Biedermeier

1 Der Begriff Biedermeier

Urspr├╝nglich wurde der Name Biedermeier von V. von Scheffel in der Zeitschrift "M├╝nchner Fliegenden Bl├Ątter" f├╝r die von ihm geschaffenen Philisterkarikaturen verwendet. Philister war der Name f├╝r zufriedene Personen, die nicht Politik interessiert waren und immer im kleinen Kreis blieben.

Heute wird das Wort Biedermeier als Stilbezeichnung der Dichtkunst, der Kleidermode, der Wohnkultur und der Malerei zwischen 1815 und 1848 verwendet.

2 Historischer Hintergrund

Die Zeit des Biedermeier beginnt 1815 mit dem Ende der napoleonischen Herrschaft in Europa und dem Wiener Kongre├č 1815 und endet 33 Jahre sp├Ąter 1848 mit der b├╝rgerlichen Revolution, der sogenannten "M├Ąrzrevolution", deshalb wird diese Epoche auch Vorm├Ąrz genannt.

Kennzeichen f├╝r diese Epoche ist die ├Ąu├čere Sicherheit und die innere Unterdr├╝ckung aller mitteleurop├Ąischen Staaten. Die f├╝r die ├Âsterreichische Politik in diesem Zeitraum bedeutendste war Haus-, Hof- und Staatskanzler Klemens Wenzel F├╝rst Metternich. Er setzte Wiener Kongre├č die Ideen der Restaurationspolitik durch und behielt seine Machtposition bis zur M├Ąrzrevolution. Man versuchte die aufkeimenden Ideen des Liberalismus, des Nationalismus und der Demokratie durch milit├Ąrische Intervention zu verhindern, deshalb entwickelte sich ├ľsterreich zu einem Polizeistaat. Metternich war der Meinung, dass das gr├Â├čte und demnach das dringendste ├ťbel zu jener Zeit die Presse war, so richteten sich der Polizeistaat und die scharfen Zensuren vor allem gegen die popul├Ąren Schriften, Zeitungen und Zeitschriften, Brosch├╝ren und Flugbl├Ątter. Das B├╝rgertum und die Studenten reagierten unterschiedlich auf die politischen Verh├Ąltnisse. Der eine Teil akzeptierte die Verh├Ąltnisse und der andere Teil versuchte sich dagegen zu wehren und erhob sich immer wieder zu Aufst├Ąnden.

In dieser Zeit erlebte die Technik einen unaufhaltsamen Aufschwung. Am 4. 9. 1830 die "Donaudampfschifffahrts-Gesellschaft" gegr├╝ndet. Am 1. 8. 1832 die erste Pferdeeisenbahn zwischen Linz und Budweis in Betrieb genommen. Die "Kaiser-Ferdinands-Nord-Bahn", die erste Dampfeisenbahn ├ľsterreichs, absolvierte ihre Jungfernfahrt am 19. 11. 1837 und verkehrte zwischen Floridsdorf und Deutsch-Wagram. Durch diese Ver├Ąnderungen entwickelte sich der industrielle Bereich in ├ľsterreich.

Die soziale Not und die Unzufriedenheit mit der politischen Unterdr├╝ckung wird immer gr├Â├čer, deshalb entwickelt sich der Nationalismus immer mehr und es kommt zur M├Ąrzrevolution.

3 Lebensweise der B├╝rger

Die B├╝rger gewinnen im Biedermeier Geld und Ansehen, haben jedoch keinerlei politisches Mitspracherecht, deshalb ziehen sie sich in die eigenen vier W├Ąnde zur├╝ck und sch├Ątzen das h├Ąusliche private Gl├╝ck. Die Wohnung, wird zum Mittelpunkt des Lebens, dennoch gewinnen Kaffeeh├Ąuser und Theater, als wichtigste Treffpunkte in den St├Ądten, an Bedeutung.

Die typische Einstellung des Biedermeier spiegelt die Stelle aus Grillparzers "Der Traum ein Leben" wieder:

"Eines nur ist Gl├╝ck hienieden,

Eins: des Inneren stiller Frieden

Und die schuldbefreite Brust!

