Zweiter Weltkrieg - Der Blitzkrieg in Polen

Inhaltsangabe des Filmes "Sein oder nicht sein"

Kurz vor dem Anfang des 2. Weltkrieges: In einem Theater in Polen wird ein StĂŒck namens "Gestapo" geprobt. Es darf aber nicht aufgefĂŒhrt werden, da die Polnische Regierung es verbietet, um Nazideutschland und Hitler nicht zu verĂ€rgern. Es wird weiter Shakespeares "Hamlet" gespielt. WĂ€hrend so einer Vorstellung greift Deutschland Polen an, und das Theater sowie fast ganz Warschau wird bombardiert.
Ein Spitzel der Nazis bekommt Adressen der Familien von vielen UntergrundkĂ€mpfern heraus um diese zu erpressen. Ein Britischer UntergrundkĂ€mpfer erschießt den Nazispitzel und wird daraufhin gesucht. Der Schauspieler, der in dem StĂŒck "Gestapo" Adolf Hitler verkörpern sollte, schlĂŒpft noch einmal in diese Rolle, die er gut beherrscht und verschafft so dem Briten ein Flugzeug, mit dem dieser unbehelligt nach Großbritannien zurĂŒckkehren kann.
So endet der Film, aber die brutale RealitÀt ging leider weiter.

Inhaltsverzeichnis:

1. Friedensverhandlungen in Versailles

2. Nach den Friedensverhandlungen in Versailles

3. Hitler an der Macht

4. Der Blitzkrieg in Polen beginnt

5. Der Kampf um Warschau

6. Nach dem Blitzkrieg in Polen

7. Quellen


1. Friedensverhandlungen in Versailles

Nach dem 1. Weltkrieg beginnen Friedensverhandlungen in Versailles, die eine Patentlösung suchten um Kriege in Zukunft zu vermeiden. Die Sitzungen sind geheim, deshalb erfÀhrt die Bevölkerung erst viel spÀter von den Ergebnissen.
Deutsche und Österreicher haben bei diesen Verhandlungen nichts zu sagen, obwohl es hauptsĂ€chlich um diese zwei Staaten geht.
Polen feiert seine Wiedergeburt, gerĂ€t aber gleichzeitig in Konflikt mit seinen Nachbarn Rußland, Deutschland, Litauen und der Tschechoslowakei.
Um Polen den zugesprochenen Zugang zu der Ostsee zu verschaffen, erhĂ€lt es den "Polnischen Korridor". Dieser trennt Ostpreußen vom ĂŒbrigen Deutschland und wird spĂ€ter zum Stein des Anstoßes fĂŒr Hitler. Der französische Marschall Ferdinand Foch sagte "Hier liegt die Wurzel fĂŒr den nĂ€chsten Krieg." und er sollte Recht behalten.
Der Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 legt fĂŒr das Deutsche Reich eine Armee, die Reichswehr mit 100 000 Berufssoldaten ohne Panzer, schwere Artillerie und Flugzeuge vor, und eine Marine mit 15000 Mann. Festungen im Grenzbereich sind nicht zugelassen. Die Reichswehr ist nur fĂŒr die Grenzsicherung und Aufrechterhaltung der inneren Ordnung da. Alle Kriegsflugzeuge, die nicht von den Alliierten beschlagnahmt worden sind, mĂŒssen vernichtet werden, und der Aufbau einer neuen Luftwaffe ist untersagt. Nur leichte Sportmaschinen und die Segelfliegerei sind erlaubt.
Die deutsche Marine muss ihre Flotte den EnglĂ€ndern ĂŒbergeben, doch werden die meisten Schiffe von ihrer Besatzung am 21. Juni 1919 in Scapa Flow selbst versenkt. Im Friedensvertrag steht "dass sich Deutschland nur entwaffnen lasse um allen Staaten eine RĂŒstungsbeschrĂ€nkung zu ermöglichen".

