Sport im Kontext sozialer Klassen

Sport im Kontext sozialer Klassen - soziale Ungleichheit im Sport

Anmerkung

In der Hausarbeit benutze ich den Begriff der sozialen Schicht, obwohl das klassische Schichtenmodell nicht mehr der heutigen Gesellschaftsstruktur entspricht, die in sich differenzierter geworden ist.
Doch zum besseren VerstÀndnis möchte ich an diesem Modell festhalten und unterscheide zwischen unterer, mittlerer und oberer Schicht.

1 Einleitung

In den letzten Jahrzehnten hat sich die SportausĂŒbung in Institutionen, wie z.B. Vereinen, privat betriebenen Sportschulen, Fitneßzentren, oder auch ohne institutionelle Bindung zu einer der beliebtesten FreizeitbeschĂ€ftigungen der Menschen entwickelt. Man kann sogar von dem Ausbruch eines regelrechten ‘Sportbooms’ sprechen, der sich auf die VerĂ€nderungen innerhalb der Gesellschaft zurĂŒckfĂŒhren lĂ€sst. Sport ist fĂŒr alle Gruppierungen zugĂ€nglich geworden, angefangen vom SĂ€uglings - bis zum Seniorenalter und unabhĂ€ngig von der sozialen Schicht. Dem Sport, vor allem aber dem Freizeitsport, wird deshalb die FĂ€higkeit zugesprochen, Menschen in vorzĂŒglicher Weise integrieren zu können. Bei genauerer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass der Sport ungeschriebenen Gesetzen unterliegt, die es bestimmten Personengruppen unmöglich machen, die Sportart ihrer Wahl auszuĂŒben. Damit gerĂ€t die Fassade des Sports:
    Sport kennt nur eine Sprache Sport dient der Integration Sport ist unabhÀngig von sozialen Schichten
erheblich ins ‘Bröckeln’, und es muss eine Hinterfragung stattfinden.
Folgende Fragen treten in den Vordergrund:
    Welche Determinanten spielen eine Rolle? Wie haben sich der Sport und die Sportmotive im Laufe der Zeit verĂ€ndert? Wer fĂŒhrt welchen Sport aus und mit welcher Zielsetzung? Hat der Sport seine eigenen Gesetze oder ist er nur ein Abbild der Gesellschaft?
Diese Fragestellungen und möglicherweise ihre Beantwortung sind Thema der vorliegenden Arbeit. Als Hilfe habe ich Texte benutzt, die sich besonders mit dem Sport im Kontext sozialer Klassen, bzw. sozialer Ungleichheit im Sport befassen.

2 Hauptteil

2.1 Welche Determinanten spielen eine Rolle?

In bezug auf das sportliche Engagement ist die gehobene Mittelschicht der Gesellschaft in den Sportvereinen ĂŒberreprĂ€sentiert. Das lĂ€sst sich ermessen an dem Beispiel einer statistischen Erfassung von jugendlichen Vereinsmitgliedern, deren Auswertung belegt, dass 53,6% der Jugendlichen eines Vereins der Mittelschicht zugeordnet werden können, wĂ€hrend nur 25,8% von ihnen unteren sozialen Schichten angehören. Dieser signifikante Unterschied regt an, ĂŒber GrĂŒnde fĂŒr ein solch erkennbares GefĂ€lle im sportlichen Engagement nachzudenken und fĂŒhrt sogleich zu der Vermutung, dass die soziale Schichtzugehörigkeit ein bedeutsamer Faktor sein muss. Die abgebildete Statistik - Einfluß der sozialen Schicht der Jugendlichen auf den Sportvereinsstatus; Jugendsportstudie NRW 1992 - beweist, in welchem Maße die Quote der sportaktiven Jugendlichen analog zu einem ‘höheren’ sozialen Status wĂ€chst. Die einzige Ausnahme bilden die Jugendlichen der ‘hohen’ sozialen Schicht, die weniger in allgemeinen Sportvereinen vertreten sind als die der mittleren und ‘mittel - hohen’ Schicht.

