Die Savanne

Die Savanne

Gliederung


    Definition Ursachen der Savanne Differenzierung Boden Vegetation Vegetation am Beispiel Miombo Parklandschaften Der Mensch in der Savanne
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1. Definition:

Unter Savannen verstehen wir √Ėkosysteme, in denen in einem tropischen Grasland zerstreut stehende Holzarten im Wettbewerb mit Gr√§sern stehen. Sie schlie√üt sich beiderseits des √Ąquators an den Regenwald an, geht bis zu den Wendekreisen und nimmt etwa 15 % der Festlandsfl√§che der Erde ein.

2. Ursachen f√ľr die Savanne:

Durch die Ekliptik der Erde verschiebt sich im Laufe des Jahres der H√∂chststand der Sonne von Norden nach S√ľden und wieder zur√ľck, so dass die Sonne zweimal im Jahr zwischen den Wendebreiten senkrecht am Himmel steht. Der Passatkreislauf verschiebt sich mit ihm, d. h. es ist eine Verschiebung der Zone, an der die Luft am meisten erw√§rmt wird und aufsteigt, vorhanden. Dort findet also eine sehr gro√üe Erw√§rmung und somit Verdunstung von Wasser statt. Die warme Luft steigt auf und die darausfolgende √úbers√§ttigung der Luft mit Wasser in h√∂heren Luftschichten f√ľhrt zu gro√üen Niederschlagsmengen. Es entstehen in einem Jahr zwei Regen - und zwei Trockenzeiten. Durch die Gegebenheit, dass die Erde ann√§hernd kugelf√∂rmig ist, ist die Zeit des H√∂chststandes der Sonne am √Ąquator am l√§ngsten. Durch die (ann√§hernde) Kugelform und die Ekliptik nimmt die Anzahl der Regenmonate also zu den Subtropen hin ab; in dem Ma√üe ist auch die Vegetation unterschiedlich (tropischer Regenwald - Savannenwald - offene Graslandschaft - etc.), und man unterscheidet in verschiedene Savannentypen.

Die Ursachen sind verschiedener Art, eine besonders wichtige ist jedoch das Vorhandensein von wasserundurchlässigen Staukörpern (krustenartig) im Boden in verschiedener Tiefenlage. Die Lage der Stauschichten wurde in bis zu 7 m tiefen Gruben festgestellt. Die wasserundurchlässigen Krusten verändern die Wasserbilanz des Bodens so stark, dass die Ausbildung der Waldvegetation verhindert wird. Die Savannen und Grasländer sind meistens nicht klimatisch sondern durch den Boden bedingt.

3. Differenzierung


Der Oberbegriff Savanne wird in drei aufeinanderfolgende Savannentypen je nach Höhe und Dauer des Niederschlags unterteilt in:
    Feuchtsavanne Trockensavanne Dornstrauchsavanne, welche auch schon als Steppe bezeichnet wird (Grenzbereich zur W√ľste).
Die genaue Unterteilung ist schwer, da die einzelnen Savannentypen unmittelbar ineinander √ľbergehen.
Ursachen, die f√ľr die Entstehung und Ausbreitung dieser unterschiedlichen Savannentypen verantwortlich sind, sind neben der Menge der Niederschl√§ge und der Dauer der Regen - und Trockenzeiten durch die geographische Lage und auch die Art der B√∂den, die Nutzung durch Wildtiere und Mensch und die H√§ufigkeit der Br√§nde.

Die Feuchtsavanne entwickelt sich aus dem tropischen Regenwald und schließt somit direkt an diesen an. In der Feuchtsavanne kommen 7 - 9 humide und 3 - 5 aride Monate im Jahr vor. Die Regenzeit dauert also länger als die Trockenzeit. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge innerhalb der Feuchtsavanne beträgt 800 - 1600 mm.

Vegetation:
In der Feuchtsavanne sind je nach geographischer Lage immergr√ľne W√§lder wie Ufer - und Galeriew√§lder (wachsen an Ufern von Gew√§ssern), sowie auch halblaubabwerfender Feuchtwald oder Monsunw√§lder (S√ľdasien) vorhanden. Die Wuchsform der B√§ume ist knorrig und korkenzieher - oder besenf√∂rmig. Die Bl√§tter der B√§ume ist im allgemeinen borkig und rissig. Die B√§ume besitzen keine wasserspeichernden Einrichtungen, da der Boden auch w√§hrend der Trockenzeit noch gen√ľgend Feuchtigkeit beinhaltet.
Vorkommende Arten: Teakb√§ume (Monsunw√§lder S√ľdasien), F√§cherpalmenarten (S√ľdasien), Schirmakazie (Afrika), Dumpalme (A), Weinpalme, N√ľsse und Saft f√ľr Palmwein (S√ľdamerika), Bambus ( A )
Desweiteren wachsen in der Feuchtsavanne bis zu zwei Meter hohe, harte (verholzte), b√ľschelartige Gr√§ser.


