Reise um die Erde in 80 Tagen

Jules Verne:
Reise um die Erde in 80 Tagen


1. Der Autor

1.1. Lebenslauf
Jules Verne wurde 1828 in der französischen Stadt Nantes geboren. Er wollte Schiffsjunge werden, aber sein Vater schickte ihn zum Jurastudium nach Paris. Nach Beendigung seines Studiums wurde er SekretĂ€r an der komischen Oper in Paris und bearbeitete Lustspiele und Librettos, hatte aber keinen Erfolg. Dann versuchte er sich als freier Schriftsteller. Er gab aber auch diesen Beruf bald auf, da er nicht genug EinkĂŒnfte hereinbekam. Darauf fertigte er Notizen und PlĂ€ne des wissenschaftlichen Wissens seiner Zeit an und studierte diese. Eines Tages verkĂŒndete er Freunden, dass er endlich die Idee gehabt habe. Er werde einen Roman in einer völlig neuen Form schreiben.
1863 erschien sein erstes Buch: "FĂŒnf Wochen im Ballon". Über Nacht wurde er weltberĂŒhmt. Vierzig Jahre lang folgten Jahr fĂŒr Jahr zwei weitere BĂŒcher.
Jules Verne starb 1905 in Amiens.

1.2. Literatur
Jules Vernes bekannteste BĂŒcher sind:
FĂŒnf Wochen im Ballon. Entdeckungsreise dreier EnglĂ€nder
nach Afrika (1863)
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864)
Von der Erde zum Mond, Direktflug in 97 Stunden 20 Minuten
Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer (1869)
Reise um die Erde in 80 Tagen (1872)
Nach seinem Roman, "FĂŒnf Wochen im Ballon" schrieb Jules Verne noch sehr viele utopische und technische Abenteuerromane, die von den Lesern seiner Zeit begeistert aufgenommen wurden und viele Erfindungen des 20. Jahrhunderts, wie beispielsweise bemannte Raumfahrt, atomgetriebene U - Boote, Hubschrauber und vieles mehr, vorwegnahmen.
Neben diesen utopischen Geschichten stammen aber auch reine Abenteuerromane, wie z. B. "Die Kinder des KapitÀn Grant" oder "Reise um die Erde in 80 Tagen" aus seiner Feder.
Die deutsche Gesamtausgabe seiner BĂ€nde erschien von 1873 bis 1911 und brachte es auf 98 BĂ€nde. Sein Einfallsreichtum und seine Phantasie mĂŒssen daher scheinbar ohne Grenzen gewesen sein.
Jules Verne erzĂ€hlte immer frisch, lebendig und unbekĂŒmmert, wobei er stets die technischen Errungenschaften seines Jahrhunderts mit einbezog und auch den Humor nicht zu kurz kommen ließ. Vielleicht waren seine BĂŒcher gerade deswegen so erfolgreich.

