Leistungsbeurteilung an Schulen - Notwendigkeit od

Mein heutiges Referat behandelt das Thema:
"Leistungsbeurteilung an den Schulen - Notwendigkeit oder ├ťbel?"

Um uns jedoch genauer mit dem Begriff der Leistungsbeurteilung besch├Ąftigen zu k├Ânnen, sollten wir uns erstmals mit dem Begriff der Leistung selbst befassen.
In der Gesellschaft ist "Leistung" nicht einfach "Arbeit in der Zeiteinheit", sondern das Ergebnis von Zuschreibungen: "Leistung" ist das, was eine Gesellschaft darunter verstehen m├Âchte. Dadurch l├Ąsst sich zum Beispiel der h├Âhere Stellenwert von Kopfarbeit gegen├╝ber von Handarbeit erkl├Ąren.
Wir begr├╝nden Leistung meistens durch 2 Begriffe, n├Ąmlich "F├Ąhigkeiten" und "Anstrengung", wobei das eine, und zwar die F├Ąhigkeiten sehr unterschiedlich und individuell verschieden sein k├Ânnen und Anstrengung f├╝r alle gleich ist.
Zwei Personen k├Ânnen zum Beispiel die gleiche Leistung erbringen, jedoch mit unterschiedlicher Anstrengung, weil der eine f├╝r diese Aufgabe vielleicht weniger begabt ist, als der andere.

In unserer Gesellschaft herrscht das "Leistungsprinzip" vor. Das bedeutet, dass in ├ľsterreich die Vergabe von Posten, die Entlohnung und die sozialen R├Ąnge durch scheinbar erbrachte Leistung (etwa Schulabschl├╝sse) erfolgt. Was f├╝r uns selbstverst├Ąndlich erscheint ist jedoch eine relativ neue Erscheinung, denn fr├╝her war das "Herkunftsprinzip" wohl das gebr├Ąuchlichste, was soviel heisst, als das Arbeitspl├Ątze etc. an Leute der angemessenen sozialen Herkunft vergeben wurden.
Nat├╝rlich erscheint uns dieses Prinzip als ungerecht, doch auch das "Leistungsprinzip" ist nicht ganz fehlerlos.
Es kann zum Beispiel keine Gesellschaft geben, die rein auf dem Leistungsprinzip aufgebaut ist, denn das w├Ąre unmenschlich gegen├╝ber denen, die keine Leistung erbringen k├Ânnen, wie zum Beispiel: alte, kranke Menschen, oder Kindern.
Deshalb gibt es auch noch das" "Sozialprinzip", welches jeden Menschen nach seinen Bed├╝rfnissen versorgen will. Da das Sozialprinzip zum Teil auf dem Leistungsprinzip beruht, kommt es auf die richtige Mischung der beiden an, um eine m├Âglichst gerechte Versorgung der Menschen zu gew├Ąhrleisten.
Somit w├Ąre eigentlich nichts mehr gegen das Leistungsprinzip einzuwenden, trotzdem hat es einige Gegner wie Leibfried oder Br├╝hweiler, welche es als ein Instrument der kapitalistischen Gesellschaftsordnung sehen, die das Gewissen der wenigen die "oben" sind beruhigt. Au├čerdem meinen sie, dass es nie ganz gerecht sein kann. Das beginnt schon in der Schule, denn die Leistung der Sch├╝ler h├Ąngt auch mit ihrem sozialen Umfeld und ihrer Erziehung zusammen und diese Faktoren sind bei allen Sch├╝lern unterschiedlich.
Abschlie├čend kann man vielleicht sagen, dass das Leistungsprinzip nicht das beste Prinzip zum Verteilen der G├╝ter in einer Gesellschaft ist, dass es jedoch kein besseres gibt.

In unserer Gesellschaft gilt also das Leistungsprinzip.
Das beginnt schon in der Schule. Die Schule sollte in der westlichen Welt vor allem als " Weg des Kindes" gesehen werden, welcher den Sch├╝lern hilft ihre eigene Pers├Ânlichkeit und Individualit├Ąt zu finden, da jedoch die in der Schule erbrachten Leistungen oft f├╝r den sp├Ąteren Weg im Berufsleben ausschlaggebend sind, verh├Ąrtet sich schon hier das Konkurrenzdenken. Jeder will gute Leistungen erbringen, oft auch mit unerlaubten Hilfsmitteln. Der Lehrer wird nicht selten zum Feind erkl├Ąrt, und von klug ausgedachten Schummelsystemen wird noch auf sp├Ąteren Maturatreffen gesprochen. Jeder will nat├╝rlich die besten Noten erreichen, doch sollte nicht eigentlich das Lernen im Mittelpunkt stehen? Z├Ąhlen sollte doch eigentlich das, was " h├Ąngenbeibt", oder nicht? Ist uns allen nicht ein durch Auswendiglernen oder gar Schummeln verdienter Einser lieber, als ein Dreier, den wir uns ehrlich verdient haben, und wo wir in 10 Jahren auf eine Frage zu diesem Thema noch immer korrekt antworten k├Ânnen.
W├Ąre es da nicht besser gleich auf Zensuren zu verzichten und einfach nur deshalb in die Schule zu gehen, um seinen Horizont zu erweitern?

Wozu sind Noten denn eigentlich da?

Mit den Funktionen von Zensuren besch├Ąftigten sich viele Psychologen. Einer davon ist ZIELINSKI, der nicht weniger als 10 Funktionen von Noten ausfindig machen konnte.
    R├╝ckmeldung ├╝ber die erbrachten Leistungen f├╝r den Lehrer. Information des Sch├╝lers ├╝ber seinen Leistungsstand. Auskunft an die Eltern ├╝ber die Leistungen ihrer Kinder. Motivierung des Sch├╝lers zu weiteren Leistungen. Disziplinierung leistungsunwilliger Sch├╝ler. Aufweis der Leistungsforderungen der Institution Schule f├╝r den Sch├╝ler. Zuordnung der Sch├╝ler zu unterschiedliche Bewertungsklassen. Merkmal f├╝r die Auslese un d├╝r die weitere Beschulung. Mitentscheidung ├╝ber den weiteren sozialen Aufstieg oder Abstieg. Gewisser Ausgleich unterschiedlicher Startchancen der Sch├╝ler.
Wie schon erw├Ąhnt haben sich auch noch viele andere Autoren mit diesem Problem auseinandergesetzt.
Im Grossen und Ganzen k├Ânnen wir 3 GRUNDFUNKTIONEN von Zensuren nennen, n├Ąmlich:
Die Berechtigungsfunktionen
Die Berichtsfunktionen und
Die p├Ądagogischen Funktionen.

Wir werden uns zuerst mit den BERECHTIGUNGSFUNKTIONEN der Leistungsbeurteilung auseinandersetzten:

Zensuren bzw. Zeugnisse erteilen die Berechtigung zum Aufsteigen in die n├Ąchste Klasse, zum Besuch bestimmter Schultypen, oder zum Besuch von Universit├Ąten oder bestimmten Berufen.
Die Berechtigungen, die eine Schule dem Sch├╝ler erteilt, sind f├╝r ihn also von ├╝berragender Bedeutung.
Fr├╝her war lediglich die Herkunft f├╝r den sp├Ąteren sozialen Rangplatz in der Gesellschaft verantwortlich, heute hat die Schule diese Aufgabe ├╝bernommen.
F├╝r die weitere berufliche und pers├Ânliche Entwicklung eines Jugendlichen ist die Beurteilung seiner geistigen Leistungsbereitschaft seht wichtig.
Eine der bedeutensten Entscheidungen, die durch die Berechtigungsfunktion der Leistungsbeurteilung, getroffen wird, betrifft das Aufsteigen bzw. Wiederholen einer Klasse.
Doch ist das "Sitzenbleiben" ├╝berhaupt sinnvoll?
Die Idee des Sitzenbleibens beruht auf der Annahme, dass alle Kinder und Jugendlichen eines Alters gleich leistungsf├Ąhig und gleich lernfreudig sind, bzw. auf der Gliederung unseres Schulwesens in Jahrgangsklassen.
Au├čerdem wird angenommen, dass der Sch├╝ler das Lehrziel durch Wiederholen der Klasse erreicht, doch in Wirklichkeit weisen Untersuchungen darauf hin, dass das Wiederholen der Klasse oft mehr schadet, als es bringt.
Im Allgemeinen ist es so, dass Repetenten, und diese Aussage beruht auf Untersuchungen, grunds├Ątzlich schlechter beurteilt werden, als Sch├╝ler die diese Klasse zum ersten Mal besuchen. Dies gilt auch f├╝r jene F├Ącher die der betreffende Sch├╝ler im vorigen Schuljahr durchaus positiv abgeschlossen hat.
Verdeutlichen kann man dieses P├Ąnomen vielleicht mit einem Beispiel;
Die Beurteilungen in den sogennanten musischen F├Ąchern, wie Zeichnen und Musik und auch Leibes├╝bungen, von Repetenten und Nicht - Repetenten wurden untersucht.
Diese F├Ącher waren in keinem Fall der Grund daf├╝r, dass der Sch├╝ler das Jahr wiederholen muss, dennoch erreichten nur 34% der Repetenten in diesem Fach ein Sehr gut, im Vergleich zu 45% der altersrichtigen Sch├╝ler. Dies beweist, dass auch Lehrer Repetenten mit gewissen Vorurteilen begegnen. Nat├╝rlich hat es auf wissenschaftlicher Ebene keinerlei Bedeutung, was ein Sch├╝ler zum Beispiel in "Turnen" bekommt, das Selbstwertgef├╝hl des betreffenden Sch├╝lers leidet jedoch sehrwohl darunter.