Nutzung:
Die Feuchtsavanne bietet als Lebensraum Anbaum√∂glichkeiten f√ľr Mais, Hirse, Reis, Sojabohnen, Sesam, Maniok und S√ľ√ükartoffeln. Die ebenfalls angebaute Baumwolle wird als Verkaufsprodukt vermarktet.

Im Anschluß an die Feuchtsavanne folgt die Trockensavanne. Man spricht von Trockensavanne, wenn jährlich ca. 5 - 7 aride Monate vorkommen, die Trockenzeit ca. ein halbes Jahr beträgt. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt 500 - 1200 mm.
Die typische Trockensavanne besteht aus weiten Grasflächen ( - fluren), die mit einzelnen Bäumen durchsetzt sind.

Vegetation:
In der Trockensavanne sind die Bäume im allgemeinen laubabwerfend. Sie wachsen in lichten Beständen (Trockenwald). Während der Trockenzeit sind diese Bestände fast völlig kahl. Ebenso wie in der Feuchtsavanne ist die Rinde der Bäume borkig und rissig. Ihre Blätter sind klein und meist gefiedert.
Vorkommende Arten: Miombo à Miombowald (Afrika), Baobab (Affenbrotbaum) (A), Flaschen - und Schirmbäume und trockenheitliebende (xerophile) Palmen
Die Gräser der Trockensavanne sind höchstens bis zu einem Meter hoch und weniger stark verholzt als die der Feuchtsavanne.

Nutzung:
Die Trockensavanne bietet noch gute Anbaum√∂glichkeiten. Vorallem Sisalagaven ( Sisal: Nutzung als Fu√übodenbelag) und Cashewnu√üb√§ume sind ertragsreich. Desweiteren werden Erdn√ľsse und Baumwolle und in h√∂heren Lagen Tabak und Sonnenblumen bevorzugt angebaut. Die Viehzucht wird in den Miombow√§ldern Afrikas (siehe Feuchtsavanne) von der Tsetsefliege bedroht und ist daher sehr beschwerlich.

Die Dornstrauchsavanne wird auch einfach als Dornensavanne, Dornbuschsavanne oder Dornbuschsteppe bezeichnet. Die Trockenzeit dauert ca. 7 - 10 Monate an.
Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt nur 200 - 700 mm.
Die Dornstrauchsavanne besitzt einen √ľberwiegend steinigen Boden.

Vegetation:
Bäume kommen in der Dornstrauchsavanne nur sehr vereinzelt vor. In bestimmten Gebieten gibt es jedoch weitständigen Dornwald. (Mittelamerika, Inner - und Nordostbrasilien: Bezeichnung als Castinga.) Es gibt in der Dornstrauchsavanne keine geschlossene Grasdecke mehr.
Vorkommende Gewächse: Dornsträucher, Kakteen, Agaven, Akazien und Wolfsmilchgewächse

Nutzung:
Das in der Dornstrauchsavanne wachsende Gras ist sehr n√§hrstoffreich. Es wird von einer Vielzahl an Wildtieren genutzt. Das ist ein Grund daf√ľr, dass in der Dornstrauchsavanne die meisten Wildreservate und Nationalparks errichtet wurden.

