Maria Stuart











Maria Stuart







Trauerspiel
von
Friedrich Schiller
Inhaltsverzeichnis

Der Historische Hintergrund


Die Schottische Politik wurde im 16. Jahrhundert von folgenden Faktoren beeinflu├čt:
    England unternahm immer wieder neue Versuche Schottland in seine Abh├Ąngigkeit zu dr├Ąngen. Schottland versuchte deswegen die alte Allianz mit dem englischen Erbfeind Frankreich wiederzugewinnen. Der Adel versuchte diese Situation auszunutzen, um f├╝r sich Vorteile zu gewinnen. Dies schw├Ąchte das K├Ânigshaus zus├Ątzlich. Diese beiden Faktoren beeinflu├čten Schottland verst├Ąrkt, als England und Frankreich Exponenten religi├Âser Kr├Ąfte wurden.

Maria Stuart wurde am 8. Dezember 1542 auf dem Schlo├č Linithgow bei Edingurg geboren. Ihr Vater war der schottische K├Ânig Jakob V., ihre Mutter Maria von Guise. Maria Stuart wurde in der Heimat ihrer Mutter am franz├Âsischen Hof erzogen. Als 16j├Ąhriges M├Ądchen heiratete sie 1558 Dauphin, der 1559 als Franz II. K├Ânig wurde und 1560 starb. Sie wurde zur ├╝berzeugten Katholikin.
Nach dem Tod von Maria von England wurde ihre Halbschwester Elisabeth, 1558 K├Ânigin von England. Unter franz├Âsischen Druck erkannte Maria Stuart Elisabeth nicht als englische K├Ânigin an, sondern erhob selbst den Anspruch auf den Thron, da Elisabeth aus katholischer Sicht nur die illegitime Tochter Heinrichs war.
Elisabeth stellte nach der kurzen katholischen Herrschaft Marias den Protestantismus wieder her. Schottland erkannte Elisabeth als K├Ânigin Englands an und wurde protestantisch.
Im August 1561 traf die franz├Âsich - katholische Maria Stuart wieder in Schottland ein und wurde dort K├Ânigin. So wurde sie f├╝r Elisabeth ein politischer Unruheherd. 1565 heiratete sie ihren Vetter Henry Darnley, Enkel der Schwester Heinrichs VIII. Durch diese Heirat, die auch durch Liebe bestimmt wurde schaltete sie diesen als Konkurrenten um den englischen Thron aus und konnten gemeinsam mit ihn den Anspruch auf den Thron verst├Ąrken. Die Ehe stellte sich jedoch rasch als Katastrophe heraus.
Im Februar 1567 wurde Darnley ermordet, wof├╝r Maria verd├Ąchtigt wurde. Bereits im Mai 1567 heiratete Maria den Grafen von Bothwell, der sie Ende April entf├╝hrte, was mit Einverst├Ąndnis von Maria Stuart geschehen sein k├Ânnte. Dies hatte einen Skandal zufolge, was zu einer Scheidung im Eilverfahren f├╝hrte.
Nach Marias dritter Heirat erhob sich der schottische Adel unter Morays Anf├╝hrung gegen Maria. Nach zwei verlorenen Schlachten floh Maria nach England mit der Hoffnung Elisabeth w├╝rde sie unterst├╝tzen. Doch Elisabeth unterst├╝tzte die protestantische Linie Morays und lie├č Maria Stuart nicht zur├╝ck nach Schottland. Ebenso schrak Elisabeth zur├╝ck Maria nach Frankreich zu lassen, da diese dort vielleicht anti - englische Politik aktiviert h├Ątte. Doch auch im eigenen Land konnte Maria zu einem Problem werden, da sie angema├čte englische K├Ânigin war, die beabsichtigte, den Katholizismus wieder einzuf├╝hren.
Thomas Howard, Herzog von Norfolk, rangh├Âchster Aristokrat Englands und Haupt des katholischen Adels im Norden, plante 1568 Maria zu heiraten. Dies lie├č Elisabeth jedoch nicht zu, weil dies Marias Macht gest├Ąrkt h├Ątte. Norfolk verfolgte seine Pl├Ąne jedoch weiter und wurde gefangengenommen. Daraufhin erhob sich der Adel des Nordens um Maria zu befreien, doch der Aufstand schlug fehl. Norfolk wurde 1570 wieder entlassen, aber nach einem weiteren Befreiungsversuch Marias 1571 wieder gefangengenommen und 1572 hingerichtet.
1586 wurde Maria vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Diplomatische gr├╝nde hielten Elisabeth davon ab, das Urteil nicht sofort vollstrecken zu lassen. Erst am 8. Februar 1587 wurde die K├Ânigin von Schottland nach neunzehnj├Ąhriger Gefangenschaft gek├Âpft. Sie starb voll W├╝rde und Fassung.