Es fallen au├čerdem auch nicht alle gleichbegabten Kinder durch.
Im Allgemeinen m├╝ssen wesentlich mehr Arbeiterkinder und mehr Buben eine Klasse wiederholen.
Das v├Âllige Ausschalten sozialer Unterschiede gelingt der Institution Schule also auch im Zusammenhang mit dem Sitzenbleiben nicht.
Auch in Schulen mit Latein ist die Repetentenrate generell gr├Â├čer.


Wenn wir uns mit der Berechtigungsfunktion von Zensuren besch├Ąftigen, m├╝ssen wir uns auch mit der Berechtigung zum Besuchen einer weiterf├╝hrenden Schule befassen.
In ├ľsterreich muss sich ein Kind im Alter von 10 Jahren zum ersten Mal mit der Frage besch├Ąftigen, ob es die Hauptschule oder das Gymnasium besuchen soll. F├╝r zweiteres braucht man jedoch eine gewisse, von der Schule erteilte Berechtigung, sprich gute Noten im Abschlusszeugniss der 4. Klasse.
Ein gutes Zeugniss gleicht jedoch gewisse Unterschiede in den Startm├Âglichkeiten nicht aus, so ist es etwa bewiesen, dass Kinder aus niederen sozialen Schichten wesentlich h├Ąufiger die Hauptschule besuchen.
Auch die r├Ąumlichen Voraussetzungen k├Ânnen gro├če Nachteile bedeuten.
Zwar wird dieser Unterschied im Zusammenhang mit der wachsenden Mobilit├Ąt immer kleiner, doch der Anteil der Gymnasiasten ist in St├Ądten noch immer wesentlich gr├Â├čer als in l├Ąndlichen Gebieten.


Nun kommen wir zur BERICHTSFUNKTION der Leistungsbeurteilung:

Noten berichten ├╝ber den Leistungsstand eines Sch├╝lers.Sie erf├╝llen also eine Berichtsfunktion.
Eine Berichtsfunktion vor allem f├╝r die Eltern und f├╝r die Sch├╝ler. Diese Berichtsfunktion wird durch die bei uns ├╝blichen Ziffernnoten jedoch stark eingeschr├Ąnkt, da bei Leistungsversagen keinerlei Auskunft dar├╝ber gegeben wird, ob eben diesem mangelnde Begabung, mangelnder Flei├č oder sonstige Ursachen zugrunde liegen.
Problematisch an unserem Ziffernnotensystem mag auch noch sein, dass Eltern und manchmal auch Sch├╝ler und Lehrer die Zensuren einfach ├╝berbewerten. Schlechte Noten werden von Eltern unn├Âtigerweise oft bestraft. Kindern wird somit bald die Freude am Lernen und an der Schule genommen. Es ist ihnen nicht mehr wichtig, ob man einen Wissenszuwachs verzeichnen kann, das was z├Ąhlt ist nur noch das Sehr gut.
Verst├Ąrkt wird dies noch durch eine gewisse "Zensurenmentalit├Ąt" der Eltern, die die Noten ihrer Kinder oft als staatliche Beurteilung der intellektuellen Leistungsf├Ąhigkeit ihrer gesamten Familie sehen.

Noten erf├╝llen also eine Berichtsfunktion f├╝r Eltern und Sch├╝ler, doch gilt das auch f├╝r Lehrer?
Im Prinzip k├Ânnte man doch sagen, dass Lehrer aus den Noten ihrer Sch├╝ler auf die eigene Unterrichtsqualit├Ąt schlie├čen k├Ânnten, doch das ist in den meisten F├Ąllen, besonders wenn es sich um schlechte Leistungen handelt nicht der Fall.

Anders sieht es jedoch bei Bewerbungen aus. Hier erf├╝llen Zensuren sehrwohl ihre Berichtsfunktion, da der Arbeitgeber meist Angestellte mit guten schulischen Leistungen bevorzugt.

Nun zur PÄDAGOGISCHEN FUNKTION der Leistungsbeurteilung:

Von der Leistungsbeurteilung an den Schulen wird angenommen, dass sie gute Sch├╝ler durch gute Noten belohne, und schlechtere Sch├╝ler durch schlechte Noten motiviert w├╝rden.
Am Beginn jedes Lernprozesses steht die Motivation. Im Tierreich beruht der Grund der Motivation meistens auf Trieben, wie: Hunger, Durst oder Fortpflanzung.
Keiner dieser Triebe motiviert uns jedoch dazu, dass wir in der Schule bessere Leistung erbringen, also brauchen wir Noten, denn wir streben alle danach so gute Noten wie m├Âglich zu bekommen.
Dass Ziffernnoten dazu motivieren mehr zu lernen um bessere Leistungen erbringen zu k├Ânnen, steht also au├čer Frage, doch sind sie auch die richtige Art der Motivation?
Grunds├Ątzlich sollte man zwischen INTRINISCHEN und EXTRINISCHEN Lernmotivationen unterscheiden.
Die Wurzel des intrinisch motivierten Lernens ist Neugier, wer aus anderen Gr├╝nden lernt ist extrinisch motiviert.

In seinen ersten Lebensjahren sind Kinder fast ausschlie├člich intrinisch motiviert, doch dieses nat├╝rliche Lernbed├╝rfniss wird von der Schule aus 2 Gr├╝nden gest├Ârt:
1: durch den Zwang zu lernen, das bedeutet also, dass wir keine Alternative haben.
2: durch das System von Belohnung und Bestrafung im Rahmen der Leistungsbeurteilung.

Durch dieses System verlagert sich die Lernmotivation also auf die extrinische Seite.
Schuld daran sind auch die Eltern, die sich ausschlie├člich an der vom Kind erhaltenen Note orientieren und sich nicht die M├╝he machen die Leistungen des Kindes zu ├╝berpr├╝fen.
Lob und Tadel werden also nicht aufgrund einer erbrachten Leistung, sondern aufgrund der daf├╝r erhaltenen Note erteilt, was Sch├╝ler dazu veranlasst nur nach guten Noten zu streben, wobei alle Mittel erlaubt sind, und nicht ihre pers├Ânliche Leistung zu verbessern.
Die schulischen Interessen von Sch├╝lern und Eltern richten sich also nur auf den ERFOLG und nicht auf die erhaltene BILDUNG.
Wenn nun schon die Motivation durch positive Noten in Frage gestellt werden kann, wird die Problemstellung bei der Motivation durch schlechte Noten wahrscheinlich noch gr├Â├čer sein, denn in vielen F├Ąllen und f├╝r viele Sch├╝ler bedeuten schlechte Noten nicht Motivation, sondern sie schw├Ąchen das Selbstvertrauen des Sch├╝lers erheblich und das bewirkt nicht unbedingt eine Verbesserung der Noten, aber ruft ein oft ein Gef├╝hl der Resignation herbei.

Ein weiteres Problem ist vielleicht noch, dass falls man aus rein extrinischer Motivation lernt, sobald man aus der Schule geht der Motivationsfaktor wegf├Ąllt, und man auch die B├╝cher mit dem Schulabschluss f├╝r immer weglegt.


Doch nun einmal zu Frage, was ├╝berhaupt beurteilt wird, das hei├čt, wonach der Lehrer ├╝berhaupt auf die Note schlie├čt.
Es ist wichtig zu wissen welche Dimensionen einer Arbeit ├╝berhaupt bewertet werden, um zu wissen ob und warum Noten fair oder unfair sind.
Also:
Was beurteilen Lehrer?
Um das zu beantworten m├╝ssen wir zwischen KONVERGENTEN und DIVERGENTEN Leistungen unterscheiden.
Konvergente Leistungen sind jene, welche sich in einem richtigen Ergebnis ausdr├╝cken lassen.
Mathematik - Schularbeiten etwa werden nach konvergenten Leistungen beurteilt, aber auch Deutsch - Schularbeiten, bei denen die Rechtsschreibung, eine konvergente Leistung, beurteilt wird.
Divergente Leistungen k├Ânnen dagegen zu vielen Leistungen f├╝hren, die im Prinzip gleichwertig sind.
Typisch daf├╝r sind etwa Leistungen im kreativen Bereich k├╝nstlerischen Schaffens.
Dasselbe Thema kann musikalisch, poetisch oder bildnerisch in vielen Variationen ausgearbeitet werden, wobei man hier nicht zwischen richtig und falsch entscheiden kann.
Von diesem Problem haupts├Ąchlich betroffen sind F├Ącher wie BE oder Musikerziehung, doch ein Antrag die Ziffernnoten in diesen F├Ąchern abzuschaffen wurde abgelehnt.
Ein wichtiger Bildungsauftrag der Schule, der ausschlie├člich im divergenten Bereich liegt und deshalb nicht beurteilt werden kann, liegt in den Bereichen von emotionalen und sozialen Lehrzielen. Damit gemeint ist zum Beispiel die Erziehung zur Hilfsbereitschaft. Der Lehrer kann dies kaum benoten, doch die Schule bildet auch in diesem Bereich.
Es ist bedauerlich, dass in der Schule h├Ąufig so eng mit Ziffernnoten verbunden gesehen wird.