4. Boden

Im Laufe der Zeit hat sich eine weitgehend aus Aluminium -, Eisen - und Manganoxid zusammengesetzte harte Kruste gebildet. Andererseits spielen in der Bodenbeschaffenheit Auslaugungsprozesse und Bodenerosionen eine gro√üe Rolle. Es verbleibt eine wellige betonharte Oberfl√§che, auf der kaum Pflanzenwuchs m√∂glich ist. Durch die st√§ndige Auslaugung der B√∂den kommt es zu N√§hrstoffarmut des Bodens. Die Landoberf√§che in Afrika, aber ebenso in Australien, in Vorderindien sowie vor allem die brasilianische Platte in S√ľdamerika sind Teile des Gondowanaschildes, also des Urfestlandes, diese Landoberfl√§chen wurden nie vom Meer √ľberdeckt. Die B√∂den sind uralt und ihre Verj√ľngung durch Meeressedimente fand niemals statt. Die anstehenden Gesteine wurden dauernd ausgelaugt und abgetragen. Die den Boden bildenden Verwitterungsprodukte sind deshalb √ľberall, wo junge vulkanische Gesteine fehlen, an f√ľr Pflanzen wichtigen N√§hrstoffelementen (Phosphor und Spurenelement) stark verarmt, das sich kein Wald entwickeln kann. Auf gro√üen Verebnungen werden die kaum merklichen tieferen Reliefteilen w√§hrend der Regenzeit √ľberschwemmt und die B√∂den sind staunass. Waldinseln wachsen nur auf den etwas h√∂heren nicht √ľberschwemmten Fl√§chen, w√§hrend auf den nassen sich ein tropisches Grasland entwickelt. Es entsteht somit eine mosaikartige Parklandschaft mit Waldparzellen und Grasfl√§chen.
Die verh√§rtete Schicht des 3 - Horizonts wird an H√§ngen nicht selten durch Erosion freigelegt. Sie f√ľhrt zur Bildung von Tafelbergen. Am Rande dieser Berge f√ľhrt die Stufenbildung zu Steilh√§ngen.

5. Vegetation

Merkmale / Eigenschaften der Pflanzen:
    die Gr√§ser besitzen ein sehr fein verzweigtes intensives Wurzelsystem, das ein kleines Bodenvolumen sehr dicht durchwurzelt. Es ist besonders geeignet f√ľr feinsandige B√∂den mit einer gen√ľgenden Wasserkapazit√§t in Sommeregengebieten, in denen der Boden w√§hrend der Vegetationszeit viel Wasser enth√§lt. Die Holzarten haben dagegen ein extensives Wurzelsystem. Die groben Wurzeln streichen sehr weit horizontal sowie in die Tiefe und durchwurzeln ein Gro√ües Bodenvolumen, aber nicht so dicht. Dieses Wurzelsystem bew√§hrt sich besonders in steinigen B√∂den, in denen das Wasser unregelm√§√üig verteilt ist, und nicht nur in Sommerregengebieten, sondern auch in Winterregengebieten, wenn das Wasser versickert und im Sommer aus gr√∂√üerer Bodentiefe durch die Wurzeln aufgenommen werden muss. In Winterregengebieten spielen die Gr√§ser deshalb keine Rolle. Hinsichtlich des Wasserhaushalts bezeichnen sich die typischen Gr√§ser dadurch aus, dass sie bei g√ľnstiger Wasserversorgung sehr stark transpirieren, eine intensive Photosynthese besitzen und viele organische Masse in kurzer Zeit produzieren, wenn nach Abschlu√ü der Regenzeit Wassermangel eintritt, wird die Transpiration nicht abgebremst, sondern sie geht weiter, bis die Bl√§tter und meistens die ganzen oberirdischen Teile vertrocknen. Am Leben bleiben nur das Wurzelsystem und die Spro√üvegetationskegel, wobei deren Meristemgewebe gesch√ľtzt durch viele H√ľllen von trockenen Blattscheiden eine lange Trockenzeit zu √ľberdauern vermag. Der Boden kann dabei fast austrocknen. Erst nach dem ersten Regen setzt neues Wachstum ein. Die Holzpflanzen dagegen, die ein gro√ües Spro√üsystem mit vielen Bl√§ttern besitzen haben einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Bei den ersten Anzeichen von Wassermangel werden die Stromata geschlossen und damit wird die Transpiration stark reduziert. Versch√§rft sich der Wassermangel, so findet ein Blattabwurf statt. W√§hrend der Trockenzeit bleibt nur das Achsenger√ľst mit den Knospen erhalten. Obgleich diese gegen Wasserverlust gut gesch√ľtzt sind, haben Messungen aber ergeben, dass auch blattlose Zweige zwar eine sehr geringer aber im Laufe von Stunden messbare Wasserabgabe aufweisen. Die Wasservorr√§te im Holz reichen nicht aus, um die Wasserverluste w√§hrend der l√§ngeren Trockenzeit auszugleichen, d.h. die Holzpflanzen Sind auch w√§hrend der Trockenzeit darauf angewiesen, eine gewisse, wenn auch sehr geringe Wassermenge aufzunehmen. Sie vertrocknen deshalb und sterben ab, wenn der Boden kein aufnehmbares Wasser enth√§lt.