Und die Gr├Â├če ist gef├Ąhrlich,

Und der Ruhm ein leeres Spiel;

Was er, gib und nichtige Schatten,

Was er nimmt, es ist so viel"

3.1 Wohnkultur

Die B├╝rger richteten sich vor allem ein sehr behagliches Wohnzimmer ein, da sehr viel Wert auf ein geselliges Leben im Familienkreis gelegt wurde. Das Wohnzimmer war in lichten Farben gehalten und wurden mit h├╝bschen M├Âbeln ausgestattet. Ein Einrichtungsgegenstand der in keinem Wohnzimmer fehlen durfte war der Sekret├Ąr. In den Glask├Ąsten wurden zierliche Figuren und Schalen aus Porzellan, geschliffene Gl├Ąser und Gegenst├Ąnde aus Silber zur Schau gestellt. Familienbilder mit schmalen, sch├Ângearbeiten Rahmen schm├╝ckten die W├Ąnde der b├╝rgerlichen Wohnungen, denn in b├╝rgerlichen Kreisen war es modern, sich portr├Ątieren zu lassen.

3.2 Mode

Das Frauenkleid besitzt eine nat├╝rliche, enggeschn├╝rte G├╝rtellinie. Der weite kn├Âchellange Rock wird von zahlreichen geschn├╝rten Unterr├Âcken gest├╝tzt. Die schmale Taille wird durch abfallende Schultern und gro├če, breite Kragen betont. Der Keulen├Ąrmel setzt erst auf dem Oberarm an. Baumwollestoffe in zarten Farben mit Bl├╝mchen- und Streifenmuster, Spitzen, R├╝schen und Schleifen sind Kennzeichen der Biedermeierfrauenmode.

Die typische Biedermeierfrisur der Damen sind seitliche Lockenb├╝schel und abgebundene Knoten auf dem strenggescheitelten Haar. Riesige Schutenh├╝te sind eine beliebte Kopfbedeckung.

Auch beim Herrn verengt sich die Taille und die Schultern werden durch Polster verbreitert. Er tr├Ągt einen fast knielangen, glockig-weiten, gestreiften Scho├črock.

4 Musik und Kunst

Die Musik ist wesentlicher Bestandteil des kulturellen Lebens. Die bedeutendsten Komponisten dieser Zeiten lebten in Wien. Ludwig von Beethoven komponierte in dieser Stadt in v├Âlliger Zur├╝ckgezogenheit seine Symphonien und Messen. Seine einzige Oper "Fidelio" entstand auch zu dieser Zeit in Wien.

Durch die Hausmusik wird die Musik auch in den Privatbereich einbezogen. Die Schubertiaden sind ein Beispiel f├╝r diese im Biedermeier stark verbreitete Art der Musik. Franz Schubert, der den Namen dieser Schubertiaden pr├Ągte schuf zu dieser Zeit viele seiner Werke, es war Franz Schubert.

Die Volksmusik erlebte im Biedermeier einen neuen Aufschwung. Der Wiener Walzer erlebt seinen H├Âhepunkt und erfa├čt alle gesellschaftlichen Kreise. Lanner und Strau├č komponierten die ber├╝hmten Walzermelodien, "die von Wien aus ihren Siegeszug um die Welt antraten." [1]

In der Malerei wirken Sitten- und Genrebilder, Landschafts- und Sittenmalerei, sowie die Portr├Ątkunst in ihren Formen gleichwertig nebeneinander. In der Landschaftsmalerei setzte sich immer mehr die neue Auffassung durch, die Natur im Freien und unter genauester Beobachtung zu malen. Die bedeutendsten ├Âsterreichischen K├╝nstler waren Ferdinand Waldm├╝ller und Friedrich Gauermann. Manche K├╝nstler wie Moritz von Schwand nahmen ihre Themen aus der Sagen- und M├Ąrchenwelt. Andere, wie zum Beispiel Carl Spitzweg, stellten in leicht humorvoller Art Szenen aus dem Kleinstadtleben oder Sonderlinge dar.

5 Literatur

Im Biedermeier haben die Dichter keinen geschlossenen Kreis mit einem einheitlichen Programm gebildet. Sie leiden zwar unter dem Polizeistaat in ├ľsterreich, sind politisch aber sehr zur├╝ckhaltend und versuchen den Zwiespalt zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu verdecken und die Gegens├Ątze in Einklang zu bringen. Das Ziel das die Biedermeierdichter verfolgen ist, sich trotz aller Gefahren ein ausgeglichenes Leben, durch Ordnung, Selbstbeherrschung und Verzicht, zu erm├Âglichen. Die Hauptthemen waren Religion, Heimat und Familie.

Auch in der Literatur stammen die meisten Themen und Motive aus der privaten Umwelt. Viele Dichter schauen melancholisch auf das Vergangene zur├╝ck, deshalb findet man in dieser Epoche viele Kindheitsgeschichten, die Sehnsucht nach dem einfachen Leben, die Vorliebe f├╝r Einsame, Eigenbr├Âtler und K├Ąuze. Die Handlung beschr├Ąnkt sich auf engen Raum und sind von der Umwelt des Dichters gepr├Ągt. Die genaue, reale Beschreibung von Landschaften und Innenr├Ąumen sind weit verbreitet.