Wie kommen Lehrer aber nun genauer zu ihrem Urteil, zum Beispiel bei einer Deutsch - Schularbeit?

In jedem Aufsatz oder Diktat werden zum Beispiel Bereiche der Rechtsschreibung gepr├╝ft, die nicht gerade "durchgenommen" wurden. Dadurch f├Ąllt eine eindeutige Zuordnung zu einer hanz bestimmten, abgrenzbaren Unterrichtssequenz schwer.
Die Auffsatzbeurteilung wird jedoch in hohem Ma├č von der Rechtsschreibung beeinflusst, da sich die Beurteiler bei der Beurteilung des Inhalts und des Stils vorsichtig im Mittelbereich halten, weil sie sich ihrer Subjektivit├Ąt bewu├čt sind. Trotzdem ist es m├Âglich, dass sich die die Noten f├╝r dieselbe Arbeit von verschiedenen Lehrern ├╝ber mehrere Notenstufen verteilen, weil Lehrer verschiedenes f├╝r wichtig halten.

Zu diesem Thema wurden im Rahmen einer Untersuchung 150 Gymnasiallehrer befragt, welche Dimensionen bei ihrer Leistungsbeurteilung in den F├Ąchern Deutsch, Mathematik und Bildnerische Erziehung.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung f├╝r das Beispiel Deutsch m├Âchte ich nun darstellen:

Nach der ersten, spontanen Antwort sah das Ergebnis so aus:
150 Lehrer gaben folgende Dimensionen an, nach denen sie ihre Sch├╝ler ein Jahr vor der Matura, was genau unserer Schulstufe gleichkommt, beurteilen:
81% Stil und Sprachverm├Âgen
79% Rechtschreibung
75% Themenverst├Ąndnis
62% Aufbau und innere Logik der Darstellung
31% Ideenreichtum

Wie schon erw├Ąhnt erfolgten diese Angaben spontan, nach einiger Bedenkzeit kam man jedoch zu folgendem Ergebnis: 54% Aufbau und innere Logik der Darstellung
46% Ideenreichtum
40% Themenverst├Ąndnis
36% Stil und Sprachverm├Âgen
13% Rechtschreibung

Besonders auff├Ąlig ist der Unterschied in der Wichtigkeit der Rechtschreibung.
In der Praxis d├╝rfte der Wert irgendwo dazwischen liegen, wobei Rechtschreibung in h├Âheren Klassen weniger zur Note beitr├Ągt, hingegen Aufbau und Ideenreichtum wichtiger werden.

Nachdem wir uns nun mit der Frage: "Was messen Lehrer?" besch├Ąftigt haben, befassen wir uns nun mit der Frage:

"Wie messen Lehrer?"

Um Leistungen festzustellen braucht man grunds├Ątzlich keine Ma├čst├Ąbe.
Um etwa bei einem Diktat die Leistung festzustellen, braucht man lediglich die Fehler zu z├Ąhlen.
Die Feststellung: "Hans hat bei diesem Diktat 7 Fehler!" sagt aber nichts ├╝ber Hans' Rechtschreibleistung aus.
Um diese korrekt zu beurteilen, ist ein Ma├čstab erforderlich.
Immer wenn man etwas messen will, ben├Âtigt man einen Ma├čstab. Wenn man zum Beispiel einen Tisch abmessen will, braucht man ein Ma├čband dazu und genau so ist es auch bei der Leistungsbeurteilung.

Man unterscheidet grunds├Ątzlich zwischen 4 verschiedenen Ma├čst├Ąben:
    lehrzielbezogene Ma├čst├Ąbe soziale Ma├čst├Ąbe sch├╝lerbezogene Ma├čst├Ąbe scheinbare Ma├čst├Ąbe

    LEHRZIELBEZOGENE MASSSTÄBE:

Lehrer m├╝ssten eigentlich darauf vertrauen k├Ânnen, dass die ihnen vorgesetzte Beh├Ârde in einem so heiklen Bereich ihrer Arbeit bestimmte Richtlinien erteilt.
Die hier erteilten Anweisungen sind jedoch ├Ąu├čerst unklar und diffus.
Zum Beispiel:

F├╝r die Note "sehr gut" ist erforderlich, dass die Anforderungen in weit ├╝ber das Wesentliche
hinausgehendem Ausma├č erf├╝llt sind;

Die Note "gut" ist zu erteilen, wenn die Anforderungen in einem ├╝ber das Wesentlich hinausgehendem
Ausma├č erf├╝llt sind;

Die Note "befriedigend" bedeutet, dass die Anforderungen in den wesentlichen Bereichen zur G├Ąnze
erf├╝llt sind;

Bei der Note "gen├╝gend" werden die Anforderungen in den wesentlichen Bereichen ├╝berwiegend erf├╝llt.

Sinngem├Ą├č werden bei "nicht gen├╝gend" die Anforderungen nicht einmal in den wesentlichen Bereichen
├╝berwiegend erf├╝llt.

Die Anforderungen, von denen hier immer wieder gesprochen wird sind aus den jeweiligen Lehrpl├Ąnen zu entnehmen. Weder diese gesetzlichen Vorschreibungen, noch verschwommene Formulierungen wie "zur G├Ąnze"oder "├╝ber das Wesentliche hinausgehende Ausma├č" sind dem Lehrer jedoch Hilfestellungen.

Diese gesetzlichen Ma├čst├Ąbe sind so allgemein gehalten, damit man sie in alle Lehrpl├Ąne anwenden kann und sie somit auch f├╝r alle Schultypen gelten.

Eng mit den lehrplanbezobenen Ma├čst├Ąben in Verbindung stehen die LEHRZIELBEZOGENE Ma├čst├Ąbe.
Das bedeutet, dass vor einer Pr├╝fung schon das Wissensoptimum festgelegt ist und die Note je nach dem, wie viel auf dieses Optimum fehlt festgelegt wird.

Der SOZIALE MASSSTAB bei der Leistungsbeurteilung:

Der soziale Ma├čstab zur Leistungsbeurteilung wird auch als "durchschnittsorientierte" oder "klassenorientierte" Leistungsbewertung bezeichnet.
Der Ma├čstab wird hier nicht von au├čen angelegt sondern erfolgt nach dem Leistungsstand der jeweiligen Bezugsgruppe.
Die Note wird nicht sofort durch Z├Ąhlen der Fehler festgelegt, sondern es wird festgestellt wie h├Ąufig bestimmte Fehlersummen vorkommen.
Bei durchschnittlich vielen Fehlern w├╝rde zum Beispiel ein "Befriedigend" erteilt.
Bei, im Vergleich zu den ├╝brigen in der Klasse erreichten Leistungen, vielen Fehlern, w├╝rde demnach ein 4er oder 5er gegeben.
Nach der H├Ąufigkeitsverteilung der Noten erhalten nun etwa
50% der Sch├╝ler ein "Befriedigend"
20% ein "Gut" oder "Gen├╝gend" und etwa
5% ein "Sehr gut" oder "Nicht gen├╝gen"

Auf den ersten Blick scheint der soziale Ma├čstab zun├Ąchst vorteilhaft, da er eine praktische Hilfe f├╝r den Lehrer bietet, doch werden erhebliche Nachteile schnell sichtbar.
Man beurteilt nach dem sozialen Ma├čstab nicht die eigentliche vom Sch├╝ler erbrachte Leistung, sondern sein Abschneiden im Vergleich mit den anderen Sch├╝lern einer Klasse.
Beim sozialen Ma├čstab h├Ąngt das Schulschichsal eines Sch├╝lers davon ab, in welche Klasse er rein zuf├Ąllig eingestuft wird.
So ist es etwa egal ob ein Sch├╝ler 0 oder 20 Punkte erreicht, beides k├Ânnte im Falle eines hohen Klassendurchschnitts zu "nicht gen├╝gend" f├╝hren.


SCH├ťLERBEZOGENE MASSST├äBE:

Leistungsschwache Sch├╝ler bed├╝rfen spezieller Motivation.
Weder soziale noch lehrplanbezogene Ma├čst├Ąbe bringen f├╝r diese Sch├╝ler jedoch Erfolgserlebnisse, deshalb ist der sch├╝lerbezogene Ma├čstab wohl einer der motivierensten f├╝r jene.
Hier wird der Sch├╝ler nur mit sich selbst, oder besser gesagt mit dem was aus ihm werden k├Ânnte verglichen.
Bewertet wird der Leistungszuwachs.
Leistungsstarke Sch├╝ler sind jedoch oft dagegen, da sie dadurch ihre Starstellung einb├╝├čen.
Diese Methode wird nur an alternativen Privatschulen praktiziert.