Abb. 1: Einfluß der sozialen Schicht der Jugendlichen auf den Sportvereinsstatus; Jugendsportstudie NRW 1992


Das erhebliche GefÀlle der SportaktivitÀt aufgrund sozialer Schichtzugehörigkeit ist im Erwachsenenbereich noch stÀrker ausgeprÀgt. Da die der unteren Schicht zuzurechnenden Erwachsenen den Sport als etwas Jugendspezifisches betrachten, betreiben nur wenige von ihnen eine Sportart.
Die Schichtzugehörigkeit scheint die wichtigste Determinante zu sein, die das individuelle Sportengagement beeinflußt. Das lĂ€sst sich aus den Texten entnehmen. Doch mit der Frage des ‘Warum’ setzt sich kein Text direkt auseinander. Sie bleibt offen, weshalb ich versuchen möchte, eine mögliche Antwort zu finden.
Mitglied eine ‘gehobenen’ Schicht zu sein, ist oftmals mit einem gewissen Bildungsstand verbunden. Diese Eltern sind bemĂŒht, ihren Kindern durch die Anregung zur SportaktivitĂ€t eine Möglichkeit zur ‘gesunden’ FreizeitbeschĂ€ftigung zu geben. Dagegen werden Kinder unterer sozialer Schichten schon vielmehr in das Arbeitsleben der Familie integriert. FĂŒr sie mag auch die Beitragszahlung, die in den meisten Vereinen verlangt wird, ein Hinderungsgrund sein, einem Verein beizutreten. Obwohl mir das Argument nur bei der AusĂŒbung besonderer Sportarten von bedeutender Relevanz erscheint, denn viele Vereine erheben einen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringen monatlichen Beitrag von höchstens 10, - bis 20, - DM.
Ich sehe vor allem in dem Vorbildcharakter der Eltern einen entscheidenden Faktor. Da die Eltern unterer sozialer Schichten selten selbst einem Verein angehören, werden ihre Kinder gar nicht erst mit dem Vereinssport in BerĂŒhrung gebracht. Vielleicht sind diese Überlegungen eine ErklĂ€rung fĂŒr das PhĂ€nomen:
obere soziale Schicht → grĂ¶ĂŸeres Sportengagement
untere soziale Schicht → geringeres Sportengagement
In keiner Weise möchte ich die einzelnen unterschiedlichen Schichten damit pauschalisieren oder kritisieren.
Eine weitere Determinante ist geschlechtsspezifisch bedingt. Innerhalb einer jeden sozialen Schicht kann man die Feststellung machen, dass MĂ€nner in Sportvereinen gegenĂŒber Frauen ĂŒberreprĂ€sentiert sind. Obwohl sich seit einigen Jahren eine zahlenmĂ€ĂŸige Angleichung von sporttreibenden Frauen und MĂ€nnern zumindest in den mittleren und oberen Schichten abzeichnet, bleibt die große Differenz in der unteren Schicht konstant. Was sind die GrĂŒnde des eklatanten SchichtgefĂ€lles beim sportlichen Engagement der Frauen?
Die weitverbreitete Meinung in der unteren Schicht, Sport sei eine MĂ€nnerdomĂ€ne, wird von den dieser Schicht zugehörenden Frauen ĂŒberwiegend akzeptiert. DemgegenĂŒber steht der emanzipatorische Ansatz der Frauen aus den höheren Schichten, die sich den MĂ€nnern gleichberechtigt fĂŒhlen und mehr Durchsetzungskraft ausĂŒben. Sie bleiben außerdem im VerhĂ€ltnis zu den anderen Frauen lĂ€nger ungebunden, d.h. die FamiliengrĂŒndung beginnt fĂŒr sie auch erst zu einem spĂ€teren Zeitpunkt. Auffallend ist die Abnahme des sportlichen Engagements bei den Frauen im fortgeschrittenen Alter, einerseits begrĂŒndet in dem geringen Angebot sportlicher AktivitĂ€ten fĂŒr Frauen ab dem 50. Lebensjahr, andererseits in dem von der Gesellschaft propagierten Bild der jungen, sportlichen Frau, so dass Hemmungen bei Ă€lteren Frauen eine SportausĂŒbung verhindern.
Bei den MĂ€nnern dagegen ist sogar in einem solchen Lebensalter noch ein Zuwachs bei der Mitgliedschaft in Sportvereinen zu verzeichnen.
Als zwei weitere Determinanten gelten die Schullaufbahn und die Siedlungsstruktur. Allerdings liegen mir zu diesem Thema nur Texte und Statistiken vor, die sich ausschließlich mit Jugendlichen befassen. Es wird festgestellt, dass Jugendliche mit einer höheren Schulbildung im Vereinssport stĂ€rker vertreten und aktiver sind als andere. Bezogen auf die Siedlungsstruktur ergibt sich folgende Aussage: Die Jugendlichen, die in lĂ€ndlichen Gebieten aufwachsen, treiben mehr Sport als jene, die in Ballungszentren und solitĂ€ren Verdichtungsgebieten leben. Die Auswertungen in dem mir vorliegenden Text (Sportchancen im Kindes - und Jugendalter, soziale Ungleichheit und die Vision: "Sport fĂŒr alle" von Klaus - Peter Brinkhoff) begrenzen sich zwar auf Jugendliche, doch bin ich der Meinung, dass sie sich durchaus auf Erwachsene ĂŒbertragen lassen.
Die genannten Determinanten - soziale Schichtzugehörigkeit, Geschlecht, Alter, Schulbildung, Wohnort - mĂŒssen bei der Betrachtung des sportlichen Engagements der Gesellschaft als bedeutsame Faktoren berĂŒcksichtigt werden.