Erst wenn die Niederschl√§ge so hoch sind, dass die Baumkronen zusammenr√ľcken und durch die Beschattung der Grasschicht diese an der vollen Entfaltung hindern, kehrt sich das Wettbewerbsverh√§ltnis um. In den Savannenw√§ldern oder regengr√ľnen tropischen Trockengeh√∂lzen werden die Holzpflanzen zum bestimmenden Wettbewerbspartner und die Gr√§ser m√ľssen sich an die Lichtverh√§ltnisse am Boden anpassen.
Dieses labile Wettbwerbsgleichgewicht in der Savanne wird jedoch sehr leicht gest√∂rt, wenn der Mensch durch Beweidung in dasselbe eingreift. Die Gr√§ser werden abgefressen, damit h√∂ren die Wasserverluste durch deren Transpiration auf, es verbleibt nach der Regenzeit mehr Wasser im Boden und dieses kommt den Holzpflanzen zugute, die sich √ľppig entwickeln und reich fruchten. Die Baumkeimlinge leiden nicht unter der Konkurrenz der Graswurzeln die Baumsamen werden mit dem Kot des Viehs, das die H√§lsen fri√üt, verbreitet und die meist dornigen Str√§ucher wachsen so dicht heran, dass eine Verbuschung eintritt, d.h. die Weide wird wertlos.
Die Verbuschung ist eine schwere Gefahr in allen nicht rationell beweideten Gebieten. Deswegen ist der Dornbusch als Ersatzgesellschaft heute weiter verbreitet als die klimatische Savanne, z.B. auch in den ariden Teilen Indiens, in N - Venezuela und auf den vorgelagerten Inseln (Curacao u.a.). Ist das Gebiet dichter besiedelt und werden die Holzpflanzen als Brennholz oder f√ľr dornige Umhegung der Krale gegen Raubwild verwendet, so entsteht meistens eine anthropogene W√ľste, die sich nur w√§hrend der Regenzeit mit annuellen Gr√§sern bedeckt. W√§hrend der Trockenzeit hungert das Vieh, denn es hat nur die strohigen Reste als schlechtes Futter zur Verf√ľgung. Solche Verh√§ltnisse herrschen z.B. im Sudan. Nat√ľrliche Savannen befinden sich nur noch in Mittel - Argentinien.

6. Vegetation am Beispiel Miombo

Die ausgedehntesten Waldbest√§nde findet man in den wenig besiedelten Teilen Afrikas s√ľdlich des √Ąquators - es sind die Miombow√§lder auf der Wasserscheide zwischen indischen und atlantischen Ozean und auf der Lunder - schwelle s√ľdlich vom Kongobecken, wo es in der D√ľrrezeit kein f√ľr die Siedlungen notwendiges Trinkwasser gibt.
Miombo ist der am weitesten verbreitete Vegetationstyp im tropischen Afrika.
Miombo bedecken ca. 2,5 Mio. ha und beherbergen ca. 40 Mio. Menschen.
Verschiedene √Ėkologen klassifizieren Miombo unterschiedlich: als Savanne, Waldland bzw. Wald. Miombo ist die Bezeichnung f√ľr das afrikanische Waldland. Unzerst√∂rter Miombo im Reifezustand ist weitgehend laubabwerfendes, dornenfreies Waldland. Im allgemeinen kommt Miombo auf geologisch alten, n√§hrstoffarmen B√∂den vor. Die Geb√ľschschicht ist uneinheitlich in Dichte und Zusammensetzung. Der Bodenbewuchs variiert zwischen dichtem Bewuchs mit Hartgr√§sern bis zu d√ľnnem Krautbewuchs und Kleingr√§sern. Feuer sind ein charakteristisches Merkmal des Miombo.