2. Nach den Friedensverhandlungen in Versailles

Am Freitag, dem 18. Februar 1921, wird in Paris ein polnisch - französisches BĂŒndnis unterzeichnet und drei Tage spĂ€ter durch eine befristete MilitĂ€rkonvention ergĂ€nzt. Der Vertrag beinhaltet eine politische, wirtschaftliche und militĂ€rische Zusammenarbeit mit dem Ziel, den Status quo in Europa gemĂ€ĂŸ dem Versailler Vertrag zu erhalten. Polen sieht seitdem in dem BĂŒndnis mit Frankreich eine Grundlage seiner Außenpolitik.

Bis Ende des Jahres 1921 besiegen im russischen BĂŒrgerkrieg die Bolschewisten, unter der FĂŒhrung von Lenin und Trotzki die Armeen der weißen GenerĂ€le. Ein Jahr darauf etabliert sich in Rußland endgĂŒltig das kommunistische Regime.

Unter den europĂ€ischen SiegermĂ€chten machen sich die alten Unstimmigkeiten wieder bemerkbar. Großbritannien versucht Deutschland gegen Frankreich und seine VerbĂŒndeten, darunter auch Polen, politisch zu unterstĂŒtzen. Die Französischen Politiker sind wiederum daran interessiert, nichts von den im ersten Weltkrieg erzielten und im Vertrag von Versailles enthaltenen Positionen einzubĂŒĂŸen.

Am 16. April 1922 schließen Deutschland und die Sowjetunion den Vertrag von Rapallo, der unter anderem eine militĂ€rische Zusammenarbeit bei Projekten moderner Waffentechnik wie Flugzeuge, Panzer und chemische Kampfstoffe vorsieht.

Am Freitag, dem 27. Oktober 1922, reißt in Italien der FaschistenfĂŒhrer Benito Mussolini durch den "Marsch auf Rom" die Macht an sich..

Anfang 1923 erreicht in Deutschland das wirtschaftliche und politische Chaos, das seit dem Friedensvertrag herrscht, seinen Höhepunkt. Als das Deutsche Reich mit den Reparationszahlungen in Verzug gerÀt, besetzen französische Truppen das Ruhrgebiet.
Die deutsche Wirtschaft bricht zusammen. Not und Hunger breiten sich aus, wĂ€hrend die WĂ€hrung ins Uferlose sinkt: Mitte November 1923 zahlt man fĂŒr einen US - Dollar 4,2 Billionen Mark.
Diese innere ZerrĂŒttung schafft ein geeignetes Klima fĂŒr das Gedeihen extremer Parteien. Die von Adolf Hitler gefĂŒhrten Nationalsozialisten wagen am 9. November 1923 in MĂŒnchen einen Putschversuch, der jedoch nicht gelingt.




Im Herbst 1923 scheint Deutschland ein blutiger BĂŒrgerkrieg bevorzustehen, doch die deutsche WĂ€hrung kann saniert werden, und deshalb ist die grĂ¶ĂŸte Gefahr fĂŒr die inneren VerhĂ€ltnisse gebannt. Bei einer Konferenz kann ein Plan zur Zahlung der Reparationen ausgearbeitet werden und Deutschland erhĂ€lt international Kredite. Dadurch scheinen die finanziellen und wirtschaftlichen Probleme beseitigt zu sein.
Dass die Demokratie in Deutschland jedoch nicht gesichert ist, zeigt sich an der Tatsache, dass 1925 der monarchistische Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zum ReichsprÀsidenten gewÀhlt wird.

Am 21. JĂ€nner 1924 stirbt Lenin. Sein Nachfolger ist Josef Stalin.

Die USA ziehen sich politisch aus Europa zurĂŒck, ihre finanziellen Interessen und ökonomischen Verbindungen bleiben bestehen. Das Wirtschaftswunder in den USA bewirkt einen Taumel der Hochkonjunktur.
In den Tagen vom 5. bis 16. Oktober 1925 wird auf der Konferenz in Locarno ein Vertrag unterzeichnet, der das VerhÀltnis der Deutschen zu ihren westlichen Nachbarn normalisieren soll. Es ist der erste Erfolg einer sich anbahnenden Versöhnungspolitik zwischen den Deutschen und Franzosen.

