Irland

1 Wirtschaftsgeschichte

1.1 Einleitung

Irland war wirtschaftlich immer der arme Bruder Gro√übritanniens. Doch mit dem Beitritt zur EU hat sich Irland von Gro√übritannien mehr und mehr abgel√∂st und einen beeindruckenden wirtschaftlichen Aufschwung erfahren. Sicher gibt es heute auch noch einige Probleme doch im Vergleich zu fr√ľher hat sich die Wirtschaftslage in Irland rasant ge√§ndert.

"A gleaming decade: Over the past ten years Ireland ahs enjoyed an astonishing economic success. The main facts, familiar by now, still cause a start of astonishment. Over the past three years the economy has grown at an average rate of more than 7% a year, a positively East Asian pace." [1]

Das "International Institute of Management Development" verwendet 259 Kriterien um jedes Jahr die wettbewerbsstärksten Industriestaaten zu reihen. "The Celtic Tiger" Irland kam vom 15ten Platz im Vorjahr auf den 11ten Platz im Jahre 1998. Japan wurde verdrängt von Platz 9 auf Platz 18. Aber hier die genauen Daten:

THE WORDLD'S 20 MOST COMPETITIVE COUNTRIES

1998
Ranking
(1997)
1998
Ranking
(1997)
1
USA
(1)
11

Ireland

(15)
2
Singapore
(2)
12
Britain
(11)
3
Hong Kong
(3)
13
New Zealand
(13)
4
Netherlands
(6)
14
Germany
(14)
5
Finland
(4)
15
Australia
(18)
6
Norway
(5)
16
Taiwan
(23)
7
Switzerland
(7)
17
Sweden
(16)
8
Denmark
(8)
18
Japan
(9)
9
Luxembourg
(12)
19
Iceland
(21)
10
Canada
(10)
20
Malaysia
(17)

[2] Gerade aus dieser Auflistung ist die unglaubliche Entwicklung dieses Staates ersichtlich. Doch nun zu genaueren Daten.

1.2 Die irische Wirtschaft - fr√ľher und heute

1.2.1 Fr√ľher

Irland war immer stark abh√§ngig vom Nachbarstaat Gro√ü Britannien, welcher fast der einzige Handelspartner war. Dadurch war der Handel mit dem Festland abgeschnitten. Auch in politischer Hinsicht orientierte sich Irland lange Zeit an GB. Die irische Wirtschaft war fr√ľher gepr√§gt durch viel Landwirtschaft, Arbeitslosigkeit und Immigration. Das pr√§gte das Image von Irland.

Der Großteil der Landwirtschaft bestand aus Heuproduktion und Schafzucht. Irland ist auch arm an Bodenschätzen und Rohmaterialien. Es gibt Funde von Silber, Blei, Zink und Barium. In den 80-ern begann die Produktion von Erdöl und Gas in der Celtic See.

Durch den Beitritt in die EU flossen viele Gelder nach Irland und diese wurden in die Entwicklung des Transportsystems und der Industrie gesteckt. Eine Gro√üzahl von Organisationen wurden gegr√ľndet wie z.B. " The Industrial Development Authority", "An Foras Tionscal - The Industrial Agency", "Coras Trachtala - The Export Agency" und "Board Failte - The Tourist Board", um die Entwicklung positiv zu beeinflussen.[3]

Die Exportrate gegen√ľber der UK fiel von 75% auf 28% und der Export gegen√ľber den restlichen EU-Mitgliedsstaaten stieg von 7% auf 40%. Irland kam einer ausgeglichenen Handelsbilanz immer n√§her.[4]

Auch die Immigration ging zur√ľck, es kamen sogar wieder Auswanderer zur√ľck in die prosperierende Wirtschaft von Irland.

