Drehverfahren und drehmaschinen

1.Drehverfahren und drehmaschinen

1.1. Allgemeines

Die technologische Bedeutung des Drehens kann am Anteil der produzierten Drehmaschinen am Gesamtwert der insgesamt produzierten spanabhebenden Werkzeugmaschinen gemessen werden: Die Drehmaschinen machen ca. 1/3 des Wertes aller spanenden Werkzeugmaschinen aus.

Das Drehen ist schon seit dem Altertum bekannt. Die Realisierung der Drehbewegung erfolgte zun├Ąchst durch den Schnurzugtrieb. Das Werkzeug wurde von Hand, mit Hilfe einer Unterst├╝tzung oder Auflage, gef├╝hrt. Das Drehen wurde damals f├╝r die Holzbearbeitung verwendet und war besser bekannt unter dem Namen "Drechseln". Die Entwicklung der Drehmaschine als Werkzeugmaschine zur Metallbearbeitung erhielt nach der Erfindung der Dampf - maschine starken Auftrieb.

1.2. ├ťbersicht der Drehverfahren

Die systematische Einteilung des Drehens erfolgt nach DIN E 85859, Teil 2.
Die Einteilung orientiert sich am Kriterium der Oberfl├Ąchenfom und Kinematik des Zerspanungsvorganges.



/1.01/ Einteilung der Drehverfahren nach DIN E 8589 Teil 2



L├Ąngsdrehen: Drehen mit Vorschub parallel zur Werkst├╝ckachse.
Quer - oder Plandrehen: Drehen mit Vorschub senkrecht zur Werkst├╝ckachse.





/1.02/ Drehen zur Erzeugung ebener Fl├Ąchen
A) Quer - Plandrehen, B) L├Ąngs - Plandrehen, C) Quer - Abstechdrehen
a Werkst├╝ck, b Werkzeug



/1.03/ Drehen zur Erzeugung kreiszylindrischer Fl├Ąchen
A) L├Ąngs - Runddrehen, B) Sch├Ąldrehen, C) Quer - Runddrehen
a Werkst├╝ck, b Werkzeug

ab B) Sch├Ąldrehen wird nur bei gro├čer Zerspanleistung als Schruppverfahren verwendet.
Gewindedrehen ist wirtschaftlich gesehen schlecht, weil viele Schnitte notwendig
sind. Zum Fertigen eines Gewindes ist ein Freistich notwendig.



/1.04/ Drehen zur Erzeugung von Schraubfl├Ąchen (Schraubdrehen)
A) Gewindedrehen, B) Gewindestrehlen, C) Gewindeschneiden
a Werkst├╝ck, b Werkzeug

Gewindest├Ąhle wie Kammst├Ąhle haben mehrere Gewindeprofile und sind daher wirtschaftlich gesehen besser. Ein anderes Verfahren zur Gewindeherstellung ist zum Beispiel das Gewindedr├╝cken oder Gewindewalzen welches nicht spanend ist.



/1.05/ Gewindestrehler /1.06/ Gewindeschneidk├Âpfe
links: Flach - Gewindestrehler a Radialstrehlbacken, b Tangentialstrehlbacken,
rechts: Rund - Gewindestrehler c Rundstrehlbacken


/1.07/ Drehen zur Erzeugung beliebiger, durch ein Profilwerkzeug bestimmter, rotationssymmetrischer Fl├Ąchen
A) Quer - Profildrehen, B) Quer - Einstechdrehen, C) Profil - Abstechdrehen
a Werkst├╝ck, b Werkzeug


/1.08/ L├Ąngs - Profildrehen mit rotierendem Profilwerkzeug
a Werkst├╝ck, b Werkzeug



/1.09/ Nachformdrehen /1.10/ Drehen zur Erzeugung beliebiger, durch Steuerung der Schnittbewegung
a Werkst├╝ck, b Werkzeug bestimmter, nicht rotaionssymmetrischer Fl├Ąchen
A) L├Ąngs - Unrunddrehen, B) Einstech - Unrunddrehen
a Werkst├╝ck, b Werkzeug, c Steuereinrichtung