Ab 1926 kann die Reichswehr mit UnterstĂŒtzung der UdSSR 800 Kilometer östlich von Moskau eine geheime deutsche Gaswaffen -, Kampfwagen - und Fliegerschule fĂŒr die Ausbildung deutscher Panzer - und Fliegeroffiziere aufbauen.
Die Sowjets stellen den deutschen ÜbungsgelĂ€nde und Schulungspanzer zur VerfĂŒgung.

Am 8. September 1926 wird Deutschland in den Völkerbund aufgenommen.

Mit dem katastrophalen Börsensturz, am 24. Oktober 1929 in den USA verschwindet der Traum der ewig blĂŒhenden Konjunktur.
Die Weltwirtschaftskrise breitet sich aus und Deutschland wird von dieser Krise besonders hart getroffen. Die Zahl der Arbeitslosen erreicht in Deutschland bald sechs Millionen. Bei diesen Arbeitslosen findet Adolf Hitler mit seinen Nationalsozialisten Gefallen. So versprechen diese der entmutigten Bevölkerung wirtschaftliche Besserung und Befreiung von der nationalen "Schmach des Versailler Friedensdiktates".

1932 bilden die Nationalsozialisten die stÀrkste Fraktion im Deutschen Reichstag und verhindern zusammen mit den Kommunisten jede konstruktive parlamentarische TÀtigkeit.

3. Hitler an der Macht
Am Montag, dem 30. Januar 1933 ernennt ReichsprĂ€sident von Hindenburg den "Unbekannten Gefreiten des 1. Weltkrieges", Adolf Hitler zum Reichskanzler. Das NS - Regime gibt sich gegenĂŒber dem Ausland friedlich und zivil. Vor dem Reichstag verkĂŒndet Hitler immer wieder entschieden seinen Friedenswillen. Hitler schafft ArbeitsplĂ€tze indem er Autobahnen und KriegsgerĂ€t bauen lĂ€sst. Am 3. Februar 1933 erlĂ€utert Hitler der ReichswehrfĂŒhrung seine PlĂ€ne: Ausrottung des Bolschewismus, Kampf gegen den Versailler Vertrag und Eroberung von Lebensraum. Nach dem Reichstagsbrand werden die Bestimmungen verschĂ€rft. Schon jetzt fĂ€ngt man an, Juden minderwertig zu behandeln. Sie verlieren ihre ArbeitsplĂ€tze und werden aus dem Wirtschaftsleben verdrĂ€ngt.
Die ersten KZ's werden gebaut, um die Opposition mundtot zu machen.
Es werden wegen Landes - oder Hochverrats verurteilte Personen, kommunistische FunktionÀre, alle von einem Volksgericht verurteilten Personen, sowie Mitglieder der pazifistischen Internationalen Bibelforscher - Vereinigung in KZ's geschickt.
Am 23. MĂ€rz 1933 erlangt Hitler die erstrebten diktatorischen Vollmachten. Die NSDAP wird kurz darauf die "Staatspartei". Zur allgemeinen Überraschung schließen Deutschland und Polen am 26. Januar 1934 einen Nichtangriffs - und Freundschaftsvertrag ab. Am 14. Oktober 1934 tritt Deutschland aus der AbrĂŒstungskonferenz aus und verlĂ€sst fĂŒnf Tage spĂ€ter auch den Völkerbund. Ab Februar 1935 beginnen die Deutschen U - Boote zu bauen. Die Weltöffentlichkeit reagiert darauf kaum. Am 16. MĂ€rz 1935 erlĂ€sst Hitler den Beschluß, alle Bestimmungen des Versailler Vertrages zu annullieren und den Aufbau der StreitkrĂ€fte zu Lande, zur See und zur Luft zu beschleunigen. Die allgemeine Wehrpflicht wird wieder eingefĂŒhrt und die deutsche Industrie stellt fast nur mehr militĂ€rische GerĂ€te her.