Das Leben Schillers


Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Sein Vater war Offizier und Beamter, seine Mutter die Tochter eines Wirts.
Schon als Kind stand fest, dass er einmal Geistlicher werden w├╝rde. Deshalb besuchte er 1766 in Ludwigsburg die Lateinschule. Doch auf Befehl des Herzogs Karl Eugen von W├╝ttemberg trat er in die neu gegr├╝ndete Milit├Ąrpflanzschule ein, die Offiziere und Beamte ausbildete. Dort studierte Schiller zuerst Rechtswissenschaft und dann Medizin. Er litt sehr unter dem strengen Kasernenleben. Nur heimlich konnte er die von ihm gesch├Ątzte moderne Literatur lesen.
Nach bestandener Pr├╝fung wurde Schiller Regimentsmedikus im Stuttgarter Millit├Ąrlazarett. Er widmete sich aber mehr seinen ersten Dichtungen. Als aus dem Schweizer Kanton Graub├╝nden eine Beschwerde wegen Schillers Erfolgsst├╝ck "Die R├Ąuber", eintraf, verhing der ver├Ąrgerte Karl Eugen das Verbot ├╝ber Schiller sich mit poetischer Dichtung zu befassen. Daraufhin floh Schiller 1782 mit seinem Freund Andreas Streicher nach Mannheim. Noch im selben Jahr flohen beide aus Angst vor der Verfolgung des Herzogs weiter nach Oggersheim.
1783 kehrte Schiller zur├╝ck nach Mannheim, wo er die Stelle eines Theaterdichters am Mannheimer Nationaltheater annahm. Ein Jahr sp├Ąter wurde der Vertrag am Theater jedoch nicht verl├Ąngert. Schiller versuchte sich als freier Schriftsteller. Er geriet immer weiter in finanzielle Bedr├Ąngnis, bis er von seinen beiden Leipziger Verehrern, Ferdinand Huber und Christian Gottfried K├Ârner, Hilfe bekam. K├Ârner und Schiller wurden bald gute Freunde.
Als Schiller K├Ârner nicht mehr zur Last fallen wollte, versuchte er sich durch Goethe in Weimar eine Existenz aufzubauen. Dieser befand sich zur Zeit jedoch noch in Italien. Schiller beschlo├č auf Goethe zu warten und lebte wieder von seiner Arbeit als Schriftsteller.
1790 heiratete Schiller die bescheidene und h├Ąusliche Charlotte von Lengfeld, welche ihm zeitlebens eine treue Gef├Ąhrtin blieb. Sie schenkte ihrem Mann zwei Knaben und zwei M├Ądchen.
Als Goethe aus Italien zur├╝ckkam vermied dieser zuerst bewu├čt den pers├Ânlichen Verkehr mit Schiller, weil er ihm noch im Bann des l├Ąngst ├╝berwundenen Sturmes und Dranges glaubte. Doch Charlotte von Langfeld zuliebe veranlasste er 1789 Schillers Berufung als Professor der Geschichte an der Universit├Ąt in Jena.
1790 erkrankte Schiller an Lungenentz├╝ndung, die ihn 1791 fast den Tod brachte. Dem Dichter fehlte es bald am N├Âtigsten, weil Apotheke und Arzt nahezu alle Eink├╝nfte verzehrten. Der junge d├Ąnische Dichter Jens Baggesen gewann den Erbprinzen Friedrich Christian von Schleswig - Holstein - Sonderburg - Augustenburg daf├╝r Schiller f├╝r drei Jahre eine j├Ąhrliche Pension von 1000 Talern zu bewilligen. Dadurch wurde es dem Dichter m├Âglich, sich wieder zu erholen.
Nach seiner Genesung wandte sich Schiller von seinen geschichtlichen Studien ab und der Philosophie Kants zu. Wieder versuchte er eine Freundschaft mit Goethe aufzubauen, was ihm diesmal gelang. Im Freundschaftsbund mit Goethe kam es zu Schillers reichster Periode in seinem dichterischen Schaffen 1803 wurde Schiller vom Deutschen Kaiser in Wien in den erblichen Adelsstand erhoben. Er wurde Friedrich von Schiller.
Schillers letzten f├╝nf Lebensjahre verbrachte er in Goethes Haus. 46 Jahre alt, starb Schiller am 9. Mai 1805. Bei der Sektion seiner Leiche fand man den linken Lungenfl├╝gel zerst├Ârt und die Herzkammern fast verwachsen. Er wurde auf dem alten Friedhof der St. - Jakobs - Kirche beerdigt. Erst 1827 wurden die Gebeine in der Gruft des Weimarer F├╝rstenhauses beigesetzt.

