Neuseeland

NEUSEELAND


ALLGEMEINE INFORMATIONEN


Staatsform: Parlamentarische demokratische Monarchie, Einkammersystem. Keine geschriebene Verfassung. Parlament: House of Representatives, 99 Mitgl. Alle 3 Jahre Wahlen. Premier Minister: Hon Jenny Shipley (Seit Dez. 1997).
FlĂ€che: 268.110 km2 (Nordinsel: 114.690 km2, SĂŒdinsel: 152.356 km2, Steward Isl. 1.746 km2).
Bevölkerung: 3.487.000 Ew. (1993), (74% Nordinsel, 26% SĂŒdinsel; 80% EuropĂ€er, 12% Maori, 5% Pacific Islanders, Rest hauptsĂ€chlich Asiaten). Analphabetenrate unter 5%
Landessprache: Englisch, Maori
StÀdte: Hauptstadt Wellington 326.000, Auckland 865.000, Christchurch 304.000, Dunedin 106.000, Hamilton 105.000.
Klima: Warm gemĂ€ĂŸigt, im Norden der Nordinsel subtropischer Einfluß, SĂŒdinsel alpine Winter. Sommer: Dezember bis Februar, Winter: Juni bis August.

Geographie
Die Inseln von Neuseeland liegen im SĂŒdwesten des Pazifischen Ozeans etwa 1.600 km östlich von Australien und 2.300 km nördlich der Antarktis. Neuseeland erstreckt sich ĂŒber 1700 km von Nord nach SĂŒd und erreicht an seiner breitesten Stelle eine Ausdehnung von rund 450km. Die Lage zwischen 34 und 48 sĂŒdlichen Breitengrad wĂŒrde etwa dem Bereich Paris - Marokko oder Vancouver - Los Angeles auf der Nordhalbkugel entsprechen.
Neuseeland umfaßt drei Hauptinseln, die Nord - und SĂŒdinsel sowie Stewart Island, und eine Vielzahl von kleineren. Die Nordinsel (114.500 km2) ist vom Vulkanismus geprĂ€gt, speziell im Zentrum finden sich aktive Vulkane, Geysiere und Mudholes. Ebenso zeugen Mt. Egmont im Westen und White Island im Osten von den gewaltigen KrĂ€ften die schon vor der ersten Besiedelung der Insel gegenwĂ€rtig waren und bis heute, in voller StĂ€rke, gegenwĂ€rtig sind. Die SĂŒdinsel wird vom mĂ€chtigen Massiv der Southern Alps in einen östlichen (regenreich) und einen westlichen Teil getrennt, wodurch sich, aufgrund der unterschiedlichen WitterungsverhĂ€ltnisse, eine recht vielfĂ€ltige Vegetation bilden konnte. Nicht weniger gravierend wirken sich die unterschiedlichen Breiten aus, so befindet im Norden (ca. 410sĂŒdl. Breite) etwa den Sandstrand des Abel Tasman Nat. Park und im SĂŒden die großen Gletscher (Fox und Franz Josef Gletscher), eine Fjordlandschaft mit jĂ€hlichen NiederschlĂ€gen von ĂŒber 7000 mm. Stewart Island (1.770 km2) die sĂŒdlichste und kleinste Hauptinsel besteht eigentlich nur aus zwei Granitbergen von denen der eine, knapp die 1000m Marke verpaßt. Die ganze Insel ist aufgrund ausreichender NiederschlĂ€ge durchwegs fruchtbar mit dichterem Busch im Westen.

Geschichtlicher Überblick
Nach Inbesitznahme des Landes fĂŒr die britische Krone (Capt. James Cook, 1769), erfolgte ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine systematisch geförderte britische Besiedlung. Im Vertrag von Waitangi, 1840, traten die Ureinwohner, die Maoris, die SouverĂ€nitĂ€tsrechte an die EnglĂ€nder ab, ein Vertrag, der heute von den Maoris zunehmend als ungerecht und unfair angesehen wird, wodurch es gelegentlich zu gewissen sozialen Spannungen kommt. Seit dem 2. Weltkrieg stammt der Schwerpunkt der Einwanderung aus Kontinentaleuropa, seit den 70er - Jahren ĂŒberwiegen die Asiaten. Mit nur 3,5 Mio. Einwohnern, das sind nur 13 pro km2, bleibt das Land aber bis heute sehr dĂŒnn besiedelt.