2. Reise um die Erde in 80 Tagen

2.1. Inhalt
Ort: Rund um die Erde
Zeit: 1872
Hauptpersonen: Phileas Fogg, sein Diener Passepartout, der Detektiv Fix, Miss Aouda
Inhalt:
Phileas Fogg ist ein EnglĂ€nder der Oberschicht. Sein Vermögen belĂ€uft sich auf 40.000 Pfund. Sein Tagesablauf ist immer der gleiche: Nach dem FrĂŒhstĂŒck geht er auf dem direktesten Wege in den Londoner Reform - Club, dessen Mitglied er ist. Dort ißt er zu Mittag, verbringt den Nachmittag mit Zeitungslesen und Whist spielen. Um Mitternacht ist er wieder zu Hause.
So auch am 2. Oktober 1872. Nachdem er um 11 Uhr 29 seinen neuen Diener, den Franzosen Passepartout in seine Dienste genommen hat, macht er sich auf den Weg zum Reform - Club. Beim Whistspiel meint Foggs Partner pessimistisch zu den Chancen, den Mann zu fassen, der die Bank von England um 50.000 Pfund bestohlen hat, "Die Welt ist groß.". Fogg antwortet, einer Rechnung des "Morning Chronicle" vertrauend, das war einmal, und wettet um die HĂ€lfte seines Vermögens, dass er in 80 Tagen, d. h. in 115.000 Minuten, pĂŒnktlich zur nĂ€chsten Partie Whist von einer Reise um die Erde zurĂŒcksein werde. Einer seiner Mitspieler hĂ€lt dagegen und so beginnt Fogg die Reise um die Erde. Seine Reise wird ein Wett - und Geldgegenstand, so dass es bald sogar Aktien fĂŒr Mister Foggs Reise gibt.
Zusammen mit seinem Diener Passepartout und den anderen 20.000 Pfund seines Vermögens macht er sich zum Droschkenstandplatz auf. Am Bahnhof angekommen, nimmt er den Zug zum Hafen. Von dort geht es mit dem Postschiff und der Eisenbahn ĂŒber Frankreich nach Suez. Als er dort den Hafen erreicht, meint der britische Detektiv Fix, Fogg sei der BankrĂ€uber, da die Personenbeschreibung mit Fogg ĂŒbereinstimmt. Da aber noch kein Haftbefehl angekommen ist und der Konsul Fogg nicht aufhalten kann, freundet er sich mit Passepartout an. Als Fogg und sein Diener abreisen, folgt ihnen Fix auf das Schiff nach Bombay. Dort kommen sie 2 Tage zu frĂŒh, nĂ€mlich am 20. Oktober an. Das ist darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass Fogg dem Maschinisten eine ordentliche Summe Geld versprochen hat, wenn er Zeit wettmacht.
Aber Fix kann den Weltreisenden immer noch nicht verhaften, da der Haftbefehl immmer noch aussteht. Passepartout besichtigt die Stadt und betritt ohne sich seine Schuhe auszuziehen, was ein Kapitalverbrechen ist, eine Pagode. Er kann zwar fliehen, aber muss die EinkÀufe und seine Schuhe im Stich lassen. Er kommt gerade noch rechtzeitig zur Abfahrt des Zuges nach Kalkutta an, den Fix diesmal nicht benutzt.
Doch entgegen den Meldungen der Zeitungen ist die Bahnstrecke Bombay - Kalkutta noch nicht fertig. Da schon alle Reittiere vergeben sind, mĂŒssen Fogg, Passepartout und ein mitreisender Offizier mit einem Elefanten vorlieb nehmen, der Mr. Fogg 2.000 Pfund kostet. Bei der Reise durch den Urwald begegnen sie einem Leichenzug. Der Tote ist ein hoher FĂŒrst und seine junge Frau soll ebenfalls mitverbrannt werden. Sie wurde durch Hanf - und OpiumdĂ€mpfe willenslos gemacht. Die Reisenden beschließen die Parsin zu retten. Mr. Fogg opfert dazu die zwei wettgemachten Tage. Dank eines glĂ€nzenden Gedanken Passepartouts können sie die Inderin retten, die Aouda heißt, und die englisch unterrichtet wurde. Sobald sie an der nĂ€chsten Bahnstation ankommen, schenkt Mr. Fogg den Elefanten dem treuen FĂŒhrer.
Als sie nach einer Reise quer durch Indien in Kalkutta eintreffen, fĂ€llt Fix ein Stein vom Herzen, da er dachte, dass sein vermeintlicher Dieb sich aus dem Staube gemacht habe. Aber der Haftbefehl ist immer noch nicht vorhanden. Die von Fix aufgehetzten Priester aus der Pagode in Bombay bringen Fogg und seinen Diener vor Gericht. Wegen eines MißverstĂ€ndnisses geben Fogg und Passepartout den Frevel zu, worauf sie zu zusammen zu 3 Wochen Haft und 450 Pfund Sterling Strafe verurteilt werden. Es sieht also so aus, als ob Fix Plan, die beiden in Kalkutta festzuhalten, geklappt hĂ€tte. Da aber Fogg Kaution bietet, der Richter zustimmt und die Kaution fĂŒr beide auf 2.000 Pfund festsetzt, mĂŒssen die beiden nicht ins GefĂ€ngnis. Prompt machen sie sich mit Miss Aouda und Mr. Fix auf den Weg zum Hafen, um das Postschiff "Rangoon" noch rechtzeitig zu erreichen und lassen die 2.000 Pfund im Stich.
WĂ€hrend der Überfahrt ĂŒberlegt der Detektiv, wie er die Weltreisenden doch noch fangen kann. Er kommt zu dem Schluß, dass wenn er die Reisenden in Hongkong, wo sie zum letzten Mal englisches Territorium betreten, nicht festhalten und der Polizei ĂŒbergeben kann, sie auf Nimmerwiedersehen verschwinden wĂŒrden. Um sein Vorhaben zu verwirklichen, fragt er Passepartout immer wieder aus. Doch dieser denkt, dass Fix ein Spion der Wettpartner von Mr. Fogg sei. Nach einem kurzen Aufenthalt in Singapur setzt das Schiff seine Route fort, kommt aber, da es durch StĂŒrme aufgehalten wird, einen Tag zu spĂ€t in Hongkong an, nĂ€mlich am 6. November.
Diesmal ist es reines GlĂŒck, dass der Reiseplan Foggs nicht scheitert, da der Dampfer "Carnatic" nach Japan eigentlich schon am 5. November hĂ€tte auslaufen mĂŒssen. Dank eines Maschinenschadens liegt er aber noch im Hafen vor Anker, und soll erst am 7. November in See stechen. Phileas Fogg sucht nun Miss Aoudas Verwandten in Hongkong, muss aber feststellen, dass dieser schon geraume Zeit nicht mehr hier lebt. So beschließt er, Miss Aouda weiterhin auf seiner Reise mitzunehmen. Er schickt Passepartout zum Schiff, um drei Kabinen reservieren zu lassen. Beim Aufgeben der Reservierung erfĂ€hrt Passepartout, dass das Schiff schon am Abend des 6. November, statt erst am nĂ€chsten Morgen, in See sticht. Doch er kommt nicht mehr dazu, das seinem Herrn zu melden, da er von Fix auf dem RĂŒckweg in eine Opiumhöhle gelockt und eingeschlĂ€fert wird. Als er erwacht, ist es Abend und er geht - noch benebelt - auf das abfahrende Schiff. Als Fogg am nĂ€chsten Morgen merkt, dass die "Carnatic" schon weg ist und sein Diener fehlt, macht er sich im Hafen auf die Suche nach einem anderen abfahrbereiten Schiff. Nach langer Suche entdeckt er das Gesuchte. Der KapitĂ€n erklĂ€rt sich bereit, sie fĂŒr 100 Pfund den Tag nach Schanghai, dem Ausgangshafen des Postschiffes nach San Francisco, mitzunehmen. Der unwissende Fogg lĂ€dt Fix sogar ein, mit ihm zu fahren.
Die 800 Meilen lange Seereise entwickelt sich zu einem Abenteuer, da unterwegs ein Sturm aufkommt. Doch dank Mr. Foggs Willenskraft macht der KapitÀn nicht kehrt und die Fahrt nach Schanghai geht weiter. Doch sie kommen zu spÀt an. Das amerikanische Postschiff verlÀsst nÀmlich gerade den Hafen. Da lÀsst Fogg Notsignal geben, der Dampfer hÀlt, und Mr. Fogg, Fix und Miss Aouda gelangen doch noch an Bord des Schiffes nach San Francisco, dessen Ausgangshafen Schanghai ist, und das in Nagasaki und Yokohama Zwischenstation macht.