Die Hauptfiguren


Maria Stuart, K├Ânigin von Schottland

Maria ist eine f├╝r ihr alter (Schiller schrieb an August Wilhelm Iffland, dass sie etwa 25 sei.) eine reife und streng katholische Frau. Sie nimmt ihren Gegnern das rohe und unfreundliche Benehmen nicht ├╝bel, leidet jedoch sehr unter der Gefangenschaft.
Sie hat ihren Mann t├Âten lassen und leidet unter dieser Schuld, h├Ąngt jedoch sehr an ihrem Leben.

Elisabeth, K├Ânigin von England

Sie ist nicht nur die politische und religi├Âse Gegenspielerin Maria Stuarts, sondern auch eifers├╝chtig auf die Sch├Ânheit und den Einflu├č Marias.
Elisabeth hat Angst vor Entscheidungen. Sie regiert auf einer hinterlistigen und niedertr├Ąchtigen Art, indem sie keine eindeutigen Anweisungen gibt, sondern den anderen nur erahnen l├Ąsst, was sie will. Dies tut sie, um im Falle einer falschen Entscheidung die Schuld von sich weisen zu k├Ânnen.

Mortimer, der Neffe Amias Paulets

Mortimer ist ein junger ├╝bereifriger Mann. Er plant Maria zu befreien. Dies jedoch nicht aus politischen oder religi├Âsen Gr├╝nden, sondern weil er sich in Maria verliebt hat.
Um sein Ziel zu erreichen, schreckt er nicht vor List und Gewalt zur├╝ck. Durch T├Ąuschung schleicht er sich in Elisabeths Vertrauen ein, und schreckt auch nicht davor zur├╝ck, diese n├Âtigenfalls zu t├Âten.

Robert Dudley, Graf von Leicester

Auch er ist ein Geliebter Marias und als Verehrer und Berater an Elisabeths Hof eingeschlichen. Im Gegensatz zu Mortimer ist er erb├Ąrmlich feige und handelt aus Angst entlarvt zu werden immer wieder zu seinem Vorteil. Vor Gericht gibt er sogar seine Stimme zur Hinrichtung Marias und nach dem Mordanschlag an Elisabeth verr├Ąt er Mortimer um den Verdacht von sich zu w├Ąlzen.

Wilhelm Cecil, Baron von Burliegh, Gro├čschatzmeister

Er ist Politiker und Berater Elisabeths. Sie genie├čt seine volle Loyalit├Ąt. Er stimmt f├╝r Marias Tot und hat veranlasst, dass ihre Gerichtsverhandlung ohne Zeugen durchgef├╝hrt wurde. Er will sogar nach dem geheimen Willen Elisabeths Paulet dazu bewegen Maria zu ermorden.
Nachdem er erf├Ąhrt, dass seine K├Ânigin das Urteil schon unterschrieben hat, sorgt er f├╝r sofortige Vollstreckung, um weitere m├Âgliche Wendungen zu verhindern.

Amias Paulet, Ritter und H├╝ter der Maria

Im Dienste Elisabeths geht er mit aller Strenge gegen Maria vor, l├Ąsst sich jedoch nicht zu ihrem Mord anstiften. Er glaubt an die Gerechtigkeit und handelt danach, erkennt aber die Ungerechtigkeit nicht, die Maria widerf├Ąhrt.