SCHEINBARE MASSSTÄBE:

Lehrer bekommen im Laufe ihrer Dienstzeit oft ihre eigenen Ma├čst├Ąbe zur Beurteilung der Noten.
Meist gibt es dann einen starren Zusammenhang zwischen Fehlern und Noten, dass zum Beispiel 2 Fehler noch "sehr gut" sind, wobei 10 Fehler schon "nicht gen├╝gend" ist.
Das vermittelt den Beurteilern oft ein Gef├╝hl der Objektivit├Ąt und Gerechtigkeit.
Gerecht w├Ąre es jedoch nur dann, wenn alle Lehrer f├╝r ein Unterrichtsfach den gleichen Ma├čstab verwenden w├╝rden.

Nun zu den:

Formen der Leistungsbeurteilung:

Es gibt viele Formen von Pr├╝fungen:
Schriftliche, m├╝ndliche und praktische Pr├╝fungen
Auch der Stellenwert der Pr├╝fungen ist sehr unterschiedlich, er reicht von "St├Ąndiger Beobachtung" bis zur "Reifepr├╝fung".
Erhalten alle Pr├╝flinge die selbe Frage, so spricht man von "standartisierten Pr├╝fungen".
F├╝r junge Menschen sind Leistungsbeurteilungen meist sehr wichtig und sie m├╝ssen daher bestimmten G├╝tekriterien entsprechen.
Pr├╝fungen m├╝ssen:
    objektiv sein, dass hei├čt unabh├Ąngig von der Person des Pr├╝fers. Zuverl├Ąssig bzw. stabil sein, und valide, wie wir im Regelunterricht schon geh├Ârt haben, bedeutet das, dass sie wirklich das messen, was sie vorgeben zu messen.

Schriftliche Pr├╝fungen:

Schriftliche Pr├╝fungen erf├╝llen die erw├Ąhnten Kriterien meistens besser als m├╝ndliche Pr├╝fungen.
Schriftliche Pr├╝fungen sind in der Regel standardisiert.Das bedeutet, dass alle Pr├╝flinge die gleichen Fragen bekommen. Diese Standardisierung erm├Âglicht dem Lehrer einen besseren Vergleich der Sch├╝lerleistungen und dadurch, dass alle Sch├╝ler die gleiche Frage beantworten m├╝ssen bekommt der Lehrer ein besseres Bild von der Schwierigkeit der Fragen.
F├╝r die Zuverl├Ąssigkeit von Pr├╝fungen ist auch die Anzahl der Fragen verantwortlich.
Auch das spricht f├╝r die schriftliche P├╝fung, weil hier gew├Âhnlich mehr Fragen gestellt werden k├Ânnen.
Und auch das Kriterium der Objektivit├Ąt wird besser erf├╝llt, da ├Ąu├čere ‚Beurteilungsfaktoren wie Aussehen, Kleidung, Haltung und Ausdrucksverm├Âgen weniger bis keine Rolle spielen.
Oft bevorzugen auch Schüler die schriftliche Prüfung, weil Blockierungen durch Ängste leichter abgebaut werden.




M├╝ndliche Pr├╝fungen:

Probleme m├╝ndlicher Pr├╝fungen:

Bei m├╝ndlichen Pr├╝fungen fehlt die Standardisierung, das bedeutet das es m├Âglich ist das Sch├╝ler unterschiedlich schwere und auch weniger gut ├╝berlegte Fragen erhalten k├Ânnen.
M├╝ndliche Pr├╝fungen pr├╝fen ha├╝figer die F├Ąhigkeit des Sch├╝lers Angst zu ertragen und ├╝berhaupt spielt die Pers├Ânlichkeit des Pr├╝flings eine gr├Â├čere Rolle.
M├╝ndliche Pr├╝fungen bevorzugen bestimmte wortgewandte, selbstsichere und anpassungsf├Ąhige Pers├Ânlichkeitstypen, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, da es auch im sp├Ąteren Leben eine Anforderung sein kann solche Merkmale aufzuweisen, doch m├╝sste eine Pr├╝fung dieser Merkmale vorher festgelegt und angek├╝ndigt sein.
Trotzdem bevorzugen Studenten laut einer Umfrage die m├╝ndliche Pr├╝fung, weil der pers├Ânliche Kontakt mit dem Pr├╝fer zum Ausr├Ąumen von Mi├čverst├Ąndnissen dienen kann.
Tats├Ąchlich kommt es bei dieser Form der Leistungsbeurteilung jedoch sehr viel auf Sympathie oder Assympathie an und die pers├Ânliche Beziehung zwischen Sch├╝ler und Lehrer sollte auf die Leistungsbeurteilung keinen Einfluss haben. Dies ist jedoch bei m├╝ndlichen Pr├╝fungen eher der Fall als bei schriftlichen.

Die m├╝ndliche Pr├╝fung als soziale Situation:

Jede Pr├╝fung ist eine assymmetrische soziale Situation, das bedeutet, dass der Pr├╝fer stark und der Pr├╝fling schwach ist. Diese Aufteilung der Verh├Ąltnisse ist auch f├╝r leistungsf├Ąhige und robuste Sch├╝ler eine Belastung, aber es existiert auch die Angst des Pr├╝fers.
Lehrer empfinden oft eine Art Profilierungsbed├╝rfniss vor ihren Kollegen, was die Qualit├Ąt der Pr├╝fung beeinflusst. Au├čerdem gibt es eine Hemmung das Urteil "nicht gen├╝gend" m├╝ndlich auszusprechen, was f├╝r uns Sch├╝ler zwar ein Vorteil ist, aber auch nicht gerade f├╝r das richtige Ergebniss einer Pr├╝fung spricht.

Pr├╝ferfehler bei m├╝ndlichen Pr├╝fungen:

H├Ąufig, wen der Pr├╝fer eine hohe Erwartungshaltung hat, werden Suggestivfragen (=Fragen die dem Pr├╝fling die Antwort schon in den Mund legen) gestellt, au├čerdem wird der Pr├╝fer, sei es durch geschickte Sch├╝lerfragen, oder sei es durch das Bed├╝rfniss das eigene Wissen anzubringen, h├Ąufig dazu veranlasst selbst viel zu reden, was dazu f├╝hren kann, dass er das Gef├╝hl bekommt die Fragen seien gut und richtig beantwortet worden und zur Folge eine gute Note f├╝r den eigentlich schlecht vorbereiteten Sch├╝ler hat.
H├Ąufig wird das auch als eine letzte M├Âglichkeit gesehen, dem Sch├╝ler etwas beizubringen.
Eine besondere Fehlerquelle ist die Wortgewandtheit des Pr├╝flings.
Oft wird versucht den Verlauf des Pr├╝fungsgespr├Ąches mitzubestimmen.
Einen plumpen Versuch schildert dieses Beispiel (Seite 70)
Das alles sind f├╝r Sch├╝ler doch irgendwie positive Pr├╝fungsfehler, die zu einer Verf├Ąlschung des Pr├╝fungsergebnisses f├╝hren k├Ânnen.
Eine m├╝ndliche Pr├╝fung kann jedoch auch dazu genutzt werden, die Macht des Pr├╝fers auf Kosten des Pr├╝flings zu zeigen. Dies geschieht durch Fragen, die den Sch├╝ler verwirren oder Witze sein sollen.

Tests:

Ein Test ist eine Zusammenstellung von Aufgaben. Eigenart und Anzahl der L├Âsungen dieser Aufgaben geben Aufschlu├č ├╝ber bestimmte F├Ąhigkeit oder Eigenschaften einer Person.
Wir unterscheiden zwischen normorientierten und lehrzielbezogenen Tests.
Normorientierte Tests: zu dieser Sorte Tests z├Ąhlen etwa IQ - Tests. Sie k├Ânnen auf alle Menschen angewandt werden und bedienen sich Standardnormen mit feinen Differenzierungen. Hierbei handelt es sich jedoch um Scheingenauigkeit, da es in der Praxis fast unm├Âglich ist zwischen 90 Stufen der Intelligenz zu unterscheiden.
Lehrzielbezogene Tests:
Ein lehrzielbezogener Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung der Frage ob und eventuell wie gut ein bestimmtes Lehrziel erreicht ist. Zu diesen Tests verwendet man Aufgaben eines mittleren Schwierigkeitsgrades. Die Leistung eines Sch├╝lers wird durch den Abstand seiner Leistung zu der vom Lehrplan geforderten Leistung gemessen.