1.3. Werkzeuge beim Drehen

Ein Drehmei├čel besteht grunds├Ątzlich aus Schaft und Schneidk├Ârper.
Der Schaft hat meist rechteckigen (1:1 oder 1:1,6) oder kreisf├Ârmigen Querschnitt und sollte aus einem Hochlegiereten - Werkzeugstahl bestehen.
Der Schneidstoff besteht zumeist aus Hartmetall oder Keramikwendeschneidpl├Ąttchen bestehen.
Arten von Drehmei├čeln




/1.11/ Arten von Drehmei├čeln



/1.12/ Arten von Drehmei├čeln
Schruppdrehmei├čel
Kr├Ąftige Ausf├╝hrung; f├╝r hohe Zerspanleistungen

Schlichtdrehmei├čel
Abgerundete Schneidenspitze f├╝r h├Âchste Oberfl├Ącheng├╝ten




/1.13/ Schrupp - und Schlichtdrehmei├čel /1.14/Au├čen - und Innendrehmei├čel

Au├čen - und Innendrehmei├čel

Rechts - und Linksdrehmei├čel
Bei Rechtsausf├╝hrungen arbeitet man von rechts nach links.




/1.15/ Links - und Rechts - Drehmeie├čel /1.16/ Gerader, gebogener und abgesetzter Drehmei├čel

Gerader, gebogener und abgesetzter Drehmei├čel
Anwendung je nach Art der Dreharbeit und Zug├Ąnglichkeit der Bearbeitungsstelle.

1.4. Winkel am Drehmei├čel
Die entsprechenden Winkel α, β, γ, ε, κ, λ sind am Drehmei├čel wie folgt angef├╝hrt.
F├╝r Schruppbearbeitung (Schwerstzerspanung) kann γ auch negativ werden aber meisten ist der Winkel zwischen - 3 und 10 Grad.




α = Freiwinkel, β = Keilwinkel, γ = Spanwinkel, κ = Einstellwinkel, ε = Eckenwinkel ,
λ = Neigungswinkel;

/1.17/ Winkel am Drehmei├čel



/1.18/ Haupts├Ąchlich verwendete Werkstoffe f├╝r Drehmei├čel (Schneidstoffe)


1.5. Spannen der Drehmei├čel und Werkst├╝cke

Drehmei├čel sind, zur Vermeidung von Schwingungen und Rattermarken, kurz einzuspannen, sowie seknrecht zur Werkst├╝ckachse (Beachtung des Einstellwinkels κ) und mittig zum Werkst├╝ck.





/1.19/ Au├čermittige Einspannung des Drehens.

Schlechte Oberfl├Ąche beim Schlichten

M├Âgliche Abhilfen:
- h├Âhere Schnittgeschwindigkeit (vermeidet Aufbauschneide)
- kleinerer Vorschub
- scharfes Werkzeug (neu geschliffen oder verschei├čfesteres Werkzeug)
- Spannverh├Ąltnisse bzw. Schwingungen ├╝berpr├╝fen
- g├╝nstigere Schneidengeometrie (gr├Â├čerer Eckenradius, gr├Â├čerer Spanwinkel)
- bessere Spanbafuhr (zur Vermeidung von Besch├Ądigungen der Werkst├╝ckoberfl├Ąche)

Durch eine Vorschubverkleinerung und eine Vergr├Â├čerung des Eckenradius w├╝rde man theoretisch immer eine Verringerung der Oberfl├Ąchenrauhigkeit erzielen. In der Praxis tritt allerdings nur bis zu einem bestimmten Wert eine Verbesserung der Oberfl├Ąchenqualit├Ąt ein, und zwar der Mindestspandicke.

Die Mindestspandicke ist jener Wert, bis zu dem das Werkzeug noch sauber und gleichm├Ą├čig schneidet.