Passepartout, der die "Carnatic" ja noch rechtzeitig erreichte, stellt am Morgen nach der Abfahrt fest, dass Mr. Fogg und seine Begeleiterin nicht anwesend sind. Als er also in Yokohama ankommt, ist er völlig auf sich allein gestellt. Nachdem er sich schĂ€bige Kleider besorgt hat, um sich seinen Unterhalt zu erbetteln, lĂ€uft ihm ein PlakattrĂ€ger einer Akrobatik - Gruppe ĂŒber den Weg. Da diese Gruppe vorhat, demnĂ€chst nach Amerika zu reisen, wird Passepartout anstellig. Er wird als "MĂ€dchen fĂŒr alles" in die berĂŒhmte japanische Akrobatengruppe aufgenommen. Da einer der KĂŒnstler verletzt ist, muss Foggs Diener bei dem Schauspiel der Langnasen mitwirken. Diese Langnasen bauen nur aus sich und ihren bis zu 10 Fuß langen Bambusrohren eine Pyramide auf. Passepartout wird als eine der "StĂŒtzen" eingesetzt, doch als er unter den Zuschauern seinen Herrn erblickt, springt er auf, und die aus 50 Menschen bestehende Pyramide bricht zusammen. Der von der Freude ĂŒberwĂ€ltigte Diener vergißt ganz, seinen Anzug abzulegen und folgt Fogg sofort auf das bald abfahrende Schiff.
WĂ€hrend der ĂŒber 3 Wochen langen Überquerung des Pazifiks versucht Fix, sich wieder mit Passepartout anzufreunden. Da sie nun englisches Territorium verlassen haben, versucht er, Fogg sobald wie möglich nach England zu bringen. Passepartout versteht das falsch, und ist der Ansicht, das Fix Fogg helfen will seine Wette zu gewinnen. Miss Aouda beginnt wĂ€hrend der Überfahrt, sich an Foggs Wette und seinem Reiseplan zu interressieren und ihm zu helfen, seine Wette zu gewinnen.
Als sie am 3. Dezember in San Francisco ankommen, stimmt Foggs Reiseplan immer noch. Er hat bisher weder einen Tag gewonnen, noch verloren. WĂ€hrend eines Stadtrundgangs geraten sie mitten in eine Straßenschlacht, wo ein Oberst Proctor Fogg und seine Begleiter schwer beleidigt. Darauf schwört Fogg ihm, wiederzukommen und ihn zu einem Duell herauszufordern, was spĂ€ter noch Folgen hat. Als die Reisenden aus dem Gewimmel entkommen, tragen sie nur noch Fetzen am Leib und mĂŒssen ein BekleidungsgeschĂ€ft aufsuchen. Doch noch am selben Abend machen sie sich auf die Reise nach New York. Die Überquerung des amerikanischen Kontinentes mit der Eisenbahn soll 7 Tage dauern.
WĂ€hrend der Fahrt begegnen sie einer BĂŒffelherde, einem besessenen Mormonenprediger und anderem. Als sie beispielsweise an eine einsturzgefĂ€hrdete BrĂŒcke kommen und sich der ZugfĂŒhrer weigert, weiterzufahren, wĂ€re fast der Zeitplan Mr. Foggs durcheinandergekommen. Doch Passepartout und ein paar andere Reisende können den ZugfĂŒhrer dazu ĂŒberreden mit Volldampf ĂŒber die BrĂŒcke zu fahren. Die wagemutige Tat gelingt, doch hinter ihnen stĂŒrzt die baufĂ€llige BrĂŒcke ein.
WĂ€hrend dem Rest der Zugfahrt gibt sich Fogg wieder seinem Lieblingshobby, dem Whistspielen hin. Aber alles BemĂŒhen seiner Freunde, ihn damit abzulenken, ist vergebens, denn er trifft den ebenfalls mitfahrenden Oberst Proctor trotzdem wieder und fordert diesen sogleich zum Duell heraus. Aber als sie gerade beginnen wollen, ĂŒberfallen Indianer den Zug. Die Zuginsassen kĂ€mpfen tapfer, doch sie wĂ€ren auf jeden Fall verloren gewesen, wenn nicht der wagemutige Passepartout die mit Volldampf laufende Lokomotive abgehĂ€ngt hĂ€tte, und der Zug so nicht in der NĂ€he eines Forts stehen geblieben wĂ€re. So können die Soldaten die Indianer vertreiben. Allerdings haben die Ureinwohner Amerikas Passepartout und 3 weitere Insassen des Zuges mitgenommen. Fogg ist sofort klar, dass er seinen Diener retten muss. Daher nimmt er eine Abteilung Soldaten und verfolgt die Indianer. Die versprochene Belohnung von 1.000 Pfund spornt die Soldaten an und so können Passepartout und die anderen gerettet werden.
Aber als sie zum Fort zurĂŒckkommen ist der Zug bereits weitergefahren und sie hinken 20 Stunden hinter ihrem Zeitplan zurĂŒck. GlĂŒcklicherweise trifft Fix den Besitzer eines Segelschlittens, mit dem man in der jetzigen Jahreszeit, dem Winter, in der PrĂ€rie sogar schneller als mit dem Zug vorankommt. Daher erreichen sie gerade noch rechtzeitig zur Abfahrt des nĂ€chsten Zuges Omaha. Am nĂ€chsten Tag, dem 10. Dezember kommen sie in Chicago an. Dank guter Zugverbindungen legen sie die verbleibenden 900 Meilen in nahezu einem Tag zurĂŒck und kommen am 11. Dezember, 45 Minuten vor Mitternacht in New York an. Aber die "China", das Postschiff nach Liverpool ist vor 45 Minuten ausgelaufen.
Da keines der anderen Passagierschiffe in Frage kommt, suchen sie am nĂ€chsten Morgen nach einem abfahrbereiten Dampfer. Phileas Fogg findet sogar einen. Doch der KapitĂ€n lĂ€sst sich erst bei 2.000 Pfund pro Person erweichen, sie mit nach Bordeaux zu nehmen. Als sie um 9 Uhr abfahren, ist der KapitĂ€n um 8.000 Pfund reicher. WĂ€hrend der Fahrt bietet der Weltreisende der Manschaft eine extra Belohnung, wenn sie nach Liverpool fahren. Daher kommt es zur Meuterei und der KapitĂ€n wird eingesperrt. Da das Schiff jedoch die ganze Zeit mit Volldampf gefahren ist, ist der Kohlenvorrat 770 Meilen vor Liverpool erschöpft. Fogg kauft dem KapitĂ€n das 20 Jahre alte Schiff fĂŒr 60.000 Dollar ab. Er lĂ€sst die ganzen Aufbauten verheizen, und so kommen Phileas Fogg, Passepartout, Miss Aouda und der Detektiv Fix am 21. Dezember, um 11 Uhr 40 Minuten in Liverpool an.
In rein theorethisch 6 Stunden wĂ€re Fogg in London und hĂ€tte seine Wette gewonnen. Doch kaum als sie an Land kommen, zieht Fix einen Haftbefehl aus der Tasche und verhaftet seinen vermeintlichen Dieb, Mr. Fogg. 35 Minuten nach Abfahrt des Zuges nach London erfĂ€hrt Fix seinen Irrtum. Der wirkliche Dieb wurde nĂ€mlich schon vor 3 Tagen gefaßt. Als Fix das Phileas Fogg gesteht, schlĂ€gt dieser Fix mit einem einzigen Fausthieb nieder. Es sieht so aus, als ob Fix seine Wette verloren hat, da er nun nicht mehr rechtzeitig im Reform Club eintreffen kann.
Als sie wenige Stunden zu spĂ€t in London eintreffen, will Fogg Selbstmord begehen. Doch Miss Aouda ĂŒberredet ihn, diese Idee zu vergessen und sie zu heiraten. Da es ihr gelingt, wird Passepartout zum Pfarrer geschickt, um sie trauen zu lassen. Dort erfĂ€hrt er, dass es eigentlich erst Sonntag, der 21. Dezember, also der letzte Tag der Wette, und nicht Montag der 22. Dezember ist. Als er das Mr. Fogg berichtet, ruft dieser sofort eine Droschke, verspricht dem Fahrer eine deftige Belohnung und erscheint nach einer Hetzfahrt genau zu Ablauf der Wette um 8 Uhr 45 Minuten und 0 Sekunden im großen Salon des Reform Club. Mr. Fogg hat also 4.000 Pfund gewonnen. Doch da er wĂ€hrend der Reise 20.000 Pfund ausgegeben hat, bringt ihm das gar nichts, natĂŒrlich außer seiner Frau, Miss Aouda.
Den einen Tag, den Mr. Fogg frĂŒher in London ankommt, gewann er dadurch, dass er entgegen der Sonne gereist ist, je LĂ€ngengrad also 4 Minuten gewonnen hat, und so genau einen Tag seinem Zeitplan voraus war. Er hĂ€tte also die Reise um die Erde auch in 78 Tagen schaffen können.