2.2 Wie haben sich der Sport und die Sportmotive im Laufe der Zeit verÀndert?

In der Vergangenheit ist das SportverstĂ€ndnis ausschließlich mit den Begriffen Leistung und Wettbewerb in Verbindung gebracht worden und die AusĂŒbung einer sportlichen TĂ€tigkeit zum grĂ¶ĂŸten Teil der mĂ€nnlichen Bevölkerung vorbehalten geblieben. Die aufgrund der Abgrenzung nach ‘außen’ stark ausgeprĂ€gte Einheitlichkeit des traditionellen Sportmodells hat dazu gefĂŒhrt, sich heutzutage weitgehend von diesem Modell abzuwenden. Das wird erkennbar in der nachstehenden Tabelle, die die Rangfolge von sieben Sportmotiven aufzeigt.

Tab. 1: Rangfolge von sieben Sportmotiven
Rang
Sportmotiv
Durchschnittlicher Rang
1
Gesundheit
1.71
2
Kollegen, Geselligkeit
3.37
3
Körpererfahrung
3.43
4
einmalige Erlebnisse
4.51
5
Ausleben von GefĂŒhlen
4.58
6
Leistungsziele
4.75
7
Abbau von Aggressionen
5.08

Mit der Öffnung des Sports fĂŒr alle Bevölkerungsschichten verliert er auch seine Einheitlichkeit. Die Verankerung des Sports in festen Vereinsstrukturen hat sich aufgelöst. Viele Leute bevorzugen es, ihren Sport in der Natur oder in einer öffentlichen Sportanlage zu betreiben. Eine ErklĂ€rung fĂŒr diese Entwicklung veranschaulicht die Darstellung in der Tabelle 2.

Tab. 2: Ort und Organisationsgrad der SportaktivitÀt
Prozentwerte
nie
jÀhrlich
monatlich
wöchentlich
tÀglich
Turn - und Sportverein
59,3
1,5
4,8
30,0
4,3
freie Natur
9,1
16,4
34,6
32,5
7,5
privates Sportzentrum
58,1
8,6
8,6
21,1
3,7
öffentliche Sportanlage
22,4
27,9
33,3
14,7
1,7
zu Hause
53,5
8,6
11,7
16,8
9,3

Die verĂ€nderte Einstellung der Gesellschaft dem Sport gegenĂŒber spiegelt sich ebenfalls wider in den neuen Aufgabengebieten, die jetzt dem Sport zugeteilt werden. In seiner Vielfalt bietet er die Möglichkeit zur BewĂ€ltigung allgemeiner sozialer Probleme oder dient als Erlebnisraum einer computergesteuerten, monotonen Gesellschaft.
Es zeigt sich, dass "der Sport als einstmals homogenes Gebilde zunehmend in verschiedene Sportmodelle zerfĂ€llt, die sich bezĂŒglich AusprĂ€gungsformen, SportverstĂ€ndnis, Werbestruktur und Organisationsform grundlegend unterscheiden." (Lamprecht/Stamm 1995, In: Sportwissenschaft 3, S.267/268)