1.2.2 Heute

Irlands Wirtschaft ist sehr liberal. Mit einem Inlandsmarkt von nur 3,5 Mio. Menschen ist Irland abh√§ngig vom Handel: Export von G√ľtern und Dienstleistungen macht alleine 80% vom BIP (Bruttoinlandsprodukt) aus. Die Aufholentwicklung der letzten Jahre resultiert aus der Politik der letzten Zeit Irland zu einem attraktiven Ort f√ľr Investitionen vor allem aus den USA zu machen. Als ein Mitglied der EU ist ja Irland im Binnenmarkt. Die nationale W√§hrung ist der Irish Pound (IR¬£).[5]

Die politischen Strategien der 1980-er verfolgten das Ziel die √∂ffentlichen Finanzen in Gleichgewicht zu bringen und die Wirtschaft anzukurbeln. In den 90-ern ist das Resultat zu sehen: das BIP-Wachstum pro Jahr betr√§gt 5,25% von 1998 bis 1994. Das j√§hrliche Budgetdefizit fiel von √ľber 10% vom BIP in 1986 auf weit unter 3% in letzter Zeit. Die Staatsverschuldung sank jedes Jahr von ca. 112% in 1987 auf 90% 1994, und es wird weiters absinken erwartet. Auch die Inflation ging sehr zur√ľck von noch 20% 1981 unter 3% in letzter Zeit. Das Zahlungsbilanzdefizit √§nderte sich von IR¬£650m in 1985 auf ein Plus von IR¬£2,420m in 1994. Die Arbeitsmarktlage verbesserte sich, und der Lebensstandard ist auf die durchschnittliche EU-Ebene gestiegen.[6]

Weiters wird Irland der WWU beitreten können, was vor einigen Jahren wohl niemand geglaubt hätte.

1.2.3 Irland in der Welt - Internationale Beziehungen

Irland ist Mitglied der UN seit 1955, war ein Gr√ľndungsmitglied vom "Council of Europe". Irland ist ein aktives Mitglied in der "The Organisation for Security and Cooperation in Europe (OSCE)". Weiters ist Irland bei der "International Atomic Energy Agency (IAEA)", "International Bank for Reconstruction and Development (IBRD, auch World Bank), "Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD), UNESCO, WTO, .....[7]

1.2.4 Landwirtschaft, Fischfang heute

2/3 der Oberfl√§che von Irland ist landwirtschaftlich genutzt. Die meiste davon wird verwendet f√ľr Schaf- und Viehzucht. Obwohl die Rolle der Landwirtschaft europaweit weniger wichtig wird, ist sie in Irland immer noch eine gro√üe Einkommensquelle. Landwirtschaftliche Produkte haben einen Anteil von ca. 20% an den Exportg√ľtern und der Anteil der Landwirtschaft am Arbeitsmarkt betr√§gt immerhin 14%.

Das Meer rund um Irland am Kontinentalstock Europas ist reich an Fischen. In den 60-er wurde viel Geld in die Entwicklung der Fischfangflotten gesteckt: Hafenvergr√∂√üerungen, bessere Ausr√ľstung und Marktorganisation. Aber ab den 70-er wurde der Fischreichtum immer weniger. Die EU unternahm Anstrengungen um den Fischfang zu organisieren und das "Leerfischen" von den Meeren zu vermeiden. Das totale Fanggewicht der irischen Flotte betr√§gt 250,00 Tonnen. Der meistgefangenste Fisch ist Makrele, gefolgt von Dublin Bay prawns, Lachs, Hering...[8]

1.2.5 Strom und Transport heute

Irland ist abh√§ngig vom Erd√∂limport f√ľr gro√üe Teile der Stromversorgung. Irland sieht aber die Nutzung der nationalen Energiequellen als vorrangig. Es gibt einige Wasserkraftwerke, Kohle-W√§rmekraftwerke und ein paar kleine Torf-W√§rmekraftwerke. Irland hat aber auch off-shore √Ėl- und Gasquellen.

Ein Gro√üteil der vom Transport wird in Irland √ľber die Stra√üe abgewickelt. Es gibt auch √∂ffentliche Busse und Frachtservices. Aber die Stra√üen werden am meisten genutzt. Das Stra√üensystem war ausgelegt f√ľr eine viel gr√∂√üere Population und darum liegt die Verkehrsdichte sehr niedrig verglichen mit dem europ√§ischen Durchschnitt. Es gibt auch ein Eisenbahnsystem welches im 19. Jahrhundert entwickelt wurde und jetzt 2,300 km zu Verf√ľgung stellt. Die Eisenbahngesellschaft arbeitet mit einem Verlust, aber der Bedarf aus sozialer Sicht darf nicht unbeachtet bleiben. Luft- und Seeverbindungen sind logischerweise f√ľr die Insel Irland sehr wichtig. Fast aller G√ľter- und Personenverkehr wird √ľber Seewege abgewickelt. Die wichtigen Hafen sind Larne, Belfast, Dublin, Dun Laoghaire, Rosslare, Waterford und Cork. Der Flugverkehr geht von Shannon aus. Die nationale Fluggesellschaft Air Lingus hat sehr vom wirtschaftlichen Aufschwung Irlands profitiert. Air Lingus hat eine Passagierauslastung von j√§hrlich mehr als 5 Millionen.[9]