Plangedrehte Oberfl├Ąche ist ungen├╝gend
Jedoch ist die erreichbare Oberfl├Ącheng├╝te beim Drehen bei einem Ra = 0,2 - 25 μm.
In einem bestimmten Durchmesserbereich ist die Oberfl├Ąche aufgerissen. Weil sich die Schnittgeschwindigkeit vom gr├Â├čten Durchmesser zum kleinsten (bzw. bei Vollmaterialien ist die Schnittgeschwindigkeit in der Mitte null) ├Ąndert, kann in einem bestimmten Bereich Aufbauschneide entstehen.
Abhilfe: Regelung auf konstante Schnittgeschwindigkeit




1.6) Berechnungsverfahren

1.6.1) Zerspanungskraftkomponenten und Zerspanleistung:


Schnittgeschwindigkeit: v = d.π.n
Vorschubgeschwindigkeit: u = s.n
Wirkgeschwindigkeit: ve = v + u




/1.20/ Geschwindigkeiten beim Drehen /1.21/ Spangr├Â├čen beim Drehen


Die Fl├Ąchenlast auf den Schneidkeil wirkenden Schnittlasten werden durch die s.g. Zerspankraft FZ und ihre Komponenten ersetzt.

Kr├Ąfte beim Drehen: 1) Hauptschnittkraft Fs= A*Ks Ks......spezifische Schnittkraft
A........Spanungsquerschnitt
2) Vorschubkraft (Fv)
3) Passivkraft (Fz) Fp
Fz
Fs
Fv
FZ = FS + FV + FP
100% 30% 10% f├╝r Drehen in % von FS
100% 75% 20% 5% in % von FZ


Zerspanleistung: PZ = PS + PV = FS.v + FV.u


1.7) Berechnung der Hauptzeit:

Die Hauptzeit tH besteht aus der Summe aller Zeiten, in denen das Werkzeug am Werkst├╝ck die beabsichtigte Ver├Ąnderung ausf├╝hrt = Arbeit verrichtet.

F├╝r Z=konst. gilt:



Z Zeitspanvolumen [mm┬│/s]
VZ zerspantes Volumen [mm┬│]
Ist das Zeitspanvolumen nicht konstant, so muss die Hauptzeit aus den, mit der Vorschubgeschwindigkeit zur├╝ckgelegten, Vorschubwegen ermittelt werden.





1.8) Drehmaschinen:
Allgemein ist zu sagen, dass Drehmaschinen eine hohe Eigenfrequenz haben und daher dies eine gute D├Ąmpfung ergibt. Ein bevorzugtes Material ist hier z.B.: Graugu├č.
Man sollte auch auf das Fundament achten, denn dieses sorgt auch f├╝r eine gute D├Ąmpfung.

1.8.1) Konstruktive Gestaltung (Bauformen):

Bild 1.22 zeigt prinzipiell die Hauptbaugruppen einer Einst├Ąnder - Karusselldrehmaschine mit verfahrbarem St├Ąnder bei Gruppen - und Einzelvorschub. Der an ├Ąlteren Maschinen ├╝bliche Gruppenvorschub leitet die Vorschubbewegung ├╝ber eine Getriebekette vom Hauptantrieb ab. Das am Querbalken angeordnete, von Hand im Stand oder ├╝ber Elektromagnetkupplungen unter Last schaltbare Stufengetriebe schaltet die jeweilige Vorschubgr├Â├če. Die Planbewegung des Schlittens wird ├╝ber die Gewindespindel, die Senkrechtbewegung des Mei├čelschiebers ├╝ber eine Schaltwelle vom Vorschubgetriebe abgeleitet.



/1.22/ Baugruppen einer Karusseldrehmaschine


Neuere Konstruktionen arbeiten mit Einzelvorschubantrieben, bei denen je ein regelbarer Motor, heute vorwiegend ein permanent erregter Gleichstrom - Servomotor, die senkrechte bzw. waagrechte Vorschub - bewegung erzeugt. Diese an bahngesteuerten Maschinen ├╝bliche Antriebsart bedingt steife und verspannte mechanische ├ťbertragungselemente und F├╝hrungen, so dass auch an handgesteuerten Maschinen mit Einzelvorschubtechnik die bisherigen Unterschiede gegen├╝ber NC - Maschinen verschwanden. Mit dem Servo - Motor, der den gesamten Vorschubregelbereich ├╝berdeckt, entfielen insbesondere auch die zahlreichen Zahnr├Ąder bzw. Kupplungen der Schaltgetriebe.