Die Mitarbeitsnote:

Die Verordnung ├╝ber die Leistungsbeurteilung verpflichtet den Lehrer zu Leistungsfeststellungen aus der
"st├Ąndigen Beobachtung der Mitarbeit der Sch├╝ler im Unterricht".
Diese st├Ąndige Beobachtung bildet in manchen F├Ąchern, in denen keine Schularbeiten stattfinden die Gesamtnote, wobei ├Âfters schriftliche oder m├╝ndliche Pr├╝fungen gebraucht werden um das Urteil zu festigen.
Ein Ziel der "st├Ąndigen Leistungsbeobachtung" ist sicher die Leistungsbeurteilung, sie kann aber auch ├╝ber die Erfolge oder Mi├čerfolge des Unterrichts Aufschlu├č geben.
Doch woraus setzt sich nun diese Mitarbeitsnote zusammen?:
Die Definition wie eine Mitarbeitsnote zustande kommt ist etwas verschwommen.
Der Gesetzgeber nennt die gesamte Unterrichtsarbeit und vor allem Haus├╝bungen, man k├Ânnte und es werden aber beispielsweise auch Dinge wie Denkverhalten, Sozialverhalten und Arbeitsverhalten beurteilt.
Ein Problem dabei bildet der gro├če Stellenwert der Haus├╝bungen.
Haus├╝bungen sind oft so gut, wie sehr Eltern oder Nachhilfelehrer dahinter sind.
Von manchen Psychologen, wie etwa Bossmann, werden sie au├čerdem als unn├Âtig und reine Schikane f├╝r die Sch├╝ler bezeichnet, denn warum soll ein Sch├╝ler, der das Lehrziel eindeutig erreicht hat Nachteile haben, nur weil er seine Hausaufgaben nicht erledigt?

Die Reifepr├╝fung:

Die Reifepr├╝fung oder auch Matura steht am Abschluss unserer 8 - j├Ąhrigen Ausbildung.
In ├ľsterreich ist sie, wie auch in Deutschland, schulintern angelegt, das bedeutet, dass die Fragen von Schule zu Schule verschieden sind und von den Lehrern selbst zusammengestellt werden.
In vielen anderen L├Ąndern wird sie jedoch extern angelegt, was soviel hei├čt, dass alle Sch├╝ler eines Landes in einem Fach die gleiche Frage erhalten.
Beides hat seine Vor - und Nachteile.
Ein Nachteil der externen Matura w├Ąre etwa, dass Sch├╝ler mit "schlechteren" Lehrern benachteiligt sind.
Ein Vorteil w├Ąre aber, dass bei dieser Art Pr├╝fung der Lehrer zum Komplizen wird mit Hilft dessen man die Aufgabe bew├Ąltigen kann. Bei schulinternen Pr├╝fungen ist oft das Gegenteil der Fall und der Lehrer avanciert zum Gegner.


Analyse von Schulzensuren
Notenverteilungen:

Leistungsbeurteilung und Geschlecht der Sch├╝ler:

M├Ądchen werden in fast allen Unterrichtsf├Ąchern und auch bei den sogenannten Kopfzensuren ( Verhalten und Flei├č) besser beurteilt als Jungen.
Das gilt f├╝r alle Schultypen und Altersstufen.
Die gr├Â├čten Unterschiede bei der Beurteilung findet man in sprachlichen F├Ąchern (sowohl Deutsch, Englisch, 2.lebende Fremdsprache, als auch Latein und Griechisch), aber auch in musischen F├Ąchern und Religion.
Die geringsten Unterschiede werden in den naturwissenschaftlichen F├Ąchern wie Mathematik, Physik, Biologie und Geographie sichtbar.
Nur einmal fielen die Beurteilungen zu gunsten der Jungen aus, und zwar in Physik in der Mittelstufe.
Doch warum werden M├Ądchen durchschnittlich besser beurteilt?:
Dazu gibt es verschiedene Theorien:
    M├Ądchen erhalten bessere Zensuren wegen besserer Leistungen aufgrund h├Âherer Intelligenz. Schulisch wichtige Faktoren der Intelligenzstruktur sind bei ihnen besser ausgepr├Ągt als bei Jungen. M├Ądchen sind flei├čiger, als Folge erhalten sie bessere Zensuren. M├Ądchen sind f├╝r den Lehrer angenehmer, weil sie meist braver und folgsamer sind als Jungen und erhalten deshalg bessere Noten.

Nach eingehenden Untersuchungen kam man zum Schlu├č, dass M├Ądchen im Durchschnitt nicht intelligenter sind als Jungen, die anderen 3 Gr├╝nde f├╝r ihre Bevorzugung aber durchaus zutreffen.




Klasseninterne Ma├čst├Ąbe?:

Eine Untersuchung des Wissenschafters INGENKAMP, der ein Werk mit dem Titel: "Fragw├╝rdigkeit der Zensurengebung" verfasst hat, beweist, dass es geradezu groteske Unterschiede der Handhabung der Notenskala durch einzelne Lehrer gibt.
Er hat in 37 verschiedenen Berliner Schulklassen der 6. Schulstufe den gleichen Mathematiktest ausgegeben und im extremsten Fall zeigte ein Sch├╝ler mit "sehr gut" schlechtere Ergebnisse als ein Sch├╝ler mit "nicht gen├╝gend".
Laut seiner Meinung ist es auch durchaus angebracht, wenn ein Lehrer seine Notenverteilung einem Klassenniveau anpasst, problematisch wird die Sache nur, wenn diese Noten zu Klassenvergleichen oder Aufnahmekriterien von Universit├Ąten verwendet werden.

Benotungsunterschiede nach Schultypen:

Grunds├Ątzlich wird mit steigenden Leistungsanforderungen strenger benotet.
Das ist nicht selbstverst├Ąndlich da im Sinne des Gesetzgebers jede Schultype eine Unterrichtseinheit f├╝r sich ist.
Recht deutlich und meist schmerzlich deutlich wird das f├╝r Sch├╝ler jedoch beim ├ťbertritt von der Volksschule in die Unterstufe des Gymnasiums.
Gleich bleiben die Noten in Deutsch etwa nur bei 18,3% der Sch├╝ler und in Mathematik gar nur bei 15,8% der Sch├╝ler, viele verschlechtern sich sogar um 2 oder 3 Notengrade.

Unterschiede nach Bundesl├Ąndern:

Die bisher erw├Ąhnten Untersuchungen beziehen sich alle auf ein bestimmtes Bundesland, ein Bundesl├Ąndervergleich ist daher nicht m├Âglich.
Anders bei den Repetentenraten. Vergleicht man die Anzahl der Sch├╝ler, die eine Schulstufe wiederholen m├╝ssen ist ein deutliches West - Ost - Gef├Ąlle ersichtlich.
So betr├Ągt der Prozentsatz der Volksschulrepetenten im Burgenland 1,25% und in Vorarlberg 2,8%.
Der Unterschied wird in den Allgemeinbildenden h├Âheren Schulen noch deutlicher.
Hier betr├Ągt die Repetentenrate im Burgenland 2,2% und steigt bis Vorarlberg auf 7,4%.
Salzburg liegt nicht nur geographisch in der Mitte, auch die Repetentenrate liegt mit 4,9% im Mittelfeld.
Da diese gro├čen Unterschiede weder auf Intelligenz oder mit verschieden gro├čem Flei├č erkl├Ąrt werden kann, liegt es wohl an der unterschiedlichen Handhabung der Notenskala.

Leistungsbeurteilung und Unterrichtsf├Ącher:

Nach dem gesetzlichen Bestimmungen gibt es keine Unterscheidungen von F├Ącher, in denen streng oder milde beurteilt werden soll. In der Praxis gibt es diese jedoch sehr wohl.
Laut einer Studie wird in unserem Schultyp, also der AHS am strengsten in der 2.Fremdsprache, in unserem Fall Latein beurteilt. Gefolgt von Englisch, Mathematik und Deutsch.
Milder ist die Benotung in den naturwissenschaftlichen F├Ąchern und Geschichte.
Am wenigsten z├Ąhlen F├Ącher wie BE, Musik, Leibeserziehungen, Religion und Handarbeiten.
Diese Verteilung der Wichtigkeit von F├Ąchern l├Ąsst sich vielleicht darauf zur├╝ckf├╝hren, dass die strengst benoteten F├Ącher, oder auch Hauptf├Ącher f├╝r die Selektion verantwortlich sind.
Au├čerdem sind Hauptf├Ącher Schularbeitenf├Ącher und Fehler in schriftlichen Arbeiten lassen sich leichter abz├Ąhlen und man hat weniger Skrupel eine schlechte Note zu geben.
Interessant zu erw├Ąhnen w├Ąre vielleicht noch das etwa in den musischen F├Ąchern oder Leibes├╝bungen meistens nur Noten zwischen "sehr gut" und "befriedigend" erteilt werden.
Deshalb kann ein "befriedigend" in Leibes├╝bungen schon fast mit einem "nicht gen├╝gend" gleichgesetzt werden.
Im Gegensatz dazu steht ein "befriedigend" in Latein schon eher f├╝r ein "gut".

Kopfnoten:

Unter Kopfnote versteht man heute nur noch die Betragensnote.
Fr├╝her wurde auch der Flei├č bewertet.
Was bei der Betragensnote alles zu ber├╝cksichtigen sei, ist immer wieder eine Streitfrage.
Manchmal werden nur schwere Vergehen und Frechheiten mit einer Betragensnote beurteilt, manchmal jedoch schon "Kleinigkeiten" wie Tratschen, Vergessen von Haus├╝bungen oder Zusp├Ątkommen.
Au├čerdem ist nicht klar ob damit nur das schulinterne oder auch, soweit das ├╝berhaupt m├Âglich ist das au├čerschulische Verhalten benotet werden soll.