Wirtschaftsgeschichte
Der frĂŒher reine Agrarstaat begann nach dem 2. Weltkrieg mit einer Industrialisierung, war dabei aber anfangs auf weitgehenden Protektionismus angewiesen. Als Folge war die Wirtschaft Mitte der 80er - Jahre engen EinschrĂ€nkungen und Interventionen ausgesetzt, und durchwegs ineffizient und von geringer ProduktivitĂ€t. Seither bewirkte eine konsequent durchgezogene Reformpolitik eine radikale Liberalisierung so gut wie aller Bereiche der Wirtschaftspolitik. Außenhandel, Finanzpolitik und der Bankensektor wurden fast vollstĂ€ndig liberalisiert, das Steuerwesen wurde reformiert (Mehrwertsteuer), der öffentliche Dienst kommerzialisiert, staatliche Beteiligungen privatisiert, die Budgetpolitik strengen Selbstkontrollen unterworfen und gesetztlich zu ÜberschĂŒssen verpflichtet, der Arbeitsmarkt wurde so gut wie völlig dereguliert. Die Folge waren u.a. Wachstumsraten um je 6% in den beiden letzten Jahren, eine Halbierung der Arbeitslosigkeit, ein vorgezogener Abbau von Staatsverschuldung, BudgetĂŒberschĂŒsse, Inflationsraten unter 2%, ein wachsender Außenhandel und eine Aufstockung des internationalen "Credit Rating" des Landes durch die internationalen Finanzinstitute. ("Moody's": Aa1).

Politische KrÀfte
Die traditionelle Großparteien, National Party (NP), und Labour Party (LP), verlieren in den letzten Jahren laufend an neuformierte, kleinere Gruppen, die im Zentrum angesiedelte United New Zealand Party (UNZ) ist inzwischen 3.stĂ€rkste Partei im Parlament. Die Wahlen 1996, die erstmals nach dem neu eingefĂŒhrten VerhĂ€ltnis - Wahlrecht stattfanden, fĂŒhrten zu einer Koalition von National Party und New Zealand First Party. Restriktive Einw. Politik (Qualifiktionen, Verh. des Kapitalabflusses)

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
Commonwealth of Nations, UNO und Sonderorganisationen, WTO, APEC, Weltbank, IWF, OECD, ADB, South Pacific Forum, South Pacific Commission, IAEA, IBRD.

Besondere Abkommen
CER (Closer Economic Relationship)
Abkommen mit Australien seit 1983, Verwirklichung als Freihandelszone seit 1990.
Keine Abkommen mit Österreich.

WirtschaftsĂŒbersicht
Neuseeland ist ein traditionelles Agrarland, das jedoch die Entwicklung zur Industrialisierung begonnen hat. 48% der Exporteinnahmen des Landes werden aus dem Verkauf von Fleisch (z.B. Schafe, sogar Hirsche), Milch - und Fischereiprodukten, FrĂŒchten und Wolle erzielt (1985: 70%), industrielle Erzeugnisse und Halbfertigfabrikate machen aber schon 41% der Exporteinnahmen aus. Von steigender Bedeutung ist die Forstwirtschaft, an BodenschĂ€tzen sind Erdgas, Kohle, Eisenerz und Gold nennenswert. Die Energieversorgung erfolgt zu 80% durch Wasserkraft.
Fiskaljahr: 1. April - 31. MĂ€rz, Außenwirtschaftsjahr: 1. Juli - 30. Juni.

Bruttonationalprodukt
1995/96 NZ$ 87,48 Mrd. Realwachstum: 2,8%. Prozentuelle Anteile:
Dienstleistungen 56%, verarbeitende Industrie 24%, Land - und Forstwirtschaft/Fischerei 13%.
BNP pro Kopf: 1996 NZ$ 24.000.
BSP pro Kopf:1993 US$ 12.600.

Zahlungs - und Handelsbilanz
Handelsbilanz 1995/96, f.o.b.: + 900 Mio.NZ$ (1994/95: + 2,1 Mrd.NZ$)
Dienstleistungen 1995/96: - 4,5 Mrd.NZ$
Leistungsbilanz 1994/95: - 3,6 Mrd.NZ$
Devisenreserven Sept. 1996: 6,8 Mrd.NZ$
Wechselkurs Sept. 1996: 1US$ = 1,43 NZ$.
Auslandsverschuldung 1995/96: 71 Mrd.NZ$, davon öffentl. Sektor 22 Mrd.NZ$.
Inflationsrate MĂ€rz 1996: 2,4%
Arbeitslosenrate MĂ€rz 1996: 6,2% (1993: 9,5%)

Außenhandel: 1995/96:
neuseelÀndische Exporte: 19,9 Mrd.NZ$ ( - 1,5%)
neuseelÀndische Importe: 19,8 Mrd NZ$ (+ 3,7%)

Wichtigste Einfuhrwaren
Maschinen (17%), elektr. Maschinen (11%), KFZ (6%), Textilien (5%), Rohöl (6%), chemische Erzeugnisse, Papier, Eisen und Stahl, Metallwaren, Schuhe und Bekleidung, medizinische und technische Instrumente.