An der Trockengrenze ist das Auftreten des Baobabs (Affenbrotbaum) sehr auffallend, in dessen unf√∂rmigen Stamm, der einen Umfang von 20 m erreicht, bis zu 120 000 Liter Wasser gespeichert werden. Man kann deshalb annehmen, dass er in blattlosen Zustand die D√ľrrezeit ohne Wasseraufnahme aus dem Boden √ľberdauert. Auch in S√ľdamerika und Australien treten zur selben Familie der Bombacaceae geh√∂rende Flaschenb√§ume auf.
Der Affenbrotbaum ist ein urspr√ľnglich aus Afrika stammender tropischer Baum. Er wird etwa so hoch wie ein gro√üer Ahorn, sein starkes seitliches Wachstum jedoch macht ihn zu einem der gr√∂√üten B√§ume. Die √Ąste werden gelegentlich so dick wie die St√§mme anderer gro√üer B√§ume, sie bilden eine bebl√§tterte Halbkugel, die einen Durchmesser von 45 m erreichen kann. Das angenehme saure Fruchtmark der gurkenf√∂rmigen Frucht wird zur Bereitung von Getr√§nken verwendet, auch die fetthaltigen Samen sind essbar. Die Rinde des Baumes liefert starke Fasern. Der urspr√ľnglich aus Afrika stammende Affenbrotbaum wird heute in vielen anderen tropischen L√§ndern auf der Welt kultiviert.

7. Parklandschaften

Bedingt wird diese Landschaft durch im Gel√§nde kaum auffallende Unterschiede des Reliefs, die man w√§hrend der D√ľrrezeit nicht wahrnimmt. Bei starken Regenf√§llen im Sommer werden alle tieferen Reliefteile √ľberschwemmt. weil das Wasser erst nach Monaten abflie√üt. Diese Biotope werden von Grasland eingenommen; die B√∂den sind grau, w√§hrend auf den h√∂heren nicht √ľberschwemmten Teilen, auf denen die Geh√∂lze stocken, die B√∂den tiefgr√ľndige, rote sandige Lehme sind. Das Flu√üsystem beginnt hier auf der Wasserscheide mit kaum eingesenkten und mit Rasen bewachsenen Streifen, die sich runterw√§rts vereinigen und allm√§hlich bei st√§rkerem Gef√§lle in eingeschnittene Bach - und Flu√übetten √ľbergehen (vom Flugzeug aus gut zu erkennen).
Eine besondere Ausbildung ist die Termiten - Savanne, unter der man weite mit Gras bedeckte Senken versteht, aus denen als Inseln breite, verlassene Termitenhaufen herausragen, die nicht √ľberschwemmt werden und die sich deshalb mit Baumwuchs bedecken. Es handelt sich um ein Mosaik von zwei verschiedenen Gesellschaften, also keine eigentliche Savanne.
Bäume wachsen nur dort, wo der Grundwasserspiegel stets unter 3 m liegt. In dieser Tiefe befindet sich auch die Lateritkruste und ebenso tief reichen die Wurzeln der Bäume.
Im Gegensatz zu der Termiten - Savanne ist die Palmsavanne eine homogene Pflanzengemeinschaft. Palmen besitzen als verholzende Monokotyledonen ein b√ľscheliges Wurzelsystem aus gleichen, sich kaum verzweigenden Wurzeln, die sich radial weit ausbreiten, so dass die Palmen einzeln im Grasland stehen. Sie vertragen eine zeitweise √úberschwemmung. Die B√∂den der Palmsavannen d√ľrften w√§hrend der D√ľrrezeit weniger stark austrocknen als die der reinen Graslandfl√§chen, doch liegen keine Untersuchungen √ľber die Wettbewerbsverh√§ltnisse zwischen Palmen und Gr√§sern vor
In sehr offenen Savannen stehen die Bäume weit auseinander als isolierte Einzelbäume.

8. Bedrohung der Savanne durch den Menschen


Durch die Beweidung werden die Gr√§ser abgefressen, damit h√∂ren die Wasserverluste durch deren Transpiration (Verdunstung) auf, es verbleibt nach der Regenzeit mehr Wasser im Boden und dieses kommt den Holzpflanzen (meist Acaciaarten) zu gute, die sich √ľppig entwickeln und reich fruchten. Die Baumkeimlinge leiden nicht unter der Konkurrenz der Graswurzeln; die Baumsamen werden mit dem Kot des Viehs, das die H√ľlsen fri√üt, verbreitet und die meist dornigen Str√§ucher wachsen so dicht heran, dass eine Verbuschung eintritt, d.h. die Weide wird wertlos. Die Verbuschung ist eine schwere Gefahr in allen nichtrationell beweideten Gebieten, deswegen die Dornbuschsavanne heute weiter verbreitet

