Felix Wankel

Felix Wankel wurde am 13. August 1902 in Lahr, das lag damals noch im Grossherzogtum Baden, geboren. Von der Seite des Vaters ist die Familie schwedischer Abstammung. Dort hiess man noch Wangel. Schon sein Vater wäre gerne Ingenieur geworden, musste aber den Beruf des Oberförsters erlernen.
Felix Wankel hatte ein sehr abwechslungsreiches Leben, da er oft seinen Arbeits - und Lebensstandort wechselte. Schon in seiner Kindheit erfand er kleine Sachen, wie zum Beispiel ein Wasserrädchen mit waagrechter Welle.
Er spielte viele Rollen in seiner Jugend. Zum Beispiel war er Jugendf√ľhrer in national orientierten Organisationen, oder Lichttelegraphist an einem von ihm selbstgebauten weitreichenden Scheinwerfer. Er baute aber auch milit√§rische Waffen f√ľr das Training. Vor dem ersten Weltkrieg war die Mutter von Felix reich. 1915 siedelten die Mutter und der Sohn nach Heidelberg √ľber. (Wandtafel) Dort erfand er auch die oben genannten Gegenst√§nde. In Heidelberg bewohnte die Familie eine grosse Wohnung an der Bergstrasse 29. (Folie 1a) Als Ausbildung besuchte Felix in Weinheim, Weinheim liegt n√∂rdlich von Heidelberg, das Gymnasium. Im Gymnasium interessierte er sich sehr f√ľr die Physik, interessanterweise war Mathematik nicht seine St√§rke. 1921 verliess er das Gymnasium ohne Abschluss. Danach begann er eine Lehre als Verlagskaufmann im Verlag Carl Winter in der Lutherstrasse, in Heidelberg. Anstatt dort seiner eigentlichen Arbeit nachzugehen, dachte er √ľber die Motoren nach. Im B√ľro des Verlags entwarf er am 4. Juni 1924 eine kleine Fettturbine, die er auch Fettdurchflussanzeigeger√§t nannte. Aus verst√§ndlichen Gr√ľnden k√ľndigte ihm der Verlag am 1. Juli, was ihn nicht sonderlich beeindruckte.
Nun hatte er gen√ľgend Zeit um nachzudenken. Die Lebensumst√§nde waren jedoch k√ľmmerlich, er lebte so schlecht von der Arbeitslosenversicherung, dass er sich nicht einmal Butter und Wurst leisten konnte. Die Mutter verlor w√§hrend des Krieges fast das ganze Verm√∂gen, sonst h√§tte sie ihm wahrscheinlich Geld zugeschickt. W√§hrend seine Mutter in ihre Heimatstadt Lahr gezogen war, wohnte er nun in einem kleinem Hinterzimmer an der Br√ľckenstrasse 36. Das Hinterzimmer war gleichzeitig auch seine kleine Werkbude. Darin verbrachte er sehr viel Zeit. W√§hrend der Zeit, wo er nicht mit Motoren besch√§ftigt war, fuhr er mit seinem selbstgebauten Rennpadelboot auf dem See herum. Dort konnte er sich erholen und neue Energie tanken.

Zusammen mit seinen Freunden baute er 1924 ohne Fachkenntnisse ein stromlinienförmiges, futuristisches Auto, das mit einem V - 2 - Zylinder - Motor lief. (Folie 1b) Im gleichen Jahr versuchte er, anhand von Zeichnungen, die er selbst gefertigt hatte, erstmals einen Kolben nicht mehr hin - und hergehen zu lassen, sondern ihn im Kreis laufen zu lassen.
Im Jahre 1926 besch√§ftigt er sich erstmals mit einer Maschine, die anders konstruiert war als das bisher Bekannte. F√ľr seine Ideen und Vorstellungen war von 1934 bis 1936 im Haus der Mutter in Lahr ein Konstruktionsb√ľro und eine Werkstatt untergebracht. (Folie 1c) W√§hrend diesen zwei Jahren half ihm ein Freund bei der Anfertigung von Maschinenteilen und Abdichtungs - Versuchsvorrichtungen. Danach wechselte er ein weiteres Mal seinen Lebensstandort. Er siedelte nach Lindau am Bodensee √ľber. (Wandtafel) Dort baute er mit staatlicher F√∂rderung ehemals gewerblich genutzte R√§ume aus. Es entstand die Wankel - Versuchs - Werkstatt in der Bregenzerstrasse 152. (Folie 2b) 1941 folgte ein Neubau zur Erweiterung in der Bregenzerstrasse 116. W√§hrend des 2. Weltkrieges ausbrach, blieb er trotzdem in Lindau, das dann auch verschont blieb. (Folie 1d) Als er sein erstes Patent anmeldete, entdeckte er, dass ihm nur eine Nacherfindung gegl√ľckt war. Felix Wankel erhielt 1969 den Ehrendoktortitel von der Technischen Universit√§t M√ľnchen. Ein Jahr sp√§ter erhielt er auch noch das grosse Bundesverdienstkreuz. Zu diesen beiden Auszeichnungen hier noch seine Kommentare dazu : "Bl√∂der Arzttitel." und "Ein Orden f√ľr den Schlosser." Er verstarb am 9. Oktober 1988 in Lindau am Bodensee.
(Folie 3)

612 Worte in "deutsch"  als "hilfreich"  bewertet