Benotungsunterschiede nach Schulstufen:

Am Anfang der Volksschule wird meist sehr mild benotet, da F├Ârderung und nicht Auslese das Ziel ist.
Die Strenge mit der beurteilt wird steigt jedoch von Jahr zu Jahr an und in der 4. Klasse der Volksschule verschlechtern sich die Zensuren extrem.
Das ist wohl damit zu begr├╝nden, das hier eine Auslese zwischen Gymnasiasten und Hauptsch├╝lern zu treffen ist. Doch die Noten verschlechtern sich auch danach von Schuljahr zu Schuljahr weiter.
In der 6.und 7.Schulstufe ist die Verschlechterung wahrscheinlich durch die Pubert├Ątskrise zu erkl├Ąren.
In der 4. Klasse der Hauptschule ist dagegen wieder eine Verbesserung zu bemerken.
Das h├Ąngt damit zusammen, dass es sich hier um eine Abschlussklasse handelt.
In Gymnasien ist jedoch bis in die 8.Klasse eine Verschlechterung der Noten festzustellen, aber auch hier wird in der 8.Klasse wieder milder beurteilt, da es sich auch hier um eine Abschlussklasse handelt.

G├╝tekriterien von Schulzensuren:

Erwartungswidrige Notenverteilungen lassen vermuten, dass Schulnoten die geforderten G├╝tekriterien Objektivit├Ąt, Zuverl├Ąssigkeit und G├╝litigkeit nicht erf├╝llen.

Deutscharbeiten und G├╝tekriterien:

Am h├Ąufigsten wurde das G├╝tekriterium der Objektivit├Ąt ├╝berpr├╝ft.
Dies geschah im Unterrichtsfach Deutsch anhand von Aufs├Ątzen.
Man sollte eigentlich vermuten, dass die selbe Arbeit, von verschiedenen Lehrern beurteilt in etwa die selbe Note erhalten w├╝rde. Dann w├Ąre das G├╝tekriterium der Objektivit├Ąt erf├╝llt.
Mehrere Untersuchungen zeigen jedoch, dass das nicht der Fall ist.
In einer Untersuchung wurde eine Deutsch - Maturaarbeit 42 Deutschlehrern vorgelegt.
In den wenigsten F├Ąllen streute sich das Urteil nur ├╝ber 2 Notenstufen.
Oft waren als Urteile f├╝r ein und dieselbe Arbeit alle Noten von "sehr gut" bis "nicht gen├╝gend" vertreten.
Doch was sind die Gr├╝nde f├╝r die unterschiedliche Benotung?
1. Allgemein kann man sagen, dass ├Ąltere Lehrer strenger beurteilen als j├╝ngere.
2. Auch die Handschrift hat Auswirkungen auf die Leistungsbeurteilung, wobei Lehrer, die selbst eine
schlampige Handschrift haben, weniger Wert darauf legen. Der Benotungsunterschied einer schlampig geschriebenen Arbeit und derselben Arbeit in Sch├Ânschrift betr├Ągt jedoch fast ein Notengrad.
3.Die zuerst beurteilten Aufs├Ątze wurden in der Regel strenger beurteilt.
4.Unterschiedliche Voraussetzungen bewirkten unterschiedliche Urteile.
Etwa: "Der Vater ist Redakteur einer gro├čen Linzer Tageszeitung", bewirkte eine bessere Beurteilung, als "Der Sch├╝ler liest nur Schundhefte"
5.Einen gro├čen Stellenwert bei der Beurteilung haben Rechtsschreibfehler, weil sie leicht abz├Ąhlbar sind und somit den Anschein gro├čer Objektivit├Ąt bewirken. Doch gerade die unterschiedliche Handhabung von Rechtschreibfehlern bewirkte die gro├čen Unterschiede bei den Noten.
Was manche Lehrer als leichten Fehler bezeichneten, wurde von anderen als schwer beurteilt.
Manche Beurteiler nahmen R├╝cksicht auf Wiederholungsfehler, andere nicht, und schlie├člich konnte festgestellt werden, dass bei guten Sch├╝ler oft Fehler ├╝bersehen werden, was bei schlechteren kaum passiert.

Wir sehen daran, dass das G├╝tekriterium der Objektivit├Ąt bei Deutsch - Arbeiten also kaum erf├╝llt ist.
Die Zuverl├Ąssigkeit wurde weitaus weniger oft untersucht als die Objektivit├Ąt, doch es gibt auch Untersuchungen dazu. ASCHERSLEBEN ├╝berpr├╝fte sie bei Diktaten mit Wiederholungen und die Zuverl├Ąssigkeit war sehr gering.

Wegen der geringen Objektivit├Ąt und Zuverl├Ąssigkeit kann man auch eine geringe G├╝ltigkeit von Zensuren bei Deutscharbeiten feststellen.

Mathematikarbeiten und G├╝tekriterien:

Mathematikarbeiten wurden wesentlich weniger auf ihre G├╝tekriterien untersucht als Deutscharbeiten, ganz einfach aus dem Grund, dass man Mathematikarbeiten ohnehin f├╝r objektiv beurteilt hielt.
Dem ist aber nicht so. Eine Untersuchung stellte auch bei Mathematikarbeiten eine Notenstreuung von bis zu 5 Notenstufen fest.
Das geht vermutlich auf die unterschiedliche Gewichtung von L├Âsungsansatz, Rechenweg und formaler Gestaltung zur├╝ck.
Man sieht, dass auch bei Mathematikarbeiten das G├╝tekriterium der Objektivit├Ąt nicht erf├╝llt wird.
├ähnlich die Zuverl├Ąssigkeit. Man legte Lehrern nach 4 Wochen noch einmal die gleiche Mathematikarbeit vor.
Die wenigsten beurteilten sie noch einmal mit der gleichen Note.

Auch in anderen F├Ąchern wurden, wie auf Grund von Untersuchungen festgestellt wurde, die G├╝tekriterien meist nicht erf├╝llt.

Trotzdem kann man sagen, dass in der Praxis oft oder sogar meist die G├╝tekriterien erf├╝llt werden, da sich Sch├╝ler den Anforderungen ihres Lehrers anpassen und die gro├če Streuung der Noten bei verschiedensten Untersuchungen vor allem auf 2 Faktoren zur├╝ckzuf├╝hren ist:
1.wenn eine durchschnittliche Leistung vorgelegt wird
2.wenn die Zahl der Beurteiler hinl├Ąnglich gro├č ist.

Eine ├Ąu├čerst gute Leistung wird eigentlich immer mit "sehr gut" beurteilt, w├Ąhrend schlechte Leistungen immer mit "nicht gen├╝gend" benotet werden.
Die Streuung ist also haupts├Ąchlich auf durchschnittliche Leistungen zur├╝ckzuf├╝hren.


Personbeurteilung und Beurteilungsfehler:

Wie schon erw├Ąhnt, gen├╝gen Hinweise auf den Beruf des Vaters, oder einfach eine schlampige Schrift, die Note um bis zu einem Grad zu verbessern oder verschlechtern.
Daraus l├Ąsst sich erkennen wie eng Leistungsbeurteilung mit Personbeurteilung zusammenh├Ąngt.

Personwahrnehmung:

Personwahrnehmung ist die Grundlage jeder Personbeurteilung.
Wir h├Âren was jemand sagt, wir sehen seine Gestalt, seinen Gesichtsausdruck, seine Bewegungen und nehmen diese auf. Diese Wahrnehmungen erfolgen stets in einer gewissen Umgebung (Kontext der Wahrnehmung).
Diese Umgebung kann sehr unterschiedlich sein, von der Schule ├╝ber die U - Bahn, die Skipiste oder das Theater, und genauso unterschiedlich gut oder schlecht wird die gleiche Reaktion in verschiedenen Umbebungen aufgenommen.
Was einem Lehrer in einer Situation angemessen erscheint, kann er in einer anderen Situation als unangemessen empfinden.
Au├čerdem h├Ąngt es von fr├╝heren Erfahrungen, die wir mit einer Person gemacht haben ab, wie eine Situation auf uns wirkt.
All diese Informationen nehmen wir nun auf und wir selektieren sie, dass hei├čt wir treffen eine Auswahl der Informationen ├╝ber eine Person, die uns erhalten bleiben sollen.Was uns bei dieser Selektion wichtig erscheint, h├Ąngt sehr stark von unserer pers├Ânlichen Verfassung ab, wie wir uns f├╝hlen.
Daraus bilden wir dann unser Personurteil. Aufgrund dessen unser Verhalten gegen├╝ber einer Person stark beeinflusst wird. Dieses Personurteil beeinflusst auch sehr oft die Notengebung.