Der BĂŒrgerkrieg in Spanien wird von den Deutschen und Italienern genĂŒtzt um ihr neues Kriegsmaterial zu testen.

Hitler marschiert in Österreich ein. Erst als er am 15. MĂ€rz 1939 auch die Tschechoslowakei unter deutschen "Schutz" stellt, treten ihm die WeltmĂ€chte mit Verhandlungen entgegen.

Am 7. November 1938 erschießt der Jude Herschel Grynszpan den Botschaftsrat Ernst vom Rath. Das verwenden die Nazis als willkommenen Anlass fĂŒr ihre Judenpogrome. Die Reichskristallnacht folgt nach diesem Attentat und zeigt die Gewaltbereitschaft der Deutschen. Hitler verkĂŒndet am 30. Januar 1939 die Vernichtung der jĂŒdischen Rasse im Kriegsfall.


Die Polen wollen keinen Pakt mit den Deutschen oder den Sowjets unterzeichnen, in denen beide Staaten Polen fĂŒr sich gewinnen wollen, um sich eventuell im Notfall auf ihre Seite zu stellen. Da Polen nicht eindeutig Stellung bezieht, stellt Hitler Überlegungen an, anstatt mit Polen gegen die Sowjetunion vorzugehen, sich mit der UdSSR gegen die Polen zu verbinden. Am 27. April 1939 kĂŒndigt die Reichsregierung den deutsch - polnischen Nichtangriffspakt. Die Beziehung zwischen Deutschland und der Sowjetunion werden immer intensiver.

In den Deutschen RĂŒstungsbetrieben wird Tag und Nacht gearbeitet.

Ende Juli 1939 legt das Oberkommando der Wehrmacht Hitler den Feldzugsplan gegen Polen vor.

Deutschland kann ab 20. August 1939 aus Rußland wichtige Rohstoffe und Lebensmittel beziehen.
Ein deutsch - sowjetischer Nichtangriffspakt mit geheimem Zusatzprotokoll wird am 23. August 1939 unterzeichnet. In diesem Zusatzprotokoll ist die Festlegung der beiderseitigen InteressensphÀren in Polen niedergeschrieben.
Am Morgen des 31. August 1939 erteilt Hitler den Befehl fĂŒr "Fall Weiß", den Überfall auf Polen. Der Krieg kann am nĂ€chsten Tag beginnen.

Am spĂ€ten Abend des 31. August 1939 liefert der Sicherheitsdienst der SS den "propagandistischen Anlass zur Auslösung des Krieges", indem er, teilweise in den Uniformen polnischer FreischĂ€rler, ÜberfĂ€lle auf verschiedene deutsche Grenzorte und den Sender Gleiwitz fingiert.

4. Der Blitzkrieg in Polen beginnt
1. September 1939, Danzig.
Um 4.30 Uhr peitscht ein einzelner Pistolenschuß durch den Wald, der die polnische Enklave Westerplatte umgibt. Die polnischen MilitĂ€rposten rĂŒcken zusammen.
15 Minuten spĂ€ter eröffnet die "Schleswig Holstein", ein deutsches Schulschiff, das Feuer und beschießt die Westerplatte.
Ohne KriegserklĂ€rung ĂŒberfĂ€llt Hitler Polen.
Der 2. Weltkrieg hat begonnen.

Von Anfang an haben die Nazis die absolute Luftherrschaft. Mit 2093 modernen einsatzbereiten Flugzeugen, die nur ein Bruchteil ihrer ganzen Flotte sind, stehen sie 745 veralteten Flugzeugen der Polen gegenĂŒber. Auch haben die Deutschen mit 3195 Panzerkampfwagen um knapp 2000 mehr als die Polen.

