Der Kaufvertrag - Schriftverkehr

1. Der Kaufvertrag und der damit verbundene Schriftverkehr

1.1 Was ist ein Kaufvertrag und wie kommt er zustande?

Jede betriebliche Leistungserstellung ist nur dann sinnvoll, wenn sie auch abgesetzt werden kann. Absetzen bedeutet jedoch, dass eine andere Wirtschaftseinheit einen Beschaffungsakt durchf√ľhrt. In diesem Fall kommt ein "Kaufvertrag" zustande.
Ein Kaufvertrag ist eine √ľbereinstimmende Willenserkl√§rung zwischen dem Anbietendem (dem "Verk√§ufer") und dem Nachfragendem (dem "K√§ufer"), Sachg√ľter gegen Geld zu tauschen.

Die folgende Darstellung zeigt die Handlungsm√∂glichkeiten von K√§ufer und Verk√§ufer. Immer dann, wenn aus einer Handlung des K√§ufers und aus einer Handlung des Verl√§ufers eine √ľbereinstimmende Willenserkl√§rung hervorgeht, gilt der Kaufvertrag als abgeschlossen.



1.2 Der Inhalt des Kaufvertrags

1.2.1 √úbersicht

Bestimmte Mindestbestandteile eines Kaufvertrags schreibt schon ABGB vor. Einige weitere Bestandteile sind jedoch im Gesch√§ftsverkehr √ľblich und sollten auch bei privaten K√§ufen zumindest dann vereinbart werdn, wenn es sich um wertvolle Gegenst√§nde handelt.

Zu beachten ist auch, dass eine Anfrage des Käufers, ob eine bestimmte Ware geliefert werdsen kann, als kein ausreichender "Antrag" gilt.



1.3 Die Anbahnung des Kaufvertrags

Die Anbahnung des Kaufvertrags kann erfolgen durch:
    den Nachfragenden ("Käufer") - Anfrage den Anbietenden ("Verkäufer") - Angebot

1.3.1 Die Anfrage

In der Anfrage fordert der Nachfragende ("Käufer") den Anbietenden ("Verkäufer") auf,
    ein Angebot zu stellen oder ein bereits gestelltes Angebot zu ergänzen bzw. abzuändern

Beispiele wären:
    "allgemeine Anfrage": der K√§ufer will nur allgemeine Information, z.B. Preislisten "spezielle Anfrage": der K√§ufer will genaue Informationen √ľber die Eigenschaften, Preise usw. Einer ganz bestimmten Ware

Man unterscheidet:
    Telefonische Anfrage Schriftliche Anfrage
Ben√∂tigt man umfangreiche oder spezielle Informationen, wird eine m√ľndliche oder telefonische Anfrage nicht ausreichen.
Mit Hilfe eines "allgemeinen Aufbauschemas" ist es daher sehr leicht, eine Anfrage zu entwerfen:







1.3.2 Das Angebot (Offert)

Ein Angebot (Offert) ist ein Antrag des Verkaufswilligen (des "Verkäufers") zum Abschluß eines Kaufauftrags.

Angebote können nach folgenden Gesichtspunkten unterschieden werden:



1.3.2.1 Unverlangtes und verlangtes Angebot

Beim unverlangten Angebot liegt keine Anfrage des Käufers vor, beim verlangten Angebot gibt es eine Anfrage.
Das unverlangte Angebot wird man daher irgendwie begr√ľnden (Sonderangebot, neue Modelle etc.).
Beim verlangten Angebot wird man genau auf die Fragen des Kunden eingehen.

1.3.2.2 Bindendes Angebot

Ein Angebot gilt als bindend, wenn es
    von einer bestimmten Person an eine bestimmte Person gerichtet ist (Rundschreiben gelten daher nicht als Angebote); inhaltlich ausreichend bestimmt ist (Preis, Menge, Qualität); eindeutig zum Ausdruck bringt, dass der Offerent verkaufswillig ist; keinen Hinweis enthält, dass es sich um ein freibleibendes Angebot handelt
Erfolgt auf ein bindendes Angebot eine Bestellung, so gilt der Kaufvertrag als abgeschlossen.

1.3.2.3 Freibleibendes Angebot

Ein freibleibendes Angebot wird erstellt, wenn sich der Anbietende nicht binden will. Dies wird durch eine "Freizeichnungsklausel" erreicht.
Beispiele wären:
    "solange der Vorrat reicht" "ich biete ihnen unverbindlich an" usw.
Viele Angebote sind deswegen auch "freibleibend", weil die Menge nicht genau angegeben ist.

1.3.2.4 Angebotsähnliche Formen

Immer wenn ein Merkmal eines Angebots fehlt, handelt es sich nur um angebotsähnliche Formen, die den "Anbietenden" auf keinen Fall binden.
Beispiele wären:
    Zusendung von Katalogen - Menge ist nicht genau angegeben Inserat in der Zeitung - nicht an bestimmte Person gerichtet Ware mit Preisangabe in der Auslage - nicht an eine bestimmte Person gerichtet Postwurfsendungen - nicht an eine bestimmte Person gerichtet

1.3.2.5 Das schriftliche Angebot




1.3.3 Die Bestellung

1.3.3.1 Bestellungsvorbereitung

Die Bestellung selbst bietet keine Schwierigkeiten.
Wichtig ist jedoch die Vorbereitung der Bestellung.

Darstellung zur Vorbereitung der Bestellung:



Zur Informationsbeschaffung und Entscheidungsvorbereitung dienen vor allem
    laufende Anfragen an Lieferanten (auch wenn man die Ware im Augenblick nicht benötigt) Bestellkartei

1.3.3.2 Die schriftliche Bestellung

Ist eine schriftliche Bestellung erforderlich, soll sie abgefa√üt sein, dass Irrt√ľmer und Mi√üverst√§ndnisse ausgeschaltet sind.
Der Empf√§nger soll den Auftrag ohne R√ľckfrage ausf√ľhren k√∂nnen. Es ist daher sinnvoll, in der Bestellung s√§mtliche Merkmale des Kaufvertrags zu wiederholen oder auf ein Angebot, einen Katalog etc. zu verweisen.



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