien machen kann. In Michael Endes Geschichten gehen Personen plötzlich Wege, die man vorher nicht erwarten konnte. Dort treten plötzlich (willkĂŒrlich) Möglichkeiten und Lösungen auf, mit denen der Leser vorher nicht rechnen konnte. Bei Tolkien dagegen ist der Leser in der Geschichte drinnen und ĂŒberlegt mit den Personen, was als nĂ€chstes zu machen ist. Dabei sind dem Leser auch klare Grenzen gesetzt, in denen die Personen handeln können.

Im weiteren könnte man Tolkiens Werke in einer gewissen Weise auch mit Since - Fiction Literatur vergleichen. Hier handelt es sich um Phantasiewelten in ferner Zukunft. Jede Since - Fiction - Welt hat, Àhnlich wie in Tolkiens Welten, auch eigene klare Grenzen und Vorgaben, nach denen gehandelt wird.

Ein Vergleich ist vielleicht auch mit Marion Zimmer Bradley angebracht, die selbst eine lĂ€ngere Kritik ĂŒber den Herrn der Ringe geschrieben hat und Tolkien sehr schĂ€tzt. Ihre Werke (ich kenne sie bis jetzt nur durch ErzĂ€hlungen) spielen in der Vergangenheit. Im Gegensatz zu Tolkien ist diese Vergangenheit schon deutlicher definiert. Sie schreibt im Mittelalter, zur Zeit der Helden um König Artus, geht aber auch bis in eine Zeit davor zurĂŒck, wo die Kultur von dem mysteriösen Atlantis anzusiedeln ist. Ihre Werke sind auch Phantasieschöpfungen, nur dass sie zum Teil eine bereits deutlich definierte Welt nutzt.


Diese klaren Vorgaben aus Tolkiens Welt, oder Welten anderer Autoren (phantastische oder reelle) nutzen diejenigen aus, die die sogenannten Rollenspiele spielen. Bei diesen Spielen lenkt jeder Mitspieler eine Person durch ein Abenteuer, welches aus den eigenen Entscheidungen der Mitspieler entsteht. Bei diesen Rollenspielen, die von einigen ĂŒberwiegend jĂŒngeren Menschen gespielt werden, gibt es bei jedem Spiel einen Spielleiter, der darauf achtet, dass die Handlung der Personen im Rahmen der vorher festgelegten Welt bleibt. Weil Tolkien eine so außerordentliche Phantasie hatte, haben fast alle dieser Rollenspieler seine BĂŒcher gelesen und kennen sich in der Welt Mittelerde aus.

Tolkiens Werke sind sicherlich auch von der nordischen Mythologie und Ă€hnlichen Ă€lteren literarischen Werken (wie z. B. der Edda) beeinflußt. Interessant ist auch, dass ein so christlicher Mensch wie Tolkien seinen Personen keinen festen Glauben gab. Der einzige grĂ¶ĂŸere religiöse Aspekt in seinen Werken ist der große Kampf zwischen Gut und Böse, nur dass das Gute nicht so einfach mit einer Person definiert wird, wie das Böse. Daneben muss man auch sehen, dass die Valar aus dem Silmarillion auch eine Art engelhafter Wesen darstellen.

Tolkien hat in seinen Werken politische Aspekte (einzelne Königreiche, Kriege usw.) mit nordisch - heidnischen ZĂŒgen (Inspiration der nordischen Mythologie), sowie mit mittelalterlich - christlichen ZĂŒgen (KĂ€mpfe zwischen Gut und Böse) kombiniert, wenn man alle seiner Werke, die in Mittelerde spielen, in dieser Betrachtung berĂŒcksichtigt.
Zeichnungen


Tolkien hat außer seinen schriftlichen Werken auch Zeichnungen zu seinen Geschichten angefertigt. Die Zeichnungen sind meistens schwarzweiß (sie wurden spĂ€ter koloriert) aber auch manchmal farbig. Einige Zeichnungen waren in vollendet und dienten teilweise als Illustration fĂŒr seine BĂŒcher, andere waren nur eine Skizze in seinen Manuskripten. Die Zeichnungen zeigen, dass er auch eine gewisse kĂŒnstlerische FĂ€higkeit hatte, vor allem zeigen sie aber, wie genau er seine Welt vor Augen hatte und dass er die Geschichten dieser Welt praktisch nur niederschreiben bzw. zeichnen musste.

Tolkien hat auch geographische Karten zu seinen Geschichten gezeichnet. Diese wurden auch im Anhang einiger Werke veröffentlicht. Die Karte im Herrn der Ringe hat jedoch sein Sohn Christopher aus den verschiedenen Kartenskizzen gefertigt, weil der Verlag drÀngte, das Buch zu veröffentlichen und Tolkien selbst nicht genug Zeit dazu hatte.
Literaturverzeichnis


PrimÀrliteratur

J. R. R. Tolkien Der kleine Hobbit
J. R. R. Tolkien Der Herr der Ringe (Buch 1 - 3 + AnhÀnge)
J. R. R. Tolkien Fabelhafte Geschichten
J. R. R. Tolkien / Christopher Tolkien Das Silmarillion
J. R. R. Tolkien / Christopher Tolkien Nachrichten aus Mittelerde
J. R. R. Tolkien / Christopher Tolkien Pictures (Bildband)
J. R. R. Tolkien / Baillie Tolkien Die Briefe vom Weihnachtsmann


SekundÀrliteratur

Humphrey Carpenter J. R. R. Tolkien - Eine Biographie
Dieter Petzold J. R. R. Tolkien - Fantasy Literature als WunscherfĂŒllung und Weltdeutung
Helmut W. Pesch J. R. R. Tolkien - der Mythenschöpfer
Verlag Klett - Cotta Tolkien Times (Werbung, Beschreibung und Kommentar zu den Werken)

[1] Wissenschaft von der Sprache und von der Literatur, die Wissenschaft von der Kultur eines Volkes und die Auswirkungen auf die Sprache und Literatur/Dichtung, VorlÀufer der Sprachwissenschaft und der Literaturwissenschaft.
[2] Geoffrey Chaucer, englischer Dichter und Diplomat im Mittelalter, * um 1340, H 25.10.1400.

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