2.2. Kritik
Die "Reise um die Erde in 80 Tagen" gehört zu Vernes populĂ€rsten Romanen. Witz und Gesellschaftskritik treten hier deutlicher als in den anderen Werken zutage, weil der Leser nicht in eine staunenerregende Zukunft gefĂŒhrt wird, sondern weil die stolze, noch kaum zu fassende Gegenwartstechnik von 1870 aus der Sicht eines Utopisten, der Jules Verne auch hier unausgesprochen ist, satirisch - humorisch relativiert und ĂŒberschritten wird. Die Reise um die Erde ist ohnehin keine besinnliche Bildungsreise, sondern eine flinke, gelehrige KuriositĂ€tenschau, in dem die große kleine Welt dem anglofranzösischen Reisepaar vom ErzĂ€hler vorgefĂŒhrt wird: nicht zum kritisch - vergnĂŒglichen Analyse des Geschauten, sondern der Reisenden selbst.
Der Originaltitel von "Reise um die Erde in 80 Tagen" heißt "LE TOUR DU MONDE EN QUATRE - VINGTS JOURS". Das Buch erschien erstmals 1872 als Fortsetzungsreihe in "Le Temps" (6. 11. 72 - 22. 12. 72). Als Buch wurde die Geschichte erstmals 1873 herausgegeben. Es gibt mehrere deutsche Übersetzungen, sowie mehrere Verfilmungen.

