Schnittwerkzeuge

Schnittwerkzeuge

1. Allgemein: Das Trennen
(siehe Bild 1)

1.1 Zerteilen

Zerteilen ist mechanisches Trennen von WerkstĂŒcken ohne Entstehen von formlosem Stoff, also auch ohne SpĂ€ne (spanlos). Es bezieht sich auf Werkstoffe aller Art, wie z.B. Metalle, Papier, Leder und Kunststoffe, unabhĂ€ngig von ihrer Form (siehe Bild 2).

1.2 Werkzeuge

Scherschneidwerkzeug ist ein Werkzeug zum Scherschneiden (siehe Bild 3).
Einige wichtige Begriffe:
    Schneidkeil: ist der Teil des Werkzeuges, der infolge der Relativbewegung zwischen Werkzeug und WerkstĂŒck das WerkstĂŒck trennt. SchneidflĂ€chen: sind die FlĂ€chen am Schneidwerkzeug, die den Schneidkeil bilden. Bei Scherschneidwerkzeugen unterscheidet man hierbei stets zwischen FreiflĂ€chen und DruckflĂ€chen. DruckflĂ€che: ist die am Schneidwerkzeug der WerkstĂŒckoberflĂ€che zugekehrte FlĂ€che des Schneidkeiles. FreiflĂ€che: ist die am Schneidwerkzeug der SchnittflĂ€che des WerkstĂŒckes zugekehrte FlĂ€che des Schneidkeiles. Schneide: ist die Linie, in der sich die den Keil bildenden SchneidflĂ€chen durchdringen. Schneidspalt: ist der Abstand zwischen den Schneiden senkrecht zur Schneidenebene gemessen.

1.3 WerkstĂŒck

(siehe Bild 4)
Wichtige Begriffe:
    Schnitteil: ist ein beim Scherschneiden entstehendes WerkstĂŒck (siehe Bild 4a,4b). SchnittflĂ€chen: sind die durch Schneiden an den WerkstĂŒcken entstandenen FlĂ€chen (siehe Bild 4a,4b). Schnittlinie: ist die Linie, lĂ€ngs der das WerkstĂŒck geschnitten werden soll (siehe Bild 4c). Schnittkanten: sind die Begrenzungskanten der SchnittflĂ€chen (siehe Bild 4a,4b).

2. Scherschneiden

Scherschneiden ist Zerteilen von WerkstĂŒcken zwischen zwei Schneiden, die sich aneinander vorbeibewegen (siehe Bild 5).

2.1 Ordungsgesichtpunkte

Die Tabelle zeigt die wichtigsten Ordungsgesichtpunkte des Scherschneidens:
(siehe Bild 6).

Erster Ordnungsgesichtspunkt:

Form der Schneiden in der Projektion auf die WerkstĂŒckoberflĂ€che.
    Offen - Schneiden: ist schneiden, bei dem die Projektionen der Schneiden auf die WerkstĂŒckoberflĂ€che diese mindestens an einem Rand schneiden (siehe Bild 6a,b,d,e,f,h,i). Geschlossen - Schneiden: ist Schneiden, bei dem die Projektionen der Schneiden an die WerkstĂŒckoberflĂ€che geschlossene Linien bilden (siehe Bild 6c,d,g).

Zweiter Ordnungsgesichtpunkt:

Bewegung der Schneiden.
    DrĂŒckend - Schneiden: ist Schneiden, bei dem die Bewegung zwischen Schneidwerkzeug und WerkstĂŒck in der Schneideebene senkrecht zur Schneide verlĂ€uft (siehe Bild 6a,c,e,h). Ziehend - Schneiden: ist Schneiden, bei dem die Bewegung zwischen Schneidwerkzeug und WerkstĂŒck, in der Schneideebene gemessen, schrĂ€g zur Schneide erfolgt (siehe Bild 6b,d,f,g,i).

Dritter Ordnungsgesichtpunkt:

Stellung der Schneiden zueinander.
    Vollkantig - Schneiden: (auch parallelkantig Schneiden) ist Schneiden zwischen zwei in der Schneidebene gleichabtstÀndigen Schneiden, wobei die Schneiden von Beginn an in der vollen LÀnge der Schnittlinie wirken (siehe Bild 6a,b,c,d). Kreuzend - Schneiden: ist Schneiden zwischen zwei in der Schnittebene sich kreuzenden Schneiden, wobei die Schneiden entlang der Schnittlinie allmÀhlich eindringen (siehe Bild 6 e,f,g,h,i). Beim Offen - Schneiden kann es zwischen zwei Langmessern, zwischen Lang - und Kreismesser oder zwischen zwei Kreismessern laufen.