Inhaltsangabe


Maria Stuart, K├Ânigin von Schottland, hat sich auf die Flucht vor einem Aufstand nach England begeben, weil sie von K├Ânigin Elisabeth Schutz und Hilfe erhofft. Die protestantische Elisabeth l├Ąsst sie jedoch gefangennehmen, weil sie Nebenbuhlerin um den englischen Thron und St├╝tze der katholischen Partei ist.
Maria wird wegen Mord an ihren Gatten angeklagt und zum Tode verurteilt. Ihren guten Rufes Willen unterschreibt Elisabeth das ungerechte Urteil nicht, versucht aber Marias Bewacher Paulet ├╝ber Baron Burleigh zu einen Meuchelmord an Maria zu bringen. Dieser Versuch scheitert jedoch an der strengen Rechtlichkeit Paulets
Maria hat jedoch zwei G├╝nstlinge an Elisabeths Hofe. Graf Leicester, der angebliche Anbeter Elisabeths und heimliche Geliebte Marias, und Mortimer, der Neffe Paulets. Der junge leidenschaftliche Mortimer wurde aus Rom geschickt, und tritt scheinbar in Elisabeths Dienste ein, um Maria zu befreien.
Wieder versucht Elisabeth, diesmal in Mortimer, einen M├Ârder f├╝r Maria zu gewinnen. Dieser nimmt den blutigen Auftrag zum Schein an und vertraut sich Graf Leicester an. Entt├Ąuscht von der Grausamkeit Elisabeths schwingt sich Leicester nun g├Ąnzlich auf die Seite Marias.
Er versteht es, Elisabeth f├╝r die von Maria gew├╝nschte Begegnung zu gewinnen, die sie zu einem Gnadenakt bewegen soll. Doch bei der entscheidenden Unterredung kommt es zum Streit, weil Maria auf den Hochmut Elisabeths mit Hohn reagiert.
Mortimer ├╝berzeugt nun Maria, dass von Leicester keine Hilfe mehr zu erwarten ist und dass sie nach dem Streit keine Gnade von Elisabeth mehr erlangen w├╝rde. Er schl├Ągt einen neuen gewaltt├Ątigen und blutigen Rettungsplan vor, der f├╝r die katholische Maria unannehmbar ist.
Als kurz darauf ein Attentat auf Elisabeth fehlschl├Ągt, welches das Volk in Aufruhr versetzt, nimmt Elisabeth dies zum Vorwand, das Todesurteil nun doch zu unterschreiben. Den Zeitpunkt der Vollstreckung setzt sie jedoch noch nicht fest. Der feige Leicester stimmt dem Urteil zu, um sich vom Verdacht zu reinigen. Damit nicht genug, verr├Ąt er auch noch Mortimer, der sich der Verhaftung widersetzt und sich selbst t├Âtet.
Das unterzeichnete Todesurteil ├╝bergibt Elisabeth ohne weitere Anweisungen dem Staatssekret├Ąr Davison. Baron Burleigh nimmt es diesem ab, um die Vollstreckung sofort zu veranlassen.
Angesichts des Todes zeigt Maria wahrhaft k├Ânigliche Haltung. Sie verabschiedet sich von ihren und geht ruhig und ohne Groll gegen ihre Feinde in den Tod.
Burleigh meldet die vollzogene Hinrichtung. Nun will Elisabeth die Schuld von sich weisen, verbannt Burleigh und l├Ąsst Davison vor Gericht stellen. Leicester, der letzte ihrer Getreuen flieht von Gewissensskrupel gepeinigt nach Frankreich.

Zum Werk


Die Entstehung


Schon 1783 plante Schiller im Anschlu├č an "Kabale und Liebe" ein Maria - Stuart - St├╝ck und begann historisches Material daf├╝r zu sammeln. Bald darauf gab er jedoch das St├╝ck zwischenzeitlich auf. Erst 1799, nach der Vollendung der "Wallenstein" - Trilogie, wandte er sich dem Stoff wieder zu.
Schiller arbeitete das Drama in etwa einem Jahr aus, wobei er allerdings auch noch Shakespeares "Macbeth" ├╝bersetzte.

Der Stoff


Der Stoff f├╝r das in Blankversen geschriebene Trauerspiel ist der Geschichte Schottlands entnommen. Es wird jedoch weniger das politische Geschehen dargestellt als vielmehr ein menschlicher Charakter im Kampf um innere Befriedigung.
Schiller unterl├Ąsst es aus poetischer Berechnung die zweifelhaften fr├╝hen Lebensjahre der Maria auf die B├╝hne zu bringen. So kann er sie als die unschuldige Verfolgte, die er als Heldin f├╝r sein Drama braucht, darstellen.

Der Aufbau


In Maria Stuart zeigt sich die hohe baumeisterliche Kunst des Dichters. Das Dramageschehen ist streng symmetrisch aufgebaut: Dabei stehen Marias und Elisabeths Welten gegen├╝ber. Der 1. Akt geh├Ârt Maria, der 2. Akt Elisabeth. Der Mittelakt bringt die Begegnung der K├Âniginnen. Wieder geh├Ârt der 4. Akt Elisabeth, der Schlu├čakt Maria, im Tode siegend. Im Nachspiel vereinsamt Elisabeth und scheint letztendlich doch besiegt.
Auch die Personengruppen weisen ein streng ausgewogenes Gleichgewicht auf:



Shrewsbury



Paulet



Elisabeth
Leicester
Maria



Burleigh



Mortimer



Maria Stuart und die Epoche der Klassik


Der Begriff "Klassik" weist auf die literaturgeschichtliche Periode von 1786 bis 1805 in Deutschland hin. Die genaue zeitliche Einteilung der Klassik ist jedoch schwierig, da sich die einzelnen Perioden wie Sturm und Drang, Klassik und Romantik aus einer geschichtlichen Folge entwickelt haben und somit miteinander verkn├╝pft sind.
In der Klassik war man darum bem├╝ht, etwas vollendet Musterhaftes oder Vorbildliches dichterisch darzustellen. Im Mittelpunkt stand der Mensch, dargestellt mit viel Gef├╝hl, Sinnlichkeit, Sittlichkeit und auch mit vielen Trieben.
Eingeleitet wurde die Klassik in Deutschland durch Schiller und Goethe, warum sie auch als Goethezeit bezeichnet wird. Dabei haben die beiden Dichter unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Dies geschah wahrscheinlich weil Schiller im Gegensatz zu Goethe immer knapp am finanziellen Abgrund stand.

Weitere Werke


Schiller ist nicht nur f├╝r seine Dramen bekannt. Er war auch im Bereich der Lyrik, Epik und Wissenschaft t├Ątig. Nebenbei schrieb er auch noch Artikel f├╝r Zeitschriften.

Dramen


Schillers gr├Â├čter Erfolg war das im Sturm und Drang geschriebene Werk "Die R├Ąuber". Die Dichter der Sturm und Drang Zeit k├Ąmpften f├╝r die Freiheit jedes einzelnen Menschen. Schiller machte sich den Kampf gegen die absolute Macht der Obrigkeit zur Aufgabe, weil er die Macht eines solchen Alleinherrschers in seiner Jugend am eigenen Leibe erfahren musste.
Schiller schrieb das Schauspiel "Die R├Ąuber" zur Zeit seiner Ausbildung in der Milit├Ąrpflanzschule. Die Urauff├╝hrung am 13. Januar 1782 wurde eine Sensation. Die Zuschauer waren emotional so bewegt, dass manche weinten und andere handgreiflich wurden. Sie begangen sich Gedanken ├╝ber die politischen Zust├Ąnde zu machen. Damit hatte Schiller sein Ziel erreicht.
Weitere Jugenddramen Schillers sind die Trauerspiele "Die Verschw├Ârung des Fiesko zu Genua" (1782) und "Kabale und Liebe" (1783), sowie das dramatische Gedicht "Don Carlos, Infant von ‘Spanien" (1787). W├Ąhrend dieser Zeit l├Âste sich Schiller vom Sturm und Drang.
Geht es in den Jugenddramen Schillers um eine ├Ąu├čere Freiheit, d. h. um die Befreiung von den von au├čen her wirkenden Kr├Ąften, so handelt es sich in den Meisterdramen des Dichters um die innere Freiheit, um die Befreiung des Menschen von sich selbst. Schillers Meisterdramen sind die "Wallenstein" - Trilogie (1800), "Maria Stuart" (1801), "Die Jungfrau von Orleans" (1802), "Die Braut von Messina" und "Wilhelm Tell".

Lyrik


Die Gedichte Schillers sind selten Ausdruck von Gef├╝hlen und Stimmungen, sondern vielmehr der seiner idealen Weltanschauung. Seine philosophischen Gedichte sind der dichterische Ausruck jener Ideen, die er in seinem ├Ąsthetischen Aufs├Ątzen dargelegt hat, und stellen Ma├č und W├╝rde, Freiheit und Sch├Ânheit als Ziele des Menschen auf.
In "Das Lied von der Glocke" (1799), eines seiner Geschichts - und kulturphilosophischen Gedichten, stellt Schiller an den einzelnen Phasen des Glockengusses das menschliche Leben von Geburt bis zum Tod dar.
In Zusammenarbeit mit Goethe gab Schiller ├╝ber 400 Distichen unter der ├ťberschrift "Xenien" heraus. Sie sind eine Kritik der gesamten zeitgen├Âssischen Literatur.
Schillers Balladen veranschaulichen in dramatisch gestalteten Bildern sittliche Ideen.

Die wissenschaftlichen Werke


Sie enthalten Schillers Wissen ├╝ber Teilbereiche der Geschichte, seine philosophischen Erkenntnisse und seine Ansichten ├╝ber die Kunst. Schillers erfolgreichsten wissenschaftlichen Werke sind "Geschichte des Abfalles der Niederlande von der spanischen Regierung" (1788) und die "Geschichte des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges" (1791 - 1793). Seine philosophischen Schriften sind aufbauend auf die Philosophie Kants und beinhalten Grundgedanken wie zum Beispiel "Das nat├╝rliche ich" und "Das geistige ich".

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