1.8.2) ├ťbersicht der Drehmaschinen:

Um die vielfaltigen Ausf├╝hrungsformen, die auf dem Markt angeboten werden, einordnen zu k├Ânnen, m├╝ssen m├Âglichst unver├Ąnderliche und allgemein erkennbare Einteilungsgesichtspunkte herangezogen werden. Dies k├Ânnen sein:
1 - Lage der Hauptachse: senkrechte Bauweise, waagrechte Bauweise

2 - Lage des Bettes, Tisches: Horizontal -, Vertikal - und Schr├Ągbett

3 - Automatisierungsgrad: Handbediente Drehmaschinen, programmgesteuerte Drehmaschinen

4 - Steuerungsart: Mechanisch, hydraulisch, elektrisch, elektrohydraulisch

5 - Art der Zuordnung von Vorschub - und Schnittgeschwindigkeit

6 - Gr├Â├če des Werkst├╝ckspektrums: Universal -, Mehrzweck -, Einzweckdrehmaschinen

7 - Grobform der Werkst├╝cke: Wellenform, Scheibenform, Sonderform

8 - Art der Werkst├╝ckaufnahme: Spitzen, Futter, Spannzange, Planscheibe

9 - Anzahl der Werkst├╝ckaufnahme: Einspindel -, Mehrspindeldrehmaschine

10 - Werkzeugaufnahme: Einzel -, Mehrfachwerkzeugaufnahme, Werkzeugmagazin


1.8.3) Universaldrehmaschine:

Die Universaldrehmaschine ist in Betrieben mit Einzel - und Kleinserienfertigung die am haufigsten vertretene Fertigungseinrichtung. F├╝r die unterschiedlichen Werkst├╝ckfamilien werden von den Herstellerfirmen zahlreiche Varianten angeboten, um einen wirtschaftlichen Einsatz ├╝ber einen weiten Bereich fertigungstechnischer Anforderungen zu ermoglichen. Zu den Universaldrehmaschinen werden sowohl die handbedienten Leit - und Zugspindel - Drehmaschinen als auch universell einsetzbare programmgesteuerte Drehmaschinen gerechnet.

Bei der Spitzendrehmaschine kann das Werkst├╝ck zwischen den Spitzen der Arbeitsspindel und Reitstockes aufgenommen werden. Die Drehachse liegt meist waagrecht.



/1.23/ Leit - und Zugspindel - Drehbank (Bedienungsseite)

Mit Universaldrehmaschinen lassen sich alle ├╝blichen Dreharbeiten ausf├╝hren. F├╝r die Auswahl einer Drehmaschine sind einige Kenndaten von besonderer Bedeutung:

- Antriebsleistung in kW

- Spitzenhohe in mm: Ma├č f├╝r gr├Â├čtm├Âglichen Drehdurchmesser (= 2x Spitzenh├Âhe)

- Spitzenweite in mm: Ma├č f├╝r gr├Â├čtm├Âgliche Drehl├Ąnge

- Drehzahlen in Umdrehung pro min.

- Anzahl der einstellbaren Vorsch├╝be

Die verschiedenen Ausf├╝hrungen der Universaldrehmaschinen sind im Prinzip ├Ąhnlich und baukastenf├Ârmig aufgebaut. Am h├Ąufigsten werden Drehmaschinen mit Waagrechtbett ausgef├╝hrt. Baukasten erm├Âglichen eine Vielfalt des Angebotes zu gew├Ąhrleisten. Die Entwicklung geht von universell einsetzbaren Gebilden zu L├Âsungen, die optimal auf eine abgegrenzte Aufgabenstellung abgestimmt sind.



