Energiebilanz

    Woher kommt unsere Energie?

    Energiebilanzen

Energie kommt aus dem Griechischen von "energeia" und bedeutet so viel wie Tatkraft. Energie ist unsichtbar, eine Rechengröße, und kann nur an ihren Wirkungen erkannt werden: Sie ist nötig wenn etwas in Bewegung gesetzt, schneller gemacht, hochgehoben bzw. erwärmt werden soll, sie ist z.B. in Rohstoffen gespeichert. Ohne Energie ist kein Leben möglich.
Physikalisch lassen sich die wichtigsten Kennzeichen des Energiebegriffs in vier Aspekten zusammenfassen: Energietransport, Energieumwandlung, Energieerhaltung und Energieentwertung. Diese Energiequadriga kann in sehr unterschiedlichen Konzeptualisierungen eingebettet sein. Eine √ľbliche w√§re z.B. "Energie als F√§higkeit, Ver√§nderungen zu bewirken und als Voraussetzung f√ľr den Ablauf von Prozessen."
Weitere Merkmale des Energiebegriffs sind:

Energie kann weder erzeugt noch vernichtet, sondern lediglich von einer Form in eine andere umgewandelt werden. Dabei bleibt die Menge der Energie in einem abgeschlossenen System konstant, wobei der nutzbare Anteil der Energie sich verändern kann. Das Prinzip der Energieerhaltung ist bis zum jetzigen Zeitpunkt immer bestätigt worden.

Diese Beschreibung wird in zwei Sätzen der Wärmelehre festgehalten:
1. Hauptsatz der Wärmelehre: Prinzip der Energieerhaltung: Bei jedem Vorgang bleibt in einem abgeschlossenen System die Energie (mengenmäßig) erhalten: Energie kann nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden.
2. Hauptsatz der Wärmelehre: Prinzip der Energieentwertung: Energie wird insofern "verbraucht", d.h. entwertet, als dass nach der Umwandlung nur noch ein geringer Teil genutzt werden kann.

F√ľr Sch√ľler ist der Energiebegriff in der Alltagssprache mit vielen Assoziationen belegt: z.B. zu geistiger T√§tigkeit, Sport, Nahrungsaufnahme, Fortbewegung, Energiekrise. Die Kenntnisse aus der traditionellen Herleitung des Energiebegriffs im Physikunterricht √ľber die Definitionen Arbeit, Kraft, Leistung k√∂nnen zu folgendem vermeintlichen Widerspruch f√ľhren:
"Weshalb gibt es eine Energiekrise, wenn die Energie doch erhalten bleibt?"
Durch die unterschiedlichen Konzeptualisierungen, d.h. Erstellung von Konzepten f√ľr den Energiebegriff in den F√§chern Physik und Erdkunde k√∂nnen sich deshalb Verst√§ndnisschwierigkeiten ergeben:
Der 1. Hauptsatz der Wärmelehre sieht im Gegensatz zu den im allgemeinen Sprachgebrauch benutzten Begriffen Energieerzeugung und - verbrauch: Bei Erzeugung von elektrischer Energie in einem Kernkraftwerk handelt es sich z.B. nur insofern um Erzeugung, als die elektrische Energie zuvor nicht vorhanden war. Sie ist aber aufgrund der Umwandlung anderer Energieformen (wie z.B. bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe) entstanden und hat nichts mit "Energieerzeugung" im Sinne von "Neuerschaffung" von Energie zu tun.
Auch die Redewendung "Energieverbrauch" f√ľhrt hier zu Irritationen und kann √ľber den 2. Hauptsatz der W√§rmelehre, das Prinzip der Energieentwertung aufgefangen werden, wenn "Verbrauch" im Sinne einer Entwertung von Energie verstanden wird, d.h., dass die Energie nach der Energieumwandlung an Nutzwert eingeb√ľ√üt hat.
Wichtig ist ebenso die Verdeutlichung, dass sich beide Haupts√§tze auf geschlossene Systeme beziehen, √ľber deren Systemgrenze keine energetische Wechselwirkung stattfindet. Die Erde ist jedoch keine abgeschlossenes System. Im Gesamtsystem des Weltalls bleibt die Energie erhalten, in unserem offenen Teilsystem "Planet Erde" geht jedoch ein Teil in den Weltraum verloren. Dies zu vertiefen eignet sich die Abbildung von "Maler Klecksel".
Nachfolgend soll deshalb ein Weg skizziert werden, die wichtigsten Erscheinungsformen von Energie zu umschreiben.
Die verschiedenen "Charakteristika" der Energie, wie sie nachfolgend skizziert werden, sollten im Unterricht anhand von Experimenten und Beispielen aus der Erfahrungswelt belegt werden, um damit den obengenannten Widerspruch aufzulösen und zu einem größeren Verständnis der Energiethematik zu gelangen.
Maler Klecksel als offenes System

Hier thront der Mann auf seinem Sitze
Und isst z.B. Hafergr√ľtze.
Der L√∂ffel f√ľhrt sie in den Mund,
Sie rinnt und rieselt durch den Schlund,
Sie wird, indem sie weiter läuft,
Sichtbar im Bäuchlein angehäuft. -

So blickt man klar wie selten nur
Ins innre Walten der Natur. -


Wilhelm Busch



In einem Wärmekraftwerk wird chemische Energie bei der Verbrennung in Wärmeenergie, diese in der Dampfturbine in mechanische Energie und diese schließlich im Generator in elektrische Energie umgewandelt.
Die Summe aller Energien des gesamten Weltalls ist unveränderlich.
Die gesetzlich festgelegte Einheit der Energie sind das Joule (=Wattsekunde) und dessen dezimale Vielfache und Teile, z.B. das Kilojoule (1kJ = 1000J). Andere Energieeinheiten sind die Kalorie und (in der Atomphysik) das Elektronvolt.

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