2.3 Wer fĂŒhrt welchen Sport aus und mit welcher Zielsetzung?

Jede soziale Schicht ist von bestimmten Verhaltens -, Erscheinungs - und Darstellungsformen ihrer Mitglieder geprĂ€gt, so dass innerhalb der Schichten ein gewisser Geschmack dominiert, der RĂŒckschlĂŒsse auf die soziale Position eines Menschen zulĂ€sst. Auch beim Sport und dessen AusĂŒbung können Vorlieben in bezug auf den sozialen Status einer Person konstatiert werden.
"Der Körper und seine Praktiken (sind) wesentliche Bestandteile des Distinktionssystems der Gesellschaft." (Hortleder/Gebauer, 1986, In: Sport - Eros - Tod, S.129)
Die Sportarten, wie z.B. Boxen, Rugby, Bodybuilding, finden ein bevorzugtes Interesse bei Menschen der unteren Schicht. Die PrioritÀt beim Sporttreiben wird in das kÀmpferische Element gesetzt und den damit verbundenen bedingungslosen Einsatz des Körpers sowie in den Wunsch und das Ziel nach einer Verformung des Körpers im Sinne eines Muskel - und Kraftzuwachs.
Dies widerspricht der Tendenz Sporttreibender der Mittelschicht, die den Sport ‘verfeinern’ wollen und fĂŒr die im VerhĂ€ltnis zum physischen Einsatz vielmehr die Technik, Geschicklichkeit und Intelligenz, mit der eine Sportart ausgeĂŒbt werden kann, eine wichtige Rolle spielt. Sie haben auch den Begriff der SportĂ€sthetik geprĂ€gt, der die genannten Eigenschaften zusammenfaßt. Als Zielsetzung stehen die Erhaltung des Wohlbefindens, der Gesundheit und die Vorbeugung einer Altersretardierung im Vordergrund. Die AusĂŒbung einer Sportart der mittleren bzw. ‘höheren’ Schicht ist oftmals an die Einhaltung von Bedingungen gebunden, z.B. gutes Benehmen, Anpassung an Kleidungsvorschriften, ZurĂŒckhaltung von GefĂŒhlsausbrĂŒchen. Es besteht dagegen eine Neigung zum Verbalisieren der eigenen Sporterfahrung.
Mit der Absicht, sich in ihrer sportlichen BetĂ€tigung von der breiten Masse Sporttreibender distanzieren zu wollen, wĂ€hlen Menschen der höheren Schicht oft eine elitĂ€re Sportart, die ihre ExklusivitĂ€t durch hohe AufnahmegebĂŒhren, Aufnahmestops und die besondere Wahl des Standorts erhĂ€lt. "Ein Mitglied einer sozialen Schicht (bevorzugt) in der Regel die Merkmale des Sporttreibens der eigenen Schicht im Gegensatz zu denen der jeweils anderen Schichten." (Hortleder/Gebauer, 1986, In: Sport - Eros - Tod, S.127)