/1.24/ Aufbau von Universaldrehmaschinen; Baugruppenvarianten


1.8.3) Revolverdrehmaschine:


Diese Drehmaschinengruppe ├╝berdeckt in Abh├Ąngigkeit von der Steuerungsart den Bereich der handbedienten Drehmaschinen bis zum Drehautomat. Die Revolverdrehmaschine dient der Herstellung von Serien gleicher Werkst├╝cke.

Dir nacheinander in Eingriff kommenden Werkzeuge sind in einem schwenkbaren Werkzeugrevolver untergebracht. Die Schwenkung der Werkzeugaufnahme erfolgt durch Handsteuerung oder automatisch nach jedem Arbeitsgang.


Das wesentliche Merkmal einer Revolverdrehmaschine ist, dass werkst├╝ckabh├Ąngige voreingestellte Werkzeuge in einem Mehrfachwerkzeugtr├Ąger mit meist rotatorischer Werkzeugwechselbewegung (Revolverkopf) aufgenommen werden.



Bild 1.25 zeigt eine CNC - Drehmaschine mit vertikalem Bett.











Schutzscheibe Revolverkopf CNC

/1.25/ CNC - Drehmaschine mit vertikalem Bett

Zur Senkung der Bearbeitungszeit sind die Anordnung der Werkzeuge wie die Folge der Arbeitsg├Ąnge zu w├Ąhlen, dass m├Âglichst viele Werkzeuge simultan arbeiten. Die zus├Ątzliche Ausr├╝stung mit Querschlitten ist m├Âglich.


1.8.4) Revolverk├Âpfe (= Revolverwerkzeughalter):

Zur Aufnahme mehrerer Werkzeuge wurde der Mehrfachstahlhalter weiter entwickelt. Die Werkzeuge werden nun am Umfang und/oder an der Stirnseite einer Scheibe eingesetzt, die entsprechend dem Arbeitsablauf schrittweise weitergeschaltet wird. Nach der Lage der Drehachse unterscheidet man mehrere Systeme.

a) TROMMELREVOLVER
Der Trommelrevolver ist eine scheibenf├Ârmige Werkzeugaufnahme. Die Werkzeuge werden in Bohrungen an den Stirnseiten eingesetzt (automatischer Werkzeugwechsel m├Âglich). Entsprechend der Indexierung sind in gleichen Abst├Ąnden bis 16 Aufnahmebohrungen vorhanden. Weit verbreitet sind Revolverk├Âpfe der beschriebenen Bauart bei NC - Drehmaschinen, die hier als Trommelwerkzeugspeicher bezeichnet werden.
Bild 1.26a

b) STERNREVOLVER
Beim Sternrevolver sind die Werkzeuge senkrecht oder schr├Ąg zur Revolverkopfachse angeordnet. Die Revolverkopfachse liegt oft senkrecht zur Hauptspindelachse. Da die Werkzeuge weit aus dem Revolverkopf auskragen und weit auseinanderstehen, eignen sich die Sternrevolver f├╝r Werkst├╝cke mit gro├čem Durchmesser. Bild 1.26b, c



/1.26/ Trommel - und Sternrevolver



c) FLACHTISCHREVOLVER
Der Flachtischrevolver ist eine Abwandlung des Sternrevolvers. Die Anordnung auf der Maschine entspricht der des Sternrevolvers. Auf dem sechs - oder viereckigen Grundk├Ârper k├Ânnen auf jeder Seite mehrere Werkzeuge angebracht werden. Die Werkzeughalter werden in T - Nuten oder Prismenaufnahmen befestigt, wobei auch Mehrfachwerkzeughalter verwendet werden k├Ânnen. Das genaue Ausrichten ist schwieriger als bei einer Aufnahmebohrung. Bild 4.44
Vorteil: H├Âhere Flexibilit├Ąt



/1.27/ Flachtischrevolver
A) F├╝r Werkzeugsystem mit VDI - Zylinderschaft
B) F├╝r Pittler "Pimat" - System


d) SCHEIBENREVOLVER
Mit Scheibenrevolvern werden Werkzeugtr├Ąger bezeichnet, bei denen die Werkzeugaufnahmen in der Scheibe versenkt angeordnet sind.