Es gibt noch weitere Faktoren, die eine Savannenvegetadon beg√ľnstigen, wie zum Beispiel Feuer, die Gro√üwildherden und die verschiedenen Eingriffe des Menschen. Das Feuer ist in der Savanne ein nat√ľrlicher Faktor lange vor dem Erscheinen dem Menschen wirksam gewesen. Gewitter leiten meistens die Regenzeit ein; da um diese Zeit viel trockenes Gras vorhanden ist, kann durch Blitzschlag leicht ein Brand entstehen. Die H√§ufigkeit solcher Br√§nde beweisen die vielen Pyrophyten, das hei√üt Holzarten, die gegen Feuereinwirkung widerstandsf√§hig sind Die Baum - oder Straucharten besitzen oft eine dicke Borke, die nur angekohlt wird und das Kambium sch√ľtzt, oder die Str√§ucher haben √ľber dem Wurzelhals im Boden schlafende Knospen, die austreiben, wenn die oberirdischen Spro√üteile verbrennen. Viele Arten haben unterirdische Speicherorgane, die verholzen k√∂nnen und eine rasche Regeneration erm√∂glichen.
Grasbr√§nde hat schon der primitive Mensch der Urzeit angelegt, um sich und seine Siedlungspl√§tze vor der Gefahr √ľberraschender durch Blitzschlag verursachter Feuer zu sch√ľtzen. Denn bei dem hohen Wuchs der Gr√§ser in den feuchteren Zonen breiten sich die Br√§nde mit gro√üer Geschwindigkeit und Gewalt aus. Heute ist das Abbrennen w√§hrend der Trockenzeit zur allgemeinen Unsitte geworden, um die Jagd auf Gro√üwild zu erleichtern, oder um Ungeziefer (aber auch Schlangen etc.) zu vernichten. Nach einem Grasbrand treiben die Gr√§ser fr√ľher aus, was f√ľr die Beweidung anfangs g√ľnstig ist.
Die Grasbr√§nde k√∂nnen nur in Trockenw√§lder mit Grasunterwuchs eindringen, aber sie dr√§ngen auch den Feuchtwald am Rande zur√ľck. Vor allem verhindern sie jedoch, dass der Wald verlorengegangenes Gel√§nde wie auch die gerodeten und nachtr√§glich vergrasten Fl√§chen wieder zur√ľckerobert.
Ein sehr wesentlicher Faktor f√ľr die Savannen ist die Beweidung durch Gro√üwild. Der Baumjungwuchs wird durch Verbi√ü und Tritt vernichtet. Ganz besonders waldfeindlich sind die Elefanten. Sie rei√üen B√§ume aus oder entrinden die St√§mme. Elefantenf√§hrten lichten den Wald und erlauben den Grasbr√§nden, in den Wald einzudringen. Ein Elefant kann im Durchschnitt vier B√§ume pro Tag vernichten. Die Baumverluste in Miombo - W√§ldern erreichen bis 12,5 % pro Jahr In den Naturschutzgebieten nimmt die Zahl der Elefanten rasch zu. Der Murchison - Park am Albertsee wird durch Elefanten mit der Zeit immer mehr entwaldet. In der Serengeti scheint dagegen ein Gleichgewicht zwischen Wildsch√§den und Vegetationsregeneration zu bestehen. Es ist auffallend, dass in dem wildreichen Afrika viele Holzpflanzen der Savannen dornig sind, w√§hrend das im wildarmen S√ľdamerika und Australien nicht der Fall ist. Das spricht f√ľr eine Auslese von vor Wildverbi√ü gesch√ľtzten Arten.
Eine indirekte Beeinflussung der Vegetation kommt durch Wildpfade zustande, die leicht eine Furchenerosion einleiten, Das gilt vor allem f√ľr Nilpferde, die nachts aus dem Wasser die Flu√üufer hinaufklettern, um auf den Grasfl√§chen zu weiden.
Durch die Erosionsfurchen kann eine nasse Grasfl√§che dr√§niert werden, was wiederum ein Vordringen der Geh√∂lze erm√∂glicht. Noch gr√∂√üer ist die Einwirkung des Menschen, sowohl der Tierz√ľchter als auch der Ackerbauern. Die Beweidung der Savannen n√∂rdlich vom √Ąquator begann mindestens vor 7000 Jahren. W√§lder sind in diesem Gebiet nur noch in kleinen Resten vorhanden.

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