1.2.6 Tourismus

Seit dem 2. Weltkrieg entwickelte sich der irische Tourismus sehr stark. Es gab zwischen 1969 und 1972 einen Einbruch aufgrund der Probleme zwischen Nordirland und Irland. Tourismus spielt eine wichtige Rolle in Hinsicht auf die Zahlungsbilanz von Irland. Es besuchen √ľber 3 Millionen Touristen j√§hrlich das Land.

1.3 Zunkunftsaussichten

Nat√ľrlich sind auch nach so einem einmaligen Aufschwung nicht alle Probleme gel√∂st. Die Arbeitslosigkeit ist immer noch hoch in Irland, obwohl der Arbeitsmarkt stark gewachsen ist. Weiters ist es wichtig die angesiedelten Unternehmen zu bewegen zu bleiben. Die Industrieunternehmen sind vorallem wegen der unternehmerfreundlichen Steuern und Ausfuhrtarife gekommen. Nun muss Gewicht darauf gelegt werden die Unternehmen in die Gesellschaft zu integrieren, und Irland f√ľr sie unentbehrlich zu machen.

Irland wurde also vom "EU-Spenden-Topf" zu einem Netto-Zahler. Irland tritt ja sogar der WWU bei, und wird dadurch wahrscheinlich einen weiteren Aufschwung erfahren. Ich glaube, nachdem es der Regierung m√∂glich war einen so verbl√ľffenden Aufschwung herbeizuf√ľhren, wird sich auch in Zukunft noch einiges in Irland zum Besseren √§ndern. Es ist aber sehr wichtig auch weiterhin streng auf die Entwicklung zu achten und die Konzepte f√ľr die Wirtschaft sorgf√§ltig zu entwickeln. Ich glaube, wenn Irland auf die Zeichen der Zukunft und die Entwicklungen am Technologiemarkt achtet, dann wird es weiterhin interessant sein die Entwicklung dieses Landes zu verfolgen.

Aber ich sehe, auch das ist keine Schwierigkeit f√ľr Irland:

"Ahern And Clinton Make Digital History In Ireland: Ireland's Prime Minister (An Taoiseach) Mr. Bertie Ahern and U.S. President, Mr. Bill Clinton have sealed a joint communiqué on Internet-based electronic commerce, using electronic signatures. This is the first time this method of signing has been us4ed by two heads of State and is set to replace the traditional method of using pens. The ceremony took place at Bateway's Computer's Dublin facility, Friday, September 4th 1998.

Baltimore Technologies, the Dublin based Irish firm is responsible for supplying the electronic signature technology and over the past 18 months has become one of the leading global suppliers of encryption and other electronic authentication software."[10]

2 Literaturverzeichnis

Ireland Seite 997-1015

Ireland Seite 379

Irland Seite 475-479

European Union Economics

Internet:

www.irish-trade.ie: Pressemeldungen

www.irlgov.ie: Irish Government

wwwvms.utexas.edu: Irland diverse Links: Parteien, Geschichte, Organisationen...

[1]www.irish-trade.ie: "The Economist", May 17th, 1997 schreibt den Satz

[2]www.irish-trade.ie: Colm Keena schreibt in "The Irish Times", April 22nd1998

[3]"European Union Economies", Seite 186

[4]"European Union Economies", Seite 191

[5]" www.irlgov.ie " Facts About Ireland - The Economy, Irland 1998

[6]" www.irlgov.ie " Facts About Ireland - The Economy, Irland 1998

[7]" www.irlgov.ie " Ireland In The World - International Relations, Irland 1998

[8]" www.irlgov.ie " Department of Foreign Affairs, Agriculture, Fishing, Irland 1998

[9]" www.irlgov.ie " Department of Foreign Affairs, Electricity, Transport, Irland 1998

[10]www.irish-trade.ie: "Ireland: Europe's E-Commerce Hub",1998, schreibt den Satz

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