Vierter Ordnungsgesichtspunkt:

Lage der Schnittlinie zur WerkstĂŒckbegrenzung:
Schneidtechniken:
    Ausschneiden: Die Werkstofftrennung erfolgt lĂ€ngs der Umgrenzung des Produkts, meist in einem geschlossenen Linienzug. Werkzeug: Umgrenzungsschnitt (siehe Bild 7 a). Trennschneiden: das Produkt entsteht durch Abschneiden vom Werkstoffstreifen. Die Trennlinie ist ein Teil der Umgrenzungslinie des Produkts. Werkzeug: Trennschnitt (siehe Bild 7 b). Einschneiden: Teilweise Werkstofftrennung im Produkt. Werkzeug: Einschneidetrennwerkzeug (selten) (siehe Bild 7 c). Lochen: Ausschneiden von Löchern innerhalb der Umgrenzung des Produkts. Werkzeug: Lochschnitt (siehe Bild 7 d). Beschneiden: Der beim Tiefziehen und Biegen entstehende Zieh - bzw. Biegerand muss weggeschnitten werden. Werkzeug: Beschneideschnitt (siehe Bild 7 f). Abgraten: Entfernen des Grates bei Preß - und GußstĂŒcken. Werkzeug: Abgratschnitt (siehe Bild 7g) Nachschneiden: Das Produkt wird in entgegengesetzter Schneidrichtung neuerlich geschnitten, wodurch die Schnittkanten schĂ€rfer und die SchnittflĂ€chen glatter werden. Werkzeug: Nachschneideschnitt (siehe Bild 7 e). Stechen: der Werkstoff wird mit einem zugespitzten Stempel durchgerissen kein - kein Abfall (siehe Bild 7 h). Abschneiden: ist vollstĂ€ndiges trennen eines Halbfertigteiles oder Fertigteiles vom Rohteil oder Halbfertigteil lĂ€ngs einer offenen (d.h. einer in sich nicht geschlossenen ) Schnittlinie (siehe Bild 7 i). Zerschneiden: ist vollstĂ€ndiges Trennen eines Roh - oder Halbfertigteiles in mehrere WerkstĂŒcke lĂ€ngs einer offenen oder geschlossenen Schnittlinie (siehe Bild 7 j). Ausklinken: Herausschneiden von FlĂ€chenteilen an einer inneren oder Ă€ußeren Umgrenzung von WerkstĂŒcken lĂ€ngs einer an zwei Randstellen offenen Schnittlinie (siehe Bild 7 k). Knabberschneiden: ist stĂŒckweises Abtrennen des Werkstoffes lĂ€ngs einer beliebig geformten Schnittlinie (siehe Bild 7 l).

FĂŒnfter Ordnungsgesichtpunkt:

Anzahl der HĂŒbe zum vollstĂ€ndigen Erzeugen des WerkstĂŒckes.
    Gesamtschneiden: ist Schneiden mehrerer Schnittlinien am gleichen WerkstĂŒck in einem Hub. Folgeschneiden: ist Schneiden mehrerer Schnittlinien am gleichen WerkstĂŒck in mehreren HĂŒben, wobei eine Anzahl von WerkstĂŒcken gleichabstĂ€ndig im Streifen angeordnet sind.

2.2 Der Schneidvorgang beim Scherschneiden

(siehe Bild 8)
die Schneiden dringen zuerst in den Werkstoff ein; bei einer Eindringtiefe von etwa einem Viertel der Blechdicke beginnt bei Stahl der Fließvorgang. Durch das ZusammendrĂŒcken erhöht sich die Zugfestigkeit des Werkstoffes (siehe Bild 8).
Durch das Aufsetzen der Messer bzw. durch ihr Eindringen und bedingt durch ihre Breite entsteht ein KrĂ€ftepaar, das das WerkstĂŒck zu verdrehen sucht.

Außerdem ist es, um die SchneidkrĂ€fte gering zu halten, erstrebenswert, dass die FließflĂ€chen im Material zusammenfallen. das ergibt einen großen Schneidenspalt und damit SchĂŒlpenbildung.
Gegen Verdrehen benötigt man krÀftige Niederhalter.