Wichtigste Importhandelspartner
Australien (26%), USA (17%), Japan (15%), Großbritannien (6%), Deutschland (4%).

Wichtigste Exportwaren
industrielle GĂŒter (28%), Fleisch (13%), Molkereiprodukte (14%), Wolle (5%), Holz und Holzerzeugnisse (13%), Fische und MeeresfrĂŒchte (5%), Obst und GemĂŒse (6%), Gold.

Wichtigste ExportmÀrkte
Australien (30%), Japan (16%), USA (11%), Großbritannien (6%), Deutschland (3%).

Außenhandel mit Österreich 1995
Einfuhren aus Österreich: 472 Mio.ö.S. (+ 54%)
Ausfuhren nach Österreich: 279 Mio.ö.S. ( - 24%).

Wichtigste Einfuhren aus Österreich
Maschinen (55%), (Arbeitsmaschinen, Kraftmaschinen, Hebe - und FördergerĂ€te, metallbearbeitende Maschinen), chemische Erzeugnisse, Metallwaren, Textilien ohne Bekleidung, Garne Waren aus mineralischen Stoffen, Papier, Fertigwaren, Eisen und Stahl, Papier, Meß -, PrĂŒf - und KontrollgerĂ€te.

Wichtigste Ausfuhren nach Österreich
FrĂŒchte, Molkereiprodukte, Wolle, Fleisch, Fische und andere Meeresprodukte.

Besondere Chancen fĂŒr österreichische Exporteure: Maschinen und GerĂ€te fĂŒr die Forstwirtschaft und die SĂ€gewerkindustrie sowie die Kunststoffverarbeitung, elektrische und elektronische Bauteile, Nahrungsmittelmaschinen, ausgewĂ€hlte Konsumartikel.

Maße und Gewichte
Die Umstellung vom englischen auf das metrische System ist abgeschlossen. Im tÀglichen Gebrauch werden oft beide Systeme noch parallel verwendet.
Normen
Weiterentwickelte englische Normen, welche vom Standards Council, gem. Standards Act 1976, erlassen werden und im Rahmen von CER mit Australien festgesetzte Normen (AS+NZ Standards).

WĂ€hrung
Neuseeland Dollar (NZ$; offizielle internationale Kurzbezeichnung: NZD)
1 NZ$ = ca. 7,35 öS (Durchschnittskurs 1996)

Wichtigste Zeitungen
Auckland NZ Herald (Auflage 249,000)
Wellington Evening Post (Auflage 77,000)
The Dominion (Auflage 73,000)
Christchurch The Press (Auflage 100,000)
Überregionale Wirtschaftszeitung: National Business Review (Auflage 20,000)

Steuer
Allgemeine Mehrwertsteuer von 12,5 % auf alle Waren und Dienstleistungen (ausgenommen sind: Exporte, Finanzdienstleistungen, Mieten, Hypotheken, Erwerb von Privatwohnung oder Haus). Sondersteuern bestehen fĂŒr Zigaretten und alkoholische GetrĂ€nke.



NEUSEELAND


Staatsform: Parlamentarische demokratische Monarchie, Einkammersystem. Keine geschriebene Verfassung. Parlament: House of Representatives, 99 Mitgl. Alle 3 Jahre Wahlen. Premier Minister: Hon Jenny Shipley (National Party)

FlĂ€che: 268.110 km2 (Nordinsel: 114.690 km2, SĂŒdinsel: 152.356 km2, Steward Isl. 1.746 km2).

Bevölkerung: 3.487.000 Ew. (1993), (74% Nordinsel, 26% SĂŒdinsel; 80% EuropĂ€er, 12% Maori, 5% Pacific Islanders, Rest hauptsĂ€chlich Asiaten). Analphabetenrate unter 5%
BSP/Kopf (1993): 12 600$

Landessprache: Englisch, Maori

StÀdte: Hauptstadt Wellington 326.000, Auckland 865.000, Christchurch 304.000, Dunedin 106.000, Hamilton 105.000.

Klima: Warm gemĂ€ĂŸigt, im Norden der Nordinsel subtropischer Einfluß, SĂŒdinsel alpine Winter. Sommer: Dezember bis Februar, Winter: Juni bis August.

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