(falls noch Zeit, Beispiel auf Seite 129)

Erwartung und Wahrnehmung:

Wenn wir von einer Person eine bestimmte, egal ob positive oder negative Erwartung haben, beeinflusst das unsere Wahrnehmung.
Nat├╝rlich ist dabei die St├Ąrke der Erwartung wichtig. Eine Erwartung ist umso st├Ąrker, je ├Âfter sie best├Ątigt wurde. Unsere Wahrnehmung wird jetzt insofern beeinflusst, als das wir bis zu einem gewissen Grad das sehen, was wir sehen wollen, das bedeutet wir selektieren unsere Wahrnehmungen aufgrund unserer Erwartungen.
Auf die Schule umgelegt bedeutet das, dass ein Sch├╝ler der f├╝r intelligent gehalten wird und durchwegs gute Leistungen bringt auch einmal dumme Aussagen machen kann, die der Lehrer nicht aufnimmt, oder das schlechte Leistungen von ihm aufgrund der Wahrnehmungsverzerrung besser dargestellt werden.
Das gilt nat├╝rlich auch umgekehrt.

Personbeurteilung und G├╝tekriterien:

In der Schule haben Personbeurteilung so gro├če Bedeutung, weil sie mittelbar auf die Leistungsbeurteilung wirken oder weil die Stellungnahme eines Lehrer zum Beispiel ├╝ber die Eignung eines Sch├╝lers einer h├Âheren Schule viel bewirken kann.
Wegen dieser Wichtigkeit m├╝ssten eigentlich auch f├╝r Personbeschreibungen G├╝tekriterien gelten.
Das G├╝tekriterium der Objektivit├Ąt wird im schulischen Bereich der Personbeurteilung jedoch kaum erf├╝llt, da es sich meist um schwer zu erfassende Merkmale handelt, und Lehrer nicht darauf "trainiert" sind Personurteie zu erstellen.
Die Zuverl├Ąssigkeit von Personbeschreibungen ist dagegen relativ hoch. Wenn jemand einmal ein Urteil ├╝ber eine gewisse Person gef├Ąllt hat, bekommt er schwer wieder ein anderes.
Das l├Ąsst sich vermutlich darauf zur├╝ckf├╝hren das sich individuelle Beurteilungsfehler immer wieder wiederholen.
Die G├╝ltigkeit gibt an, in wieweit ein Merkmal ein Merkmal richtig erfasst wurde.
Wegen der geringen Objektivit├Ąt und weil verschiedene Personen so viele verschiedene Urteile ├╝ber andere Personen f├Ąllen, kann man von einer ├Ąu├čerst geringen G├╝ltigkeit von Personbeschreibungen ausgehen.
Manche wagen sogar zu behaupten, dass Personbeschreibungen mehr ├╝ber den Beurteiler als ├╝ber den Beurteilten aussagen.

Beurteilungsfehler:

Das Wort Beurteilungsfehler hat ein negatives Umfeld, da man glaubt, dass Fehler vermeidbar sind und das man es "richtiger" machen k├Ânnte. Beurteilungsfehler sind jedoch unvermeidbar und ├Ąu├čerst h├Ąufig.
Einige dieser Beurteilungsfehler m├Âchte ich nun behandeln.

Hofeffekte:

Dieser Effekt besch├Ąftigt sich im Wesentlichen mit der Ausstrahlung von Menschen.
Ein Merkmal "straht aus" auf andere Merkmale.
Zentrale Eigenschaften, von denen Hofeffekte ausgehen w├Ąren zum Beispiel warmherzig/k├╝hl oder h├Âflich/unh├Âflich.
Ein Lehrer, der merkt, dass ihm ein Sch├╝ler besonders aufmerksam zuh├Ârt, schlie├čt daraus, dass dieser Sch├╝ler intelligent, flei├čig, kritisch und hilfsbereit ist.
Auch das Aussehen hat gro├čen Einflu├č auf die Personbeurteilung.
Attraktiven Sch├╝lern wird von ihren Lehrern auch h├Âhere Intelligenz, besseres Benehmen und so weiter zugeschrieben.

Soziale Vorurteile - Stereotype:

Vorurteile sind f├╝r unsere Wahrnehmung ├Ąu├čerst wichtig.
Sehen wir einen Italiener oder Deutschen, einen Lehrer oder Bankdirektor etc. haben wir aufgrund von Vorurteilen schon eine bestimmte Erwartungshaltung, die sich durch Wahrnehmungsselektion best├Ątigt.
Dasselbe gilt auch f├╝r soziale Vorurteile in der Schule.
Einige Beispiele daf├╝r sind etwa:
"M├Ądchen sind mathematisch nicht begabt.",
"Vorzugssch├╝ler versagen im sp├Ąteren Berufsleben", oder
"Kinder von Akademikern sind gute Sch├╝ler".
Diese Vorurteile wirken sich auf die Personen und Leistungsbeurteilung aus.
Deshalb erhalten Kinder aus h├Âheren sozialen Schichten vergleichsweise ├Âfter Empfehlungen f├╝r h├Âhere Schulen als Kinder aus niedrigeren sozialen Schichten.


"Umso schlimmer f├╝r die Wirklichkeit"

Verschiedene Erwartungshaltungen f├╝hren also zu Wahrnehmungsselektion, doch was passiert, wenn sich das Wahrnehmungsbild so stark vom Erwartungsbild unterscheidet, dass es unm├Âglich ist, die Wahrnehmung anzupassen?
In diesem Fall kommt es zu KOGNITIVEN DISSONANZEN.
Die Theorie der kognitiven Dissonanzen stammt von Leon FESTINGER, der davon ausgeht das jeder Mensch in seiner geistigen Welt eine Ordnung haben m├Âchte.
Er empfindet es als unangenehm, wenn seine Gedankenwelt Widerspr├╝che in Form von kognitiven Dissonanzen enth├Ąlt. Diese Widerspr├╝che m├╝ssen ausgeglichen werden. Dazu hat man 2 M├Âglichkeiten, die sich an einem Beispiel am besten erl├Ąutern lassen:
Einem Raucher wird immer wieder gesagt, wie sch├Ądlich Rauchen f├╝r die Gesundheit ist.
Er hat nun die M├Âglichkeit mit dem Rauchen aufzuh├Âren oder er schw├Ącht die Beweise ab, in dem er rauchende Bekannte, die ein langes Leben f├╝hren, oder rauchende Spitzensportler erw├Ąhnt.
Die Theorie der kognitiven Dissonanzen ist h├Ąufig anzuwenden und auch in der Schule.
    Ein Lehrer hat eine positive Erwartungshaltung von einem Sch├╝ler. Der Sch├╝ler best├Ątigt diese durch eine gute Leistung. Der Lehrer sieht sich in seiner Erwartung best├Ąrkt und schreibt gerne ein "sehr gut" in sein Notenb├╝chlein. Ein Lehrer hat eine negative Erwartungshaltung und diese wird best├Ąrkt. Auch hier tritt keine kognitive Dissonanz auf und er schreib ein "nicht gen├╝gend" ohne Skrupel ein. Ein Lehrer hat eine positive Erwartungshaltung. Diese wird jedoch entt├Ąuscht, weil der Sch├╝ler ein schwache Leistung erbringt. Handelt es sich um eine "ertr├Ąglich" schwache Leistung wird sie durch Wahrnehmungsselektion verf├Ąlscht und es kann doch ein "sehr gut" oder "gut" eingetragen werden. Ist die erbrachte Leistung jedoch so schlecht, dass sie durch Wahrnehmungsselektion nicht verbessert werden kann, sucht der Beurteiler nach Gr├╝nden wie Krankheit oder er kann glauben, dass jeder einmal Pech hat. Auf jeden Fall wird er Skrupel haben ein "nicht gen├╝gen" einzutragen und eher beim "gen├╝gend" bleiben. Umgekehrt kann es nat├╝rlich auch der Fall sein. Hat ein Lehrer eine negative Erwartungshaltung und der Sch├╝ler erbringt eine hervorragende Leistung, treten manchmal Zweifel auf, ob es sich um eine ehrlich verdiente gute Arbeit handelt, oder ob geschummelt wurde. Manchmal wird auch versucht, so lange weiterzufragen, bis etwas gefunden wird, das nicht vollst├Ąndig beherrscht wird. In jedem Fall ist es f├╝r den Sch├╝ler in diesem Fall schwieriger, eine Note wie "sehr gut" oder "gut" zu erreichen.

Schlu├čfolgerung: Es muss viel geschehen, dass ein Lehrer einem Sch├╝ler von dem er eine ausgesprochen gute Erwartungshaltung hat, ein "nicht gen├╝gend" gibt und umgekehrt.
Weil eben nicht sein kann, was nicht sein darf.

Erwartungen:

Auswirkungen auf den Beurteiler:

Das positive oder negative Erwartungen Auswirkungen auf den Beurteiler haben, haben wir schon geh├Ârt.
So werden also etwa bei Deutsch - arbeiten viel mehr Fehler bei guten als bei schlechten Sch├╝lern ├╝bersehen, was die Erwartungshaltung wiederum best├Ąrkt.

Auswirkungen auf den Beurteilten:

Auch auf den Beurteilten haben Erwartungen Auswirkungen
Bis zu einem gewissen Grad macht jemanden eine Erwartung wirklich zu dem was wir von ihm erwarten.
Sch├╝ler zeigen Lehrern oft, was sie von ihnen erwarten, durch verbale oder nonverbale Kommentare.
Wirken Sch├╝ler auf einen Lehrer interessiert und aufmerksam, dann best├Ąrkt das den Lehrer in seinem positiven Berufsselbstkonzept, was zu einem angenehmeren Unterricht f├╝hrt, der wiederum von den Sch├╝lern besser aufgenommen wird und wieder vom Lehrer als positives Selbstkonzept verwertet wird.