Wichtig sind in der Biedermeierliteratur epische Kleinformen, wie Erz├Ąhlung, die Skizze, das M├Ąrchen und die Idylle. Reime haben eine gro├če Bedeutung, es entstehen Gedichte, die zu Zyklen zusammengeschlossen werden.

Im Biedermeier wird das Volksst├╝ck zum Publikumsliebling Nummer eins, eine Entwicklung die untrennbar mit den Namen Ferdinand Raimund und Johann Nepumuk Nestroy verbunden ist. Der B├╝rger betritt als "Held" die Theaterb├╝hne, und von dort aus die politische B├╝hne des b├╝rgerlichen Zeitalters.

5.1 Johann Nepomuk Nestroy

Johann Nepomuk Nestroy wurde am 7. Dezember 1801 als Sohn einer angesehenen Wiener B├╝rgerfamilie geboren und starb am 25. Mai 1862 in Graz. Nestroy sollte eigentlich Jurist wie sein Vater werden, jedoch wurde er von der typisch wienerischen Theatermanie ergriffen und wandte sich der B├╝hne, zun├Ąchst als S├Ąnger in der Zauberfl├Âte, zu. Sp├Ąter wurde er Schauspieler in Provinztheatern. Schon w├Ąhrend dieser Zeit versuchte er sich als B├╝hnenschriftsteller. 1831 bekam er sein erstes Engagement an einer Wiener B├╝hne und zwar im Theater an der Wien. Schon bald hatten ihn die Wiener ins Herz geschlossen und z├Ąhlten ihn zu den beliebtesten Volksschauspielern und Possendichtern. 1845 wechselte Nestroy mit seinem Entdecker dem Direktor Carl ans Theater in der Leopoldstadt. Nach Carls Tod 1854 leitete Nestroy diese B├╝hne bis 1860. Seine letzen Lebensjahre verbrachte er in Graz und Ischl, jedoch kam er 1861 und 1862 f├╝r zwei l├Ąngere Gastspiele nach Wien. Nestroys letzte Rolle war der Knieriem in Lumpazivagabundus.

Nestroy schrieb ├╝ber 80 St├╝cke, die meisten sind Possen mit Gesang. Ich m├Âchte einiger seiner Werke nennen:

├╣ Der Talismann

├╣ Freiheit in Kr├Ąhwinkel

├╣ Liebesgeschichten und Heiratssachen

├╣ Der b├Âse Geist Lumpazivagabundus

├╣ Der Zerrissene

├╣ Einen Jux will er sich machen

5.2 Franz Grillparzer

Franz Grillparzer wurde am 15. J├Ąnner 1791 in Wien, als Sohn eines Hof- und Gerichtsadvokaten geboren und starb am 21. J├Ąnner 1872 in seiner Geburtsstadt. Nachdem er das Anna-Gymnasium besucht hatte studierte er Rechtswissenschaft und Philosophie. 1813 trat er den ├Âsterreichischen Staatsdienst an. Zuerst war er bei der Hofbibliothek, danach beim Hauptzollamt und sp├Ąter bei der Finanzverwaltung besch├Ąftigt. Kurze Zeit war er Theaterdichter am Burgtheater. Von 1832 arbeitete er als Hofarchivdirektor bis zu seiner Pensionierung 1856. Nach 1849 wohnte er im Hause der Schwestern Fr├Âhlich. Katharina, die dritte der Fr├Âhlich Schwestern, war Grillparzers "Ewige Braut". Er erlebte in seinem Leben viele Entt├Ąuschungen, doch wurden ihm am Ende seines Lebens viele Ehrungen zuteil.

Grillparzer ist der gr├Â├čte Dramatiker den das habsburgische ├ľsterreich hervorgebracht hat. Er gilt auch als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen nachklassischen Dichtung. Seine Werke beruhen auf den klassizistischen Bestrebungen seiner Zeit, der historischen Dramatik von Shakespeare und Schiller und den barock-volkst├╝mlichen Tradition des Wiener Theaters.