2.4 Hat der Sport seine eigenen Gesetze oder ist er nur ein Abbild der Gesellschaft?

Um diese Frage beantworten zu können, ist es notwendig den allgemeinen Begriff des Sports in Wettkampfsport und Freizeitsport zu gliedern, damit eine detaillierte Betrachtungsweise möglich wird. Die meisten Menschen sehen den Unterschied zwischen Wettkampfs - und Freizeitsport nur in der IntensitĂ€t des Trainings. Doch es bestehen weitaus mehr Differenzen. Ein wichtiger Aspekt im Wettkampfsport bedeutet die Chancengleichheit, die fĂŒr den Sportler erst die Voraussetzung schafft, das erwĂŒnschte Ziel zu erreichen. Beim Wettkampf selbst spielt die ökonomische Situation oder der soziale Status des Sportlers keine Rolle. Diese prinzipielle Gleichheit dient dem Prozeß der Entdifferenzierung.
Im Gegensatz dazu ist die Abgrenzung der einzelnen sozialen Schichten im Freizeitsport nicht nur gegenwĂ€rtig, sondern sie wird auch als essentiell betrachtet, um die eigene IdentitĂ€t zu bewahren. Jegliche Tendenz, die eine Integration aller Menschen fördern könnte, stĂ¶ĂŸt auf allgemeine Ablehnung. So ist der Freizeitsport durch die bereits erworbene gesellschaftliche Differenzierung gekennzeichnet und damit ‘Abbild der Gesellschaft’, wĂ€hrend der Wettkampfsport eigenen Gesetzen unterliegt. Innerhalb der Regelvorschriften findet eine direkte AusĂŒbung von Gewalt statt, mit dem Ziel, den Gegner zu besiegen. Nach dem Wettkampf ist der Gewaltausbruch sofort beendet. Aufgrund der GewaltausĂŒbung widerspricht der Wettkampfsport unserer Gesellschaftsordnung, die sich bemĂŒht, Gewalt durch Ă€ußere Institutionen zu regulieren.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich im Freizeitsport die Gesellschaftsordnung widerspiegelt und der Wettkampfsport seine eigene GesetzmĂ€ĂŸigkeit hat.

3 Schlußbemerkung

Bevor ich mich mit den verschiedenen Texten auseinandergesetzt habe, bin ich der Überzeugung gewesen, dass der heutige Sport - insbesondere der Freizeitsport - eine Integration von Menschen fördert und zum Abbau von Vorurteilen beitrĂ€gt. Anhand der Statistiken und Tabellen ist mir erst aufgefallen, welche Determinanten fĂŒr das individuelle Sportengagement ausschlaggebend sind, und die Erkenntnis der BemĂŒhungen des Menschen, sich von anderen Gruppen zu distanzieren, hat mich erschreckt. Eine strikte Einhaltung dieser Entwicklung kann nur zu dem Ergebnis fĂŒhren, dass bestimmte Sportarten bestimmten Schichten vorbehalten bleiben. Der Gemeinschaftssinn beim Sport geht verloren, und Ă€ußere Faktoren wie Prestige und ReprĂ€sentation rĂŒcken in den Vordergrund. Obwohl im Vergleich zu frĂŒher das Sportsystem sich demokratisiert hat und fĂŒr Menschen aller sozialen Schichten geöffnet worden ist, erweist sich der Inklusionsprozeß jedoch wieder als neue Möglichkeit zur sozialen Differenzierung und Distinktion.
Existiert die aufgestellte These - Sport dient der Integration - weiterhin nur als Illusion oder gibt es eine Lösung?
Ich sehe den einzigen realisierbaren Lösungsansatz im Schulsport. Da eine Schulpflicht fĂŒr alle Kinder besteht, der Schulsport daher ein Pflichtfach ist, hat er u.a. die Aufgabe der Integration zu erfĂŒllen. Kinder aus den verschiedenen sozialen Schichten treiben gemeinsam Sport und werden aufgrund des Unterrichts neugierig gemacht auf die vielfĂ€ltigen Sportarten, die sie dann bei Interesse vorbehaltlos in Sportvereinen ausĂŒben können - vielleicht mit positiver Auswirkung auf andere Altersgruppen.

Literaturverzeichnis

    BRINCKHOFF, K. - P. (1995): Sportchancen im Kindes - und Jugendalter. Soziale Ungleichheiten und die Vision "Sport fĂŒr alle". In: Sportunterricht 44, H. 11, S.463 - 473. GEBAUER, G. (1986): Festordnung und Geschmacksdistinktion. Die Illusion der Integration im Freizeitsport. In: Hortleder, G./Gebauer, G. (Hg.): Sport - Eros - Tod. Frankfurt/M., S. 113 - 143. LAMPRECHT, M./STAMM, H. (1995): Soziale Differenzierung und soziale Ungleichheit im Breiten - und Freizeitsport. In: Sportwissenschaft 3, S.265 - 284. SCHLAGENHAUF, K./TIMM, W. (1981): Differentielles Sport - und Vereinsengagement. In: Sportwissenschaft 2, S.151 - 168

2177 Worte in "deutsch"  als "hilfreich"  bewertet