Noch am 1. September wird der Anschluß Danzigs an das Deutsche Reich verkĂŒndet. Hitler gibt den Angriff auf Polen im Reichstag bekannt. Zwischen Berlin, Rom, Paris und London finden fieberhafte diplomatische Beziehungen statt. In Frankreich und Großbritannien wird mobil gemacht. Beide Staaten fordern Deutschland auf, Polen bis zum 3. September um 12.00 Uhr zu verlassen.
Hitler geht nicht darauf ein obwohl die deutsche Bevölkerung kaum Kriegsbegeisterung zeigt. Am nĂ€chsten Tag wird das Hören auslĂ€ndischer Sender verboten und die Zwangsbestimmung fĂŒr die Kriegswirtschaft tritt in Kraft.

Von Anfang an droht die polnische Verteidigung zusammenzubrechen, obwohl die Deutschen mit ihrem Kriegsmaterial sehr sorgsam umgehen.
Die Deutschen ziehen von Danzig in Richtung SĂŒden nach Warschau.
Am 3. Septembers erklĂ€rt Neville Chamberlain, dass Großbritannien im Kriegszustand mit Deutschland ist.
Die Staaten des Commonwealth schließen sich dieser ErklĂ€rung an.
Um 17.00 Uhr gibt in Paris MinisterprÀsident Edouard Daladier den Beginn des Krieges mit dem Deutschen Reich bekannt.

Die in Polen lebende Deutsche Minderheit arbeitet mit dem deutschen MilitĂ€r zusammen woraufhin in Ausschreitungen ca. 4000 Menschen dieser Minderheit getötet werden. Hitler macht daraus 50 000 und benĂŒtzt dies fĂŒr einen Grund der WeiterfĂŒhrung des Krieges in Polen.
Öffentliche Exekutionen und die sofortige Verfolgung von Juden werden zum Kennzeichen deutscher Besatzungsherrschaft.


Am 8. September 1939 fĂŒhrt der polnische Botschafter in Moskau ein GesprĂ€ch mit dem sowjetischen Außenminister Molotow ĂŒber die angebotene Waffenlieferung fĂŒr Polen. Die Polen bekommen jedoch eine Absage der Russen, da sich die Lage inzwischen verĂ€ndert hĂ€tte.

Die Franzosen versuchen noch am gleichen Tag ihre Verpflichtung der LuftunterstĂŒtzung fĂŒr Polen auf die EnglĂ€nder abzuwĂ€lzen. Die Royal Air Force widersetzt sich den Franzosen. Beide Staaten stellen fest, dass eine LuftunterstĂŒtzung durch französisch - britische KrĂ€fte ein großes Risiko darstellt.

In der Zwischenzeit können die Deutschen weiter in Richtung Warschau marschieren. Sie kommen von Norden aus Richtung Danzig die Weichsel entlang, aus Westen und aus SĂŒden. Viele polnische Einheiten versuchen nach Warschau zu kommen um die Hauptstadt zu retten.

Am 9. September 1939 stoßen die Deutschen dann doch wieder auf stĂ€rkeren Widerstand. Sie werden westlich von Warschau gestoppt. Es entwickelt sich daraus die grĂ¶ĂŸte Schlacht des Polenfeldzuges die spĂ€ter als die "Schlacht bei Kutno" genannt wird. Durch FliegereinsĂ€tze können die Deutschen aber doch wieder ihren Marsch nach Warschau fortsetzen. Vereinzelt gelingt es den Polen, StĂ€dte zurĂŒckzuerobern und die Deutschen geringfĂŒgig wieder zurĂŒckzuschlagen.

Am Abend des 11. September 1939 erhalten die polnischen U - Boot - Kommandanten den Befehl nach England zu fahren, da die totale Luftherrschaft der Nazis ihren Einsatz unmöglich macht.

Der britische Regierungschef Neville Chamberlaine und der französische MinisterprĂ€sident Edouard Daladier kommen am Dienstag dem 12. September 1939 zu dem Ergebnis, dass Polen bereits verloren ist und eine Fortsetzung der offensiven Anstrengungen zugunsten Polens unzweckmĂ€ĂŸig erscheint.