1817 schrieb er sein erstes Werk und zugleich sein erster Erfolg war das in der damaligen Zeit beliebtes Schicksalsdrama die Ahnfrau. Schon in diesem Werk findet man die Stimmungsmalerei und die musikalisch empfundene Verssprache, weisen auf die Bedeutung Grillparzers hin. Ein Jahr sp├Ąter 1818 schrieb er das Bekenntnisdrama Sappho ├╝ber das Thema Kunst und Leben. Angelehnt an den Trag├Âdienstil der Antike, schrieb er 1820, am H├Âhepunkt seines Schaffens, die Trilogie Das goldene Vlies. In dem historischen Trauerspiel K├Ânig Ottokars Gl├╝ck und Ende n├Ąhert er sich Shakespeare und Schiller. Eine seiner der intimsten Liebestrag├Âdien der deutschen Sprache ist Des Meeres und der Liebe Wellen, die das klassische Sagengut widerspiegelt. Das Lustspiel Weh dem, der l├╝gt! war bei seiner Erstauff├╝hrung in Wien 1838 ein Mi├čerfolg. Heute gilt es als eines der wenigen bedeutenden Charakterlustspiele der deutschen B├╝hnenliteratur. Die mi├čgl├╝ckte Auff├╝hrung von Weh dem, der l├╝gt! waren der Anlass daf├╝r, dass der sensible Dichter seine sp├Ąteren Werke nicht ver├Âffentlichte. Sie wurden erst in seinem Nachlass gefunden. Zu diesen Werken geh├Âren unter anderem das Trauerspiel Die J├╝din von Toldeo, die dramatische Dichtung Libussa und die historisch-politische Staatstrag├Âdie Bruderzwist in Habsburg.

5.3 Ferdinand Raimund

Ferdinand Raimund wurde am 1. Juni 1790 als Sohn eines Drehslermeisters in der Wiener Vorstadt Mariahilf geboren. Durch seine Lehrer als Konditor kam er zum Theater, da er f├╝r den Meister in den Pausen der Vorstellungen S├╝├čwaren verkaufen musste. Er gab den Konditorberuf auf um Schauspieler zu werden. Einige Jahre spielte er in Provinztheatern, bis er 1814 im Theater in der Josefstadt als Komiker, nicht wie er es sich gew├╝nscht hat, als Schauspieler, bekannt wird. 1817 wird er Mitglied des Theaters in der Leopoldstadt, wo er sp├Ąter auch Regisseur und letztendlich auch Direktor wurde. Die St├╝cke, die er schrieb zeigen sein Bestreben, Rollen f├╝r sich und seine Kollege zu schreiben. Am 5. 9. 1970 nimmt sich Raimund in Pottenstein in Nieder├Âsterreich das Leben. Er wurde Opfer seiner Zwangsvorstellungen.

Raimunds schrieb acht Werke. Das erste, Der Barometermacher auf der Zauberinsel wurde 1832 ver├Âffentlicht. Es war urspr├╝nglich ein Entwurf von Meisl, der damit nicht vorankam. Deshalb ├╝berarbeitet Raimund den ersten Akt und f├╝gte den zweiten hinzu. Dieses Werk bewegte sich noch im Zauberpossenschema. Erst bei seinem zweiten Werk Diamant des Geisterk├Ânigs treten typische Z├╝ge Raimunds hervor. Im ersten Meisterwerk Raimunds dem Originalzauberm├Ąrchen Der Bauer als Million├Ąr (Das M├Ądchen aus der Feenwelt) treten diese Z├╝ge verst├Ąrkt auf. Nach dem Erfolg dieses Werks, schrieb er Die gefesselte Phantasie und Moisasurs Zauberfluch. Diese Werke setzten sich beim Publikum nicht durch, weil vom literarischen Bildungsehrgeiz erfa├čt wurde. Die Anspr├╝che des Werkes und die des Publikums der Wiener Volks- und Vorstadtb├╝hne lie├čen sich nicht miteinander vereinbaren. Den erstrebten Ausgleich fand er in seinem Werk DerAlpenk├Ânig und der Menschenfeind. Diesem Erfolg folgten wieder Mi├čerfolge und zwar der Unheilbringenden Krone, Die gefesselte Phantasie und Moisasurs Zauberfluch. Raimunds letztes Werk und sein k├╝nstlerisches Verm├Ąchtnis war Der Verschwender. Dieses St├╝ck war schon bei seiner ersten Auff├╝hrung ein Erfolg und gilt heute als Klassiker des Wiener Volkst├╝cks.