2.3. Reiseplan des "Morning Chronicle"
(gerundete Angaben)
London - Suez ĂŒber den Mont Cenis und Brindisi,
Eisenbahn und Postschiff 7 Tage
Suez - Bombay, Postschiff 13 Tage
Bombay - Kalkutta, Eisenbahn 3 Tage
Kalkutta - Hongkong (China), Postschiff 13 Tage
Hongkong - Yokohama (Japan), Postschiff 6 Tage
Yokohama - San Francisco (Amerika), Postschiff 22 Tage
San Francisco - New York, Eisenbahn 7 Tage
New York - London, Postschiff und Eisenbahn 9 Tage
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - insgesamt 80 Tage
2.4. TatsÀchlicher Reiseplan Mr. Foggs
(gerundete Angaben)
London - Suez ĂŒber den Mont Cenis und Brindisi,
Eisenbahn und Postschiff 7 Tage
Suez - Bombay, Postschiff 11 Tage
Bombay - Kalkutta, Eisenbahn und Elefant 5 Tage
Kalkutta - Hongkong (China), Postschiff 14 Tage
Hongkong - Schanghai (China), Schoner 4 Tage
Schanghai - San Francisco(Amerika) ĂŒber Yokohama, Postschiff 22 Tage
San Francisco - New York, Eisenbahn und Segelschlitten 8 Tage
New York - London, Dampfer und Eisenbahn 9 Tage
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
insgesamt 80 Tage