(siehe Bild 9) : Je dĂŒnner und weicher der Werkstoff, um so kleiner der Schneidspalt. Je dicker und hĂ€rter der Werkstoff, um so grĂ¶ĂŸer der Schneidspalt (siehe Bild 9, 10).

2.4 Werkzeuge zum Schneiden

In der Industrie werden besonders die Scherschneidwerkzeuge in grĂ¶ĂŸtem Umfang eingesetzt.
Schneidwerkzeuge:
    Freischneidwerkzeug: (Freischnitt) : (siehe Bild 10) was im Bild zeigt, besteht aus der Grundplatte mit der Schneidplatte (Schnittplatte), wie auf den Bildern (siehe Bilder 11,12) zu sehen ist, oder dem Schneidring (Schnittring) und dem Schneidstempel (Schnittstempel), (siehe Bild 13). Die Form der Schneidplatten geben die Bilder (siehe Bilder 14,15) wieder. Beim Freischneiden werden Schneidplatte und Schneidstempel nur durch die MaschinenfĂŒhrung gefĂŒhrt. Einfachschneidwerkzeug: (siehe Bild 16) - nur fĂŒr einfache Teile geeignet; die ZufĂŒhrung erfolgt durch Hand oder automatisch; Nachteil: kompliziertere Teile mĂŒssen in mehreren ArbeitsgĂ€nge bearbeitet werden; einfache Werkzeuge; teilweise schlechte Werktstoffausnutzung. Mehrfachschneidwerkzeug: (siehe Bild 17) in einem Stempel sind mehrere gleichartige Stempel angeordnet, so dass bei einem Arbeitshub gleichzeitig mehrere Teile ausgeschnitten werden. Die ArbeitsproduktivitĂ€t wird erhöht. Es gibt noch Folgeschneidwerkzeug, Seitenschneider u.s.w. (siehe Bilder 18,19). SĂ€ulenfĂŒhrungsschneidwerkzeug: (siehe Bild 20) Beim SĂ€ulenfĂŒhrungsschneidwerkzeug (SĂ€ulenfĂŒhrungsschnitt) ohne (siehe Bild 20) oder mit beweglicher FĂŒhrungsplatte (siehe Bild 21) ist das Ergebnis noch besser, das Werkzeug ist dementsprechend besonders in der AusfĂŒhrung B teuer (AusfĂŒhrung B mit zusĂ€tzlich gefĂŒhrter Stempelplatte). Gesamtschneidwerkzeug: (Gesamtschnitt) (siehe Bild 22) Beim Gesamtschneidwerkzeug erfolgt das Schneiden sowohl außen als auch innen, man erhĂ€lt sehr genau zentrische Schnitte; durch einen Federboden wird das Ausgestanzte StĂŒck wieder zurĂŒck gepreßt (siehe Bild 22).
Rest im Buch S.83.

2.5 GerÀte und Maschinen

Man unterscheidet:
Einfache Hebelscheren: Papierscheren (siehe Bild 23), Blechscheren (siehe Bild 24), Stockscheren (siehe Bild 25), Tafelscheren (siehe Bild 26), fĂŒr Rundmaterialien - Drahtscheren (siehe Bild 27), Hebelscheren mit zwei - oder mehrfacher Übersetzung werden fĂŒr Bleche und Profile der verschiedensten Art verwendet (siehe Bild 28,29), Universalschere (siehe Bild 30).






Bei den Kreisscheren unterscheidet man:

    Kreisscheren (siehe Bild 31) haben ebenfalls zwei Kreismesser. Mit ihnen kann man aus einer Blechtafel, die zentrisch gespannt wird, einen Vollkreis oder Kreisringe ausschneiden. Der Mittelpunkt der beiden Messerachsen muss im Zentrierkörper liegen (siehe Bild 32). Kurvenscheren (siehe Bild 33) entsprechen in ihrem Aufbau den Kreisscheren. Die Messerstellung ist jedoch wieder parallel, aber schrĂ€g zum WerkstĂŒck. Mit ihnen können beliebig geformte Kurven meist freihĂ€ndig geschnitten werden (siehe Bild 33). FĂŒr sehr lange WerkstĂŒcke wird eine Kreis - und Langmesserschere verwendet (siehe Bild 34). Es gibt noch Knabberscheren, sowie Durchschub und Formstangenschere (siehe Bild 38). (siehe Bild 36) Blockscheren. (siehe Bild 37) Profiluniversalscheren.











































































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