5.4 Adalbert Stifter

Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober 1805 in Oberplan im B├Âhmerwald als Sohn eines Webers geboren und starb am 28. J├Ąnner 1868 in Wien. Nach seiner Zeit als Sch├╝ler der Bendiktiner in Kremsm├╝nster wurde er in Wien Student und Hauslehrer bei riechen Familien. 1837 heiratet er Amalie Mohaupt. 1848 zog er nach Linz, wo er von 1850 bis 1860 Schulrat war. "Stifter, der auch als Landschaftsmaler t├Ątig war, begann im Zeichen von Jean Paul und wurde dann zum ma├čvollen Dichter "des sanften Gesetzes"."[2]

Einige seiner Werke sind Bunte Steine und der Roman Nachsommer.

5.5 Nikolaus Lenau

Nikolaus Lenau wurde am 13. August 1802 in Csat├íd in Ungarn geboren und starb am 22. August 1850 in der Irrenanstalt Oberd├Âbling. Lenau, dessen richtiger Name Franz Niembsch Edler von Strehlenau war, studierte Jura und Medizin. 1832 trat er eine entt├Ąuschende Amerikareise an. Vor den Antritt dieser Reise schrieb er Abschied, das Lied eines Auswandernden:

"Sei mir zum letzten mal gegr├╝├čt

Mein Vaterland, das, feige dumm

Die Ferse dem Despoten k├╝├čt

Um seinem Wink gehorchet stumm

Wohl schlief das Kind in deinem Arm;

Du gabst, was Knaben freuen kann;

Der J├╝ngling fand ein Liebchen warm;

Doch keine Freiheit fand der Mann.

Im Hochland streckt der J├Ąger sich

Zu Boden schnell, wenn Wildeschar

Heran sich st├╝rzet f├╝rchterlich;

Dann schnaubt vor├╝ber die Gefahr:

Mein Vaterland, sonst sinkst du hin,

Rauscht deines Herrschers Tritt heran,

Und l├Ąssest ihn vor├╝berziehen

Und h├Ąltst den bangen Atem an -

Fleug, Schiff, wie Wolken durch die Luft,

Hin wo die G├Âtterflamme brennt !

Meer, sp├╝le mir hinweg die Kluft,

Die von der Freiheit mich noch trennt!

Du neue Welt, du freie Welt,

An deren bl├╝tenreichem Strand

Die Flut der Tyrannei zerschellt,

Ich gr├╝├če dich, mein Vaterland!"

Als er aus Amerika zur├╝ckkam hatte er ein Aff├Ąre mit der verheirateten Sofie L├Âwenthal. Nach 1844 war Lenau geistig gest├Ârt.

Lenau wurde von Byron, den Romantiker und Klopstock beeinflu├čt. Er war ein schwerm├╝tiger Lyriker, der in Versen Landschaftsstimmungen beschreibt.

Einiger seiner wichtigsten Werke sind Schilflieder und Doctor Faustus.

6 Literaturnachweis

├╣ Robert Klinger: <Literaturkunde - Gestalten und Verstehen> (Wien: Verlag H├Âlder-Pichler-Tempsky, 1990)

├╣ Dr. Hans F. M├╝ller: <Das moderne Lexikon> (G├╝terhsloh┬ĽBerlin┬ĽM├╝nchen┬ĽWien: Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH/Berterlsmann Lexikon-Verlag, 1971)

├╣ Prof. Walter Kleindel: <Die Chronik ├ľsterreichs> (Dortmund: Chronik Verlag in der Harenberg Kommunikation Verlags- und Mediengesellschaft m.b.H & Co.KG

├╣ Siegfried Kienzle, Otto C. A. Neden und Karl H. Ruppel: <Reclams Schauspielf├╝hrer> (Stuttgart: Reclam, 1986)

├╣ Verne Arpe: <Schauspielf├╝hrer> (M├╝nchen/Z├╝rich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf.)

├╣ Oskar Achs - Werner Adelmaier - Edith Loebenstein - Hermann Schnell: <Zeiten, V├Âlker, Kulturen 2> (Wien: ├ľsterreichischer Bundesverlag, 1992)

├╣ Charlotte Lowak: <Kleines Arbeits- und Bildbuch> (Hamburg: Verlag Handwerk und Technik G.m.b.H, 1991)

├╣ [1] Oskar Achs - Werner Adelmaier - Edith Loebenstein - Hermann Schnell: <Zeiten, V├Âlker, Kulturen 2> (Wien: ├ľsterreichischer Bundesverlag, 1992), S 66

[2] Dr. Hans F. M├╝ller: <Das moderne Lexikon> (G├╝terhsloh┬ĽBerlin┬ĽM├╝nchen┬ĽWien: Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH/Berterlsmann Lexikon-Verlag, 1971), Band 18 / Seite 44

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