2.5. Karte


2.6. Zeitleiste
(Ankunftsdatum in den StĂ€dten) (Ungleichheiten mit 2.4. ergeben sich aus Rundungen, ĂŒbrigbleibenden
Stunden und Minuten und dadurch, dass Abfahrts - und Ankunftstag nicht immer ĂŒbereinstimmen.) (Der eine Tag, den sie durch die Reise entgegen der Sonne gewonnen haben, wird nicht berĂŒcksichtigt.)
London (England) 2. Oktober
Suez (Ägypten) 9. Oktober
Bombay (Indien) 20. Oktober
Kalkutta (Indien) 25. Oktober
Hongkong (China) 6. November
Schanghai (China) 11. November
San Francisco (Amerika) 3. Dezember
New York (Amerika) 11. Dezember
London (England) 21. Dezember
2.7. Phileas Fogg
Phileas Fogg ist ein reicher BĂŒrger der englischen Oberschicht und somit Mitglied im angesehenen Reform - Club. Der Ursprung seines Vermögens ist nicht bekannt und Phileas Fogg ist weder geizig, noch verschwenderisch. Er ist ein schwerzugĂ€nglicher Herr, der so wenig wie möglich spricht. Er verbringt seine Tage auf eine Ă€ußerst eintönige Weise, da er jeden Tag dasselbe tut. Phileas Fogg ist sehr ordnungsliebend, wie man an seiner streng geordneten Garderobe und seinem Tagesablauf erkennen kann. Er besitzt herausragende geographische Kenntnisse der Erde, obwohl er London seit Jahren nicht mehr verlassen hat. Seine LieblingstĂ€tigkeit ist das Whistspielen. Außerdem ist er begeisterter Leser mehrerer Londoner Tageszeitungen. Als waschechter EnglĂ€nder wettet er sehr gern und nimmt es mit seinen Wetten sehr ernst.
Nachdem er in 80 Tagen um die Erde gereist ist, und seine Wette gewonnen hat, heiratet er Mrs. Aouda.



Quellenverzeichnis:

1. : Die geheimnisvolle Insel, Jules Verne, Herder 1979
Der Kurier des Zaren Jules Verne, Arena, 1968
Mathias Sandorf (Band 1), Jules Verne, Pawlak Taschenbuch 1984
Der Knaur (Band 14), Lexikographisches Institut, 1992
Jugend Lexikon, inter verlag, 1987
Kindlers Neues Literatur Lexikon, Kindler, 1992
2. : Reise um die Erde in 80 Tagen*, Jules Verne, Hartleben, 1985
Kindlers Neues Literatur Lexikon#, Kindler, 1992
Weltkarte, Works - Clipart

* enthÀlt nur die reine Geschichte, ohne weitere Angaben (247 Seiten)
# verwendet bei 2.2.
^ verwendet bei 2.5.

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