Am 14. September 1939 schließt sich der deutsche Ring um die polnische Hauptstadt Warschau.

Die polnische Regierung und die polnische Heeresleitung ĂŒberschreiten am 17. September 1939 die Grenze nach RumĂ€nien. Sie werden dort jedoch gefangengenommen.

Die deutschen Fliegerangriffe legen Teile von Warschau in Brand. Menschen die keine polnische StaatsbĂŒrgerschaft haben, dĂŒrfen Polen verlassen.


Der deutsche Ring um Warschau wird immer enger, doch die Polen denken noch nicht daran, aufzugeben.

Am 17. September 1939 ĂŒberschreitet die Weißrussische Front mit vier Armeen und die Ukrainische Front mit drei Armeen die ungeschĂŒtzte Grenze zu Polens Ostprovinzen, nachdem schon im Hitler - Stalin - Pakt vom 23. August 1939 ĂŒber die Teilung Polens Entscheidungen getroffen worden sind.

An diesem Tag greifen sowjetische Armeen Polen von der Dwina im Norden bis zum Dnjestr im SĂŒden an. Sie ĂŒbernehmen bald die ersten StĂ€dte von den Deutschen. Viele polnische Soldaten halten Abstand von diesen StĂ€dten und laufen lieber in Gefangenschaft der Deutschen.


5. Der Kampf um Warschau
In den ersten Morgenstunden des 20. September 1939 beginnen die Angriffe deutscher Truppen auf polnische Stellungen in Warschau. Am Sonntag, dem 24. September 1939 setzen zur Vorbereitung der ErstĂŒrmung von Warschau, verstĂ€rkte deutsche Luftangriffe Warschau ein. Die Deutschen werfen auch Flugzettel ab, auf denen die sofortige Kapitulation gefordert wird. Am 25. September 1939 beginnt der Großangriff auf Warschau und an diesem Tag werden 560 Tonnen Sprengstoff und 72 Tonnen Brandbomben von den Deutschen abgeworfen. Es ist bisher der grĂ¶ĂŸte Luftangriff der Geschichte.
Der polnische Gen. RĂłmmel entschließt sich am nĂ€chsten Tag zur Aufnahme von Kapitulationsverhandlungen um noch mehr Blutvergießen unter den Truppen und der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Am selben Tag wird noch die Bildung einer Untergrundbewegung beschlossen, die spĂ€ter zu einer der am besten organisierten Widerstandsbewegungen gegen das NS - Regime wurde.
Am 27. September 1939 werden im Auftrag von Gen. RĂłmmel Kapitulationsverhandlungen gefĂŒhrt, um 14.00 Uhr strecken 140 000 polnisch Soldaten die Waffen. Am nĂ€chsten Tag wird die Kapitulation von Warschau besiegelt. Sofort beginnen SS - Komandos mit Razzien auf Juden und andere "Reichsfeinde".
Die Verluste der Zivilbevölkerung belaufen sich auf ĂŒber 10 000 Tote und rund 35 000 Verwundete. Zwölf Prozent aller GebĂ€ude im Stadtgebiet sind zerstört.
Am 28. September wird ein deutsch - sowjetischer Grenz - und Freundschafts Vertrag unterzeichnet und die Teilung des bisherigen Staates Polen beginnt.
Im Rathaus von Warschau verschwinden am 29. September 1939 Papiere, die fĂŒr die deutschen Sicherheitsbehörden von Interesse sein könnten. Es werden auch gefĂ€lschte Ausweispapiere an bestimmte Personen verteilt, wodurch die Arbeit der Untergrundbewegung erleichtert wird.
Am Dienstag, dem 3. Oktober 1939, rĂŒcken die deutschen Truppen in Warschau ein. Der deutsche Geheimdienst findet das Geheimarchiv des polnischen Nachrichtendienstes.
Das ganze Aktenmaterial wird auf sechs Lkws nach Berlin gebracht wo man nicht nur die Personalkartei des polnischen Spionagenetzes findet, sondern auch Information ĂŒber die Sowjetunion erhĂ€lt.