1.8.4) SONDERFORMEN:

1.8.4.1) Plandrehmaschine:


/1.28/ Plandrehmaschine

1.8.4.2) Karuselldrehmaschinen:




/1.29/ Karusseldrehmaschinen



1.8.4.2.1) Bauformen der Karusselldrehmaschinen


Unterschieden werden Ein - und Zweist├Ąndermaschinen mit ortsfesten oder verfahrbaren Gestellbauteilen und mehreren Werkzeugschlitten an St├Ąnder und Querbalken.


/1.30/ Einst├Ąnder - Karusseldrehmaschinen





/1.31/ Karusseldrehmaschinen f├╝r Drehdurchmesser> 3000 mm

1.8.5) Drehautomaten:
1.8.5.1) Allgemeines

Kennzeichnend f├╝r Automaten ist der vollst├Ąndige selbst├Ąttige Abluf des Arbeitsvorganges. W├Ąhrend Bearbeitung und Werkzeugaufnahme ├Ąhnlich wie bei Revolverdrehmaschinen ausgef├╝hrt sind, werden die Befehle oder Signale f├╝r die einzelnen Funktionen nun von einem Datentr├Ąger abgenommen.

Diese Datentr├Ąger, etwa Kurvenscheiben bei den mechanischen Automaten und Lochstreifen bzw. Magnetb├Ąnder bei den elektronisch gesteuerten Maschinen tragen alle Befehle, die zur Fertigung eines St├╝ckes notwendig sind. Sie m├╝ssen also je Werkst├╝ck eine Umdrehung bzw. einen Umlauf ausf├╝hren.

Als Drehautomaten im engeren Sinn bezeichnet man die mechanisch gesteuerten Automaten. Sie haben eine Steuerwelle, von der alle Befehle abgeleitet werden und die je Werkst├╝ck eine Umdrehung macht. Die Befehle werden durch Nocken, die gegen R├╝ckholfedern arbeiten, oder durch formsch├╝ssige Kurven gegeben.

Um die vielf├Ąltigen Ausf├╝hrungsformen, die auf dem Markt angeboten werden einordnen zu k├Ânnen, m├╝ssen m├Âglichst allgemein erkennbare Einteilungsgesichtspunkte herangezogen werden. Dies k├Ânnen sein:

Automatisierungsgrad: Vollautomate, Halbautomaten
Steuerungsart: Kurvengesteuerte und programmgesteuerte Automaten
Anzahl der Hauptspindeln: Einspindel - und Mehrspindelautomaten
Werkst├╝ckform: Stangen - Futterautomaten
Lage der Hauptspindel: Waagrecht - und Senkrechtautomaten


1.8.5.2) Halbautomaten - Vollautomaten:

Halbautomaten sind Maschinen, bei denen das Auf - Abspannen der Werkst├╝cke
von Hand erfolgen muss. Vollautomate sind Maschinen, bei dennen s├Ąmtliche
T├Ątigkeiten, einschlie├člich der Werkstoffzuf├╝hrung bei Stangenautomaten oder
das Werkst├╝ck - Wechseln bei Futterautomaten, selbstt├Ątig erfolgen.


1.8.5.3) Kurvengesteuerte Drehautomaten:

Die Drehautomaten waren die ersten automatisch arbeitenden spannenden
Werkzeugmaschinen (schon um 1870 in den USA).

Die Gr├╝nde f├╝r die Entwicklung der Automaten waren nicht nur die angestrebten
Leistungssteigerung und die Erleichterung der Maschinenbedienung, sondern die
von der menschlichen Geschicklichkeit unabh├Ąngige, gleichbleibende
Fertigungsgenauigkeit.