Das gleiche gilt auch f├╝r Sch├╝ler. Hat ein Lehrer eine positive Erwartung von einem Sch├╝ler, gibt er jenem oft mehr Aufmerksamkeit, was den Sch├╝ler zus├Ątzlich motiviert und ihn zu guten Leistungen anspornt.
Das hat nun zur Folge, dass Sch├╝ler von denen gute Leistungen angenommen werden, wirklich bessere Leistungen bringen, als gleich leistungsf├Ąhige Sch├╝ler, von denen der Lehrer kein so gutes Erwartungsbild hat.
Au├čerdem haben Sch├╝ler oft noch kein fixes Selbstbild. Er schlie├čt auf seine eigene Leistungsf├Ąhigkeit oft durch die Erwartung des Lehrers. Sch├╝ler von denen der Lehrer nun ein poitives Erwartungsbild hat, entwickeln nun ein besseres Selbstbild und somit auch gr├Â├čeres Selbstvertrauen, welches zu besseren Leistungen f├╝hrt.
Glaubt der Sch├╝ler nun zum Beispiel aber, dass ihn die Lehrer f├╝r dumm halten, schw├Ącht das sein Selbstvertrauen und seine Leistungsbereitschaft, als Folge bringt er schlechte Leistungen und sieht die Erwartung des Lehrers best├Ątigt.

Diese Erkenntnissen d├╝rfen jedoch nicht zu der Annahme f├╝hren, dass schlechte Sch├╝ler nur schlecht sind, weil ein bestimmter Lehrer eine negative Erwartungshaltung von ihm hat, oder dass bei jedem Sch├╝ler durch entsprechende Motivierung eine Leistungsverbesserung stattfinden kann.
Das ist nur der Fall, falls ein "nicht ausgen├╝tztes Leistungspolster" vorhanden ist.





Vorschl├Ąge zur Verbesserung der Leistungsbeurteilung:

Viele Menschen, die mit Leistungsbeurteilung zu tun haben, sind mit der gegenw├Ąrtigen Situation der Leistungsbeurteilung nicht zufrieden und verlangen eine Verbesserung.
Hier lassen sich 2 Standpunkte festlegen:
    Die Leistungsbeurteilung wird grunds├Ątzlich bejaht, gefordert wird jedoch eine me├čtechnische Verbesserung. Die Leistungsbeurteilungen m├╝ssen objektiver, zuverl├Ąssiger und g├╝ltiger werden. Die Leistungsbeurteilung wird, weil sie als unp├Ądagogisch gilt abgelehnt. Die Schule sollte dazu da sein einen jungen Menschen in seiner Entwicklung zu f├Ârdern. P├Ądagogische Verbesserungen zur Leistungsbeurteilung werden vorgeschlagen.

Sofortma├čnahmen zur Verbesserung:

Lehrer sollten ihre Beurteilungskriterien ├Âfters mit denen von Fachkollegen vergleichen.
Dadurch k├Ânnte mehr Objektivit├Ąt erzielt werden. Au├čerdem k├Ânnten mehrer "kleine" Fragen zu zuverl├Ąssigeren Pr├╝fungen f├╝hren.
P├Ądagogische Verbesserungen:
Um die Angst der Sch├╝ler vor Pr├╝fungen zu nehmen wird vom Autor vorgeschlagen, dass man ├Âfters Probeschularbeiten oder Probetests machen sollte. Diese w├╝rden nicht beurteilt und man k├Ânnte sich an die Pr├╝fungsituation und das Stoffgebiet gew├Âhnen.

Durchsichtigkeit f├╝r den Pr├╝fling:

Wenn f├╝r den Pr├╝fling klar ersichtlich ist, wie die Note zustande kommt, wenn das Stoffgebiet klar abgegrenzt ist und wenn der Pr├╝fungstermin festgelegt ist, dann kann das zu einer Angstreduktion f├╝hren. Es handelt sich dann um eine p├Ądagogische Verbesserung der Leistungsbeurteilung.

Informelle Tests:

Diese Tests sind auch als "Kreuzltests" bekannt, und werden meist untersch├Ątzt.
Durch gut ├╝berlegte Fragestellungen bieten diese Tests die M├Âglichkeit, nicht irgendwelche auswendiggelernte Fakten sondern das Verst├Ąndnis eines Themengebietes zu ├╝berpr├╝fen.

Verbale Beurteilung:

Eine me├čtechnische Verbesserung der Leistungsbeurteilung ist nicht zu erwarten.
P├Ądagogische Verbesserungen sind m├Âglich.
Es gibt Vor - und Nachteile von verbaler Beurteilung.
Vorteile:
Verbale Beurteilungen steigern die Motivation.
Der Lehrer kann besser auf die positiben Seiten einer insgesamt schwachen Leistung hinweisen. Dadurch wird die Entmutigung durch zwangsl├Ąufig schlechte Noten vermieden.
Man k├Ânnte auch vermuten, dass verbale Beurteilungen zu einer Angstreduktion f├╝hren, doch diese ist minimal.
Kritik an verbaler Beurteilung:

1. Lehrer d├╝rften durch die gro├če Anzahl von Sch├╝lern und den gro├čen Zeitaufwand, den ein taugliches Wortgutachten ben├Âtigt, wenn es ├╝ber die Leistungsbeschreibung hinausgehen m├Âchte, v├Âllig ├╝berfordert sein.
    Es w├╝rden sich vermutlich starre Formulierungen herausbilden, die lediglich eine Verschl├╝sselung der fr├╝heren Ziffernnoten darstellen.

Kommentare zu Ziffernnoten:

Kommentare zu Ziffernnoten werden als ein Weg gesehen, die k├╝hle, autorit├Ąre Form der Beurteilung durch Ziffernnoten zu mildern.
Kommentare mit individueller Bezugsnorm, das hei├čt, dass man auf fr├╝here Leistungen des Sch├╝lers eingeht, wirkten auf gute Sch├╝ler leicht und auch schlechte Sch├╝ler stark motivierend.
Sie werden vom Autor daher durchwegs positiv und als eine der besten M├Âglichkeiten zur Leistungsbeurteilung gesehen.

Sch├╝lerselbstbeurteilung:

Damit gemeint ist, das Sch├╝ler etwa Ansagen selbst nach Fehlern untersuchen und beurteilen.
Da nach Meinung des Autors, wenn man am Boden der p├Ądagogischen Tatsachen bleibt, diese Form der Beurteilung fedoch v├Âllig unrealistisch ist, m├Âchte ich darauf nicht genauer eingehen.

Mehr oder weniger Notenstufen:

Bef├╝rworter einer Notenskala von mehr als f├╝nf Notenstufen f├╝hren als Grund zumeist an, f├╝nf Noten b├Âten zu wenig M├Âglichkeit, Sch├╝lerleistungen entsprechend abgestuft zu bewerten. Doch selbst 5 Notenstufen k├Ânnen nicht hinl├Ąnglich genau unterschieden werden.
Mehr Notenstufen w├╝rden also lediglich zu einer Scheingenauigkeit f├╝hren.
Es gibt auch Leute, die f├╝r eine Verringerung der Notenstufen von 5 auf 2 eintreten.
Diese 2 Notenstufen w├Ąren dann "bestanden" und "nicht bestanden".
Ein Vorteil davon w├Ąre, dass eine Angstreduktion bewirkt wird und das die motivation wieder mehr intrinisch verlagert wird.
Nachteil: Wenig Motivation von "sehr gut" - Sch├╝lern.

Alles in allem kann unser 5 - stufiges System als gutes System der Mitte gesehen werden.

Am Ende seiner Arbeit bekommt der Autor, und auch ich als Leser, und vielleicht auch ihr jedoch Zweifel daran, ob eine Reform unserer Leistungsbeurteilung ├╝berhaupt sinnvoll ist.
Eine me├čtechnische Verbesserung w├Ąre von Lehrern durchzuf├╝hren, doch wird sie auch erw├╝nscht? Manchmal ist es f├╝r Sch├╝ler die schlechte Leistungen erbracht haben, ein Trost, wenn sie sich einreden, dass sie von anderen Lehrern, in anderen Schulen vielleicht bessere Noten erhalten h├Ątten.
Der Autor erw├Ąhnt au├čerdem, dass eine Reform der Leistungsbeurteilung, haupts├Ąchlich nicht von der Schule, sondern von Sch├╝lern und Eltern getragen werden m├╝sste.
W├╝rden Sch├╝ler und vor allem Eltern nicht so viel Wert auf Zensuren legen, dann w├╝rde das zu einer erheblichen p├Ądagogischen Verbesserung der Leistungsbeurteilung f├╝hren.


Ich hoffe ihr habt in meinem Referat viel neues erfahren und k├Ânnt euch jetzt eure eigene Meinung ├╝ber Leistungsbeurteilung an den Schulen bilden.

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