6. Nach dem Blitzkrieg in Polen
Am Mittwoch, dem 27. September 1939 findet im Kreml ein Treffen um die Aufteilung der Kriegsbeute, das heißt um die Grenzziehung der eroberten Gebiete zwischen dem deutschen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und seinen sowjetischen GesprĂ€chspartnern statt.
Sie werden von Stalin persönlich eröffnet, der die Deutschen zu ihrem Sieg ĂŒber Polen beglĂŒckwĂŒnscht und damit die Hoffnung auf eine weitere gute Zusammenarbeit der beiden Regierungen und Staaten hat.

Am 28. September 1939 unterzeichnet der estnische Außenminister Karl Selter, nach offenen Drohungen der Sowjets, einen Beistandspakt mit der UdSSR, der ihr militĂ€rische StĂŒtzpunkte einrĂ€umt. Litauen und Lettland folgen dem Beispiel kurze Zeit spĂ€ter. Diese drei Staaten werden schließlich durch eine Abstimmung Teile der Sowjetunion. Mit Finnland wird auch verhandelt, doch diese lehnen dankend ab.

Der in RumĂ€nien internierte polnische StaatsprĂ€sident Professor Ignacy Mscicki ĂŒbergibt, am 30. September 1939 sein Amt an den PrĂ€sidenten des Verbandes der Auslandspolen in Paris. Die bisherige Regierung ist damit aufgelöst. Gen. Wladyslaw Rackiewicz wird dann von diesem PrĂ€sidenten zum Premierminister einer neuen Regierung ernannt und erhĂ€lt gleichzeitig den Oberbefehl ĂŒber die polnischen StreitkrĂ€fte im Exil. Polen als Staat hat mit der Besetzung durch deutsche und sowjetische Truppen aufgehört zu existieren.
Fast alle verbleibenden Soldaten schließen sich zu einem Verband zusammen der "Polesie" heißt und unter Gen. Kleeberg's Leitung liegt. Dieser Verband verwickelt sich noch in Gefechte, doch als sie erfahren, dass PanzerkrĂ€fte der Roten Armee auf sie zukommen entschließt sich Kleeberg vor den Deutschen zu kapitulieren.

Damit ist der Polenfeldzug beendet und er hört auf wie er begonnen hat. Es gibt keinen Waffenstillstandsvertrag oder Kapitulationsurkunde. Etwa 76 000 Angehörige der polnischen Armee können sich in die umliegenden NachbarlÀnder absetzen. Viele von ihnen setzen ihren Kampf in den Reihen der Alliierten fort.



Hitler hĂ€lt vor dem Reichstag eine Rede, in der er aus seiner Sicht den Polenfeldzug schildert und England, sowie Frankreich eine Beendigung des Kriegszustandes anbietet, wenn sie die deutschen Maßnahmen in Polen akzeptieren. Die Regierungen in London und Paris verhalten sich ablehnend gegenĂŒber diesem Angebot.

Am 8. Oktober 1939 wird Polen aufgeteilt. In einem Erlass gliedert Hitler die im Versailler Vertrag 1919 an Polen abgetretenen Gebiete in das "Großdeutsche Reich" ein, darĂŒber hinaus auch noch andere polnische Gebiete.

Die Verluste des Septemberfeldzuges in Zahlen:
Polen: 123 000 Gefallene, 133 700 Verwundete,
694 000 Polen sind in deutscher Gefangenschaft, 217 000 in sowjetischer.
Deutschland: 10 572 Gefallene, 30 322 Verwundete, 3404 Vermißte
217 Panzer, 282 Flugzeuge.
Sowjetunion: 737 Gefallene, 1859 Verwundete.


7. Quellen

Joachim C. Fest: "Hitler" Ullstein Verlag

Janusz Piekalkiewicz: "Der Zweite Weltkrieg" Econ Verlag

"Meilensteine des 20. Jahrhunderts" Das Beste Verlag


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