An einer Werkzeugmaschine kommen mehrere Steueraufgaben vor. Komplizierte Steuerungen bestehen eigentlich nur aus einer Summe einfacher Blockschaltungen, die sich zum Teil gegenseitig beeinflu├čen. Deshalb m├╝ssen wir nach ihrer Funktionsweise unterscheiden:

a.) Zentralsteuerung
Bei diesem Steuerungssystem werden mehrere unabh├Ąngige oder verkettete Vorg├Ąnge von einer Steuereinrichtung zentral gesteuert. Bild 1.32




/1.32/ Zentralsteuerung /1.33/ Folgesteuerung



b.) Folgesteuerung
├ťber Zwischenglieder der Steuereinrichtung l├Âst ein Vorgang den n├Ąchsten aus. Als Beispiel zeigt Bild 1.33 einen hydraulischen Schlittenantrieb, dessen Bewegungsumsteuerung als Folge der vorgehenden Bewegung erziehlt wird.


c.) Programmsteuerung
Alle Bewegungs - und Schaltvorg├Ąnge laufen nach einem Fertigungsprogramm selbstt├Ątig ab. Bild 1.34 zeigt den Steuermechanismus eines kurvengesteuerten Drehautomaten. Es sitzten praktisch mehrere Befehlsgeber auf einer gemeinsamen Welle, die f├╝r automatische Bet├Ątigung geeignet ist.



/1.34/ Steuerungsmechanismus: A) Nockensteuerung, B) Kurvensteuerung






Der Mehrkurvenautomat sei an einem vereinfachten Schema gezeigt (Bild 1.35). Die Steuerwelle wird direkt ├╝ber Wechselr├Ąder angetrieben und leitet ├╝ber Steuerkurven alle Funktionen ein.



/1.35/ Schema eines Mehrkurvenautomaten
a Schalten der Spindeldrehzahl
b Materialvorschub
c Werkst├╝ckspannung (Spannzange)
d Bewegung des Einstechschlittens
e Bewegung des Revolverkopfes




1.8.5.3) Einspindeldrehautomaten:

Der Arbeitsraum der mechanisch gesteuerten Einspindel - Drehautomaten ist
durch den Einsatz mehrerer simultan arbeitender Schlitten gekennzeichnet. Durch
M├Âglichkeit zur Senkung der Hauptzeit, die jedoch durch die Gefahr von
geometrischen und technologischen Kollisionenn eingeschr├Ąnkt ist.

Unter diesen Automaten findet man Langdreh -, Kurzdreh -, Spitzdreh -, und
Revolverdrehautomaten. Als Beispiel sei das Prinzip der Revolverdrehautomaten
und Langdrehautomaten erw├Ąhnt.


a.) Revolverdrehautomat
Unter den Revolverdrehautomaten entspricht der Arbeitsraum etwa dem Bild 1.36.
Im Beispiel sind vier Radialschlitten angeordnet, von denen die beiden
Querschlitten auch mit einer Querfr├Ąs - oder Querlochbohreinrichtung ausger├╝stet
werden k├Ânnen.



/1.36/ Revolverdrehautomat


b.) Langdrehautomaten
Langdrehautomaten werden vorwiegend f├╝r die Feinmechanik gebraucht.
Dies sind kurvengesteuerteMaschinen, die entgegen Revolverdrehautomaten keinen
Revolverkopf, aber ├Ąhnliche Werkzeuganordnung besitzen. Besonderes
Kennzeichen ist die axial verschiebbare Hauptspindel, mit deren Pinole der
L├Ąngsvorschub ├╝ber Kurven gesteuert wird.

Kurvengesteuerte Einspindeldrehautomaten verarbeiten meist stangenf├Ârmigen
Werkstoff. Weniger h├Ąufig werden Rohteile aus Stangenabschnitten oder
vorbearbeitet angeliefert. Zur Bearbeitung von Werkstoffstangen zwischen 2 und
80 mm Durchmesser werden verschiedene Gr├Â├čen von Drehautomaten
hergestellt.

Typische Werkst├╝cke f├╝r die Bearbeitung auf kurvengesteuerten Einspindeldrehautomaten:






/1.37/ Werkst├╝cke auf Einspindelautomaten

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